Warum Make Up dein Cosplay lebendig macht

Heute möchte ich über ein Thema schreiben, das mir sehr am Herzen liegt. Es ist ein Thema, mit dem fast jeder Cosplayer am Anfang zu kämpfen hat und das viel Raum für Interpretation offen lässt: Make Up.
Aber warum ist (mir) Make Up so wichtig?

Als ich mit Cosplay anfing, wusste ich nicht, wie ich mich schminken sollte. Mein erstes Cosplay war Kikyo aus InuYasha, ein Charakter der streng genommen kein Make Up trägt und gänzlich ungeschminkt erscheint. Wie also sollte ich das Make Up für dieses Cosplay umsetzen?

Dieser Beitrag wurde zuletzt am 28.02.2026 aktualisiert.

Ich entschied mich für einen schwarzen Lidstrich über dem oberen Wimpernkranz und für schwarze Wimperntusche. Foundation nutze ich damals noch nicht, also puderte ich mein Gesicht lediglich ab. Im Alltag trug ich damals zwar bereits Make Up, aber meist nur bunten Kajal mit Wimperntusche. Für den natürlichen Look sollte das doch wohl reichen, oder?

Kikyo – InuYasha (2015)

Auf der Convention selbst fiel mir damals noch nicht auf, wie unterschiedlich Cosplayer mit Make Up umgehen. Erst als ich auf Social Media unterwegs war, wurde mir bewusst, welche Wirkung Make Up wirklich haben kann. Auch einige, weniger freundliche, Kommentare wiesen mich daraufhin, dass meine Umsetzung ihrer Meinung nach zu Wünschen übrig ließ. Also fing ich an, mich mit Make Up zu beschäftigen und auszuprobieren.

Warum du nicht auf Make Up verzichten solltest

Make Up ist eine kleine Wunderwaffe, besonders, für uns Cosplayer. Es ist ein Werkzeug, welches du nutzen kannst, aber natürlich nicht musst. Es gibt genügend Cosplayer, die aus unterschiedlichen Gründen kein Make Up tragen. Gerade bei Unverträglichkeiten, wie Allergien oder Neurodermitis ist es dir vielleicht nicht möglich dich zu schminken. Vielleicht aber möchtest du dich auch nicht schminken und entscheidest dich bewusst gegen Make Up. Das ist in Ordnung!

Solltest du dich für Make Up interessieren, dann freue ich mich, dass du diesen Schritt wagst und tiefer in die Welt der Kosmetika abtauchst. Zugegeben, so spannend Make Up auch ist, so frustrierend kann es auch sein die richtigen Produkte zu finden. Aber lass uns über die Wirkung sprechen.

Make Up in all seinen Facetten ist vielseitig und kann ganz unterschiedlich wirken, wie du selbst an den folgenden Fotos sehen kannst. Es ist ein effektives Mittel, um dein Cosplay lebendiger wirken zu lassen.

Schminke hilft dir die Vorzüge deines Gesichts auszuarbeiten und ermöglicht dir, eine eigene Interpretation des Charakters ins Spiel zu bringen. Neben der Gesamtwirkung deines Cosplays, liegt bei der Betrachtung ein besonderes Augenmerk auf deinem Gesicht. Wir Menschen lieben es andere Menschen zu betrachten und fühlen uns von Gesichtern angezogen. Da verwundert es nicht, dass ein Großteil der Wirkung deines Cosplays, eben auch durch das Make Up bestimmt wird.

Übung macht den Meister – Finde deinen Style

Bis du die richtigen Produkte für dich entdeckst, könnte es sein, dass du einiges an Geduld benötigst. Trau dich, probier dich durch und übe dich auch in Varianten. Einige Cosplayer fühlen sich am wohlsten, wenn sie versuchen möglichst nah an das Aussehen des Charakters heranzureichen. Andere lieben es, sich völlig frei und kreativ auszutoben. Wie du den Make Up Look für dein Cosplay umsetzt, ist ganz dir überlassen!

Wie du oben an meinen Fotos zu meinen Elsa Cosplays sehen kannst, war es ein Prozess, bis ich in 2019 einen Make Up Look fand, der meinen Vorstellungen entsprach und welchen ich in 2021 reproduzierte. Würde ich das Cosplay heute in 2026 erneut umsetzen, könnte es allerdings gut sein, dass ich andere Produkte nutzen und den Style leicht anders umsetzen würde.

