Cosplay ist kein Wettbewerb – Für mehr Miteinander in der Cosplay Community

Mit dem Mainstream kam das Konkurrenzdenken.
Allerdings bin ich fest davon überzeugt, dass dieses auch früher schon vorhanden war.
Dank Social Media und wachsender Beliebtheit wird das Konkurrenzdenken deutlicher oder vielleicht sogar verstärkt.

Heute beklagen sich immer mehr Cosplayer über fehlende Gemeinschaftsgedanken. Weg von „Wir helfen uns gegenseitig und feiern uns für das gleiche Cosplay“ hin zu „Ich sehe am besten aus und keiner außer mir darf diesen Charakter cosplayen“, begleitet von abwertenden Blicken.

Dabei ist Cosplay, fernab der Contest-Bühne, kein Wettbewerb.

Lese-Tipp: Stoppt das Konkurrenzdenken!

Sicher, etwas Wettbewerb und Konkurrenzdenken hat noch nie geschadet. Wettbewerb spornt uns durchaus dazu an, besser werden zu wollen. Daran ist nichts auszusetzen.
Treibt uns dieser allerdings dazu, andere Cosplayer zu meiden oder gar zu haten, dann ging der Schuss definitiv nach hinten los.

Die Angst, der andere könne besser sein

Es stimmt, jeder von uns, möchte in seinem Kostüm besonders akkurat und am besten noch dazu einzigartig aussehen. Ein schwieriges Unterfangen hinsichtliches eines Hobbys, dessen Grundintention es ist, Charaktere möglichst „originalgetreu“ umzusetzen.

Trotzdem bietet das Hobby genug Spielraum, um die eigene Kreativität auszuleben und seinen persönlichen Stil einzubringen. Im Kern gibt es aber einige Elemente, mit denen jeder von uns zu kämpfen hat. Elemente, bei denen wir uns gegenseitig helfen und von den Erfahrungen des anderen profitieren können.

Aber warum helfen wir nicht? Es existiert eine Angst, dass der andere Cosplayer dadurch einen erheblichen Vorsprung erhält. „Wenn ich jetzt helfe, dann gebe ich meinen Vorteil ab.“
Aber ist dem so?

Denken wir doch mal anders:

Erhält der andere Cosplayer durch diesen Informationsaustausch wirklich einen so großen Vorteil, dass er dich überflügeln könnte?
Vermutlich spielen noch genügend andere Faktoren hinein und am Ende würde er das Problem doch selbst oder mit anderen Hilfsmitteln lösen. Du bist nicht die Person, die andere davon abhalten kann, zu wachsen und besser zu werden.

Anders gedacht: Stell dir die Frage, warum der andere Cosplayer dich überflügeln sollte, wenn er ohne deine Hilfe überhaupt nicht weiter kommt?

Die eigentliche Frage, die du dir aber unbedingt stellen solltest, ist: Warum siehst du darin überhaupt ein Problem?

Hängt dein Seelenheil davon ab, dass andere „schlechter“ sind als du?
Bist du so unsicher und unzufrieden, dass du anderen den Erfolg nicht gönnen wollen würdest?
Bist du selbst vielleicht schon „übers Ohr gehauen worden“ und traust den anderen Cosplayern nicht mehr?
Dann sei der Anfang, der die Welt ein bisschen besser macht.

Sei besser – finde deine Herde

Zugegeben, ich hab mich in den Anfangsjahren selbst nach und nach dazu hinreißen lassen, andere Cosplayer im selben Kostüm zu meiden, anstatt sie, wie zu meinen aller ersten Cons, zu feiern.
Nach und nach habe ich mich von meinem Umfeld leiten lassen. Anstatt selbstständig zu denken und grundsätzlich überhaupt nachzudenken, habe ich mich treiben lassen.

Das gleiche Cosplay? Puh, schnell wegschauen, Augenkontakt vermeiden.
Dämlich.

Ich habe das Gedankengut schwarzer Schafe übernommen und mich immer wieder in Dramen verwickeln lassen. Aber halt.. vielleicht war auch ich das schwarze Schaf in dieser Herde?

