Wickelrock (Hanfu) nähen – Mein Cosplay für Die Tagebücher der Apothekerin

Hast du schon einmal einen Wickelrock oder sogar einen Hanfu genäht?

Da ich inzwischen mehrfach aus Die Tagebücher der Apothekerin gecosplayt habe, habe ich bereits meinen vierten bodenlangen Wickelrock genäht. Das habe ich als Anlass genommen den Prozess fotografisch zu dokumentieren, um dir zu zeigen, wie ich meinen Rock – ganz ohne Schnittmuster – angefertigt habe.

Je genauer man beim Nähen arbeitet, desto besser wird natürlich auch das Endergebnis. Vielleicht geht es dir wie mir und du arbeitest gerne locker und ohne zu strenges Maß. Je nach Schnitt ist das beim Nähen natürlich nicht wirklich möglich, geschweige denn überhaupt sinnvoll. Diesen Wickelrock kannst du aber ohne vorhandenes Schnittmuster einfach an dir selbst abmessen und dich herantasten.

Was ist ein Hanfu?

Als Hanfu wird die traditionelle Kleidung der Han-Chinesen bezeichnet. Es gibt unterschiedliche Arten, die je nach Epoche und auch sozialem Kontext zu unterscheiden sind. Ein Hanfu besteht häufig aus mehreren Kleidungsstücken, wie etwa aus langen Röcken oder überkreuzten Vorderteilen mit langen Ärmeln.

Darstellung in Die Tagebücher der Apothekerin

Die Geschichte von Die Tagebücher der Apothekerin spielt am Kaiserhof im alten China. Viele der gezeigten Charakter tragen Variationen eines Hanfu. Allerdings sind diese nicht unbedingt historisch korrekt dargestellt, sondern bedienen sich einer freien und fantasievollen Darstellung.

Das Setting der Serie ist fiktional, wenn auch mit historischem Kontext gespickt. Für die Umsetzung meiner Cosplays habe ich daher auf die Optik und weniger auf eine historisch akkurate Inszenierung geachtet.

Langer Wickelrock aus rechteckigem Stoff

Viele der Charaktere in Die Tagebücher der Apothekerin tragen einen Hanfu, bestehend aus einem langen Wickelrock. Für meine Maomao Cosplays habe ich bereits Wickelröcke genäht.

Leider war mein erster Wickelrock im Rockumfang zu knapp bemessen. Beim Laufen klaffte der Rock an der Stelle auf, an der die beiden Enden des Wickelrocks übereinander lagen. Um den Fehler zu korrigieren, nähte ich einen Unterrock. Leider schränkte der etwas enge Unterrock meine Beinfreiheit ein. Meinen zweiten Wickelrock plante ich entsprechend mit mehr Stoff, um meinen Fehler nicht zu wiederholen und um den Tragekomfort, zu erhöhen.

Mit wie viel Meter Stoff sollte man in etwa arbeiten?

Seit dem Stoffmengenfehler meines ersten Wickelrocks, rechne ich stets mit mindestens 3 Meter Stoff. Für den Wickelrock meines Ah Duo Cosplays habe ich 3,20 Meter „leichten Leinen-Mix“ genutzt. Die Länge des Stoffs entspricht der benötigten Stoffmenge für den Rockumfang.

Der Stoff für den Rock wird je nach Bedarf gerafft oder in Falten gelegt. Die benötigte Stofflänge richtet sich demnach zum einen nach der Raffung bzw. Anzahl und Breite der Falten, als auch nach deinem Hüftumfang. Für meine Bedürfnisse (gerechnet mit etwa 110cm Hüftumfang) und Dichte der Raffung, haben 3,20 Meter Stoff wunderbar funktioniert.

Mein Stoff hatte außerdem eine Breite von etwa 135 cm. Während die Länge des Stoffs für den Rockumfang relevant ist, so ist die Stoffbreite ist für die Rocklänge entscheidend. Natürlich kannst du dir die benötigte Stoffbreite für deine Wunschlänge an dir selbst mit einem Maßband ausmessen. Du kannst aber auch den Stoff direkt an dir ausmessen, indem du ihn an deinen Körper hältst und so weit nach oben oder unten anpasst, bis die gewünschte Rocklänge erreicht ist. Den überschüssigen Stoff kannst du einfach umklappen und den Knick mit einer Nadel oder Schneiderkreide markieren. Anschließend kannst du die Breite deines Stoffs auf ganzer Länge bequem kürzen, bevor es an die Nähmaschine geht.

Bedenke, dass du beim Festlegen der Rocklänge genügend Länge für den Saum einplanst. Außerdem benötigst du am Wickelrock oben einen Bund, dessen Länge und Breite du nach deinen Bedürfnissen festlegst. Auch dieser trägt letztendlich zur Gesamtlänge des Rocks bei.

Nähst du den Wickelrock für ein bestimmtes Outfit oder als Kostüm, solltest du auch die Absatzhöhe deiner Schuhe berücksichtigen. Das gute bei dieser Art Wickelrock ist, dass du den Rock ein paar cm höher oder tiefer tragen kannst, da er in der Weite flexibel ist. Daher musst du nicht millimetergenau arbeiten.

Der Bund

Du weißt nun, wie du die Länge und den Umfang deines Wickelrocks festlegen kannst. Dabei dürfen wir den Umfang des Bundes nicht vernachlässigen, da der Hauptstoff des Wickelrocks gerafft (oder in Falten gelegt) am Bund festgenäht wird.

Um die Bundlänge zu bestimmen, wickelst du dir am besten ein Stück Stoff um deine Taille. Trägst du deinen Wickelrock nicht auf Taillenhöhe, sondern höher oder tiefer, solltest du dies bei der Planung berücksichtigen.

Für einen gut sitzenden Wickelrock ist es wichtig, dass der Bund mehr als einmal um deinen Körper geführt werden kann. Besonders die Stelle, an der die beiden Stoffenden überlappen, muss breit genug sein, um deinen Körper auch bei Bewegung sicher und vollständig zu bedecken.

Plane den Bund etwa eineinhalb Mal um deine Taille wickeln zu können. So stellst du sicher, dass die Überlappung auch bei starker Bewegung ausreichend ist. Für mehr Stabilität kannst du den Bund mit entsprechender Bügeleinlage verstärken. Außerdem benötigst du zwei Bindebänder, die du an den kurzen Seiten des Bunds anbringst.

Für meinen Hanfu können die Bindebänder durchaus sehr lang gehalten sein. Nähst du einen eher alltäglichen Wickelrock, möchtest du die Bindebänder unter Umständen etwas kürzer wählen. Für die Bindebänder habe ich jeweils zwei gleichlange Rechtecke zusammengenäht. Dabei habe ich eine der kurzen Seite als Wendeöffnung genutzt.

Tipp: Bügle deine Nähte nach jedem Zwischenschritt, um ein noch besseres Nahtbild zu erzielen.

Einfach zusammengesetzt

Da der Hauptstoff bereits gerafft wurde, konnte ich mich nun um den Saum sowie, um die vorderen Kanten (Übertritt und Untertritt) kümmern.

Hast du die Kanten verarbeitet, kann der Bund am Rock angebracht werden. Du kannst den Bund auf unterschiedliche Arten annähen. Dieses Mal habe ich mich entschieden eine lange Seite des Bunds rechts auf rechts an den Rock zu nähen. Anschließend habe ich an der noch offenen Seite die Nahtzugabe nach innen eingeschlagen und gebügelt.

Für die weitere Verarbeitung habe ich den Bund rechts auf rechts zusammengelegt, um die Position zu überprüfen. Beim Schließen der kurzen Seiten, habe ich die Bindebänder entsprechend platziert und eingefasst.

Nun kann der Bund gewendet und die offene Kante von der rechten Stoffseite aus knappkantig abgesteppt werden. Ehrlicherweise habe ich hierbei oft Probleme die Naht so zu platzieren, dass sich sowohl innen als auch außen ein schönes Nahtbild ergibt.