Elsa Make Up früher vs. heute

Als ich mich zum ersten Mal in 2015 für Elsa schminkte, war mir klar, dass das reduzierte Make Up, welches ich für Kikyo gewählt hatte, für Elsa nicht passend wäre. Obwohl ich also Elsa damals bereits deutlich stärker schminkte, so unterschätzte ich weiterhin, wie viel mehr Kontrast ein Cosplay verträgt. Man möchte beinahe meinen, dass die Perücke viel vom Make Up „schluckt“. Auch bei Fotoshootings profitierst du von einem kräftigen Make Up Look.

Wie habe ich mein Elsa Cosplay Make Up weiterentwickelt?

2015 – Das erste Mal Elsa

Bei meinem Make Up von 2015, habe ich die Haut mit Puder vorbereitet, beerenfarbenen Lipgloss aufgetragen, lilafarbenen Lidschatten mit dem Schwamm des Applikators auf das bewegliche Lid angebracht, sowie schwarze Wimperntusche und Kajal für den unteren Wimpernkranz genutzt. Klingt doch eigentlich erst einmal nicht schlecht, oder?

Elsa Make Up ab 2018

Was habe ich seither verändert? Zunächst habe ich mich damit beschäftigt eine bessere Basis zu schaffen. Produkte wie Primer und eine flüssige Foundation, welche ich anschließend mit Puder mattiert habe, haben dazu beigetragen eine gleichmäßigere Basis zu schaffen. Mit Bronzer habe ich meine Wangenpartie leicht konturiert. Rouge trug dazu bei meine Wangen stärker zu betonen und den Look lebendig wirken zu lassen. Für einen etwas magischeren Touch habe ich schimmernden Highlighter auf meiner Nase sowie auf meinen Wangenknochen aufgetragen.

Für das Augen-Make-up habe ich mit unterschiedlichen Lidschatten gearbeitet und diese mit einem Blendpinsel sanft verblendet. Den oberen Wimpernkranz habe ich mit schwarzem Lidstrich eines flüssigen Eyeliner und den unteren Wimpernkranz mit Kajal verdichtet. Bevor ich ein Set fülliger künstlicher Wimpern aufgeklebt habe, habe ich meine echten Wimpern schwarz getuscht. Meine Augenbrauen habe ich in Form gebürstet, dann mit braunem Puder aufgefüllt und wieder gebürstet. Zum Schluss habe ich dann beerenfarbenen Lippenstift aufgetragen.

Cosplay SajaLyn Kritik Glow Up Elsa Frozen Arendelle Olaf's Adventures
2015 vs. 2020

Make Up ist ein Prozess

Wow, ok. Das ist plötzlich eine ganze Menge Make Up. Allerdings macht nicht unbedingt die Menge den Unterschied, sondern auch das, was du auf welche Weise betonst. Auch heute noch optimiere ich mein Make Up und nutze weitere Produkte wie Primer, Settingpuder oder Fixierspray. Im Gegensatz zu von vor ein paar Jahren, nutze ich inzwischen weniger füllige künstliche Wimpern und passe den Make Up Look fortwährend meinem sich alterndem Gesicht an.

Sicher könnte ich auch heute noch extreme Kunstwimpern tragen. Es gefällt mir an mir einfach nicht mehr. Geschmäcker verändern sich oder entwickeln sich weiter. Sei also stets offen für Veränderung und vor allem dafür deinem persönlichen Geschmack treu zu bleiben.

Vielleicht habe ich dir nun den Anstoß gegeben, dich etwas mehr mit Schminke zu beschäftigen. Tatsächlich sind auch viele Fotografen äußerst dankbar, wenn du gut geschminkt zu Fotoshootings erscheinst. Das erleichtert dem Fotografen die Retusche und er kann die Bilder effektiver bearbeiten.

