Making of: Sally – The Nightmare Before Christmas

[Werbung] Wusstest du, dass Sally aus the Nightmare Before Christmas eines meiner ersten Cosplays war? Tatsächlich auch mein erstes Nähprojekt jemals.

Damals habe ich mir noch kein vollwertiges Nähprojekt zugetraut, weshalb ich einfach ein Faschingskostüm fürs Upcycling genutzt habe. Ich saß zum ersten Mal ganz alleine an einer Nähmaschine und leider habe ich erst zum Schluss bemerkt, dass etwas nicht gestimmt hatte. So sah das Cosplay von außen ganz hui, von innen aber wirklich eher pfui aus. Gehalten hat aber trotzdem alles.

10 Jahre später sieht es selbstverständlich anders aus. Mein damaliges Cosplay besitze ich schon lange nicht mehr, aber die Idee Sally erneut zu cosplayen geisterte regelmäßig in meinem Kopf umher. Umso mehr freue ich mich, dass mich Hans Textil-Shop beim Making of meines neuen Cosplays mit tollen Stoffen unterstützt hat und ich so endlich das geplante Glow-up in Angriff nehmen konnte!

Planung und Vorbereitung – Schnittmuster und Stoffe

Wenn ich Cosplays selber mache, dann denke ich mich stets ein wenig in den Charakter hinein. So kann ich bei meiner Gestaltung einbeziehen, warum oder zu welchem Anlass der Charakter ein Outfit trägt, welche Stoffe authentisch wirken könnten und welche Details für mich stimmig sind. Ich versuche also den Kontext des Charakters zu berücksichtigen und in meine Umsetzung einfließen zu lassen. Natürlich spielt dabei die eigene Interpretation eine zentrale Rolle.

Ich bin ein großer Fan von Leinenstoff. Ich mag die Struktur, die Haptik und wie der Stoff fällt. Leinen ist ein hochwertiger Stoff, welcher vielleicht eher weniger für eine Flickenpuppe, wie Sally aus The Nightmare Before Christmas sie ist, verwendet werden würde. Sallys Kleid wurde aus vielen unterschiedlichen Stoffen „zusammengeflickt“. Auch sitzt Sallys Kleid nicht perfekt, sondern ist teils schief oder verzogen. Die vielen unterschiedlichen Farben und Muster bringen zudem Struktur und Abwechslung ins Spiel.

Anstatt mit vielen unterschiedlichen Stoffen zu arbeiten, was eine logische Wahl für Sally gewesen wäre, habe ich mich aufgrund der Struktur für Leinen entschieden. Ich habe ausschließlich Leinen, in unterschiedlichen Farben, bestellt und diesen anschließend entsprechend vorbereitet. Dazu aber später mehr.

Tollen Leinenstoff für dein nächstes Cosplay findest du bei Hans Textil-Shop.

Schnittmuster angepasst

Vor einigen Jahren habe ich mir das Schnittmuster von Simplicity zu „The Nightmare Before Christmas“ gekauft. Leider handelt es sich bei diesem Schnittmuster um einen sehr einfachen Schnitt (ausgelegt für ein schlichtes Jerseykleid), welcher das Flickendesign von Sally nicht berücksichtigt. Trotzdem wollte ich das Schnittmuster nutzen und habe ein Kleid aus weißem Stoff zur Probe genäht.

Leinen ist nicht dehnbar. Deshalb habe ich bei der Wahl des Probestoffs darauf geachtet, ebenfalls einen nicht dehnbaren Stoff zu verwenden. Da das Probekleid gut gepasst hat und ein Verschluss nicht notwendig war – man kann das Kleid einfach über den Kopf ziehen – habe ich dieses als Basis für das neue Schnittmuster genutzt.

Bevor ich das weiße Kleid als Schnittmuster verwenden konnte, musste ich natürlich noch die Flicken bzw. unterschiedlichen Stoffe, aus denen das Flickenkleid besteht, einzeichnen.