Manchmal setze ich daher bewusst breite Ziernähte ein oder nähe nicht zu knappkantig. Immer mit dem Ziel, vor allem auf der rechten Stoffseite eine möglichst schöne Naht zu erhalten.

Knopfloch für eine saubere Wickeloptik

Theoretisch ist der Wickelrock an dieser Stelle bereits fertig. Für eine stabilere und optisch sauberere Wicklung bevorzuge ich es, zusätzlich ein Knopfloch einzuarbeiten, durch das das Bindeband geführt werden kann. Das Bindeband wird dabei von innen nach außen durch das Knopfloch gezogen und anschließend wie üblich um den Bund gewickelt und gebunden.

Durch das Knopfloch liegt der Rock enger am Körper an und kann fester gebunden werden. Zieh den Wickelrock probehalber einmal an, um die passende Positionierung des Knopflochs zu finden. Achte darauf das Loch groß genug zu nähen bzw. zu sticken, sodass das Bindeband gut hindurchgeführt werden kann. In meinem Fall musste ich etwas schummeln, da alle verfügbaren Knopflöcher etwas zu kurz ausfielen.

Zum Abschluss sichere ich meine Knopflöcher gerne mit Fransenstopp von Prym, um unnötiges Ausfransen zu verhindern. Aber Achtung, je nach Stoff bzw. Garn sorgt der Fransenstopp für dunkle Flecken.

Fertig ist dein selbst genähter Wickelrock

Damit ist dein geraffter Hanfu Wickelrock fertig und bereit für seinen Einsatz! Je nach Stoffwahl wirkt er leicht und fließend oder auch strukturiert. Wickelröcke sind sowohl beim Cosplay als auch im Alltag definitiv ein spannendes als auch praktisches Kleidungsstück!

Durch die Wicklung sitzt der Rock genau so, wie du es brauchst. Besonders praktisch, wenn du es je nach Tagesform etwas flexibler magst. Durch die Raffung (oder entsprechende Falten) entscheidest du selbst, wie weit und fließend dein Wickelrock werden soll. Wenn du dir unsicher bist, näh dir einfach einen Wickelrock aus einem schönen günstigen Stoff zur Probe. So bekommst du gleichzeitig ein tolles Kleidungsstück für den Alltag.

Tipp: Passende Schnittmuster für deinen eigenen Hanfu findest du beispielsweise auf etsy. Für die restlichen Kleidungsstücke meines Ah Duo Cosplays habe ich unter anderem dieses Schnittmuster für eine Robe und dieses für ein Oberteil verwendet und abgewandelt.

Weitere Beiträge passend zum Thema findest du hier: /category/naehen

Hör dir doch gern folgende „All About Cosplay“ Podcast Episode an:
051 – Nähmaschine, Overlock, Coverlock oder Stickmaschine – Was brauche ich um Cosplays zu nähen?
041 – Nähmaschine 2.0

Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos

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All About Cosplay 071 – Schnittmuster Realität im Cosplay

Wer mit dem Nähen anfängt, der steht vor einer neuen großen Herausforderung: Schnittmuster lesen und verstehen. Doch selbst für erfahrene Hobbynäher bringen neue Schnittmuster oft Fragen mit sich. Selten passen Schnittmuster in Konfektionsgrößen perfekt. Körper sind unterschiedlich, selbst wenn sie die gleichen Maße haben. Deshalb sind häufig Anpassungen nötig.

Im Gespräch mit Schneidermeisterin und Cosplayerin Tsuya sprechen wir nicht nur allgemein über Schnittmuster, sondern auch über Wissenswertes und praktische Tipps, beispielsweise wie man Schnittmuster am besten anpasst oder welche Fehler man vermeiden sollte.

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Diese Podcast Episoden von All About Cosplay sind bestimmt ebenfalls für dich interessant:
043 – Wo finde ich passende Schnittmuster für mein Cosplay?
051 – Nähmaschine, Overlock, Coverlock oder Stickmaschine – Was brauche ich um Cosplays zu nähen?
068 – Stoffe für dein Cosplay

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All About Cosplay 070 – Internationale Cosplay Conventions im Vergleich

Hast du mit dem Gedanken gespielt, die ein oder andere Cosplay Convention außerhalb von Deutschland zu besuchen? Vielleicht reizt es dich, den Kontinent zu verlassen und eine Convention in Amerika oder Japan zu erleben? Die liebe Shiroku ist seit 20 Jahren als Cosplayerin und auch als Japanese Pop Sängerin aktiver Teil der Cosplayszene und hat seither viele Conventions weltweit besucht.

In dieser Episode erzählt sie uns von Kulturschocks, erheiternden Erlebnissen und inwiefern sich die internationale Szene von der deutschsprachigen unterscheidet.

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PS: Hier geht’s zur Viencon

Diese Podcast Episoden von All About Cosplay sind bestimmt ebenfalls für dich interessant:
All About Cosplay 067 – Internationale Cosplay Wettbewerbe
All About Cosplay 063 – Cosplay bei jedem Wetter
All About Cosplay 060 – Cosplay Convention Regeln

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All About Cosplay 068 – Stoffe für dein Cosplay

Bist du gerade auf der Suche nach einem passenden Stoff für dein Cosplay?
Wenn wir Cosplayer einen Stoff für unser nächstes Projekt suchen, dann achten wir in erster Linie auf die Optik eines Stoffs. Wie gut passt er zum Charakterdesign? Trifft er die Farbe des Designs? Und natürlich auch: Wie teuer ist er?

Aber jedem von uns ist es sicher schon passiert, dass man einen Stoff nach seiner Optik beurteilt und gekauft hat, nur um dann festzustellen, dass er aufgrund seiner Eigenschaften für den Verwendungszweck ungeeignet ist. Auch Misses Charmy ist genau das in ihren Anfängen schon einmal passiert.

Moni aka Misses Charmy ist nicht nur Cosplayerin, sondern auch gelernte Schneiderin.

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Dieser Blogeintrag wurde von Moni geschrieben:
Hey, psst…. Hast du den richtigen Stoff? – Textilkunde 101

Als Schneiderin näht sie nicht nur für sich selbst, sondern auch zahlreiche Kostüme für andere. Wenn es darum geht, den richtigen Stoff fürs Cosplay zu finden, dann kennt sie sich aus. Genau deshalb spreche ich in dieser Episode mit Moni über Stoffe für Cosplays, welche Erfahrungen wir gesammelt haben und worauf du achten solltest, damit du nicht dieselben Fehler machst wie wir.

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053 – Mit Cosplay anfangen: Der Einstieg ins Hobby
051 – Nähmaschine, Overlock, Coverlock oder Stickmaschine – Was brauche ich um Cosplays zu nähen?
043 – Wo finde ich passende Schnittmuster für mein Cosplay?
041 – Nähmaschine 2.0

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All About Cosplay 067 – Internationale Cosplay Wettbewerbe

Hast du schon vom WCS oder ECG gehört? Hinter diesen Abkürzungen verstecken sich die wohl größten internationalen Wettbewerbe für Cosplayer. WCS steht für World Cosplay Summit und ist quasi die Weltmeisterschaft für Cosplayer. Etwas kleiner, aber ebenfalls mit Teilnehmern aus der ganzen Welt, ist das Extreme Cosplay Gathering (ECG), früher als European Cosplay Gathering bekannt.

Aber wie kann man sich diese großen Cosplay Wettbewerbe denn überhaupt vorstellen und wie kann man daran teilnehmen? In welchen Ländern finden sie statt, gibt es Rahmenprogramm und wie ist das Miteinander der internationalen Cosplayer?

Shiroku und CupCat beim World Cosplay Summit 2016 Finale in Nagoya, Japan

Shiroku ist bereits seit 20 Jahren als Cosplayerin und auch als Japanese Pop Sängerin aktiver Teil der Cosplayszene und hat selbst an zahlreichen Wettbewerben teilgenommen. Sie hat unter anderem in 2016 beim World Cosplay Summit (WCS) den 4. Platz und in 2018 beim Extreme Cosplay Gathering (ECG) den 2. Platz belegt.

