Glamour Up – Lidschatten und Highlighter intensiv in Szene setzen

Makeup ist ein großer Teil der Routine vieler Cosplayer geworden. Vor allem bei Lidschatten und Highlighter sind einem fast keine Grenzen gesetzt. Dennoch frustriert man schnell, wenn der Lidschatten nicht ganz deckt, oder der Highlighter aussieht wie ein kreidiger Balken.

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In diesem Beitrag werde ich ein paar lebensrettende Tipps zum Thema Lidschatten und Highlighter geben.

Was ihr benötigt:

Primer

Um eine Basis für euer Produkt zu schaffen, wird ein Primer benötigt.
Für farbenfrohen Lidschatten (egal welcher Preisklasse) bieten sich deckende Primer in helleren Tönen an.
Ich persönlich verwende für Neon- und Pastelltöne gerne einen weißen Primer, da dieser meine Lidschatten nicht verfälscht. Wer sich gerne an neutraleren Tönen bedient, kann auch einen Concealer in einem helleren Hautton verwenden.

Fixierspray

Bei Highlighter sollte man nach einem sogenannten Settingspray suchen – nicht Primingspray! Dieses trägt man nach der Foundation auf, um das Makeup zu fixieren. Bevor das Spray komplett trocknet, wird es meist etwas klebrig, was den Highlighter beim Auftragen intensiver und glatter wirken lässt.

Pinsel

Oft wird die Form des Pinsels vorgeben, für welchen Zweck er sinnvoll zu verwenden ist.

Für Lidschatten

Für Lidschatten gibt es nur zwei Pinsel die absolut nötig sind. Diese müssen zu den hier gezeigten Pinseln nicht komplett identisch sein, sollten aber in Essenz den gleichen Effekt haben.

Flacher Pinsel: Dieser dient dazu, Farben dicht und pigmentiert aufzutragen.

Fluffiger Pinsel: Um die Farben gut zu verblenden und ungewollte Kanten zu radieren, verwendet man einen gefederten, möglichst dichten Pinsel.

Für Highlighter

Fluffiger Pinsel: Der fluffige Pinsel kann auch für Highlighter eingesetzt werden. Hier bietet er sich vor allem für intensive und konzentrierte Highlights an.

Fächerpinsel: Der Fächerpinsel ist ein guter Pinsel, wenn man ungerne mit Contouring arbeitet. Hellere Töne zu kontrollieren ist viel einfacher, als Schatten vorzutäuschen. Mit dem Fächerpinsel kann man sehr leicht die höhen des Gesichtes hervorheben, ohne auf die tieferen Ebenen zu gelangen. Hier wird allerdings eine klare Linie auf das Gesicht aufgetragen. Daher gibt der Fächerpinsel einen sehr harten Lichteffekt, der auch schnell unnatürlich wirken kann.

Großer Ovalpinsel: Dieser Pinsel wird eigentlich für Fixierpuder oder Rouge verwendet. Allerdings eignet er sich super dazu, einen natürlichen, gesunden Effekt zu verleihen. Wenn Highlighter großzügig aufgetragen wird, kann dieser oft aussehen wie eine glitzernde Folie. In manchen Lichtverhältnissen wird er dann aussehen wie ein grauer Balken. Mit dem Ovalpinsel lässt sich das leicht vermeiden.

Die verschiedenen Effekte der Pinsel lassen sich auch je nach Bedarf kombinieren. Probiert euch da gerne aus und findet eine Routine, die euch hilft.

Auftragen

Lidschatten auftragen

Bei Lidschatten gibt es eine bestimmte Reihenfolge, die man beachten sollte. Vor allem mit sehr intensiven Farben, sollte man vor der Foundation mit dem Augen Make Up anfangen. Sonst lassen sich Farbschlieren auf dem Gesicht sehr schwer entfernen.

Zuerst trägt man also den Primer auf. Dieser sollte grob in der Form des Endresultat auf dem Auge landen und gleichmäßig deckend sein.
Dann wird auch schon der Lidschatten aufgetragen. Wie auch in der Grundschule gelernt, wird erst hell, dann dunkel aufgetragen. Das Auftragen sollte nicht in Wischbewegungen sondern eher in Tupfbewegungen erfolgen. Denkt daran, ihr wollt das Pigment so intensiv wie möglich auf das Auge auftragen.
Wenn Ihr mit zwei Farben arbeitet, könnt ihr erst die grobe Form des Lidschattens auftragen und dann mit eurem fluffigen Pinsel verblenden. Falls ihr mit mehr als 2 Farben arbeitet, solltet ihr nach mindestens 2 Farben verblenden um matschige Farbvermischungen zu vermeiden.
Es gibt keine Faustregel, die vorschreibt in welcher Form man idealerweise Lidschatten aufträgt.

Generell gilt: Alle Linien die aufwärts zeigen, werden euer Gesicht ‘liften’. Desto mehr ihr mit Kanten arbeitet, desto intensiver wird euer Gesicht wirken. Im Gegenzug werden eure Gesichtszüge einladender, wenn ihr die Formen abrundet.

Auch wenn es keine strikten Regeln gibt, wende ich gerne Rundungen für niedliche Charaktere an. Kanten werden daher eher für erwachsene, oder ernste Charaktere verwendet. Aber hier müsst ihr auch unbedingt ausprobieren!

Highlighter auftragen

Highlighter hingegen ist viel einfacher. Wenn ihr mit eurem Makeup komplett fertig seid, fixiert euer Gesicht mit dem Settingspray und wartet ein paar Sekunden bis das Spray klebrig ist. Nun könnt ihr mit dem Pinsel eurer Wahl den Highlighter auftragen.

Generell kann Highlighter auf Wangen, Nasenspitze und Nasenbrücke, Brauenbogen und der Oberlippe aufgetragen werden. Wie viel oder wenig Ihr auftragen wollt, hängt vom Cosplay und der Intensität ab, die ihr wünscht.

Anmerkung zum Schluss

Das wichtigste ist, mit diesen Tipps unbedingt etwas herumzuspielen. Probiert Dinge, auch wenn ihr der Meinung seid, sie werden euch nicht stehen. Nur so könnt ihr ermitteln, was für euch die beste Lösung ist. 
Vor allem beim Cosplayen sind euch keine Grenzen gesetzt.

Und das wichtigste: Habt Spaß daran! Makeup wäscht sich ab.

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Du kannst nicht Elsa cosplayen, wenn du wie Jasmin aussiehst.

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Knoten um Knoten – Ansätze selber knüpfen

Willkommen zurück in der kunterbunten Welt der Cosplay Perücken.
In einem vorherigen Blogeintrag haben wir uns mit dem Thema Ansätze kleben beschäftigt. In diesem Blogeintrag geht es nun um die zeitaufwendigere und teurere Methode: Ansätze selbst zu knüpfen.
Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass ich keinerlei Ausbildung in diesem Bereich habe . Ich spreche hier vor allem aus Erfahrung, eigenen Recherchen und Tipps von Freunden vom Fach.

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Was brauche ich?

– deine Perücke
– unbedingt weitere Tressen oder eine zweite Perücke, die ihr auseinandernehmen könnt
– eine Schere
– eine Knüpfnadel und evtl. Ersatzspitzen
– Swisslace (bei einer Lacefront Perücke erübrigt sich dies jedoch)
– Perückenkopf und Perückenkamm
– optional aber sehr praktisch: eine Lichtlupe

Bekannter Vorgang

Wie wir bereits im Blogeintrag über das Kleben von Ansätzen besprochen haben, ist Vorbereitung auch hier das A und O. Das Prinzip ist das gleiche: Sammelt genügend Referenzbilder, zeichnet euch eure Vorlage mit Hilfe von Klebeband auf, korrigiert diese bei Bedarf und macht sie an eurem Perückenkopf fest.
Bei einer bestehenden Lacefront Perücke könnt ihr euch einige Arbeitsschritte sparen, denn da könnt ihr mit dem bereits Gegebenen arbeiten.

Für Bärte, Koteletten oder wenn ihr sogar eure eigene Lacefront Wig selbst machen wollt, braucht ihr eigentlich nichts weiter als das Lace, welches eine Lacefront Wig bereits integriert hat. Benutzt bitte nicht einfach gewöhnlichen Lace-Stoff, da dieser zu wenig stabil ist, um das Gewicht von Kunsthaaren zu tragen. Perückenmacher und Maskenbildner benutzen sogenanntes Swisslace oder auch Frenchlace für den Front-Bereich ihrer Perücken.
Es ist etwas fester als normaler Stoff und manchmal mit einer ganz feinen Wachsschicht bedeckt. Swisslace ist der menschlichen Kopfhaut sehr ähnlich und sehr angenehm zu tragen. Zudem garantiert die hohe Luftdurchlässigkeit den perfekten Tragekomfort.
Besitzt ihr also das passende Lace, müsst ihr es nur noch befestigen.

Mit Köpfchen

Fürs Knüpfen ist es wichtig, dass ihr eine passende Unterlage für eure Arbeit habt. Sprich: einen Perückenkopf. Selbstverständlich funktioniert es mit jeglichen Arten von Köpfen, allerdings sind Perückenköpfe aus Kork mit Segeltuchstoff überzogen für diese Art Arbeit am besten geeignet, da ihr so die einzelnen Härchen auf dem dunklen oder dem hellen Untergrund besser sehen könnt.
Ich hatte in diesem Falle leider keiner zu Hand und habe es mit einem herkömmlichen Styropor Perückenkopf gemacht. Allerdings habe ich meine Vorlage als Untergrund benutzt und diese in unterschiedlichen Farben bemalt. Das kann auch schon helfen. Das Lace verschwindet nämlich beinahe auf weißem Untergrund und würde die Arbeit nur erschweren.

Wenn ihr mit einer Lacefront Wig arbeitet und ihr euch eure Vorlage bereits aufgezeichnet habt, wisst ihr ja jetzt genau, an welcher Stelle ihr Haare entfernen solltet und wo vor allem hinzugefügt werden müssen.
Steckt eure Vorlage also am Perückenkopf gut fest, platziert eure Perücke genauso wie ihr sie entweder angezeichnet habt, oder wie es am Ende aussehen soll. Die Perücke wird nämlich nicht mehr bewegt, weshalb ihr sie gut feststecken solltet.
Tipp von Perückenmacher: Der Ansatz einer Perücke beginnt in der Regel 4 Finger breit von der Nasenwurzel entfernt. Aber ob wir diese Regel bei unseren Anime-Charakteren verwenden können, bleibt fraglich. ;D
Achtet darauf, dass das Lace schön flach anliegt und keine Falten dabei entstehen! Sitzt nun alles fest, kann die eigentliche Arbeit beginnen.  

Fingerspitzengefühl

Ich persönlich fange erst damit an, die Härchen aus dem Lace zu entfernen, die ich nicht brauche. So habt ihr vor dem Knüpfen schon etwas den Weg geebnet und ihr müsst weniger Haare aus eurem Sichtfeld wegstecken.
Einen bereits geknüpften Knoten zu öffnen ohne dabei das Lace zu beschädigen, ist gar nicht so schwierig und relativ schnell gemacht. Mit einer Lichtlupe könnt ihr durch gute Sicht den Vorgang noch einmal beschleunigen. Das Einzige, was ihr tun müsst, ist mit der Nadel in die Schlaufe des Knotens zu treffen und diesen zu lockern. Wenn ihr das geschafft habt, könnt ihr an dieser Schlaufe ziehen und die Härchen folgen eurer Bewegung. So lassen sie sich einfach und vor allem ohne Schaden entfernen. Ihr könnt die Härchen sogar wiederverwenden!

Bitte nicht einfach an den Härchen zerren, um sie zu entfernen. So zurrt ihr den Knoten nur fester und sie lassen sich schwieriger entfernen. Zudem beschädigt ihr womöglich das Lace, sowie die Härchen – wenn sie denn noch ganz bleiben und nicht bereits gerissen sind.

Sobald ihr die Haare entfernt habt, die nicht in eure Form passen, folgen nun lange Stunden des Knüpfens. Es ist eine Arbeit, die eure Geduld auf die Probe stellen wird, aber es lohnt sich! 😀

Als Erstes gilt es, den Knoten zu lernen. Ich habe dazu z.B. an den Lace-Stellen geübt, die ich nicht brauche. Betrachten wir doch einmal die einzelnen Maschen des Lace selbst. Sie haben 6 Seiten – sind also Wabenförmig. Es ist euch überlassen, wie viele dieser Seiten ihr mit Härchen bestücken wollt. Je mehr Seiten ihr knüpft, desto dichter wird eure Perücke. Das Gleiche gilt für die Anzahl Härchen. Je mehr Härchen ihr für einen Knoten verwendet, umso dicker wird dann die einzelne Strähne.
Aber Vorsicht! Das bedeutet auch, desto sichtbarer wird dann euer Knoten.
Ich persönlich habe gewöhnlich zwei Seiten mit einem Knötchen aus zwei bis drei Härchen versehen. Es kommt aber immer auf die Stelle an. Oftmals seht ihr später, welche Stelle für euch noch etwas zu licht aussieht. Schaut am besten bei einer bereits bestehenden Lacefront Wig nach oder wenn ihr eine verbessert, dann schaut bei den bereits geknüpften Stellen nach, wie diese gemacht wurden.

Am einfachsten ist es, wenn ihr euch von den bestehenden Härchen aus, zum Beginn eures Haaransatzes arbeitet. Zumal die Haare meist weniger dicht werden, je weiter man sich der Stirn nähert. Ich habe z.B. die letzten drei Reihen, nur noch mit zwei Härchen versehen. Aber das ist Geschmackssache. 😀

Wenn ihr euch entschieden habt, welche Seiten ihr mit wie vielen Härchen versehen wollt, braucht ihr nur noch etwas Übung im eigentlichen Knüpfen.

Wie funktioniert so ein Knoten überhaupt?

Nun, mit Worten alleine lässt sich das schwer beschreiben, daher habe ich euch Grafiken hinzugefügt.
Piekt mit eurer Nadel von der Mitte einer Masche unter der Seite, die ihr mit Härchen versehen wollt, hindurch. So, dass die Seite über eurer Nadel liegt. In eurer anderen Hand habt ihr mit einer kleinen Strähne bereits eine Schlaufe gelegt, wo ihr eure Anzahl Härchen entnehmen könnt – sprich, eine Strähne in der Hälfte umgelegt. 
Zu Beginn kann es hilfreich sein, erst einmal nur die Anzahl Härchen in der Hand zu halten, die ihr pro Knoten einknüpfen wollt. Es dauert natürlich länger, aber das hat mir am Anfang sehr geholfen, da ich immer zu viele Härchen auf einmal aufgenommen hatte.
Hakt eure Nadel also in die Schlaufe ein und zieht die Härchen unter der ersten Seite in die Mitte der Masche durch. Eigentlich ist egal, wie viel der Strähne ihr in der Mitte durchzieht, solange ihr genug Platz für den Knoten habt. Wichtig ist, dass eure Härchen während des Vorgangs immer gespannt bleiben müssen. Haltet also das Ende eurer Härchen immer gut fest.
Nun, lasst die Schlaufe über eure Nadel gleiten, so dass ihr den Haken eurer Nadel wieder frei habt. Wickelt euren freien Haken zwei Mal um den Rest der Strähne und zieht diese dann durch eure Schlaufe, die ihr noch immer über eurer Nadel liegen habt. Zieht die Härchen solange durch die Schlaufe, bis alle durch sind – natürlich müsst ihr dabei die Enden loslassen. Dann müsst ihr das Knötchen nur noch festziehen und ihr habt es geschafft! Das ist die ganze Hexerei.

Übt ruhig ein paar Knoten an den freien Stellen eures Lace, um sicherer zu werden. Mehr müsst ihr aber nicht über Knoten wissen. Richtet euch gemütlich ein, hört ein Hörbuch oder Musik dazu, denn das wird nun eine Weile dauern.

Fertig geknüpft, lassen sich die Haare wie alle anderen an der Perücke ohne Probleme stylen. Ein großer Vorteil der geknüpften Ansatz-Variante ist, dass ihr keine Vorsicht walten lassen müsst, wie bei einem geklebten Ansatz. Immerhin sitzen die Haare nun fest und es kann nichts mehr passieren.

Ja, aber was ist denn nun besser? Kleben oder Knüpfen?

Es gibt einige Vor- und Nachteile auf beiden Seiten. Knüpfen ist extrem zeitaufwendig und je nach Hilfsmittel teuer. Natürlich sind das einmalige Anschaffungen, allerdings nicht «nur mal zum Ausprobieren» gedacht.
Geknüpfte Ansätze sind zwar viel aufwendiger, sehen aber sehr viel natürlicher aus. Ich für meinen Teil wäge immer nach dem Aussehen des Charakters ab.
Bei Charakteren/Schauspielern aus Filmen und Serien könnte man durchaus darüber nachdenken den Ansatz zu knüpfen. Wiederum bei Anime- oder Gamecharakteren darf der Ansatz ruhig «edgy» also comic-like aussehen.
Ein anderer Aspekt ist allerdings auch die Zeit! Man hat nicht immer die Zeit, mehrere Stunden Arbeit in einen geknüpften Ansatz zu stecken. Schon gar nicht während eines Con Crunchs. Für meinen Ansatz habe ich zum Beispiel 23 Std. gebraucht. Es ist also ein Abwägen des Für und Widers.

Ihr kennt nun beide Methoden, die Entscheidung liegt bei euch. Probiert doch mal beide Varianten aus! 😀
Ich wünsche euch nun viel Geduld und vor allem Spaß dabei!

Gastbeiträge von Hearty findest du hier:
Eine haarige Angelegenheit – Das Kleben von Ansätzen

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Perückenpflege – Knoten lösen

Wer schon einmal eine lange Perücke für ein Cosplay getragen hat, kennt das Problem: Perücken verfilzen schnell, und das Kämmen danach dauert oft länger als das Fotoshooting! 

