Making of: Bloom – Winx Club

Winx Club war eine der Serien, die ich als Kind gerne angeschaut habe. So spukte mir die Idee eines Bloom Cosplays auch schon lange in meinem Kopf herum. Durch den Ausfall von Workshops, Conventions und Shootingprojekte durch Corona, dachte ich mir, es wäre doch mal an der Zeit das Cosplay umzusetzen. Zwischenzeitlich hatte ich aber so viel auf meiner To-Do-Liste, dass ich gar nicht dazu gekommen wäre. Als ich dann bei einem Gewinnspiel der lieben eden_craft (feenladen) ein paar Flügel gewann, musste ich Bloom als spontanes improvisiertes Projekt einfach dazwischen schieben.

Wer mir mich schon des öfteren mal gefragt hatte, wie ich meine Cosplays angehe, verarbeite und wo ich vor allem meine Schnittmuster her habe, der weiß, dass ich nach dem Prinzip „trial and error“ vorgehe. Ich improvisiere viel und lerne dadurch einfach mindestens genauso viel. Ebenso entstand also auch Bloom. Es gibt einige Aspekte am Kostüm, die ich im Nachhinein noch einmal verbessern oder ändern würde, aber ich denke, dass dir der Blogeintrag helfen wird. Egal, ob du es genauso machst oder dadurch einfach nur lernst, wie du es nicht machen möchtest.

Schnittmuster

Hin und wieder werde ich gefragt, woher ich die Schnittmuster für meine Cosplays nehme. Tatsächlich habe ich hierfür drei Varianten.
1. vorgefertigte / gekaufte Schnittmuster, die super passen oder die ich minimal abändern muss.
2. selbst gefertigte Schnittmuster, für die ich mich komplett eintape und das Schnittmuster an meinem Körper aufmale (dazu mehr im kommenden Blogeintrag zum Making of von Tira)
3. Kleidung als Basis für Schnittmuster

Im Falle von Bloom, habe ich vorhandene Kleidung als Basis für ein neues Schnittmuster genutzt. Ich hatte ein bauchfreies Oberteil Zuhause, dass einen guten Ausgang für Blooms Top bot. Da die Feen bei Winx Club sehr unrealistische Körperformen haben, habe ich mich bewusst davon verabschiedet sehr akkurat zu arbeiten. Dementsprechend weicht meine fertige Version etwas vom originalen Design ab.

Für den Rock verglich ich zunächst alle meine Möglichkeiten und entschied mich dann dafür den Rock des Skaterkleides abzuändern. Ich pauschte den Rock zunächst im Bruch ab, um ihn anschließend entsprechend meiner Vorstellung abzuändern.

Für die Armstulpen improvisierte ich kurzerhand einen Schnitt selbst. Da ich aufgrund der Corona-Situation noch immer zum Sparen gezwungen bin, konnte ich mir meine Wunschschuhe nicht leisten. Dementsprechend improvisierte ich eben auch Schuhüberzieher. Nicht meine erste Wahl, aber in diesem Fall die beste Lösung.

Gerade wenn man mit keinem gekauften oder vorgefertigten Schnittmuster arbeitet, bietet es sich immer an, Kostümteile vorab zur Probe zu nähen. Da ich leider keinen ähnlichen Stoff zur Probe zur Hand hatte, aber genug vom eigentlichen Stoff, nähte ich einfach darauf los.

Näharbeit

Den passenden Stoff für Bloom fand ich auf Amazon Italien. Der Stoff ist farblich wirklich schön, schimmernd und glitzernd, stretcht (nicht in alle Richtungen) und leider aber auch etwas durchsichtig. Dementsprechend nähte ich das Cosplay zweilagig, sodass die rechte Stoffseite sowohl auf der Innen- als auch Außenseite sichtbar ist. Ein weiterer Nachteil meiner Stoffwahl war, dass der Stoff leider beschädigt, sobald er zu stark stretcht. Da ich weder einen Reißverschluss noch einen sonstigen Verschluss einarbeiten wollte, musste ich also darauf achten, dass ich das Kostüm nicht zu eng verarbeitete.