PS: Weiter unten findest du das Video zu ihrem Auftritt im Finale des ECG in 2018.

Shiroku ist Cosplayerin, Songwriterin und Japanese Pop Sängerin!
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Wie sie diese Cosplay Wettbewerbe erlebt hat und wie die Erfahrungen sie geprägt haben, erzählt sie ausführlich in dieser spannenden Podcast Episode.

ECG Finale 2018

Diese Podcast Episoden von All About Cosplay sind bestimmt ebenfalls für dich interessant:
All About Cosplay 062 – Das erste Mal DCM Finale
All About Cosplay 056 – One Hit Wonder Cosplay Contest
All About Cosplay 042 – Cosplay Contests

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Gefahrlos kreativ – Cosplay Crafting & Sicherheit

Kleben mit Contact Cement, Resin gießen, Schleifen, Sprühlacke, Airbrush, Löten, Kunstharz-3D-Drucker und und und. Beim Cosplay Crafting gibt es viele Materialien und Techniken, mit denen du Beeindruckendes erschaffen kannst, die aber auch ernsthaft deine Gesundheit gefährden können, wenn du dich nicht richtig schützt. 

Aber woher weißt du, ob du ein gefährliches Material vor dir hast? Welche Handschuhe sind geeignet? Wann brauchst du eine Atemschutzmaske und welche? Um all das geht es in diesem Beitrag. 

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Disclaimer 

Dieser Beitrag wurde von einer Cosplayerin geschrieben, die sich schon seit mehreren Jahren intensiv mit dem Thema Sicherheit beim Crafting beschäftig. Ich bin jedoch keine ausgebildete Medizinerin oder Chemikerin und trotz gründlicher Recherche können hier Fehler enthalten sein. 

Deine Gesundheit ist immer deine eigene Verantwortung. Nimm diese Infos als Überblick und Ausgangspunkt, aber mach bitte immer zusätzlich noch deine eigene Recherche bevor du neue Produkte und Craftingtechniken ausprobierst. 


Warum musst du dich schützen? 

Wir reden hier von sogenannten Gefahrstoffen. Das sind „Stoffe und Stoffgemische, 

  • die die Gesundheit und/oder die körperliche Funktionsfähigkeit des Menschen beeinträchtigen können,
  • zu körperlichen Schäden des Menschen führen können, und/oder die Umwelt schädigen können.“ (1) 

Hier ein paar Beispiele für Gefahrstoffe, die dir beim Cosplay Crafting begegnen können: Lösemittel in Klebern, Schleifstaub, Gase in Sprühflaschen, Dämpfe von heißem Plastik. 

Beispiele für Produkte bzw. Werkzeuge, mit denen du dich Gefahrstoffen aussetzt.

Gefahrstoffe können dir kurz- oder langfristig schaden. Beispielsweise kannst du einen juckenden Ausschlag bekommen von Kleber oder Epoxidharz auf der Haut. Lösemittel, die in vielen Klebstoffen enthalten sind, können plötzlichen Schwindel verursachen. Wiederholtes Einatmen von Lösemitteln kann aber auch lebenslang bleibende Schäden an deinem Gehirn oder anderen Organen verursachen (5). 

Damit will ich dir keine Angst machen, sondern dir soll klar werden, dass die Gefahren nicht zu unterschätzen sind und wie wichtig es ist, sich richtig zu schützen. 

Wie kannst du dich schützen? 

Es gibt drei Wege, auf denen Gefahrstoffe in deinen Körper gelangen können: Durch Verschlucken, Einatmen oder durch Aufnahme über die Haut. Entsprechend gibt es auch drei Arten, auf die du dich schützen solltest:

  • Grundsätzlich solltest du während des Craftings weder essen noch trinken, damit keine Gefahrstoffe in deinen Mund gelangen. Wasch dir vor dem nächsten Essen oder Trinken also gründlich die Hände. 

  • Aufnahme über die Haut verhinderst du indem du geeignete Schutzhandschuhe, bzw. falls nötig Schutzkleidung / lange Kleidung, trägst. Auch die Schleimhäute deiner Augen solltest du ggf. mit einer geeigneten Schutzbrille abschirmen. 

  • Gegen das Einatmen von Gefahrstoffen schützt du dich, indem du an einem gut belüfteten Ort arbeitest. Das kann direkt am offenen Fenster sein oder noch besser: draußen. In bestimmten Fällen brauchst du zusätzlich eine Atemschutzmaske. 

  • Auch wenn dadurch keine Gefahrstoffe in deinen Körper gelangen – solltest du einen Gehörschutz tragen, wenn du mit lauten Maschinen arbeitest. 
Persönliche Schutzausrüstung beim Cosplay Crafting

Woran erkennst du, ob dein Material ein Gefahrstoff ist? 

Es gibt eine Kennzeichnungspflicht für Gefahrstoffe. Produkte, die Gefahrstoffe enthalten erkennst du an den sogenannten Gefahrenpiktogrammen – die roten Quadrate mit den Symbolen. 

Du musst nicht auswendig wissen, was die einzelnen Piktogramme bedeuten. Aber du solltest dir merken: Ein Gefahrenpiktogramm (oder mehrere) auf der Packung heißt: Achtung, irgendetwas hieran ist gefährlich. Und du musst etwas tun bzw. beachten, um dich zu schützen. Was genau es zu beachten gibt steht auch auf der Packung. Ja, du solltest diesen Text auf der Packung lesen und zwar komplett. Der ist nicht zum Spaß da. 

Beispiele für Gefahrenpiktogramme 

Sicherheitsdatenblatt 

Für jedes Produkt, das ein chemisches Gemisch ist, muss der Hersteller ein Sicherheitsdatenblatt veröffentlichen. Das ist ein Dokument, in dem alle nötigen Infos für den sicheren Umgang mit dem Produkt aufgelistet sind. Du findest es online als PDF, wenn du nach deinem Produktnamen + Sicherheitsdatenblatt suchst.

Viele Onlineshops haben es auch direkt beim jeweiligen Produkt verlinkt. Nicht erschrecken, Sicherheitsdatenblätter beginnen mit ganz vielen Zahlen. Relevant für uns Cosplayer:innen sind:

  • Abschnitt 4 (Erste-Hilfe-Maßnahmen)
  • Abschnitt 7 (Handhabung und Lagerung)
  • Abschnitt 8 (Persönliche Schutzausrüstung)

Ich empfehle dir, wenn du dir einen neuen Kleber, neue Sprühfarbe, etc. kaufst, vor der Benutzung diese drei Abschnitte im Sicherheitsdatenblatt zumindest einmal zu überfliegen – gesamt etwa eine Seite Text.

Die richtigen Handschuhe 

Einweghandschuhe aus dem Supermarkt oder Drogeriemarkt sind keine Chemikalienschutzhandschuhe. Bestimmt sind sie beim Crafting besser als gar keine Handschuhe zu tragen, aber manche Lösungsmittel durchdringen diese. 

Haushaltshandschuhe vs. Chemikalienschutzhandschuhe

Chemikalienschutzhandschuhe erkennst du an der EN-Nummer: „EN 374“ bzw. „EN ISO 374-1:2016“. Das bedeutet, dass die Handschuhe einer bestimmten europäischen Norm entsprechen. Mit dem Handschuhmaterial wurden Tests durchgeführt und es lässt bestimmte Chemikalien eine bestimmte Zeit lang nicht durch (6). 