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So lästig es ist: Verknotete Perücken solltest du entwirren, bevor du sie das nächste Mal trägst. Ich erkläre dir zuerst das Vorgehen für glatte und stark verfilzte Perücken. Tipps für Lockenperücken findest du am Ende.

Perücke kämmen

Damit sie sich leichter kämmen lässt, sprüh die Perücke zuerst gründlich mit Conditioner ein und lass sie an der Luft trocknen. Du kannst ein Produkt speziell für Kunsthaar-Perücken benutzen – z.B. „Wig Wonder“ von myCostumes – oder ein Oil Sheen Spray aus dem Afro-Shop. Beides hinterlässt eine rutschige Schicht auf der Oberfläche, reibt sich aber später nicht auf die Kleidung ab.

Ungeduldige versuchen nun oft, die Perücke mit Gewalt durchzukämmen, um schnell fertig zu werden. Leider wird der Filz dadurch nur noch schlimmer. 

Teile immer nur eine Strähne zum Entwirren ab und steck die restlichen Haare mit einer Abteilklammer zur Seite. Versuch die Perücke zuerst mit den Fingern zu entwirren und die gröbsten Knoten zu lösen. Fang damit bei den Spitzen an und arbeite dich nach oben vor, so schiebst du nicht den Filz von oben nach unten. 

Erst danach kommen Bürste oder Kamm zum Einsatz. Das richtige Werkzeug ist dabei entscheidend: Am besten eignet sich ein Strähnenkamm mit breiten Zinken oder eine Entwirrbürste (Tangle Teazer) mit kurzen, parallelen Borsten. Feine Kämme sind OK zum Stylen, aber beim Entwirren reißen sie zu stark an den Fasern. Auch die meisten Bürsten für Menschen sind für Kunsthaar-Perücken weniger geeignet, weil sie lose Haare rauskämmen sollen. Kunsthaar ist aber aus Plastik, das sich bei zu viel Zug dehnt, verformt und abreißt.

Perücke glätten

Kaputte Fasern, die verformt oder abgeknickt sind, solltest du herausschneiden oder glätten. Um Kunsthaar zu glätten, erhitzt du es kurz mit dem Glätteisen, Fön oder Heißwasser.
70-85°C sind die sichere Temperatur für Kanekalon (eine gängige Kunstfaser), besonders hitzefeste Perücken können auch mehr vertragen.

Wenn du ein Glätteisen benutzt, zieh es zügig über die Strähne und bleib dabei nie stehen, sonst riskierst du einen Hitzeschaden. 

Ein Fön ist gerade für Anfänger sicherer, da die Luft nicht so heiß wird. Richte die warme Luft von oben auf das Haar, während du es mit einem Kamm oder einer Bürste leicht straff ziehst. Beanspruche die Faser dabei nicht zu sehr, sonst riskierst du, dass sie überdehnt. Sanftes Kämmen, während die Haare noch warm sind, reicht schon aus, um sie zu glätten.

Ist die ganze Perücke soweit entwirrt, dass die Haare frei hängen können, dann kannst du sie auch einmal komplett mit Heißwasser glätten. Erhitze Wasser auf max. 85°C und gieß es rundherum über die Partien, die du glätten willst. Lass dabei den Pony und das Top der Perücke aus, da sie sonst plattgedrückt werden. 

Lass die Perücke an der Luft trocknen, bevor du sie kämmst. Ist sie immer noch gewellt, wiederhole den Vorgang mit etwas heißerem Wasser, oder arbeite mit Fön oder Glätteisen nach.

Locken pflegen

Sind Locken und Wellen erst einmal richtig verfilzt, sind sie aufwändiger zu entwirren als eine glatte Perücke. Deshalb ist es umso wichtiger, sie nach jedem Tragen zu pflegen. 

Als Erste-Hilfe-Maßnahme besprühst du die Locken leicht mit Wasser oder flüssigem Conditioner für Kunsthaar-Perücken. Nimm jede einzelne Locke und fahre mit den Händen darüber, damit sich die lose abstehenden Haare wieder anlegen. Wenn das nicht reicht, kämm die Strähne zuerst mit einer Bürste glatt. 

Wickle die Strähne nun um deine Finger, um die Locke in die ursprüngliche Form zurückzuversetzen. Lässt du die Haare vom Finger gleiten, hast du wieder eine schön definierte Locke. Da Locken durch Hitze geformt sind, sorgt das Gedächtnis der Plastikfaser dafür, dass die Locken immer wieder in ihre Form zurückspringen, sogar wenn sie nass werden. 

Wenn deine Perücke jedoch stark verfilzt ist, musst du jede einzelne Locke auskämmen und den “Spliss” mit einem Fön oder einem Glätteisen glätten. Dann wickelst du die heiße Faser um deine Finger, um die Locke neu zu formen. Halte sie in Form, bis sie abgekühlt ist.

In schweren Fällen geht es mitunter schneller, die ganze Perücke zu entwirren und zu glätten – wie bei der glatten Perücke gezeigt –, um sie dann von Grund auf neu zu stylen. Mit Lockenwicklern und Heißwasser oder Dampf kannst du eine ganze Perücke auf einmal in Locken legen.

Das Finish

Zum Abschluss fixierst du die Frisur mit einer großzügigen Portion Haarspray oder Haarlack. So bleibt sie länger schön definiert. Sprüh auch die Spitzen und die Unterseite der Perücke mit Haarspray ein. Hier ist die Gefahr am größten, dass deine Perücke verknotet, weil sie ständig an deinem Kostüm reibt. Das Haarspray hält die Fasern zusammen und schützt vor statischer Aufladung.

Je hochwertiger die Perückenfaser, umso leichter lässt sie sich übrigens entwirren. Spare bei langen und dichten Perücken nicht an der Qualität!

Für noch mehr Tipps zu Perückenpflege und -styling, schau doch mal auf Kukkii-san’s Blog vorbei oder lies ihre Bücher: www.wigs101.com

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Mental Health & Cosplay

Hallo, ich bin Grelli. Ihr kennt mich vielleicht als Grelltoffel auf Instagram. Ich bin 20 Jahre alt und cosplaye seit meinem 14. Lebensjahr. Seit ich circa sieben Jahre alt war, leide ich an einer Angststörung. Das hat sich in meinen sieben Jahren als Cosplayer natürlich auch auf das Hobby ausgewirkt und ich habe mehr als einmal mit dem Gedanken gespielt aufzuhören. Wie ich es geschafft habe diesen Gedanken zu überwinden und wie ich es immer wieder schaffe mich aufs Neue zu motivieren, möchte ich euch in diesem Gastbeitrag erzählen.

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Wie kann Cosplayen die Psyche beeinträchtigen?

Der Druck von außen

„Du bist viel zu hässlich um den Charakter zu cosplayen!“
„Deine Skills sind nicht gut genug!“
„Was soll das denn überhaupt darstellen?“
„Das sieht ja furchtbar aus!“
„Du wirst dich eh nie verbessern! Du solltest lieber gleich aufgeben!“

Diese oder ähnliche Sätze haben viele von euch sicher schon einmal gehört. Auch mir wurde unter anderem so etwas schon an den Kopf geworfen. Vor allem zu meiner Anfangszeit als Cosplayer, als ich als 14-jähriges Küken noch keine Ahnung von Makeup, Perücken Styling oder den passenden Kostümen hatte. Diese Kommentare entmutigen! Vor allem wenn man sowieso schon mit sich bzw. seinem Selbstwertgefühl zu kämpfen hat und gerade versucht in dieser neuen, teils noch überwältigenden Welt, Fuß zu fassen.

Der Druck von innen

Die nächsten beiden Punkte kann man als Druck von innen zusammenfassen, da sie Gedanken und Probleme behandeln, die von uns selbst ausgehen. Auch wenn sie oft durch äußere Faktoren in Gang gebracht werden, spielt sich der gesamte weitere Ablauf in uns selbst ab. Je nach psychischer Gesundheit, Selbstbewusstsein und Problembewältigungsstrategien, passiert dies in einem weniger bis sehr schweren Ausmaß.  

Das ständige Vergleichen

Es ist nur natürlich sich mit anderen Menschen zu vergleichen. Es ist sogar wichtig, damit wir uns weiterentwickeln können. Aber zwischen förderlichem und schädlichem Vergleichen liegt nur ein sehr schmaler Grat. Vor allem Kommentare, wie die oben genannten, treiben uns schnell in ein sehr negatives Vergleichen, in welchem wir an uns selbst ausschließlich das Negative und an den anderen das Positive suchen:
„Wäre ich doch nur größer/ kleiner/ schöner/schlanker.“
„Könnte ich nur dies und jenes so gut wie der- oder diejenige.“

Solche Gedanken kommen den meisten Cosplayern sicher bekannt vor.
Man sieht sein eigenes Cosplay und fühlt sich auf einmal so, als würde man nie das erreichen, was andere können. Egal ob es dabei um das Aussehen oder um Fähigkeiten geht.

Der Wunsch nach Perfektion

Man kann sich aber nicht nur mit anderen Cosplayern vergleichen, sondern auch mit der Figur, die man darstellen möchte. Nun werden sich manche vielleicht denken: „Aber das ist doch der Sinn am cosplayen!“. Dazu kann ich sagen: Ja und Nein.
Natürlich geht es beim Cosplayen darum, einen Charakter nachzustellen und möglichst so auszusehen wie er. Aber hier kommen wir auch schon zum springenden Punkt, denn die Betonung liegt hierbei auf möglichst.

Egal ob eine Figur aus einem Anime, Cartoon, Videospiel oder gar eine lebendige Person – es ist schier unmöglich eins zu eins so auszusehen wie sie. Es wird extrem selten der Fall sein, dass man auf einen Charakter trifft, der quasi das exakte Ebenbild von einem selbst ist. Selbst die besten Makeup Skills werden daran nicht zu 100% etwas ändern können.

Egal ob man sich nun mit anderen Cosplayern oder der Figur an sich vergleicht, es wird einem schlicht und ergreifend immer etwas auffallen was „nicht zu 100% stimmt“. Man wird immer dieses und jenes Detail besser machen können und man wird immer jemanden finden, der manche Züge besitzt, die dem Charakter mehr ähneln.

Was kann mir Hoffnung geben? – Gedankenstrudel unterbrechen

Nun muss man es irgendwie wieder aus dieser dunklen Ecke herausschaffen, um sich neu motivieren zu können und die Freude am Cosplayen wieder zu finden. Dazu ist es notwendig, die Gedankenstrudel der oben genannten Punkte zu unterbrechen. Wie das ganze aussehen kann und an welchen Anhaltspunkten man sich dabei orientieren kann, erzähle ich euch jetzt:

Worum es beim Cosplayen eigentlich geht

Natürlich ist der Grundgedanke des Cosplayens, einen Charakter oder eine Person möglichst akkurat darzustellen. Doch ist es dabei wichtig, auf welchem Stand man sich derzeit befindet?
Ist es wichtig, ob das Cosplay gekauft oder selbstgemacht ist?
Ist es wichtig, ob die Perücke perfekt gestylt und das Makeup auf dem höchsten Niveau ist?
Ist es notwendig, dass man eins zu eins so aussieht wie der dargestellte Charakter?
Auf alle diese Fragen gibt es eine einfache Antwort: Nein.

Das Schöne am Cosplayen ist, dass es eigentlich ein sehr inklusives Hobby ist. Man ist extrem frei in seiner Ausgestaltung und es ist egal, wer etwas wie darstellt. Es ist unwichtig, ob man genau denselben Körperbau, dieselben Gesichtszüge, ein gekauftes Kostüm aus dem Faschingsladen oder ein handbesticktes, selbstgenähtes hat. Wichtig ist nur eins: Der Spaß!

Jeder kann sich verbessern

Natürlich ist es völlig in Ordnung und auch normal, sich in seinem Hobby weiterentwickeln und verbessern zu wollen. Dabei ist es wichtig, sich stets ins Gedächtnis zu rufen, dass egal ob man ein Anfänger oder langjähriger Cosplayer ist, man sich immer verbessern und weiterentwickeln kann. Und zwar jeder einzelne von uns!

Ich selbst hab das am Anfang auch nicht geglaubt. Ich hatte eine so schlechte Feinmotorik, dass ich nicht einmal mit einem Lineal einen geraden Strich in mein Matheheft malen konnte. Wie hätte jemand wie ich also jemals lernen sollen sich zu schminken? Die Antwort ist: Durch Übung, Geduld und das Vertrauen in sich selbst, es schaffen zu können.

Vor allem letzteres kann sehr schwer sein. Hierbei kann ein positiver Vergleich mit anderen helfen. Viele Cosplayer haben schon einmal ein Cosplay Glow Up Bild gepostet, bei dem sie zeigen wie ihre Kostüme zu Anfang ihrer Cosplay Zeit aussahen und wie sie mittlerweile aussehen. Mir persönlich hat es sehr geholfen zu sehen, dass Leute die einmal auf demselben Stand wie ich waren, so geworden sind, wie ich einmal sein möchte.

Sich seine Fortschritte bewusst machen

-Dieser Tipp bringt eher Cosplayern etwas, die nicht mehr ganz am Anfang stehen.-

Manchmal ist es wichtig durch die eigene Bildergalerie zu scrollen und sich Bilder seiner Anfänge anzusehen. Nur um sich so einmal bewusst zu machen, wie weit man schon gekommen ist!
Oftmals fühlt man sich so gefangen, als wäre man kein Stück vorangekommen. Ein kleiner oder vielleicht auch ein großer Rückblick kann da sehr hilfreich sein, um sich zur Abwechslung mal nicht mit anderen, sondern mit sich selbst zu vergleichen. Dabei muss auch kein riesiger Sprung erkennbar sein. Selbst kleine Fortschritte sind Fortschritte! Und auch mit kleinen Schritten kommt man an sein Ziel. Es ist mit der Entwicklung beim Cosplayen das gleiche wie bei der menschlichen Entwicklung allgemein: Jeder macht es in seinem Tempo! Und das ist völlig okey!

SajaLyn’ Anmerkung: Tatsächlich ist es stets empfehlenswert, sich in erster Linie mit sich selbst, anstatt ausschließlich mit anderen, zu vergleichen. Das gibt dir einen realistischen Blick dafür, was du erreichst hast und was du noch erreichen wirst. Du vermeidest so, dich in unrealistische Erhaltungswartungen und negative Gedankengänge zu stürzen.
Siehe auch: Du wirst nicht besser, wenn du die Kritik anderer nicht annimmst! Oder?

Und zu guter Letzt…

Eine Pause einlegen

Wenn man merkt, dass einem für die genannten Tipps bereits die Kraft oder die Motivation fehlt. Wenn man sich auch zum derzeitigen Zeitpunkt nicht vorstellen kann, dass diese Tipps etwas bringen werden, kann man natürlich immer eine Pause einlegen!
Denn ein Ende muss nicht immer permanent sein. Das schöne an einem Hobby ist, dass man nicht alles gleich endgültig hinwerfen muss, sondern sich erholen und zu einem späteren Zeitpunkt einfach weitermachen kann. Also nimm dir alle Pausen und Auszeiten, die du brauchst und tanke neue Kraft!

In dieser Zeit ist es oft auch ratsam, einen größtmöglichen Abstand zum ganzen Thema zu gewinnen, um wirklich einen klaren Kopf bekommen zu können. Also wäre es vielleicht auch ratsam, Abstand zu den sozialen Netzwerken zu nehmen oder zumindest zu Inhalten, die mit Cosplay zusammenhängen.

Schlusswort

Ich hoffe, ich konnte euch mit meinen Worten ein wenig Halt, Hoffnung und eventuell sogar konkrete Tipps geben, mit denen ihr etwas anfangen könnt. Wenn ihr Fragen zu diesem Thema habt, könnt ihr euch gerne jederzeit auf Instagram in den DMs bei mir melden.

Ganz viel Liebe,
Eure Grelli

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Cosplay Makeup 101 – Die Base

Wenn du auch Cosplayer*in bist, weißt du bestimmt, dass wir manchmal so einiges aushalten müssen. Seien es wettertechnische Extreme auf Conventions (auf denen gefühlt entweder tropische Hitze, oder arktische Kälte herrscht), Fotoshootings, die manchmal auch ganz schön anstrengend werden können, oder man möchte einfach, dass das Make-up hält und gut aussieht – den ganzen Tag.

Ich habe lang herum getüftelt, um die ultimative Technik für die perfekte Base heraus zu finden, die sowohl Wetter, Zeit, sowohl auch allen Gefühlslagen trotzt. Diese möchte ich dir auf keinen Fall vorenthalten. Und das Gute daran ist: Du brauchst dazu nicht mehr als normales Beauty Make-up!
Ob High-End-Marke, oder vom Drogeriemarkt, das bleibt dir überlassen. Wichtig ist nur, dass du dich mit den Produkten wohl fühlst und sie für dich funktionieren.

Wenn du also wissen willst, wie du dir deine perfekte Cosplay-Base sichern kannst, lies einfach weiter!

Dieser Gastbeitrag wurde von Julez geschrieben.
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Du brauchst:

Tools – ein Makeup Artist ohne das richtige Werkzeug ist wie ein Maler ohne Pinsel!

• feuchter Beautysponge
• große Powderbrush
• kleine Powderbrush

Produkte – Cosplay Make-up bedarf es keiner teuren Spezial-Produkte, die Hauptsache
ist, dass sie für dich funktionieren und du dich damit wohl fühlst!

• Foundation – mittlere/hohe Deckkraft, mattes Finish
• Concealer – ein Ton heller als die Foundation
• Loser, transparenter Puder
• Gepresster, pigmentierter Puder – passender Farbton zur Foundation
• Setting Spray
• Optional: Camouflage, Primer

Hast du alles vorbereitet? Na dann… LET’S GO!

