Hallihallo, ich bin Una!
Hobbycosplayerin seit 2015, Vollzeitchaotin und außerdem mag ich keine Pizza Hawaii. 😉
Ich freu mich sehr mal wieder Gast auf SajaLyns schönem Blog sein zu können!

Dieser Gastbeitrag wurde von Una geschrieben. Du kennst Una noch nicht?
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Das schönste Wort der Welt

Heute soll‘s um das schönste Wort der Welt gehen, nämlich: „Nein“. Kleiner Spaß am Rande, natürlich ist „Pizza“ das schönste Wort der Welt (minus „Hawaii“).
Tatsächlich soll aber wirklich um das Wort „Nein“ gehen.

Ich habe dieses Jahr aktiv angefangen „Nein“ zu sagen. Oder um es zu präzisieren: Ich habe bewusst angefangen Anfragen für Fotoshootings abzulehnen. Bevor Du Dir jetzt Deine Meinung bildest, lass mich präzisieren: Als ich mit Cosplay angefangen habe, war es unglaublich schwierig für mich Fotograf*innen zu finden. Völlig klar – ich kannte kaum jemanden, ich war Anfänger*in, war verunsichert – da spielt viel rein.

Conventions waren für mich DIE Möglichkeit mit Fotograf*innen ins Gespräch zu kommen und oft sind meine Anfragen nach Fotos abgelehnt worden (völlig legitim!). Wenn mich also jemand nach Fotos gefragt hat, war ich sofort Feuer und Flamme und habe kategorisch erstmal: „Ja!“ gesagt.

Dann kam das große böse Virus, keine Conventions und ich habe angefangen über Social Media und liebe Freunde neue Leute, auch Fotograf*innen kennenzulernen. Man sammelt und wächst mit seinen Erfahrungen und so eben auch ich. Inzwischen habe ich recht regelmäßig Fotoshootings.

Letztes Jahr war ich dann nach langer Zeit mal wieder auf einer Con und habe wie früher eben auch kategorisch „Ja!“ gesagt.

Da fiel mir dann auf, dass mich das gar nicht glücklich gemacht hat. Ich war unglaublich gestresst auf der Con, habe zwischendurch für 2-Minuten-Shootings mit Fremden gepost und ich bin ziemlich sicher, dass ich von Einigen die Fotos auch nie erhalten habe. Hier liegt für mich das Problem, ich hatte gar keine Kontrolle – gestresst in 3 Minuten zwischen irgendwelchen Büschen posen? Das funktioniert bei mir wirklich nicht gut.

Viele der Fotograf*innen hatten auch definitiv keine Erfahrungen im Cosplaybereich. Was auch in Ordnung ist, Vieles aber erschweren kann. Gerade bei sehr kurzen Fotoshootings. Das Ganze war für mich fast wie ein Glücksspiel: erfahre ich was mit den Bildern ist? Gefallen mir die Bilder? Gefalle ich mir auf den Bildern?

Mit wem arbeite ich eigentlich? Was passiert mit den Bildern?

Und ich muss sagen: das sind für mich inzwischen viel zu viele unbekannte Variablen, die mich stressen.

Also, habe ich einige Monate später auf meiner nächsten Convention angefangen, kurzfristige Fotoanfragen, von Leuten, die ich nicht kenne und vor allem deren Portfolio ich nicht kenne, abzulehnen.

Jetzt versteht mich bitte nicht falsch: das können die wunderbarsten Menschen der Welt sein und es können die tollsten Fotos dabei rauskommen… aber das Gegenteil könnte auch der Fall sein.

Und ich muss sagen: Ich hatte nie eine entspanntere Con wie an diesem Tag. Die wenigen Fotoshootings, die ich hatte, hatte ich bewusst. Menschen, die ich kenne, deren Portfolio ich kenne. Ein paar ruhige Minuten genommen und gemeinsam gearbeitet.

Manche nehmen ein solches Ablehnen nicht gut auf und reagieren gekränkt. Die meisten allerdings akzeptieren das. Natürlich sollte man höflich und diplomatisch bleiben, ich sage immer ganz gerne: „Danke für die Anfrage, ich shoote allerdings nicht mit Leuten deren Portfolio ich nicht kenne“.

Und damit hat sich die Sache meistens gegessen. Und beide Parteien gehen ihrer Wege.

Übrigens gilt das auch umgekehrt, wenn ich etwas ablehnen darf, dann dürfen Fotograf*innen das auch.

Man darf immer “Nein sagen”

Man darf immer „Nein“ sagen und eigentlich braucht man dafür auch keinen Grund. Wichtig ist, dass man in sich selbst hineinhorcht und macht, was einem gut tut.

Ich brauche einfach ein bisschen separate Zeit für Fotoshootings und brauche ein wenig ein Gefühl für mein Gegenüber. Manch Anderer braucht das vielleicht nicht.

„Nein“ sagen, darf kein Tabuthema sein. Man sollte nicht aus Höflichkeit etwas machen, was man vielleicht gerade nicht möchte.

Das ist was ich mit diesem kleinen Beitrag anstoßen möchte. Das soll kein Guide sein, wie man sich auf Cons verhalten soll. Cons sind eine tolle Möglichkeit Leute kennenzulernen, miteinander zu arbeiten. Allerdings sollte man sich wie vor jedem Fotoshooting überlegen, was man für Erwartungen hat und, ob man sich diese gegenseitig erfüllen kann.

Mein Rezept ist vielleicht nicht Dein Rezept… wenn Pizza Hawaii auf deinem Blatt steht, dann ist es übrigens definitiv nicht mein Rezept. 😀

Wie sagt man so schön? „Nein!“

Hach, ja… vielleicht ist es ja doch das schönste Wort der Welt…
An dieser Stelle bedanke ich mich für‘s Lesen und freue mich über einen regen Gedankenaustausch!
Liebe Grüße,
Una

Übrigens sind alle Bilder, bis auf das im Banner auf Cons ensstanden. Vielen Dank an @moped_1, der auch das Banner-Bild fotografiert hat, @haus.of.mel.production und @azur_seven für Eure Zeit, Ideen und Großartigkeit. <3

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2 Gedanken zu „Das schönste Wort der Welt – How to: “Nein sagen”

  1. Hey Una, hey Sajalyn,

    Die Szene hatte vor einigen Jahren einmal stark mit / für den Slogan “Cosplay is no consent” gekämpft.

    An diesen fühlte ich mich erinnert, als ich den Artikel gelesen habe.

    Und letztlich gilt dieser Slogan ja auch für diese Foto-Anfragen: nur, weil man ein Cosplay anhat, muss man damit nicht automatisch für alle Foto-Anfragen zur Verfügung stehen. Nicht einfach so per se.

    Und natürlich ist ein “Nein” völlig in Ordnung! Und ich finde es wichtig, das den Leuten auch ab und zu ins Gedächtnis zu rufen.

    1. Der Slogan ist tatsächlich noch immer aktuell und in Social Media präsent. 🙂
      Da hast du absolut Recht. Gilt natürlich auch andersherum. Nur, weil du als Fotograf unterwegs bist, musst du nicht jede Foto-Anfrage annehmen.

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