5 Gründe, warum du Con Crunch vermeiden solltest

Fast jeder Cosplayer war schon einmal in dieser Situation: Der Wunsch nach einem bestimmten Cosplay ist stark, die Deadline gesetzt und die Zeit wird knapp. Nur noch wenige Tage bis zur Convention. Die Abende werden intensiver, der Frust steigt und die Verzweiflung wächst. Die Nächte werden länger, der Schlaf wird weniger und die Vorfreude wird von Stress überschattet.

Herzlichen Glückwunsch, du hast Con Crunch kennengelernt.

Was ist eigentlich Con Crunch?

Als „Crunch“ bezeichnet man in der Computerspieleentwicklung eine Projektplanung, die zur Finalisierung eines Projekts Mehrarbeit, wie (unbezahlte) Überstunden, vorsieht. Das Projekt wurde (bewusst) in zu kurzer Zeit geplant, weswegen es nicht ohne erheblichen Mehreinsatz bis zur Deadline fertiggestellt werden kann.

Con Crunch ist in der Cosplayszene das entsprechende Äquivalent dazu. Cosplayprojekte, die zu spät angefangen, schlichtweg zu knapp geplant oder spontan eingeschoben wurden, führen fast immer zu Con Crunch. Diesen gibt es in unterschiedliche Abstufungen: Je schlimmer der Crunch, desto schlimmer auch die Folgen.

Zu Beginn ist die Motivation hoch, und die Hoffnung, dass das Cosplay doch noch rechtzeitig fertig wird, wirkt realistisch. Je näher die Deadline rückt, desto klarer wird das Bild, wie wahrscheinlich die Fertigstellung wird. Nicht selten sind Abstriche nötig, um den engen Zeitplan einhalten zu können. Häufig zu Lasten der Qualität.

1. Con Crunch ohne Qualität

Wer sein Cosplay unter Zeitdruck fertigstellt, hat kaum die Möglichkeit sein Bestes zu geben. Die ganze Energie wird in Geschwindigkeit statt in Qualität gesteckt. Je mehr die Zeit drängt, desto mehr Fehler passieren. Fehlt die Zeit, fehlt auch der Raum für nachhaltige Fehlerbehebungen oder notwendige Optimierungen.

Ursprüngliche Ideen werden über den Haufen geworfen, Teile des Projekts werden abgeändert oder gar ausgesetzt und die Gesamtqualität ist nicht annähernd auf dem Niveau, auf dem sie eigentlich wäre. Die Folgen?

  • Du bist mit dem Ergebnis unzufrieden.
  • Probleme fallen erst auf, wenn es zu spät ist.
  • Eventuell fällt das Cosplay auf der Convention auseinander und muss notgedrungen vor Ort repariert werden.
  • Das Cosplay muss im Nachhinein überarbeitet oder vollständig fertiggestellt werden.
  • Das Cosplay lässt sich aufgrund der Kompromisse womöglich nicht mehr sinnvoll überarbeiten.

2. Die Kosten steigen

Nicht jede Idee lässt sich innerhalb jedes beliebigen Zeitrahmens umsetzen. Steckst du mitten im Con Crunch, kann es sein, dass du Ideen über den Haufen werfen musst, um das Cosplay rechtzeitig fertigzustellen. Das führt nicht selten zu weiteren Kosten durch Last-Minute-Lösungen.

Die Wunschperücke käme vielleicht nicht mehr rechtzeitig an. Statt zu warten, wird auf die Schnelle eine Notlösung gesucht. Plötzlich hast du zwei Perücken statt nur einer gekauft.

Du hast den perfekten Stoff für das letzte noch fehlende Kostümteil bisher nicht gefunden. Damit du das Cosplay trotzdem tragen kannst, kaufst du auf den letzten Drücker einen Stoff, mit dem du eigentlich nicht zufrieden bist.

Geld ist ein beliebter Puffer, um mangelnde Zeit auszugleichen. Nicht selten kommt es zu Folgekäufen. Das Projekt wird teurer als es eigentlich sein müsste. Dabei ist Cosplay von Haus aus schon kein günstiges Hobby.

3. Stress statt Spaß

Mehr Kosten und weniger Qualität – was denn noch? Im Crunch zu arbeiten bedeutet eine starke Stressbelastung. Anstatt sich über den Fortschritt und die eigene Entwicklung im Rahmen des Cosplayprojekts zu freuen, wird diese, oder vor allem das Ausbleiben dieser, zur Belastung.