Es gibt unzählige Darstellungen von Sally aus The Nightmare Before Christmas, welches man als Vorlage für ein Cosplay nutzen kann. Allerdings ist bei beinahe jeder dieser Figuren oder Zeichnungen das Kleid auf unterschiedliche Weise umgesetzt. Farben, Muster und Passform weichen bei fast jeder Umsetzung voneinander ab.

Nachdem ich meine Referenzbilder miteinander verglichen hatte, habe ich mich für ein Konzept entschieden. Einige Teile des Kostüms habe ich bestimmten Referenzen nachempfunden, andere hingegen habe ich frei interpretiert. Grundsätzlich wollte ich dieses Mal weniger knallige Farben nutzen, das Kostüm weathern und auf eine etwas schlechtere Passform achten. Ironisch, wenn man bedenkt, dass man sonst versucht eine möglichst perfekte Passform zu kreieren.

Nachdem dann alle Details – wie Form, Muster und Farbe der Flicken – auf dem weißen Probekleid eingezeichnet waren, konnte es losgehen.

Stück für Stück – Flicken für Flicken

Wenn ich mir üblicherweise ein Cosplay nähe, dann bereite ich zunächst das Schnittmuster vor. Anschließend schneide ich alle Teile des Schnittmusters aus, übertrage die Teile auf dem zu vernähenden Stoff und schneide diesen zu, sodass ich die einzelnen Teile des Kostüms nur noch zusammennähen muss.

Da das Schnittmuster aufgrund der Flicken etwas komplexer wurde, habe ich mich Stück für Stück herangetastet. Anstatt also alle Teile auf einmal auszuschneiden, habe ich mich von unten nach oben, Flicken für Flicken, vorgearbeitet – um den Überblick nicht zu verlieren.

Ich habe den ersten Flicken aus dem Problekleid herausgeschnitten und dieses Teil dann auf Leinen übertragen. Beim Übertragen habe ich darauf geachtet eine Nahtzugabe hinzuzufügen. Für den Zuschnitt habe ich eine Zackenschere genutzt, welche das starke Ausfransen von Stoff verhindern soll.

Sally ist eine Flickenpuppe, die mehr oder weniger liebevoll und mit mehr oder weniger Geschick zusammengenäht wurde. Entsprechend wollte ich diesen Zustand bei der Verarbeitung berücksichtigen und habe auf die sauberen Nähte einer Overlock verzichtet.

Mit dieser Methode habe ich mich also Flicken für Flicken vorgearbeitet, bis das Kleid fertig war. Ich habe einen Flicken vorbereitet und dann an den benachbarten, bereits fertigen Flicken, angenäht. Hatte ich einmal den Überblick verloren, konnte ich die fertigen Flicken, wie bei einem Puzzle, an mein Probekleid anlegen und mich neu orientieren.

Flicken vorbereiten – Muster zaubern

Da beinahe jeder Flicken auf Sallys Kleid aus unterschiedlichem Stoff besteht, musste ich die jeweiligen Stoffstücke entsprechend modifizieren. Enge Zickzacknähte, Doppelöhr-Nadeln, als auch der Freihandstickfuß meiner Nähmaschine kamen hierbei zum Einsatz. Je nach Stoff oder Muster konnte auch eine Stabilisierung des Stoffs durch Stickvlies notwendig werden.

Um Streifen oder „Punkte“ auf Stoff zu zaubern, habe ich mit engen Zickzackstichen gearbeitet. Für Karo-Muster oder einfache Linien, habe ich eine Doppelöhr-Nadel genutzt, um die Nähte sichtbarer zu machen. Bei Bedarf habe ich dieselbe Naht doppelt genäht, um den Effekt zu verstärken.