Such online nach „Nitrilhandschuhe EN 374“, da wirst du schnell fündig. 
Chemikalienschutzhandschuhe brauchst du z. B. für: 

  • Kraftkleber (aka Contact Cement), Sekundenkleber, Textilkleber 
  • Epoxidharz (aka Resin) 
  • Sprühlacke, Sprühfarben und Sprühgrundierungen (Plasti Dip, …) 
  • Kwik Seal 
  • Apoxie Sculpt 
Bei Chemikalienschutzhandschuhen findest du auf der Packung immer die Kennzeichnung „EN ISO 374-1:2016“ und weitere Angaben, gegen welche Chemikalien sie wie gut schützen. 

Die richtige Atemschutzmaske 

Grundsätzlich solltest du Materialien, die Gase oder Dämpfe abgeben, nur an einem gut belüfteten Ort benutzen; zum Beispiel direkt am offenen Fenster oder noch besser im Freien. Sprühlacke, Sprühfarben und ähnliches solltest du ausschließlich draußen benutzen, denn du willst keine Wolke mit Farbpartikeln in deiner Wohnung… 

Manche Produkte erfordern zusätzlich eine Atemschutzmaske und hier ist es sehr wichtig, dass du die richtigen Filter verwendest! 

Der geeignete Filter

Partikelfilter schützen dich vor Partikeln, aber nicht vor Gasen. Partikel sind kleine Teilchen in der Luft, wie z. B. Schleifstaub oder winzige Farbtröpfchen aus der Airbrush. Zum Beispiel für:

  • Schleifen 
  • Airbrush 

Gasfilter schützen dich vor Gasen und Dämpfen, aber nicht vor Partikeln. Diese brauchst du z.B. für: 

  • viele Lösungsmittelhaltige Kleber (u. a. Kraftkleber/ Contact Cement) 
  • Epoxidharz (aka Resin) 
  • PVC-Rohre mit Hitze verformen (auch für Sintra – das ist auch PVC) 
  • Löten 
  • Muster in EVA Foam brennen mit dem Lötkolben 

Kombinationsfilter beinhalten einen Gas- und einen Partikelfilter und schützen dich vor beiden Arten von Gefahrstoffen, wie etwa:

  • Produkte in Sprühdosen (Sprühgrundierungen, Sprühlacke, …) 

Woher weißt du, welche Filter du brauchst? 

Als wäre es noch nicht kompliziert genug, gibt es bei den Gasfiltern und Kombinationsfiltern noch Unterschiede. Es gibt bestimmte Filter für bestimmte Gase und die werden mit Zahlen- und Buchstabenkombinationen bezeichnet wie zum Beispiel ABEKP oder A2P3 (4). 

Beispiel: Meine Filter sind Kombinationsfilter vom Typ A2B2E1K1P3. Das steht ganz klein drauf. Größer gedruckt ist die abgekürzte Bezeichnung ABEK-P3. 

Das heißt du musst dir immer zuerst überlegen, welche Produkte du verwenden willst und dann recherchieren, welche Filter du kaufen musst. Aber wie findest du das raus? 

Ob du eine Atemschutzmaske brauchst und mit welchen Filtern steht im Sicherheitsdatenblatt deines Produkts unter Abschnitt 8 (Persönliche Schutzausrüstung). Ich weiß nicht warum, aber auf der Verpackung meiner Kleber, Lacke etc. habe ich bisher noch nie Angaben zu den Filtern gefunden. Der Blick ins Sicherheitsdatenblatt lohnt sich. 

Beachte außerdem, dass die Filter regelmäßig ersetzt werden müssen. Zum einen haben sie ein Ablaufdatum, bis zu dem der Hersteller die volle Funktionsfähigkeit garantiert. Zum anderen verbrauchen sie sich. Wenn der Atemwiderstand stärker wird oder wenn du die Lösemittel trotz korrekt sitzender Maske riechen kannst, sind die Filter „voll“ und du brauchst neue. 

Weitere Infos 

Unten findest du noch meine Quellen bzw. Artikel, die ich zum Weiterlesen empfehlen kann. Dieser Blogbeitrag soll dir einen Überblick über das Thema „Cosplay Crafting und Sicherheit“ geben. Wie gesagt: Du bist für deine Gesundheit verantwortlich. Mache zusätzlich deine eigene gründliche Recherche. 

Jetzt wünsche ich dir viel Spaß beim Craften und vor allem – crafte sicher! 

Quellen

Weitere Beiträge aus der Kategorie “Just Cosplay” findest du hier: 
category/just-cosplay/

Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos

All About Cosplay 061 – Instagram für Cosplayer 2.0

Fünf Jahre ist es inzwischen her als ich mein erstes Buch „Instagram für Cosplayer“ veröffentlicht habe. Wohlwissend, dass mit der Veröffentlichung bereits so viele Neuerungen in den sozialen Netzwerken passieren, dass es schwer ist, ein Buch auch nur über einen kleinen Zeitraum aktuell zu halten.

Deshalb habe ich die Themen des Buchs inhaltlich so strukturiert, dass du möglichst lange davon profitieren kannst. Inzwischen müsste ich das Buch aber neu schreiben und mit vielen Inhalten ergänzen, weswegen ich zu dem Schluss gekommen bin, es aus dem Verkauf zu nehmen. Da es sich bei „Instagram für Cosplayer“ um mein meist verkauftes Buch handelt, widme ich diese Podcast Episode denjenigen Inhalten des Buchs, welche nicht mehr aktuell sind. Was hat sich also seit der Veröffentlichung meines Buchs auf Instagram verändert und wie müsste mein Buch heutzutage aussehen?

Diese Podcast Episoden von All About Cosplay sind bestimmt ebenfalls für dich interessant:
All About Cosplay 036 – Social Media & Frust
All About Cosplay 035 – Social Media und Du – Hörerfragen

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Perfektes Contouring für Männer im Crossplay: So schminkst du dich weiblicher

Contouring ist eine Technik, die in der Welt des Make-ups mittlerweile nicht mehr wegzudenken ist. Es handelt sich dabei um eine Methode, die das Gesicht optisch modelliert, um bestimmte Züge zu betonen und andere zu schattieren. Doch was genau steckt hinter Contouring, und wie kann man es richtig für Cos- und Crossplay umsetzen? 

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Contouring, oder zu Deutsch „Gesichtsmodellierung“, nutzt unterschiedliche Schattierungen von Make-up-Produkten, um das Gesicht optisch zu verändern. Durch das gezielte Auftragen von hellen und dunklen Tönen wird die natürliche Struktur des Gesichts betont und akzentuiert. Dunklere Farben werden verwendet, um Schatten zu erzeugen und Züge zu definieren, während helle Töne das Licht reflektieren und hervorheben. 

Die Grundlagen des Contourings 

Contouring kann zunächst etwas kompliziert wirken, aber mit der richtigen Technik ist es gar nicht so schwer. Hier sind die grundlegenden Schritte, um ein perfektes Contouring zu erzielen: 

Vorbereitung der Haut

Bevor du mit dem Contouring beginnst, ist es wichtig, das Gesicht gut vorzubereiten. Reinige dein Gesicht gründlich, trage eine Feuchtigkeitscreme auf und verwende gegebenenfalls einen Primer, um die Haltbarkeit des Make-ups zu verlängern. Ein ebenmäßiger Teint ist die perfekte Basis für das Contouring. Unterstützend kann auch die Verwendung von Face-Tapes verwendet werden, um beispielsweise die Augenbrauen anzuheben, oder die Kinnlinie etwas stärker zu definieren. 

Augenbrauen und Bartschatten abdecken

Das Abdecken der Augenbrauen ist bei vielen Crossplays unumgänglich. Wer seine Augenbrauen nicht abrasieren oder dünn zupfen möchte, sollte hierbei auf die verschiedensten Techniken zurückgreifen, um diese temporär verschwinden zu lassen.

Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten: Von wasserlöslichen Klebesticks bis hin zu SFX-Makeup Produkten wie Prosade. Im Grunde geht es darum, die Haare, eng an unser Gesicht zu kleben und mit Puder zu fixieren. Hierfür gibt es unzählige Tutorials auf YouTube, die dies genauer erklären. Wichtig dabei ist auch die geklebten Haare vor dem Auftragen der Foundation mit einem Apricotfarbenen Concealer abzudecken. Dies neutralisiert dunkle Augenbrauen die sonst durch das Make-up durchscheinen könnten. 

