Aufgeklärt: Kontaktlinsen für Cosplayer

Liebe Cosplay Community, mein Name ist Master_Kankuro und mit Hilfe von Asclarion möchte ich euch über die Nutzung und Pflege von Kontaktlinsen informieren und aufklären.

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Viele unter uns möchten zum Cosplay Kontaktlinsen verwenden.
Sei es, um die eigene Fehlsichtigkeit zu korrigieren und für diese Zeit nicht auf eine Brille angewiesen zu sein, oder aber auch, um die Augenfarbe zu ändern, welche in all den vielen Darstellungen oft jenseits des Realistischen ist. Ob grün, violett, mit Sharingan oder anderen Special Effects – ich gebe euch einige Tipps zur Handhabung von Kontfaktlinsen, damit das Ganze nicht wortwörtlich ins „Auge“ geht. >_<

Arten von Linsen

Was sind Kontaktlinsen? Klar wissen die meisten von euch, dass es diese “kleinen Dinger“ sind, welche man „sich ins Auge macht“. Aber Kontaktlinse ist nicht gleich Kontaktlinse.

Zuerst möchte ich euch die alltagstauglicheren Arten vorstellen, welche je nach Nutzungsdauer unterschieden werden können.
Wichtig zu wissen ist, dass die Kontaktlinse auf dem Tränenfilm des Auges schwimmt. Das Auge ist als Organ am Stoffwechsel beteiligt. Eine normale Linse schränkt den Sauerstoffaustausch im Auge kaum bis gar nicht ein.
Bei Fun-Linsen (z.B. Cosplay-Linsen) kann es allerdings zu trockenen oder gereizten Augen kommen, da diese durch Größe oder Materialbeschaffenheit, den Sauerstoffaustausch einschränken bzw. den Tränenfluss stören können. Deswegen sollte man Fun-Linsen nicht zu lange tragen.

Grundsätzlich gibt es 2 große Unterteilungen von Kontaktlinsen.

Weiche Kontaktlinsen

Diese Art ist wohl die bekannteste und verbreitetste. Unter diese Kategorie fallen alle stark wasserhaltigen, silikonartigen und “wabbeligen” Linsen.
Nicht jede Linse hat auch Silikonbestandteile, vor allem Silikonallergiker sollten darauf Acht geben!
Grundsätzlich sind weiche Linsen spontanverträglich, d.h. in der Regel hat man (je nach Linse) nur wenig, bis kaum Störgefühl.

Weiche Linsen sind immer größer als die Iris (der Farbring unseres Auges) und legen sich daher wie eine Halbkugel auf das Auge. Achtung, hier wird nur bildlich gesprochen. 🙂
Die Linse besteht aus so weichem Material, dass sie sich etwas der leicht unregelmäßigen Augenform anpasst. Innerhalb der weichen Kontaktlinsen gibt es nun wiederum verschiedene Ausführungen. Man unterscheidet sie darin, wie lange sie bei guter Pflege und nach dem Öffnen verwendbar sind.

!ACHTUNG!
Haltet euch an die Angaben der Hersteller.
Reinigt eure Linsen regelmäßig und sachgemäß.
Verwendet Linsen, die zu alt sind nicht weiter – egal wie teuer sie waren.
Tragt beim Schlafen niemals Linsen.

Bei unsachgemäßer Handhabung riskiert ihr im schlimmsten Fall eure Augen!

Bei allen weichen Linsen (ab 14-Tageslinsen) ist ein Tag Pause vom Linsentragen zu empfehlen, um dem Auge Zeit zu geben, seinen natürlichen Tränenfilm wiederherzustellen. Werden Linsen zu häufig und zu lange getragen, kann dies den Tränenfilm unwiderruflich so minimieren, dass ein Tragen von Linsen nicht mehr möglich ist.

Tageslinsen

sind in Farbe (oft mit wenig Deckkraft) und/oder mit Stärke erhältlich.
Wie der Name schon sagt sind sie nur 1-mal für einen Tag verwendbar!
Ungeöffnet sind diese Linsen meist mehrere Jahre haltbar und eignen sich super, wenn man sie nur ab und zu tragen möchte.
Bei diesen Linsen ist keine Reinigung oder Pflege notwendig, da sie nur einmalig verwendbar sind. Sie haben eine sehr gute Spontanverträglichkeit.

Je nach Hersteller, kann man sie zwischen 8 und maximal 16 Stunden auf dem Auge tragen. Da sie Hochsauerstoffdurchlässig sind, sind sie besser für Allergiker und Personen mit trockenen Augen geeignet. Das Material der Linsen ist sehr dünn und je nach Hersteller sind diese auch mit UV-Filter lieferbar.

14-Tageslinsen

sind nicht in Farbe erhältlich und bis zu 14 Tage nach dem Öffnen verwendbar. Diese Linsen sind das Mittelmaß zwischen Tages- und Monatslinsen. Sie sind dicker als Tageslinsen und können daher, bei guter Pflege und richtiger Handhabung, bis zu 14 Tage verwendet werden. Hier gilt immer das Datum des Öffnens, nicht wie oft man die Linsen auf dem Auge hatte. Je nach Hersteller sind auch diese Linsen mit UV-Filter erhältlich.
14-Tageslinsen eignen sich gut für den Einstieg, wenn man des öfteren Linsen tragen möchte (min. 3-4-mal die Woche). Die maximale tägliche Tragedauer beläuft sich auf ca. 14 Stunden.

Monatslinsen

sind in vielen Farben mit guter Deckkraft und/oder mit Sehstärke erhältlich und können bei guter Pflege nach dem Öffnen bis zu 30 Tage verwendet werden. Sie sind vom Material oft dicker als Tages- und 14- Tageslinsen und erfordern daher auch den meisten Pflegeaufwand. Tägliche Tragedauer je nach Hersteller sind max. 8 bis 16 Stunden.

Für Allergiker empfehle ich diese Variante nicht!
Durch ihre Materialbeschaffenheit können sie auch trockene Augen eher zusätzlich austrocknen, da diese Linsen einen stabilen Tränenfilm fordern. Gegebenenfalls müssen während der Tragezeit Augentropfen als Unterstützung verwendet werden. Je nach Hersteller gibt es auch diese mit UV-Filter.

3-Monats bzw. 6 Monatslinsennur mit Sehstärke

Die unbekanntere Linsenart…Ja, es gibt auch weiche Linsen die man (je nach Hersteller) auch bei guter Pflege und Handhabung zwischen 3 bis 6 Monaten verwenden kann. Sie stellen die dicksten Vertreter der weichen Linsen dar und sind wirklich nichts für Personen mit trockenen Augen oder Allergiker.

Es handelt sich hierbei nicht um farbige Linsen, sondern oft um Einzelanfertigungen, die für speziellere Augen oft besser geeignet sind als jede andere Art. Die Tragedauer ist hier definitiv kürzer als bei jeder anderen Art, daher sollten 8 bis 10 Stunden nicht überschritten werden.  Auch sollte nach dem Tragen, dem Auge Feuchtigkeit in Form von Augentropfen zugeführt werden. Je nach Hersteller sind auch diese mit UV-Filter erhältlich.

Neben weichen Linsen gibt es auch noch:

Formstabile bzw. harte Linsen

sind ebenfalls in Farbe erhältlich. Allerdings sind harte Farblinsen aufgrund der kleinen Größe, welche die Iris nicht komplett überdeckt, nicht zu empfehlen.
Formstabile Linsen werden aus Hartplastik individuell auf eure Augen angepasst und angefertigt. Für Personen mit besonderen Sehschwierigkeiten sind sie meist oft die einzige Möglichkeit.
Wie oben bereits erwähnt, sind sie kleiner als die Iris und schwimmen zentral auf dem Tränenfilm. Sie sind besonders geeignet für Personen mit sehr trockenen Augen, da diese Linsen kein Wasser ziehen. Sie sind auch Sauerstoffdurchlässig, wobei durch die zentrale Lage auf der Pupille und der insgesamt kleineren Größe, keine Unterversorgung am Auge eintreten kann.

Durch Augenreiben lassen sich diese Linsen leicht herauslösen und können so auch mal schnell verloren gehen. Formstabile Linsen sollten nur bei einem Optiker, Augenarzt oder Spezialisten angefertigt werden. Sie sind nur für den Dauergebrauch geeignet, da sie eine sehr lange Eingewöhnungsphase haben und jedes längere „Nicht-Tragen“ diese Eingewöhnungszeit hinauszögert.

Farbige Linsen

sind Kontaktlinsen, welche mit aufgedruckter Farbe versehen werden, um die Iris zu überdecken und somit die gewünschte Augenfarbe oder einen Sondereffekt zu erhalten. Also genau den Effekt, welchen wir uns für unser Cosplay wünschen.
Farbige Linsen können mit und ohne Sehkorrektur erworben werden. Achtet beim Hersteller / Anbieter immer auf die Verfügbarkeit und prüft ob man die gewünschte Farbe auch in der gewünschten Sehstärke erhält.

In der Regel handelt sich bei den farbigen Linsen um weiche Linsen. Auch wenn diese als Jahreslinsen beworben werden, sollten man diese nach Anbruch NIE mehr als EINEN Monat nutzen, da sie aufgrund der Materialbeschaffenheit und auch bei sachgemäßer Reinigung, zu viele Keime ansetzen. Ungeöffnet halten sich diese aber durchaus bis zu einem Jahr.

Bei der Qualität müsst ihr unbedingt darauf achten, dass die Farbe auf der Linse bleibt und sich nicht beim Tragen loslöst. Ich selbst habe bisher die Farblinsen von „Funny Lens“ genutzt und kam für meine Verhältnisse gut zurecht. Die Onlinebewerbungen oder auch Erfahrungsberichte aus eurem Freundes- und Bekanntenkreis können euch gut weiterhelfen.

Die Pflege

Da im oberen Teil immer wieder von sachgemäßer oder guter Pflege gesprochen wurde, werden wir diese nun etwas näher betrachten. 😉
Bis auf Tageslinsen, brauchen alle anderen Linsenarten eine fachgerechte und gründliche Reinigung, um die körpereigenen Ablagerungen und ggf. Make-Up zu entfernen. Dies dient nicht nur zur Hygiene, um an dem Auge keine Infektion zu bekommen, sondern dient auch der Langlebigkeit. Nur mit einer sauberen Linsen sieht man auch etwas.

Die Linsen müssen auch möglichst steril gelagert werden, sodass diese für den nächsten Einsatz bestens vorbereitet sind.
Aufbewahrungsbehälter gibt es in verschiedenen Formen und Größen, diese sollten regelmäßig (spätestens alle 2-3 Monate) erneuert werden und niemals mit Leitungswasser (wegen den Keimen!) ausgespült werden. Am typischsten sind wohl flache Behälter. Sie bestehen aus 2 zusammengefügten Einzeldöschen die oft mit Farbe und L-R (links / rechts) gekennzeichnet sind. Jede Linse hat hierbei ihre eigene Kammer und ihr eigenes Pflegemittel. Wenn du die Dosen beschriften möchtest, z.B. mit dem Ablaufdatum der Linsen, dann achte darauf, dass du sie nur auf der Außenseite beschriftest und nichts in die Dose schreibst.

Neben flachen gibt es auch hohe Behälter. Diese haben keine getrennte Kammer für das Pflegemittel, dafür haben sie aber für die Linsen ein 2-Kammersystem am Deckel angebracht. Das Kammersystem unterscheidet beide Seiten mit Farbe oder Symbolen.

Grundsätzlich sollte das Pflegemittel nach jeder Benutzung gewechselt werden. D.h. Linse ins Auge, alte Flüssigkeit in den Abguss kippen, den Behälter inkl. Deckel mit Pflegemittel ausspülen und mit der Innenseite nach unten auf einem Stück Klopapier/Zewa/Kosmetiktuch lufttrocknen lassen.

Arten von Pflegemitteln

Egal für welche Art der Pflege ihr euch entscheidet, es ist prinzipiell sehr wichtig zu wissen, ob ihr allergisch auf bestimmte Inhaltsstoffe reagiert. Viele Pflegemittel enthalten Konservierungsstoffe, um sie nach dem Öffnen zwischen 3 bis 6 Monaten haltbar zu machen.
Achtet darauf, sollten ihr eine Konservierungsmittelallergie haben. Dies kann bei einer Produktberatung schnell herausgefunden werden. 🙂

Auch gilt grundsätzlich Hygiene als hohes Maß am Auge! Immer, auch nach Corona. D.h. vor jedem Berühren der Linse oder eurer Augen, sollten eure Hände gründlich gewaschen werden! Falls ihr an euren Händen Bakterien habt, gelangen diese ansonsten in euer Auge!

Kochsalzlösung

Wie der Name schon sagt besteht sie aus im Wasser gelöstem Kochsalz, um die salzige Tränenflüssigkeit zu imitieren und mindert somit das Fremdgefühl fürs Auge.
Sie dient nur zum Abspülen der Linse, sei es vor dem Tragen oder wenn sie vom Finger gerutscht ist. Man kann die Kochsalzlösung aber auch zum Ausspülen des Behälters sehr gut verwenden. Es gibt sie mit und ohne Konservierungsstoffe, sowie eine Variante mit Konservierung, welche aber an der Luft verpufft. Coole Technik, was? 😉

Kombilösung

Das ist die gängigste und wohl bekannteste Art der Pflege, man bekommt sie überall und in verschiedensten Preislagen. Grundsätzlich ist eine Kombilösung für jede Linsenvariante geeignet. Unterschieden wird hier nur zwischen weich und formstabil.

Hier gilt aber Vorsicht, da die Zusammensetzung vieler Kombilösungen veraltet ist. Zudem nutzen die meisten Lösungen Konservierungsstoffe.
Die Kombilösung wird oft als „Eine für alles“ bezeichnet, dies stimmt aber so nicht ganz.
Ja, grundsätzlich kann man seine Linsen (zumindest etwas) damit reinigen.
Ja, sie desinfiziert.
Ja, man kann auch damit die Linse abspülen und den Behälter damit reinigen.
Würde ich sie aber als „einzige“ Pflege empfehlen? – Jain!

Hier kommt es leider sehr auf die Bestandteile des Tränenfilms, die Umgebung des Linsenträgers und die Variante der Linse an. Grundsätzlich sollte hier immer eine manuelle Reinigung erfolgen: d.h. die Linsen werden mit der Augenseite nach oben in die Handfläche gelegt. Nun etwas Pflegemittel in die Linse träufeln und die Linse dann mit dem Zeigefinger der anderen Hand sternförmig oder kreisend sanft reiben.
Dies dient dazu, dass dadurch viele Rückstände des Tages gelöst werden. Danach die Linse an einer Seite sanft mit Daumen und Zeigefinger greifen und mit Pflegemittel kräftig abspülen. Erst danach in den Behälter geben. Diese manuelle Reinigung sollte jeden Tag nach dem Tragen erfolgen.

Peroxidlösung

ist nicht für farbige Linsen geeignet, da sonst die gedruckte Farbe abgelöst wird. Eine Peroxidlösung wird normalerweise zum Blondieren von Haaren verwendet, wieso sollte man diesen Stoff dann für das Auge benutzen?!
Es spricht sehr vieles für die Peroxidlösung. Zum einen verzichtet sie komplett auf Konservierungsstoffe (Hi Allergiker we finally got you ;P).
Zum anderen killt sie halt wirklich alles schädliche was sich auf der Linse
angesammelt haben könnte weg. Es ist die Lösung mit der intensivsten Reinigungswirkung. Viele werden sich jetzt aber sicher fragen:
Ja aber passiert dann mit meinen Augen?!?

Peroxid sollte NICHT ans Auge gelangen, daher eignet sich diese Lösung wirklich NUR zur Reinigung des Behälters und der Linse. Sie sollte NIE wirklich NIE direkt aus der Flasche ans Auge gelangen!!

Peroxidlösungen haben grundsätzlich immer eine Neutralisation dabei. Diese ist entweder in Form einer Tablette, die zusammen mit der Flüssigkeit in den Behälter kommt. Verwende dafür nur hohe Behälter mit Abluftfunktion.Oder es ist ein entsprechender Behälter mit angebrachtem Neutralisationsstein bei der Lösung im Set dabei.
Die Lösung die nach 4 bis 8 Stunden im Behälter ist, ist somit neutral und kann ohne Bedenken ans Auge.
Ich würde sie trotzdem sicherheitshalber zusätzlich mit einer Kochsalzlösung abspülen und sei es nur wegen der Spontanverträglichkeit.
Der Behälter sollte zudem hier NIEMALS – wirklich NIEMALS – mit Wasser oder einer Kombilösung abgespült werden (Kochsalz ist okay), weil sonst die Wirkung der Neutralisation herabgesetzt wird oder gar komplett verloren geht.

Zwei-Phasen-System

ist ebenso NICHT für Farblinsen geeignet! Die Reinigung ist sehr ähnlich zur Peroxidlösung. Hier sind allerdings die Komponenten getrennt voneinander. Sie besteht einmal aus einer Reinigung (Achtung: aggressives Produkt) und einer Neutralisierung.
Diese Produkte müssen zwingend zusammen gekauft und verwendet werden. Ansonsten gilt dasselbe wie bei der oben genannten Peroxidlösung. Nach der Reinigung muss hier die Linse jedoch noch etwas in der Neutralisation einliegen.

Das waren die grundsätzlichen Pflegemittel. Man kann jedoch auch noch andere Schritte verwenden, wenn man z.B. keinen aggressiven Reiniger verwenden will um seine Linsen zusätzlich zu reinigen.

Oberflächenreiniger

Grundsätzlich eher im formstabilen Bereich anzutreffen. Diese Reiniger sind oft cremig bis milchig-körnig und reiben die Oberfläche während der manuellen Reinigung nochmal zusätzlich sauber. Da formstabile Linsen bis zu einem Jahr verwendbar sind, ist dieser Schritt unerlässlich.
Es gibt jedoch auch Oberflächenreiniger für weiche Linsen. Diese sind natürlich nicht körnig! Man sollte sie vor allem dann anwenden, wenn starkes Make-Up oder Farbe an die Linsen kommt, um wirklich alle Reste zu beseitigen.

Enzym- oder Proteinentfernungstabletten

Diese können zusammen mit einer Kombilösung verwendet werden, um die Oberfläche der Linse von hartnäckigen Rückständen zu befreien. Sie können auch regelmäßig 1-2-mal die Woche verwendet werden. Grundsätzlich gilt hier: Behälter mit Abluft verwenden!

Benetzungstropfen

A.k.a. Augentropfen, um dem Auge wieder Feuchtigkeit zuzuführen. Je nach Variante sind diese mit oder auch nur ohne Linsen verwendbar und können immer mal wieder zwischendurch verwendet werden.

Sollte ein Kontaktlinsentragen nur mit Augentropfen möglich sein und die Linse sonst permanent stören, geht bitte zu einem Arzt oder Optiker und lasst euch dort beraten. Im Idealfall sollte das Linsentragen ohne zusätzliche Beigabe von Augentropfen möglich sein.
Verwendet ihr auch schon ohne Linsen regelmäßig Augentropfen, sollte vom Kontaktlinsentragen eher abgeraten und höchstens nur nach ärztlicher Absprache gelegentlich Tageslinsen verwendet werden.

Der Gebrauch

Nun da ihr die Linsen, sowie auch Reinigungsarten näher kennt, muss ich hier nun wichtige Hinweise zum Gebrauch geben.
Wer zum ersten Mal Linsen nutzen möchte sollte IMMER zuvor einen Augenarzt und/oder einen Linsenanpasser (Optiker / spezielle Linsenstudios) konsultieren.

Hintergrund dessen ist einfach die Handhabung und Pflege. Ich habe hier versucht euch umfassende Informationen in einen Text zu packen, aber das war definitiv nicht alles was es zum Thema Linsen zu sagen oder zu beachten gibt.
Zudem sollte auch immer eine Nachsorge erfolgen. Der Arzt oder Optiker kann sich euer Auge regelmäßig anschauen um ggf. Veränderungen frühzeitig zu erkennen, wie in etwa Verletzungen, Narben, Infektionen etc.
Auch wenn es sich banal anhört sich „nur ein Paar Linsen ins Auge zu setzten“, steckt weitaus mehr dahinter.

Wir alle haben NUR diese 2 Augen!!