Da ich stets nach dem „trial and error“ Prinzip arbeite, habe ich es mir schon angewöhnt, mehr als genug Stoff zu bestellen. Natürlich wäre eine akribischere Planung deutlich schonender für den Geldbeutel.

Das Oberteil

Tatsächlich musste ich das Oberteil zweimal nähen, da es mir beim ersten Mal etwas zu eng geriet. Zudem nahm ich ein paar weitere kleine Änderungen vor. Um das Oberteil zu vergrößern, platzierte ich das Schnittmuster nicht direkt am Stoffbruch, sondern ein paar cm entfernt.

Die zweite Variante war mir dadurch etwas zu groß, was ich aber problemlos beheben konnte. Zudem platzierte ich am Rücken unten zwei Abnäher und vorne auf der Brust. Dadurch optimierte ich die Passform.

Der Rock

Der Rock war tatsächlich sehr einfach genäht. Eigentlich tragen die Winx Club Mädchen sehr sehr kurze Rocke. Da die Feen aber alle auch sehr unrealistische Körperformen haben und keine einzige auch nur ein ausladendes Hinterteil besitzt, ist das nicht einfach so 1 zu 1 umsetzbar. Also verlängerte ich den Rock für mich.

Aufgrund des Stretchanteils verzichtete ich auf einen Gummizug. Für den Schlitz des Rocks schnitt ich diesen ein und nähte die Kanten um. Grundsätzlich wäre auch ein A-Linien-Rock denkbar gewesen, allerdings wurde mir von einer befreundeten Winx-Cosplayerin aufgrund der eingeschränkten Beweglichkeit davon abgeraten.

Armstulpen & Schuhüberzieher

Für die Armstulpen nähte ich entsprechend meines improvisierten Schnittmusters ein oberes Teil mit Spitze und ein kürzeres Unterteil.

An der Spitze befestigte ich noch eine Schlaufe, sodass die Stulpen beim Tragen auch Ort und Stelle bleiben. Tatsächlich möchte ich bei Gelegenheit noch einmal Stulpen in dieser Art nähen. Dann aber aus einem anderen Stoff, welcher etwas mehr der Vorlage entspricht.

Die Schuhüberzieher nähte entsprechend meines Schnittmusters rechts auf rechts zusammen, ließ die Sohlen offen, stülpte den Stoff um und platzierte ihn zur Probe auf meinem Schuh. Anschließend steckte ich überstehende Stellen ab, nähte die Öffnung um verband die Sohlenöffnung mit zwei Gummizügen. Der Gummi sorgt dafür, dass der Schuhüberzieher bei Bewegung an Ort und Stelle bleibt.

Flügel für eine Fee

Wie eingangs erwähnt, gewann ich bei der lieben eden_craft ein paar Flügel meiner Wahl. Die Flügel sind an einer U-Halterung befestigt. Diese Halterung ist üblicherweise für Corsagen gedacht. Um die ursprüngliche Halterung für mein Cosplaydesign nutzen zu können, musste ich also ein paar kleine Änderungen vornehmen.

Mit einer Verbindung hochkant und quer befestigte ich ein Gummiband (schwarz) mit Verschluss. Dieses sitzt beim Tragen unterhalb der Brust. Damit die Flügel nicht nach hinten kippen, habe ich zusätzlich zwei Träger als Schlaufen befestigt, durch die ich das schwarze Gummiband zog.
Damit das Konstrukt unter dem Kostüm verschwindet, habe ich auf passender Höhe einen Schlitz in as Rückenteil des Oberteils gezogen.

Beim Tragen verdecken dann die Haare der Perücke den Schlitz und so ist die gesamte Konstruktion gut in das Kostüm integriert.

Krönchen und Steinchen

Zu guter Letzt fehlen natürlich noch der Bruststein und das goldgelbe Krönchen. Das Krönchen formte ich zunächst auf die schnelle mit Fimo. Sicher, wäre das noch etwas sorgfältiger und eleganter gegangen. 😉
Anhand dieser Krone bildete ich mit Siligum eine Form. Siligum besteht auf einer blauen und weißen Masse, welche im Mischverhältnis 1 zu 1 langsam zu einer Silikonmasse „aushärtet“. Sie ist also super dafür geeignet andere Gegenstände abzuformen.