Es bleibt kaum Zeit, um sich über (Teil-)Erfolge zu freuen, denn die Zeit drängt. Man hetzt von einer To-Do zur nächsten. Klappt etwas nicht wie gewünscht, ist der Frustfaktor deutlich höher als normalerweise – schließlich droht das Projekt zu scheitern.

Für viele Cosplayer ist das Arbeiten am Cosplay die größte Freude. Der Progress, egal wie groß oder klein er sein mag, ist ein wichtiger Teil der Reise und trägt dazu bei, dass man am Ende Stolz auf sein angefertigtes – oder zusammengestelltes – Cosplay ist. Gib deiner Reise Zeit und lass sie auf dich wirken. Dank dieser Reise hast du Raum, um zu wachsen und dich zu entwickeln.

4. Körper und Geist leiden

Schlafmangel, Stress, ungesunde Ernährung, Frust, Überforderung und Burnout – all das sind typische Begleiter des Con Crunch. Wenn wir an Cosplays arbeiten, dann hantieren wir nicht gerade mit leichten Werkzeugen. Nähmaschine, Dremel, Schere, Nadel, Heißluftpistole, Heißkleber, Epoxidharz, Cuttermesser oder oder oder – all das sind Dinge, die man nur mit Vorsicht benutzen sollte.

Das sichere Arbeiten am Cosplay verlangt nach Konzentration und Vorsicht. Leidet man unter Schlafmangel, Stress oder Überforderung, dann steigt die Verletzungsgefahr.

Im schlimmsten Fall führt die mentale Belastung zu körperlichen Beeinträchtigungen. Ganz sicher aber ist, dass deine Leistungsfähigkeit definitiv darunter leiden wird.

5. Con Crunch überschattet dein Con-Erlebnis

Der Con Crunch ist vorbei und der Tag der Wahrheit ist gekommen. Im schlimmsten Fall hast du es nicht geschafft dein Cosplay fertigzustellen und all der Stress war umsonst. Hast du es geschafft, wird die Freude definitiv von den Folgen des Con Crunchs getrübt. Es bleibt keine Zeit, um sich zu erholen.

Gestresst, schlecht gelaunt und völlig übermüdet geht es auf die Convention. Gerüche, Lautstärke, Lichter und unzählige Eindrücke sind, auch ohne Schlafmangel, bereits eine nicht unerhebliche Belastung. Der Besuch einer Convention kostet viel Energie. Energie, die du nicht mehr hast.

Schlechte Laune, Kopfschmerzen und Streitigkeiten sind die Folge. Anstatt also den lang geplanten Con-Besuch zu genießen, quälst du dich durch den Tag. Im schlimmsten Fall mit Kreislaufproblemen, die zum verfrühten Abbruch des Ausflugs führen. Nicht selten bist du der Grund, weswegen es in der Gruppe schlechte Laune gibt. Gibt es dann mit deinem Cosplay vor Ort Probleme, ist die Katastrophe perfekt.

Ist es das wert?

In meinen Anfängen als Cosplayer habe ich genau einmal echten Con Crunch mitgemacht. Ich fand es absolut furchtbar und habe mir geschworen, es nie wieder zu tun. Dabei habe ich nicht einmal annähernd die Extremform davon erlebt. Der Stress der langen Abende hat gereicht, um meine Freude zu hemmen.

Kein Crunch, aber Stress hatte ich im Sommer bei meinem Spontanprojekt Fionna aus Adventure Time. Ich habe es super spontan eingeschoben, um es zu einem geplanten Shootingwochenende tragen zu können. Zeitlich war die Umsetzung eigentlich unproblematisch, aber da ich viele andere wichtige To-Dos hatte, wurde es doch etwas stressiger.

Die Zeit wäre für das Projekt völlig ausreichend gewesen, um es bequem fertigzustellen. Leider hatte ich dann beim Verarbeiten des Stoffs unerwartete Probleme und der Stoff verhielt sich anders als angenommen. Letztendlich habe ich nach dem Shooting versucht den Schnitt des Oberteils weiter zu optimieren. Den Rock habe ich am Bund aufgetrennt, um ihn in meiner gewohnten Qualität erneut zu vernähen. Es war nicht weiter schlimm, aber einfach etwas schade. Hätte ich ein paar Tage mehr Zeit gehabt, wäre das Ergebnis besser geworden und man hätte die Verbesserung sogar auf den Fotos sehen können.

Con Crunch ist nichts auf das man Stolz sein kann oder sollte. Nicht immer ist Crunch zu vermeiden, gerade wenn Dinge passieren, über die man keine Macht hat. In den meisten Fällen, jedoch schon. Es ist deine ganz persönliche Entscheidung, ob du dich dem Con Crunch hingibst oder ob du dich für ein anderes Cosplay oder ein Casual Outfit entscheidest. Schließlich hast du dich lange genug auf die Convention gefreut und viel Zeit und Geld investiert, um den Ausflug mit deinen Freunden genießen zu können.