Daher ist es umso wichtiger sich im Vorfeld gut zu informieren und Fachleute zu haben, welche euch bei der Wahl und Nutzung sehr gerne Weiterhelfen.
Damit wünsche ich euch allen gutes Gelingen und viel Spaß für all die besonderen „Augenblicke“.

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Erste-Hilfe im Cosplay

Hi, ich bin Una und seit 2015 Hobbycosplayerin. Ich cosplaye querbeet aus verschiedenen Bereichen, egal ob Comic oder Anime. Im „echten“ Leben bin ich unter anderem als ehrenamtliche Erste-Hilfe-Trainerin tätig – das erklärt warum mich das folgende Thema so beschäftigt.

Fotograf: moped_1

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Die Cosplayszene strotzt nur so von aufwendigen Outfits, schweren Perücken und riesigen Props. Elsa mit leichten Kleid in eisiger Kälte, Deadpool im hautengen Ganzkörperanzug in der Hitze… unsere Lieblingscharaktere richten sich outfittechnisch überaus selten nach dem Wetter oder eher ihrer Gesundheit. Und wir Cosplayer*innen stehen nicht wirklich auf große Kompromisse – schließlich möchten wir unsere Charaktere authentisch inszenieren. Gerade auf Conventions beobachte ich also immer wieder Cosplayer*innen mit viel zu warmen Outfits in der prallen Sonne oder genau umgekehrt. Da wird mir meist beim Zusehen schon schwindelig. Dass früher oder später mal etwas passiert, ist quasi vorprogrammiert.

Als Erste-Hilfe-Trainerin weiß ich aber auch, dass Viele oft gar nicht wüssten, was sie im Notfall machen sollten. Vor allem, wenn es um so „banale“ Notfälle wie eine Überhitzung geht. Ich habe mir also mal die „heilige Dreifaltigkeit“ der potenziellen Cosplaynotfälle rausgepickt: Hitzschlag, Unterkühlung, Unterzucker – und damit heiße ich Dich hier willkommen zum Crash-Kurs Erste-Hilfe im Cosplay!

Die goldene Regel

Die goldene Regel in der Ersten-Hilfe ist: Du kannst und musst helfen.
Und das ist ziemlich leicht, Du brauchst nur eine Sache: Deinen Verstand.
Bevor wir dazu kommen – wieso eigentlich müssen?

Wer nicht hilft, macht sich strafbar und zwar der unterlassenen Hilfeleistung. Das heißt jetzt aber nicht, dass Du mutig ins Wasser springen sollst, um jemanden zu retten, obwohl Du gar nicht schwimmen kannst. Das ist Quatsch! Du sollst Dich beim Helfen nicht in Gefahr bringen. Manchmal bedeutet das, dass Du einfach nur die 112 anrufst und auf professionelle Hilfe wartest. Manchmal kannst Du aber auch selbst Hand anlegen, bis die Retter mit der blauen Sirene da sind. Auf Conventions sind übrigens immer Sanitäter unterwegs, die kommen zwar nicht mit blauer Sirene, aber professionell helfen können sie trotzdem.

Fassen wir also zusammen – passiert etwas:
Professionelle Hilfe holen und, wenn möglich selbst Hand anlegen. Wie das geht, kommt jetzt.

Manche mögen’s heiß

Wie oben schon erwähnt, passen unsere Cosplays oft nicht zum Wetter. Meistens sind es sehr warme, enge oder schwere Outfits während es draußen affenheiß ist. Im besten Fall fällt im Con-Gebäude auch noch die Klimaanlage aus.

Naja, was soll’s… dann schwitze ich halt ein wenig mehr?!

Falsch, unser Körper reguliert mit einigen gewitzten Mechanismen (z.B. Schwitzen) die eigene Körpertemperatur relativ genau – ergo starke Schwankungen sind ungern gesehen (das beste Beispiel ist sehr hohes Fieber!) und bedürfen Kompensation. In diesem Fall kühlt der Körper mit Vollgas runter. Irgendwann macht aber auch der tapferste Kämpfer schlapp. Es besteht die Gefahr einen Hitzschlag zu bekommen.
Und ja, das ist genauso unspaßig wie es klingt. Ein Hitzschlag ist lebensbedrohlich und äußert sich darin, dass der Körper völlig überwärmt.

Woran du das erkennst?

Kopf und Körper werden rot und fühlen sich heiß an. Den Betroffenen ist schwindelig, übel und sie haben den Durst ihres Lebens.

Was Du machen kannst?

„Um die Ecke bringen und kalt machen!“ Und nein, das ist nicht wörtlich gemeint.

Um die Ecke bringen“ ► aus der Sonne raus, in den Schatten
Kalt machen“ ► Abkühlen!

Achtung: Langsam abkühlen: Kühle Tücher auflegen, für Flüssigkeitszufuhr sorgen und runter mit der warmen Kleidung (in angemessenen Rahmen, das ist kein Freifahrtschein!).

Übrigens: Bitte nicht ins eiskalte Wasser schmeißen oder gar in irgendwelche Kühlräume stecken, der Körper mag wie gesagt keine schnellen, starken Schwankungen! Das kann sehr gefährlich werden.

So einen Hitzschlag kann man überall bekommen, wo es heiß, schlecht belüftet, schwül etc. ist z.B. im Auto im Sommer. Aber eben auch in zu warmer, nicht angepasster Kleidung. Wie gesagt das Ganze ist lebensbedrohlich. Deswegen schaue Dir den Wetterbericht an und überleg Dir, ob es wirklich genau dieses Cosplay sein muss. Und trinken, trinken, trinken – Dein Körper braucht Flüssigkeit, sonst kann er nicht runterkühlen. Bleib so wenig wie möglich in der pralle Sonnen (auch deine Haut wird es Dir danken, aber das ist eine andere Geschichte).

Ganz abgesehen davon werde kreativ: so wie der liebe @wee_hammer, er hat sich nämlich passend zu seinem Cosplay einen kleinen Ventilator gebastelt. Aber nicht nur das – er findet auch sehr kreative Wege Erfrischungen zum Teil seiner Cosplays zu machen. Sieh selbst!

PS.: wirklich kein Lippenstift dieser Welt ist es wert, nicht zu trinken, um ihn nicht nachziehen zu müssen. Genauso ist es kein Cosplay der Welt wert, nicht zu trinken, weil man nicht auf die Toilette will. Deine Gesundheit sollte immer an erster Stelle stehen, überhitzt kann man schließlich auch nicht cosplayen!

Ice Ice Baby

Der erste Schnee fällt und Du freust Dich wie ein Honigkuchenpferd, denn genau auf diese Gelegenheit hast Du gewartet. Ein Shooting im kalten Nass.
Klingt toll, klingt romantisch, aber auch das ist mit Vorsicht zu genießen. Wie schon gesagt, der Körper steht auf seine knapp 37 Grad. Hier besteht die Gefahr der Unterkühlung. Der Körper kann nicht mehr hochwärmen (wer hätt’s gedacht?) Es gibt zwar ein paar gewitzte Mechanismen (Zittern, Gefäßengstellung), aber auch hierbei gilt: nicht jeder tapfere Krieger ist ausdauernd.

Woran erkennst Du also eine Unterkühlung?

Hände und Füße fühlen sich kalt an, die Person wird blass, fühlt sich müde evtl. benommen, zittert – eigentlich relativ selbstredend.

Was Du machen kannst?

Die Person ins Warme bringen. Auch hier nicht mit aller Macht aufwärmen. Schön in trockene, warme Kleidung und bestenfalls eine Decke packen. Ein warmes, gezuckertes Getränk wirkt auch Wunder. Die Wärme sollte klar sein und der Zucker gibt Energie. Zittern und Hochwärmen ist ein anstrengendes Unterfangen für den Körper!

Wenn Du doch mal im Schnee shooten willst, bereite dich darauf vor. Wärmeflaschen, Handwärmer, warme Jacken und Schuhe, Heißgetränke einpacken. Halte Dich nur intervallweise in der Kälte auf und wärme Dich zwischen drin wieder. Dann dauert das Shooting vielleicht länger und Du musst öfter die Schuhe oder so wechseln, aber Dein Körper wird es Dir danken. Auch die Unterkühlung ist lebensgefährlich. Im schlimmsten Fall kann sie zu einem Schock führen.

Der geniale @reflektierte_wahrheit hat mir mal gesteckt, was er immer dabei hat, um genau solche Notfälle bei seinen Models zu vermeiden. (Das ist übrigens unbezahlte Werbung.)

PS.: In jedem Erste-Hilfe-Kasten ist eine Rettungsdecke. Das ist diese knisternde Folie. Das Ding sieht zwar nach nichts aus, aber hat ganz schön was drauf, damit kann man Leute wirklich 1A aufwärmen.

Sugar… oh honey honey

Wer kennt es nicht? Früh aufgestanden, fertig gemacht, ins Cosplay geschlüpft. Was hat man nicht gemacht? Richtig, gegessen.
Jetzt haben wir schon gelernt, dass der Körper einen Riesenaufwand betreibt, nur um die Temperatur zu regulieren. Stell dir mal vor, was für ein Riesenaufwand es ist, andere Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Und was braucht man dafür? Jap, Energie. Und wo kriegt man die her? Aus der Nahrung.

Trotzdem vergessen viele das Essen oder lassen es absichtlich, sei es wegen des Makeups, weil keine Zeit ist oder was auch immer. Aber auch das ist gar nicht so ungefährlich. Es besteht die Gefahr zu unterzuckern.

Woran erkennst du das?

Die Person bekommt Heißhunger, evtl. wirkt das Wesen verändert („hangry“), ihr wird schwindelig, übel, schwummrig – das ganze Programm.

Und da hilft dann nur eins: Zucker. Cola, Banane, Müsliriegel, was auch immer du da hast. Achtung, der Effekt von Zucker wirkt schnell, fällt aber auch wieder sehr schnell ab. Sobald Du die Person etwas aufgepäppelt hast, muss etwas Ordentliches auf den Tisch, um wirklich wieder Energie zu tanken. Unterzucker ist nicht zu unterschätzen, man kann relativ schnell das Bewusstsein verlieren.

Es bietet sich also an immer eine Notfallration an Zucker einzupacken. Müsliriegel, Traubenzucker, Bananen, tob Dich aus.

@fraeulein.rosen.rot hat das übrigens auf die Spitze getrieben! Sie hat passend zu ihren Cosplays nicht nur für sich, sondern auch für eine ganze Gruppe Kekse gebacken.

Es ist nicht immer so einfach

Das alles kam dir bestimmt furchtbar banal vor, aber wie ich bereits gesagt hatte: Erste Hilfe ist kinderleicht, du brauchst nur deinen Verstand.
Das ist aber nicht immer so. In den vorigen Abschnitten, bin ich davon ausgegangen, dass die betroffene Person noch bei Bewusstsein ist. Wieso? Auf Cons oder im Cosplay ist man selten so lange allein unterwegs, dass vorher niemand bemerkt, dass es einem nicht gut geht. Allerdings kann jeder dieser Notfälle in eine Bewusstlosigkeit übergehen.

Wie man in solchen Fällen reagiert, würde den Rahmen dieses Blogeintrages sprengen.
Dazu gehört nämlich eine ordentliche Kontrolle der Atmung. Bei vorhandener Atmung legt man die Person in die Stabile Seitenlage. Ist keine Atmung da muss wiederbelebt werden.
Das sind zwei der wenigen Erste-Hilfe-Maßnahmen für die es mehr als nur den Verstand braucht. An dieser Stelle wäre es vielleicht eine Idee mal wieder einen Erste-Hilfe-Kurs zu machen.

Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja dann 😉
Übrigens, sollten Fragen aufkommen, auch zu anderen Notfällen (auch bei Kindernotfällen) – schreib mich gerne jederzeit auf Instagram an!

Bis dahin wünsche ich Dir eine schöne Zeit und dass Du niemals in die Verlegenheit kommst, jemanden retten zu müssen. Bleib gesund!

Großes Danke an SajaLyn, die mir ihre Bühne für dieses Thema geliehen hat und an wee_hammer, reflektierte_wahrheit und fraeulein.rosen.rot für die Bilder!

Fotograf: ageofjuly (Sommer, Herbst, Winter)

PS.: Auf Instagram kursierte eine Zeit lang die Challenge zu jeder Jahreseit ein passendes Cosplay zu finden. Ich challenge Dich das auch zu machen – und zwar von Versionen, die so zum Wetter passen, dass du nicht verkühlst oder überhitzt! Ich mache natürlich gleich mit.

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Das ist aber nicht akkurat!

Hi, ich bin Jasmin aka ‘Jazz’, im Internet bekannt als ‘Faerie Blossom’ und ich bin eine tätowierte (und sichtbar gepiercte) Cosplayerin aus Düsseldorf.

Dieser Gastbeitrag wurde von Faerie Blossom geschrieben.
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‘MUSS ein Cosplay denn unbedingt 1 zu 1 akkurat zum Original sein? Oh du, das ist ja schon wieder eine eigene Diskussion für sich und vielleicht ein anderes Thema für SajaLyns Blog? 😉’

Das ist tatsächlich ein Zitat aus meinem vorherigen Gastbeitrag ‘Androids don’t have tattoos’. Da die beiden Themen an einigen Enden ein wenig in einander übergehen, will ich heute mit dir darüber quatschen! 🙂

Was meine ich denn eigentlich mit ‘akkurat’/’accurate’?

Ich werd jetzt nicht die Definition aus dem Duden abtippen. Aber in Sachen Cosplay bedeutet es schlichtweg, dass deine Rekreation der Vorlage quasi 1:1 entspricht, sprich bis aufs kleinste Detail originalgetreu.
Bei Film/Serien Cosplays wird dann gerne von ‘Screen-Accurate’ gesprochen. Was dann so viel heißt wie, dass ‘dein Cosplay genauso aussieht wie das, das der/die jeweilige Schauspieler/in beim Dreh getragen hat’.

D.h. für manche Cosplayer, dass auch wirklich jede Naht/Ziernaht, egal wie verdeckt oder versteckt sie ist, auf das eigene Kostüm übertragen werden ‘muss’ und am besten auch genau dasselbe Material genutzt wird. Alternativ kaufst du halt dieselben Kleidungsstücke, die der/die Schauspieler/in getragen hat. Aber das kann ganz schön teuer werden oder gar nicht kaufbar sein, wenn es sich um Sonderanfertigungen handelt.

Ein kurzes Beispiel

Ich habe damals für mein Rey Cosplay (Star Wars) dieselben Schuhe gekauft, die die Schauspielerin beim Dreh getragen hat. Ich habe dafür knapp 180€ bezahlt. NUR für die Schuhe. Lass das mal kurz sacken. xD

Puh, klingt ganz schön anstrengend oder? Finde ich zumindest schon.
Aber hey, das kann ja jeder entscheiden wie er/sie mag!

Muss mein Cosplay denn akkurat sein?

Dein Cosplay muss gar nichts, außer dir gefallen! 🙂
Also, nein. Du entscheidest selber, welchen Anspruch du an dich und dein Kostüm haben willst!
Willst du ein 1:1 Replika der Originalvorlage? Ja nice! Go for it!
Willst du etwas ändern, das vielleicht für deinen Körper/Dein Wohlbefinden/Dein Können/Deine Ästhetik schlichtweg besser, schöner oder sogar einfacher ist? Mega! Mach das!

Warum reden wir dann darüber?

Ganz einfach, weil ich zu oft höre/sehe/lese ‘dAs iSt aBeR nIcHt wIrkLicH aKkuRaT!’ und weiß wie entmutigend dieser Satz für dich sein kann, erst recht wenn du vielleicht gerade erst anfängst!

Woher weiß ich das? Aus eigener Erfahrung!
Abgesehen davon, dass ich diesen Spruch öfter zu hören bekomme, weil meine Tattoos eben sehr präsent sind, habe ich hier bereits einmal erwähnt, dass ich für mein Rey Cosplay die ‘screen akkuraten’ Schuhe gekauft habe. Ja, wieso habe ich das gemacht?
Naja, weil an den Schuhen, die ich echt mit viel Stolz und Liebe selber gemacht habe, NUR rum genörgelt wurde. Das hat mich damals so unglücklich gemacht hat, dass ich dann lieber die Originalschuhe gekauft habe, die ich weder schön fand noch konnte ich die wirklich im Alltag tragen. Bescheuert oder?
Ich habe aber lange selber so gedacht: Mein Cosplay MUSS akkurat sein, sonst ist es nicht gut genug!
Und demnach habe ich versucht meine Cosplays 1:1 am Original zu halten.

Dabei ist mir aber leider immer öfter aufgefallen, das gewisse Eigenschaften, die an einem Charakter gut aussehen, auf mich übertragen einfach nicht gepasst haben oder mir nicht gefallen haben, wie z.B. Ravens extremer Bobschnitt oder Alice pinker Lippenstift.

Anstatt also immer wieder unglücklich zu sein, nur um der Akkuratesse Willen, habe ich mir einfach die Freiheit genommen, Kleinigkeiten zu ändern, damit mir das Gesamtbild besser gefällt.
Angefangen bei wirklich Miniänderungen, wie ein dunklerer Lippenstift für Alice, bis hin zu größeren Veränderungen, wie Raven einfach mal längere Haare zu geben.
Und ich kann dir sagen, das war ein echt gutes, befreiendes Gefühl.
Ich habe mir besser gefallen, mich wohler gefühlt und hatte zudem auch irgendwie das Gefühl dem Charakter etwas von mir mitzugeben.
Ihn irgendwie auf mich anzupassen und zu ‘meinem Cosplay’ zu machen. Weißt du was ich meine?
Nicht EIN Raven Cosplay sondern MEIN Raven Cosplay.

Die Vorlage als Richtlinie

Nachdem ich dann mehr und mehr sichtbare Tattoos und Piercings angesammelt habe, bin ich zusätzlich lockerer geworden. Ich habe angefangen, die Vorlage eines Charakters nicht mehr als fixe Bauanleitung, sondern eher als eine Richtlinie zu sehen, an der ich mich orientieren will.

Manchmal ändere ich etwas am MakeUp, damit es besser zu meinem Gesicht passt. Manchmal etwas an der Frisur, weil es leichter oder stimmiger ist oder ich eventuell sogar mein Echthaar nutzen kann, wenn ich ein wenig was umändere, siehe mein Negasonic Teenage Warhead Cosplay. Ich hatte zum Zeitpunkt des Cosplays einen extremen Undercut, während der Charakter eine sehr viel zahmere Variante dieser Kurzhaarfrisur hatte.

Ich habe auch schon Augenfarben angepasst, wenn mir gewisse Linsen in meinen Augen oder im Gesamtbild nicht gefallen haben.
Zum Beispiel mein Rick Sanchez Cosplay:
Wäre ich 1:1 an der Vorlage geblieben, müsste ich weiße Linsen tragen, sodass nur die Pupille zu sehen ist. Da mir dieser Look aber überhaupt nicht gefallen hat, habe ich blaue Kontaktlinsen gewählt. Aber, hey dafür hab ich mich an die Monobraue gehalten, haha!
Aber selbst da hab ich auch erstmal normale Brauen und Monobraue ausprobiert und geschaut was mir letztendlich besser taugt. 😀

Manchmal bekommt ein Charakter aber auch ein ganz neues Outfit von mir inspiriert/orientiert an der existierenden Vorlage und rate mal?
Jupp, man erkennt den Charakter genauso gut und er hat sogar ein wenig mehr von meinem eigenen Charakter mit drin.
► Stichwort: Closet Cosplay – zu deutsch Kleiderschrank Cosplay/Kostüm
Also einen Charakter mit den Dingen darstellen, die man im Kleiderschrank hat!
Macht echt Spaß, ist günstig und kurbelt die Kreativität an. 😉

Jetzt denkt bestimmt der/die eine oder andere bei diesen beiden Bildern: Hä? Aber auf den Gegenüberstellungen sieht das Cosplay ja MEGA akkurat aus!

Netter Trick, gell? Wenn du auf den ersten Blick auf meine Lisbeth oder Polaris Gegenüberstellungen schaust, sieht es aus als käme ich verdammt nah an die Vorlage ran.
Wenn du aber mal genauer hinschaust, wird dir auffallen, das NICHTS was ich anhabe dasselbe ist, was der Charakter an hat.
Es sieht alles ähnlich aus, passt zum Stil des Charakters/der Vorlage und es sind existierende Posen nachgestellt worden.