Freihandsticken an der Nähmaschine – Nähmalen

Für die geschwungenen Muster auf dem oberen Teil von Sallys Kleid, kam dann der Freihandstickfuß zum Einsatz. Um tatsächlich auch Freihandsticken bzw. an der Nähmaschine „malen“ zu können, muss der Stoff stabilisiert (z.B. durch Stickvlies) und der Transporteur der Nähmaschine versenkt werden. Danach bedarf es etwas an Übung, um die vorgezeichneten Linien zu sticken, bzw. nachzumalen.

Da es zu The Nightmare Before Christmas und generell zu Tim Burtons Stil passt, durften die Linien etwas ausschweifend und wenig genau werden. Nachdem ich mich für das Cosplay zum ersten Mal am Freihandsticken gewagt habe, war es äußerst praktisch, dass das Design nicht perfekt werden musste!

Als ich mit dem Cosplay fast fertig war, habe ich die gestickten Linien zusätzlich mit Stopfwolle per Hand nachgestickt, um die Wirkung des Musters zu verstärken.

Flicken auf Flicken und Kreativ-Vlies als Helfer

Was wäre ein Flickenkleid ohne kleinere „echte“ Flicken? Richtig, keine runde Sache. Neben den eigentlichen Flicken des Kleides, musste ich also noch ein paar kleinere Flicken vorbereiten, welche auf den großen Flicken festgenäht wurden.

Damit der Flicken nicht zu ordentlich aussehen würde, habe ich einen Zickzackstich genutzt, um den Flicken zu fixieren. Während des Nähens habe ich den Stich in Länge und Breite alterniert, um die Naht weniger maschinell wirken zu lassen.

Für einen großen Flicken benötigte ich noch runde Kreise, welche Bestandteil des Musters sein sollten. Ursprünglich wollte ich sie demnach nicht einfach nur annähen, weswegen ich zum Kreativ-Vlies von Prym gegriffen habe.

Das Vlies wird auf Stoff aufgebügelt, anschließend wird die gewünschte Form ausgeschnitten und die Folie des Vlies abgezogen.

Der mit dem Vlies vorbereitete Stoff wird auf den Wunschuntergrund mit Hilfe eines feuchten Tuchs aufgebügelt. In meinem Fall habe ich also Kreise aus grauem Leinen ausgeschnitten, entsprechend vorbereitet und auf gelben Leinen angebracht. Letztendlich habe ich dann doch einen engen Zickzackstich genutzt, um die Kreise zusätzlich zu fixieren und die Ränder schöner zu verarbeiten.

Feinschliff & Details

Nachdem alle Teile erfolgreich zusammengenäht und die Nähte sorgsam auseinander gebügelt wurden, wurde es Zeit für den Feinschliff.

Um den Eindruck zu verstärken, dass das Kleid aus vielen verschiedenen Flicken zusammengewürfelt und geflickt wurde, habe ich die Verbindungsstellen mit einem Zickzackstich vernäht. Weniger um die Verbindungsstellen zu fixieren, sondern viel mehr, um den Look des Flickenkleids zu vervollständigen.

Da das Kleid doch noch zu ordentlich aussah, habe ich damit begonnen kleinere Falten einzunähen. Außerdem habe ich auch hier die Zickzacknaht in Länge und Breite verändert, um den Stich ungleichmäßiger wirken zu lassen.

Ursprünglich wollte ich außerdem Kragen und Säume ausgefranst und unbearbeitet lassen. Da das Leinen doch etwas stärker fusselt, habe ich die ausgefransten Ränder grob mit einem Zickzackstich eingefasst, um das Ausfransen unter Kontrolle zu halten.

Bevor die letzten Ziernähte per Hand angebracht wurden, habe ich das Cosplay künstlich altern lassen. Warum? So sind beim Weatheringprozess keine Nähte im Weg und jede Stelle des Kostüms ist problemlos erreichbar.

Weathering

Um die Farben des Kleides noch mehr an meine Vision anzupassen, wurde das Kleid in schwarzen Tee eingelegt, um das Leinen abzutönen. Die Färbung mit Tee ist nicht permanent und gelingt je nach Stoff und Farbe auch nur zu einem bestimmten Grad. Besonders Stoffe, die häufig gewaschen werden, sind nicht unbedingt dafür geeignet, um mit Tee gefärbt zu werden.