Landest du trotz vermeintlich guter Planung immer wieder im Crunch, solltest du diese überdenken und deutlich mehr Zeit (mit Puffer) einräumen, um ein Projekt umzusetzen. Vertrau mir, alles ist besser, wenn du nicht im Crunch bist!

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Cosplay neben Schule, Arbeit und Studium – Stress pur oder wie funktioniert das?

Hey! Ich bin Theresa aka „Roxarlice_cosplay“, wohne in Hannover und cosplaye seit 2018. Dabei bin ich hauptsächlich im Bereich Fantasy, DC und Disney unterwegs. Im real life studiere ich Tiermedizin und habe eine abgeschlossene Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte.

Dieser Gastbeitrag wurde von Theresa geschrieben.
Du kennst Theresa noch nicht? Dann schau unbedingt mal auf ihrem Instagram Kanal vorbei: roxarlice_cosplay

Zuerst einmal: Cosplay ist nicht nur wahnsinnig zeitaufwendig, sondern kann auch sehr teuer werden. Wir alle lieben es und wollen es vermutlich auch nicht mehr missen.
Doch wer hat sich nicht schon einmal gefragt, welche Rolle das Cosplayen neben der Schule, Arbeit oder dem Studium spielt und wie es untergebracht werden kann?

Das betrifft natürlich all diejenigen, die Cosplay hobbymäßig betreiben. So wie ich. 🙂
Ich bin in einem zeitraubenden Berufsfeld tätig – sowohl meine Arbeit, als auch mein Studium sind auf mehreren Ebenen äußerst fordernd. Aufgrund dessen habe ich nach Wegen suchen müssen und auch wollen, dieses Hobby perfekt zu integrieren. Ohne, dass es mich einschränkt oder schlaucht.
Ich möchte euch Tipps geben, die auch mir geholfen haben, Freizeit und Beruf miteinander in Einklang zu bringen. Ohne, dass eins von beidem oder gar man selbst darunter leidet.

Fotograf: cosplayppl

Klarheit schaffen!

Wir – die Hobbycosplayer unter uns – müssen uns zu allererst der Wahrheit stellen: so sehr wir das Cosplayen auch lieben, so sehr es uns erfüllt, es ist hinter der Schule, dem Job oder unserem Studium einzuordnen. Denn auch wenn wir noch zur Schule gehen oder studieren, ist das in dem Moment unser Beruf.

Auch Cosplay möchte finanziert werden, egal ob gekauft oder selbst gemacht, ob Make Up, Kontaktlinse oder ganzes Outfit. Alles will bezahlt werden! Die Fahrt zur Con, die Unterkunft vor Ort, die Convention selbst… Die Liste der Ausgaben ist schier unendlich lang – die Liste der Einnahmen durch das Cosplayen jedoch klein. (Es gibt gewiss immer Ausnahmen!).
Auch wenn ihr das Ziel anstrebt, euren Lebensunterhalt mit Cosplay zu finanzieren, so will dies erst erreicht werden.

Was können wir also tun, um uns finanziell besser zu orientieren und uns nicht zu ruinieren?

Mein erster Tipp lautet: arbeitet nicht an mehreren Cosplays gleichzeitig, sondern konzentriert euch auf ein Cosplay. So habt ihr einen besseren Überblick, was noch erledigt werden muss, man kommt nicht so schnell durcheinander und es schont natürlich den Geldbeutel. Fertigt euch gerne eine Liste an, auf der ihr notiert, was ihr für eure Cosplays noch benötigt und was ihr schon beisammen habt. Dafür gibt es auch Apps, die euch dann anzeigen, zu wie viel Prozent euer Cosplay abgeschlossen ist.

Zweiter Tipp: Erstellt für jedes eurer Cosplays eine Ausgabenliste, in der ihr alle Dinge auflistet, die ihr dafür bezahlen müsst. Nehmt in dieser Liste wirklich alles auf – von winzigen Accessoires wie Ringe, Ketten, Ohrringe, über Zubehör für das Perücken-Styling, bis zu möglichen Make Up Neuanschaffungen. So habt ihr a) die volle Kostenkontrolle und könnt direkt sehen, wie viel euch das Cosplay insgesamt kosten wird und könnt b) teurere Cosplays nach hinten schieben, um darauf zu sparen.
Falls ihr euch dennoch an mehrere Cosplays gleichzeitig wagen wollt, dann setzt Prioritäten und entscheidet euch besser für ausgeglichene Mischungen aus teuer & nicht teuer, sowie aufwendig & weniger aufwendig. Das ist dann besser überschaubar, als würdet ihr beispielsweise zwei aufwendige Kleider zur selben Zeit nähen oder zwei Cosplays kaufen wollen, für die ihr Echthaar-Perücken kauft.