Alleine der Fakt das ich in meinen Bildern ein Bild des Charakters so gut wie möglich nachgestellt habe, sorgt in deinem Kopf dafür. dass du es für eine 1zu1 Rekreation hältst, dabei ist es NUR Posing.

Manchmal sind es auch Kleinigkeiten die ich verändere/hinzufüge/weg lasse.

In dem Fall von Mirta habe ich mich entschieden, ihr Outfit ‘zusammen zu shoppen’ mit dem Vorsatz: Ich möchte alles auch im Alltag verwenden können.
Also hab ich Abstriche für die Akkuratesse gemacht.
Die grauen Streifen am Top und Rock habe ich weggelassen, ihre Armschienen wurden zu Armstulpen und der Kürbis auf dem Shirt? Ja, der hat auch ein Upgrade bekommen.
Und jetzt? Ich habe die einzelnen Elemente zwar verändert oder etwas weggelassen, aber wenn du mein Cosplay dem Charakter gegenüber stellst, sieht es doch schon wieder verdammt nah dran aus oder? 😉

Wer mich ein wenig kennt, weiß das ich z.B. aus Raven und Sabrina Spellman mehr eigene Versionen als Canon Versionen gemacht habe und damit den jeweiligen Charakter für mich eingenommen bzw. daraus mein eigenes Ding gemacht habe.

Ich variiere die Haarlänge/farbe sogar die Frisur, das MakeUp, manchmal die Linsen immer mal wieder, und gehe sogar wie oben erwähnt so weit, dem Charakter ein komplett neues Outfit zu geben.
Dabei achte ich darauf, das es zum Stil des Charakters passt und wenn möglich auch mit dem Charakter assozierte Farben wieder aufgreift.
Z.B. ist Sabrina Spellmans rotes Kleid ein großer Eyecatcher, also war für mich klar, für meine Freestyle Version muss auf jeden Fall im Outfit die Farbe rot aufgegriffen werden – in diesem Fall ein langes rotes Kleid.
Sich neue Designs auszudenken ist klasse, so wird’s halt auch nie langweilig und ich habe bisher zu 95% damit positive Erfahrung gemacht 😉

Das kann jeder genau so mit jedem Charakter machen.

Weißt du was nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert?
Fanart!
Es gibt so viele Künstler, die das Design des Charakters verändern und daraus ‘ihr eigenes Ding machen’ und das kannst du doch auch?
Immerhin ist dein Cosplay auch ein Fanart an diesen Charakter und wenn du was ändern/weglassen/hinzufügen willsts aus welchem Grund auch immer, dann mach das.
Es ist dein Cosplay und damit kannst du machen was du willst. <3

PS: Hey und wenn ein Charakter wie Ar*** auf Eimer passt?
LÄUFT!

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Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos

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Polyester Pictures – Shooting Tipps für Conventions

Dieser Blogeintrag wurde von Marcell geschrieben. Du kennst Marcell noch nicht? Dann schau unbedingt mal bei ihm auf Instagram vorbei: polyesterpicturez

Wie fotografiere ich auf einer Convention? Auf was achte ich? Was habe ich dabei? Do ́s und don ́ts und ein paar Tipps zum Licht.

All diese Fragen werde ich dir in diesem Beitrag etwas beleuchten, dir einen Einblick in meine Arbeit und ein paar fotografische Tipps mit auf den Weg geben.
Für den ein oder anderen ist der erste Punkt jetzt nicht das interessanteste Thema, doch in meinen Augen ein sehr wichtiger Punkt und eine Basis, damit überhaupt alles funktioniert:

Wie man sich bettet, so liegt man // Meine Unterkunft

Ein Airbnb, dass dir auf der Fahrt zur Con spontan absagt oder die Einladung von einem Freund / Bekannten, dass du bei ihm übernachten kannst und du am Abend vor der Con, nach 4 Stunden Fahrt vor verschlossenen Türen stehst.
Alles Dinge, die dir einen Strich durch die Rechnung machen können.

Damit der Plan überhaupt eine Chance hat, sollte ich so unabhängig wie möglich sein. Ein Hotel, bei dem man die Buchung bis zu einem Tag vor der Anreise kostenlos stornieren kann, ist somit eine Priorität und in den meisten Fällen ein must have! Check24 ist bei der Hotelsuche dein bester Freund und Helfer 😉
Es ist ärgerlich auf den Hotelkosten sitzen zu bleiben, weil eine Stornierung nicht möglich ist. Gerade zur LBM 2020 ist dies einigen so ergangen. Daher bitte beim Buchen des Hotels stets darauf achten, dass es bis zu einem Tag vorher kostenlos stornierbar ist. Passieren kann immer etwas, warum man ggf. alles canceln muss.

Den Charakter kenne ich gar nicht // Meine Moodboards

Die Comic-, Manga- und Anime Welt ist groß. Besonders dann, wenn man noch nicht so lange und tief dabei ist. Da kann es schnell passieren, dass man einen Charakter nicht kennt. Bei mir ist dies öfters der Fall, weswegen eine ausreichende Vorbereitung für diese Charaktere notwendig ist.

Grundsätzlich bekommt jeder Charakter sein eigenes Moodboard mit Bild- und Posingideen, welche als Basis / Inspiration dienen, um daraus gemeinsam mit dem Cosplayer etwas auszuarbeiten. Ebenfalls wird vorab eine passende Location für jeden Charakter gewählt, sodass man später auf der Con direkt starten kann.

Wohin mit dem Cosplayer? // Location

Sich vor dem Shooting Gedanken zu machen, welche Location man nutzt, ist immer ein großer Vorteil. Denn direkt auf der Con beim Shooting mit dem Suchen der Location anzufangen, ist echt stressig. Das mache ich dann lieber bequem zu Hause.

Solltest du auf einer Con bereits schon mal gewesen sein, dann solltest du das Gelände einigermaßen kennen und weißt, was es dort für Möglichkeiten gibt.
Falls das nicht der Fall sein sollte oder du noch nie auf der Con / dem Gelände warst, dann solltest du Google maps in der Satelitenansicht anwerfen und das Gebiet abscannen, was denn alles so passen könnte.

Ob die Location zum Schluss wirklich geeignet war, das weiß man nie. Man wählt quasi die Katze im Sack. Doch mit dieser Methode ist es mir gelungen 90% meiner Locations zu finden. Nicht nur auf der Con selbst, sondern auch außerhalb von Cons, für private Cosplay Shootings.

Leichtes Gepäck! // Mein Equipment

Wenn der eigene Perfektionismus einen nicht in Ruhe lässt, dann sind Fehlfokussierungen bei offenblendiger Nutzung und das lästige Einstellen der Spiegelreflexkamera Zeit- und Nervenfresser, die man echt nicht gebrauchen kann.
Lichtsetzung, Bildkomposition, Posing, Hintergrund, Licht und Schatten sind Dinge, die mir wichtiger sind. Da möchte man sich nicht noch groß um die Kamera kümmern müssen.

Diese und weitere Kriterien kann mir eine Spiegelreflexkamera nicht erfüllen, weshalb eine spiegellose Vollformatkamera meine erste Wahl ist.
Da hat es mir die Sony A7iii sehr angetan. – Liebe auf den ersten Blick. <3

Bei einer größeren Con trage ich bis zu zwei Stück von diesem Model auf den Schultern, damit ich die Objektive nicht ständig wechseln muss, denn das ist ein Zeitfresser.
Achja…und Speicherkarten…kann man nie genug haben 😉

Passend dazu gibt es für den Einsatz auf der Con zwei scharfe und lichtstarke Festbrennweiten, die dafür sorgen, dass der Hintergrund in der Regel auch im Hintergrund bleibt und der Cosplayer im Fokus steht.

Warum zwei Festbrennweiten anstatt eines Zoomobjektivs?

Sind Zoomobjektive scheiße? Nein sind sie nicht.
Es hängt nur davon ab, für was man die Objektive einsetzt und welche Funktionen einem wichtig sind.
Die Vorteile einer Festbrennweite, besonders die hohe Freistellung / Hintergrundunschärfe sind Prioritäten für meinen Bildlook. Außerdem muss auf meinen Fotos eine Wimper so scharf sein, dass ich mich daran schneide, wenn ich über den Bildschirm streife.

Meine Vorteile der beiden Objektiv-Arten kurz gelistet:

Weitwinkel

Mein weitwinkliges 35mm 1.4 verwende ich meistens für dynamische Fotos mit viel Tiefe. Gerade dann, wenn man eine passende Location im Hintergrund hat, darf diese gerne mit auf das Foto. Aber auch für das ein oder andere Portrait kommt dieses Glas gerne zum Einsatz. Für mich ein gutes „immer-drauf“ Objektiv!

Hier ein paar Beispiele:

Tele

Als zweites Objektiv kommt ein 85mm 1.8 zum Einsatz. Ein kleines und leichtes Teleobjektiv, welches einzig und allein für Portraits und Nahaufnahmen mit viel Hintergrundunschärfe geeignet ist.

Geringes Gewicht, sowie eine kompakte und leichte Bauweise machen dieses Glas absolut Con-tauglich und lässt sich bequem den ganzen Tag mit herumtragen, ohne dass man nach einer Stunde direkt Rücken hat.

Ein kleines Nixi mimimi: Gerne würde ich ein etwas hochwertigeres und lichtstärkeres Objektiv verwenden, jedoch wäre das dann 3 mal so groß, 3 mal so schwer und fast 3 mal so teuer. Für lange mobile (!) Tageseinsätze daher unvorteilhaft.

Ein paar Beispiele mit dem 85er für dich:

It’s all about Light // Meine Lichtsetzung

Wo wir gerade bei leichtem Gepäck waren. Eine Blitzanlage, mit Softbox gehört hier auf jeden Fall nicht dazu, weshalb auf das Licht zurückgriffen wird, welches bereits vor Ort ist. Unsere Sonne.

Doch nur die blanke Sonne? Autsch! Das ist meist leider zu viel des Guten. 😉

Die Sonne selbst dient zwar als starke Lichtquelle, jedoch muss dieses Licht für einen soften Look, wie ich in meist verwende, noch geformt werden. Im besten Fall übernehmen das die Wolken am Himmel. – Doch auf die ist kein Verlass.

Daher nutze ich diese drei Möglichkeiten:
a) Man geht zum Shooten in den Schatten und achtet darauf (wichtig!), dass der Boden die pralle Sonne nicht reflektiert.
b) Ist kein Schatten zur Hand, sollte man drauf achten, dass die Sonne hinter dem Model steht (vorausgesetzt es passt zum Bildlook / Charakter).
c) Mein liebstes Hilfsmittel – Ein Reflektor / Diffusor!

Diesen kann man wunderbar dafür benutzen, um das Licht der Sonne diffus und weich zu machen. Dafür zieht man einfach den Bezug des Reflektors ab und verwendet das Innenleben, welches man zwischen Sonne und Model hält. Hierzu habe ich extra ein paar Vergleichsfotos* erstellt, die den Umgang mit dem Licht zeigen.
Sowie ein Beispiel, wie man es auf keinen Fall machen sollte.

*Die Fotos sind alle untouched Out of Cam

Die Mittagssonne knallt, was tun? // How to Polyester

#lichtsetzer

Kurz vorweg – In der Mittagssonne sollte man das Fotografieren in der Regel unterlassen, denn „zwischen 12 und 3 hat der Fotograf frei“ – sagt ein altes Sprichwort. Doch auf einer Convention kommt man da nicht drum herum.

Zu dieser Zeit steht die Sonne am steilsten und somit am unvorteilhaftesten für das Fotografieren von Menschen. – Das sieht dann in etwa so aus:

Sassie ist geblendet, kneift die Augen zusammen, sodass noch weniger Licht von der steilen Sonne in die Augen trifft und sie bekommt harte und teilweise unvorteilhafte Schatten im Gesicht. Glanzstellen werden durch das harte Licht auf der Haut sichtbar. Es ist im gesamten einfach nicht smooth.

Mit einem Reflektor oder Blitz, Schatten aufhellen // Don‘t

Ich sehe oft Fotografen, die versuchen damit das zukünftige Foto zu retten und erhoffen sich dadurch ein besseres Ergebnis. An dieser Stelle sollte man seinen Tellerrand verlassen und sich bitte in das Model versetzen. Jetzt kneift es schon die Augen zusammen und du möchtest noch mehr Licht reinhauen?

Ich denke diese Supernova spricht für sich. Du kannst Sassie gerne selbst fragen: Trotz des Hinweis, dass sie bitte nicht ins Licht schauen soll, war sie nach dem Foto für ein paar Minuten total verstrahlt.

Hierfür gibt es von mir ein ganz klares DON’T!

Einfach mal Licht wegnehmen // Der Diffusor

Runter mit dem Reflektorbezug und ran an den Diffusor! Anstatt immer mehr Licht drauf zu knallen, es ist durchaus sinnvoll einfach mal in die andere Richtung zu gehen und das Licht zu reduzieren.

Der Diffusor sorgt dafür, dass das Licht diffus wird, in dem er das Licht auf der großen Fläche verteilt und somit die Lichtquelle vergrößert. Würde man das Foto jetzt indoor machen und möchte das Fensterlicht verwenden, dann rate ich zu einem dünnen weißen Vorhang. Dieser sorgt für den gleichen Effekt.

Merke: Je größer die Fläche der Lichtquelle ist, desto weicher und softer wird das Licht.

Wie du siehst, zeigt der direkte Vergleich, dass das Foto bei gleicher Einstellung dunkler geworden ist. Jedoch hat sich das Licht durch den Diffusor gleichmäßig abgesoftet. Den Helligkeitsverlust muss man jetzt nur noch mit der Kameraeinstellung ausgleichen (im besten Fall mit der Verschlusszeit) und man ist startklar. Gleiches gilt auch, wenn man das Licht seitlich setzen möchte.

Aber halt, stopp! Da fällt mir noch ein wichtiger Tipp ein. Der Hintergrund!

Nicht mit dem Hintergrund schmusen // one step forward

Eine professionellere Kamera hat nicht jeder zuhause oder falls doch, nicht zwingend eine Festbrennweite um einen schönen unscharfen Hintergrund zu erzeugen. Es ist schon viel getan, einfach einen großen Schritt vom Hintergrund weg zu gehen.

Großer Schritt, große Wirkung: Je weiter weg man vom Hintergrund ist, desto unschärfer wird er und das Model stellt sich automatisch viel besser frei.

Man erkennt es am besten an den Fugen der Trennwand, die durch den Schritt nach vorne an Schärfe verlieren.

Sonne im Rücken kann auch entzücken // Gegenlicht

Lässt es die Location zu, dann sollte man auch probieren, das Model ins Gegenlicht zu stellen, sodass die Sonne hinter der Person steht. Schont die Augen des Models und macht das Shooting durchaus angenehmer. Je niedriger die Sonne, desto besser.

Bei der Belichtung achte ich darauf, dass das Foto keinesfalls zu hell wird, sodass der Himmel ausbrennt (siehe Bild 3). Orientierung bieten hier die ersten beiden Fotos. Der Erfahrung nach würde ich mich zwischen Bild 1 und 2 einpendeln.

Behind the Clouds // Wolken

Yay! Es gibt Wolken, sehr gut! Das Glück ist mit dir und du hast die größte Softbox der Welt über deinem Kopf. Sie bring nicht nur das softeste Licht in das Gesicht deines Models, sondern auch auf den Hintergrund und die Umgebung. Beste Chance die Location ausreichend zu nutzen.

Auf Hilfsmittel kann man hier verzichten, muss man aber nicht. Warum? Weil nur das Licht von oben ggf. nicht immer ausreicht. Vor allem wenn man etwas Spielraum in der Lichtsetzung möchte.

Deswegen ist jetzt ist es Zeit für den…

…Reflektor, genau!

Der Reflektor

Bevor du jetzt gleich deinen Reflektor auspackst und loslegst, das wichtigste vorab und das ist die goldene Regel bei der Nutzung. Der Reflektor ist dafür da, ein gutes Foto noch besser zu machen und nicht um ein schlechtes Foto zu retten!

Manchmal reicht nur eine kleine Optimierung in den Details aus, die man auf den ersten Blick nicht direkt wahrnimmt, aber das Gesamtbild verbessern können.

In diesem Fall liegt der Reflektor waagerecht auf Höhe des Bauchnabels und reflektiert das Licht von unten nach oben.

Je nach Intensität hebt man den Reflektor weiter zum Gesicht oder senkt ihn weiter ab. Was zu viel oder zu wenig ist liegt im Auge des Betrachters. Ist eben Geschmackssache.

Das Resultat: Reduzierung der Schatten an Kinn, Mund, Nase und Lachfalten. Zusätzlich werden die Augen leicht aufgehellt und sehen dadurch lebendiger aus.

Nun denn… // letzte Worte

Auf einer Con bin ich auf die genannten Situationen (und noch mehr) stets vorbereitet, um dann spontan & schnell handeln zu können. Damit nicht jedes Shooting gleich aussieht, werden ständig die Augen offengehalten und geschaut, was zu welchem Charakter passt. Auch die Uhrzeit bezüglich des Sonnenstandes spielt eine wichtige Rolle. Unterm Strich ist es viel Stuff auf einmal, den mein Hirn dauerhaft verarbeitet.

Es gibt noch weitere Optionen wie man mit Available Light das Licht nutzen kann, aber das würde den Rahmen jetzt deutlich sprengen. Jetzt bist du an der Reihe, den ein oder anderen Tipp umzusetzen!

Mich würde es freuen, wenn du durch diesen Beitrag einen kleinen Einblick in meine Arbeitsweise bekommen hast, sowie ein paar hilfreiche Tipps abstauben konntest. Solltest du zu irgendwas bestimmten Fragen haben, dann kannst du SajaLyn oder mir jederzeit eine Nachricht schreiben. Wir werden uns sicherlich bei dir melden und dir in Sachen Fotografie gerne weiterhelfen!

Außerdem einen herzlichen Dank an Sassie, die sich für die Beispielfotos zur Verfügung gestellt hat. Ebenso auch ein großes Dankeschön an Svenja, für die Möglichkeit einen Gastbeitrag schreiben zu dürfen!

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Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos

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Ein Bart hilft ungemein – Crossplay Make Up für Frauen

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„Ein Bart macht noch kein männliches Makeup, aber er hilft ungemein.“

Monty Python’s Life of Brian

Pharisäer: “Wer war das? Wer warf den Stein? Wer hat ihn geworfen? Ich will es wissen.”
Zuschauerinnen im Chor: “Sie hat, sie hat!! *räuspern* Er hat, er hat!!”

Zuschauerin: “Verzeihung, ich dachte, wir hätten schon angefangen.“
Pharisäer: “Abmarsch nach hinten. Einer tanzt immer aus der Reihe.“

Auf Twitter hatte ich letztes Jahr das Statement gelesen, Bärte seien das Contouring für Männer. Erst habe ich darüber gelacht, aber es hat tatsächlich was. Ihr glaubt mir nicht? Dann schaut euch mal Fotos von Jason Momoa ohne Bart an. 🙂 Ein Bart kann ein Gesicht sehr schnell verändern.

Doch Bart ist nicht gleich Bart. Hierbei kann man sie grob in 4 Gruppen teilen:

  1. Bartschatten
  2. Dreitagebart aka Stoppelbart
  3. Bartteile (z.B. Schnurrbart, Kinnbart, Koteletten etc.)
  4. Vollbart

Dies sind die Erfahrungen, welche ich bisher gemacht habe und die für mich funktionieren. Das heißt nicht, dass meine Technik universell für jeden genau gleich funktioniert und es nur diese Technik gibt.  Einen Bart selbst zu knüpfen habe ich zum Beispiel noch nie ausprobiert. 🙂 Vielleicht ist trotzdem ein guter Tipp für euch dabei!

Den Bart mache ich jeweils ganz am Schluss, denn es ist schwieriger am Makeup noch was zu ändern, wenn die Bartpartie bereits fertig ist.