Die Silikonformen dienen dazu, Steine aus Kristallharz aushärten zu lassen. Kristallharz ist recht einfach zu nutzen und im richtigen Mischverhältnis (2x A + B) härtet das Harz vollständig aus. Kristallharz ist üblicherweise ungefärbt und klar, es gibt es aber auch eingefärbt. Falls die richtige Farbe nicht dabei ist oder du lieber mit dem durchsichtigen Kristallharz arbeitest, gibt es zum Beispiel auch die Möglichkeit das Harz mit Glasmalfarbe einzufärben ist. Achte hierbei darauf nur geringe Mengen beizumischen.

Nach 24 Stunden ist das Kristallharz vollständig ausgehärtet. Die Rückseite des Steins und der Krone bemalte ich zusätzlich mit Nagellack. Dies ist kein Muss, kann aber bei stark durchsichtigen Steinchen doch einen großen Unterschied machen.
Mit Heißkleber befestigte ich eine Broschenhalterung an dem Stein und eine Haarklammer an der Krone.

Das fertige Cosplay

Ich hoffe, ich konnte dir einen guten Einblick verschaffen, wie ich das Cosplay auf die Schnelle angefertigt habe. Hoffentlich hilft dir der ein oder andere Work in Progress weiter. 🙂
Natürlich möchte ich dir nun auch ein paar Fotos des fertigen Cosplays zeigen, sodass du einen guten Gesamteindruck erhältst.

Wenn du noch Fragen hast oder ich dir mit diesem Blogeintrag helfen konnte, dann lass es mich gerne wissen. Ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar!

Weitere Beiträge zum Thema „Making of“ oder „Tutorials“ findest du hier:
Making of / Tutorial

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Drei Haselnüsse für Aschenbrödel – Ballkleid Cosplay selber machen

Seit ich cosplaye, träume ich davon Aschenbrödels Ballkleid aus dem deutsch-tschechischen Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ von 1973 zu tragen. Ich bin mit dem Film groß geworden und seit jeher ist es für mich die perfekte Aschenputtel Verfilmung!

Inzwischen habe ich das Ballkleid sogar zweimal genäht – Zum ersten Mal in 2020 und ein weiteres Mal in 2026. Im folgenden zeige ich dir, wie ich dabei vorgegangen bin und was ich beim zweiten Kleid anders gemacht habe. Neben mir gibt es sicher noch einige andere Fans, die den Traum vom Aschenbrödel Ballkleid hegen. Da es wenig Referenzmaterial gibt, hoffe ich, dass dir dieser Blogeintrag helfen wird, um deinem Traum ein kleines Stück näher zu kommen!

Dieser Beitrag wurde zuletzt am 16.04.2026 aktualisiert.

Die Qual der Wahl – Der passende Stoff für Aschenbrödel

Wer sich bereits mit der Suche nach dem Stoff für Aschenbrödels Ballkleid beschäftigt hat, weiß, dass es kaum möglich ist ein perfektes Replikat zu finden. Auf der Suche nach Referenzmaterial fällt zunächst auf, dass es unterschiedliche Versionen des Ballkleids gibt. Meines Wissens nach gibt es zum einen das originale Ballkleid, welches scheinbar in den Barrandov Studios in Prag aufbewahrt wird. Hin und wieder findet sich tatsächlich auch online ein Foto des Originals.

Vergleicht man aktuelle Fotos des Ballkleids mit den Darstellungen im Film, so kommt man nicht umhin, Farbabweichungen festzustellen. Das könnte unter anderem am Licht, der analogen Filmtechnik sowie an der Alterung liegen. Etwas, das die Suche nach einem passenden Stoff nicht unbedingt erleichtert.