Für all jene wie mich, die einen besonders dichten Bartwuchs haben, ist es ebenso ratsam, vor dem Auftragen der Foundation, den Bartschatten abzudecken. Hierfür eignet sich ebenso ein Apricotfarbener Concealer. Umso dunkler dein Hauttyp bist, desto kräftiger sollte das Apricot sein. Dies verhindert, dass der blaue Bartschatten unter der Foundation durchscheint.

Wichtig: Nicht vergessen den Concealer mit einem Puder zu fixieren, damit sich dieser nicht mit der Foundation vermischt und wir schlussendlich wie ein Umpa Lumpa aussehen. 

Das richtige Produkt wählen

Contouring-Produkte gibt es in verschiedenen Formaten – als Creme, Flüssigkeit oder Puder. Für Anfänger eignet sich oft Pudercontouring besser, da es mit dem Pinsel leicht zu verblenden ist. Cremige Texturen bieten eine intensivere Wirkung und eignen sich für einen dramatischeren Look.

Wähle deine Produkte entsprechend deinem Hautton und der gewünschten Intensität aus. Auch die Deckkraft spielt hier eine besonders wichtige Rolle. Ich persönlich setze auf Full Coverage Foundations, für einen perfekten und ebenmäßigen Teint. Hierfür schwöre ich auf die TV Paint Sticks von Kryolan. Sie fallen zwar unter die Kategorie schweres Makeup, jedoch decken diese wirklich alles ab. 

Mit dunklen Tönen schattieren

Um die Gesichtszüge zu definieren, verwendest du einen dunkleren Farbton als deine Hautfarbe. Trage den dunklen Ton an den Bereichen auf, die du schmaler erscheinen lassen möchtest. Dazu gehören:

  • Die Konturen der Wangenknochen (unterhalb der Wangenknochen und entlang der Schläfen)
  • Die Stirnpartie, um sie schmaler wirken zu lassen (seitlich am Haaransatz)
  • Die Kinnlinie und entlang des Kiefers
  • Die Nasenflügel, um eine schmalere Nase zu erzeugen

Mit hellen Tönen hervorheben

Helle Töne bringen bestimmte Bereiche des Gesichts zum Strahlen und sorgen für mehr Dimension. Trage den helleren Farbton auf den höchsten Punkten des Gesichts auf: 

  • Wangenknochen (direkt oberhalb der dunklen Schattierung)
  • Nasenrücken
  • Kinn
  • Die Stirnmitte und unter den Augenbrauen (um die Augenpartie zu öffnen)
  • am oberen Lippenbogen (für einen volleren Lippen-Effekt)

Verblenden ist der Schlüssel

Um ein natürliches Ergebnis zu erzielen, ist das Verblenden essenziell. Achte darauf, dass keine harten Linien oder Übergänge sichtbar sind. Verwende einen Beauty Blender oder einen Pinsel, um die Konturen sorgfältig in die Haut einzuarbeiten. Verblende die hellen und dunklen Töne so, dass sie sich nahtlos ineinanderfügen und ein weiches, definierendes Finish entsteht. 

Rouge und Highlighter

Um das Contouring noch etwas lebhafter zu gestalten verwende ich als nächstes noch Rouge und Highlighter. Mit dem Rouge deiner Wahl, kannst du die dunklen Konturen noch etwas besser in die helleren Bereiche verblenden, um einen weicheren Übergang zu erzielen.

Mit dem Highlighter setzen wir anschließend an den Wangenknochen, dem Nasenrücken und –spitze, sowie dem Kinn und dem oberen Lippenbogen, weitere dezente Glanzpunkte, die im Licht unsere hellen Konturen noch mehr hervorheben. 

Augen-Make-Up mit Lifting-Effekt

Ein gekonntes Augen-Make-up kann die Augen nicht nur betonen, sondern ihnen auch einen verjüngenden Lifting-Effekt verleihen. Mit den richtigen Techniken und Produkten lassen sich Schlupflider kaschieren und der Blick optisch anheben, was ebenfalls dem Countouring zu Gute kommt. 

Augenbrauen betonen

Gepflegte und leicht angehobene Augenbrauen sorgen sofort für einen wacheren Blick. Verwende eine Augenbrauenpomade oder einen Stift, um lichte Stellen aufzufüllen, und bürste die Brauen nach oben. 

Hellen Lidschatten einsetzen

Trage eine helle, matte Farbe unter dem Brauenbogen auf, um die Partie optisch anzuheben. Auch ein sanfter Schimmer im inneren Augenwinkel öffnet das Auge. 

Lidfalte betonen

Setze einen leicht dunkleren, matten Lidschatten in die Lidfalte und verblende ihn nach oben. Das sorgt für Tiefe und hebt das Auge optisch an. 

Eyeliner geschickt anwenden

Anstatt einer dicken, geraden Linie empfiehlt sich ein sanfter, leicht nach oben gezogener Eyeliner. Ein softer Smokey-Effekt mit Kajal kann ebenfalls für einen straffenden Effekt sorgen. 

Wimpern

Ein Wimpernaufschlag kann Wunder wirken! Verwende eine Wimpernzange und Mascara, um die Wimpern nach oben zu biegen und den Blick zu öffnen. Ebenso können Fake-Lashes verwendet werden für mehr Dramatik. 

Fixierung

Fixiere dein Make-up mit einem fixierenden Puder oder Setting Spray, um die Haltbarkeit zu verlängern und sicher zu gehen, dass alles dort bleibt wo es hingehört. Das sorgt dafür, dass die Konturen den ganzen Tag auf der Convention über an Ort und Stelle bleiben. Auch hier kann ich die Produkte von Kryolan nur wärmstens empfehlen.

Tipps für das perfekte Contouring

Wähle die richtigen Farben

Dunkle Töne sollten ein bis zwei Nuancen dunkler sein als dein Hautton, und die hellen Töne sollten einen kühlen oder neutralen Unterton haben, um die Natürlichkeit zu bewahren. 

Berücksichtige deine Gesichtsform

Jeder Gesichtstyp erfordert unterschiedliche Techniken. Bei rundem Gesicht kann beispielsweise mehr Schatten an den Wangen und entlang der Stirn und Kinnlinie gesetzt werden, während ein ovales Gesicht mehr Definition in den Wangenknochen braucht. 

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Von oben, unten oder geradeaus? Die richtige Kamerahöhe und Perspektive für dein Cosplayfoto

Cosplayfotografie ist mehr als nur „auf’s Knöpfchen“ drücken. Ganz gleich, ob du selbst zur Kamera greifst oder vor ihr stehst – dieser Beitrag zeigt dir, wie du mit der richtigen Perspektive noch mehr aus deinen Cosplayfotos herausholen kannst.

Vergiss dabei aber eines nicht: Welche Perspektive dir zusagt ist ganz von deinem persönlichem Geschmack, als auch vom getragenen Cosplay abhängig. Jedes Cosplay wirkt anders. Aber genau das macht die Cosplayfotografie auch so spannend!

Kamerahöhe – So kann sie aussehen

Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht auf welcher Höhe du dein Foto schießt? Damit meine ich noch nicht einmal den Winkel, sondern einfach nur wie hoch du deine Kamera hältst. Wusstest du, dass es durchaus einen Unterschied macht auf welcher Höhe du die Kamera hältst wenn du dein Foto machst?

Ich zeig dir mit ein paar Beispielen, wie sehr sich ein Cosplayfoto allein dadurch verändern kann.

Die Fotos für diesen Beitrag habe ich bewusst dezent bearbeitet und nicht mit Photoshop manipuliert, um dir möglichst ungefiltert zu zeigen, welchen Effekt Kamerahöhe und Perspektive haben können.