Tipps zum Crossplay Makeup für Frauen findet ihr in meinem vorherigen Blog Beitrag:
https://www.sajalyn.com/male-makeup/

Es empfiehlt sich, die Produkte vorher auszuprobieren, ehe man sie sich unter Zeitdruck ins Gesicht klebt. Ich persönlich kriege zum Beispiel Juckreiz bei Wollkrepp, andere Menschen vertragen den normalen Mastix nicht und benutzen stattdessen den wasserbasierten Hydro Mastix. Daher empfehle ich unbedingt vorher zu testen, wie eure Haut darauf reagiert.

1. Bartschatten

Fotograf: Celine Stucki

Material: Stoppelschwamm, Lidschattenpuder, grober und grosser Pinsel zum Verblenden, Fixierspray

Technik:

  1. Stoppelschwamm mehrmals leicht in das Lidschattenpuder eurer Wahl drücken und vorsichtig an der gewünschten Stelle wie ein Stempel an euer Gesicht pressen.
    Tipp 1: Je länger ihr den Schwamm an euer Gesicht presst, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich ungewünschte, grössere Puderstücke vom Schwamm lösen. Es empfiehlt sich daher, diesen Vorgang lieber zügig und dafür mehrmals auszuführen.
    Tipp 2: Für mehr Natürlichkeit am besten zwei verschiedene Nuancen von Lidschattenpuder verwenden.
  2. Am Schluss ganz vorsichtig mit dem grossen Pinsel die überschüssigen Pulverrückstände auf eurem Gesicht wegwischen.
  3. Mit Fixierspray fixieren, damit nichts verschmiert.

Wie kriege ich den Bart wieder weg? Mit simplen Abschminktüchern und regulären Makeup-Abschminkprodukten.

Stoppelschwamm

2. Dreitagebart aka Stoppelbart

Fotograf: MlleBellec

Material: Kleingeschnittene Perückenhaare (ca. 0,3 bis 0,5 cm), Stoppelschwamm, Stoppelpaste, Haarspray, grosser Pinsel

Technik:

  1. Stoppelpaste (sieht aus wie ein Klebestift) auf dem Gesicht auftragen.
  2. Stoppelschwamm in die kleingeschnittenen Perückenhaare drücken.
  3. Schwamm leicht abklopfen und dann auf die mit Stoppelpaste eingeschmierte Stelle kurz und mehrmals aufdrücken.
  4. So lange wiederholen bis ihr an allen gewünschten die Barthaare aufgetragen habt.
    Tipp 1: Um kleinere Stellen zu erreichen, könnt ihr gut die Spitze des Stoppelschwamms benutzen.
  5. Mit dem grossen Pinsel vorsichtig die nicht festgeklebten Haare wegbürsten, sonst regnet ihr den ganzen Tag Haare auf euer Kostüm.
  6. Mit Haarspray fixieren.
    Tipp 2: Diese Technik generiert am meisten Schmutz im Badezimmer. Am besten legt ihr ein Handtuch oder was Vergleichbares ins Waschbecken um die herunterfallenden Perückenhaare aufzufangen.

Für einen kurzen Makeup Test mit kleinen Flächen, kann man natürlich auch Kajal oder Eyeliner benutzen. Diese Methode eignet sich ebenfalls für comichaft aussehende Bartstoppeln.

Wie kriege ich den Bart wieder weg? Mit mehreren Abschminktüchern.

3. Bartteile (z.B. Schnurrbart, Kinnbart, Koteletten etc.)

Fotograf: MlleBellec

Material:
Natürlicher Look: Gekaufte oder geknüpfte Lace Bartteile und/oder Wollkrepp, Mastix, dünner Pinsel
Comic Look: Perückentressen und/oder Kunstfell, Mastix, dünner Pinsel

Technik: Lace Bart und Kunstfell anbringen siehe Vollbart.

Wollkrepp ist praktisch, um Koteletten oder einen unordentlichen und wilden Bart darzustellen.

  1. Wollkrepp zuschneiden und auseinander zupfen. (Sieht aus wie eine grosse weiche Kordel)
  2. Lieber mehrmals dünnere Lagen Wollkrepp mit Mastix anbringen als zu viel auf einmal, sonst fällt euch der Bart wieder ab.

Perückentressen sind praktisch um Kinnbärte im Comicstil darzustellen, da sie eine gerade Linie bilden.

  1. Mastix auf der Rückseite anbringen
  2. Kurz trocknen lassen (circa 1 Minute)
  3. Bart ankleben. Mitte zuerst an euer Gesicht drücken und sich dann gegen aussen arbeiten.

Bartteile aus Fell sind ideal für Koteletten, kleine Kinnbärte oder auch einen flauschigen Schnauzbart. Bürstet mit einem Kamm die überschüssigen Haare raus, sonst verliert euer Bartstück beim Tragen Haare.

  1. Mastix auf der Rückseite anbringen
  2. Kurz trocknen lassen
  3. Bart ankleben

Wie kriege ich den Bart wieder weg? Mit Mastixentferner und Wattestäbchen.

Wollkrepp

4. Vollbart

Fotograf: Danimaginarium

Material:
Natürlicher Look: gekaufter oder selbstgeknüpfter Lace Bart, Mastix, schmaler Pinsel
Comic Look: Kunstfell, Mastix, schmaler Pinsel

Technik: Für beide Looks gilt derselbe Ablauf:

  1. Mastix punktiert auf der Rückseite des Bartes auftragen. Je größer der Bart, desto mehr Abstand zwischen den Klebestellen lassen, sonst löst er sich bei jeder Grimasse.
  2. Mastix unbedingt leicht antrocknen lassen. Dies dauert circa 1 Minute.
  3. Dann von der Mitte des Bartes aus den Bart vorsichtig ans Gesicht drücken.
  4. Für filigrane Stellen den Pinselstiel benutzen, klebt weniger als eure Finger das funktioniert besser, als mit euren sonst klebrigen Fingern.
  5. Falls nötig Bart mit Haarspray ein wenig bändigen und etwaige störende Übergänge mit Makeup Foundation überschminken.
    Tipp 1: Es empfiehlt sich die Bartteile im Voraus zuzuschneiden. Dies spart Zeit und Stress beim Schminkprozess.
    Tipp 2: Nehmt den Mastix und den kleinen Pinsel unbedingt mit an die Convention / die Fotosession. Falls euer Bart sich ablöst – und das wird er – so könnt ihr ihn damit einfach wieder ankleben.
    Tipp 3: Packt einen Strohhalm für die Convention / Fotosession ein, je nach Bart kann dieser die Mimik sehr einschränken und das Trinken wird schwierig.

Wie kriege ich den Bart wieder weg? Mit Mastixentferner und Wattestäbchen, Stück für Stück ablösen.

(Kann sonst recht wehtun, glaubt es mir einfach…)

Allgemeine Tipps

  • Produkte unbedingt vorher testen.
  • Tupfen oder drücken, nicht kratzen falls es euch mal kurz juckt. Ansonsten löst / verschmiert euer Bart.
  • Bartteile und Vollbärte unbedingt nach Gebrauch waschen um die Mastix-Überresten zu entfernen. Einfach für circa 10 Minuten in warmes Seifenwasser legen, danach gut ausspülen und Mastixklebereste mit feinen kreisenden Fingerbewegungen raus massieren.
  • Bewahrt die abgeschnittenen Teile eines geknüpften Bartes für kleinere Bartteile, Koteletten oder Bartstoppeln auf. 
  • Werft beim Perücken schneiden lange abgeschnittene Strähnen in natürlichen Farben nicht weg. Diese kann man für Bartstoppeln benutzen. Wenn ihr die Bartstoppeln im Voraus zuschneidet und sie in einem geschlossenen Behältnis aufbewahrt, spart ihr viel Zeit beim Schminken.
  • Falls euer gekaufter Bart nicht die richtige Farbe hat, könnt ihr diesen einfach einfärben. Hierzu könnt ihr Verschiedenes benutzen: Acrylfarbe mit Weichspüler mischen und nach dem Auftragen die Farbe mit einem Kamm gut ausbürsten damit sich die Haare nicht verklumpen. Für die Reinigung nutzt ihr am besten Watten Stäbchen und Mastixentferner auf der Rückseite des Bartes. Falls ihr den Bart nur einmalig einfärben möchtet, könnt ihr temporäres Haarfärbemousse oder Aquamakeup mit einer Wimpernbürste in den Bart einarbeiten und mit Haarspray versiegeln. Nach der Reinigung mit warmem Seifenwasser, solltet ihr wieder eure ursprüngliche Bartfarbe haben.

Ich hoffe, diese Tipps helfen dem ein oder anderen von euch weiter. Bei Detailfragen könnt ihr mich natürlich gerne anschreiben. Ihr findet mich auf Instagram unter m2.cosplay.

“Kopf hoch, Brian. Du weißst doch wie es heißt…Ja, es gibt Dinge im Leben, die sind nun mal nicht schön. Das kann einen manchmal wirklich verrückt machen. Und dann passieren wieder Dinge, da schwörst und fluchst du nur. Und wenn du nun am Knorpel des Lebens rumkaust, sei nicht sauer deswegen, nein pfeiff dir doch eins. Denn Pfeiffen hilft dir, die Welt auf einmal ganz anders zu sehen, verstehst du? Uuund..(singt:) Always look on the bright side of life…”

Weitere Beiträge von Robin / m2.cosplay findest du hier:
«Jetzt guck mal männlich! » – Posing Tipps für männliche Charaktere [Gastbeitrag]
Aber ich hab doch so ein Babyface…! – Crossplay Make Up für Frauen [Gastbeitrag]

Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos

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Cosplay Wettbewerbe – Ein Guide

Dieser Gastbeitrag wurde von Uli geschrieben. Du kennst Uli noch nicht?
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Hallöchen! Mein Name ist Uli und bin eine Cosplayerin aus NRW. Ich habe eine lange Zeit Theater gespielt und auch Theaterstücke geschrieben, die von anderen aufgeführt wurden. Daher war für mich sehr früh klar, dass ich auch gerne an Cosplay Wettbewerben teilnehmen möchte. Da ich schon ein wenig Erfahrung gesammelt habe, wollte ich diese nun mit dir teilen! 🙂 

Welche Cosplay Wettbewerbe gibt es? 

Auf vielen Conventions finden Wettbewerbe statt. Von einer kleinen Con, wie zum Beispiel der Chizuru in Dortmund, bis hin zu den großen Vorentscheiden der deutschen Cosplay Meisterschaft (DCM), welche auf unterschiedlichen Veranstaltungen ausgetragen werden. Das Finale der DCM findet jedes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober statt.

Bei den meisten Conventions wird in der Regel vorab mit Wettbewerben geworben. Die Anmeldung erfolgt online über deren Webseite, per Mail oder über das erfolgreiche Teilnehmen eines Contests auf vorherigen Veranstaltungen. Beispielweise nehmen bei der Cosplay Championship der EpicCon in Münster automatisch die Sieger des Online Fotowettbewerbs teil. 

Wann bewerbe ich mich für einen Contest? 

Wann eine Messe die Bewerbungsphase eröffnet ist unterschiedlich. Manche Bewerbungen reicht man spätestens ca. 2 Monate vorher ein, wie in etwa bei der Dreamhack in Leipzig oder der Dutch Comic Con in Utrecht. Bei der EpicCon, zum Beispiel, konnte man sich so lange bewerben, bis alle freien Plätze vergeben waren. Auch kann es vorkommen, dass man sich vor Ort anmelden kann. Entweder, weil noch nicht alle Plätze vergeben wurden oder aufgrund von Absagen anderer Teilnehmer. Wer also ganz spontan ist, kann auch vor Ort nachfragen, ob man noch teilnehmen kann. 

Wie melde ich mich an? 

Kommen wir nun zur Anmeldung selbst. Auch diese ist von Con zu Con unterschiedlich. Ich empfehle jedem, vorab die Regeln und Bedingungen der jeweiligen Convention für einen Contest zu lesen! Denn was bei einer Con erlaubt ist, kann bei der nächsten zu Punktabzug oder sogar Disqualifikation führen. Auch ist es von Messe zu Messe unterschiedlich, ob man einen Act performen muss oder, ob man sich nur in einem Walk auf der Bühne präsentiert. Ich nenne hier mal ein paar Beispiele:

Fall A: EpicCon in Münster

Auf der EpicCon finden zwei Wettbewerbe statt, ein kleiner am Samstag und die Championship am Sonntag. Um sich für letztere zu qualifizieren, muss man entweder beim ausgeschriebenen Fotowettbewerb gewinnen, auf anderen Veranstaltungen einen Contest gewinnen oder unter den Gewinnern des EpicCon Samstag Wettbewerbs sein. Zusätzlich werden ein paar wenige Plätze zur offenen Anmeldung angeboten. Hier gilt das Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Bilder vom Cosplay werden vorab nicht benötigt.

Die Anmeldung des Samstag Wettbewerbs erfolgt ausschließlich über eine Anmeldung für die offenen Plätze. Auch hier gilt, schnell sein! Bei der Bewerbung musst du Daten, wie deinen Namen, dein Alter und dein Cosplay für den Auftritt angeben. Referenzbilder und gegebenenfalls benötige Audiodateien muss man ebenfalls einschicken. 

Fall B: Dreamhack Leipzig 

Um sich für diesen Wettbewerb zu qualifizieren, muss man eine Mail an die Organisation schreiben. Die Mail sollte deinen Namen, dein Alter, deinen Cosplaynamen und wichtige Daten zu deinem Cosplay enthalten. Dazu gehören auch Referenzbilder sowie Bilder vom fertigen Cosplay, beziehungsweise Work in Progress Bilder davon. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist setzt sich die Jury zeitnah zusammen und kontaktiert alle Cosplayer, die am Contest teilnehmen dürfen. Alle anderen erhalten eine Absage. Falls spontan noch Plätze frei werden, hat man die Chance, sich am Veranstaltungstag noch als Nachrücker zu melden. 

Fall C: Dutch Comic Con in Utrecht 

Nach zwei deutschen Conventions nun mal der Vergleich zu unseren Nachbarn in den Niederlanden. Auch hier meldet man sich über deren Webseite an. Die Bewerbungsphase beträgt nur eine Woche! Also sollte man regelmäßig nachschauen, wann diese für die nächste Edition der Con beginnt.
Auch bei dieser Bewerbung teilst du die üblichen Informationen (Name, Alter Cosplay) mit. Zusätzlich musst du Informationen zu deiner geplanten Performance angeben. Bilder vom Charakter oder Audiodateien zur Performance werden noch nicht benötigt.

Wirst du angenommen, erhälst du eine Bestätigungsmail, in der du aufgefordert wirst Referenzbilder, Bilder des Cosplays (egal ob fertig oder in Arbeit) sowie die benötigten Audiodateien bis ca. 4 Wochen vor der Con einzusenden. In dieser Mail ist auch schon der komplette Ablauf des Tages geschildert, sodass man direkt mit der konkreten Planung beginnen kann. 

Welches Cosplay nehme ich für den Contest? 

Das ist mit eine der schwersten Fragen. Schließlich hat man oft so viele tolle Sachen im Kleiderschrank! Daher sollte man es sich gut überlegen, welches Cosplay man auswählt. Denn ist die Bewerbung einmal abgesendet, kann man das Cosplay nicht mehr spontan wechseln.

In erster Linie sollte dein Cosplay die Regeln und jeweiligen Bedingungen des Wettbewerbs erfüllen. Wähle außerdem ein Kostüm, in dem du dich wohlfühlst, auf das du Stolz bist und für das du gute Performance Ideen hast. Natürlich kannst du auch ein ganz neues Cosplay für den Wettbewerb anfertigen. Die Konkurrenz kann sehr hart sein, also ist eine sehr gute Qualität des Cosplays von Vorteil. Vor allem da bei Wettbewerben besonders auf Details geachtet.

Häufig sind nur selbstgemachte Cosplays für die Teilnahme an einem Wettbewerb erlaubt. Einige Contest gestattet allerdings auch die Teilnahme mit einem gekauften Kostüm. Wenn du dir unsicher bist, ob dein Kostüm den Regeln entspricht, schreib einfach eine kurze Nachricht an die Con und frag nach.

Achtung: Für große Wettbewerbe, wie in etwa der DCM gelten besonders strenge Regeln!

Wie plane ich meine Performance? 

Nachdem du dich für ein Cosplay entschieden hast, kannst du dich nun an die konkrete Planung setzen. Selbst wenn du nur einen einfachen Lauf über die Bühne absolvieren musst, solltest du diesen vorher gut planen. Auf einigen Messen wird deine Performance mindestens genau so stark bewertet, wie dein Cosplay selbst. Manchmal, wie z.B. auf der EpicCon, wird sogar ein Sonderpreis für die beste Performance vergeben!

Grundsätzlich sollte dein Act zum Charakter passen, wobei man auch gewisse Freiheiten hat. Wenn dein Charakter eher ein ernster Kämpfer ist, wären zum Beispiel einige Kampfbewegungen zu epischer Musik denkbar. Ist dein Charakter eher lustig, kann man auch einen Sketch aufführen. 

Wenn man bisher wenig Bühnenerfahrung hat, empfehle ich eine Performance zu einem Lied zu gestalten. Auch ein Lip Sync zu einer Szene aus einem Film oder Playback zu einem Lied sind möglich.
Für die ganz “Mutigen” empfehle ich: Live ins Mikro ohne Playback.
Also Text schreiben, auswendig lernen und mit passenden Emotionen darstellen. Diese Art des Auftritts kann dir Pluspunkte bringen, da er auch das größte Risiko birgt Fehler zu begehen!

Dein Act sollte für jeden verständlich sein, denn nicht jeder wird deinen Charakter kennen. Also halte deinen Auftritt lieber oberflächlich und gestalte ihn nicht nur für “Insider”, die die Serie sehr gut kennen. Außerdem kommt ein lustiger Act immer sehr gut an. Mit so einer Performance haben meine Freundin und ich auf der EpicCon in der Kategorie “Lustiges Cosplay” als Rapunzel und Flynn Rider gewonnen. 

Pro Tipp: Mach dir im Vorfeld Gedanken, was bei deinem Auftritt schief laufen könnte und wie du dann reagierst. Sollte dir beim Wettbewerb ein Fehler unterlaufen oder sollte es technische Probleme geben, dann bist du vorbereitet und kannst souverän reagieren. Das kommt übrigens bei der Jury auch immer gut an!

Du hast dich nun für deinen Wunsch-Contest beworben und wurdest angenommen? 

Dann erstmal: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!
Jetzt beginnt die Zeit der intensiven Vorbereitungen: Performance üben, die geforderten Materialien an die Organisatoren des Wettbewerbs weiterleiten und deinem Cosplay den letzten Schliff geben.
Plane auch deine Anreise zur Con, da bei einigen Contests das Bewerten der Cosplays sehr früh beginnen kann. Es ist also genug zu tun, sodass die Con häufig schneller kommt als gedacht. 

Wie läuft ein Wettbewerb ab? 

Meistens beginnt es damit, dass du vorab per Mail informiert wirst, wann man am Tag des Wettbewerbs vor Ort sein muss.
Entweder erhält man in der Mail bereits den genauen Treffpunkt oder man muss sich vor Ort an einem Info-Stand melden.

Sei auf jeden Fall pünktlich! Vor Ort werden alle Teilnehmer zu einem Wartebereich geführt, bis das Prejudging, also die Bewertung des Cosplays vor dem Auftritt, losgeht. Um sich die Aufregung zu nehmen, kann man dort nochmal seine Performance üben oder sich mit den anderen Kandidaten unterhalten. Dort trifft man viele Cosplayer mit denen man leicht ins Gespräch kommen kann.

Prejudging 

Beim Prejudging werden die Teilnehmer meistens in der Reihenfolge aufgerufen, in der sie nachher auf der Bühne auftreten werden.
Die Jury bewertet die jeweiligen Teilnehmer dann einzeln in einem abgeschlossenen Raum, ohne Publikum. Die von dir eingereichten Bilder liegen der Jury vor, damit diese dein Cosplay anhand der Vorlage bewerten kann. Außerdem wirst du aufgefordert etwas über dich und dein Cosplay zu erzählen.

Die Jury stellt oft gar nicht viele Fragen, also ist es ratsam möglichst alle wichtigen Informationen selbstständig zu erzählen. Fragen, die du gestellt bekommst, sind unter anderem, wie man bestimmte Teile des Cosplays gefertigt hat, welche Kostümteile gekauft und welche selbstgemacht wurden und worauf man am meisten Stolz ist.

