Cosplay Haare in Bewegung – Hairflip leicht gemacht

Wir alle kennen diese Fotos: wallende Mäntel und fliegendes Haar denken uns: „Oh mein Gott! Ich möchte auch ein dynamisches Cosplayfoto!“

Häufig entstehen solche dynamischen Fotos dadurch, dass das Model bereits fertig in Pose steht und ein Assistent auf Absprache die Haare oder andere Kostümteile wirft. Lange habe ich diese dynamischen Fotos bewundert und mir selbst solche gewünscht.

Dieser Beitrag wurde zuletzt am 01.03.2026 aktualisiert.

Tatsächlich habe ich selten (bis nie) die Möglichkeit meine Cosplays mit Assistent zu fotografieren. In der Regel sind es nur mein Fotograf und ich. Oder ich shoote ganz alleine und bin dank Selbstauslöser und Timer Cosplayer und Fotograf zugleich. Ich dachte mir, dass es doch auch ohne Hilfe zu schaffen sei dynamische Cosplayfotos zu zaubern. Und siehe da, es hat geklappt!

Damit du nicht auf coole Hairflips verzichten musst, zeige ich dir, wie du deine Haare – ganz ohne fremde Hilfe – in Bewegung versetzen kannst.

Hairflips ohne Assistenten – So geht’s

Je nach Pose und auch je nach Perücke, teile ich die Haare in mehrere Partieren und bereite sie entsprechend vor. Soll mein Gesicht von beiden Seiten mit wehenden Haaren umgeben sein, teile ich sie in der Regel in zwei Hälften, welche ich gleichmäßig auf beide Schultern verteile. Stehe ich seitlich, teile ich die Haare nur dann auf, wenn diese an einem Stück nicht gut fliegen würden. Der Flip passiert bei seitlichen Posen einseitig.

Häufig sind mehrere Anläufe nötig, um ein Gefühl für das zu fliegende Material zu entwickeln. Und so gehe ich im Detail vor:

  • Ich teile die Haare auf und verteile sie auf meinen Wunschseite(n). Ich achte darauf, dass die Haare nicht verknotet sind, sodass sie beim Fliegen ein optisch schönes Bild ergeben.
  • Nun schiebe ich meine Unterarme unter die aufgeteilten Haarpartien. Es sollten keine Haare auf der Schulter liegen bleiben.
  • Der Fotograf macht sich für eine (Serienbild-)Aufnahme bereit.
  • Ich überlege mir, wie ich Arme und Hände für die finale Pose platzieren möchte. Ich teste vorab was möglich ist und wie der Wurf aussieht.
  • Ist alles soweit klar und der Fotograf bereit, so werfe ich meine Arme mit viel Schwung nach oben und hinten. Die Bewegung soll dafür sorgen, dass die Haare hinter den Kopf geworfen werden.
  • Die Wurfbewegung beende ich noch im Flug, sodass meine Hände an der gewünschten Stelle in Pose gehen können. Allerdings, ohne beim Wurf an Schwung zu verlieren. Die Haare müssen schließlich vollständig geworfen werden.

Zugegeben, das klingt etwas komplizierter, als es in Wirklichkeit ist. Zur Veranschaulichung habe ich dir den Vorgang einmal Schritt für Schritt fotografisch festgehalten.

Selten ist das erste Foto perfekt. Das Timing ist entscheidend! Stell dich darauf ein, den Wurf mehrfach zu wiederholen, bis der Fotograf das perfekte Foto eingefangen hat. Ist die Perücke zu kurz oder zu schwer, kann es sein, dass ein Hairflip ohne Hilfe nicht möglich ist. Sei daher offen es in aller Ruhe auszuprobieren und lass dich nicht stressen. Es kostet nichts den dynamischen Wurf einmal zu testen. Nicht selten musste ich feststellen, dass beispielsweise ein Kostüm oder eine Perücke für diese Art von Posing nicht geeignet ist.

In folgendem Video kannst du sehen, wie ich meine Haare, bzw. die Haare meiner Perücke, ohne Hilfe selbst werfe. Achtung: Es ist nicht zwingend notwendig den Kopf für den Wurf nach vorne zu beugen. Allerdings kann es hilfreich sein den Kopf nach vorne zu beugen, um die Arme leichter unter die jeweiligen Haarpartien zu platzieren.

Mehr als nur eine wehende Mähne

Natürlich kannst du auf diese Weise nicht nur Haare in Bewegung versetzen. Mit demselben Prinzip kannst du auch Mäntel, Röcke und andere Teile deines Kostüms dynamisch inszenieren. Teste was möglich ist und überlege dir wie deine finale Pose in etwa aussehen soll. So klappt es ganz bestimmt!