Es hat einige Zeit gedauert, bis ich zur Einsicht kam, dass ich doch nicht einfach so zu allen anderen passe. Meine Art und Einstellung zu den Dingen hat vielen Cosplayern langfristig nicht unbedingt in den Kram gepasst. Missverständnisse, Streit, Missgunst. Von allem war nach einiger Zeit etwas dabei. Wirklich frustrierend, denn schließlich will man als Teil einer lustigen Truppe Spaß haben.

Die Erkenntnis hat mir geholfen, mich von Gruppen zu trennen, zu denen ich nicht passe. Ich habe bewusst angefangen, mehr Leute zu finden, die auch in diesem Bereich ähnliche Grundwerte oder ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Ich habe wieder angefangen Cosplayer im gleichen Kostüm zu feiern. Ich habe die Chancen genutzt und mir auf Instagram eine tolle Community innerhalb der Szene aufgebaut, die bereit ist zu diskutieren, andere zu respektieren und die Hass und Mobbing keine Chance gibt.

Community-Aktion

Inspiriert von Kamui und Kinpatsu startete ich im Februar 2021 die Community-Aktion „Cosplay ist kein Wettbewerb“. Das Ziel war, mithilfe dieser Aktion zu zeigen, wie schön es sein kann, Gleichgesinnte zu treffen. Sich gegenseitig zu unterstützen und zu zeigen, „Hey, wir tragen beide das selbe Cosplay, weil wir diesen Charakter lieben. Es verbindet uns!“.

Mittlerweile gibt es über 30 Beiträge zu Aktion. Die ersten 30 Beiträge findest du gesammelt in diesem Instagram Guide:

Aber auch schon vorher, wollte ich meine Reichweite nutzen und auf das Thema aufmerksam machen. Zu meiner noch etwas aktiveren YouTube-Zeit habe ich deshalb mithilfe anderer Cosplayer dieses kleine Aufklärungsvideo gedreht und veröffentlicht:

Denn nicht immer ist eine reine Abneigung das Problem. Häufig entstehen Missverständnisse durch Fehlinterpretation oder auch durch fehlende bzw. mangelhafte Kommunikation.

Was kannst du tun?

Oft reicht bereits ein nettes Lächeln und die Welt wird ein klein wenig heller.
Lächeln ist die einfachste und schnellste Methode, um unklare Blickkontakte aufzulockern und zu zeigen, „Hey, alles cool!“. Manchmal verbinde ich das Lächeln auch mit einem Winken. Du wirst dich wundern, wie viel diese kleine Geste bewirken kann!

Vielleicht möchtest du ebenfalls aktiv werden und eine kleine Aktion zum Thema starten. Oder du möchtest meine Aktion weiterführen und auch auf deinem Account passend zu deinen Cosplays etablieren? Dann nur zu! Verlink mich gerne in deinem Beitrag zum Thema #cosplayistkeinwettbewerb ! Ich freu mich riesig zu sehen, wie jeder einzelne den gleichen Charakter interpretiert.

Zeig der Welt, wie individuell wir Cosplayer sein können und wie sehr wir unsere Charaktere aus Film, Buch, Serie, Comic, Gaming, Anime und Manga lieben. P.S.: Lächeln nicht vergessen. 🙂

Weitere Beiträge aus der Kategorie “Let’s talk” findest du hier: 
category/lets-talk/


Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos


Diese Bücher habe ich geschrieben:
sajalyn.com/buch

Besuche meinen etsy Shop:
shop/Sajalyn


Meine aktuellen Workshops & Jobs findest du hier:
sajalyn.com/workshop

Faszination Composing 

Die meisten Cosplayer kennen es wahrscheinlich: Sie haben ihr Traum-Cosplay ihres Lieblingscharakters fertig und wollen dieses nun würdevoll auf einem Bild festhalten. Doch oft spielen Geschichten der Charaktere in fantasievollen oder futuristischen Schauplätzen, die so auf unserer Welt nicht existieren. Die meisten helfen sich dabei aus, indem sie Schauplätze wählen, die zumindest ansatzweise der vorgestellten Location nahekommen.