Bewertet wird nicht nur das Outfit, sondern auch die Perücke und das Make Up. Hebe vor allem positives an deinem Kostüm hervor. Wenn du nur von deinen Fehlern sprichst, wirkt das eher negativ. Der Jury wäre vielleicht einige dieser Fehler gar nicht aufgefallen

Du brauchst dich gar nicht vor dem Prejudging zu fürchten, denn am Ende sind die Jury auch nur Leute mit dem selben Hobby. 

Der Auftritt

Bevor der Contest los geht, wird meistens nochmal überprüft, ob alle Audiodateien vorliegen und welcher Teilnehmer ein Mikro benötigt. Es schadet auch nicht, selbstständig nachzufragen, um sicherzugehen, dass deine Datei vorliegt und auch funktioniert.

Während des Wettbewerbs hat man manchmal die Möglichkeit, sich die anderen Teilnehmer von der Seite aus anzusehen. Lass dich aber nicht von den anderen verrückt machen und konzentriere dich auf deinen eigenen Auftritt. Vor allem aber sollst du Spaß haben!

Der Auftritt wird von jeder Convention unterschiedlich stark bewertet. Bei der Dreamhack zum Beispiel, ist er eher nebensächlich, während er bei der EpicCon teilweise stärker bewertet wird als das eigentliche Cosplay! 

Der Moment, indem man für seinen Auftritt aufgerufen wird, ist immer der Spannendste. Einmal tief durchatmen und loslegen! Falls mal was schief geht, überspiele es. Manche Fehler sind nur für dich selbst sichtbar, aber für das Publikum nicht erkennbar.

Alle sind durch – und nun? 

Haben alle Teilnehmer ihren Auftritt abgeliefert, zieht sich die Jury zurück, um sich zu beraten. Auf vielen Wettbewerben erfährt man bereits eine halbe Stunde später wer gewonnen hat. Auf anderen Wettbewerben findet die Siegerehrung zu einer festen Uhrzeit statt. Der Wettbewerb auf Dutch Comic Con fand gegen die Mittagszeit statt. Erst eine halbe Stunde vor Ende der Comic Con wurden dann die Sieger verkündet. 

Bei der Preisverleihung werden alle Teilnehmer nochmals für die Bekanntgabe der Platzierungen auf die Bühne gebeten. Egal ob man auf dem Siegertreppchen steht oder nicht, es sollte dir vor allem Spaß gemacht haben, das zu zeigen worauf du Stolz bist. Vielleicht hast du neue Cosplayer kennengelernt, mit denen man noch mal gemeinsam teilnehmen kann. Jetzt liegt es an dir, willst du nochmal an einem Contest teilnehmen oder war es doch nicht deine Welt? 

Falls du noch Fragen zu Wettbewerben hast, Erfahrungsberichte oder Tipps zu deiner Performance möchtest, kannst du mich sehr gerne auf Instagram anschreiben. Und wer weiß, vielleicht sieht man sich dann ja beim Warten für das Prejudging. 🙂

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Aber ich hab doch so ein Babyface…! – Crossplay Make Up für Frauen

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„Aber ich hab doch so ein Babyface…!“

Dies ist die häufigste Aussage, die ich zum Thema Make Up für männliche Charaktere gehört habe. Wenn ich dann frage ob sie’s denn schon mal ausprobiert haben, ist die Antwort meistens „nein“. Entweder weil sie nicht wissen wie und/oder sich nicht trauen. Aber keine Sorge, heute machen wir zusammen einen Crashkurs. 🙂

Dies sind die Erfahrungen, welche ich bisher gemacht habe und die für mich funktionieren. Dies heißt nicht, dass es universell für jeden genau gleich funktioniert.  Vielleicht ist trotzdem ein guter Tipp für euch dabei!

Ich, meinereiner und auch ich 🙂 und dies nur mit Make Up.
Fotografen: Celine Stucki – Selfie – MlleBellec

„Jetzt ist Schluss mit lustig
Denn ich hab erkannt
Hat man anstatt Söhnen
Töchter mir gesandt?“

Wen stelle ich dar und was habe ich zur Verfügung?

Sucht euch Referenzbilder von dem Charakter, den ihr darstellen wollt und betrachtet sie genau. Überlegt euch folgende Punkte:

  • Wie sieht die Gesichtsform des Charakters aus und was habe ich selbst für eine Gesichtsform?
  • Was für Gesichtsdetails machen den Charakter aus/erkennbar? (Augenbrauen, Nase, Augenform, Bart etc.)
  • Ist es ein animierter Charakter oder ein Realcharakter? (Realcharaktere haben meist mehr Details)

Für Daenerys habe ich zum Beispiel eine Analyse gemacht damit ihr versteht was ich meine:

Grundsätzlich und durchschnittlich unterscheiden sich männliche und weibliche Gesichter laut der Universität von Sheffield in folgenden Punkten:

  • Gesichtsform
  • Form und Position von Augenbrauen, Kinn und Nase
  • Haarlinie ist meist weiter hinten
  • Mehr Schatten im Gesicht
  • Gesichtsbehaarung und Adamsapfel

Mit Make Up kann man so viel verändern. 🙂 Ich gehe stets gleich vor: Ei, Schatten, Licht und Details. Also let’s go!

Spiel von Licht und Schatten

Skin care, Primer, Concealer und die Foundation  in der passenden Farbe sind aufgetragen und was nun? Jetzt spielen wir mit Licht und Schatten, auch bekannt als Contouring and Highlighting. Mit dieser Technik werden gezielt Gesichtspartien betont oder verborgen. Bauen wir uns also ein neues Gesicht. 🙂

Fotograf: Celine Stucki

Contouring: Was will ich betonen?

Für das Contouring kannst du eine Grundierung oder spezifische Contouring Produkte in Puder oder Creme Form verwenden, was auch immer besser für dich funktioniert. Ich persönlich benutze Puder, da es für mich gezielter und einfacher aufzutragen und zu korrigieren ist. Als Faustregel für die Farbe gilt, dass das Contouring ca. 2 Töne dunkler sein soll als die Grundierung.

Für ein 0815 männliches Make Up setzt du Contouring an:

  • Kinnkante
  • Kinn, unterhalb der Wangenknochen
  • Augenlider
  • Seite der Nase
  • Philtrum (Vertiefung zwischen Mund und Nase)
  • Haaransatz

Highlighting: Was will ich verbergen oder besonders hervorheben?

Auch hier kannst du Concealer oder ein helleres Puder als deine Grundierung benutzen, was für dich besser funktioniert.

Für ein 0815 männliches Make Up setzt du Highlights an:

  • Stirn
  • Nasenrücken
  • unterhalb der Augen bis zu den Wangen
  • Kinn
  • Je nach Charakter zwischen Kieferkante und unterhalb des Wangen Contourings

Im Gegensatz zum Beauty Make Up verblenden wir nicht alles rigoros, sondern wir machen die Kanten nur ein wenig weicher. Findet die Balance zwischen natürlichem Look und dass die Sichtbarkeit trotzdem gewährleistet ist.  

Bei Realcharakteren spickt ihr direkt bei den Referenzbildern wo genau sich die Schatten und hellen Stellen befinden.

Und wie sieht das schematisch nun genau aus?

Der Teufel liegt im Detail

Die Basis ist nun also gelegt, nun geht’s an die Details, denn diese machen den Charakter ja auch aus.

  • Sichtbares Make Up (Eyeliner, Rouge, Lippenstift etc.)
  • Narben
  • Augenbrauen (Form, Dichte)
  • Falten
  • Muttermale
  • Stoppelbart, Bart oder Bartschatten
  • Bei Realcharakteren: Genaue Form von Lippen, Nase, Wangen, Kinn, Stirn

Ein Wort zum Thema Augenbrauen: Ja, breitere Augenbrauen lassen ein Make Up schnell männlich wirken, aber bitte nicht übertreiben mit fetten Balken, dies sieht sehr schnell unnatürlich aus. Augenbrauen sind schlussendlich einzelne Haare und daher unregelmässig. Ausser natürlich der Charakter hat wirklich solche. 🙂

Fotograf: DomiFabienne

Da ich zum Thema „Bärte“ noch einen eigenen Blogeintrag verfassen darf, werde ich dort dann haargenau drauf eingehen.  Schaut dann unbedingt nochmal rein <3

Euer Make Up ist fertig, nun alles gut fixieren mit Fixierspray, sonst ist eure ganze Arbeit sehr schnell verschwunden.

Foto Make Up versus Convention Make Up

Ein wichtiger Punkt ist der Zweck des Make Ups. Handelt es sich um einen Photoshoot oder für eine Convention? Möchtest du, dass das Make Up eher natürlich aussieht oder dass man es auf den Fotos gut sieht?

Merke: Die Kamera frisst ca. die Hälfte deines Make Ups.

Fotograf: MlleBellec

Make Up Sheet

Faulen Menschen, welche gerne Zeit sparen um länger schlafen zu können wie ich, empfehle ich ein Make Up Sheet zu machen für sehr spezifische und komplizierte Make Ups. Was ist das? Auf einem Make Up Sheet aufschreiben welche Produkte man wo genau im Gesicht benutzt hat, so braucht man die Recherchearbeit nur einmal zu machen und ist schneller wenn man das Make Up beim nächsten Mal aufträgt. 🙂

Gratis Templates auf Google findet man unter den Namen: Make Up Sheet, Make Up Chart oder Make Up Face Chart. Oder man zeichnet sich einfach selbst die Vorlage.

Produkte

Für ein reguläres männliches Make Up braucht es keine speziellen Produkte. Wie ihr hier sehen könnt, befinden sich auf dem Foto Produkte aus dem Supermarkt, Wish und ein paar Markenprodukte. Benutzt was für euch stimmt und funktioniert, jede Haut ist anders.

Foundation: Mac & Dermacol, Fixierspray: Urban Decay, Pinselset: Wish und Supermarkt, der ganze Rest ist vom lokalen Supermarkt (Essence, Cover Girl, Manhattan)

Merke: Für ein gutes Make Up, braucht es nicht zwingend teure Produkte. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt in eine gute Foundation und einen guten Fixierspray zu investieren.

Gratis Tipp: Macht einen Make Up Test

Steht mir der Charakter? Kann ich das überhaupt? Fühle ich mich wohl?

Was ich im Allgemeinen wärmstens empfehle, ist einen Make Up Test zu machen wenn ihr euch unsicher seid. Dies spart viele Kosten und Frust später. Nutze den Vorteil, Zuhause in einem Safe Space zu sein und probiert einfach mal aus. 🙂

Auch bei meinem Snape Cosplay habe ich beim Make Up etliche Male herumexperimentiert und ich möchte es noch immer verbessern.

Egal wie antiquiert es klingen mag, aber Übung macht den Meister. Gib nicht auf, wenn es beim ersten Versuch nicht klappt. <3
Sei mutig!

In diesem Sinne….

„Es gibt noch viel für euch zu tun
Jeder wird hier zum Mann, sogar du!“

Weitere Beiträge von Robin / m2.cosplay findest du hier:
«Jetzt guck mal männlich! » – Posing Tipps für männliche Charaktere [Gastbeitrag]

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Worbla Basics

Dieser Gastbeitrag wurde von Monono Creative Arts geschrieben.
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Hallo und herzlich willkommen liebe Leserinnen und Leser des SajaLyn Blogs!
Ich bin Sabrina und vielleicht kennt mich der ein oder andere von euch auch unter dem Namen Monono Creative Arts.

Das Hobby Cosplay betreibe ich nun seit circa 5 Jahren und habe mich besonders auf den Umgang mit dem thermoplastischen Material Worbla spezialisiert.

Mittlerweile gebe ich sehr viele Workshops in ganz NRW, habe ein Buch zum Thema Worbla geschrieben und bin ebenfalls viel an Schulen um Kindern und Jugendlichen den Einstieg in unsere kreative Welt zu erleichtern.
Warum ich das Material Worbla so toll finde, wo die Vorteile liegen und was dich beim Arbeiten mit Worbla erwartet, verrate ich dir in diesem Blogeintrag.

Beginnen wir erst einmal mit den Basics:

Worbla ist ein thermoplastisches Material, dass du mittels Hitze aktivierst und anschließend in jede erdenkliche Form bringen kannst.
Zum Erwärmen kannst du einen Heißluftföhn verwenden, aber auch einen kleinen Bastelföhn. Der Bastelföhn hat maximal 220° und ist besonders für kleine Bastelarbeiten super geeignet. Das tolle daran ist, er ist auch gar nicht so teuer, denn du bekommst ihn zum Beispiel schon für 15€ bei Amazon!
Möchtest du größere Arbeiten mit Worbla erledigen und zum Beispiel ein Cosplay erschaffen, dann solltest du eher zu einem Heißluftföhn greifen.
Hier empfehle ich dir auf jeden Fall etwas mehr Geld zu investieren und einen Föhn zu kaufen, bei dem du die Hitze regulieren kannst. 

Wusstet du, dass den meisten das Arbeiten mit Worbla nur so schwer fällt weil sie einen günstigen Föhn verwenden, bei dem man die Hitze nicht einstellen kann? Nein? Dann verrate ich dir warum:

Basteln mit Worbla

Ein günstiger Föhn wie du ihn überall für um die 20€ bekommst, verfügt lediglich über einen Schalter mit zwei Heizstufen. Stufe 1 ist meist um die 300° heiß bei Stufe 2 landen wir schon bei 600° und mehr! Wahnsinn oder?
Und das, obwohl die maximale Aktivierungstemperatur der meisten Worbla Sorten bei gerade mal 90° liegt….

Die Konsequenz daraus?
Das Material wird zu heiß, man kann es nicht anfassen, verbrennt sich im schlimmsten Fall und kann überhaupt nicht damit arbeiten… Ganz schön frustrierend, was für ein blödes Material… Falsch!
Denn mit dem richtigen Werkzeug und einer kleinen Eingewöhnungszeit wird es dir schnell leichter fallen mit Worbla zu arbeiten.

Ich arbeite z.B. bei kleineren Arbeiten mit maximal 200°, so wie der kleine Bastelföhn es vor macht. Höhere Temperaturen verwende ich nur, wenn ich eine große Fläche erwärmen möchte. Für eine größere Armschiene, eine Rüstung oder ähnliches.
Wenn du ein wenig rum probierst wirst du sehr schnell feststellen, dass du merkst wann das Material genug erwärmt ist und du es gut verarbeiten kannst. 

Und Hey! Wenn du doch mal den Föhn zu lange auf das Material hälst, einfach kurz liegen lassen damit sich das Material etwas auskühlt und los geht das kreative Gestalten!
Wie bei allen Arbeiten gilt auch hier: Übung macht den Meister!

Weiter gehts mit Fakten zum Material:

Gerade für den Anfang ist das Worbla’s Finest Art sehr gut geeignet, denn diesem kannst du ansehen wann es aktiviert oder maximal aktiviert ist.
Du erhältst das Worbla in einer kleinen (oder großen) Platte. In diesem Zustand ist es fest und hell. Wirkst du nun mit Wärme auf das Material ein, wirst du schnell feststellen, dass es dunkler wird je stärker du es aktivierst. Ist es maximal aktiviert, wird es weißlich und wirft Blasen. Erinnerst du dich noch an die maximale Aktivierungstemperatur? Richtig, 90°… Ergo: Viel zu heiß.

In diesem Fall kannst du das Worbla’s Finest Art eine kurze Ruhephase gewähren, damit es sich abkühlen kann und es danach verwenden.
Es ist also gar nicht notwendig das Material maximal zu aktivieren, da du es schon vorher einwandfrei verwenden kannst.

Zusätzlich zum Finest Art gibt es noch weitere Worbla Arten in Form von Platten.

Das Worbla’s Black Art und das Worbla’s Pearly Art sind zum Beispiel sehr gut für feine Details geeignet und sehr glatt von der Oberfläche. Es ist allerdings nicht ganz so einfach zu erkennen, wann sie perfekt aktiviert sind. Das erfordert dann ein bisschen Übung.
Das Worbla’s Meshed Art hat, wie der Name vermuten lässt, ein Netz integriert. Dadurch ist es wesentlich strapazierfähiger als andere Worbla Sorten.

Auch das Worbla’s Kobra Cast Art hat ein Netz integriert, ist dünner und flexibler als die anderen Worbla Sorten und eignet sich super für Abformungen. Außerdem ist es formstabil und ihr könnt es auf viele Stoffe oder auch Kunstleder aufbügeln!
Die durchsichtigen Worbla Sorten sind das Worbla’s Transpa Art und das Worbla’s Crystal Art. Bei diesen beiden musst du etwas aufpassen, da die maximale Aktivierungstemperatur bei ca. 120° liegt. Ein Hitzeschutz ist hier ratsam. Für mich persönlich reicht eine Schale mit Wasser in der in meine Finger vor dem Verarbeiten befeuchte, aber da hat auch jeder ein anderes Empfinden, probiere es einfach mal aus.

Das Worbla’s Transpa Art ist ebenfalls super geeignet um Abformungen zu erstellen und bleibt durchsichtig. Damit könnt ihr z.B. Eiskristalle erstellen oder aber auch Deko Schädel oder ähnliches abformen.
Worbla’s Crystal Art ist übrigens eins der zwei Granulate der Worbla Familie. Auch dieses bleibt durchsichtig und flexibel! Es fühlt sich ein bisschen an wie Hartgummi, kann zum erstellen von z.B Kristallen und Edelsteinen verwenden werden und du kannst es beliebig colorieren. 

Als letztes sei noch das Worbla’s Deco Art genannt. Das Deco Art ist das zweite Granulat, ist super einfach zu verarbeiten da du auch hier siehst wann es kalt und wann es maximal aktiviert ist. Es kann für feine Details und Ausbesserungen verwendet werden. Aber auch für Kristalle oder ähnliches, da du auch das Deco Art beliebig colorieren kannst. 

Zum Erwärmen der Granulate empfehle ich eine Schale parat zu haben, damit dir die Kugeln nicht weg fliegen.

Ein riesengroßer Vorteil am Arbeiten mit Worbla ist, dass du keinen Abfall hast und quasi keine Fehler machen kannst. Worbla kann jederzeit erneut erwärmt und verformt werden, solange du es nicht grundierst oder bemalst (das gilt übrigens nicht für die colorierten Granulate, da mischt du die Farbe mit ins Material und kannst es danach ganz normal weiter verarbeiten).
Sollte dir also mal ein Fehler passieren, geht nicht direkt die Welt unter! Versuch es einfach nochmal und zur Not kannst du das Material aufrollen und Details damit erstellen. Oder vielleicht doch einen Zauberstab?

Wusstest du eigentlich das du keinen zusätzlichen Kleber brauchst um Worbla Teile miteinander zu verbinden?

Du kannst einfach beide Teile aktivieren und sie anschließend zusammenfügen. Übergänge kannst du dann ineinander verkanten oder aber ausbessern.

Außerdem sei gesagt, dass das Material nicht gesundheitsschädlich ist und frei von irgendwelchen Weichmachern oder ähnlichem. Außerdem kannst du es schleifen, mit allen möglichen Grundierungen glätten (falls du das möchtest) und mit super vielen Farben bemalen bzw. besprühen. 

Fotograf: Terobes Arts

Puh das war jetzt schon eine ganze Menge. Ich hoffe ich konnte dir meine Leidenschaft für dieses Material etwas vermitteln und du hast vielleicht selber Lust bekommen damit zu arbeiten.
Nichts freut mich mehr als andere zu inspirieren und mich daran zu erfreuen kreative Werke zu bestaunen!