Manchmal ist es auch nötig, dass du deiner Pose gesamt etwas mehr Schwung verleihst und die Wurfbewegung so unterstützt. Anstatt steif in der Pose zu stehen, kannst du die Wirkung unterstützen, in dem du deine Pose aus der Bewegung heraus einnimmst.

Nicht jedes Material ist dafür geeignet, um ihn (selbst) zu werfen. Manche Stoffe fliegen nicht besonders gut und sollten eher von oben herab fallen gelassen werden. Die natürliche Flugbewegung ist so deutlich natürlicher.

Lese-Tipp: Dynamische Cosplayfotos – Tipps & Tricks

Wenn du die Möglichkeit hast, dass die Haare deiner Perücke (oder Kostümteile) fallen gelassen werden können, dann solltest du diese Methode zuerst nutzen. In der Regel sieht die dynamische Bewegung nämlich beim Fallen authentischer aus.

Ich hoffe dieses Tutorial hat dir gezeigt, dass du auch ohne Assistenten richtig coole dynamische Fotos kreieren kannst. Und jetzt: An die Haare und werft was das Zeug hält!

Weitere Posing Tipps findest du hier: category/posing-fotografie/

Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos


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In 3 Schritten zu besserem Cosplay Posing

Dein Cosplay ist fertig und du bist so Stolz auf dein Ergebnis, dass du es nun in Szene setzen möchtet? Aber vor der Kamera fühlst du dich unsicher? Keine Sorge! In diesem Blogeintrag zeige ich dir in drei einfachen Schritten, wie du deine Cosplayfotos auf das nächste Level bringst.

Dieser Beitrag wurde zuletzt am 28.02.2026 aktualisiert.

Vor der Kamera zu stehen, kann durchaus einschüchternd wirken. Mit etwas Übung gewöhnst du dich sehr schnell daran. Zunächst zeige ich dir anhand praktischer Beispiele, wie du selbst zum Posingexperten wirst. Sieh dir zu Beginn doch bitte einmal die drei unten stehenden Bilder an.

Hast du dir die drei Bilder angesehen? Ist dir eine Gemeinsamkeit aufgefallen? So unterschiedlich diese drei Bilder, Cosplays und Posen auch sind, so eint sie doch eine wichtige Gemeinsamkeit.

Körperspannung ist alles

Egal, ob du dein Cosplay im Stehen, Sitzen oder sogar im Liegen fotografieren möchtest – Körperspannung ist für gutes Posing unerlässlich. Klingt relativ einfach, oder?

Machst du Sport oder hast du in deiner Kindheit Sport gemacht, so wirst du mit der entsprechenden Körperspannung bereits vertraut sein. Wenn nicht, so ist das auch kein Beinbruch. Jeder kann lernen seinen Körper entsprechend anzuspannen. Es ist auch nicht so schwierig, mit folgenden Tipps gelingt es auch dir ganz leicht.

So geht’s: Stell dich einfach einmal gerade hin, versuche möglichst aufrecht zu stehen. Stelle deine Füße in etwa schulterbreit auseinander und drücke nun deine Schultern leicht nach hinten. Merkst du schon, dass du größer wirst und dein gesamter Körper sich aufrichtet? Gut, nun versuche noch zusätzlich deine Bauchmuskeln anzuspannen. Perfekt!

So wichtig Körperspannung auch ist, so solltest du es nicht übertreiben und verkrampfen. Spannst du zu sehr an, wirkst du steif und drückst versehentlich deine Knie nach hinten durch. So verlierst du deinen festen Stand, bekommst O-Beine und die gewünschte Wirkung verpufft. Der Trick ist, den Körper soweit anzuspannen, dass du größer wirkst, ohne zu verkrampfen. Mit etwas Übung gelingt dir das sicher mit Links!

Was die richtige Körperspannung ausmacht und wie sie aussehen sollte, kannst du hier nachlesen:
Der ultimative Posing-Tipp: Körperhaltung & Körperspannung

Liegt dir diese Art, um die gewünschte Körperspannung zu erreichen nicht, so habe ich noch eine weitere Methode für dich: Stell dir vor, dass dich jemand an deinen Haaren nach oben zieht. Da es weh tun würde, würde tatsächlich jemand deinen Körper an deinen Haaren nach oben ziehen, gibst du dieser Bewegung natürlich nach. So lange und so weit, bist du absolut aufrecht, gerade und mit Spannung stehst. Du wirkst also sofort größer und hast mehr Ausstrahlung!