Nach dem erfolgreichen Bad im Tee, war dann die Färbung mit Acrylfarbe an der Reihe. Sofern möglich, färbe ich bevorzugt mit Stofffarbe. Leider musste ich aber bei einem anderen Projekt, bei dem ich Leinen bemalt habe, feststellen, dass die Farbe nicht fixiert werden konnte. Daher habe ich dieses Mal direkt zu Acrylfarbe gegriffen.

Um die Farbe für den Stoff geeigneter zu machen, habe ich der Acrylfarbe ein Textilmedium hinzugefügt. Ehrlicherweise konnte ich das Medium noch nicht testen, um bewerten zu können, inwiefern sich die Verwendung lohnt. Beim Färben mit Acrylfarbe auf Stoff sollte man aber definitiv bedenken, dass der Stoff dadurch steifer werden kann. Besonders, wenn viel Farbe und verhältnismäßig wenig Wasser im Spiel ist.

Nachdem die Färbung getrocknet war, konnten nun auch die letzten Ziernähte angebracht werden. Hierfür habe ich mit einer Nadel Wollfäden durch den Stoff gezogen, um so den berüchtigten Flickenlook zu finalisieren.

Abgerundet wurde das Kostüm am Ende noch mit einer passenden Perücke, selbst gehäkelten Stulpen und Bodypaint, sowie farblich passenden Strümpfen und Handschuhen.

Ich bin mit dem neuen Look wirklich zufrieden und freue mich riesig, dass ich nach all den Jahren Sally erneut cosplayen konnte. Und dieses Mal kann ich sogar sagen, dass ich das Cosplay selbst gemacht habe!

Vielen Dank an Patricia von Hans Textil-Shop, ohne die ich das Cosplay vermutlich erst in 2026 oder 2027 umgesetzt hätte.

Das Cosplay in Aktion

Unterschiedliche Bearbeitungsstile

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Making of: Barbie – Barbie Movie 2023

Barbie von Mattel war eines meiner Lieblingsspielzeuge aus meiner Kindheit. Immer wieder wollte ich Barbie auch cosplayen, aber hatte noch nicht die richtige Puppe für mich gefunden. Mit dem Filmrelease von Barbie in 2023 mit Ryan Gosling und Margot Robbie war es dann aber soweit!

Es gab so einige Outfits, die mich ansprachen, aber besonders toll fand ich das rosafarbene Vichy-Karo-Kleid welches sie zu Beginn des Films trägt. Zunächst habe ich mir das Cosplay gekauft, war aber dann nicht ganz so glücklich damit. Also habe ich mich an die Nähmaschine gesetzt und das Kostüm selbst genäht!

Zur Probe – Probeschnitt

Für das Kleid habe ich mir ein Schnittmuster bei Amazon bestellt und dieses dann mit dem Schnitt der Cosplayerin Lunneth kombiniert. Inzwischen bietet Lunneth aber auch das Schnittmuster zum Kleid an und eine Kombination von Schnitten ist nun nicht mehr notwendig.

Da ich zwei unterschiedliche Schnittmuster kombinieren musste, sitzen die Rocknähte nicht perfekt auf den Seitennähten des Oberteils. Da aber der Gürtel den Übergang verdeckt, fällt dies nicht zu sehr ins Gewicht.

Schnell genähtes Probekleid mit Rocktaschen und Crinoline. Rocktaschen und Crinoline habe ich für das finale Kleid nicht übernommen.

Der Probeschnitt dient nicht nur zum Kennenlernen des Schnittmusters, sondern auch zum Austesten von möglichen Features. Ich konnte an meinem Probekleid sehr gut sehen, was ich für das finale Kleid ändern wollte, nicht übernehmen wollte und wo eventuelle Probleme auftauchen könnten. Ab hier ging der Prozess dann super schnell!