Wenn du also Lust auf mehr haben solltest, schau gerne einmal in meinem Blog vorbei!
Dort habe ich z.B. noch einen Beitrag zu den Granulaten:
https://monono-creative-arts.de/worbla-basics-deco-crystal-art/

Oder aber auch einen hilfreichen Beitrag wie du eine Basis mit Worbla erstellst (z.B. für eine Armschiene) und wie du diese anschließend dekorieren und/oder erweitern kannst:
https://monono-creative-arts.de/worbla-basics-basis-verzierungen/

Hier findest du eine kleine Liste die ich zusammengestellt habe, damit du weißt was du alles zum Arbeiten mit Worbla benötigst:
https://monono-creative-arts.de/werkzeuge-die-du-zum-arbeiten-mit-worbla-benoetigst/

Fotograf: truthdesign

Alternativ gibt es ganz viel Input zum Material sowie 13 tolle Tutorials zum Thema Cosplay und Basteln in meinem Worbla Basics Buch:
https://monono-creative-arts.de/produkt/worbla-basics-buch/

Übrigens: Material in kleinen Mengen bekommst du auch in meinem Shop!
Solltest du diesbezüglich Wünsche haben, was spezielles brauchen oder möchtest mir einfach nur deine Worbla Werke zeigen, scheue dich nicht mir zu schreiben. Immer gerne via Instagram:
https://www.instagram.com/monono_creative_arts/

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Androids don’t have tattoos

Dieser Gastbeitrag wurde von Faerie Blossom geschrieben.
Du kennst Faerie Blossom noch nicht? Dann schau unbedingt mal auf ihrem Instagram Kanal vorbei: faerie_blossom

Hi, ich bin Jasmin aka ‘Jazz’ im Internet bekannt als ‘Faerie Blossom’ und ich bin eine tätowierte (und sichtbar gepiercte) Cosplayerin aus Düsseldorf.
Im Folgenden will ich einfach Mal ein bisschen mit dir darüber plaudern, wie das denn so ist, wenn man stark sichtbare Tattoos hat und diese im Cosplay zu sehen sind und mit welchen Reaktionen man eventuell rechnen muss.

‘Catwoman doesn’t have a raven tattoo’
‘Androids don’t have tattoos’
‘what are you going to do about that tattoo, since Cersei doesn’t have one???’

Das sind nur ein paar Beispiele der Kommentare, die ich mir als tätowierte Cosplayerin öfter Mal durchlesen durfte. Ebenso ist es mit dem Satz:

‘Tja dein Cosplay ist dann eben nicht akkurat wegen den Tattoos, schade!’

Autsch, echt jetzt? Ist ein Cosplay denn schlechter, weil der Cosplayer sichtbare Tätowierungen hat? MUSS ein Cosplay denn unbedingt 1 zu 1 akkurat zum Original sein? Oh du, das ist ja schon wieder eine eigene Diskussion für sich und vielleicht ein anderes Thema für SajaLyns Blog? 😉

Tatsächlich habe ich am Anfang , als ich meine ersten Tattoos bekommen habe, häufiger das Problem gehabt, dass man sich darüber unter meinen Bildern beschwerte.
Aber vor allem in letzter Zeit bei meinen Detroit: Become Human Cosplays kam dann doch nochmal häufiger der Satz ‘But androids don’t have tattoos’ unter meinen Bildern zum Vorschein.

Fotograf: Andreas Kinder

Und ja, ich weiß, klar – diese Kommentare haben natürlich auch Recht. Die Charaktere die ich cosplaye haben eben nicht meine Tattoos auf der Haut und das sorgt für folgende Aussagen:

‘Das Tattoo zerstört das Cosplay!’

Oh ganz ehrlich, ich LIEBE diese Aussage!
Da kann ich glatt anfangen mit mir selber zu diskutieren, weil ich dazu auch nicht nur eine Meinung habe 😀
Denn die Antwort ist; ja und gleichzeitig auch nein, meiner Meinung nach.

Einerseits denke ich; ja, ein Tattoo kann manchmal echt das Gesamtbild stören und einfach gar nicht zum Charakter passen.
Stell dir vor: Homer Simpson auf dem Oberarm bei Arielle…?
Oder, wie in meinem Fall, ein großer Rabe auf dem Dekolleté von Catwoman? Schwierig! Gehört ja nicht zum Charakter, passt unter Umständen farblich auch gar nicht zusammen und springt dir dann einfach direkt ins Gesicht.

Und da kann ich es absolut verstehen wenn es Leute stört oder sie es persönlich eben nicht schön finden, erst Recht wenn man eventuell gar kein Fan von Tattoos oder Piercings ist. Aber Tattoo hin oder her das macht ein Cosplay meiner Meinung nach trotzdem kein bisschen schlechter. Es ist in dem Moment, wo es jemandem nicht gefällt oder eben gefällt, eine Frage von Geschmack!

Andererseits bin ich gleichermaßen der Meinung, dass meine Tattoos genauso ein Teil von mir sind, wie meine Muttermale oder meine Nase, nur dass ich mir diese Merkmale meines Körpers eben selber ausgesucht und platziert habe, weil ich es so schön finde.
Aber dennoch sind sie ein Teil meiner Person und meines Körpers und haben deswegen eine Daseinsberechtigung und müssen eben nicht abgedeckt werden.

Ich würde mir ja auch nicht die Nase brechen lassen, damit sie eine passendere Form für Charakter XYZ hat…du verstehst was ich meine, oder?

Fotograf: Andreas Kinder

Ich muss sagen, ich habe auch durchaus Cosplays, wo meine Tattoos sogar toll zum Charakter passen, wie zum Beispiel Raven aus Teen Titans.
Zusammengefasst merkst du, dass ich nicht der Meinung bin meine Tattoos passen auf jeden Fall supertoll zu meinen Kostümen. Aber ich bin ebenso wenig der Meinung dass sie meinen Kostümen einen Zacken aus der imaginären Krone brechen.

Wieso deckst du deine Tattoos nicht einfach ab?

Als ich mir damals mein erstes Tattoo habe stechen lassen, ein Rabe auf der Brust, war er mein ganzer Stolz! Ich wollte schon ewig lang ein Rabentattoo haben und nun war es endlich da. Schmerz und Schweiß habe ich gelitten und ordentlich dafür geblecht. Der Rabe saß auf meiner Brust, wo ihn jeder sehen und bewundern konnte.

Dennoch habe ich mich damals für Shootings und Conventions stets bemüht, den Raben zu covern, d.h. mit sehr vielen Schichten MakeUp überschminkt, bis er kaum mehr sichtbar war.

Der Entschluss dies zu tun kam allerdings auch viel dadurch, dass ich den Eindruck hatte es wurde von mir erwartet und ‘das macht man dann so’. Es gab sogar Freunde, die ganz klar geäußert haben:
‘Ja gut das musst du dann aber covern, ne’ oder ‘Für XYZ coverst du das dann schon, oder?’ – also war eine gewisse Erwartungshaltung von außen an mich gerichtet.

Diese Erwartung, gerade von Freunden, waren ein Grund dafür, dass ich den Brustraben, wenn er denn zu sehen war – abdecken ‘musste’.
Allerdings fiel mir recht schnell auf, dass meine Haut auf der Brust die vielen MakeUp Schichten gar nicht gut vertragen hat. Jedesmal nach dem Abschminken war meine Haut gereizt und gerötet. Es hatten sich kleine Pickelchen gebildet. Ziemlich unangenehm, wie du dir vorstellen kannst, denn NIEMAND mag Pickelchen, erst recht nicht auf Tattoos.

Fotograf: Andreas Kinder

Dann war da noch das Problem, dass das MakeUp, trotz Fixieren, durch äußere Einflüsse wie Schweiß oder Reibung gerne mal abfärbte und verwischte. Zack, war das MakeUp was den Raben abdecken sollte, ein Teil des Kostüms geworden. Na super, wasch das mal raus.
Am Ende muss ich gestehen; es war mir auch einfach irgendwann wahnsinnig lästig geworden, jedesmal länger meinen zu Raben schminken als mein Gesicht.

Denn, glaub es oder nicht, ich habe um dieses EINE Tattoo abzudecken fast 30 min gebraucht und dann hats am Ende doch noch abgefärbt oder Schmiererei gegeben, na da kommt doch Freude auf, nicht wahr? Damals habe Ich dann für mich im Stillen den Entschluss gefasst ‘okay weißte was? NÖ! Ich covere das Tattoo nicht mehr, für Fotos kann man es ja wegstempeln’

Kleine Notiz am Rande: ‘Wegstempeln’ bei einem pechschwarzen Tattoo macht dich bei Fotografen echt unbeliebt. Das ist nämlich gar nicht Mal so einfach und nervt, wie ich so von meinen Fotografenfreunden gehört habe hust es tut mir leeeeeeid räusper 😛

Also hab ich auch da irgendwann gesagt, “Ja was solls, auf Conventions covere ich die Tattoos nicht, dann sind se halt auch auf den Fotos da!”
Wenn du dir meine bisherige Entwicklung so anschaust, bin ich mit inzwischen ca. 20+ Tattoos an dem Punkt, wo ich vermutlich eine Air Brush Pistole und einen Assistenten bräuchte, der mir einmal eine neue komplett ‘unbefleckte’ Haut aufsprayt.

Das bräuchte ich vor allem, wenn ich einen Charakter cosplayen wollen würde, der selber stark tätowiert ist… Oh boi, das wäre ja eine Arbeit…erst Haut mit Bodypaint/AirBrush auf Werkseinstellung zurücksetzen, um dann andere Tattoos drüber zu malen. Du kannst dir sicher vorstellen, warum ich versuche keine Charaktere dieser Art zu cosplayen oder? xD

Fotograf: Andreas Kinder

Im Fall von Chloe Price aus Life is Strange habe ich mich einfach damit arrangiert, das Chloe ein Oberarm Tattoo hat das zwar nicht aussieht wie meins, aber zumindest in eine ähnliche Richtung geht. Sie hat ein buntes Totenkopf Tribal, ich habe ein schwarz weißes Totenkopf Mandala…ganz ehrlich? Ich fand es passte ganz gut 🙂

Und was sagt jetzt deine Community dazu, dass Catwoman tätowiert ist?

Oh ich kann dir sagen, ich bin echt happy, denn Ich erfreue ich mich an einer sehr Tattoo-begeisterten Community, die gerne meine neuesten Tattoos mitverfolgen und sich sogar freuen, wenn sie einen Charakter mit meinen Tattoos sehen. ‘Oh wir bekommen Elsa mit Tattoos zu sehen!’ oder ‘OMG die Tattoos passen so gut dazu’ höre ich eigentlich täglich und Sprüche wie ‘Catwoman hat aber kein Rabentattoo’ oder ‘Androiden haben keinen Tattoos’ hingegen sind eher the dying kind.

Wenn sich doch Mal ein solcher Kommentar unter ein Bild verirrt, dann meistens von Leuten die mir sowieso nicht folgen. Frei nach dem Motto ‘das gefällt mir nicht, der folg ich nicht’das ist ja auch völlig okay. Dann hätte man sich meiner Meinung nach den Kommentar aber auch sparen können, ich meine ich kommentiere zum Beispiel nichts was mir nicht gefällt, wie sieht es da bei dir aus? 😉

Zusammendfassend kann ich dir nur sagen, wenn du dir ein Tattoo stechen lässt oder sogar welche hast:
DU entscheidest ob du dein(e) Tattoo(s) für ein Cosplay covern willst oder nicht.

Du musst weder das eine noch das andere. Es ist eine Geschmacksfrage und du musst dir am Ende gefallen und zufrieden mit dir sein.

Ich für meinen Teil bin glücklick damit zu sagen ‘meine Tattoos sind Teil von mir, die ich gerne zeige und ich habe kein Problem damit wenn sie auch im Cosplay zu sehen sind’. Ich habe aber auch keinerlei Problem damit, wenn du es anders siehst und anders machen würdest. You do you <3

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Con Bericht: Vienna Comic Con 2019

Dieser Gastbeitrag wurde von Franzi geschrieben.
Du kennst Franzi noch nicht? Dann schau unbedingt mal auf ihrem Instagram Kanal vorbei: tauride_cosplay

Kommen wir heute zu meiner zweiten Auslandsconvention von 2019. Die Vienna Comic Con in Wien.
Auch hier möchte ich euch von meinen Erfahrungen berichten und euch damit die Entscheidung, ob diese Convention interessant für euch ist, vielleicht etwas erleichtern

Den Con Bericht zur Londoner Comic Con findest du hier: Con Bericht: MCM London 2019

Allgemeine Daten

Die Convention findet üblicherweise im November über Samstag und Sonntag statt.
Bei der Location handelt es sich um die Messe Wien, also typische Messehallen, die sich in der Nähe des Praters befindet.

Das Messegelände ist gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Zudem gibt es ebenfalls zwei kostenpflichtige Parkhäuser, für alle, die mit dem Auto anreisen wollen.
Die Öffnungszeiten waren für Samstag 10:00 – 19:00 Uhr und für Sonntag 10:00 – 17:00 Uhr. Der Einlass beginnt laut Veranstalter bereits um 08:00 Uhr.

Die Vienna Comic Con bietet verschiedene Arten von Tickets und unterscheidet sogar im Alter der Ticketkäufer.
Ihr habt die Wahl zwischen Child Tickets (gültig von 6 bis 12 Jahren), Youth Tickets (gültig von 13 bis 17 Jahren) und Adult Tickets (gültig ab 18 Jahren).
Ebenfalls teilen sich die Tickets in Tageskarten und Wochenendkarten auf. Im Adult Ticket Bereich gibt es wiederum die Möglichkeit drei verschiedene VIP Tickets, die Sonderleistungen beinhalten, zu erwerben.
Zum Messegelände selbst gehört natürlich auch ein Außengelände, nur muss ich erwähnen, fand ich dieses Messetypisch eintönig.

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Erlebnisbericht Vienna Comic Con

Im Falle der Vienna Comic Con hatten wir uns in ein Hotel in Bahnhofsnähe eingebucht. Von Dort aus war es ein leichtes mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Prater bzw. zur Messe zukommen. Eine einzelne Fahrt kostete 2,60€, wir waren allerdings mit einer speziellen Zeitkarte in Wien unterwegs, somit waren die Fahrten zur Comic Con durch diese schon inklusive.
An der Haltestelle Messe ist der Eingang zum Gelände bereits klar ersichtlich. Als wir an der Messe gegen 9:30 Uhr ankamen, herrschte im Einlassbereich bereits ein Riesen Chaos.

Chaos am Einlass

Wir betraten den Halleneingang und standen vor einer Masse an Menschen. Ich weiß, für eine Con nichts ungewöhnliches, allerdings war hier nicht ersichtlich wer wo anstand. Die Badgeausgabe stand mit ihrer lesbaren Front zum Eingang des Händlerbereichs und war somit nicht einsehbar. Wir drängten uns also an den Massen vorbei, um zu sehen, wo wir uns anstellen mussten. Vorne angekommen, stellten wir fest, dass wir uns zurück ans Ende der Masse begeben mussten.

Da der Einlass von zwei Seiten erreichbar war, staute es sich erheblich vor den angelegten Barrieren. Es bildete sich keine eindeutige Schlange. Mit jedem Schwung neu ankommender Besucher wurde das Chaos um die Barrieren nur noch schlimmer. Das Personal fing vor allem erst an, die Badges vorzubereiten, als die Besucher ihre Tickets vorzeigten. Dadurch dauerte der ganze Prozess wahnsinnig lange.

Es ist sicherlich nur meine persönliche Auffassung der Geschehnisse, aber für mich war der Einlass einfach unorganisiert. Die Barrieren, die platziert waren um eine Schlange zum Badge abholen zu kreieren, waren grundsätzlich eine gute Idee. Aber bei einem offen gestalteten Einlass, wie ihn die Messe bietet, keine optimale Lösung.
Wodurch wir geschlagene 50 Minuten zum Abholen unseres Badges brauchten. Über die Badges selbst kann ich aber nur gutes berichten. Sie sind sehr hochwertig gearbeitet und wirklich schön gestaltet.

Angekommen auf der Con

Als wir dann auf dem Weg zur Garderobe waren, stellten wir sehr schnell fest, dass auch andere wichtige Dinge nicht berücksichtigt wurden. Es gab keine Taschenkontrollen! Auch mein Badge musste ich am ersten Tag nicht ein einziges Mal vorzeigen, als ich die Hallen betrat oder verließ.
Die Garderobe war zudem leider kaum ausgeschildert, bot allerdings genügend Platz und war mit 1,50€ pro Teil auch im Messe üblichen Preisbereich.

Natürlich ging es für uns von da an gleich weiter in den Cosplay Bereich. Da ich mich vorher online über das Programm informiert hatte, freute ich mich schon auf einen ganz bestimmten Workshop.
Leider tauchte hier gleich das nächste Problem auf. Im Programmheft der Comic Con war besagte Bühne für den Workshop leider nicht aufgeführt und als wir uns dann beim Personal erkundigten, wusste es leider auch nicht wo genau diese zu finden sei. So machten wir uns selbst auf die Suche.
Die auf der Veranstaltung angebotenen Workshops waren allesamt interessant und sehr informativ. Nur hatte das Soundsystem damit zu kämpfen, die anderen einzelnen Bereiche zu übertönen.

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Nach den ersten Workshops ging es für uns dann zu den Ständen der eingeladenen Cosplay Gäste. Diese waren praktischerweise direkt neben der Workshop-Bühne platziert, sodass man nach ihren Panels für weitere Fragen zu deren Stand wandern konnte.
Diverse gute Gespräche später, machten wir uns auf in die Artist Alley.

Das ist definitiv immer eins meiner persönlichen Highlights jeder Convention. Die Auswahl an Künstlern muss ich hier einfach betonen. So viele verschiedene Stile habe ich selten auf Conventions gesehen. Das Stöbern hat hier wirklich viel Spaß gemacht.

Lobend möchte ich auch die Gangbreite in der Artist Alley erwähnen und dass augenscheinlich recht viele österreichische Künstler Vorort waren. Ich finde es toll, wenn man die Vorort ansässige Community unterstützt.
Dies wurde übrigens auch im Cosplay Bereich der Halle ersichtlich, denn dort wurden ansässigen Hilfsorganisationen die Möglichkeit zur Ausstellung gegeben.

Was ich ebenso als sehr angenehm empfand, war, dass der Cosplay Bereich sich in einer eigenen Halle ausbreiten konnte.
Es gab in diesem Bereich Aussteller verschiedener Genre sowie eine Bühne auf der sich neben Showgruppen auch Aussteller vorstellen konnten. Außer zwei oder drei Händlerständen, die gut zum Thema passten, waren hier keine großen Verkaufsstände zu finden.

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Die großen Verkaufsstände befanden sich alle in der zweiten Halle. Hier waren nebst den üblichen Ständen für beliebtes Merchandise auch ortsansässige Händler zu finden, was ich sehr sympathisch fand. Unter anderem gab es einen Stand von einem ortsansässigen Kostümverleih und natürlich auch einen Stand der Marke NYX, da diese Sponsoren waren. Das war zwar zu erwarten, aber ich möchte Ihn trotzdem einzeln erwähnen, da sie nebst vergünstigten Preisen auch noch wahnsinnig viele Gewinne an die Leute brachten. Und welcher Cosplayer freut sich nicht über kostenloses oder günstiges und gutes Makeup?
Ebenfalls gab es einen Stand eines Spielzeugherstellers für Kinder, der sehr ansprechend für das jüngere Publikum gestaltet war. Ein weiteres positives Beispiel war auch der Kaffeestand eines heimischen Comic Cafés.

Kommen wir nun zum Essensangebot.

Ich gestehe, ich war etwas enttäuscht vom Angebot. Bis auf das übliche Messe-Essen und ein paar Food Trucks mit vielleicht 3 verschiedenen Ausrichtungen war nichts weiter zu finden. Auch waren Sitzplätze im gesamten Messebereich eher Mangelware. Zum Glück aber wirkte der Boden recht sauber, so dass sich, wie wir auch, viele auf eben diesem niederließen. Anerkennen muss ich allerdings, dass überall darauf hingewiesen wurde, dass das Wasser aus dem Wasserhahn TRINKWASSER ist. Zusätzlich dazu gab es vor jeder Toilette auch einen Wasserspender.

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Fazit

Für mich persönlich hat sich vor allem die Artist Alley und der Workshop Teil dieser Con sehr gelohnt. Aber wenn ich alles zusammennehme, war es für mich keine gelungene Convention.

Sie hatte für mich einfach zu viele offensichtliche Baustellen, die einem erfreulichen Aufenthalt im Weg standen.
Auch die Location und Aufteilung der Messehallen war zwar positiv, aber wenn das eigene Personal nicht weiß, wo etwas zu finden ist und es auch keinen gut einsehbaren Plan gibt, so ist dies störend.
Vielleicht lege ich darauf besonders viel wert, aber was mich mit am meisten gestört hat, war die Organisation des Einlasses sowie die nicht vorhanden Überprüfung der Besucher.