Dritter und letzter Tipp: Generell lohnt sich immer der Vergleich zwischen gekauft und selbst gemacht. So lässt sich auch Geld sparen, wenn man beispielsweise Dinge selbst macht, anstelle sie zu kaufen oder umgekehrt. Gekauftes spart natürlich Zeit. Achtet beim Kauf aber bitte auf die Qualität und auf eventuell vorhandene Bewertungen. Fragt hierzu gerne andere Cosplayer um Rat. 🙂

Fotograf: derherrmeyer

Hier mein Survival Guide für den alltäglichen Cosplay Dschungel 😉

Lösungsansätze für jedermann

Ich hatte es schon erwähnt, aber man kann es nicht oft genug sagen: Cosplay ist super zeitintensiv!
Deshalb gilt: Zeiteinteilung ist das A & O !
Wie ihr eure Zeit verplant, ist natürlich individuell abhängig, aber diese Planung kann euch vor unnötigem Stress und Zeitdruck bewahren.

Stellt euch vor, ihr habt euch nach der Schule, Arbeit oder der Uni ein Shooting vorgenommen. Ihr kommt nach Hause und stellt fest, dass ihr nur noch wenig Zeit habt, euch fertig zu machen und vorzubereiten. Da ist Stress vorprogrammiert! Man verfällt in Hektik, wird super ungeduldig mit sich selbst, alles geht schief. Bei mir äußert sich das immer darin, dass ich ungefähr dreimal so lang benötige, um meine Kontaktlinsen einzusetzen. Das Shooting in letzter Minute abzusagen, weil das Make Up nicht gelingt oder die Perücke nicht sitzt, ist dann natürlich auch für euch und für die Fotografin/ den Fotografen kein wünschenswertes Ergebnis.
Ich will sagen: plant bitte immer genug Zeit ein, sodass ihr gar nicht erste in diese Negativspirale gelangt. (Ihr wisst selbst am Besten, wie viel Zeit ihr für welchen Charakter benötigt.)
Legt das Shooting lieber auf einen Tag, an dem ihr auch sicher absehen könnt, dass ihr pünktlich Zuhause sein werdet. Oder wählt eine Uhrzeit, die für euch bequem ist.

Ihr tut euch und dem Fotografen gewiss keinen Gefallen, wenn ihr genervt und abgehetzt ankommt…

Ein weiterer Punkt ist die Akzeptanz und Unterstützung von euren Liebsten. Zumindest für diejenigen unter uns, die sich gerne unterstützen lassen möchten.
Vielleicht kennt ihr jemanden, dessen Leidenschaft oder Talent ihr in eure Cosplay-Arbeit einbauen könnt. 🙂 Es könnte eine “Win-Win“ Situation werden. Ihr werdet entlastet, und bezieht andere Personen in eure Freizeit mit ein, mit denen ihr mehr Zeit verbringen könnt und die bestimmt auch Spaß daran haben werden, euch zur Hand zu gehen. Sprecht darüber! Fordert euch Unterstützung ein, wenn ihr mögt – sei es im Bereich Social Media, Bildbearbeitung, Nähen von Kostüme, Perücken-Styling etc.

Gerade in einer Partnerschaft kann es doch zusätzlich belastend sein, wenn ein Partner neben der Arbeit/ dem Studium noch ein zeitraubendes Hobby betreibt – es könnte eine Möglichkeit sein, dieses Hobby zu teilen.
In diesem Fall ist es auch wieder ein könnte. Einige werkeln lieber alleine an ihren Cosplays und das ist auch völlig in Ordnung!

Für Cosplayer, die jedoch nicht alles alleine machen können/wollen, kann es eine wunderbare Lösung sein, sich insbesondere in den eigenen Schwachstellen unterstützen zu lassen.

Cosplay während der Schulzeit oder im Studium

Die Schule (speziell wenn auf das Ende der Schulzeit zugeht) oder ein Studium fordern bekanntlich hauptsächlich unser Gehirn. Auch wenn hin und wieder Praktika stattfinden, um uns auf das Berufsleben vorzubereiten. Aufgrund dieser Tatsache bietet es sich an, sich auch körperlich auszulasten, zum Beispiel in Form von Shootings oder der Besuch von Cosplaytreffen und Conventions, um das Gehirn kurzzeitig ruhen zu lassen. Auch hier gilt wieder: das Zeitmanagement im Blick zu behalten, damit das Lernen für die Uni nicht in den Hintergrund rückt.