Wie du siehst verändert sich das Foto je nach Höhe stark. Fotografierst du von oben oder von unten, dann musst du natürlich auch die Kamera entsprechend anwinkeln. Je extremer die Höhe (und damit auch der Winkel), desto extremer der Effekt.

Wird „mittig“ zum Cosplayer fotografiert, dann kannst du dich beispielsweise zwischen „auf Augenhöhe“ und „auf Höhe der Körpermitte“ entscheiden. Beide Varianten haben ihren Charme. Manchmal ist der Unterschied zwischen den Möglichkeiten subtil, je nachdem wie sehr du in der Höhe variierst.

Letztendlich gibt es kein Richtig und kein Falsch. Teste deine Optionen und finde die Höhe, die dir am besten gefällt und dem Cosplay(er) am meisten schmeichelt.

Die Perspektive macht’s

Wenn ich in meinen Workshops oder Büchern über Posing spreche, dann spreche ich auch über Winkel und Perspektiven. Wie gut eine Pose funktioniert, hängt letztendlich nämlich auch von der Kameraperspektive ab. So wie das Model selbst auch, haben die Designs der Cosplays eine Schokoladenseite. Achte bei der Wahl des Winkels auch auf das Design des Cosplays.

Jede Pose wirkt je nach gewählter Perspektive unterschiedlich. Ebenso wie die Kamerahöhe, trägt der Kamerawinkel, als auch der Bildausschnitt zum Endergebnis bei. Funktioniert eine Pose nicht oder wirkt sie etwas lasch, kann es helfen, die Perspektive zu wechseln.

Trau dich und spiel mit Perspektiven, um spannende Cosplayfotos zu kreieren und eine Geschichte zu erzählen. Kreative Blickwinkel verleihen Cosplayfotos Tiefe und ziehen den Betrachter in ihren Bann – besonders dann, wenn du gezielt mit Tiefenschärfe arbeitest.

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Bodyforming & Crossplay: Die besten Tricks für eine feminine Figur

Bodyforming ist der Prozess, den Körper optisch zu verändern oder zu modellieren, um bestimmte Formen, Linien und Silhouetten zu betonen. Dieser Prozess kann mit Hilfe von speziellen Kleidungsstücken, Accessoires oder sogar Make-up erfolgen. Ziel ist es, ein Idealbild von Körperformen zu kreieren, das oft übertreibend und stilisiert ist – sei es eine extrem betonte Sanduhrform, ein massiver Oberkörper oder eine schmale Taille. 

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Bodyforming ist ein essentieller Bestandteil des Crossplays. Während wir Herren der Schöpfung meist einem Cornetto gleichen (breite Schultern, schmale Hüfte), wollen wir nun mittels Bodyforming eine feminine Sanduhr-Figur erreichen (schmale Taille, breite Hüften). Dies kann auf verschiedene Weisen umgesetzt werden, von der Verwendung von Korsetts bis hin zu Padding. 

Die wichtigsten Techniken des Bodyforming

Korsetts und Mieder

Korsetts sind eines der wichtigsten Werkzeuge im Bodyforming. Sie helfen dabei, die Taille zu verschmälern und eine dramatische Sanduhrfigur zu schaffen, die bei vielen Crossplays sehr begehrt ist.  Für eine schmalere Taille kann u.a. ein Unterbrustkorsett verwendet werden, um diese noch dünner wirken zu lassen als sie in Wirklichkeit ist. Bitte achtet hier darauf euch nur bis zum erträglichen Maß einzuschnüren und übertreibt es nicht. Es heißt zwar, wer schön sein will muss leiden, aber bitte alles mit Maß und Ziel! 

Polsterung (Padding)

Die Polsterung (Padding) ist eine Technik, bei der zusätzliche Materialien wie Schaumstoff, oder Silikon verwendet werden, um bestimmte Körperpartien wie Hüften, Brüste oder das Gesäß hervorzuheben. Zum Thema Fake Boobies erfährt ihr mehr im Beitrag „Brust raus – Fake Boobies für dein Cosplay“. Hüftpads können entweder selbst aus Schaumstoff gebastelt werden (hierzu findet ihr einige Tutorials auf YouTube) oder schon fertig online bestellt werden. Besonders wichtig für eine ebenmäßige Figur ist es, diese mittels Shapewear noch richtig in Form zu bringen und zu glätten. 

Shapewear

Shapewear ist eine Art von Figur formender Unterwäsche, die dazu verwendet wird, die Körperlinie zu glätten und eine gleichmäßige Silhouette zu erzeugen. Sie wird oft unter den Kostümen getragen, um die Form des Körpers zu perfektionieren.  Shapewear kann dabei helfen, den Körper optisch zu straffen, und sorgt dafür, dass Polsterungen gut an unserem Körper sitzen und nicht verrutschen. Bei etwas gewagteren Outfits empfiehlt es sich auch eine blickdichte Strumpfhose im jeweiligen Hautton zu tragen, um die Hüftpolsterungen besser zu kaschieren. 

Weitere Tipps zum Bodyforming

Wig-Stacking – Mehr ist mehr 

Auch die richtige Wahl der Perücke ist ein wesentlicher Bestandteil des Bodyformings. Eine voluminöse Perücke lässt das Gesicht sowie evtl. breitere Schultern schmäler wirken. Sollte die gewählte Wig nicht genügend Haar aufweisen, kann schon leicht Abhilfe geschaffen werden, in dem ihr zwei Perücken miteinander verbindet.  Diese Technik nennt sich Wig-Stacking. Durch das Zusammenführen zweier Wigs, diese könnt ihr annähen oder auch mit Kabelbindern verbinden, erhaltet ihr automatisch mehr Volumen. Auch das Füllen mit Füllmaterial der zweiten, oben aufliegenden, Wig sorgt für mehr Höhe und Volumen. 

Körperhaltung und Körperspannung 

Um euere neu geformte Silhouette auch perfekt in Szene zu setzen, bzw. noch besser zu betonen, gibt es auch noch weitere Tipps und Tricks beim Posing. Während das Korsett eure Taille schmälert, unterstützt es euch auch bei der Körperhaltung. Wer schon mal in einem Korsett eingeschnürt war, weiß wie sehr dies zu einer aufrechten Körperhaltung beitragen kann. 

Ihr könnt jedoch mit Körperspannung noch besser auf eure neuen Kurven hinweisen. Im Blogbeitrag „Der ultimative Posing-Tipp: Körperhaltung & Körperspannung“ von SajaLyn erhaltet ihr viele hilfreiche Tipps dazu. 

Weitere Beiträge aus der Kategorie “Crossplay” findest du hier: category/crossplay

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Die Schattenseiten der Cosplay-Community: Wenn Streitigkeiten in die Öffentlichkeit gezerrt werden 

Die Cosplay-Community ist ein Ort der Kreativität, der Begeisterung und des Zusammenhalts. Doch wie in jeder sozialen Gruppe gibt es auch hier Konflikte. Leider werden Streitigkeiten in der Szene oft nicht privat geklärt, sondern öffentlich ausgetragen. Besonders problematisch wird es, wenn Chatverläufe als Screenshots in Storys oder Posts geteilt werden und dadurch eine Art digitale Hexenjagd entsteht.

Die Folgen sind dramatisch: Betroffene sehen sich nicht nur mit Hassnachrichten, sondern in extremen Fällen sogar mit Todesdrohungen konfrontiert. Dieser Beitrag soll aufzeigen, warum dieses Verhalten schädlich ist, welche Konsequenzen es für alle Beteiligten hat und welche Alternativen es gibt, um Konflikte fair und respektvoll zu lösen. 

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Warum ist es problematisch, Streitigkeiten öffentlich zu machen? 