Wie erwähnt, gibt es noch ein weiteres Ballkleid. Am Drehort Moritzburg findet jährlich eine Ausstellung zum Film Drei Haselnüsse für Aschenbrödel statt. Dort findet man in der Regel, neben ein paar Originalen, auch ein Replik des Ballkleids von Aschenbrödel. Vergleicht man Replik mit Original, so fällt auf, dass der Hauptstoff des Repliks sowohl im Muster als auch in Farbe vom Original abweicht.

Egal ob man sich nun am Replik oder am Original orientiert, es ist beinahe unmöglich einen identischen Stoff zu finden. Entsprechend hatte Ich mich bereits mit dem Gedanken abgefunden, dass ich den perfekten Stoff für das Ballkleid nie finden würde.

Deshalb beschloss ich mich eher an meiner persönlichen Vorstellung des Ballkleids zu orientieren, anstatt mich weiterhin bei meiner Suche verrückt zu machen. Bei meiner ersten Version verliebte ich mich in einen Stoff, den ich auf etsy fand. Kurz nachdem ich das Ballkleid vollendete, fand ich einen Brokat aus der Yaya Han Kollektion in einer deutlich sanfteren Komposition.

Abgestimmt auf die jeweiligen Stoffe suchte ich farbig passenden Chiffon. Für die erste Version fand ich einen etwas knalligeren rosafarbenen Chiffon. Für die zweite Version wurde ich dann in einer sanften Farbvariante fündig.

Nachdem ich für mich passende Stoffe gefunden hatte, wurde ich von nekoyona auf goldbrokat.eu aufmerksam gemacht. Eine Weberei, in der unter anderem Brokate auf historischen Webstühlen entstehen und bei der angeblich sogar der Originalstoff nachgewebt werden kann. Da es jedoch kein Muster gab und ich beim Abgleich der verschiedenen Darstellungen keine eindeutige Grundlage gefunden habe, habe ich mich am Ende gegen diese doch sehr teure Variante entschieden.

Ein Diadem für eine Prinzessin und eine königliche Kette

Bevor ich mich an das Nähen des Ballkleids wagte, widmete ich mich dem Schmuck. Ebenso wie bei der Stoffwahl, konzentrierte ich mich beim Schmuck stärker die Grundidee der Komposition anstatt auf absolute Akkuratesse. Die Perlen wählte ich so, dass sie möglichst stimmig zu meinem Kleid passen würden.

Ich muss zugeben, dass ich das Design der Kette noch nie sonderlich ansprechend fand. Hier hatte ich zwei Vorlagen nach denen ich arbeiten konnte. Zum einen die eigentliche Kette aus dem Film und zum anderen ein Replik, das für die Ausstellung in Schloss Moritzburg angefertigt wurde. Für meinen ersten Versuch hatte ich noch keine gute Idee, wie ich den silbernen Part umsetzen sollte.

Bei meinem zweiten Versuch hatte ich dann die zündende Idee: Dieses Mal arbeitete ich mit UV Resin, Rosenquarz Cabochon, passender Lünette und Strasssteinen. Am Ende gefiel mir die Kette tatsächlich sehr gut!

An dieser Stelle möchte ich der lieben Nana Cosa danken. Sie ist ebenfalls eine Aschenbrödel Cosplayerin und hatte mir bei meiner ersten Umsetzung einige Fragen zum Schmuck beantwortet sowie ein paar Referenzfotos gesendet. Vielen lieben Dank dafür!

Mit schicker Frisur zum Ball

Geht es dir wie mir und du hast nicht die passende Haarlänge (oder die passende Haarfarbe), dann musst du auf eine Perücke zurückgreifen, solltest du Aschenbrödels Frisur nachempfinden wollen. Beim ersten Mal entschied ich mich für eine vorgestylte Perücke. Beim zweiten Mal wurde es eine klassische Lace Front Perücke, die ich vollständig selbst frisieren musste.

Für besseren Grip, nutzte ich ein Kreppeisen, um die Perücke einmal vollständig damit vorzubereiten. Für die Umsetzung der Frisur orientierte ich mich an diesem Tutorial. Die Basis der Frisur ist ein hoher Zopf, der mit einem Haardonut zum Dutt gefasst wurde. Dabei wird ein Teil des Zopfs nicht mitgefasst, um einzelne gelockte Strähnen um den Donut zu legen und um eine Strähne dabei gelockt aus dem Zopf hängen zu lassen.