Ein paar Make Up Tipps für dich

Natürlich möchte ich dir nicht nur lang und breit von Make Up erzählen, ohne dir anschließend einige ganz konkrete Tipps mit auf den Weg zu geben:

  • Eine solide Basis ist die halbe Miete. Finde eine Foundation, die zu dir und deinem Hauttyp passt.
  • Settingpuder (oder Spray) sorgt dafür, dass das Make Up ineinander „verschmilzt“. Fixierpuder (oder Spray) fixiert dein Make Up und macht es haltbarer.
  • Beim Contouring kannst du deine Gesichtszüge bewusst betonen oder sogar verändern. Nutze dunkle Töne um Schatten zu imitieren und helle Töne um Bereiche deines Gesichts hervorzuheben.
  • Betonte Augenbrauen verstärken deinen Ausdruck. Die Form der Augenbrauen ist für viele Charaktere ein markantes Erkennungszeichen.
  • Achte besonders auf dein Augen-Make-Up und passe dieses an dein Cosplay an. Künstliche Wimpern öffnen deine Augen und können ebenfalls den Ausdruck verstärken.
  • Ein Lidstrich am oberen Wimpernkranz hilft dir künstliche Wimpern optisch nahtlos zu platzieren.
  • Lippenstifte in Nude-Tönen sind eine gute Wahl für einen natürlichen Look.
Cosplayer als Alice aus dem Spiel Alice Madness Returns liegt in einem rot gefärbten Wasser und hält eine "Trink Mich" Flasche in den Händen.
Alice – Alice Madness Returns (2022)

Ungeschminkte Charaktere – eine Herausforderung

Und wie habe ich Kikyo eigentlich später erneut umgesetzt? Ich habe mich von dem Gedanken „ein ungeschminkter Charakter benötigt kaum Make Up“ gelöst. Bei Kikyo habe ich mich bei meiner erneuten Umsetzung an der Darstellung im Manga orientiert – dort wurde ein roter Lidschatten angedeutet. Dieses Detail habe ich bei meiner Umsetzung aufgenommen und damit gespielt.

Bei anderen „ungeschminkten“ Charakteren greife ich in der Regel zu Lidschatten in Nude beziehungsweise Brauntönen. Wie stark ich mich schminke oder wie auffällig die Wimpern werden, hängt dabei ganz davon ab, wie ich den Charaktere für mich interpretiere.

Auch wenn ich künstliche Wimpern für Make Up Looks unglaublich gerne benutze, so habe ich schon den ein oder anderen Charaktere ohne diese umgesetzt. Ob du Kunstwimpern nutzen möchtest, liegt natürlich ganz bei dir. Es bedarf etwas Übung sie anzukleben. Manchen hilft es eine Pinzette zu nutzen und den Kleber vorher leicht antrocknen zu lassen. Achte darauf Wimpern zu nutzen, die nicht aus hartem Plastik sind. Passe außerdem die Länge der Wimpern an dein Auge an und biege die Wimpern in Form, bevor du sie anklebst. Der Rest ist Übung!

Übrigens: Auch Männer dürfen zum Make Up greifen! Nicht nur Frauen profitieren davon.
Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Tipps etwas weiterhelfen und bin sehr gespannt was du daraus machst!

Du bist noch relativ unerfahren im Umgang mit Make Up? Dann sind folgende Beiträge für dich sicher spannend:
Cosplay Makeup 101 – Die Base
Glamour Up – Lidschatten und Highlighter intensiv in Szene setzen

Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos

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Das Geheimnis des Sponsorings oder Wie zum Teufel werde ich gesponsert?

Sponsoring ist eines der großen Themen in der Cosplay Community. Für viele ist es ein Traum das Hobby zu finanzieren oder eben einfach Neues auszuprobieren. Doch was musst du eigentlich tun, um überhaupt gesponsert zu werden?

Meine Erfahrungen liegen vor allem im Bereich von Partnerschaften mit internationalen (oft chinesischen) Cosplay Shops. Genau darüber werde ich dir heute berichten und einige Tipps mit auf den Weg geben!

Hier siehst du drei verschiedene Starfire Cosplays. Alle drei Cosplays wurden mir von herostime im Rahmen einer Partnerschaft zur Verfügung gestellt. (Ausgenommen Perücken und Accessoires.) Aber wie zum Teufel kommt man zu so einer Partnerschaft und was beinhaltet das?

Die Basis für Kooperationen

Um überhaupt eine Chance auf eine Partnerschaft bzw. ein Sponsoring mit einem Cosplay Shop zu haben, ist es wichtig, dass du im Internet sehr aktiv bist. Damit meine ich nicht, dass du dich intensiv im Internet aufhalten solltest, Nein, sondern, dass du mindestens einen Social Media Account benötigst. Ob das nun Instagram, Facebook oder vielleicht auch YouTube ist, spielt in erster Linie keine Rolle.