Dieser Gastbeitrag wurde von David geschrieben. Du kennst David noch nicht?
Dann schau unbedingt mal auf seinem Kanal vorbei: sir8davren

Doch was macht man, wenn eine solche Location nicht in der Nähe ist oder die Bilder in einem Studio geschossen wurden?
Genau in einem solchen Dilemma befand ich mich damals, welches mich dazu veranlasste, was ich heute mit voller Leidenschaft ausübe: Composing.

Foto: _soulcatcher_photography_
Model & Edit: sir8davren


Ich hatte ein Photoshooting von meinem Grindelwald Cosplay in einem Studio und versetzte mich dabei in zig unterschiedliche Situationen aus dem Film. Dabei kamen viele ausdrucksvolle Bilder zu Stande, die aber mit dem neutralen Hintergrund des Studios nicht so wirkten, wie ich es mir vorgestellt habe.
Dabei kam dann das Thema Composing auf, welches ich hier zuerst noch kurz erläutern möchte.

Was bedeutet Composing eigentlich?

Composing kann man sich wie eine digitale Collage vorstellen. Man nimmt unterschiedliche Bilder, schneidet sie aus und fügt sie dann wieder zu einem Gesamtbild zusammen.

Dabei muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Elemente des Gesamtbilds sowohl farblich als auch lichttechnisch miteinander harmonieren. Auch müssen Schattenwurf oder Winkel der Objekte immer berücksichtigt werden.

Diese Technik ist bei Filmproduktionen gang und gebe. Zum Beispiel wurde die ganze Landschaft um den Turm von Saruman aus „Der Herr der Ringe“ aus unterschiedlichen Landschaftsaufnahmen zu einer in sich harmonierenden Szene zusammengesetzt. Bei guten Composings fällt es dann oft nicht mehr auf, dass diese Szenerie so in Wirklichkeit gar nicht existiert.

Somit lizenzierte ich mir Photoshop und fing an, mich mit der Materie vertraut zu machen und die Grundelemente der Bildbearbeitung zu erlernen. Das ist nun 3 Jahre her.

Seitdem bearbeitete ich etliche Bilder und erstellte nicht nur Composings für Cosplayer, sondern kreierte unter anderem „realistische“ Pokémon oder stellte eine Szene aus „König der Löwen“ nach.
Im Bereich der Bildbearbeitung hat man folglich keine Grenzen.

Übung macht den Meister

Eine Faszination des Composings ist unter anderem, dass ich häufig zu Beginn eines Bildes gar nicht konkret weiß, was ich eigentlich genau machen möchte. Das entsteht meistens spontan während der Bearbeitung.

Auch der Prozess der Bearbeitung ist dabei immer sehr spannend zu beobachten. Gerade wenn man anfangs noch alle Objekte in das Bild einfügt, passt noch nichts zueinander. Doch wenn man anfängt, Farbe, Licht und Schatten aufeinander abzustimmen, kommt nach und nach dieser Wow-Moment zu Stande. Plötzlich wirkt das Bild wie aus einem Guss.  Doch bis man so weit ist, Licht und Schatten richtig malen zu können, bedarf es viel Übung.

Seitdem ich Composings mache, ertappe ich mich oft dabei, wie ich mich über besonders schöne Lichteffekte in der Natur erfreue. Oft frage ich mich dabei: „Hätte ich das genauso gemalt? Hätte ich jetzt gewusst, dass der Schatten hier genauso fallen würde?“ Leider muss ich mir öfter eingestehen, dass meine ehrliche Antwort „Nein“ gewesen wäre. Somit lernt man nie aus und wird von Bild zu Bild, das man bearbeitet, immer besser.

Es gab auch ein Bild, bei dem ich selbst überrascht war, dass ich es so bearbeiten konnte: eines meiner Lieblingsbücher aus meiner Kindheit ist Dinotopia. Ein Bilderbuch, in dem Dinosaurier und Menschen friedlich miteinander leben. Dabei gab es ein Bild, welches mir besonders gut gefiel und ich unbedingt nachbauen wollte. In diesem waren unter anderem auch zwei Brachiosaurier abgebildet. Dafür nahm ich ein Elefantenbild, schnitt ein Stück seiner Haut aus und verformte es so, dass ich damit den Dinosaurier nachbauen konnte. Auf das Endergebnis bin ich immer noch sehr stolz!