1. Eskalation statt Lösung 

Wenn ein Streit öffentlich gemacht wird, stehen Emotionen oft im Vordergrund. Anstatt nach einer friedlichen Lösung zu suchen, fühlt sich mindestens eine Partei dazu gezwungen, sich zu verteidigen. Dies führt meist dazu, dass die Situation weiter eskaliert, weil Freunde und Anhänger sich auf die Seite einer der beteiligten Personen stellen und die Diskussion anheizen. 

2. Fehlender Kontext

Screenshots von Chatverläufen zeigen oft nur einen Teil der Geschichte. Nachrichten können aus dem Zusammenhang gerissen werden, was zu Missverständnissen führt, oder gezielt manipuliert werden, um eine bestimmte Darstellung zu unterstützen. Die Öffentlichkeit sieht nur das, was gezeigt wird, und kann sich daher keine vollständige Meinung bilden. 

3. Rufschädigung und langfristige Konsequenzen 

Das Internet vergisst nie. Wer einmal in einen öffentlichen Streit verwickelt war, kann noch Jahre später darunter leiden. Arbeitgeber, Freunde oder künftige Kooperationspartner können auf diese Vorfälle stoßen und falsche Schlüsse ziehen. Ein Moment der Wut oder der Fehlkommunikation kann somit langfristige Folgen haben. 

Foto: kevinrzk

Welche Konsequenzen hat dieses Verhalten für alle Beteiligten? 

Nicht nur die direkt betroffenen Personen leiden unter öffentlichen Streits – auch die gesamte Community wird dadurch negativ beeinflusst: 

  • Betroffene: Erleiden oft schwere psychische Schäden, müssen mit Hass und Mobbing umgehen und können ihren guten Ruf dauerhaft verlieren. 

  • Veröffentlichende Person: Macht sich selbst angreifbar, da sich die Situation auch gegen sie wenden kann. Zudem kann das eigene Verhalten als toxisch wahrgenommen werden und den eigenen Ruf schädigen.
  • Community: Wird durch Drama und Negativität gespalten, wodurch der eigentlich positive und kreative Kern der Szene leidet. 

Was kann man stattdessen tun?

  • Direkte Kommunikation: Anstatt sofort die Öffentlichkeit einzubeziehen, sollte der direkte Dialog gesucht werden. Ein klärendes Gespräch – sei es schriftlich oder persönlich – kann viele Missverständnisse aus dem Weg räumen und eine Eskalation verhindern. 

  • Streitschlichter: Wenn ein Streit nicht allein gelöst werden kann, kann eine neutrale dritte Person vermitteln. Dies könnte eine gemeinsame Freundin oder eine andere Vertrauensperson sein, die die Situation objektiv betrachtet.

  • Abstand: Manchmal ist es besser, sich aus einem Konflikt herauszuhalten und sich nicht von Emotionen leiten zu lassen. Ein paar Tage Abstand können helfen, die Situation mit kühlerem Kopf zu betrachten und eine vernünftige Entscheidung zu treffen. 

  • Respektvoller Umgang: Auch wenn eine Einigung nicht möglich ist, sollte man sich respektvoll voneinander trennen. Öffentliche Bloßstellungen und Hetze sind nicht der richtige Weg, um mit Meinungsverschiedenheiten umzugehen. 

  • Unterstützung für Betroffene: Falls man sieht, dass jemand Zielscheibe eines öffentlichen Angriffs wird, kann man helfen, indem man sich gegen Hasskommentare stellt oder der betroffenen Person direkt Unterstützung anbietet. 

Fazit

Die Cosplay-Community lebt von Kreativität, Vielfalt und gegenseitigem Respekt. Öffentlich ausgetragene Streitigkeiten schaden nicht nur den direkt Beteiligten, sondern auch der gesamten Szene. Jeder sollte sich bewusst machen, dass das Veröffentlichen von Chatverläufen schwere (rechtliche) Konsequenzen haben kann. Stattdessen sollten wir alle daran arbeiten, respektvoller miteinander umzugehen und Konflikte auf eine reife, faire und private Weise zu klären. 

Lasst uns die Cosplay-Szene zu dem machen, was sie sein sollte: Ein Ort der Kreativität, des Spaßes und des Zusammenhalts. #CosplayRevolution 

Weitere Beiträge aus der Kategorie “Let’s Talk” findest du hier: 
category/just-cosplay/

Zum Anhören:
All About Cosplay 032 – Das richtige Mindset
All About Cosplay 033 – Kritik im Hobby
All About Cosplay 036 – Social Media & Frust

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All About Cosplay 057 – Dein Einstieg in die Cosplayfotografie

Hast du mit dem Gedanken gespielt einmal selbst als Fotograf Cosplays in Szene zu setzen? Dich juckt es in den Fingern, aber du weißt nicht wo du anfangen sollst?

Roland aka lichtbogen_cosplay gibt dir praktische Tipps, wie du den Einstieg in die Cosplayfotografie meisterst. Wir verraten dir außerdem, worauf es bei dieser Art der Fotografie ankommt und wie du dich schnell weiterentwickeln kannst.

Tipp: Schau doch gerne mal beim Podcast der Cosplay Legacy vorbei, um von anderen Fotografen zu lernen.

Interessante Blogeinträge zum Thema kannst du hier entdecken: category/posing-fotografie

Passende Episoden zum Thema:
024 Häufige Fehler in der Cosplay-Fotografie
047 – Fotobearbeitung Teil 1 – Lightroom
048 – Fotobearbeitung Teil 2 – Photoshop
049 – Selbstwahrnehmung und Fotobearbeitung

Lese-Tipp: Polyester Pictures – Shooting Tipps für Conventions

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Wenn die Fahnen wehen: Achte auf Red Flags bei Cosplayfotografen

Red Flags? Was soll das denn nun? Red Flags, zu deutsch rote Flaggen, stellen im übertragenen Sinne Warnzeichen dar. Sie drücken aus „Achtung, hier solltest du jetzt besonders vorsichtig sein!“.

Im Kontext von Cosplay und Fotoshootings können sie ein Anhaltspunkt für dich sein, um dir darüber klar zu werden, ob der Fotograf geeignet ist. Es gibt einige Red Flags, die dir sofort sagen „Meide diesen Fotografen!“ und dann gibt es wieder welche, die in deinem Ermessen liegen. Hier kommt es ganz auf dein persönliches Empfinden an wie du diese gewichtest.

Grundsätzlich möchte ich dir ans Herz legen, nichts zu tun, bei dem du dich unwohl fühlen würdest. Geh im Zweifel immer auf Nummer sicher und achte auf dich und deine Freunde. Damit ein Shooting gelingen kann, ist es elementar, dass die Kommunikation stimmt und sich beide Seiten an Absprachen halten.

Pünktlichkeit sollte auf beiden Seiten selbstverständlich sein. Missverständnisse oder Unvorhergesehenes kann immer mal passieren, wichtig ist, dass man rechtzeitig darüber spricht und offen aufeinander zu geht. Wenn du bereits mit einem schlechten Gefühl das Shooting vereinbarst, dann ist es vermutlich keine gute Idee dieses auch durchzuziehen. Je besser ihr im Vorfeld kommuniziert, Erwartungen, Wünsche und eventuelle Schwierigkeiten austauscht, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Shooting reibungslos verläuft und alle mit dem Endergebnis zufrieden sein werden.

Danke an die Community, die dazu beigetragen hat diese Listen zu vervollständigen. PS: Übrigens sind diese Red Flags nicht an ein Geschlecht gebunden und können nicht nur bei Fotografen auftreten mit denen du zum ersten Mal zusammenarbeitest!

Hier werden deutliche Grenzen überschritten

Wenn diese roten Flaggen wehen, solltest du Abstand gewinnen:

  • Das Portfolio des Fotografen ist sehr einseitig oder nicht vorhanden. (Einseitig wie in etwa: „Nur junge halbnackte Frauen“)
  • Private Infos, welche für das Shooting nicht relevant sind, wie bspw. die eigene Wohnadresse, werden gezielt erfragt. (Außer natürlich ihr habt vereinbart, dass dich der Fotograf von Zuhause abholt.)
  • Andere Cosplayer raten eindringlich von einem Shooting ab.
  • Du darfst keine Begleitperson zum Shooting mitbringen.