Prep & Prime

Schritt 1

Eine gut gepflegte Haut ist eine wichtige Basis für schönes Make-up. Deswegen wasche dir vor Beginn immer gründlich das Gesicht und pflege es nach deiner gewohnten Routine.
Ich setze auch immer gleich meine Kontaktlinsen ein, da ich sehr empfindliche Augen habe, und sie etwas Zeit brauchen, bis sie sich an die doch etwas stärkeren Cosplay-Contacts gewöhnt haben. Danach ist es auch schon an der Zeit Primer aufzutragen, wenn du diesen verwenden möchtest.
Ich persönlich benutze keinen, da ich ihn nicht als notwendig erachte. Die meisten Primer sind auf Silikon-Basis und das kann Poren verstopfen und zu Unreinheiten führen. Für besondere Anlässe – und wenn Cosplay keiner ist, dann weiß ich auch nicht 😉 – kann man ihn natürlich bedenkenlos verwenden.

Creamy vs. Powdery

Schritt 2

Wenn deine Pflege eingezogen ist, kannst du mit den cremigen Produkten beginnen – sprich Foundation & Concealer.
Nutze dafür deinen, vorher bereits angefeuchteten, Beautysponge. Diese sind meist in Ei-Form. Das breitere Ende soll größere Flächen abdecken, zB Wangen & Stirn. Das spitze kleinere Ende ist für feine Zonen, die schwerer zugänglich sind, wie z.B. unter den Augen und neben der Nase.

Sorge stets dafür deinen Sponge hygienisch sauber zu halten und wasche ihn gründlich mit Seife und warmen Wasser aus, da sich sonst Keime sammeln können. Wenn du ihn anschließend einmal in einem Handtuch auspresst, hat er die perfekte Feuchte, um Make-up aufzutragen.

Pumpe genug Foundation auf deinen sauberen Handrücken, um dein Gesicht abzudecken. Nimm nun etwas davon mit dem Beautysponge auf. Beginne immer von innen nach außen die Foundation aufzustempeln.
Dadurch hast du die höchste Deckkraft im Zentrum deines Gesichtes und einen natürlichen Verlauf nach außen hin, ohne unschöne Ränder.
Ebenso wichtig ist es, immer tupfende Bewegungen auszuführen und niemals zu wischen! Dadurch passt sich die Foundation perfekt an deine Haut und Poren an und du erhältst ein Airbrush-gleiches Finish.
Ich beginne immer mit der rechten Wange, gehe über die Nase weiter zur linken, hinab zum Kinn und zum Schluss noch die Stirn, da diese meistens von Wig-Haaren bedeckt ist und nicht so viel Produkt braucht. Vergiss auch nicht, einen Verlauf über dein Kiefer hinab zu deinem Hals zu kreieren, um so dem unschönen „Masken-Effekt“ vorzubeugen.

Schritt 3

Danach ist es an der Zeit mit Concealer die Deckkraft an gewissen Stellen zu erhöhen und sie, durch die Nuance heller, optisch hervortreten zu lassen. Vermutlich hast du deine eigene Art und Weise bereits herausgefunden, wie du was für deine Charaktere highlightest. Ich trage unter den Augen & Lidern, am Nasenrücken und Zentrum der Stirn Concealer auf. Ebenso ein Tupfer neben den Nasenflügeln und am Kinn.
Lasse dir nicht zu viel Zeit mit dem Verblenden, da der Concealer eintrocknen kann und sich so schwieriger einarbeiten lässt. Optional kannst du noch Camouflage (das ist hoch-pigmentierter Concealer auf Wachs-Basis) benutzen, um etwaige Unreinheiten zusätzlich zu kaschieren.

Schritt 4

Zeit für den losen Puder! Schütte dir dafür die benötigte Menge auf ein Taschentuch von dem du ihn dosiert abnehmen kannst. Als erstes fixierst du die Bereiche in deinem Gesicht mit der meisten Mimik.
Sprich Augenpartie, Mund & Stirn. Benutze auch hierfür den feuchten Beautysponge. Fühlt sich am Anfang ungewohnt an, funktioniert aber super! Und es wird nichts verklumpen – versprochen.

Tippe mit dem spitzeren Ende in den Puder und tupfe ihn von außen nach innen auf dein unteres Lid, danach folgt das obere, bewegliche Lid. Wiederhole den Vorgang am anderen Auge, nachdem du den Sponge wieder in den Puder getaucht hast. Danach sind Mundwinkel und Stirn dran.
Durch diesen Schritt können sich die flüssigen Produkte nicht unschön in Fältchen und Poren absetzen und die Foundation hält an kritischen Punkten bombenfest! Und keine Sorge wenn weiße Rückstände bleiben. Um die kümmern wir uns nachher!

Schritt 5

Mit dem gepressten und pigmentierten Puder ist es nun an der Zeit den Rest deines Gesichts zu fixieren. Nutze dafür die große Powderbrush. Nimm eine großzügige Menge auf und trage ihn mit kreisenden und sanften Bewegungen auf deine Wangen, Kinn und Stirn auf, bis du die gewünschte Deckkraft erreicht und das Gefühl hast, die cremigen Produkte gut mit Puder eingeschlossen zu haben.
Nimm zum Schluss nun die kleine Powderbrush. Mit dieser kannst du überflüssigen Puder und evtl. weiße Rückstände, zB unter den Augen, abnehmen. Wenn du noch das Gefühl hast, zu viel Puder benutzt zu haben, nimm einen sauberen Puderpinsel und streiche vorsichtig über dein Gesicht.

Ready, SET, Go!

Schritt 6

Du merkst, wir arbeiten uns in Schichten voran. Um diese Schichten natürlich aussehen zu lassen, benutzen wir nun einen Setting Spray. Mein persönlicher Favorit hierfür ist „Fix +“ von Mac Cosmetics. Er pflegt & befeuchtet die Haut und lässt die cremige & pudrige Schicht optimal miteinander verschmelzen.
Natürlich ist dieser kein Muss und du kannst auch jeden anderen Setting Spray verwenden!

Halte die Düse etwa 20cm von deinem Gesicht entfernt, schließe die Augen und nutze so viele Pumpstöße, bis du das Gefühl hast, dass dein Gesicht ganzflächig benetzt wurde.
Wichtig: Versuche solange der Setting Spray trocknet keine Mimik zu verziehen, ansonsten setzen sich die Produkte in den Fältchen ab. Ich benutze gerne einen Fächer, um den Trocknungsvorgang zu beschleunigen.

Schritt 7

Super! Die wichtigsten Schritte für eine langanhaltende und gut aussehende Base hast du bereits getan. Jetzt ist es an der Zeit dein Gesicht nach all deinen Wünschen zu gestalten und verzieren:
Contouring, Blush, Lidschatten, Highlighter, Facepaint – alles, was dein Herz begehrt!

Wenn alles so sitzt, wie du es gern möchtest, ist es an der Zeit für den letzten, und meines Erachtens nach wichtigsten und liebsten Schritt: eine neue Runde Setting Spray!

Damit alles den ganzen Tag lang bombenfest hält, lassen wir nochmals alle Schichten miteinander verschmelzen.
Hier kommt die zweite Produktempfehlung meinerseits: Der „Allnighter“ von Urban Decay.
Ich nutze diesen Spray schon seit Jahren und kann ihn wirklich nur empfehlen. Er wirkt wahre Wunder und fixiert jedes Make-up. Tragt ihn ebenfalls so auf wie den Setting Spray in Schritt 6, mit genügend Abstand zum Gesicht und lass alles wieder gut trocknen.

Rock your look!

Damit bist du bereit in ein neues Cosplay-Abenteuer zu stürzen, was auch immer es dir bringen mag! Dein Make-up wird dir auf jeden Fall zur Seite stehen und halten. Ich wünsch dir viel Spaß und vergiss niemals: Make-up ist Übung.
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Teste verschiedene Varianten und probier dich aus!
Ich hoffe ich konnte dir mit diesen Tipps & Tricks etwas weiter helfen.

Wenn du diese Technik ausprobierst, würde ich mich freuen von dir zu hören und wie es für dich funktioniert hat. Erwähn mich mit deinem Ergebnis gern in deiner Story, oder schick mir eine Nachricht. Bis dahin, alles Liebe und bleib gesund!
Julez ♡ @kikikobanjo

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Mit seinem Hobby Geld verdienen – Kleingewerbe für Cosplayer

Hallo ihr Lieben. Mein Name ist Quinn evtl. kennt mich der ein oder andere unter Quinn´sArt. Cosplay ist für mich ein Hobby & mein persönlicher Ausgleich zu meinem Beruf als gelernte Steuerfachangestellte.
Mir ist schon des Öfteren aufgefallen, dass Interesse daran besteht, als Cosplayer sein eigenes Gewerbe zu eröffnen, um sich ein bisschen Geld nebenbei dazu zu verdienen.
Mit diesem Eintrag möchte ich einen kleinen Einblick in den Aufbau eines Kleingewerbes geben und auf welche Einkünfte man keine Steuern verrichten muss.

Dieser Gastbeitrag wurde von Quinn geschrieben.
Du kennst Quinn noch nicht? Dann schau unbedingt mal auf ihrem Instagram Kanal vorbei: artquinns

Definition Kleingewerbe:
Als Kleingewerbe bezeichnet man Unternehmen welche die sogenannte Kleinunternehmerregelung des §19 Umsatzsteuergesetzes in Anspruch nehmen und sich somit von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen.

Tipp: Willst du ein Kleingewerbe eröffnen, dann informiere bitte deinen Hauptarbeitgeber darüber!

Wie meldet man ein Kleingewerbe an?

Du machst einen Termin bei deinem zuständigen Gemeindeamt deines Wohnorts aus.
Zum Termin erscheinst du dann mit Personalausweis und der Grundformulierung was du in deinem Gewerbe machst. Also du überlegst dir im Vorhinein was ist der Schwerpunkt deines Gewerbes. (z.B. Kreativschneiderei oder Handel mit 3D-Druck-Teilen.) Zusammen mit einem/r Mitarbeiter/in wird die Gewerbeanmeldung ausgefüllt. Die Gewerbeanmeldung ist mit einer Gebühr verbunden. (Abhängig von Stadt oder Gemeinde zwischen 12 bis 50 Euro) Diese Gebühr ist sogleich auch deine erste Betriebsausgabe, also die Quittung gut aufheben.

Wie erfährt das Finanzamt nun, dass ich ein Gewerbe angemeldet habe?

Muss das Finanzamt überhaupt wissen, dass man ein Gewerbe eröffnet hat? – Ja, man ist sogar verpflichtet es dem Finanzamt zu melden!
Nach der Gewerbeanmeldung macht ihr am besten gleich einen Termin bei eurem Steuerberater aus. Habt ihr noch keinen, solltet ihr euch einen suchen. Er/Sie kann euch durch ihre beratende Unterstützung sehr hilfreich sein, gerade in der Anfangsphase.
Zusammen mit dem Steuerberater füllt ihr dann die sogenannte steuerliche Erfassung aus. Das ist ein mehrseitiges Formular, welches dem Finanzamt ermöglicht für euch eine Steuernummer festzulegen, sowie in welche Sparte ihr einzugliedern seid. (z.B. Handelsgewerbe)

Tipp: Prinzipiell könntet ihr das Formular selbst ausfüllen, jedoch würde ich das nicht empfehlen. Da Auskünfte in diesem Formular evtl. finanzielle folgen für euch haben können. !Paragraphendeutsch!

Der interessanteste Teil der steuerlichen Erfassung ist der Punkt, ab welchen das angemeldete Gewerbe zu einem Kleingewerbe wird. Das passiert nicht automatisch bei der Gewerbeanmeldung.

Zitat: Punkt 7.3 Kleinunternehmer-Regelung
Ich nehme die Kleinunternehmer-Regelung (§19 Abs. 1 UstG) in Anspruch. Ich weise in Rechnungen keine Umsatzsteuer aus & kann keinen Vorsteuerabzug geltend machen.

Was bedeutet diese Regelung?

Kleinunternehmer werden fälschlich oft mit einem kleinen Gewerbe verglichen. Der Begriff leitet sich jedoch rein von der angesprochenen Sonderregelung des Umsatzsteuergesetztes ab. Diese Regelung ist jedoch auch an einige Bedingungen bzw. Grenzen geknüpft.
Die Hauptbedingung ist du erzielst in einem Jahr nicht mehr als 22.000 Euro Umsatz.
Dann kannst du diese Reglung mit seinen Vor- und Nachteilen auch in Anspruch nehmen.
Das erlaubt dir, deine Rechnungen ohne Mehrwertsteuer auszustellen. In der Folge musst du dem Finanzamt auch keine Umsatzsteuer abführen, jedoch darfst du dir keine Vorsteuer aus den Betriebsausgaben abziehen.
Die Buchhaltung wird somit durch die Kleinunternehmer-Reglung ein bisschen vereinfacht.

Info: Umsatz ist der Betrag, welchen du einnimmst, ohne Abzüge der Ausgaben. Die 22.000 Euro ist ein Jahreswert, bei unterjähriger Betriebsgründung wird der erzielte Umsatz hochgerechnet auf ein Jahr.

Rechenbeispiel: Das Gewerbe wird am 01.04.2021 angemeldet und erzielt einen Umsatz von 10.000 Euro im ersten Jahr. Dann werden diese 10.000 Euro durch 8 Monate (April bis Dezember) geteilt und mal 12 Monate genommen. Sprich, der hochgerechnete Jahres Umsatz beträgt 15.000 Euro, also noch unter der Grenze von 22.000 Euro. Somit darf man auch im Jahr 2022 die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch nehmen.

Welche Steuern fallen beim Kleingewerbe an?

Mit der selbstständigen Aufnahme des Kleingewerbes bist du verpflichtet einmal im Jahr Steuererklärungen abzugeben oder diese von deinem Steuerberater machen zu lassen. Das sind die Erklärung für Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer.

Einkommensteuer

Bei dieser handelt es sich um eine Personensteuer, die jeder Steuerpflichtige abgeben muss. Evtl. hast du sogar schon angefangen die Einkommensteuer jährlich abzugeben. In diesem Fall wird die Erklärung nur um zwei weitere Formular ergänzt. Nämlich die Anlage G (Gewerbe) und die Anlage EÜR (Einnahmenüberschussrechnung).
In der Anlage EÜR rechnest du den Gewinn für dein Kleingewerbe aus bzw. übernimmst in diese die Angaben der Gewinnermittlung.
Den Gewinn aus deinem Kleingewerbe errechnest du durch eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung bzw. Gewinnermittlung. Also du nimmst alle Einnahmen und ziehst von diesen die Ausgaben ab. Schon hast du den Gewinn.
In die Anlage G musst du den Gewinn lt. der Anlage EÜR aus deinem Kleingewerbe übernehmen.

Umsatzsteuer

Auch ein Unternehmer, der keine Umsatzsteuer in seinen Rechnungen ausweist, muss eine Umsatzsteuererklärung abgeben. In dieser sind dann der Jahresumsatz einzutragen und eine sogenannte „Null-Meldung“ zu machen. Also dem Finanzamt wird eine Umsatzsteuersumme von Null Euro gemeldet, jedoch auch dein Jahresumsatz. Zur Überprüfung, dass die 22.000 Euro nicht überschritten wurden.

Gewerbesteuer

Durch die Anmeldung des Kleingewerbes entsteht ein Gewerbe, jedoch fällt darauf noch keine Gewerbesteuer an. Erst ab einem Gewinn über 24.500 Euro entfällt auf den übersteigenden Betrag Gewerbesteuer.

Muss man alle Einkünfte versteuern?

Viel Spielraum lässt das Gesetz nicht unbedingt für Nebeneinkünfte, die man nicht versteuern muss. Generell ist es auch empfehlenswert, wenn man aktiv und nachhaltig Nebeneinkünfte generiert, für diese auch ein Gewerbe anzumelden. Für Nebeneinkünfte gibt es zwei kleine Hilfen, welche uns das Gesetz bietet:

Nr. 1 Private Veräußerungsgeschäfte §23 Einkommensteuergesetz
Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften bleiben bis zu einer Freigrenze von 600 Euro steuerfrei. Jedoch überschreitet man die Grenze von 600 Euro im Jahr ist der Gewinn im vollen Umfang zu versteuern.

Rechenbeispiel:
Für einen Nähauftrag erhältst du 612 Euro. Von diesen 612 Euro gehen noch 125 Euro für Nadeln, Stoffe & andere Materialen weg. Somit ist dein erwirtschafteter Gewinn aus diesem Geschäft 487 Euro. Also steuerfrei.

Nr. 2 Der Härteausgleich §46 Einkommensteuergesetz
Wenn man neben seiner Hauptarbeit im Jahr noch zusätzlich Nebeneinkünfte erzielt, bleiben diese bis zu einer Freigrenze von 410 Euro steuerfrei. Überschreit man diesen Betrag werden die Nebeneinkünfte schrittweise versteuert.

Beispiel Härteausgleich §46 Einkommensteuergesetz

Rechenbeispiel:
Durch gelegentliche kleine Auftragsarbeiten verdienst du im Jahr 650 €. Gegen diese Einnahmen darfst du alle damit verbundenen Kosten in Höhe von 240 € (z.B. Material 200 €, Versand 40 €) dagegen rechnen. Somit bleiben als Einkünfte 410 € übrig, von denen 0 € versteuert werden müssen.

Wichtig:
Die Möglichkeiten Nr.1 & Nr. 2 können in einem Jahr nicht gleichzeitig verwendet werden. Beide Varianten sind in der Anlage S einzutragen. Wobei der Härteausgleich explizit unter dem Punkt „Nebentätigkeit“ einzutragen ist um zu verhindern das der steuerliche Vorteil verloren geht und die volle Summe versteuert werden muss.