Alles in allem hoffe ich, dass die Vienna Comic Con gewisse Fehler ausmerzen kann und vielleicht werde ich sie dann in Zukunft wieder in Betracht ziehen. Derzeit würde ich sie aber nicht weiterempfehlen.

Warst du auf der VCC? Wie hast du die Veranstaltung wahrgenommen?

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Con Bericht: MCM London 2019

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Ich habe mich in 2019 wieder für ein paar Auslandsconventions entschieden. Unter anderem war ich im Oktober 2019 auf der London MCM. Von meinen Erfahrungen möchte ich euch heute berichten und euch damit vielleicht die Entscheidung erleichtern, ob diese Convention etwas für euch ist.

Allgemeine Daten

Die Convention geht drei Tage (Fr. – So.) und findet einmal im Oktober und einmal im Mai statt. Angesiedelt ist sie am Royal Victoria Dock, was etwas am östlichen Rand von London liegt.
Jeder Tag hat andere Öffnungszeiten.
Es gibt einzelne Tagestickets (Fr. / Sa. / So.) sowie ein Wochenendticket, welches von Fr. – So. gilt.
Ebenfalls gibt es ViP Tickets, die unter anderem einen früheren Einlass gewährleisten. Diese sind aber nur pro Tag erhältlich, da die angegebenen Vorzüge bei einem Wochenendticket bereits inkludiert sind.

Zum Messegelände gehört ein relativ großer Parkplatz, für alle, die mit dem Auto anreisen. Die Hallen sind aber auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Ebenso liegen einige Hotels in der näheren Umgebung.
Obwohl es sich auch hier um Messehallen handelt, hat die London MCM einen sehr angenehmes Außengelände mit Bäumen, Wasser und Steinwänden.

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Erlebnisbericht

Da ich eine hübsche kleine Wohnung in London gemietet hatte, fuhr ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln für gerade einmal 1,50£ zum Royal Victoria Dock. Die Fahrt dorthin hatte ich vorher schon einmal in Erkundung gebracht, doch ich war positiv überrascht als ich beim Umsteigen in die nächste Linie bereits daraufhin gewiesen wurde, wo ich für die Comic Con um- und aussteigen muss.
An der Endhaltestelle angekommen konnte ich mich dank der Organisation überhaupt nicht verlaufen. Auf dem Gleis wurden wir bereits von Helfern der Comic Con begrüßt und darauf hingewiesen welcher Eingang für welches Ticket vorgesehen ist.

Als kurze Erklärung: ich hatte für Samstag und Sonntag jeweils eine normale Tageskarte.
Daher musste ich täglich durch den regulären Eingang. Für ViP Tageskarten sowie für Wochenendticket Inhaber gab es einen gesonderten Eingang.

Als ich dann von der Bahn zum großen Eingang ging, sah ich bereites die Massen, die mit mir zum Eingang strömten. Ich gestehe, dass ich gedacht habe: “Hier werde ich eine ganze Weil anstehen!”
Doch trotz der Menge an Menschen, war ich bereits 15 Minuten später in der Halle.

Der Einlass war für meine Begriffe wahnsinnig gut organisiert. Zu Beginn wurden die Taschen aufmerksam kontrolliert. Von dort an ging es sofort weiter zum Scannen der Tickets und direkt dahinter bekam man sein Tagesbändchen. Dies musste sichtbar getragen und durfte auf keinen Fall beschädigt werden!

Und dann stand ich auch schon in den Hallen der LONDON COMIC CON!

Die Con selbst breitete sich über insgesamt zwölf Halleneingänge aus. Im inneren der Hallen war die Con in 8 Themenbereiche, 4 Bühnen sowie in den Foto- und Autogrammbereich aufgeteilt.
Da es zur Con eine App gab, hatte ich mich vorweg schon ein bisschen über die Location informiert.

Vor Ort ging es dann noch kurz ans Umziehen, denn wie wir alle wissen kann man manchmal nicht im Cosplay in die Bahn. Die Toiletten der Hallen waren wirklich sehr sauber und großzügig angelegt. Es war überhaupt kein Problem sich dort, mit etwas Rücksicht auf andere, umzuziehen.
Danach ging es natürlich erst einmal zur Garderobe, die sich im “Keller” befand. Diese war recht großzügig aufgestellt und war mit 1,50£ im normalen Messepreisbereich.

Hier muss ich ehrlich anmerken, dass es einen Moment brauchte bis wir die Garderobe gefunden hatten, da diese in keiner Weise sichtbar ausgeschildert war. Aber der Staff der London MCM weiß hervorragend Bescheid und beschrieb uns gut den Weg.

Von dort ging es dann in die Hallen.

Die London Comic Con ist aus meiner Sicht, wirklich für jeden etwas. Es gibt Bereiche für Videospiele, Steampunk, LARP, Cosplay, Film und Serien-Fandoms und auch D&D.

Mein erster Weg führte mich in die Artist Alley. Ich war sehr begeistert von der Vielfalt der Künstler und auch hier von der Organisation dieses Bereichs. Jeder Gang war am Anfang und am Ende mit einer Tafel ausgeschildert, auf der die jeweiligen Künstler mit Tischnummern als Lageplan aufgelistet waren. So war es sehr einfach Künstler, die ich mir persönlich vorgemerkt hatte, aufzusuchen. Auch die Gangbreite zwischen den Tischen empfand ich als sehr angenehm. Da man hier selbst mit zwei ausladenden Kostümen gut aneinander vorbeikam, ohne etwas von den Tischen zu räumen.

Die Artist Alley erstreckte sich über 14 Tischreihen für ‘kleine’ Künstler/innen sowie weitere 16 Stände von ‘großen’ Künstlern, wie beispielsweise Destiny Blue (siehe nachfolgendes Foto).
Ich denke wirklich, dass hier jeder etwas findet, was ihn glücklich macht!

Die Bereiche der Convention waren zum Teil übergreifend in den Hallen aufgebaut. Da die einzelnen Hallen aber sehr groß sind und alles einen gewissen Abstand zueinander hatte, hatte ich nicht das Gefühl, dass Themen sich in die Quere kamen.
So befand sich in der Halle mit der Artist Alley auch der Händlerbereich, einige Bühnen sowie der Pop Asia und Gastronomie.

Zur Orientierung fand ich den, in der App vorhandenen, Lageplan super hilfreich. Vor Ort gab es ein Heft zur Con, in dem der Lageplan sowie Programm und Gäste Vorstellungen aufgelistet waren.
Nachdem wir uns in der Artist Alley ordentlich ausgetobt hatten, ging es weitere zu einigen Interviews auf den Bühnen.
Anfangs hatte ich Bedenken, da die Bühnen durchaus recht nahe bei einander standen. Und wer kennt es nicht, wenn man dem Interview lauschen möchte aber von der Nachbar Veranstaltung auch noch die Hälfte mithört. Sowas finde ich persönlich immer wahnsinnig ärgerlich und störend.

Ich habe keine Ahnung WIE die London MCM es fertig brachte, aber sobald man den gekennzeichneten Bereich einer Bühne betrat, nahm man die anderen Bühnen akustisch nicht mehr wahr. Das ganze Soundsystem schien gut aufeinander abgestimmt zu sein. Selbst auf der kleinen Bühne im Cosplay Central, die offen in der Mitte stand, war es kein Problem dem Vortrag der Workshopleiter zu folgen.

Was das Angebot auf den Bühnen anging, war ich ebenfalls positiv überrascht. Neben Interviews mit ‘alten Hasen’ aus der Comic Szene, gab es auch Auftritte, Vorstellungen von gemeinnützigen Vereinen / Spendenaktionen, Workshops und viele mehr.

Das Hallensystem

Für die Main Stage, auf der auch der World Cosplay Summit gezeigt wurde, war ein extra Bereich einer Halle abgesperrt worden. Für die Bühne musste man sich im Innenbereich anstellen. Das Programm für diese Bühne war aber außerhalb gut einsehbar angebracht. Auch hier drang akustisch kein Ton in andere Bereiche vor. Ich hatte mir nicht die Zeit genommen einen der angebotenen Programmpunkte anzusehen. Deshalb kann ich leider über die Gegebenheiten zur Bühne und den Zuschaumöglichkeiten nichts sagen.

Photo Ops & Autogramme

Weiter ging es dann in die Halle in der Photo Ops und Autogramme gebucht werden konnten. Diese musste man im Vorfeld buchen. Da wir selbst keine dieser Möglichkeiten nutzten, kann ich auch hier nur über die äußeren Gegebenheiten sprechen.
Auch diese waren, wie nicht anders zu erwarten, gut gelöst. Der Bereich war zu jederzeit sehr übersichtlich gehalten. Den Autogramm Bereich konnte man von außen sogar einsehen. Wer also kein Geld fürs Autogramm ausgeben möchte, kann so wenigstens einen Blick auf seinen Star erhaschen. Fotografieren war in diesem Bereich übrigens untersagt. Das Personal war dementsprechend geschult.

Situationsbeispiel: Ich selbst wurde nicht angesprochen. Ein Herr neben mir wurde freundlich gebeten das Fotografieren im Autogramm Bereich einzustellen, da es für die Stars Photo Ops gibt und es nicht fair gegenüber den zahlenden Gästen wäre.
Ich war angenehm überrascht, dass zu JEDER Zeit das Personal der Convention sehr zuvorkommend und hilfsbereit war.

Essen & Getränke

Die Hallen boten ein nationales Angebot an Speisen und einen recht großzügigen Sitzbereich. An den integrierten Essensständen gab es neben gutem Kaffee und Kuchen auch typisches Essen, wie zum Beispiel die allseits beliebten Sandwiches. Die Preise dafür waren Messeüblich.

Ebenso gab es im Hallenbereich selbst auch noch einmal Stände mit internationaler Küche. Hierzu gab es ebenfalls einen angeschlossenen Sitzbereich, der aber aus Platzgründen kleiner ausfiel. Meist saßen hier die Leute auf dem Boden, der mit einem Teppich ausgelegt war.
Wo wir gerade beim Thema sind will ich natürlich auch erwähnen, dass es für eine Messe überraschend viele Toiletten gab. Diese waren ebenfalls stets sauber und gut ausgeschildert.

Fantreffen

Nun möchte ich zu einem Thema kommen von dem ich persönlich wahnsinnig begeistert war. Die London Comic Con ermöglicht es JEDEM ein Fantreffen anzumelden und dieses innerhalb der Messe durchzuführen.
Nicht nur, dass die Con für genügend Platz für solche Treffen sorgt, sie speist die zugehörigen Informationen – wann & wo welches Treffen ansteht – sogar in Ihre App ein.
Alles in allem muss ich sagen, dass ich die Community vor Ort als sehr angenehm wahrgenommen habe. Man sprach sich gegenseitig an, es gab Komplimente und nahm diese auch an. Es wurde Rücksicht aufeinander genommen, wenn man durch das Cosplay nicht so leichtfüßig unterwegs war und es wurde auch untereinander geholfen.

Außengelände

Nachdem wir eines dieser Fantreffen besucht hatten, zogen wir weiter zum Außengelände. Dieses bot neben einen tollen Blick aufs Wasser auch viele schöne Ecken zum Fotografieren.
Es waren auch einige Foto- und auch Videographen unterwegs. Ich hatte während der Con die Gelegenheit auf ein kurzes Shooting vor Ort und war vom Ergebnis wirklich begeistert. (siehe Bild unten/ von Carlos Adama)

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Natürlich sind nicht alle Fotografen für TfP zu haben, aber hier gilt Fragen kostet nichts.

Auch zum Ausruhen ist auf dem Gelände viel Platz. Es gab neben einigen Bänken auch eine große Wiese und einen Treppenbereich auf dem man sogar sitzen durfte.
Hier fanden ebenfalls einige Fantreffen statt. Es war wirklich schön neue Bekanntschaften zu schließen.
Bevor man nach dem Besuch des Außenbereichs wieder in die Hallen durfte, wurden nebst des Badges auch die Taschen erneut kontrolliert.

Fazit

Ich selbst empfand die London Comic Con als sehr angenehm, gut organisiert und interessant in allen Ebenen.
Ich hatte neben vielen tollen Eindrücken und Erfahrungen einfach eine wunderschöne Zeit auf der London MCM.
Zu bemängeln habe ich nicht wirklich etwas, außer vielleicht, dass die Convention App nicht an abgespeicherte Events erinnert. Aber hey, das ist Meckern auf hohem Niveau.

Also alles in allem eine Convention de ich sehr gerne weiterempfehle!
Hattest du schon einmal die Gelegenheit die MCM in London zu besuchen? Wie hast du deinen Besuch empfunden?

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Deine erste Convention im Ausland

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Du willst mal was Neues sehen? Eine andere Communitiy kennenlernen? Und dein Auge ist ausnahmsweise mal auf eine Convention im Ausland gefallen?
Ich gebe Dir ein paar Tipps für den Besuch einer Convention im Ausland.
Die wichtigsten Fragen zuerst:

Wo genau liegt die Con?

Und damit meine ich nicht nur die Stadt, sondern auch das Land. Findet die Convention in Europa statt, sollte die Reise dahin keine größeren Probleme mit sich bringen.
Findet die Convention deiner Wahl allerdings im nicht-europäischen-Ausland statt, solltest du dich dringend über die Einreisebestimmungen schlau machen.

Ein Beispiel gefällig?
Ein Touristen Visum für die USA kostet nicht nur Geld, sondern auch eine Vorlaufzeit von 4 bis 6 Wochen. Und die geglückte Beantragung bedeutet noch keine 100% Zusage! Zum WO gehört auch das Wissen in welcher Stadt.
Ja genau in Amerika unter anderem auch in welchem Bundesstaat – denn Städte gibt es dort häufiger mal doppelt!
Und dazu auch das Wissen !WO! in der jeweiligen Stadt die Convention stattfindet. Messegelände liegen auch in anderen Ländern oft ein bisschen außerhalb der Stadt. Was uns gleich zum nächsten Punkt bringt;

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Wie kommt man am besten zur Convention?

Hier solltest Du vor allem auf die Möglichkeit der Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln achten. Viele Conventions kannst du auch mit dem Auto erreichen, aber sei dir bewusst das Parkplätze IMMER Mangelware sind. Plane die Kosten der An- und Abreise immer gut mit ein.

Solltest Du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, schaue vorher auch nach den Zeiten. Es ist nicht nur wichtig wann Du hinfährst, sondern auch wie und bis wann Du die Möglichkeit hast zurück zu fahren. Taxis vom Messegelände können mitunter SEHR ins Geld gehen.

Unterkünfte?

Wenn Du dich über die Lage der Convention informiert hast, kannst du dich nun um eine Unterkunft kümmern. Solltest du das Glück haben Verwandte oder Freunde in der Nähe zu haben… GLÜCKWUNSCH!

Andernfalls geht jetzt die große Suche los; Hotel/AirBnB/Hostel etc.
Erkundige dich eingehend über die gegebenen Möglichkeiten vor Ort. Gibt es ggf. sogar ein Hotel das zum Messegelände gehört?
Bei der Wahl deiner Unterkunft solltest du versuchen den Fahrtweg zu berücksichtigen. Wie gut ist die gewählte Unterkunft an die öffentlichen Verkehrsmittel angeschlossen?
Bei Hostels und AirBnB solltest du auch immer auf die angegebene Nachtruhe achten. Es gibt Unterkünfte in die man abends nach einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr hinein kommt.

Solltest Du nun eine geeignete Unterkunft gefunden haben, gibt es noch andere Dinge über die du dich vorweg gut informieren kannst.
Zuallererst; erkundige dich über die Regeln der Convention/ des Messegeländes.
Was darfst Du mitnehmen?
Was ist auf dem Gelände erlaubt?
Gibt es Umkleiden und Garderobe vor Ort?
Was sagt der Waffencheck/Waffenregeln?
ETC.
Und dann?

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Jede Convention hat ein Programm!

Sieh Dir dieses bei Interesse vorab gut an. Manche Conventions haben inzwischen sogar eine App zu Ihrer Veranstaltung, wodurch Du deinen Con-Tag besser planen kannst. Auch ist ein vorheriger Blick in den Lageplan nie verkehrt. Hier kannst Du deine rausgesuchten Programmpunkte auch gleich lokalisieren.

Nächster Halt Händlerraum?!

Informiere Dich vorher darüber was dein Lieblingsmerchandise bei uns kostet. Damit entgehst Du überteuerten Käufen im Händlerbereich. Und vergiss nicht, solltest du mit Fremdwährung zahlen (Pfund / Kronen / Dollar etc)… kenne den ungefähren Umrechnungskurs!

Bsp: Es gibt inzwischen fast überall Funko Pop Figuren im Angebot. Bei uns liegt der Preis oft bei ca 15€. Auf einer Wiener Con kosten sie ca. 20€ und auf einer englischen Con 10£.

Danach geht es in die Artist Alley?

Kleiner Tipp: Verschaffe Dir erst einmal in aller Ruhe einen Überblick über die Künstlerstände. Was wird angeboten? Was gefällt dir? Gibt es Dinge die Dir sofort ins Auge fallen?
Nimm bei Künstlern bei denen du dir nicht sicher bist, lieber erst einmal eine Visitenkarte mit und komme bei Interesse noch einmal wieder.
Bonus Tipp: Schreibe dir die Standnummer auf die Visitenkarte, so findest du den Stand schnell wieder.

Sollte es Dinge geben, die dir sofort ins Auge fallen und die du unbedingt haben willst, kaufe diese, wenn möglich auch gleich.

Viele Künstler haben nur einen gewissen Bestand ihrer Ware dabei. Dein gewünschter Print, Sticker oder Charm kann am nächsten Tag oder gar in den nächsten paar Stunden, bereits ausverkauft sein!

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Nun noch zu ein paar Kleinigkeiten, die aber durchaus dazu führen können dir den Tag zu versauen…

Erkundige dich VORHER nach dem Wetter. Zu einer Con im Oktober kann es regnen oder in manchen Ländern sogar bereits schneien! In anderen Ländern wird es zur Sommerzeit fast schon unerträglich heiß. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass wir Cosplayer selten das richtige Cosplay zum Wetter planen und dies kann unschöne Folgen haben.

Wichtig ist auch Essen und vor allem TRINKEN! Das Essen und Trinken ist auf keiner Con preiswert! Und jede Convention hat andere Regeln was das Mitbringen von besagtem angeht.
Was aber bis jetzt (soweit ich weiß) jede Convention zulässt sind “leere” Plastik-Trinkflaschen. Und JA Leitungswasser ist OFT auch TRINKWASSER.
Also bevor Du den gesamten Tag aus Kostengründen keinen Tropfen zu dir nimmst, versuche doch einmal diese Variante.
Einige Messegelände besitzen inzwischen sogar Trinkwasserbrunnen, die so gestaltet sind, dass man an ihnen sehr gut Trinkflaschen auffüllen kann. Wenn es gestattet ist, bringe dir ruhig auch ein paar Snacks mit, denke aber bei der Menge daran das DU es den ganzen Tag mit dir trägst.

Kleine Anmerkung zum Schluss.

Solltest du zur Convention fliegen…
PACKE mit Bedacht!

Aufgabegepäck wird selten mit Samthandschuhen angefasst. Daher bedenke, Dinge die leicht kaputt gehen können ins Handgepäck zu packen. Übergroße Props und Cosplays sollten für Auslandsconventions vielleicht lieber daheim bleiben.
Übergrößen-Gepäck ist meist sehr teuer. Gewisse Dinge fallen im Handgepäck ziemlich auf und können dich wahnsinnig viel Zeit beim Security-Check kosten.

Kleines Beispiel? Bei einer meiner Auslandsconvention hatte ich meine gestylten Perücken platzbedingt im Handgepäck. Ich durfte dieses einmal komplett durchsuchen lassen, da die Perücken so viele Haarnadeln enthielten, dass der Scanner aufmerksam wurde. Das Ganze hat mich gut 30 Minuten und einige verwunderte Blicke gekostet.

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Ich hoffe das alles Hilft DIR ein bisschen bei deiner Planung. Und VIEL SPAß beim erkunden neuer Conventions.

Hast du schon mal eine Convention im Ausland besucht? Schreib es in die Kommentare!