Ein silbergewirktes Kleid mit Schleppe zum Ball

Für mein erstes Ballkleid wählte ich ein Schnittmuster aus dem Schnittmusterbuch „Kleider nähen“ von EMF. Für mein zweites Ballkleid entschied ich mich für den Schnitt „Zoria“ von dressmakingamore. Bei beiden Schnittmustern musste ich Änderungen vornehmen, um sie an meinen Körper und meinen Vorstellungen anzupassen. Um kein Risiko einzugehen, empfiehlt es sich vorab einen Probeschnitt zu nähen. So kannst du auch am besten einschätzen welche Anpassungen notwendig werden.

Während ich beim ersten Mal noch ohne Futterstoff gearbeitet habe, lernte ich beim zweiten Mal daraus, denn beide Stoffe sind auf der linken Stoffseite leicht kratzig . Da ich klassischen Futterstoff nicht besonders leiden kann, wählte ich einen leichten Baumwollstoff, um mein Kleid (2. Version) damit zu füttern.

Während das Grundkleid relativ schnell und einfach genäht ist, mussten noch Ärmel als auch die gedrehten Schlangen aus Chiffon am Kleid angebracht werden. Die gedrehten Schlangen sind etwas schwierig zu händeln, weshalb ich sie langsam und Schritt per Schritt mit der Hand am Kleid angenäht habe.

Als nächstes war der Gürtel an der Reihe. Um den Prozess zu erleichtern, zeichnete ich das Design zunächst auf Papier, um es anschließend mit einem Leuchttisch auf den Stoff zu übertragen. Den Gürtel verstärkte ich mit etwas Bügeleinlage, um ihm mehr Stand zu geben. Anschließend überzog ich ihn mit Chiffon, nicht weil es beim Original so gelöst wurde, sondern weil sich der Gürtel so optisch besser in den Gesamtlook einfügt. Für den Verschluss wählte ich Druckknöpfe.

… mit Schleppe zum Ball

Nun fehlt nur noch die Schleppe zum Kleid. Wie bei vielen Details des Aschenbrödel Ballkleids gab es auch hier wieder zwei Varianten, an denen man sich orientieren konnte. Für die Form der Schleppe wählte ich im Grunde ein langes Rechteck. Während ich beim ersten Mal die Ränder noch knapp umnähte, konnte ich dieses Mal auf die Rollsaumfunktion meiner Overlock zurückgreifen und so ein schöneres Ergebnis erzielen.

Nachdem die Schleppe genäht wurde, konnte sie auch schon bemalt werden. Aus meinen ersten Versuchen wusste ich, dass Stoffmalstifte die beste Option hierfür sind. Da Chiffon durchscheinend ist, konnte ich meine Vorlage direkt unter der Schleppe platzieren und so den Phönix einfach nachzeichnen. Dennoch war beim Malen Vorsicht geboten, da die Farbe auf Chiffon leicht ausblutet.

Die fertiggestellte Schleppe befestigte ich mit kleinen Druckknöpfen aus Metall am Kleid. Ich wählte bewusst kleine Knöpfe, sodass sie optisch kaum auffallen. Außerdem ist der Halt nicht zu stark, sodass sich die Schleppe bei Belastung (wenn jemand versehentlich darauf tritt) sofort löst, anstatt beschädigt zu werden.

Die richtigen Schuhe passend zum Kleid

Die passenden Schuhe zum Cosplay zu finden ist oft gar nicht so einfach. Noch schwieriger ist es, wenn die Schuhe optisch sehr speziell sind – so wie bei Aschenbrödel. Da es auch bei den Schuhen unterschiedliche Ausführungen gibt, je nach Szene wurde ein anderes Modell verwendet, habe ich einfach Pumps gewählt, die eine schöne Grundform haben und die möglichst bequem sind. Da ich leider keine passenden Pumps in weiß oder beige finden konnte, nutzte ich letztendlich schwarze, aber sehr bequeme Schuhe.