Fazit

Ein Gewerbe zu eröffnen soll eine gut überlegte Sache sein. Diese Entscheidung kann niemand jemand abnehmen, jeder muss sie selbst für sich treffen. Man soll sich mit seinem Gewerbe identifizieren und auch die Motivation haben über Jahre dieses am Laufen zu halten. Auch wenn es nur ein kleines Gewerbe ist.

Der Spruch: „Selbstständig, ist selbst & ständig.“ Hat einen wahren Wert, den man meist erst lernt wenn man selbstständig ist.
Persönlich finde ich die Kleinunternehmerreglung einen guten Start in eine langfristige Selbstständigkeit.

!Dieser Eintrag ist keine steuerlich verbindliche Beratung!

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Aus alt mach passend: Second Hand Mode fürs Cosplay

Das Thema kaufen oder Selbermachen wurde bereits an anderen Stellen vielfach diskutiert. Heute soll es jedoch um einen anderen Schwerpunkt gehen: ein kleineres life-hack um gegebenenfalls Zeit zu sparen und dabei den Geldbeutel und letztendlich auch die Umwelt zu schonen.

Dieser Gastbeitrag wurde von Isadora geschrieben.
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Oft bietet sich ein zweites Leben für gebrauchte Mode als Teil des Cosplays an. Hierbei unterscheide ich in drei Kategorien:

  1. Second Hand Mode als Alternative zum selbernähen von Basics
  2. Zeitgemäße Stücke, die derzeit so nicht (mehr) herstellt werden
  3. Originalteile bekannter Real Life Vorlagen um 100% akkurat zu sein

Das Thema Second Hand Mode ist mittlerweile im Modebereich ein eigenes und stetig wachsendes Thema. Was früher noch einen Hauch von Mottenkiste mit sich brachte – den es teilweise zwar noch, aber immer weniger gibt – erhalten mittlerweile alle möglichen Klamotten vergangener Tage das Prädikat „vintage“ und bedienen einen derzeit stark wachsenden Markt womit auch die Auswahl steigt.

Natürlich sind viele Charaktere derart phantasievoll und besitzen eine Garderobe, bei der sich auch der versierte Cosplayer auf den ersten Blick fragt, wie zur Hölle so ein Teil überhaupt anzufertigen ist. Geschweige denn, welche Tricks eingesetzt werden müssen, um den Gesetzen der Schwerkraft entgegentreten zu können. Viele Vorlagen entstehen aber auch aus realitätsnahen Vorbildern mit Outfits, die, wenn sie nicht gerade sowieso in den einschlägigen Modeläden hängen, zumindest schon vor einiger Zeit kaufbar waren.

Daher mein erster Tipp:

Überlegt euch, aus welcher Zeit die Mode eures Charakters stammt. Gerade, wenn man feststellt, dass diese sehr zeitgemäß ist, besteht eine hohe Chance, solche Teile auf dem klassischen Second Hand Markt zu ergattern.
Beispiele hierfür sind in allen Bereichen zu finden, je simpler umso einfacher z.B. Jeans, Hosen, Blusen, Hemden, Pullover, Jacken, T-Shirts, Kleider Röcke, Gürtel, Schuhe usw.!
Einfarbige oder einfachere Muster sind natürlich auch leichter zu finden als ein ausgefallenerer Druck. Eine genaue Recherche, wie das Teil der Begierde im Modejargon genannt wird erleichtert die Suche sehr.

Seht euch genau an, was z.B. die gesuchte Jeans ausmacht: neben der Farbe, auch Waschung genannt, spielt der Schnitt eine entscheidende Rolle! Wo sitzt die Taille? Hhoch, mittig oder unten? Wie sieht das Bein aus? Eng, weit, oben eng – unten weit oder umgekehrt?
Einige Anpassungen lassen sich im Nachhinein noch ändern, aber der Grundgedanke ist, neben Geld auch Zeit sparen zu können.

Außer den jeweiligen Second Hand Läden vor Ort bieten auch viele Onlinebörsen mittlerweile eine gute Auswahl: ebay, etsy oder Vinted (ehemals Kleiderkreisel) zählen zu den größten.

Kleidungsstücke aus einer anderen Epoche

Ein wenig schwieriger wird es, wenn das gesuchte Kleidungsstück aus einer anderen Epoche stammt – hierbei gilt häufig: je älter, je teurer.
Auch wenn Edwardische und Viktorianische Stück noch im Handel erhältlich sind, so sind diese meistens recht teuer und oftmals eher als Anschauobjekte geeignet, da Stoffe über eine lange Zeit auch bei bester Aufbewahrung altern.
Je feiner der Stoff, umso empfindlicher wird er auch über die Jahre. Ausnahmen gibt es natürlich immer. Aber ca. ab den 1940er Jahren findet man durchaus tragbare Mode, ab den 50er und 60er Jahren auch eine Vielzahl von Stücken zu teilweise immer noch sehr günstigen Preisen.
So sind Tellerröcke aus den 50ern, Minikleider aus den 60ern oder Schlaghosen aus den Siebzigern oder Oversized-Stücke aus den 80ern durchaus eine Alternative, um ins Cosplay integriert zu werden.

Ebenfalls ist es eine Option, alte Kleider als Stoffresource zu verwenden: gerade bei teureren Stoffen wie Samt oder Brokat kann hier ein altes Kleid oder ein Rock eine günstige Quelle sein.

Ich habe beispielsweise für mein Shiris Kostüm tolle Wildleder Overknee-Stiefel in knallrot für ca. 40,-€ gefunden, die für mich sehr gut zu Kostüm passen!

Detailverliebt?

Zuletzt ein Thema für die besonders Detailverliebten: Screen-accurate fashion.

Mit der Beliebtheit von Cosplays aus aktuellen Realfilmen und Serien und der durch das Internet möglichen Informationsmenge, z.B. wornontv.net, gibt es heutzutage oft die Möglichkeit, das Outfit des entsprechenden Charakters 1:1 nachzukaufen.
Aber meist ist das Teil bereits aus den Läden verschwunden, wenn der Film oder die Serie ausgestrahlt wird. Mit Glück findet sich noch etwas im Sale, ansonsten sind die Onlinebörsen auch hier die beste Anlaufstelle.
Auch wenn die Stars der Serien oftmals in hochwertige Designermode eingekleidet sind und diese auch Second Hand noch für viel Geld den Besitzer wechselt: Manchmal fehlt dem Verkäufer das Wissen, eine solche prominenten “Schrankleiche“ zu verkaufen oder er/sie möchte das Teil doch möglichst schnell loswerden.

Als großer Doctor Who-Fan, habe ich hier schon die Originalkrawatte des 10. Doctors aus „The Day of the Doctor“ ergattert, sowie für eine Freundin den Original Ledermantel, den Catherine Tate als Donna Noble in der 4. Staffel mehrfach trägt.

Prinzipiell kann die Suche für derartige Stücke am Ende auch länger dauern, als wenn man doch direkt selbst zu Nadel und Faden gegriffen hätte. Das Glücksgefühl seinen Lieblingscharakteren gefühlt aber noch ein Stück näher zu kommen bleibt aber oft unbezahlbar! 🙂

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Eine haarige Angelegenheit – Das Kleben von Ansätzen

Hallo, mein Name ist Hearty von XTremeTwins Cosplay, ich cosplaye seit 2008 und ich möchte dich in die unendliche Welt der Haaransätze einführen.

Dieser Gastbeitrag wurde von Hearty geschrieben. Du kennst Hearty noch nicht?
Dann schau unbedingt mal auf ihrem Kanal vorbei: heartless89

Wer hat sich nicht schon mal den Kopf darüber zerbrochen, wie man die meist recht skurril aussehenden Haaransätze von Anime-, Game- oder Filmcharakteren umsetzen könnte?
Für viele ist dieses Thema noch immer abschreckend. Dabei ist es gar nicht so schwierig! 😀
Mittlerweile gibt es mehr als genug Methoden und Tutorials, die man im Internet finden kann. Sei es nun auf den Social-Media-Kanälen von Cosplayern oder auf Wig Seiten wie z.B. ArdaWigs
Trotz der gut abgedeckten Thematik gibt es viele unterschiedliche Stile, die zum selben Ergebnis führen. Jeder bringt seine eigene Note mit ein. So auch ich. Daher möchte ich dir heute die Methode vorstellen, die für mich am besten funktioniert. Und wer weiß, vielleicht ist sie ja auch etwas für dich!

In diesem Blogeintrag widmen wir uns der schnelleren, einfacheren und günstigeren Methode: Das Kleben von Ansätzen. Die zeitaufwendigere und teurere Methode, Ansätze selbst zu knüpfen, behandeln wir in einem anderen Blogeintrag aber auch noch ausführlicher.

Was ihr zum Kleben von Ansätzen braucht:

  • eure Perücke
  • unbedingt weitere Tressen oder eine zweite Perücke, die ihr auseinandernehmen könnt
  • farblich passenden 0.9 mm dicken Filz
  • Heißkleber
  • Bastel-, Universal- oder Weißkleber (Hauptsache er trocknet transparent)
  • Alufolie und Klebeband
  • Schere und einen Pinsel

Vorbereitung ist alles

Wahrscheinlich habt ihr schon genügend Referenzbilder eures Charakters gesammelt, welche ihr spätestens jetzt gebrauchen könnt.
Als Erstes solltet ihr euch eine Art Guideline – also eine Vorlage zurechtlegen, damit ihr wisst, wie später euer Ansatz geformt sein sollte. Denn der unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Schließlich hat nicht jeder denselben Kopfumfang, dieselbe Stirnfläche oder allgemein dieselbe Gesichtsform.

Zudem ist bekannt, dass Ansätze gezeichneter Charaktere immer nochmal anders aussehen als im wirklichen Leben.
Daher skizziere ich als Erstes immer – mit Hilfe von Klebeband – meine Ansatzform auf. Tragt dabei eure Perücke, so könnt ihr genau sehen, wo noch mehr Haare angebracht werden oder wo sogar welche entfernt werden müssen. Natürlich könnt ihr das auch an einem Perückenkopf machen, sofern er genau eure Maße hat. Denn diese Methode ist wirklich sehr passgenau!

Filz ist sehr praktisch

Ihr habt nun eure Form, jetzt könnt ihr sie auf ein farblich passendes Stück Filz übertragen – oder wenn ihr euch dafür entscheidet euren Ansatz zu knüpfen, auf ein Stück Lace.
Filz gibt es in verschiedenen Dicken. Zu diesem Zweck braucht ihr allerdings weder dicken Filz noch wirklich viel. Ich benutzte dazu immer 0.9 mm dicken Filz.
Achtung: Achtet beim Ausschneiden eures Ansatzes darauf, dass ihr an der Stelle, wo ihr eure Perücke später annäht, noch ein paar Zentimeter dazu gebt. Ich berechne immer großzügig, abschneiden kann man später immer noch. 

Jetzt fragt ihr euch sicher – wozu der Filz? Das hat für mich den Grund, dass ich meine Haut schützen und mehr Stabilität haben möchte. Ihr könnt den Filz auch weglassen, aber ich persönlich fand die Methode, getrockneten Kleber direkt auf meiner Haut zu tragen, nie sicher. Deshalb nähe ich auch Tressen lieber in meine Perücken ein, als sie bloß zu kleben. Kleber kann bei hohen Temperaturen wieder weich werden und den wollt ihr dann nicht direkt auf eurer Haut oder in euren Haaren haben.

Sobald ihr euer Stück Filz also ausgeschnitten habt, steckt es an eurer Perücke fest und kontrolliert nochmal, ob alles so sitzt, wie ihr das haben wollt. Aber Vorsicht, wenn ihr sie nochmals anprobieren möchtet, benutzt dazu lieber Fadenschlag anstatt Stecknadeln! Sicherheit geht vor!
Wenn ihr damit zufrieden seid, könnt ihr das Stückchen Filz nun entweder mit der Nähmaschine oder von Hand an eure Perücke annähen.
Ab und zu kann es sein, dass trotz Ausmessung, der Filz nicht richtig sitzt. Um ihn eurer Stirn besser anzupassen, könnt ihr hier und da auch kleine Abnäher machen. Das wird später nirgendwo sichtbar sein.
Ist der Filz fest an eurer Perücke dran, braucht er nun etwas mehr Stabilität.

Euer bester Freund, der Bastelkleber

Um dem Filz mehr Stärke und Struktur fürs Bekleben zu verleihen, verdünnt ihr etwas Bastelkleber mit Wasser. Wickelt die Stirn eures Perückenkopfes mit Alufolie ein, damit später nichts kleben bleibt, solltet ihr zu viel Wasser benutzt haben. Mit dem Gemisch pinselt ihr nun das Stück Filz ein.
Meist reichen zwei bis drei Schichten, bis der Filz hart geworden ist. Die Unterseite ist allerdings schön weich geblieben, was für einen angenehmen Tragekomfort sorgt. (Sofern ihr den Filz nicht gleich mit dem Gemisch tränkt. xD Passt also auf, dass ihr nicht zu viel auf einmal benutzt. Lieber dünne Schichten auftragen!)

Als Nächstes werden die einzelnen Strähnen vorbereitet. Schneidet immer ungefähr zwei Finger breite Strähnen von euren Tressen ab, legt sie so dicht wie möglich zusammen auf eine mit Alufolie abgedeckte Fläche und fangt an zu pinseln. Mit dem Gemisch aus Wasser und Kleber, das ihr schon für den Filz benutzt habt, pinselt ihr nun das obere Drittel der Strähnen (also die Abschnittstelle) ein.
Lasst es trocknen und dreht dann die Strähnen um. Wiederholt den Vorgang auf der Rückseite und gegebenenfalls ein weiteres Mal bei der Vorderseite.

Der große Vorteil am Bastelkleber ist, dass man ihn im trockenen Zustand ganz leicht ausbürsten kann, wenn ihr zum Beispiel zu viel der Haare damit beklebt habt.
Bereitet auf diese Art so viele Strähnen wie möglich vor. Lieber mehr als weniger, denn es ist nervig, den Vorgang wiederholen zu müssen, wenn ihr schon damit begonnen habt Strähnen an die Perücke zu kleben. Als Cosplayer ist man ja meistens unter Zeitdruck.

Sobald eure Strähnen trocken sind, werden sie mit Heiß- oder Kraftkleber an euer vorbereiteten Filzansatz geklebt. So arbeitet ihr euch nun Schicht für Schicht von der Perücke zu eurer Stirn. Die letzte Schicht direkt am Übergang zur Stirn klebt ihr etwas über euer Filzstück hinaus. Diese könnt ihr später mit einer Schere in Form schneiden, damit die Spitzen natürlicher aussehen.
Zum Schluss, wenn alle Strähnen kleben, alles getrocknet ist und die Spitzen in Form geschnitten sind, werden die angeklebten Haare ein letztes Mal mit dem Gemisch aus Bastelkleber und Wasser beschmiert. So werden einzeln abstehende Härchen geglättet und alles bekommt nochmal extra Halt. Lasst alles gut durchtrocknen – am besten über Nacht – und dann könnt ihr mit dem Styling beginnen.

Natürlich müsst ihr beim Ansatz etwas vorsichtiger sein, da ihr nicht unbegrenzt daran ziehen könnt. Aber sonst lässt sich alles wie gewohnt in Form bringen.
Sollte sich mit der Zeit mal eine Strähne lösen, könnt ihr den Vorgang des Klebens immer wiederholen. Manchmal reicht eine weitere Schicht Bastelkleber schon vollkommen aus.

Übung macht den Meister

Wie bei allem was wir tun, werden wir durch den Vorgang der Wiederholung immer besser. Zu Beginn mag es euch also noch etwas schwieriger fallen Ansätze zu kleben – auch der anfänglichen Unsicherheit geschuldet – doch hier gilt wie mit allem anderen auch: Bleibt dran.
Probiert es aus und findet das, was für euch am besten passt.  Wie schon gesagt, jeder Mensch ist da anders. 😀

Viel Spaß!

Fotograf: feline.pure

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Wunsch-Cosplay online nicht verfügbar? Wie wär’s mit einer Commission?

Was das genau ist, wie du dich darauf vorbereitest und was du darüber wissen solltest, erfährst du in diesem Blogeintrag.

Dieser Gastbeitrag wurde von Tsuya geschrieben.
Du kennst Tsuya noch nicht? Dann schau unbedingt mal auf ihrem Instagram Kanal vorbei: _tsuya_

Dein Wunsch-Cosplay ist online nicht verfügbar?
Das Cosplay ist dir nicht detailgetreu genug?
Das Cosplay gibt es nicht in deiner Größe?

Wenn du mehr als eine dieser Fragen mit ja beantworten kannst, dann ist dieser Beitrag für dich! Denn: Hast du schon einmal über eine Cosplay Commission nachgedacht?

Commission? Was ist das?

Zu deutsch: eine Auftragsarbeit. Du beauftragst jemand anderen dir dein Cosplay gegen Geld zu fertigen.

Wie findet man jemanden, der Cosplay Commissions anbietet?

Sollte es sich um eine klassische Nähcommission handeln, kann lokal nach einer Schneiderei gesucht werden. Leider gibt es davon nicht mehr sonderlich viele und einige bieten auch nur noch spezielle Maßanfertigungen (Hochzeitskleider,…), Änderungen oder Eigendesigns an. Es ist aber auf jeden Fall einen Versuch wert, einfach nachzufragen.

Vorteile: gute Beratung, Maßnehmen und Anproben vor Ort, Möglichkeit der Mitgestaltung/Mitsprache
Nachteil: keine Schneiderei in der Nähe, Preis

Geht es aber neben Näharbeiten auch um Rüstungen, Schmuck, Perücken oder Waffen, dann ist man bei einem klassischen Schneider leider an der falschen Adresse. Mittlerweile gibt es aber viele Cosplayer, die Commissions anbieten und somit ihr Können auch anderen zur Verfügung stellen.
Fündig wird man hier entweder über Suchmaschinen, Social Media oder Freunde. Die erste Anlaufstelle ist meistens Google, dort kann mit Begriffen wie „cosplay nähen lassen“, „cosplay commission“ usw. eine erste Suchrunde gestartet werden. Auf Facebook gibt es viele Cosplay-Gruppen, unter anderem auch welche speziell für Commissions, wo man seine Suchanzeige posten kann. Frage auch auf deiner eigenen Plattformen und im Freundeskreis nach, meistens kennt wer wen, der wen kennt! 😉

Du hast jemanden gefunden – wie bereitest du dich nun vor?