Cosplay & Composing

Doch die größte Faszination des Composings ist die gemeinsame Arbeit mit Cosplayern.

Ciri: leana_cosplay
Sea Serpant Design: forge.of.asteria
Foto: _sionart_

Im Verlauf der letzten Jahre wurde ich vermehrt danach gefragt, ob ich nicht ein Composing für sie oder ihn erstellen kann. Oft wurde mir dabei komplette künstlerische Freiheit überlassen, sodass ich das Bild so bearbeiten konnte, wie ich es mir vorgestellt habe. Das Schönste war dann oft die Reaktion danach: Viele sind unglaublich dankbar und freuen sich sehr über meine Bearbeitung. Diese Reaktion ist für mich dann die beste Bezahlung, da ich weiß, dass ich mich an ihrer Stelle wahrscheinlich genauso gefreut hätte.

Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass eine solche kreative Ader in mir schlummert. Somit kann ich jedem nur ans Herz legen: Auch wenn es anfangs erschlagend wirkt – wer erst einmal die Faszination hinter dem Composing entdeckt hat, wird so schnell nicht mehr davon wegkommen.

Doch um die Faszination zu erwecken, muss man sich natürlich erst einmal damit vertraut machen. Als Programm würde ich Adobe Photoshop empfehlen. Es gibt zwar kostenlose und günstigere Alternativen, sind aber von der Bedienung weniger intuitiv und bieten bei weitem nicht den gleichen Umfang.

Einstieg ins Composing

Als Tutorials kann ich unter anderem die Videos von PIXimperfect empfehlen, da es bei ihm schlicht kein Thema gibt, welches er nicht behandelt.
Wer gerne den gleichen Weg starten möchte, wie ich es getan habe, fängt mit diesem Tutorial an:

Dabei werden Aspekte wie Ausschneiden mittels Masken, Farben, Licht und Schatten geschickt angewandt und sind einfach nachvollziehbar. Danach sind bereits die wichtigsten Aspekte der Bildbearbeitung behandelt und man kann direkt damit beginnen eigene Projekte zu starten.

Natürlich kann man sich auch gern jederzeit bei mir melden, da ich selbst auch persönliche Kurse anbiete und zukünftige Bildbearbeiter gerne fördere.

Wer jedoch keine Zeit, Lust und Muse hat, sich selbst mit dem Thema Composing auseinanderzusetzen, biete ich natürlich auch an, Bilder zu bearbeiten. Schreibt mir einfach gerne dies bezüglich – ich freue mich schon sehr auf zukünftige Kooperationen!

Weitere Beiträge aus der Kategorie “Posing & Fotografie” findest du hier: category/posing-fotografie/

Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos

Mama und Cosplayer? Das geht? 

JA! Keine Frage, es ist anstrengend. Aber mit etwas Unterstützung, Organisation und vor allem Kommunikation geht alles. Als klar wurde, dass bei uns jeweils Nachwuchs ansteht war Jessy und mir von vornherein wichtig, unsere Hobbies und das, was wir lieben zu bewahren.  

Viele Eltern krempeln ihr Leben komplett um, um sich voll und ganz auf ihr Kind zu fokussieren. Hobbies werden auf Eis gelegt und der Alltag verändert sich um 180 Grad. Das muss nichts schlechtes sein, doch ein Teil von einem Selbst legt sich erst mal schlafen und oft wacht dieser nicht mehr auf. Das war zumindest unsere Angst und deswegen haben wir von Anfang an alles gegeben, um immer dabei zu bleiben.  

Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit Jessy geschrieben. Du kennst Jessy noch nicht?
Dann schau unbedingt mal auf ihrem Kanal vorbei: miss.noobster

Im folgenden Beitrag teilen dir Jessy und ich uns unsere Gefühle, Gedanken und vor allem auch Tipps & Tricks mit, wie es trotz „Mama-Sein“ (oder auch Papa-Sein) klappt, weiterhin zu cosplayen.
Sicher, die Prioritäten verschieben sich und Cosplay rückt erst einmal weit nach hinten. Aber warum auf etwas verzichten, das einem Freude bringt? Schließlich ist es wichtig, dass es dir gut geht und du ausgelastet bist, damit du für deine Familie da sein kannst. Me-Time ist wichtig und kann auch organisiert mit Kind – trotz Abstriche – weiterhin erfüllend stattfinden.