Es macht durchaus Sinn, sich einen strukturierten Zeitplan zu erstellen. Kennzeichne dort farblich, wann Referate zu halten, Hausarbeiten o.ä. abzugeben sind und wann für Klausuren zu lernen ist. So wird auf den ersten Blick deutlich, welche Wochen ausschließlich für die Schule/Uni verplant sind und welche für das Cosplayen frei verfügbar sind.

Die wirkliche Freizeit bleibt klar erkennbar und kann für Shootings, Arbeit an neuen Cosplays etc. viel leichter verplant werden.
Zum Thema Semesterferien: diese sind nicht immer gleich bedeutend mit Freizeit. In meinem Studiengang beispielsweise werden immer Klausuren geschrieben. Damit möchte ich nur noch einmal zum Ausdruck bringen, dass ein farbiger Zeitplan einen besseren Überblick ermöglicht, um Studium und Cosplay unter einen Hut zu bringen.

Cosplay im Beruf

Es gibt ja so viele verschiedene Berufe und kein Patentrezept, wie man davon am besten abschaltet. Dieses Abschalten kann in Form von Sport oder Musik geschehen. Aber selbstverständlich auch in Form des Cosplayens, so wie wir alles es tun.
In meinem Job als Tiermedizinische Fachangestellte war ich den ganzen Tag auf den Beinen und immer froh, mich abends hinsetzen und über meinen Cosplays brüten zu können. Die Shootings habe ich dann lieber auf das Wochenende oder in meinen Urlaub gelegt. Aber da entscheidet ihr natürlich selbst, was für euch am sinnvollsten erscheint.

Im Grunde genommen geht es darum, einen Ausgleich zu finden.
Es ist ein Wechselspiel zwischen psychischer und physischer Belastung. Man sollte die Waage finden, sich in beide Richtungen auszulasten aber nicht zu belasten. Ein Hobby sollte schließlich Spaß machen und uns nicht zusätzlich überfordern.

Es könnte also so funktionieren: arbeitet ihr in physisch fordernden Berufen, bietet es sich an, sich hinterher entspannt zu setzen und den Kopf arbeiten zu lassen. Das betrifft dann beispielsweise die Planung für anstehende Conventions, Skizzen für die nächsten Cosplays anzufertigen, Materialen zu bestellen, Bilder zu bearbeiten…
Verrichtet ihr jedoch hauptsächlich sitzende Tätigkeiten, dann ist es von Vorteil, sich nach der Arbeit mehr zu bewegen und aktiv an den Cosplays zu arbeiten und zu werkeln.

Aber: Wenn ihr nach anstrengenden Tagen oder sogar Wochen keine Lust oder Kraft habt, an euren Cosplays zu arbeiten, dann ist das so. Hört auf die Signale eures Körpers und akzeptiert sie.
Es sollte auch auf gar keinen Fall unter Zwang an den Cosplays gearbeitet werden, nur weil man den Drang hat, unbedingt das nächste “abzuliefern.“

Wie nochmal?

Selbst wenn unsere Freizeit teilweise stark begrenzt ist, ist dies kein Grund, unser geliebtes Hobby zu vernachlässigen oder gar an den Nagel zu hängen.
Die richtige Organisation wird groß geschrieben – auch wenn es auf den ersten Blick noch aufwendiger erscheint, wird es am Ende alles erleichtern und vor Chaos und Zeitdruck schützen.

Letztendlich entscheidet ihr selbst, wie viel Zeit ihr in euer Hobby investieren mögt. Aber egal ob es viel oder wenig ist: Der Spaß daran sollte an erster Stelle stehen.
Ich lese oft genug, wie einige sich auf Social Media Seiten dafür entschuldigen, dass sie zu viel zu tun haben und eine Zeit lang kein neues Bild hochladen können. Das ist super lieb gemeint, aber nicht notwendig! Es ist nett, wenn ihr eure Follower auf dem Laufenden haltet, aber bitte entschuldigt euch nicht für euer Leben. 😉

Der Balanceakt zwischen Berufung und Hobby erfordert unsere Konzentration und Koordination, aber ich bin sicher ihr schafft das!

Tausend Dank an SajaLyn, dass ich diesen Beitrag schreiben durfte. Danke auch an Ladyunakatcosplay für die Unterstützung und das Korrekturlesen. 🙂

Fotograf: d.brueller

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