Tipp: Es ist ganz wichtig, dass du dich vorher so gut wie möglich selbst informierst. Es spart Zeit und gewährt einen reibungslosen Ablauf.
Informiere dich, ob es eine Homepage oder andere Kanäle gibt, wo du etwas über die Auftragsarbeiten herausfinden kannst. Versuche also zuerst selbstständig an Informationen zu kommen, bevor du die Person kontaktierst.

Welche Informationen sind aber überhaupt notwendig und hilfreich?

Zuallererst solltest du abklären, ob du mit deinem Wunsch an der richtigen Adresse bist. Du willst eine Perücke, also sollte der Cosplayer Perücken Commissions anbieten. Nur weil er Commissions anbietet, bedeutet das nicht, dass er alle Bereiche es Cosplays abdeckt.

Oft ist es auch gut abzuklären, ob der Stil deines Wunsches, mit dem Output des Cosplayers übereinstimmt. Macht jemand vorzugsweise Corsagen und du möchte jetzt aber einen Superheldensuit oder einen voluminösen Wollmantel, kann es sein, dass dein Auftrag nicht angenommen wird.
Außerdem sollten dir die Sachen, die der Cosplayer macht, gefallen! Wenn dir die Art der Bemalung bei den Rüstungsteilen nicht zusagt, kannst du danach nicht sagen: mein Cosplay gefällt mir nicht, ich zahle nicht!
Du solltest dir vorher bewusst machen, worauf dich dich einlässt und ob dies dann deinen Wünschen entspricht.

Manchmal ist es ganz gut zu wissen, woher jemand seine Fähigkeiten hat. Handelt es sich hierbei um jemanden der eine Schneider- oder Frisörausbildung gemacht hat? Wie lange werden bereits Commissions angeboten und wie viele Erfahrung hat diese Person? All diese Punkte wirken sich für gewöhnlich auch im Preis aus.

Der Preis

Apropos Preis: dieser kann stark schwanken. Bedenke bitte, dass sich jeder über die Preisgestaltung Gedanken gemacht hat, und dass man hier nicht Feilschen kann. Bietet jemand Cosplay Commissions an, fällt dies unter die Gewerbeordnung. Dies ist mit Mehrkosten verbunden. Der Preis setzt sich also nicht nur aus Material, Versand und einem 10€ Stundenlohn zusammen. Bitte respektiere hier die Preisgestaltung.

Bezahlung, Lieferung und Co. Sind ebenfalls wichtig. Du findest diese Infos meistens auf der Hompage, in gepinnten Posts oder aber auch in den Story Highlights oder Guides auf Instagram. Informiere dich vorher und halte dich an die jeweiligen Angaben und Abläufe der Personen. Gibt es ein Anfrageformular – dann fülle dieses aus. Will die Person zu Beginn bestimmte Infos wissen, dann beantworte diese Fragen möglichst genau.

Gibt es keine vorgegebenen Richtlinien, dann füge alle relevanten Informationen an:

Was willst du? „Ein Saber Nero Cosplay“ ist als Antwort nicht ausreichend genug.

Füge an, um welches Cosplay es sich handelt (eventuell auch mit Versionsname), welche Stücke du brauchst und bis wann. Du kannst deine Kleidergröße (falls relevant) ebenfalls angeben und, solltest du ein Budget haben, kannst du auch dieses angeben. Füge ausreichend Bilder an und mach dir die Mühe gute, hochauflösende Bilder mitzusenden, auf denen man das Kostüm oder die Perücke von mehreren Ansichten gut erkennen kann. Gibt es kaum Bilder davon, dann beschreibe wie du es dir vorstellst, oder fertige selbst Skizzen an, wie du dir z.B. eine Rückenansicht vorstellen könntest.

Versuche einfach den Nachrichtenaustausch so kurz wie möglich zu machen und schreibe auch keine Romane in denen du viel schreibst, aber keine Aussagen triffst. Lesen braucht auch Zeit. Also: kurz und knapp, aber inklusive aller relevanten Informationen!

Materialien und Zeitfenster

Hast du bereits Materialien gekauft, weil du das Cosplay eigentlich selbst machen wolltest, oder stellst dir bestimmte Stoffarten vor, dann füge auch das in die Anfrage mit ein und frage nach, ob es möglich ist, die vorhandenen Materialien bereits zuzusenden.

Wenn du eine Deadline hast, frage rechtzeitig nach einer Commission. Denke vorher selbst darüber nach wie lange du selbst dafür brauchen könntest und bleibe realistisch. Vielleicht gibt es auch Informationen darüber, wie lange im Moment die durchschnittliche Dauer einer Fertigung ist. Du bist oftmals nicht die einzige Person, für die gerade eine Commission angefertigt wird und es dauert auch ein Weilchen, bis alle Materialien beisammen sind.
Auch Zahlungen und der Versand benötigen oftmals länger. Hinzu kommt, dass viele dieses Gewerbe nur im Nebenberuf ausüben und nebenbei möglicherweise sogar Vollzeit arbeiten gehen. Dränge also niemanden dazu, dass es schnell gehen muss, denn das schlägt sich sofort auf die Qualität deines Cosplays nieder.

Je früher du dich um einen Commission Slot kümmerst, umso besser!

Was tun, wenn das Cosplay nicht passt, etwas fehlt oder es einem doch nicht gefällt?

Auch hier gilt, informiere dich am besten vorher wie dies bei dem Cosplayer gehandhabt wird. Vielleicht hat er dazu eine FAQ Seite oder sogar AGB’s die diese Fragen beantworten. Da es sich meistens um Kundenspezifische Anfertigungen handelt, kannst du das Cosplay nicht einfach zurückgeben und dein Geld zurückverlangen. Sollte es einen Mangel geben, musst du dem Cosplayer die Möglichkeit geben, diesen zu beheben.

Und bedenke auch hier: bleibe höflich. Niemand will dir etwas Schlechtes oder dich über den Tisch ziehen. Kommunikation ist auch hier wichtig. Vielleicht hat es sich auch einfach nur um ein Missverständnis gehandelt?

Wenn du dich an all diese Dinge hältst und dich vorher gut informierst, dann steht deiner ersten Commission nichts mehr im Weg!

Hier noch ein kurzer Überblick, wie so eine Commission bei mir abläuft. Es werden 7 Schritte durchlaufen, die unten in der Grafik noch einmal genauer aufgelistet sind.

Hast du noch Fragen zum Thema? Dann wende dich gerne direkt an Tsuya oder schreibe einen Kommentar. 🙂

Hier siehst du ein paar Auszüge aus ihren Arbeiten:

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Sicher an Cosplays kommen: Wie bezahlt man das am besten?

Hallöchen. Mein Name ist Uli und vielleicht kennen mich die ein oder anderen als Uli.cos.play. Wie so viele hat man aber neben dem Hobby auch einen anderen Beruf. Ich bin gelernte Bankkauffrau und habe schon mehr als einmal mitbekommen, dass man gar nicht so richtig weiß, wie man etwas bezahlen soll. Damit meine ich keine Kredite, sondern ganz einfach womit man online bezahlen kann. Denn seien wir mal ehrlich, als Cosplayer kommt man meist gar nicht drum herum, sich online Dinge zu bestellen. Sei es die Perücke aus England, das Cosplay über AliExpress in China oder ein Second Hand Cosplay über Instagram in Deutschland. Hier also ein kleiner Guide über die gängigsten Zahlungsarten.

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Banküberweisung

Die Banküberweisung vor Ort

Wer kennt es nicht? Man bekommt eine Rechnung von einem Laden und soll den Betrag bis zu einem gewissen Datum überweisen. Wenn man mit der Technik nicht so vertraut ist und man dem Online Banking nicht traut, geht man ganz klassisch in eine Bankfiliale. Dort füllt man einen Überweisungsträger aus (Voraussetzung sind der Name des Empfängers und seine IBAN) und gibt diesen bei seiner Bank ab. Vor allem bei den Sparkassen und Volksbanken müsst ihr aufpassen, denn die teilen sich zwar den Namen, sind aber eigenständige Unternehmen und können die Konten der anderen nicht einsehen. Die Überweisungen werden dann vernichtet und somit nicht ausgeführt. Achtet also darauf euren Überweisungsträger bei der richtigen Bank abzugeben.

Wenn ihr die Überweisung abgegeben habt, dauert es in der Regel 2-3 Bankarbeitstage (Montag bis Freitag, wenn kein Feiertag dabei ist) bis das Geld beim Empfänger ist. Geht das Geld in ein Land außerhalb der EU gibt es keinen festen Zeitraum.

Die Banküberweisung online

Die Banküberweisung online geht deutlich schneller und leichter, als wenn die Überweisung vor Ort. Leider gibt es dort aber einige Aussagen, die Leute annehmen aber so nicht stimmen. Räumen wir mit den gängigen Mythen auf:

1. Ich hab das Geld überwiesen und es steht bei mir als Abbuchung. Aber der Empfänger hat das Geld noch nicht bekommen!

Fakt: Ja, das Geld ist von deinem Konto abgebucht worden, doch das Geld muss deine Bank erst zur Empfängerbank weitergeleitet werden. Dafür haben Banken einen Bankarbeitstag Zeit. Ist der Empfänger bei der gleichen Bank wie du kann es auch schneller gehen.

2. Kann mein Geld auch direkt bei jemandem ankommen, wenn ich es jetzt überweise?

Fakt: Jein. Du kannst eine Echtzeitüberweisung machen. Nutzt du eine Echtzeitüberweisung, ist das Geld innerhalb weniger Minuten auf dem Konto des Empfängers. Wo du die Echtzeitüberweisung in deinem Online Banking findest, hängt von deiner Bank ab. Es kann eine Extra Option sein oder man muss im normalen Überweisungsbildschirmneben dem Wort “Echtzeitüberweisung” einen Haken setzen . Es kann sein, dass deine Bank dafür aber Gebühren berechnet, mache dich darüber am besten vorher schlau. Auch bieten immer noch nicht alle Banken Echtzeitüberweisungen an. Wenn die Bank deines Empfängers dies nicht anbietet, wird dir dies angezeigt.

Bei Onlineshops gibt es auch oft die Möglichkeit, über die Plattform Klarna direkt eine Sofortüberweisung an den Empfänger zu tätigen. Um dies zu tun, benötigst du aber einen Online Banking Vertrag bei deiner Bank.

3. Bei einer Überweisung kann ich mein Geld nicht zurückholen, oder?

Fakt: Auch hier ein Jein. Innerhalb von 2 Bankarbeitstagen nach einer Überweisung kannst du einen sogenannten Überweisungsrecall machen. Du solltest einen Recall aber so schnell wie möglich machen! Denn je früher, desto höher ist die Chance, dass man die Zahlung noch stoppen kann. Ist das Geld nämlich schon beim Empfänger angekommen, obliegt es diesem, ob er dir das Geld zurücküberweist oder nicht. Dafür setzt ihm seine eigene Bank eine Frist, bis wann er sich zu dieser Rückforderung melden muss. 14 Tage kann man also schon für dafür einplanen.

Fazit

Eine Überweisung ist am besten dafür geeignet, wenn man an Jemanden überweist, den man kennt bzw. vertrauen kann. Auch hat man bei vielen Online Shops die Möglichkeit durch Zahlen per Rechnung erst nach Erhalt der Ware zahlen zu müssen.

Einzug per Lastschrift

Die wohl gängigste Zahlungsmethode heutzutage. Wenn du in einem Geschäft bezahlst, wird dieses das Geld von deinem Konto einziehen. Willst du das Verfahren auch online nutzen, musst du meist nur deine IBAN angeben und schon wird der Betrag wenige Tage später von deinem Konto abgebucht.
Vorteil: du kannst eine Lastschrift innerhalb von 8 Wochen ohne Grund widerrufen und 13 Monate, wenn es unberechtigt ist. Privatpersonen bieten meistens kein Lastschriftverfahren an, da man dafür einige Daten von der Bundesbank benötigt und dies somit für den Alltagsgebrauch sehr unpraktisch ist. Aber eine Methode des Lastschriftverfahrens für Privatpersonen werdet ihr bestimmt kennen, ich rede von…

PayPal

Fast jeder Cosplay Online-Shop bietet PayPal als Zahlungsmittel an. Warum? PayPal bietet dir einen Käuferschutz, der dir in Streitfällen helfen kann dein Geld zurück zubekommen.
Wenn also der Cosplay Shop nicht liefern will oder fehlerhafte Ware versendet und du im direkten Kontakt keine Einigung erzielen kannst, dann kannst du auf den Käuferschutz zurückgreifen. Dieser ist aber nur bei der Option „Bezahlung für Dienstleistung“ enthalten.

Der Käufer wird hier durch den PayPal Käuferschutz abgesichert und kann sich im Zweifel sein Geld zurückholen. Die Gebühren, die bei dieser Zahlungsmethode entstehen, trägt der als Verkäufer. Diese betragen in den meisten Fällen 2,49% des Betrages + 0,35€ pro Transaktion. Die Methode via “Freunde & Familie” zu bezahlen ist gebührenfrei. Allerdings ist sie nicht dafür gedacht Ware zu kaufen / verkaufen.

Die getätigte Bezahlung via PayPal trifft übrigens innerhalb weniger Minuten auf deinem PayPal Account ein. Die Abbuchung erfolgt dann wie eine normale Lastschrift von deinem Girokonto. Neben seinem Girokonto kann man aber auch ein anderes Zahlungsmittel bei PayPal hinterlegen. Dies ist die:

Kreditkarte

Um direkt mal eins am Anfang zu erklären: Die Bankkarte die ihr in der Regel zu eurem Konto bekommt ist keine Kreditkarte sondern eine Debitkarte.
Unterschied: Eine Kreditkarte verfügt über einen festgelegten Rahmen, den man nutzen kann. Wenn man mit ihr zahlt, wird der Betrag entweder monatlich in Raten zurück gezahlt oder alle Zahlungen mit der Karte werden an einem Tag im Monat zusammengefasst vom Konto abgebucht.Bei der Debitkarte erfolgt die Abbuchung sofort und nur, wenn Guthaben vorhanden ist.

Du musst zudem mindestens 18 sein, um eine eigene Kreditkarte zu bekommen. Unter 18 geht es nur, wenn die Karte zu dem Konto deiner Eltern gehört, diese müssen dem natürlich zustimmen und ist nur im Ausnahmefall von der Bank erlaubt (beispielsweise das beliebte Auslandsjahr). Auch bietet jede Bank andere Kreditkarten mit verschiedenen zusätzlichen Leistungen an. Einige Kreditkartenmodelle sind zum Beispiel Mastercard, Visacard, Barclaycard und viele mehr.

Mit einer Kreditkarte kann man auch online bezahlen, indem man seine Daten (Name, Kartennummer sowie der Sicherheitscode auf der Rückseite der Karte) hinterlegt. Ab 2021 sind Onlinehändler zudem verpflichtet, ein weiteres Identifizierungsmerkmal beim Zahlen mit einer Kreditkarte abzufragen. Bei den Sparkassen funktioniert das über die S-Ident-Check App, bei den Volksbanken läuft es über Mastercard-Identy-Check oder Visa-Secure (auch als App erhältlich).

Meistens nutzen Online-Plattformen diesen Service.

Du kannst aber auch deine Kreditkarte bei Paypal hinterlegen. Für den Zahlungsempfänger besteht eine hohe Zahlungssicherheit, da der Betrag auf der Kreditkarte “reserviert” wird. Aber was ist nun, wenn jemand unberechtigt abbuchen will oder ich zum Beispiel meine Ware nie erhalten habe? Dann kann man eine Zahlungsreklamation machen. Der Herausgeber der Kreditkarte überprüft die Zahlung und erstattet dir je nachdem den Betrag.

Fazit

Die Kreditkarte ist gerne gesehen und hat auch eine hohe Sicherheit. Du solltest aber immer vorsichtig sein, wo du deine Kreditkartendaten angibst!
Wenn du das Gefühl hast, dass jemand deine Daten missbraucht, denn direkt bei deiner Bank anrufen und die Karte sperren lassen. Dies geht auch über der Sperrhotline 116 116.

Und was soll ich nun nutzen?

Am Ende muss es jeder für sich entscheiden. Ich persönlich nutze Paypal meistens für alle Onlinekäufe innerhalb von Europa, meine Kreditkarte für die anderen Buchungen. Und wenn man doch mal was über einen anderen Cosplayer, zum Beispiel bei Instagram, kauft, nutze ich gerne Überweisung.
Warum ich das so splitte? Ich nenn es persönliche Erfahrung, denn nur weil man bei einer Bank arbeitet und mit den ganzen Verfahren vertraut ist, heißt es nicht, dass man vor Betrug sicher ist. Und leider ist mir dies bis auf bei Überweisungen schon immer einmal passiert. Daher, egal wofür ihr euch entscheidet: Habt immer ein Auge auf eure Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen!

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Makeup Sheet

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Referenzfotos von Charakter Makeup nur einmal studieren, anstatt jedes Mal wenn man sich für das Cosplay schminkt?
Welchen Lippenstift hatte man beim letzten Mal schon wieder benutzt für den Charakter?
War das Muttermal nun links oder rechts unter dem Auge…?
Halbe oder ganze Stunde länger schlafen am Convention oder Photoshoot Tag?
Das Zauberwort heißt Makeup Sheet. 🙂

Fotograf: DomiFabienne

Das Thema Makeup Sheet habe ich in meinem letzten Blog Beitrag Male Makeup bereits angeschnitten. In diesem Blogbeitrag möchte ich im Detail darauf eingehen.
Disclaimer: Ich bin keine gelernte Kosmetikerin. Habe vor Jahren angefangen meine komplizierteren Makeups zu skizzieren, ich wusste nicht, dass dies tatsächlich existiert XD (ich wollte einfach nur länger schlafen und jedes Mal genau das gleich Makeup haben).