Um die Schuhe nun ans Kleid anzupassen, müssen sie mit dem jeweiligen Stoff überzogen werden. Hierfür erstellte ich als erstes ein Schnittmuster passend zum Schuh. Der Schuh (möglichst im getragenen Zustand) wird hierfür mit Frischhaltefolie und Kreppband beklebt. Die Form wird abgezeichnet und anschließend ausgeschnitten. Eine Nahtzugabe, in unserem Fall eher ein Kleberand, muss beim Übertragen auf den Stoff hinzugefügt werden. Rundungen werden beim Klebevorgang vorab eingeschnitten, sodass sich der Stoff möglichst faltenfrei an den Schuh anpasst. Schneidet man den Stoff im schrägen Fadenlauf zu, so stellt man sicher, dass der Stoff etwas an Elastizität gewinnt.

Bei meinen ersten Aschenbrödelschuhen nutzte ich Heißkleber. Das hat bei der Verarbeitung ziemlich gut funktioniert und sorgte für ein sauberes Ergebnis. Tatsächlich ist Heißkleber aber auf lange Sicht keine gute Idee, da dieser mit der Zeit sehr steif wird.

Für die zweite Version nutzte ich also Kraftkleber Classic. Der Nachteil hierbei war, dass der Kleber schwieriger zu handhaben ist und schnell Flecken auf dem Stoff hinterlässt. Bevor ich die Schuhe beklebte, nutzte ich Schleifpapier, um die Oberfläche des Kunstleders etwas anzurauen. Dies sollte dazu beitragen, dass der Kleber besser auf dem glatten Material haften konnte.

Zugegeben ist dieser Prozess relativ fummelig und manchmal auch nervenaufreibend. Ich habe es bei meinem zweiten Paar leider nicht geschafft fehlerfrei zu arbeiten. Auch wenn sie somit aus der Nähe nicht perfekt sind, so tragen sie doch zur Wirkung des Gesamtlooks bei.

Ganz zufrieden bin ich mit dem Aussehen der Schuhe nicht, weswegen ich mich wohl weiterhin auf die Suche nach hellen, bequemen und schön geformten Pumps für einen zweiten Versuch machen werde.

Da der helle Stoff meiner zweiten Version relativ empfindlich ist, beschloss ich die „richtigen“ Schuhe nur für Fotoshootings zu tragen. Für Veranstaltungen suchte ich mir daher farbig passende Glitzerpumps. Nicht akkurat, aber definitiv magisch genug!

Fotoshooting am originalen Drehort von Aschenbrödel

Bereits 2016 besuchte ich die Aschenbrödel Ausstellung auf Schloss Moritzburg. Damals hatte ich den Entschluss gefasst, sollte ich jemals Aschenbrödel cosplayen, so möchte ich gerne vor Ort Fotos machen.
Vorab hatte ich angefragt, ob es möglich wäre einige schnelle Fotos im dortigen Ballsaal zu machen. Leider war dies in 2020 nicht möglich, da es nicht erlaubt war, den historischen Boden des Saals zu betreten.

Nichtsdestotrotz sind wir nach Moritzburg gefahren um ein paar Fotos an dem Schloss zu machen. Auch wenn es keinen Schnee gab, es etwas zu sonnig und vor allem windig war, so haben wir doch ein paar schöne Fotos machen können, die mich sehr glücklich machen.

Nachdem ich nun eine neue Version des Ballkleids genäht habe, wird natürlich auch ein erneuter Besuch am originalen Drehort Schloss Moritzburg geplant. Bis es soweit ist, werde ich das Kleid allerdings auf andere Art und Weise in Szene setzen. Bisher konnte ich das Cosplay nur kurz zur Buchmesse 2026 in Leipzig tragen.

Ich hoffe sehr, dass dir dieser Beitrag gefallen hat. Vielleicht planst du selbst ein Aschenbrödel Cosplay und ich konnte dir helfen? Wenn dem so ist, würde ich mich in jedem Fall über einen Kommentar von dir freuen! 🙂

Aschenbrödel und die Kirschblüten – Fotoshooting

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