Schwanger cosplayen? 

miss.noobster

Vielen werdenden Müttern fällt es schwer sich noch als Cosplayer wohl zu fühlen. Man wird runder und alles wird schwerfälliger. Dadurch verlieren viele die Lust und Motivation. Einige haben teilweise Angst, sich schwanger im Cosplay zu zeigen. Ist man doch ein Magnet für viele Blicke mit der Kugel vorne dran. Ich war auch sehr skeptisch, was mein eigenes Projekt anging, war es doch sehr wenig Stoff obenrum. Doch als Roadhog aus Overwatch hab ich so viel gutes Feedback bekommen, was mich megamäßig gefreut hat. Ich hab es nicht bereut mich hochschwanger in meine Werkstatt zu setzen und mein vorerst letztes größeres Projekt zu craften. 

SajaLyn

Zugegeben, ich war tatsächlich nicht gerne schwanger. Ich hab mich weder besonders toll noch besonders schön gefühlt. Das hat mich aber nicht davon abgehalten noch ein paar coole Projekte umzusetzen! Besonders Jessys Roadhog Cosplay hatte mich damals beeindruckt und mich dazu motiviert weiterhin zu cosplayen.

Zu Beginn habe ich tatsächlich noch Cosplays geshootet, bei denen ich meinen (noch) kleinen Bauch gut verstecken konnte. Ist das Kostüm etwas weiter geschnitten und stellt man sich entsprechend, so kann man seinen Babybauch ganz gut kaschieren.

Wer an Schwangerschaftsfotos denkt, denkt häufig an wallende Kleider oder nackte Babybäuche. Etwas, das so gar nicht meine Welt ist. Schwangere Charaktere zu cosplayen konnte ich mir dahingegen schon vorstellen! Statt Conventions zu besuchen – zum einen aufgrund der Pandemie und zum anderen war ich dafür nicht fit genug – habe ich auf Shootings gesetzt.

Ein neuer Mensch ist da  

miss.noobster

Jetzt beginnt der schwierigere Part. Das Kind beansprucht viel Zeit und man kann sich nicht einfach mal so für 3 Stunden an die Nähmaschine setzen. Doch das ist kein Hindernis, sich trotzdem weiter seinem Hobby zu widmen. Man kann Kompromisse eingehen und sollte sich z.B. auf einfache Projekte stürzen, die nicht viel von einem selbst abverlangen. Ob man jetzt ein Cosplay komplett kauft oder sich etwas aus gebrauchten Sachen zusammen sucht – es ist völlig egal. Es muss Spaß machen und es ist egal woher das Cosplay kommt.  

SajaLyn

Nutze vor allem die Schlaf- und Ruhephasen deines Kindes und besprich dich mit deinem Partner. Du als Mama musst dich nicht immer um alles kümmern. Teilt euch die Aufgaben auf, sprecht klar über Wünsche sowie Ängste. Mir hat es geholfen klar zu kommunizieren, dass ich heute (insofern es die Situation zulässt) gerne etwas für mich tun würde. In dieser Zeit habe ich mich überwiegend ausgeklinkt und mein Partner hat mich erst dann gerufen, wenn es notwendig war. Natürlich sprechen wir hier von eher kleinen Zeitintervallen. Aber man lernt es zu schätzen, wenn man eine Stunde effektiv für sich nutzen kann. Schläft das Kind schon durch und hat einen festen Rhythmus, wird es schon deutlich einfacher und man kann die Me-Time sogar etwas vorausplanen.

Plane in kleinen Schritten, nutze auch kleine Zeitintervalle und vor allem, übernimm dich nicht. Neben Haushalt, Kind und Hobby brauchst du auch Zeit um einfach mal in Ruhe auf der Couch zu sitzen. Nimm dir diese Zeit und steck dir kleine Ziele. So klappt es ganz bestimmt.