Was ist ein Makeup Sheet?

Auf einem Makeup Sheet wird notiert welche Makeup Produkte an welcher Stelle im Gesicht aufgetragen werden sollen. Es handelt sich hierbei um ein Hilfsmittel aus der Kosmetik- und Filmindustrie. Sehr praktisch auch für Cosplayer. 🙂
Gratis Templates auf Google findet man unter den Namen: Make Up Sheet, Make Up Chart oder Make Up Face Chart. Oder man zeichnet sich einfach selbst die Vorlage.

So kann ein Makeup Sheet zum Beispiel aussehen.

Was sind die Vorteile eines Makeup Sheets?

  • Zeitersparnis, da man die Recherche und das Testmakeup nur einmal machen muss, anstatt jedes Mal neu
  • Kontinuierlich dasselbe Resultat erzielen
  • Spickzettel, um zu wissen welche Produkte man wo anwendet
  • Einmaliger Zeitaufwand für ein Makeup Sheet inkl. Makeup Analyse ist je nach Aufwand ca. 15 bis 30 Minuten

Für welche Makeups lohnt sich ein Makeup Sheet?

  • Charaktere aus Realserien, da meist viele Details
  • Komplizierte Makeups, wie z.B. mit SFX Elementen, Asymmetrie
  • Spezifische Looks, wie z.B. ein aufwendiges Augenmakeup, Drag oder Bodypaint
  • Makeup, welches zwingend in einer ganz bestimmten Reihenfolge erfolgen muss – hier lohnt sich auch eine Nummerierung der auf dem Blattrand
Fotograf: Celine Stucki

Bei Arielle zum Beispiel, habe ich meine Arbeitsschritte nummeriert, weil ich Beauty Makeup dieses Ausmaßes nicht so oft mache.

Beispiel Star Lord

Wie könnte ein Makeup Sheet für einen Charakter aus einer Realserie/film also aussehen? So sieht z.B. mein Makeup Sheet für Star Lord aus.

Tipps

  • Wählt kontrastierende Farben für Contouring und Highlights, damit ihr dies auch gut sehen könnt
  • Braucht ihr eine Kurzanleitung für spezifische Techniken, könnt ihr diese einfach auf die Rückseite des Blattes schreiben, draufkleben oder drantuckern.
  • Sammelt die Makeup Sheets an einem Ort, dann müsst ihr diese nicht suchen. Ich bewahre diese in einem Ordner auf. Fahre ich zu einem Shooting, packe ich das Blatt in ein Mäppchen und nehme es mit.
  • Denkt dran das Makeup Sheet zu ergänzen, wenn ihr Änderungen in eurem Makeup vornehmt. 🙂
Fotograf: DomiFabienne

Ich hoffe, diese Tipps helfen dem ein oder anderen von euch weiter. Bei Detailfragen könnt ihr mich natürlich gerne anschreiben! 🙂

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Ein Bart hilft ungemein – Crossplay Make Up für Frauen

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Cosplay neben Schule, Arbeit und Studium – Stress pur oder wie funktioniert das?

Hey! Ich bin Theresa aka „Roxarlice_cosplay“, wohne in Hannover und cosplaye seit 2018. Dabei bin ich hauptsächlich im Bereich Fantasy, DC und Disney unterwegs. Im real life studiere ich Tiermedizin und habe eine abgeschlossene Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte.

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Zuerst einmal: Cosplay ist nicht nur wahnsinnig zeitaufwendig, sondern kann auch sehr teuer werden. Wir alle lieben es und wollen es vermutlich auch nicht mehr missen.
Doch wer hat sich nicht schon einmal gefragt, welche Rolle das Cosplayen neben der Schule, Arbeit oder dem Studium spielt und wie es untergebracht werden kann?

Das betrifft natürlich all diejenigen, die Cosplay hobbymäßig betreiben. So wie ich. 🙂
Ich bin in einem zeitraubenden Berufsfeld tätig – sowohl meine Arbeit, als auch mein Studium sind auf mehreren Ebenen äußerst fordernd. Aufgrund dessen habe ich nach Wegen suchen müssen und auch wollen, dieses Hobby perfekt zu integrieren. Ohne, dass es mich einschränkt oder schlaucht.
Ich möchte euch Tipps geben, die auch mir geholfen haben, Freizeit und Beruf miteinander in Einklang zu bringen. Ohne, dass eins von beidem oder gar man selbst darunter leidet.

Fotograf: cosplayppl

Klarheit schaffen!

Wir – die Hobbycosplayer unter uns – müssen uns zu allererst der Wahrheit stellen: so sehr wir das Cosplayen auch lieben, so sehr es uns erfüllt, es ist hinter der Schule, dem Job oder unserem Studium einzuordnen. Denn auch wenn wir noch zur Schule gehen oder studieren, ist das in dem Moment unser Beruf.

Auch Cosplay möchte finanziert werden, egal ob gekauft oder selbst gemacht, ob Make Up, Kontaktlinse oder ganzes Outfit. Alles will bezahlt werden! Die Fahrt zur Con, die Unterkunft vor Ort, die Convention selbst… Die Liste der Ausgaben ist schier unendlich lang – die Liste der Einnahmen durch das Cosplayen jedoch klein. (Es gibt gewiss immer Ausnahmen!).
Auch wenn ihr das Ziel anstrebt, euren Lebensunterhalt mit Cosplay zu finanzieren, so will dies erst erreicht werden.

Was können wir also tun, um uns finanziell besser zu orientieren und uns nicht zu ruinieren?

Mein erster Tipp lautet: arbeitet nicht an mehreren Cosplays gleichzeitig, sondern konzentriert euch auf ein Cosplay. So habt ihr einen besseren Überblick, was noch erledigt werden muss, man kommt nicht so schnell durcheinander und es schont natürlich den Geldbeutel. Fertigt euch gerne eine Liste an, auf der ihr notiert, was ihr für eure Cosplays noch benötigt und was ihr schon beisammen habt. Dafür gibt es auch Apps, die euch dann anzeigen, zu wie viel Prozent euer Cosplay abgeschlossen ist.

Zweiter Tipp: Erstellt für jedes eurer Cosplays eine Ausgabenliste, in der ihr alle Dinge auflistet, die ihr dafür bezahlen müsst. Nehmt in dieser Liste wirklich alles auf – von winzigen Accessoires wie Ringe, Ketten, Ohrringe, über Zubehör für das Perücken-Styling, bis zu möglichen Make Up Neuanschaffungen. So habt ihr a) die volle Kostenkontrolle und könnt direkt sehen, wie viel euch das Cosplay insgesamt kosten wird und könnt b) teurere Cosplays nach hinten schieben, um darauf zu sparen.
Falls ihr euch dennoch an mehrere Cosplays gleichzeitig wagen wollt, dann setzt Prioritäten und entscheidet euch besser für ausgeglichene Mischungen aus teuer & nicht teuer, sowie aufwendig & weniger aufwendig. Das ist dann besser überschaubar, als würdet ihr beispielsweise zwei aufwendige Kleider zur selben Zeit nähen oder zwei Cosplays kaufen wollen, für die ihr Echthaar-Perücken kauft.

Dritter und letzter Tipp: Generell lohnt sich immer der Vergleich zwischen gekauft und selbst gemacht. So lässt sich auch Geld sparen, wenn man beispielsweise Dinge selbst macht, anstelle sie zu kaufen oder umgekehrt. Gekauftes spart natürlich Zeit. Achtet beim Kauf aber bitte auf die Qualität und auf eventuell vorhandene Bewertungen. Fragt hierzu gerne andere Cosplayer um Rat. 🙂

Fotograf: derherrmeyer

Hier mein Survival Guide für den alltäglichen Cosplay Dschungel 😉

Lösungsansätze für jedermann

Ich hatte es schon erwähnt, aber man kann es nicht oft genug sagen: Cosplay ist super zeitintensiv!
Deshalb gilt: Zeiteinteilung ist das A & O !
Wie ihr eure Zeit verplant, ist natürlich individuell abhängig, aber diese Planung kann euch vor unnötigem Stress und Zeitdruck bewahren.

Stellt euch vor, ihr habt euch nach der Schule, Arbeit oder der Uni ein Shooting vorgenommen. Ihr kommt nach Hause und stellt fest, dass ihr nur noch wenig Zeit habt, euch fertig zu machen und vorzubereiten. Da ist Stress vorprogrammiert! Man verfällt in Hektik, wird super ungeduldig mit sich selbst, alles geht schief. Bei mir äußert sich das immer darin, dass ich ungefähr dreimal so lang benötige, um meine Kontaktlinsen einzusetzen. Das Shooting in letzter Minute abzusagen, weil das Make Up nicht gelingt oder die Perücke nicht sitzt, ist dann natürlich auch für euch und für die Fotografin/ den Fotografen kein wünschenswertes Ergebnis.
Ich will sagen: plant bitte immer genug Zeit ein, sodass ihr gar nicht erste in diese Negativspirale gelangt. (Ihr wisst selbst am Besten, wie viel Zeit ihr für welchen Charakter benötigt.)
Legt das Shooting lieber auf einen Tag, an dem ihr auch sicher absehen könnt, dass ihr pünktlich Zuhause sein werdet. Oder wählt eine Uhrzeit, die für euch bequem ist.

Ihr tut euch und dem Fotografen gewiss keinen Gefallen, wenn ihr genervt und abgehetzt ankommt…

Ein weiterer Punkt ist die Akzeptanz und Unterstützung von euren Liebsten. Zumindest für diejenigen unter uns, die sich gerne unterstützen lassen möchten.
Vielleicht kennt ihr jemanden, dessen Leidenschaft oder Talent ihr in eure Cosplay-Arbeit einbauen könnt. 🙂 Es könnte eine “Win-Win“ Situation werden. Ihr werdet entlastet, und bezieht andere Personen in eure Freizeit mit ein, mit denen ihr mehr Zeit verbringen könnt und die bestimmt auch Spaß daran haben werden, euch zur Hand zu gehen. Sprecht darüber! Fordert euch Unterstützung ein, wenn ihr mögt – sei es im Bereich Social Media, Bildbearbeitung, Nähen von Kostüme, Perücken-Styling etc.

Gerade in einer Partnerschaft kann es doch zusätzlich belastend sein, wenn ein Partner neben der Arbeit/ dem Studium noch ein zeitraubendes Hobby betreibt – es könnte eine Möglichkeit sein, dieses Hobby zu teilen.
In diesem Fall ist es auch wieder ein könnte. Einige werkeln lieber alleine an ihren Cosplays und das ist auch völlig in Ordnung!

Für Cosplayer, die jedoch nicht alles alleine machen können/wollen, kann es eine wunderbare Lösung sein, sich insbesondere in den eigenen Schwachstellen unterstützen zu lassen.

Cosplay während der Schulzeit oder im Studium

Die Schule (speziell wenn auf das Ende der Schulzeit zugeht) oder ein Studium fordern bekanntlich hauptsächlich unser Gehirn. Auch wenn hin und wieder Praktika stattfinden, um uns auf das Berufsleben vorzubereiten. Aufgrund dieser Tatsache bietet es sich an, sich auch körperlich auszulasten, zum Beispiel in Form von Shootings oder der Besuch von Cosplaytreffen und Conventions, um das Gehirn kurzzeitig ruhen zu lassen. Auch hier gilt wieder: das Zeitmanagement im Blick zu behalten, damit das Lernen für die Uni nicht in den Hintergrund rückt.

Es macht durchaus Sinn, sich einen strukturierten Zeitplan zu erstellen. Kennzeichne dort farblich, wann Referate zu halten, Hausarbeiten o.ä. abzugeben sind und wann für Klausuren zu lernen ist. So wird auf den ersten Blick deutlich, welche Wochen ausschließlich für die Schule/Uni verplant sind und welche für das Cosplayen frei verfügbar sind.

Die wirkliche Freizeit bleibt klar erkennbar und kann für Shootings, Arbeit an neuen Cosplays etc. viel leichter verplant werden.
Zum Thema Semesterferien: diese sind nicht immer gleich bedeutend mit Freizeit. In meinem Studiengang beispielsweise werden immer Klausuren geschrieben. Damit möchte ich nur noch einmal zum Ausdruck bringen, dass ein farbiger Zeitplan einen besseren Überblick ermöglicht, um Studium und Cosplay unter einen Hut zu bringen.

Cosplay im Beruf

Es gibt ja so viele verschiedene Berufe und kein Patentrezept, wie man davon am besten abschaltet. Dieses Abschalten kann in Form von Sport oder Musik geschehen. Aber selbstverständlich auch in Form des Cosplayens, so wie wir alles es tun.
In meinem Job als Tiermedizinische Fachangestellte war ich den ganzen Tag auf den Beinen und immer froh, mich abends hinsetzen und über meinen Cosplays brüten zu können. Die Shootings habe ich dann lieber auf das Wochenende oder in meinen Urlaub gelegt. Aber da entscheidet ihr natürlich selbst, was für euch am sinnvollsten erscheint.

Im Grunde genommen geht es darum, einen Ausgleich zu finden.
Es ist ein Wechselspiel zwischen psychischer und physischer Belastung. Man sollte die Waage finden, sich in beide Richtungen auszulasten aber nicht zu belasten. Ein Hobby sollte schließlich Spaß machen und uns nicht zusätzlich überfordern.

Es könnte also so funktionieren: arbeitet ihr in physisch fordernden Berufen, bietet es sich an, sich hinterher entspannt zu setzen und den Kopf arbeiten zu lassen. Das betrifft dann beispielsweise die Planung für anstehende Conventions, Skizzen für die nächsten Cosplays anzufertigen, Materialen zu bestellen, Bilder zu bearbeiten…
Verrichtet ihr jedoch hauptsächlich sitzende Tätigkeiten, dann ist es von Vorteil, sich nach der Arbeit mehr zu bewegen und aktiv an den Cosplays zu arbeiten und zu werkeln.

Aber: Wenn ihr nach anstrengenden Tagen oder sogar Wochen keine Lust oder Kraft habt, an euren Cosplays zu arbeiten, dann ist das so. Hört auf die Signale eures Körpers und akzeptiert sie.
Es sollte auch auf gar keinen Fall unter Zwang an den Cosplays gearbeitet werden, nur weil man den Drang hat, unbedingt das nächste “abzuliefern.“

Wie nochmal?

Selbst wenn unsere Freizeit teilweise stark begrenzt ist, ist dies kein Grund, unser geliebtes Hobby zu vernachlässigen oder gar an den Nagel zu hängen.
Die richtige Organisation wird groß geschrieben – auch wenn es auf den ersten Blick noch aufwendiger erscheint, wird es am Ende alles erleichtern und vor Chaos und Zeitdruck schützen.

Letztendlich entscheidet ihr selbst, wie viel Zeit ihr in euer Hobby investieren mögt. Aber egal ob es viel oder wenig ist: Der Spaß daran sollte an erster Stelle stehen.
Ich lese oft genug, wie einige sich auf Social Media Seiten dafür entschuldigen, dass sie zu viel zu tun haben und eine Zeit lang kein neues Bild hochladen können. Das ist super lieb gemeint, aber nicht notwendig! Es ist nett, wenn ihr eure Follower auf dem Laufenden haltet, aber bitte entschuldigt euch nicht für euer Leben. 😉

Der Balanceakt zwischen Berufung und Hobby erfordert unsere Konzentration und Koordination, aber ich bin sicher ihr schafft das!

Tausend Dank an SajaLyn, dass ich diesen Beitrag schreiben durfte. Danke auch an Ladyunakatcosplay für die Unterstützung und das Korrekturlesen. 🙂

Fotograf: d.brueller

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Cosplays kaufen auf Aliexpress

Hallo lieber Leser von SajaLyns Blog! Ich bin Sky von skysheaven und wie viele andere in der Cosplayszene kaufe ich gut und gerne mal ein Cosplay.

Dieser Gastbeitrag wurde von Sky geschrieben.
Du kennst Sky noch nicht? Dann schau unbedingt mal auf ihrem Instagram Kanal vorbei: skys_heaven

Ich greife dabei unglaublich gerne auf Aliexpress zurück und das schon seit meiner Anfangszeit. Ich merke immer wieder, dass einige auf Probleme mit der Seite stoßen. Das hat sich mit den Jahren zwar schon gebessert, aber ich lese des Öfteren noch auf Portalen wie Facebook, dass die Leute mit dem System leider nicht zurechtkommen.
Aus diesem Grund möchte ich dir das Kaufen auf Aliexpress etwas näherbringen und dir auch Bedenken beim Kauf nehmen.

Ich selbst kaufe dort bereits seit 2015. Darunter auch Alltagskleidung oder Merchandise. Insgesamt 28 Cosplays, 25 Perücken und 9 Paar extra angefertigte Schuhe haben darüber schon den Weg zu mir gefunden. Und in den meisten Fällen verlief dies ohne Komplikationen und zu meiner vollen Zufriedenheit.

Bewertungen sind nicht alles

Wie das funktioniert hat, ist ganz einfach. Ich suche mir mein Cosplay über genaue Schlagwörter, am besten in Englisch, und studiere dann alles zum Produkt. Ja, natürlich fällt mein Blick auch auf die Bewertungen des Shops und des Produkts. Aber was, wenn da nichts ist?