Momo Ayase – Dandadan (2025)

Vorlagen & Inspirationen

Nun kennst du den Grundstein für jedes gute Posing. Aber natürlich möchtest du mehr als nur angespannt vor der Kamera stehen. Du möchtest sicher auch charaktergetreu Posen. Weißt du bereits, welche Pose zu deinem Charakter passt?

Der zweite wichtige Schritt für bessere Fotos von deinem Cosplay, ist es, vor dem Fotoshooting zu recherchieren. Informiere dich darüber wie dein Charakter dargestellt wird. Welche Mimik oder welche Gestik zeichnet ihn aus? Wie sieht die Persönlichkeit deines Charakters aus und welche Posen spiegeln diese wider?

Häufig nutze ich für meine Recherche die Plattform Pinterest und lege mir sogenannte Moodboards als Pinnwände an. Sie helfen mir, einen guten Überblick darüber zu bekommen, wie der Charaktere, den ich cosplaye, dargestellt wird. Ich speichere mir offizielle Darstellungen, Screenshots, Fotos von anderen Cosplayern und auch gezeichnete Fan-Arts ab. Also so ziemlich alles, das mir hilf passende Posen oder Fotoideen für meinen Charakter zu finden.

Ich nutze diese Bilder als Vorlagen und zur Inspiration. Beim nächsten Shooting weiß ich dann zum Beispiel, dass Toga Himiko sich häufig mit den Händen ins Gesicht fasst und verrückt grinst. Genau das, versuche ich dann bei einem Fotoshooting nachzustellen.

Je mehr unterschiedliche Vorlagen du hast, desto mehr Variation kannst du bieten. Scheu dich auch nicht davor einige Posen abzuwandeln oder dich nur ganz grob an deinen Vorlagen zu orientieren. Letztendlich sind diese nur eine kleine Starthilfe für dein individuelles Posing.

Freie Interpretation statt steife Akkuratesse

Solltest du eine Vorlage finden, die du unbedingt möglichst akkurat umsetzen möchtest, dann solltest du folgendes bedenken: Es wird dir vermutlich nur selten gelingen eine Vorlage (ohne Photomanipulation) perfekt umzusetzen. Häufig handelt es sich bei Vorlagen um gezeichnete Charaktere mit unrealistischen Körperformen oder um Fotos, bei denen mit entsprechenden Tricks gearbeitet wurde.

Auch die jeweilige Körperform oder Körperlänge des Cosplayers spielt beim Posing eine Rolle. Es gibt nur sehr wenige Vorlagen, die wirklich realistisch und akkurat in die Realität übertragen werden können. Mach dich deshalb nicht unnötig verrückt. Nutze sie als das was sie sind: Inspiration für dein individuelles Posing und nicht als steifes Rezept für ein vermeintlich perfektes Foto.

Übung macht den Meister

„Übung macht den Meister!“ – Das ist ungefähr der Satz, den niemand gerne zu hören bekommt. Aber auch beim Posing im Cosplay ist diese Aussage nur zu stimmig.

Je öfter du die Chance hast vor der Kamera zu stehen, desto häufiger übst du mit der richtigen Körperspannung, bestimmte Posen nachzuahmen. Übe ganz einfach vor dem Spiegel, nutze den Selbstauslöser oder die Timerfunktion deiner Kamera bzw. deines Smartphones oder bitte Freunde oder Familie darum, Fotos von dir in deinem Cosplay zu machen. Es wird dir mit jedem Shooting leichter fallen. Gleichzeitig lernst du dich selbst kennen und erkennst, welche Posen dir liegen, welche Winkel dir schmeicheln und ganz generell: Was dir einfach am besten gefällt!

Das war’s?

Nun hast du die drei wichtigsten Bausteine kennengelernt, die dir dabei helfen werden, noch besser vor der Kamera zu posieren. Natürlich gibt es beim Posing noch weitere Kniffe, die dir helfen werden deine Technik zu verfeinern. Aber mit diesen Grundlagen hast du das perfekte Grundgerüst geschaffen, um dich persönlich weiterzuentwickeln.

Möchtest du noch mehr über Posing lernen, dann kann ich dir noch folgende Beiträge ans Herz legen:

Und jetzt leg los und hab Spaß!

PS: Du willst mehr? Dann hör dir unbedingt meinen Podcast an:
All About Cosplay – 007 Posieren wie James Bond
All About Cosplay 049 – Selbstwahrnehmung und Fotobearbeitung
All About Cosplay 055 – Perspektivenwechsel Fotoshooting

Weitere Beiträge zum Thema Posing findest du hier:
/category/posing-fotografie/

Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos

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