Kind und Social Media 

miss.noobster

Es gibt Eltern, die ihre Kiddies direkt einbinden und komplette Cosplays für die Kleinen craften. Schwierig wird es hier beim Thema Social Media. Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig den Nachwuchs zu schützen. Doch das muss jeder für sich entscheiden. Für mich gäbe es nichts Schöneres, wenn mein Kind sich auch für das Thema interessieren würden. Jetzt ist es noch zu früh, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Jedenfalls durfte sie auch schon in ihre erste Rolle schlüpfen, für ein Cosplay von mir. Wir haben uns dazu entschieden, ihr Gesicht nicht öffentlich zu zeigen und doch ist es so eine schöne Serie und gleichzeitig schöne Erinnerung geworden.  

SajaLyn

Social Media ist mittlerweile ein derart fester Bestandteil unserer Leben geworden. Dabei vergessen wir oft, dass man eben nicht alles mit der Öffentlichkeit teilen muss. Du möchtest deine Kinder in dein Shooting oder bei deinem Con-Besuch mit einbinden? Dann mach das!

Vergiss nie, du kannst auch tolle Cosplayfotos mit den Kleinen machen, ohne diese direkt überall posten zu müssen. Fotos für die Erinnerungswand Zuhause oder sogar ein eigenes Fotobuch sind der perfekte Ort für deine Familienfotos im Cosplay.

Möchtest du dennoch unbedingt das tolle Foto online zeigen, kannst du dich noch immer dafür entscheiden dein Kind nur von hinten oder zensiert zu „zeigen“. Wichtig ist, dass du und dein Partner hier auf einer Wellenlänge seid und die Entscheidung gemeinsam tragt.

Lesetipp: Convention mit Kids

Und was ist mit Shootings? 

miss.noobster

Shootings sind ein wichtiger Bestandteil für Cosplayer und gerade am Anfang ist es vielleicht schwer, sich mit anderen Fotografen irgendwo zu treffen. Vor allem wenn die Fahrzeit länger ist. Auch hier gibt es unterschiedliche Wege wie man an seine Fotos kommt. Es ist natürlich auch davon abhängig, wie dein Kind drauf ist. Hier ein paar Tipps für Indoor und Outdoor:

Indoor

Die einfachste Möglichkeit an Fotos zu kommen ist natürlich Zuhause. Ist das Kind noch recht unmobil und man selbst ist sehr gut im Multitasking, kann man sich, mit dem Wurm als neugieriger Zuschauer, fertig machen und selbst ein paar schnelle Schnappschüsse mit Ringlicht & Co. machen. Das Kleine wird Augen machen, wenn das Licht seinen Schatten wirft.
Natürlich kann man auch tagsüber alles vorbereiten und wenn das Kind abends schläft, sich in Ruhe vor die Kamera werfen, während vielleicht der Partner oder ein Fotograf auf den Auslöser drückt. Natürlich immer mit dem Gedanken, kurz mal unterbrechen zu müssen. Ich weiß noch, wie oft wir Treppen hoch und runter rennen mussten – das hält zumindest direkt fit. 😉 

Wird der Stöpsel langsam mobiler, kann man es auch einfach während des Shootings rumwuseln lassen. Kinder finden es super spannend, wenn etwas passiert. Klar stürzt es sich dann auch mal mit vor die Kamera, aber solange man es locker nimmt und dem Kind vielleicht ein paar Dinge erklärt, wird es sicherlich spannend und lustig für alle Beteiligten. Man darf nicht unterschätzen, wie viel Kinder auch schon in den jungen Jahren aufnehmen. 

Outdoor

Draußen sieht es natürlich wieder ganz anders aus. Sind die Würmchen noch klein, ist es kein Problem, sie mal schnell den Kinderwagen zu packen, zur Location zu fahren und dann fix ein paar Fotos zu schießen. Viel kann das Kind nicht machen und sie lieben es, draußen zu sein. Alle bekommen frische Luft und die Großen noch ein paar schöne Fotos oben drauf.

Auch wenn die Kleinen älter werden und ihre ersten Schritte in der Natur hinterlassen, ist es kein Problem, draußen zu shooten. Sucht euch einen sicheren Spot, ohne Straßen, Fallgruben, Flüsse, Seen und ihr habt ein glückliches Kind, das die Natur entdecken kann, während die Eltern ihrem Hobby nachgehen. Natürlich immer mit einem wachsamen Auge! Vielleicht ist auch noch eine dritte Person anwesend, das würde es natürlich noch viiiiel einfacher machen. Das Allerwichtigste für Shootings draußen: Habt immer Snacks und sonstige Verpflegung dabei. Snacks sind die Lebensretter!