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«Jetzt guck mal männlich! » – Posing Tipps für männliche Charaktere

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Mit dem richtigen Posing kann man einiges aus Fotos herausholen. Sie wirken spannender und dynamischer. Cosplay und Makeup sind fertig, die dafür wichtige Körperspannung ist auch vorhanden, doch wie posiere ich jetzt nun eigentlich?
Dies sind die Erfahrungen, welche ich bisher gemacht habe und die für mich funktionieren. Dies heißt nicht, dass es universell für jeden genau gleich funktioniert.  Vielleicht ist trotzdem ein guter Tipp für dich dabei!

Recherche, Referenzen, Ausprobieren – dies sind die drei wichtigsten Stichworte. Packen wir’s also Schritt für Schritt an 🙂

Recherche: Wer bin ich?

Was für eine Art von Typ ist der Charakter eigentlich den du cosplayst? Ist er elegant, cool, introvertiert, gemütlich, schrill, schräg, selbstbewusst, schüchtern, fröhlich, schusselig…?
Wie wird er porträtiert? Hat er zum Beispiel typische Posen? Welche Rolle hat er innerhalb der Gruppe inne? Wie geht er mit anderen Menschen um?

Wer seinen Charakter gut kennt, dem fällt es leichter beim Posen auch improvisieren zu können.

Hat der Charakter nicht so viele typische Posen? Kein Problem, dafür gibt’s Standard Posen. Auf Google bei der Bildsuche einfach Suchbegriffe eingeben wie «male stock poses» «posing for men» «fashion poses for men» «action poses for men» und ihr findet bestimmt Posen die euch zusagen. 🙂
Das funktioniert natürlich auch mit deutschen Suchwörtern, aber die Auswahl ist kleiner. Es ist auch erlaubt sich von anderen Cosplayern inspirieren zu lassen. Vorausgesetzt man stellt das Foto nicht ungefragt 1 zu 1 nach.

Jean Valjean (Les Misérables) m2 Stuckiceline
Jean Valjean (Les Misérables) – Fotograf: Stuckiceline

Ein weiterer nicht unwichtiger Punkt sind Accessoires. Diese machen einen Charakter interessanter und geben mehr Grund zur Interaktion mit der Umgebung. Auch fällt euch damit das Posieren leichter, da mindestens eine Hand schon mal beschäftigt ist.
Hat der Charakter keine typischen Accessoires, überlege dir was gut zum Charakter passen könnte. Diese müssen nicht zwangsweise zum Kostüm gehören, können aber trotzdem dessen Persönlichkeit hervorheben. Ein Bücherwurm hat mit Sicherheit Freude an einem dicken Wälzer, ein kleiner Vielfrass hat bestimmt immer seinen Lieblingssnack dabei. Ein Abenteurer braucht seine Fackel oder Kerze im dunklen Dungeon…

Mehrere, verschiedene Gegenstände geben Bildern ohne viel Aufwand eine viel grössere Diversität. Aber nimm nicht zu viele Accessoires zum Shooting mit, sonst wird’s schnell unübersichtlich (und dein Gepäck unnötig sperrig und schwer).

Referenzen: Was will ich?

Welche Art Fotos möchtest du gerne machen? Posen sollten sich an den verwendeten Bildausschnitt anpassen.

Sind es Portraitfotos – von Kopf bis ca. Taille –  suche dir abwechslungsreiche Posen und Gesichtsausdrücke aus, welche zu Charakter und Format passen. Hier hast du ja nur einen kleinen «Raum» zur Verfügung, das heißt die Arme sind generell nahe am Körper. Welchen Eindruck soll das Portrait vermitteln? Welches Gefühl möchtest du rüberbringen?

Jacob Frye (Assassin’s Creed Syndicate) m2MlleBellec
Jacob Frye (Assassin’s Creed Syndicate) – Fotograf: MlleBellec

Handelt es sich um Fotoausschnitte – für Actionfotos zum Beispiel – überlege dir welche Winkel und Posen spannend wirken könnten. Welche Details soll man auf dem Foto sehen? Hast du Cosplaypartner beim Shooting, binde sie mit ein.

Bei Ganzkörperfotos achte darauf, dass du genug Raum auf dem Foto einnimmst, sonst wirst du vom Hintergrund verschluckt. Helfer hierbei sind Accessoires und zum Beispiel wehender Stoff oder Haare. Wählt platzeinnehmende Posen, das heißt die Arme sind weiter weg vom Körper als bei einem Portrait.

Ein guter Tipp, mit dem die Verständigung von Fotograf(in) und Model um einiges erleichtert werden kann:
Ein Bilderordner mit Referenzbildern hilft, um Bildideen zu sammeln und diese dem/der Fotografen(in) diese visuell mitzuteilen. So kann diese(r) sich ein Bild von den Vorstellungen des Models machen und gleichzeitig eigene Ideen einbringen. Ob als Dateiordner auf PC oder Smartphone, oder lieber online ist Geschmackssache.
SajaLyn zum Beispiel hat hierzu einen sehr hilfreichen Blogeintrag zur Website Pinterest geschrieben.

Was du beispielsweise auch mal Testen kannst, ist simples Beobachten. Wenn ich irgendwo warten muss, beobachte ich unauffällig die Jugendlichen und Männer um mich herum. Dabei achte ich mich wie sie sich bewegen und welche Mimik sie dabei an den Tag legen. So habe ich ein breites Spektrum von verschiedenen Menschen- und Charaktertypen in einem natürlichen Umfeld und übernehme die Posen in mein «Inventar». 

Leonardo da Vinci Assassin’s Creed II m2MlleBellec
Leonardo da Vinci (Assassin’s Creed II) – Fotograf: MlleBellec

Ausprobieren: «Boys, be ambitious»

Hört auf euren Cosplay Vater und übt. Klingt langweilig, aber so könnt ihr stressfrei und am besten rausfinden welche Posen für euch und euer Cosplay gut funktionieren.
Denn vielleicht kannst du dich in deinem Cosplay doch nicht so gut bewegen wie du dir das gedacht hast. Oder diese eine Pose, die du machen wolltest, wirkt einfach nicht wie gewünscht an dir.
Vor dem Spiegel findest du raus, ob diese oder jene Körperhaltung dich unvorteilhaft wirken lässt und du sie vermeiden solltest, während andere deine „Schwachpunkte“ kaschieren und die Wirkung, die du gerne erzielen würdest, viel besser rüberbringen. Sei mutig, probiere aus was für dich und dein Cosplay funktioniert. 🙂

Mit der Zeit wirst du – wie bei deinen weiblichen Charas – ein Posing Inventar entwickeln, auf welches du immer wieder zurückgreifen kannst.

Generelle Kurz-Tipps

  • Think big! Männliche Charas nehmen meist mehr Platz im Bild ein, Posen die gross wirken passen hier also super
  • Achtet auf die Haltung eurer Hände und Hüfte, diese fallen gerne in eure Alltagshaltung zurück.
  • «Meine Eier brauchen Platz» – denkt dran, dass beim Gehen und Sitzen theoretisch was zwischen euren Beinen wäre und Platz braucht. So posiert man automatisch anders
  • Auf dem Boden sitzen lässt den Charakter kleiner wirken, tendenziell also lieber die Frosch- anstatt Vogelperspektive, wenn ihr nicht klein und niedlich aussehen wollt.
  • Das männliche Äquivalent zur wir-legen-uns-mal-hin-und-fotografieren-von-oben Pose ist wir-lehnen-uns-cool-an-die-Wand. Funktioniert bei vielen Charakteren und ist einfach umzusetzen.
  • Standardposen, die auf die Schnelle gut funktionieren sind:
    •  Breitbeinig stehen und die Arme verschränken oder Hände in die Hosentaschen stecken.
    • Linke Hand in die Hosentasche, Rechte in den Nacken legen, Hauptgewicht auf dem linken Bein, das rechte mit einem Abstand von ca. einer Handbreite leicht angewinkelt daneben stellen
  • Ansonsten folge Mushus Tipps: Schultern zurück! Brust raus! Beine auseinander! Kopf hoch! Und los geht‘s! ;P
Severus Snape Harry Potter Cosplay m2
Severus Snape (Harry Potter) – Fotograf: Domifabienne

Zusammenfassung

  • Kenne deinen Charakter und dessen Posen
  • Besorge dir Referenzbilder
  • Übe vorher, dann wirkst du natürlicher
  • Nimm Accessoires mit, damit du weisst wohin mit deinen Händen
  • Und vor allem: Sei mutig <3

Ich hoffe, diese Tipps helfen dem ein oder anderen von euch weiter. Bei Detailfragen könnt ihr mich natürlich gerne anschreiben! 🙂
Ihr findet mich auf Instagram unter m2.cosplay.

Viel Spass beim Posen!

Weitere Beiträge von Robin / m2.cosplay findest du hier:
Aber ich hab doch so ein Babyface…! – Crossplay Make Up für Frauen [Gastbeitrag]

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Perücken Styling für Anfänger – Teil 2: Das Styling

Dieser Gastbeitrag wurde von Pia geschrieben. Hierbei handelt es sich um Teil 2. Den ersten Teil findest du hier:
Perücken Styling für Anfänger – Teil 1: Das Material

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2. Das Styling

Packt eure Perücke aus und setzt sie auf euren Perückenkopf. Eventuell sieht sie jetzt noch etwas wüst aus. Ihr solltet beim Aufsetzten darauf achten, dass sie richtig gut mittig sitzt.

Steckt sie nun mit mehreren Nadeln fest.

Am Besten nehmt ihr hierfür Nadeln mit einem dicken Kopf. Da die ohne Kopf gerne mal einfach durch das Netzt der Perücke durchschlüpfen und eure Wig dann doch wieder ungesichert ist. Wenn die Wig festgesteckt ist kann sie während des Stylings kein Eigenleben entwickeln und ihr verliert nicht den Überblick.

Jetzt könnt ihr eure Perücke kämmen.

2.1 Schneiden

In diesem Tutorial wollen wir aus dieser Wig die Frisur für Kairi aus Kingdom Hearts 3 machen. Da muss also noch ein gutes Stück weggeschnitten werden. Wie schneidet man nun am besten?

Grundsätzlich sollte man sich eines merken: schneide die Strähne nie gerade ab (also horizontal, wenn die Haare normal liegen). Das sieht fast immer blöd aus und sollte lediglich für Ponys oder Schnitte benutzt werden, die sehr gerade sein sollen.
In allen anderen Fällen sollte immer schräg geschnitten werden, um einen natürlicheren fransigeren Look zu erzielen. Dies gilt sowohl für die normale Schere als auch für die Fransenschere.

Wenn du jetzt aber deine Strähne anders nimmst kannst du wieder gerade schneiden. Ziehst du die Strähne z.B vom Kopf weg hast du die Haare anders in der Hand als sie normal fallen würden. Somit schneidest du automatisch nicht gerade ab. Dieser Tatsache bedient sich zum Beispiel auch der Frisör.

Es gibt noch 2 weitere Möglichkeiten fransig zu schneiden, die Technik ist bei beiden gleich, das Werkzeug ist aber ein anderes. Man kann zum Beispiel mit einem Rasiermesser von Oben nach Unten über eine Strähne gleiten/schaben, sodass man während der Bewegung schneidet.
Dieselbe Idee kann man auch mit einer normalen Schere nachahmen: während man die Schere zum schneiden zusammendrückt, schabt man von Oben nach Unten über die Perücke.

Bei dieser Methode wird es dazu kommen, dass die Haare der Wig sich etwas verknoten. Aber das kann immer problemlos ausgekämmt werden.

Ich mische immer die Techniken und habe da kein wirkliches Vorgehensmuster. Aber tendenziell nehme ich die normale Schere für dickere Strähnen, da es mit der Fransenschere doch deutlich länger braucht.
Während des Schneidens benutze ich meine Finger und die Bürste, um immer wieder durch die Haare zu gehen. So kann ich sicher stellen, dass ich auch keine Strähne vergessen habe.
Am Ende sollte dann alles ungefähr auf der selben Länge sein.

2.2 Strähnen legen

Als nächsten Schritt bringen wir die Strähnen in Form.
Hierzu nehme ich mir gerne erstmal den Stielkamm. Ich schaue mir an, wie die Haare fallen und teile das Ganze in Bereiche ein, aus denen ich dann die Strähnen forme.
Danach nehme ich Nadeln und nutze sie, um die Strähnen zu formen. Die Nadeln ohne Kopf tun es hier auch vollkommen. Die sind billiger und danach sowas von voll mit Haarspray das man sie für nichts anderes mehr hernehmen sollte.

Es werden ab und an immer noch längere Strähnen auftauchen. Da nun die Haare aber schon in ihre Endposition gebracht sind sollte man ganz besonders drauf achten, wie man die Haare abschneidet.

Als letztes spraye ich das Ganze gut fest.

Hierzu nehmt ihr euer Haarspray und sprüht es aus 20 cm Entfernung auf die Perücke.
Diese Entfernung braucht ihr, damit ihr den Strahl des Haarsprays nicht zu gebündelt auf eine Stelle richtet. Falls ihr dies tut wird die Stelle sehr nass und die Haare kleben zusammen, anstatt weiterhin schön zu liegen. Außerdem werden Stellen, die mit zu viel Haarspray behandelt sind, eventuell weiß, wenn ihr föhnt.

Als nächstes nutzt ihr das noch etwas nasse Haarspray um eventuell vorhandene fliegende Haare zu bändigen und um dem Styling den letzten Schliff zu geben. Das mache ich immer einfach mit den Fingern. Sobald ihr damit fertig seid, nehmt euch Haarspray und Föhn zur Hand. Aus 20 cm Entfernung sprüht ihr die Wig ein, während ihr sie ebenfalls aus 20 cm Entfernung föhnt. Lasst die Perücke noch ein paar Minuten stehen und nehmt danach die Nadeln raus.

Ihr seid fertig! Oder fast!

Eventuell könnt ihr euch noch einen Kleber schnappen um die Enden der Strähnen zusammenzukleben, damit sie sich nicht auf-friemeln beim Tragen.

Hierzu nutzt wieder jeder was anderes: manche nehmen Holzleim, manche benutzten Patex. Ich nehme das Clear Gel Tacky Glue das mir vor Jahren empfohlen wurde. Aber schlussendlich braucht ihr was, das klebt, durchsichtig trocknet und wasserfest ist.
Macht euch damit die Finger klebrig und schmiert das auf das Ende der Strähne während ihr es ein wenig reinknetet (aber nicht zu fest!). Es reicht schon, wenn ihr den unteren halben Zentimeter der Strähne bearbeitet.

Jetzt aber wirklich, fertig!
Danke für’s Lesen, ich hoffe, dass es dem ein oder anderen helfen konnte!

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Perücken Styling für Anfänger – Teil 1: Erste Schritte

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Hallo und Willkommen zu diesem kleinen Tutorial, welches dir beim Stylen deiner Perücken helfen soll. Im heutigen Teil widmen wir uns den ersten und wichtigsten Schritten, welche du bei jedem Styling brauchen wirst. Zuerst werden ich kurz über die Utensilien sprechen, die ich seit über 10 Jahren zum stylen benutze. Danach wollen wir an einem Beispiel verschiedene Arbeitsschritte durchgehen und erklären. Auf geht’s!

1. Was brauche ich?

1.1 Perückenkopf

Zuerst braucht ihr natürlich einen Perückenkopf. Dieser ermöglicht es euch, nicht auf eurem eigenen oder auf dem Kopf eines Bekannten stylen zu müssen. Solche Köpfe findet man auf Ebay, Amazon, bei MyCostumes oder bei so ziemlich jedem Perückenshop eures Vertrauens. Nun gibt es verschiedene Sorten und ihr fragt euch vielleicht, welche da die Unterschiede sind und welcher für euch der Beste ist.

Das Material

Lasst uns erstmal über das Material sprechen: es gibt Köpfe aus Styropor, Plastik oder Glas.
Styropor ist das gängigste und billigste Material, es hat jedoch den Nachteil, dass es euch wegschmelzen kann, wenn ihr den Kopf zu sehr mit Haarspray und Föhn bearbeitet. Dass das sogar sehr schnell schlimm aussehen kann, könnt ihr später an einem der Köpfe sehen, die ich in diesem Tutorial benutzte.

Jedoch kosten Styroporköpfe nicht die Welt und so kann man sich einfach einen neuen kaufen, wenn man es etwas übertrieben hat. Bei Plastik- und Glasköpfen ist das Risiko des Wegschmelzens nicht gegeben und außerdem sind sie leicht zu reinigen. Leider kosten sie erheblich mehr und die Investition lohnt sich nur bedingt. Ich selbst arbeite schon immer mit Styroporköpfen und habe bisher nur 3 nachgekauft, dementsprechend liegen meine Ausgaben immer noch unter dem Wert eines Glas- oder Plastikkopfes. Falls man billig dran kommt lohnt es sich aber auf jeden Fall.

Verschiedene Ausführungen

Als nächstes sollten wir über die verschiedenen Ausführungen reden. Es gibt nämlich tatsächlich Unterschiede, auf die man achten sollte! Der normale Perückenkopf ist ein so genannte „Frauenkopf“ welcher im Gegensatz zum Kopfumfang der meisten unter uns viel zu klein ist, um gut mit ihm arbeiten zu können.

Dieser Kopf eignet sich zum aufbewahren von Perücken, die eher nicht in ihre Tüte zurückkönnen, kann aber jedoch sonst nicht viel. Falls man dennoch mit diesem Kopf arbeitet sollte man immer drauf achten, dass man die Perücke nicht unabsichtlich zu kurz schneidet, da der Kopf zu klein ist und somit alles anders sitzt als auf einem selbst. Empfehlenswerter ist der „Männerkopf“: er ist größer und breiter als der Frauenkopf und kommt einem europäischen Kopfumfang deutlich näher.

Als letztes gibt es noch Köpfe, mit langen Hälsen. Diese sind besonders schön um Langhaarfrisuren zu stylen, kommen aber auch eher selten zum Einsatz.

Fazit des Ganzen: Styroporköpfe sind voll in Ordnung, holt euch aber besser einen für Männer, damit ihr ordentlich drauf arbeiten könnt.

1.2 Perückenkopfhalter

Als nächstes empfehle ich WÄRMSTENS, euch eine Halterung für den Kopf zuzulegen. Diese gibt es z.B bei MyCostumes und sie sind wirklich ihr Geld wert. Euer Kopf ist dann gesichert, rutscht während des Stylens nicht weg und kippt nicht um, egal was ihr tut.

Wenn möglich kauft euch eine, die nicht am Tisch zu fixieren ist wie meine, sondern eine, die auf ein Stativ fixiert werden kann, dann könnt ihr wirklich aus jedem Winkel an dem Styling arbeiten, ohne das euch ein Tisch im Weg ist.

1.3 Arbeitswerkzeug

Jetzt besprechen wir kurz, was ihr noch zum Arbeiten braucht.
Fangen wir mit dem Föhn an: ein handelsüblicher Föhn tut es vollkommen, er sollte eventuell mehrere Einstellungen bezüglich der Stärke des Gepustes haben, damit ihr euer Styling nicht gleich wegblast.

Als nächstes braucht ihr eine Schere zum Ausdünnen (oder Fransenschere), diese ermöglicht es euch nämlich, mit relativ wenig Aufwand fransig zu schneiden.

Als nächstes braucht ihr eine ganz normale Schere, eine Bürste, eventuell einen Stielkamm, Nadeln und Haarspray. Bei letzterem schwört jeder Perückenmacher auf eine andere Marke.
Viele empfehlen Got2be, ich selbst komme damit nicht klar da es sehr schnell verklebt. Ich benutzte das Taft Power Stufe 5 Spray, es lässt sich sehr dünn auftragen und ist für natürliche Stylings super. Falls ihr jedoch ein sehr starkes Styling braucht wie z.B für eine Sayajin Perücke, empfiehlt sich doch eher Got2be.
So oder so: findet eines das euch taugt.

Fynn Fish Kamikaze Kaito Jeanne Cosplay Wettergott
Fotograf: VW

Und somit hätten wir alle Materialien abgehandelt, jetzt geht’s zum Styling!

Dies war Teil 1 des Tutorials – Teil 2 erscheint am Samstag, den 22.06.19 unter folgendem Link:
Perücken Styling für Anfänger – Teil 2: Das Styling [Gastbeitrag]

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