Was aber eine Rolle spielt, ist die Art und Weise wie du diesen Account betreibst. Führst du deinen Account als reinen Cosplay-Account und postest Fotos und Videos rund um deine Cosplays oder ist das eher ein privater Account mit vielen Inhalten, die nichts oder wenig mit deinen Cosplays an sich zu tun haben?

Cosplayer als Hela aus dem Marvel Cinematic Universum steht mit wehendem Mantel vor einem grauen Hintergrund im Nebel

Vielleicht versucht du einfach mal dich in die Lage des Cosplay Shops zu versetzen. Du bekommst täglich um die hundert Anfragen bezüglich Sponsorings und sollst aus allen Anfragen vielversprechende Kooperationspartner auswählen. Worauf achtest du?

Na klar! Du suchst nach Accounts, die sich vor allem mit Cosplay beschäftigen und dabei hochwertige Fotos und Videos posten. Aber nicht nur das, du möchtest natürlich ein optimales Ergebnis. Daher suchst du auch nach Cosplayern, die aktiv auf ihren Kanälen posten und eine große Reichweite generieren. Vereinfacht gesagt: Jemand mit mehr Followern und guten Inhalten, hat bessere Chancen als jemand mit einem kleinen Account und guten Inhalten. 

Follower sind nicht alles

Nun kennst du die groben Voraussetzungen, die du mitbringen musst. Eine genaue Zahl wie viele Follower du auf welchem Kanal brauchst, kann ich dir leider nicht nennen. Denn das variiert von Kanal zu Kanal, aber eben auch von Cosplay Shop zu Cosplay Shop.
Als ich im Jahr 2016 damit angefangen habe mich für Sponsorings zu bewerben, hatte ich etwas mehr als 1.000 Follower auf meiner Facebook Fanpage. Damals hatte ich mich mit dieser Größe bereits erfolgreich für Sponsorings beworben. Mittlerweile bewerben sich allerdings so viele Cosplayer um ein Sponsoring, dass ich mit meinen knapp 8.670 Fans auf Facebook und mit meinen 15.000 auf Instagram regelmäßig für Sponsorings abgelehnt werde. Dennoch lasse ich mich nicht entmutigen und versuche es immer wieder.

Das Anschreiben

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Cosplay Shops aktiv Cosplayer für Sponsorings anfragen. Das passiert tatsächlich ab und an, ist aber eher die große Ausnahme. Wenn du ein Sponsoring möchtest, musst auch du aktiv werden. Schreibe deine ausgewählten Cosplays Shops aktiv per Mail, Instagram oder Facebook an und bitte um eine Kooperation.

Wichtig ist, dass du dein Anschreiben klar formulierst und folgende Punkte berücksichtigst: Wer will was warum?

Also wer bist du? Stell dich kurz vor und verlinke deine relevanten Social Media Accounts oder sogar deine Homepage.
Was möchtest du? Vielleicht hast du dir sogar schon ein bestimmtes Kostüm rausgesucht, dass du direkt für ein Sponsoring anfragen kannst.
Und warum möchtest du all das? Besser gesagt: Was kannst du dem Shop als Gegenleistung bieten? In der Regel geht es hierbei um Reviews und hochwertige Fotos, die der Shop bedenkenlos für seine Shop-Seite, als auch für seine Social Media Kanäle nutzen kann. Am besten sendest du bei deiner Bewerbung einige Fotos von dir im Cosplay als Referenz mit, damit der Shop ungefähr weiß, mit welchen Review Fotos er zu rechnen hat.

Cosplayer als Melisandre aus Game of Thrones steht in einem Feld aus Schilf.

Ein Quäntchen Glück

Selbst wenn du die größte Reichweite mit den besten Cosplay Fotos anbieten kannst, brauchst du am Ende immer noch ein wenig Glück. Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass nicht alle Sponsoring Anfragen beantwortet werden und du oft vergebens auf eine Rückmeldung (und wenn es nur eine Absage ist) wartest. Verzweifle also nicht!