  • Deine persönlichen Grenzen werden nicht respektiert.
  • Der Fotograf flirtet ständig mit dir und sucht Körperkontakt.
  • Dein Aussehen, also vor allem dein Körper und nicht dein Cosplay, werden (unangemessen) kommentiert.
  • Du erhältst (wiederholt) das Angebot in die Aktfotografie einzusteigen. (Du hast hier keine Erfahrung und / oder kein Interesse.)

  • Der Fotograf redet in deiner Anwesenheit schlecht über andere. (Vermutlich würde er auch so über dich sprechen.)
  • Ganz spezielle Motivwünsche, die persönliche Vorlieben erfüllen sollen, werden gezielt geäußert. Beispielsweise nackte Füße, explizite Posen, freizügige Outfits, Lack & Leder, oder oder oder.
  • Nach dem Shooting ist die Festplatte plötzlich kaputt und die Fotos sind weg.

Bei diesen Punkten gibt es wenig Spielraum für echte Missverständnisse.

Bitte fragen!

Ein weiterer häufig genannter Punkt war: „Der Fotograf berührt das Kostüm / die Perücke ohne vorher zu fragen.“

Im besten Fall fragt der Fotograf während des Shootings, ob es in Ordnung ist, wenn er Teile des Kostüms oder die Perücke für dich korrigiert, sollte es notwendig sein. In der Regel fallen diese Berührungen kurz und zielgerichtet aus, um schnell das Cosplay für das Foto zu optimieren. Es geht nicht um die Berührung an sich oder um Körperkontakt.

Sollten dir Berührungen unangenehm sein, dann ist es umso wichtiger, dass du das vor dem Shooting klar kommunizierst. Nur wenn der andere davon weiß, kann er auch Rücksicht nehmen. Das gilt im übrigen grundsätzlich, denn Kommunikation ist der Schlüssel für ein erfolgreiches Shooting und Miteinander! Hast du eine Begleitperson dabei, dann kannst du diese bitten auf dein Kostüm zu achten und notwendige Optimierungen vorzunehmen.

Achtung: Deine Begleitperson sollte einige Eigenschaften mitbringen, damit sie das Shooting nicht stört. Achte darauf eine zuverlässige Person auszusuchen, der du vertraust. Sie sollte achtsam sein und sich nicht in den Vordergrund spielen. Auch die Kommunikation mit dem Fotografen ist wichtig, sodass der Shootingablauf nicht gestört wird und deine Begleitperson positiv beitragen kann.

Kein No Go, aber auch nicht positiv

Bei diesen Flaggen spielt dein persönliches Ermessen, als auch die jeweilige Situation eine deutlich größere Rolle:

  • Die Kommunikation mit dem Fotograf gestaltet sich schwierig.
  • Der Fotograf ist leidenschaftslos und „drückt nur auf’s Knöpfchen“.
  • Es dauert sehr lange bis du die fertigen Fotos erhältst.
  • Fotos neuerer Shootings werden schneller bearbeitet und veröffentlicht, als die Fotos älterer, noch nicht abgeschlossener, Shootings.
  • Fotos werden ohne Freigabe des Cosplayers veröffentlicht.

Manchmal muss man erst einmal ein Shooting mit einem Fotografen haben, damit bestimmte Red Flags erkennbar werden. Ob du zeitnah die vereinbarten Fotos erhältst, kannst du leider erst nach dem Shooting erfahren.

Ich hatte selbst leider schon unzählige Fotoshootings, auch mit Fotografen mit denen es zuvor lange gut funktionierte, bei denen ich bis heute keine Fotos bekommen habe. Daher habe ich mir eine einfache Regel aufgestellt:

Ich frage frühestens nach 2 Wochen zum ersten Mal nach den Fotos, sofern nichts anderes vereinbart wurde. Erst wenn erneut 2 Wochen vergangen sind, frage ich ein weiteres Mal nach. Wenn ein Shooting länger als 6 Monate her ist und ich noch keine Fotos habe, dann kann ich davon ausgehen, dass ich auch keinerlei Fotos erhalten werden.

Red Flags bei Cosplayern

Aber auch wir Cosplayer haben unsere Red Flags, die Fotografen davor bewahren mit uns zu shooten. Ich habe die Community gefragt und das waren unter anderem die Antworten:

  • Fotos werden ohne Credits (Nennung und Verlinkung des Fotografen) veröffentlicht.
  • Du konzentrierst dich nicht auf’s Shooting.
  • Keine Beteiligung bei der Vorbereitung oder Planung des Shootings. (Keine eigenen Ideen.)
  • Fotos sollen im Stile eines anderen Fotografen bearbeitet werden.
  • Du bearbeitest die fertigen Fotos ohne Absprache nach oder nutzt Filter.
  • Du möchtest die Fotos kommerziell nutzen, aber der Fotograf wurde vorab nicht um Erlaubnis gefragt.

Keine wirklichen Red Flags, aber definitiv Punkte, die du vermeiden solltest:

  • Du hast dein Kostüm nicht gebügelt.
  • Grundsätzlich hast du dein Cosplay schlecht vorbereitet, vorab noch nie getragen oder es fehlen wichtige Teile.
  • Du benötigst bestimmte Anpassungen in Photoshop, aber hast diese vorab nicht besprochen.

Und nu?

Sicher lassen sich die Listen auf beiden Seiten beliebig durch persönliche Erfahrungen und konkrete Situationen ergänzen. Dieser Beitrag dient allerdings nicht dazu, dass sich am Ende des Tages eine Seite besser oder schlechter fühlt. Er soll lediglich ein kleiner Leitfaden sein, damit du dich in der, gerade zu Beginn, überwältigenden Welt der Cosplayfotografie besser zurecht findest und du wenige negative Erfahrung machen musst.

Im besten Fall hältst du dich an die Empfehlungen deiner Freunde und testest neue Fotografen in einer möglichst sicheren Umgebung mit Begleitperson. Auch wenn Conventions selten tolle Shootinglocations sind, so sind sie doch ein vergleichsweise sicherer Ort, um ohne großen Aufwand mit neuen Leuten zu shooten und Erfahrungen zu sammeln.

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All About Cosplay 055 – Perspektivenwechsel Fotoshooting

Wie läuft eigentlich ein Cosplayfotoshooting ab? Gibt es viel vorzubereiten und wie unterschiedlich nehmen Fotograf und Cosplayer den Ablauf wahr?

Gemeinsam mit Roland aka lichtbogen_cosplay arbeiten wir uns in dieser Episode durch die Vorbereitung, das Shooting selbst sowie die Nachbereitung. Außerdem räumen wir mit ein paar Gerüchten auf und berichten von unseren persönlichen Erfahrungen aus den letzten Jahren.

Die angesprochenen „Red Flags“ der Episode findest du unter anderem auch in diesem Beitrag:
TFP-Shootings & was du darüber wissen solltest

Das YouTube Video wurde am 27.02.2019 veröffentlicht.

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Passende Episoden zum Thema:
024 Häufige Fehler in der Cosplay-Fotografie
049 – Selbstwahrnehmung und Fotobearbeitung

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All About Cosplay 054 – Cosplay Events organisieren

Hast du schon einmal mit dem Gedanken gespielt eine eigene Cosplay Veranstaltung zu organisieren? Dann ist diese Episode für dich! Philipp, von Beruf Veranstaltungstechniker, und ich sprechen darüber was es bedeutet, eine Cosplay Convention zu planen und auszuführen.

Wir geben dir einen Überblick darüber, welche Kosten auf dich zukommen könnten, wie du Einnahmen erzielen kannst und natürlich auch, welche Programmpunkte immer gut ankommen.

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Passende Episoden zum Thema:
050 – Cosplay Conventions 2.0

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