Ab an die Nähmaschine

Das Schnittmuster inkl. Änderungen habe ich dann für den eigentlichen Stoff, welchen ich auf etsy bestellt habe, übernommen. Nachdem ich alle Schnitteile vorbereitet hatte, hab ich mich zunächst an den Rock mit Kellerfalten gesetzt. Hier habe ich nicht zu sehr auf den korrekten Verlauf des Musters geachtet. Wenn man hier sehr akkurat arbeiten möchte, empfiehlt es sich alle Schnitteile einzeln und nicht in doppelter Stofflage zuzuschneiden..

Die Markierungen habe ich knapp am Rand mit dem Trickmarker von Prym übertragen. Gemäß der Anleitung sollen nun die eingezeichneten Linien / Kanten in Pfeilrichtung aufeinander treffen. Klingt komplizierter als es ist. Die gezeichneten Linien, die nun übereinander liegen, habe ich senkrecht mit einer kurzen Naht fixiert. Anschließend habe ich die entstehenden Schlaufen zur Seite gebügelt.

Danach habe ich die Einzelteile des Rocks zusammengenäht, mit anschließend mit der Overlock versäubert und die Nähte auseinander gebügelt.

Das Oberteil war schnell versäubert und zusammengesetzt. Beim Kragen habe ich den Beleg (ohne Vlieseline) senkrecht an den Seitennähten fixiert, damit dieser nicht dauernd nach oben klappt. Die Naht ist sehr dezent und da sie in der eigentlichen Seitennaht liegt, fällt es noch weniger auf. 

Den Beleg des Halsausschnitts habe ich nicht festgesteppt, da mir das beim Probestück nicht gefallen hatte. Außerdem habe ich den Beleg mittig mit einem einzigen dezenten Stich, sodass man ihn auf der rechten Stoffseite nicht sofort sieht, fixiert.

Collage oben: fixierter Gürtel
Collage unten: fixierter Beleg

Kleinere Probleme

Beim Zusammenführen von Rock und Oberteil ist dann ein Problem aufgefallen: Der Rock ist zwar genauso breit wie das Oberteil, aber die Außenseiten enden falsch, sodass ich den Reißverschluss so nicht hätte einnähen können. Da ich hier anders als beim Probeschnitt gearbeitet und mit den Änderungen kein neues Probekleid angefertigt hatte, war das Problem für mich neu. Da es aber inzwischen einen vollständigen Schnitt vom Kleid gibt, kannst du dieses Problem sehr einfach umgehen.

Also habe ich die jeweiligen äußeren Falten geöffnet und neu platziert, damit die äußeren Kanten auch in einer Linie verlaufen und der Reißverschluss eingesetzt werden kann. Danach habe ich die Mitte des Oberteils und die Mitte des Rocks ermittelt und beide Teile miteinander vernäht.

Der Reißverschluss hat mich einiges an Nerven gekostet. Da ich in der Vergangenheit schon erfolgreich und relativ problemlos Reißverschlüsse eingenäht habe, kann ich dir gar nicht sagen, ob der Stoff oder der Reißverschluss an sich zickig war. Beim Progress bin ich dann auf eine hilfreiche Anleitung auf YouTube gestoßen, die vielleicht auch für dich interessant sein könnte.

Ein mit Perlen besetzter Gürtel

Für den Gürtel habe ich ebenfalls ein Schnittteil aus dem Schnittmuster von Lunneth verwendet. Besonders hier sieht man, wie wichtig Bügeln beim Nähen sein kann. Ganz glücklich war ich mit dem Gürtel nicht, denn da er aus zwei Schnittteilen besteht, hat er auch zwei Seitennähte. Besonders bei dem von mir verwendeten Stoff war es schwierig diesen so zu bügeln, dass alles korrekt aufeinander liegt und sich auf jeder Seite eine schöne Kante ergibt.