Sponsorings können dir zwar die Möglichkeit eröffnen bestimmte Charaktere zu cosplayen, aber bringen manchmal auch haufenweise Ärger mit sich! Das musste ich letztens erst wieder erleben! Was passiert ist, kannst du hier nachlesen: Franken Finals und das Drama um Jinx

Ich hoffe, ich konnte dir das Thema Sponsoring ein wenig näher bringen! Und jetzt: viel Erfolg mit deiner nächsten Bewerbung!

Wenn du noch viel mehr erfahren möchtest, dann hör dir unbedingt diese Podcast Episode an:
All About Cosplay – 008 Das Geheimnis des Sponsorings

Du hast deine erste Kooperation an Land gezogen? Glückwunsch!
Hier findest du 3 Tipps, wie deine Kooperation zu einem voll Erfolg wird.

Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos

Dieser Beitrag wurde zuletzt am 14.12.2023 bearbeitet.


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In 3 Schritten zu besserem Cosplay Posing

Dein Cosplay ist fertig und du bist so Stolz auf dein Ergebnis, dass du es nun in Szene setzen möchtet? Aber vor der Kamera fühlst du dich unsicher? Keine Sorge! In diesem Blogeintrag zeige ich dir in drei einfachen Schritten, wie du deine Cosplayfotos auf das nächste Level bringst.

Dieser Beitrag wurde zuletzt am 28.02.2026 aktualisiert.

Vor der Kamera zu stehen, kann durchaus einschüchternd wirken. Mit etwas Übung gewöhnst du dich sehr schnell daran. Zunächst zeige ich dir anhand praktischer Beispiele, wie du selbst zum Posingexperten wirst. Sieh dir zu Beginn doch bitte einmal die drei unten stehenden Bilder an.

Hast du dir die drei Bilder angesehen? Ist dir eine Gemeinsamkeit aufgefallen? So unterschiedlich diese drei Bilder, Cosplays und Posen auch sind, so eint sie doch eine wichtige Gemeinsamkeit.

Körperspannung ist alles

Egal, ob du dein Cosplay im Stehen, Sitzen oder sogar im Liegen fotografieren möchtest – Körperspannung ist für gutes Posing unerlässlich. Klingt relativ einfach, oder?

Machst du Sport oder hast du in deiner Kindheit Sport gemacht, so wirst du mit der entsprechenden Körperspannung bereits vertraut sein. Wenn nicht, so ist das auch kein Beinbruch. Jeder kann lernen seinen Körper entsprechend anzuspannen. Es ist auch nicht so schwierig, mit folgenden Tipps gelingt es auch dir ganz leicht.

So geht’s: Stell dich einfach einmal gerade hin, versuche möglichst aufrecht zu stehen. Stelle deine Füße in etwa schulterbreit auseinander und drücke nun deine Schultern leicht nach hinten. Merkst du schon, dass du größer wirst und dein gesamter Körper sich aufrichtet? Gut, nun versuche noch zusätzlich deine Bauchmuskeln anzuspannen. Perfekt!

So wichtig Körperspannung auch ist, so solltest du es nicht übertreiben und verkrampfen. Spannst du zu sehr an, wirkst du steif und drückst versehentlich deine Knie nach hinten durch. So verlierst du deinen festen Stand, bekommst O-Beine und die gewünschte Wirkung verpufft. Der Trick ist, den Körper soweit anzuspannen, dass du größer wirkst, ohne zu verkrampfen. Mit etwas Übung gelingt dir das sicher mit Links!

Was die richtige Körperspannung ausmacht und wie sie aussehen sollte, kannst du hier nachlesen:
Der ultimative Posing-Tipp: Körperhaltung & Körperspannung

Liegt dir diese Art, um die gewünschte Körperspannung zu erreichen nicht, so habe ich noch eine weitere Methode für dich: Stell dir vor, dass dich jemand an deinen Haaren nach oben zieht. Da es weh tun würde, würde tatsächlich jemand deinen Körper an deinen Haaren nach oben ziehen, gibst du dieser Bewegung natürlich nach. So lange und so weit, bist du absolut aufrecht, gerade und mit Spannung stehst. Du wirkst also sofort größer und hast mehr Ausstrahlung!

Momo Ayase – Dandadan (2025)

Vorlagen & Inspirationen

Nun kennst du den Grundstein für jedes gute Posing. Aber natürlich möchtest du mehr als nur angespannt vor der Kamera stehen. Du möchtest sicher auch charaktergetreu Posen. Weißt du bereits, welche Pose zu deinem Charakter passt?