Keine Panik! Denn nur, weil ein Händler noch nicht so viele Bewertungen hat oder das Produkt keine aufweisen kann, heiß das nicht, dass es riskant ist, zu kaufen. Ein Shop kann nur wachsen und bewertet werden, wenn dort auch gekauft wird. Jeder fängt klein an! Also vergleiche das Angebot mit den von anderen Händler.
Selten bietet nur ein Shop das Cosplay an. Schau dir Beschreibung, Produktbilder und Preise an. Und lese auch direkt auf der Händlerseite die Bewertungen zu anderen Produkten durch. Dort hast du sogar die Möglichkeit die Bewertungen nach Land zu sortieren und dir nur deutsche Bewertungen anzeigen zu lassen.

Aber ja, manchmal muss man auch Risiken eingehen und ich wurde bisher nicht enttäuscht!
Es gibt dort sogar Händler, die dir auf Anfrage auch Schuhe oder vielleicht sogar Cosplays anfertigen die nicht im Sortiment sind. Ich selbst habe es noch nicht in Anspruch genommen, aber es wurde mir über die Jahre mehrfach angeboten.

Nur wer fragt, dem kann geholfen werden

Deswegen solltest du auch unbedingt die Möglichkeit nutzen, mit dem Händler in Kontakt zu treten. Oft schreibe ich den Händler vor dem Kauf an und kläre Fragen ab. Gerade was die Größen oder Maßanfertigungen, gerade auch bei Schuhen, angeht. Oder vielleicht auch, was alles beinhaltet ist oder wie ich bestimmte Accessoires dazu erwerben kann. Die meisten Händler dort sind sehr nett und zuvorkommend.

Auch während des Versandvorganges kannst du dich bei Rückfragen an den Händler wenden. Sie helfen meist gerne weiter, weil sie wollen, dass du zufrieden aus dem Kauf gehst und vielleicht sogar eine Empfehlung aussprichst.

Die Sache mit dem Käuferschutz

Ich lese auch sehr oft, dass die Leute mit der Zahlung und dem Käuferschutz auf Aliexpress nicht zurechtkommen. Dabei ist so einfach!
Du hast verschiedene Möglichkeiten deine Bestellung zu zahlen. Ob nun BankTransfer (Onlineüberweisung), Rechnung, Sofortüberweisung, WebMoney oder Kreditkarte, du hast IMMER einen Käuferschutz.

„Gibt’s da kein Paypal?“ – Doch! Aber nicht alle Händler akzeptieren diese Zahlungsmethode und wenn, dann fallen meistens Gebühren für dich an. Jedem natürlich selbst überlassen, aber ich garantiere dir: Du brauchst Paypal in diesem Fall nicht!

Der Käuferschutz von Aliexpress funktioniert sehr einfach. Nachdem du etwas gekauft hast und dies auch bestätigt wurde, kannst du auf deinem Profil die Bestelldetails einsehen. Dort siehst du unter dem Status einen Countdown, meist in rot, ablaufen. Zuerst einen relativ kurzen, in den meisten Fällen 7 bis 14 Tage. In dieser Zeit muss der Händler das Cosplay verschicken. Ist dies nicht der Fall, wird der Kauf automatisch abgebrochen und du bekommst dein Geld zurück.
Wird das Cosplay fristgemäß versandt, startet ein neuer Countdown. Dieser ist meist bis zwischen 60 bis 90 Tage lang. Warum? Die Versandzeit aus Asien beträgt im Normalfall 4 bis 6 Wochen. Da es aber durch Zoll u.ä. zu weiteren Verzögerungen kommen kann, ist die Frist oft etwas länger angesetzt.

Handeln statt abwarten

Und jetzt kommst du! Denn es liegt an dir, was passiert. Innerhalb dieser Zeit hast du Gelegenheit zeitnah Versandprobleme oder Fehler am Cosplay zu melden. Sobald der Countdown abgelaufen ist, hast du nur noch 15 Tage Zeit, um Probleme zu melden. D.h. wenn dein Cosplay nicht ankommt, hilft es dir nicht, random Personen auf Facebook um Hilfe zu fragen.
Frag den Händler direkt über das Kontaktformular oder öffne einen Streitfall! Genauso falls Mängel vorliegen sollten oder etwas nicht der Beschreibung entspricht oder sogar fehlt.

Bisher musste ich das noch nicht oft tun. Doch die paar Mal, als ich eine Rückerstattung oder Teilerstattung gefordert habe, wurde mir diese umgehend zugesprochen. Natürlich solltest du bei Mängeln diese, wenn möglich, fotografisch festhalten. Dir hilft auch zum Beispiel der Gesprächsverlauf mit dem Händler, sollte das Cosplay nicht der Maßtabelle entsprechen. Nur so kann Aliexpress die Situation komplett bewerten.

Lieber direkt im Shop oder auf Aliexpress?

Vielleicht ist dir bekannt, dass es Shops wie Uwowo oder DokiDoki Cosplay auch auf Aliexpress gibt. Nein? Jetzt weißt du es!
Warum ist das interessant?
Ich persönlich bevorzuge es über Aliexpress zu kaufen, weil dort, wie eben erwähnt, der Käuferschutz einfach besser ist und ich einen sehr guten Überblick über meine Bestellung habe. Außerdem reagieren dort die Händler schneller und besser auf Anfragen. Alles läuft über die Seite und du hast es auf einen Blick. Du benötigst also keine Servicemail und wartest dann ewig auf eine Antwort, die dir dann vielleicht nicht gefällt. Auf Aliexpress klären sich Dinge meist innerhalb von ein paar Stunden. Über Paypal hatte ich da leider schon mehr Ärger und bin am Ende auf den Kosten sitzen geblieben. Deswegen suche ich auch zukünftig immer erst auf Aliexpress bevor ich bestelle.

Du bezahlst über Aliexpress auch nicht unbedingt mehr, auch wenn die Produkte dort meist teurer sind. Dort werden einfach nur die Versandkosten nicht separat ausgewiesen, was es für den Käufer attraktiver machen soll. Wenn du Glück hast, bekommst du es dort sogar günstiger. Also gerne erst einmal in Ruhe suchen und vor dem Kauf vergleichen.

Meine Erfahrung

Zum Schluss möchte ich noch kurz etwas zur Qualität meiner dort bisher erworbenen Cosplays sagen. Was Stoffe und Verarbeitung angeht, konnte ich mich nie beschweren. Kleinteile oder Knöpfe mussten vor dem ersten Tragen manchmal zwar schon neu angebracht werden, aber das sehe ich jetzt nicht allzu kritisch.
Ich musste bisher nur wenig Cosplays umarbeiten und dann auch nur, weil sie größentechnisch nicht gepasst haben oder der Schnitt meiner Figur nicht geschmeichelt hat.

Bei Schuhen bin ich immer vorsichtiger und schaue mir gerne Bewertungsbilder an, da diese oft sehr billig und instabil verarbeitet sind, aber nicht gerade wenig kosten.
Von 9 Paar Schuhen war jedoch nur eines nach einmal tragen unbrauchbar und musste entsorgt werden. Die anderen trage ich teilweise heute noch. Gerade von meinen Schuhen für Eli – 7 Lucky Gods und Rikku war und bin ich immer noch begeistert.

Wie du siehst ist Aliexpress eigentlich nicht schwer zu verstehen. Es liegt einzig an dir Kontakt aufzunehmen und alles im Auge zu behalten. Dann kann das shoppen dort großen Spaß machen!

Händlerliste

Hier findest du eine Auflistung einiger Händler, mit denen ich schon gute Erfahrungen gemacht habe:

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Kontaktlinsen mit Sehstärke

Dieser Gastbeitrag wurde von scarletfox_ cosplay geschrieben.
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Um das Cosplay abzurunden, gehören für viele Cosplayer farbige Kontaktlinsen einfach dazu. Doch die „normalen“ farbigen Linsen lösen noch nicht das Problem, das viele von uns (nämlich fast 50% der Jugendlichen und jungen Erwachsenen) trotzdem haben: Wir sind kurzsichtig.

Die schönsten Farblinsen nützen nichts, wenn man nicht scharf sieht und dadurch seine Freunde auf Cons nicht mehr erkennt (also noch weniger als sonst schon 😉 ). Die Lösung dafür ist denkbar einfach: Farbige Kontaktlinsen mit Stärke.
Doch wo bekommt man die her? Und was muss man beachten? Diese und weitere Fragen möchte ich euch beantworten.

Kurz zu mir: Ich trage selber seit zehn Jahren Kontaktlinsen; vor knapp vier Jahren habe ich angefangen zu cosplayen und deswegen auch farbige Kontaktlinsen mit Stärke zu tragen. Bitte habt Verständnis, dass ich hier nur auf farbige Kontaktlinsen für Kurzsichtige eingehe, da Weitsichtigkeit deutlich seltener ist und ich bisher noch auf keine Shops gestoßen bin, die solche Linsen anbieten.

Welche Stärke brauche ich überhaupt?

Diese Frage kann euch nur euer Optiker oder Augenarzt beantworten. Generell solltet ihr IMMER erst mal zum Optiker, wenn ihr noch nie Kontaktlinsen getragen habt. Wichtig zu wissen jedoch ist, dass ihr bei Kontaktlinsen nicht unbedingt dieselbe Stärke braucht wie bei eurer Brille und deshalb separat messen lassen solltet, wie viel Dioptrien ihr bei Kontaktlinsen benötigt. Das liegt an der Funktionsweise von Kontaktlinsen und Brillen. Einfach erklärt bricht die Linse in unserem Auge einfallendes Licht und projiziert es an die Hinterwand des Auges. Bei Kurzsichtigkeit ist der Augapfel aber zu lang, sodass das einfallende Licht nicht an die richtige Stelle projiziert wird und wir dadurch unscharf sehen. Kontaktlinsen und Brille sind, je nach Dioptrie, in einem bestimmten Winkel gewölbt, sodass das Licht schon vor dem Auge gebrochen wird und an der Augenhinterwand wieder an die optimale Stelle projiziert wird. Da die Kontaktlinse viel dichter am Auge sitzt als das Brillenglas und deswegen das Licht automatisch in einem anderen Winkel bricht, könnt ihr unterschiedliche Dioptrien für beides haben.

Was sind diese ominösen Dioptrien eigentlich?

Dioptrien geben an, wie stark ein Objekt, in unserem Fall eine Linse, das Licht bricht. Je stärker dieser Wert von Null abweicht, desto schlechter sieht man. Kurzsichtigkeit wird durch negative Werte angegeben (z.B. -1,25 dpt) und Weitsichtigkeit mit positiven Werten (z.B. + 2,5 dpt). Das liegt daran, dass eine Dioptrie eigentlich der Kehrwert einer Länge in Meter ist. Habt ihr Beispielsweise eine Dioptrie von -4 (=4/1), ist der Kehrwert davon (=1/4m oder 25cm) die Strecke, die ihr gerade noch scharf sehen könnt.

Okay, so viel zur Theorie, aber wo bekomme ich nun farbige Kontaktlinsen mit Stärke her?

Die Möglichkeiten sind grenzenlos. Am einfachsten ist es, direkt den Optiker des Vertrauens zu fragen, da auch dieser farbige Kontaktlinsen verkauft. Der Nachteil ist aber, dass die Farbauswahl beim Optiker ziemlich begrenzt ist. Mehr Möglichkeiten bietet da das Internet. Ich persönlich habe bisher gute Erfahrungen mit Matlens, Captain Lens und Linsensuppe (das sind deutsche Shops) und ttdeye (ein asiatischer Shop) gemacht. Von honeycolor und uniqso habe ich bisher auch nur Positives gehört. Das heißt aber nicht, dass alle anderen Hersteller schlecht sind!

Auch billige Kontaktlinsen müssen nicht zwangsläufig schlecht sein, trotzdem ist es immer gut, Vorsicht walten zu lassen – immerhin geht es um eure Augen und schlecht verarbeitete Kontaktlinsen mit scharfen Rändern können das Auge irritieren oder verletzen. Mund-zu-Mund Propaganda ist hierbei das Stichwort. Fragt eure Freunde oder generell andere Cosplayer, welche Shops sie empfehlen können. Das Augenmerk sollte hierbei vor allem auf dem Tragekomfort und der Sicherheit der Linsen liegen.

Ich habe unterschiedliche Dioptrien auf beiden Augen, was nun?

Einige Shops bieten die Möglichkeit, unterschiedliche Stärken für beide Augen auszuwählen (u.a. Matlens und ttdeye). Das kann ich euch nur empfehlen, besonders, wenn die Differenz sehr groß ist.

Muss ich farbige Kontaktlinsen mit Stärke besonders pflegen?

Nein, ihr pflegt sie genauso wie andere Kontaktlinsen. Wichtig ist der regelmäßige Wechsel der Flüssigkeit und dass ihr euch genau merkt, welche Kontaktlinse in welches Auge gehört. Auf den meisten Behältern für Kontaktlinsen sind deswegen auch die Seiten markiert 😉 .

Die Kontaktlinsen sind da, was nun?

Wichtig ist, dass ihr die neu erworbenen Kontaktlinsen erst mal aus der Lagerungsflüssigkeit, in der sie am Anfang schwimmen, nehmt, und stattdessen in die „richtige“ Kontaktlinsenflüssigkeit legt (die kann man beim Optiker oder ganz einfach im Drogeriemarkt kaufen). Da ihr ja vor dem Kauf alle beim Optiker wart und dieser euch gezeigt hat, wie man die Kontaktlinsen richtig handhabt, könnt ihr sie, nachdem sie einige Stunden lang in der Kontaktlinsenflüssigkeit lagen, nun einsetzen. Wenn das eure ersten Linsen sind, würde ich euch empfehlen, das Einsetzen und Herausnehmen vor der Con oder dem Shooting, zu dem ihr die Linsen tragen wollt, zu üben. Am Anfang braucht man meist ziemlich lang um die Kontaktlinsen einzusetzen und reizt das Auge mit seinen endlosen Versuchen, da ist es besser, wenn man die neuen Linsen nicht gleich den ganzen Tag trägt. Probiert sie erst mal stundenweise aus, dann könnt ihr auch besser abschätzen, ob ihr sie den ganzen Tag tragen wollt bzw. könnt. Nehmt euch zu Cons unbedingt die Aufbewahrungsbox und eure Brille mit, falls ihr die Kontaktlinsen doch zwischendurch herausnehmen müsst.

Darf ich mit meinen farbigen Kontaktlinsen Auto fahren?

Dazu habe ich bisher online keine eindeutige Antwort gefunden, also lasst es lieber! Setzt die Linsen bitte erst bei der Convention ein, wenn ihr vorher Auto fahren müsst. Wenn die farbigen Kontaktlinsen eure Sicht beeinträchtigen, steigt die Unfallgefahr drastisch an. Selbst wenn ihr mit euren Kontaktlinsen optimal seht, kann es immer sein, dass ihr im Falle eines Unfalls Probleme mit eurer Versicherung bekommt. Das ist es wirklich nicht wert!

So, das war mein kleiner Gastbeitrag zum Thema „Farbige Kontaktlinsen mit Stärke“. An dieser Stelle noch mal ein herzliches Dankeschön an SajaLyn für die Möglichkeit dazu! Falls ihr noch Fragen habt, schreibt mich gerne persönlich an.

Eure Scarletfox_ Cosplay

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Aufgeklärt: Kontaktlinsen für Cosplayer

Liebe Cosplay Community, mein Name ist Master_Kankuro und mit Hilfe von Asclarion möchte ich euch über die Nutzung und Pflege von Kontaktlinsen informieren und aufklären.

Dieser Gastbeitrag wurde von Master_Kankuro geschrieben.
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Viele unter uns möchten zum Cosplay Kontaktlinsen verwenden.
Sei es, um die eigene Fehlsichtigkeit zu korrigieren und für diese Zeit nicht auf eine Brille angewiesen zu sein, oder aber auch, um die Augenfarbe zu ändern, welche in all den vielen Darstellungen oft jenseits des Realistischen ist. Ob grün, violett, mit Sharingan oder anderen Special Effects – ich gebe euch einige Tipps zur Handhabung von Kontfaktlinsen, damit das Ganze nicht wortwörtlich ins „Auge“ geht. >_<

Arten von Linsen

Was sind Kontaktlinsen? Klar wissen die meisten von euch, dass es diese “kleinen Dinger“ sind, welche man „sich ins Auge macht“. Aber Kontaktlinse ist nicht gleich Kontaktlinse.

Zuerst möchte ich euch die alltagstauglicheren Arten vorstellen, welche je nach Nutzungsdauer unterschieden werden können.
Wichtig zu wissen ist, dass die Kontaktlinse auf dem Tränenfilm des Auges schwimmt. Das Auge ist als Organ am Stoffwechsel beteiligt. Eine normale Linse schränkt den Sauerstoffaustausch im Auge kaum bis gar nicht ein.
Bei Fun-Linsen (z.B. Cosplay-Linsen) kann es allerdings zu trockenen oder gereizten Augen kommen, da diese durch Größe oder Materialbeschaffenheit, den Sauerstoffaustausch einschränken bzw. den Tränenfluss stören können. Deswegen sollte man Fun-Linsen nicht zu lange tragen.

Grundsätzlich gibt es 2 große Unterteilungen von Kontaktlinsen.

Weiche Kontaktlinsen

Diese Art ist wohl die bekannteste und verbreitetste. Unter diese Kategorie fallen alle stark wasserhaltigen, silikonartigen und “wabbeligen” Linsen.
Nicht jede Linse hat auch Silikonbestandteile, vor allem Silikonallergiker sollten darauf Acht geben!
Grundsätzlich sind weiche Linsen spontanverträglich, d.h. in der Regel hat man (je nach Linse) nur wenig, bis kaum Störgefühl.

Weiche Linsen sind immer größer als die Iris (der Farbring unseres Auges) und legen sich daher wie eine Halbkugel auf das Auge. Achtung, hier wird nur bildlich gesprochen. 🙂
Die Linse besteht aus so weichem Material, dass sie sich etwas der leicht unregelmäßigen Augenform anpasst. Innerhalb der weichen Kontaktlinsen gibt es nun wiederum verschiedene Ausführungen. Man unterscheidet sie darin, wie lange sie bei guter Pflege und nach dem Öffnen verwendbar sind.