Dennoch habe ich den Gürtel erst einmal mit Druckknöpfen und Perlen fertiggestellt. Beim Annähen der Druckknöpfe habe ich darauf geachtet immer nur in die rückwärtige Lage Stoff einzustechen. Mein erster Gürtel fällt recht knapp aus und schließt daher hinten nicht optimal. Beim Zuschnitt habe ich bereits die Breite vergrößert, aber hatte nicht vermutet, dass der Gürtel für meine Zwecke zu knapp ausfallen könnte.

Deshalb habe ich mir die Zeit genommen, einen neuen Gürtel aus einem einfachen Rechteck zu nähen und die Länge anzupassen. Dieses Mal auch ohne Kurve im Stoff, um mit nur einer einzigen Naht zu arbeiten. Je nach Tagesform kann ich nun auf den etwas engen oder den lockeren Gürtel zurückgreifen. Für Shootings ist der engere Gürtel etwas schöner anzusehen und für einen Tag auf der Convention ist der rechteckige Gürtel etwas bequemer.

Um den Gürtel für mehr Tragekomfort zu fixieren habe ich ihn per Hand mit ein paar dezenten Stichen direkt am Kleid festgenäht.

Accessoires

Zum Abschluss fehlen nur noch die passenden Accessoires zum Cosplay, wie in etwa die Haarschleife, Ohrringe und Kette. Die Haarschleife habe gemäß Lunneths Schnittmuster genäht. Die Haarklammer, die ich beim ersten Versuch mit Heißkleber befestigt habe, hat zwar gut in den Haaren gehalten, war aber leider etwas zu dick. Daher stand die Schleife etwas zu sehr vom Kopf weg. Also habe ich die Spange mit einer Krokodilklammer ersetzt.

Für den Schmuck meines Cosplays habe ich zunächst erst ein paar ähnlich anmutende Ketten und Ohrringe bestellt, aber leider war ich mit keinen der Teile so richtig happy. Dann habe ich den Schmuck mit Worbla Deco Art selbst angefertigt. Das Thermoplast hatte ich bereits Zuhause, fehlte nur noch eine passende Silikonform

Das Deco Art kann man ganz einfach mit dem Heißluftföhn erhitzen. Am besten nutzt man als Unterlage Backpapier. Da das Deco Art aus einzelnen kleinen Kügelchen besteht, kann es beim erhitzen sonst wegrollen. Besser ist es, das Backpapier zu einer Schale zu rollen oder eben dieses in ein Schälchen zu platzieren.

Sobald das Worbla durchsichtig ist, kann man es formen. Achtung, das Material ist super heiß! Am besten befeuchtet man die Finger mit Wasser, dann kann man sich nicht verbrennen und auch das Worbla schöner formen! Die vermengte Masse habe ich dann in die Form gepresst und ausgestrichen. Am besten hat es funktioniert, wenn ich direkt auf die korrekte Menge geachtet und überschüssiges Material entfernt habe.

Sobald die Form fast fest ist, kannst du sie vorsichtig entnommen und den Vorgang wiederholen, bis du die gewünschte Menge hast. Sobald das Deco Art komplett weiß ist, ist es durchgetrocknet und richtig fest. Zum Abschluss habe ich die Blumen mit Acrylfarbe bemalt und mit einem Klarlack besprüht, um die Farbe zu fixieren.

Für die Kette habe ich zwei Anläufe benötigt. Bei der ersten Version hatte ich mit Heißkleber gearbeitet, welcher leider nicht gut funkioniert hat. In der finalen Variante, habe ich die Blumen auf einen dünnen flexiblen Draht aufgefädelt. Hierzu musste ich vorab ein Loch in die Blüte bohren und eine Halterung anbringen.

Für die Ohrringe habe ich zwei Varianten angefertigt. Bei der ersten Version habe ich die Blüten mit Heißkleber in der Sandwich-Methode aneinander geklebt. Für die zweite Variante habe ich, wie bei der Kette, Halterungen in die Blüten gebohrt. Die Rückseite bei der zweiten Version (linke Seite) ist dabei blank.