SajaLyn

Ich weiß noch wie nervös ich bei meinem ersten richtigen Shooting war. Unsere Kleine war derzeit bei meinen Eltern und wir hatten zur Sicherheit kurz vor Abfahrt noch einmal gestillt. Wir hätten jederzeit super schnell zurückkommen können, dennoch war ich extrem nervös und wollte mich beeilen. So sehr, dass ich beim Shooting gestürzt bin. Es ist zum Glück nichts passiert, aber es zeigt gut, dass man trotzdem Ruhe mitbringen sollte. Sicherlich wird man sich beeilen, weil man weiß wie begrenzt die Zeit sein kann. Aber es bringt nichts sich zu hetzen.

Je nach Aufwand nehmen wir unsere Tochter auch im Kinderwagen zum Shooting mit. Dabei kann es aber gut sein, dass sie irgendwann – auch nach kurzer Zeit – nicht mehr sitzen möchte und sich langweilt. Getränke, Snacks, kleine Bespaßungseinheiten und natürlich auch etwas Eile helfen dabei das Shooting zu meistern. Kann das Kind schon laufen, wäre eine Begleitperson von Vorteil, so können der Krümel und die Begleitperson die Umgebung unsicher machen, während man selbst in Ruhe shootet.

Am besten startest du daher sanft mit kleinen Schritten. Verzichte auf extrem aufwändige Cosplays, bei denen du Stunden benötigst, um dich fertig zu machen. Gibt es eine gute Location, die in der Nähe ist? Super, so kannst du gerade am Anfang auf Abruf bei Problemen schnell zurück sein.

Jedes Kind ist anders und alle paar Wochen ändert sich etwas, von dem man dachte, es wäre aktuelle Rhythmus. Versteif dich also nicht zu sehr auf etwas, das letzte Woche funktioniert hat und es nun nicht mehr tut. Nächste Woche sieht es vermutlich schon wieder ganz anders aus. Sei locker, flexibel und bald bist du für alles gewappnet.

Jeder ist seines Glückes Schmied 

miss.noobster

Es gibt kein Rezept dafür, wie man alles unter einen Hut bekommt. Auf jeden Fall gehört viel Überwindung und wenig Schlaf dazu .😀 Gerade in den ersten Monaten wenn die Kiddies viel Aufmerksamkeit brauchen ist es fast unmöglich, etwas zu schaffen. Aber auch nur fast!

Es wurden viele schöne Erinnerungen geschaffen und ich bin unfassbar stolz auf das, was wir Zuhause erreicht haben und auch sehr dankbar, dass mein Ehemann mich unterstützt, egal um was es geht. Ich hoffe sehr, dass diese Zeilen denen, die Kinder haben oder in Zukunft welche wollen, etwas Mut machen können. 

Long Story short – Tipps und Tricks für deinen Alltag:

  • Gönn dir kleine Pausen, wenn es zu viel wird.
  • Sei entspannt und setze dich nicht unnötig unter Druck.
  • Setze dir kleine erreichbare Ziele.
  • Zerlege große Aufgaben in kleine übersichtliche Arbeitsschritte.
  • Du musst nicht alles an einem Tag schaffen.
  • Bereite deinen Arbeitsbereich soweit möglich vor, sodass du dann direkt durchstarten kannst.
  • Arbeite mit To-Do-Listen.
  • Mache Vinted & Co. zu deinen Freunden.
  • Halte beim täglichen Spaziergang die Augen nach neuen Spots offen.
  • Binde Freunde & Familie ein und frage nach Unterstützung.
  • Und das Wichtigste: Mach dir selbst keinen Druck, du bist Mama! 😉

Weitere Beiträge aus der Kategorie “Kinder & Cosplay” findest du hier: 
category/kinder-cosplay/

Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos


Diese Bücher habe ich geschrieben:
sajalyn.com/buch

Besuche meinen etsy Shop:
shop/Sajalyn


Meine aktuellen Workshops & Jobs findest du hier:
sajalyn.com/workshop