Der zweite wichtige Schritt für bessere Fotos von deinem Cosplay, ist es, vor dem Fotoshooting zu recherchieren. Informiere dich darüber wie dein Charakter dargestellt wird. Welche Mimik oder welche Gestik zeichnet ihn aus? Wie sieht die Persönlichkeit deines Charakters aus und welche Posen spiegeln diese wider?

Häufig nutze ich für meine Recherche die Plattform Pinterest und lege mir sogenannte Moodboards als Pinnwände an. Sie helfen mir, einen guten Überblick darüber zu bekommen, wie der Charaktere, den ich cosplaye, dargestellt wird. Ich speichere mir offizielle Darstellungen, Screenshots, Fotos von anderen Cosplayern und auch gezeichnete Fan-Arts ab. Also so ziemlich alles, das mir hilf passende Posen oder Fotoideen für meinen Charakter zu finden.

Ich nutze diese Bilder als Vorlagen und zur Inspiration. Beim nächsten Shooting weiß ich dann zum Beispiel, dass Toga Himiko sich häufig mit den Händen ins Gesicht fasst und verrückt grinst. Genau das, versuche ich dann bei einem Fotoshooting nachzustellen.

Je mehr unterschiedliche Vorlagen du hast, desto mehr Variation kannst du bieten. Scheu dich auch nicht davor einige Posen abzuwandeln oder dich nur ganz grob an deinen Vorlagen zu orientieren. Letztendlich sind diese nur eine kleine Starthilfe für dein individuelles Posing.

Freie Interpretation statt steife Akkuratesse

Solltest du eine Vorlage finden, die du unbedingt möglichst akkurat umsetzen möchtest, dann solltest du folgendes bedenken: Es wird dir vermutlich nur selten gelingen eine Vorlage (ohne Photomanipulation) perfekt umzusetzen. Häufig handelt es sich bei Vorlagen um gezeichnete Charaktere mit unrealistischen Körperformen oder um Fotos, bei denen mit entsprechenden Tricks gearbeitet wurde.

Auch die jeweilige Körperform oder Körperlänge des Cosplayers spielt beim Posing eine Rolle. Es gibt nur sehr wenige Vorlagen, die wirklich realistisch und akkurat in die Realität übertragen werden können. Mach dich deshalb nicht unnötig verrückt. Nutze sie als das was sie sind: Inspiration für dein individuelles Posing und nicht als steifes Rezept für ein vermeintlich perfektes Foto.

Übung macht den Meister

„Übung macht den Meister!“ – Das ist ungefähr der Satz, den niemand gerne zu hören bekommt. Aber auch beim Posing im Cosplay ist diese Aussage nur zu stimmig.

Je öfter du die Chance hast vor der Kamera zu stehen, desto häufiger übst du mit der richtigen Körperspannung, bestimmte Posen nachzuahmen. Übe ganz einfach vor dem Spiegel, nutze den Selbstauslöser oder die Timerfunktion deiner Kamera bzw. deines Smartphones oder bitte Freunde oder Familie darum, Fotos von dir in deinem Cosplay zu machen. Es wird dir mit jedem Shooting leichter fallen. Gleichzeitig lernst du dich selbst kennen und erkennst, welche Posen dir liegen, welche Winkel dir schmeicheln und ganz generell: Was dir einfach am besten gefällt!

Das war’s?

Nun hast du die drei wichtigsten Bausteine kennengelernt, die dir dabei helfen werden, noch besser vor der Kamera zu posieren. Natürlich gibt es beim Posing noch weitere Kniffe, die dir helfen werden deine Technik zu verfeinern. Aber mit diesen Grundlagen hast du das perfekte Grundgerüst geschaffen, um dich persönlich weiterzuentwickeln.

Möchtest du noch mehr über Posing lernen, dann kann ich dir noch folgende Beiträge ans Herz legen:

Und jetzt leg los und hab Spaß!

PS: Du willst mehr? Dann hör dir unbedingt meinen Podcast an:
All About Cosplay – 007 Posieren wie James Bond
All About Cosplay 049 – Selbstwahrnehmung und Fotobearbeitung
All About Cosplay 055 – Perspektivenwechsel Fotoshooting

Weitere Beiträge zum Thema Posing findest du hier:
/category/posing-fotografie/

Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos

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