Ganz zum Schluss habe ich die Blüten noch einmal mit einer Schutzschicht aus klarer Acrylfarbe, welche wasserabweisend sein soll, bemalt.

Barbie im Selfie Museum

Natürlich dürfen die passenden Fotos zum Cosplay auch nicht fehlen! Dafür bin ich gemeinsam mit meiner Freundin Sky in ein Selfie Museum gefahren und haben uns dort gegenseitig fotografiert. Anschließend habe ich die Fotos gesichtet und bearbeitet. Es wurde wunderbar pink! Ich hoffe, sie gefallen dir.

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Making of: Flora Magix Flügel – Winx Club

Schon lange hat es mich gereizt, einmal ein Paar Feenflügel zu basteln. Als ich dann mein Flora Cosplay Second Hand erstanden hatte, war es endlich soweit.

Floras Flügel sind relativ simpel und von daher ein super Einsteigerprojekt. Tatsächlich sind dies auch die ersten Flügel, die ich je gemacht habe. Daher konnte ich bei diesem Projekt viel lernen und darauf aufbauen.

Das vollständige Tutorial inklusive Anweisungen findest du im unten stehenden Video. Ton an!

Verwendete Materialien

  • 2mm Aludraht
  • Organza (pro Flügel in etwa 30 x 60 cm)
  • Uhu Alleskleber Extra
  • Heißkleber
  • Schrägband
  • Moosgummi (optional)
  • Pattern

Für drei einzelne Flügel (keine Paare) und eine Halterung habe ich insgesamt 6 Meter Schrägband benötigt. Zu empfehlen wäre ein stärkerer Draht (bspw. Stahldraht), um noch stabilere Flügel zu erhalten. Besonders, wenn du größere oder komplexere Flügel gestalten möchtest.

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Making of: Alice Madness Returns Cosplay – Classic Dress

Oh, es gab schon lange kein „Making of“ mehr.. da wird es aber Zeit!
Wenn du zu meinen Patrons auf Patreon gehörst, konntest du das detaillierte Making of, inkl. Maßangaben und Produktlinks, zu meinem neuen Alice Madness Returns Cosplay bereits im Mai 2022 als Schritt für Schritt Tutorial verfolgen. Jetzt möchte ich den groben Progress für dich auch hier auf meinem Blog festhalten.

Alice aus Alice Madness Returns im Classic Dress habe ich 2015 zum ersten Mal gecosplayed. Damals habe ich das blaue Kleid zusammen mit meiner Mutter aus einem Standard-Baumwollstoff angefertigt. Den damaligen Schädel (Hollow Yves) habe ich aus Fimo recht klein und naja.. nicht so schön angefertigt. Deshalb hatte ich mir dann über etsy einen schöneren Totenschädel gekauft.

Da ich das Kleid mitsamt Strümpfen, Schädel, Perücke und Schuhen vor ein paar Jahren verkauft hatte, musste ich, bis auf Omega und Klinge, alles andere neu machen oder erneut besorgen.

Ein blaues Kleid für Alice Liddell

Der Schnitt

Dann lass uns mal mit dem Alice Madness Returns Cosplay loslegen!
Analog zu meinem ersten Versuch damals, arbeitete ich mit einem Schnittmuster aus einem Schnittmusterbuch zu Kleidern. Das schöne an diesem Buch ist, dass man aus beliebigen Schnittmustern zu Oberteilen und Schnittmustern zu Röcken, sowie Ärmel und Kragen, sich sein Wunschkleid zusammensetzen kann. Leider ist das Buch aber nicht mehr regulär erhältlich.

Für das Oberteil wählte ich das gleiche Schnittmuster wie damals. Dieses Mal musste ich allerdings ein paar Korrekturen vornehmen, denn bereits damals saß das Oberteil nicht perfekt und in der Zwischenzeit hat sich auch mein Körperbau verschoben.