!ACHTUNG!
Haltet euch an die Angaben der Hersteller.
Reinigt eure Linsen regelmäßig und sachgemäß.
Verwendet Linsen, die zu alt sind nicht weiter – egal wie teuer sie waren.
Tragt beim Schlafen niemals Linsen.

Bei unsachgemäßer Handhabung riskiert ihr im schlimmsten Fall eure Augen!

Bei allen weichen Linsen (ab 14-Tageslinsen) ist ein Tag Pause vom Linsentragen zu empfehlen, um dem Auge Zeit zu geben, seinen natürlichen Tränenfilm wiederherzustellen. Werden Linsen zu häufig und zu lange getragen, kann dies den Tränenfilm unwiderruflich so minimieren, dass ein Tragen von Linsen nicht mehr möglich ist.

Tageslinsen

sind in Farbe (oft mit wenig Deckkraft) und/oder mit Stärke erhältlich.
Wie der Name schon sagt sind sie nur 1-mal für einen Tag verwendbar!
Ungeöffnet sind diese Linsen meist mehrere Jahre haltbar und eignen sich super, wenn man sie nur ab und zu tragen möchte.
Bei diesen Linsen ist keine Reinigung oder Pflege notwendig, da sie nur einmalig verwendbar sind. Sie haben eine sehr gute Spontanverträglichkeit.

Je nach Hersteller, kann man sie zwischen 8 und maximal 16 Stunden auf dem Auge tragen. Da sie Hochsauerstoffdurchlässig sind, sind sie besser für Allergiker und Personen mit trockenen Augen geeignet. Das Material der Linsen ist sehr dünn und je nach Hersteller sind diese auch mit UV-Filter lieferbar.

14-Tageslinsen

sind nicht in Farbe erhältlich und bis zu 14 Tage nach dem Öffnen verwendbar. Diese Linsen sind das Mittelmaß zwischen Tages- und Monatslinsen. Sie sind dicker als Tageslinsen und können daher, bei guter Pflege und richtiger Handhabung, bis zu 14 Tage verwendet werden. Hier gilt immer das Datum des Öffnens, nicht wie oft man die Linsen auf dem Auge hatte. Je nach Hersteller sind auch diese Linsen mit UV-Filter erhältlich.
14-Tageslinsen eignen sich gut für den Einstieg, wenn man des öfteren Linsen tragen möchte (min. 3-4-mal die Woche). Die maximale tägliche Tragedauer beläuft sich auf ca. 14 Stunden.

Monatslinsen

sind in vielen Farben mit guter Deckkraft und/oder mit Sehstärke erhältlich und können bei guter Pflege nach dem Öffnen bis zu 30 Tage verwendet werden. Sie sind vom Material oft dicker als Tages- und 14- Tageslinsen und erfordern daher auch den meisten Pflegeaufwand. Tägliche Tragedauer je nach Hersteller sind max. 8 bis 16 Stunden.

Für Allergiker empfehle ich diese Variante nicht!
Durch ihre Materialbeschaffenheit können sie auch trockene Augen eher zusätzlich austrocknen, da diese Linsen einen stabilen Tränenfilm fordern. Gegebenenfalls müssen während der Tragezeit Augentropfen als Unterstützung verwendet werden. Je nach Hersteller gibt es auch diese mit UV-Filter.

3-Monats bzw. 6 Monatslinsennur mit Sehstärke

Die unbekanntere Linsenart…Ja, es gibt auch weiche Linsen die man (je nach Hersteller) auch bei guter Pflege und Handhabung zwischen 3 bis 6 Monaten verwenden kann. Sie stellen die dicksten Vertreter der weichen Linsen dar und sind wirklich nichts für Personen mit trockenen Augen oder Allergiker.

Es handelt sich hierbei nicht um farbige Linsen, sondern oft um Einzelanfertigungen, die für speziellere Augen oft besser geeignet sind als jede andere Art. Die Tragedauer ist hier definitiv kürzer als bei jeder anderen Art, daher sollten 8 bis 10 Stunden nicht überschritten werden.  Auch sollte nach dem Tragen, dem Auge Feuchtigkeit in Form von Augentropfen zugeführt werden. Je nach Hersteller sind auch diese mit UV-Filter erhältlich.

Neben weichen Linsen gibt es auch noch:

Formstabile bzw. harte Linsen

sind ebenfalls in Farbe erhältlich. Allerdings sind harte Farblinsen aufgrund der kleinen Größe, welche die Iris nicht komplett überdeckt, nicht zu empfehlen.
Formstabile Linsen werden aus Hartplastik individuell auf eure Augen angepasst und angefertigt. Für Personen mit besonderen Sehschwierigkeiten sind sie meist oft die einzige Möglichkeit.
Wie oben bereits erwähnt, sind sie kleiner als die Iris und schwimmen zentral auf dem Tränenfilm. Sie sind besonders geeignet für Personen mit sehr trockenen Augen, da diese Linsen kein Wasser ziehen. Sie sind auch Sauerstoffdurchlässig, wobei durch die zentrale Lage auf der Pupille und der insgesamt kleineren Größe, keine Unterversorgung am Auge eintreten kann.

Durch Augenreiben lassen sich diese Linsen leicht herauslösen und können so auch mal schnell verloren gehen. Formstabile Linsen sollten nur bei einem Optiker, Augenarzt oder Spezialisten angefertigt werden. Sie sind nur für den Dauergebrauch geeignet, da sie eine sehr lange Eingewöhnungsphase haben und jedes längere „Nicht-Tragen“ diese Eingewöhnungszeit hinauszögert.

Farbige Linsen

sind Kontaktlinsen, welche mit aufgedruckter Farbe versehen werden, um die Iris zu überdecken und somit die gewünschte Augenfarbe oder einen Sondereffekt zu erhalten. Also genau den Effekt, welchen wir uns für unser Cosplay wünschen.
Farbige Linsen können mit und ohne Sehkorrektur erworben werden. Achtet beim Hersteller / Anbieter immer auf die Verfügbarkeit und prüft ob man die gewünschte Farbe auch in der gewünschten Sehstärke erhält.

In der Regel handelt sich bei den farbigen Linsen um weiche Linsen. Auch wenn diese als Jahreslinsen beworben werden, sollten man diese nach Anbruch NIE mehr als EINEN Monat nutzen, da sie aufgrund der Materialbeschaffenheit und auch bei sachgemäßer Reinigung, zu viele Keime ansetzen. Ungeöffnet halten sich diese aber durchaus bis zu einem Jahr.

Bei der Qualität müsst ihr unbedingt darauf achten, dass die Farbe auf der Linse bleibt und sich nicht beim Tragen loslöst. Ich selbst habe bisher die Farblinsen von „Funny Lens“ genutzt und kam für meine Verhältnisse gut zurecht. Die Onlinebewerbungen oder auch Erfahrungsberichte aus eurem Freundes- und Bekanntenkreis können euch gut weiterhelfen.

Die Pflege

Da im oberen Teil immer wieder von sachgemäßer oder guter Pflege gesprochen wurde, werden wir diese nun etwas näher betrachten. 😉
Bis auf Tageslinsen, brauchen alle anderen Linsenarten eine fachgerechte und gründliche Reinigung, um die körpereigenen Ablagerungen und ggf. Make-Up zu entfernen. Dies dient nicht nur zur Hygiene, um an dem Auge keine Infektion zu bekommen, sondern dient auch der Langlebigkeit. Nur mit einer sauberen Linsen sieht man auch etwas.

Die Linsen müssen auch möglichst steril gelagert werden, sodass diese für den nächsten Einsatz bestens vorbereitet sind.
Aufbewahrungsbehälter gibt es in verschiedenen Formen und Größen, diese sollten regelmäßig (spätestens alle 2-3 Monate) erneuert werden und niemals mit Leitungswasser (wegen den Keimen!) ausgespült werden. Am typischsten sind wohl flache Behälter. Sie bestehen aus 2 zusammengefügten Einzeldöschen die oft mit Farbe und L-R (links / rechts) gekennzeichnet sind. Jede Linse hat hierbei ihre eigene Kammer und ihr eigenes Pflegemittel. Wenn du die Dosen beschriften möchtest, z.B. mit dem Ablaufdatum der Linsen, dann achte darauf, dass du sie nur auf der Außenseite beschriftest und nichts in die Dose schreibst.

Neben flachen gibt es auch hohe Behälter. Diese haben keine getrennte Kammer für das Pflegemittel, dafür haben sie aber für die Linsen ein 2-Kammersystem am Deckel angebracht. Das Kammersystem unterscheidet beide Seiten mit Farbe oder Symbolen.

Grundsätzlich sollte das Pflegemittel nach jeder Benutzung gewechselt werden. D.h. Linse ins Auge, alte Flüssigkeit in den Abguss kippen, den Behälter inkl. Deckel mit Pflegemittel ausspülen und mit der Innenseite nach unten auf einem Stück Klopapier/Zewa/Kosmetiktuch lufttrocknen lassen.

Arten von Pflegemitteln

Egal für welche Art der Pflege ihr euch entscheidet, es ist prinzipiell sehr wichtig zu wissen, ob ihr allergisch auf bestimmte Inhaltsstoffe reagiert. Viele Pflegemittel enthalten Konservierungsstoffe, um sie nach dem Öffnen zwischen 3 bis 6 Monaten haltbar zu machen.
Achtet darauf, sollten ihr eine Konservierungsmittelallergie haben. Dies kann bei einer Produktberatung schnell herausgefunden werden. 🙂

Auch gilt grundsätzlich Hygiene als hohes Maß am Auge! Immer, auch nach Corona. D.h. vor jedem Berühren der Linse oder eurer Augen, sollten eure Hände gründlich gewaschen werden! Falls ihr an euren Händen Bakterien habt, gelangen diese ansonsten in euer Auge!

Kochsalzlösung

Wie der Name schon sagt besteht sie aus im Wasser gelöstem Kochsalz, um die salzige Tränenflüssigkeit zu imitieren und mindert somit das Fremdgefühl fürs Auge.
Sie dient nur zum Abspülen der Linse, sei es vor dem Tragen oder wenn sie vom Finger gerutscht ist. Man kann die Kochsalzlösung aber auch zum Ausspülen des Behälters sehr gut verwenden. Es gibt sie mit und ohne Konservierungsstoffe, sowie eine Variante mit Konservierung, welche aber an der Luft verpufft. Coole Technik, was? 😉

Kombilösung

Das ist die gängigste und wohl bekannteste Art der Pflege, man bekommt sie überall und in verschiedensten Preislagen. Grundsätzlich ist eine Kombilösung für jede Linsenvariante geeignet. Unterschieden wird hier nur zwischen weich und formstabil.

Hier gilt aber Vorsicht, da die Zusammensetzung vieler Kombilösungen veraltet ist. Zudem nutzen die meisten Lösungen Konservierungsstoffe.
Die Kombilösung wird oft als „Eine für alles“ bezeichnet, dies stimmt aber so nicht ganz.
Ja, grundsätzlich kann man seine Linsen (zumindest etwas) damit reinigen.
Ja, sie desinfiziert.
Ja, man kann auch damit die Linse abspülen und den Behälter damit reinigen.
Würde ich sie aber als „einzige“ Pflege empfehlen? – Jain!

Hier kommt es leider sehr auf die Bestandteile des Tränenfilms, die Umgebung des Linsenträgers und die Variante der Linse an. Grundsätzlich sollte hier immer eine manuelle Reinigung erfolgen: d.h. die Linsen werden mit der Augenseite nach oben in die Handfläche gelegt. Nun etwas Pflegemittel in die Linse träufeln und die Linse dann mit dem Zeigefinger der anderen Hand sternförmig oder kreisend sanft reiben.
Dies dient dazu, dass dadurch viele Rückstände des Tages gelöst werden. Danach die Linse an einer Seite sanft mit Daumen und Zeigefinger greifen und mit Pflegemittel kräftig abspülen. Erst danach in den Behälter geben. Diese manuelle Reinigung sollte jeden Tag nach dem Tragen erfolgen.

Peroxidlösung

ist nicht für farbige Linsen geeignet, da sonst die gedruckte Farbe abgelöst wird. Eine Peroxidlösung wird normalerweise zum Blondieren von Haaren verwendet, wieso sollte man diesen Stoff dann für das Auge benutzen?!
Es spricht sehr vieles für die Peroxidlösung. Zum einen verzichtet sie komplett auf Konservierungsstoffe (Hi Allergiker we finally got you ;P).
Zum anderen killt sie halt wirklich alles schädliche was sich auf der Linse
angesammelt haben könnte weg. Es ist die Lösung mit der intensivsten Reinigungswirkung. Viele werden sich jetzt aber sicher fragen:
Ja aber passiert dann mit meinen Augen?!?

Peroxid sollte NICHT ans Auge gelangen, daher eignet sich diese Lösung wirklich NUR zur Reinigung des Behälters und der Linse. Sie sollte NIE wirklich NIE direkt aus der Flasche ans Auge gelangen!!

Peroxidlösungen haben grundsätzlich immer eine Neutralisation dabei. Diese ist entweder in Form einer Tablette, die zusammen mit der Flüssigkeit in den Behälter kommt. Verwende dafür nur hohe Behälter mit Abluftfunktion.Oder es ist ein entsprechender Behälter mit angebrachtem Neutralisationsstein bei der Lösung im Set dabei.
Die Lösung die nach 4 bis 8 Stunden im Behälter ist, ist somit neutral und kann ohne Bedenken ans Auge.
Ich würde sie trotzdem sicherheitshalber zusätzlich mit einer Kochsalzlösung abspülen und sei es nur wegen der Spontanverträglichkeit.
Der Behälter sollte zudem hier NIEMALS – wirklich NIEMALS – mit Wasser oder einer Kombilösung abgespült werden (Kochsalz ist okay), weil sonst die Wirkung der Neutralisation herabgesetzt wird oder gar komplett verloren geht.

Zwei-Phasen-System

ist ebenso NICHT für Farblinsen geeignet! Die Reinigung ist sehr ähnlich zur Peroxidlösung. Hier sind allerdings die Komponenten getrennt voneinander. Sie besteht einmal aus einer Reinigung (Achtung: aggressives Produkt) und einer Neutralisierung.
Diese Produkte müssen zwingend zusammen gekauft und verwendet werden. Ansonsten gilt dasselbe wie bei der oben genannten Peroxidlösung. Nach der Reinigung muss hier die Linse jedoch noch etwas in der Neutralisation einliegen.

Das waren die grundsätzlichen Pflegemittel. Man kann jedoch auch noch andere Schritte verwenden, wenn man z.B. keinen aggressiven Reiniger verwenden will um seine Linsen zusätzlich zu reinigen.

Oberflächenreiniger

Grundsätzlich eher im formstabilen Bereich anzutreffen. Diese Reiniger sind oft cremig bis milchig-körnig und reiben die Oberfläche während der manuellen Reinigung nochmal zusätzlich sauber. Da formstabile Linsen bis zu einem Jahr verwendbar sind, ist dieser Schritt unerlässlich.
Es gibt jedoch auch Oberflächenreiniger für weiche Linsen. Diese sind natürlich nicht körnig! Man sollte sie vor allem dann anwenden, wenn starkes Make-Up oder Farbe an die Linsen kommt, um wirklich alle Reste zu beseitigen.

Enzym- oder Proteinentfernungstabletten

Diese können zusammen mit einer Kombilösung verwendet werden, um die Oberfläche der Linse von hartnäckigen Rückständen zu befreien. Sie können auch regelmäßig 1-2-mal die Woche verwendet werden. Grundsätzlich gilt hier: Behälter mit Abluft verwenden!

Benetzungstropfen

A.k.a. Augentropfen, um dem Auge wieder Feuchtigkeit zuzuführen. Je nach Variante sind diese mit oder auch nur ohne Linsen verwendbar und können immer mal wieder zwischendurch verwendet werden.

Sollte ein Kontaktlinsentragen nur mit Augentropfen möglich sein und die Linse sonst permanent stören, geht bitte zu einem Arzt oder Optiker und lasst euch dort beraten. Im Idealfall sollte das Linsentragen ohne zusätzliche Beigabe von Augentropfen möglich sein.
Verwendet ihr auch schon ohne Linsen regelmäßig Augentropfen, sollte vom Kontaktlinsentragen eher abgeraten und höchstens nur nach ärztlicher Absprache gelegentlich Tageslinsen verwendet werden.

Der Gebrauch

Nun da ihr die Linsen, sowie auch Reinigungsarten näher kennt, muss ich hier nun wichtige Hinweise zum Gebrauch geben.
Wer zum ersten Mal Linsen nutzen möchte sollte IMMER zuvor einen Augenarzt und/oder einen Linsenanpasser (Optiker / spezielle Linsenstudios) konsultieren.

Hintergrund dessen ist einfach die Handhabung und Pflege. Ich habe hier versucht euch umfassende Informationen in einen Text zu packen, aber das war definitiv nicht alles was es zum Thema Linsen zu sagen oder zu beachten gibt.
Zudem sollte auch immer eine Nachsorge erfolgen. Der Arzt oder Optiker kann sich euer Auge regelmäßig anschauen um ggf. Veränderungen frühzeitig zu erkennen, wie in etwa Verletzungen, Narben, Infektionen etc.
Auch wenn es sich banal anhört sich „nur ein Paar Linsen ins Auge zu setzten“, steckt weitaus mehr dahinter.

Wir alle haben NUR diese 2 Augen!!

Daher ist es umso wichtiger sich im Vorfeld gut zu informieren und Fachleute zu haben, welche euch bei der Wahl und Nutzung sehr gerne Weiterhelfen.
Damit wünsche ich euch allen gutes Gelingen und viel Spaß für all die besonderen „Augenblicke“.

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