Vorab gab es insgesamt drei Oberteile zur Probe, bis das Stück so saß, dass ich zufrieden war. Das angepasste Schnittmuster wurde nun noch mit passenden Belegen für einen sauberen Halsausschnitt ergänzt.

Für die Ärmel nutzte ich das Schnittmuster zu „Capärmel“ aus meinem Buch und vergrößerte diese, um dezente Puffärmel zu erhalten. Der Rock wurde ein halber Tellerrock mit Taschen. Schlicht, aber schön, ganz so wie ich es mag.

Ran an die Nähmaschine

Nach dem Versäubern ging es dann auch schon direkt an die Nähmaschine. Nach Anleitung setzte ich die einzelnen Teile zusammen, platzierte die eingeplanten Abnäher und besserte hier und da noch die Passform spontan aus.

Die Belege wurden vorab noch mit Vlieseline verstärkt, bevor sie in den Kragen eingesetzt wurden. Belege sorgen für einen sauberen Kantenabschluss ohne Verrutschen.
Die Puffärmel wurden vorab gekräuselt und erhielten durch ein weiteres längliches Stoffstück eine schöne Abschlusskante.

Auch der Tellerrock wurde an der Taille gerafft, bevor Oberteil und Rock zusammengenäht wurden. Nachdem Beleg und Ärmel am Oberteil und dann das vollständige Oberteil am Rock angebracht waren, wurde die noch offene Naht geschlossen, der Reißverschluss mit Hilfe eines speziellen Reißverschlussfußes eingearbeitet und der Rock gesäumt. Beim Säumen des Rocks fasste ich auch gleich das bestellte Spitzenband mit.

Die Schürze

Für die Schürze des Alice Madness Returns Cosplays arbeitete ich frei Schnauze ohne Schnittmuster bzw. nutzte das vorhandene Schnittmuster des Oberteils, um zumindest den oberen Teil davon abzuwandeln. Natürlich gab es auch hier einen Probeschnitt, um die Passform zu prüfen und eventuelle Anpassungen gleich im Vorfeld machen zu können. Das Oberteil der Schürze wurde also im Prinzip eine schmalere Variante zum Kleidoberteil.

Für einen gepflegten Halsausschnitt arbeite ich hier ebenfalls mit Belegen, welche ich dann im Anschluss etwas kürzte, da der Stoff leicht durchsichtig war.

Das Unterteil der Schürze, also die eigentliche Schürze, nähte ich aus einem Rechteck, welches ich nach Gefühl passend zum Kleid anfertigte. Der Teil des Rechtecks, welcher am Oberteil festgenäht wurde, wurde auf dessen Breite gerafft.
Die Schleife am Rücken entstand ebenfalls aus einem Rechteck, wobei dieses vorher noch mit Vlieseline für einen besseren Stand verstärkt wurde.

Nachdem alle Bänder angebracht, die Passform durch Abnäher am Rücken optimiert und die Druckknöpfe zum Öffnen und Schließen der Schürze angebracht waren, fixierte ich die Schleife mit einer dezenten Handnaht links und rechts am Rückenteil. So war ein stabiler Stand der Schleife garantiert.

Das Schnittmuster zu den Schürzentaschen malte ich frei Hand. Damit die Größe der Symbole sowie die Größe der Taschen zum Kleid bzw. zur Schürze passten, glich ich den Prototypen aus Papier mit dem bereits fertig gestellten Kostüm ab. So konnte ich ganz einfach Größe und Form im Vorfeld optimieren.

Die Symbole für „Eris“ und „Jupiter“ stickte ich per Hand auf die Taschen. Anschließend wurden die Taschen mit Vlieseline verstärkt und per Nähmaschine auf die Schürze genäht.

Hollow Yves

Nun fehlte nur noch der Totenschädel, welcher an der Schleife der Schürze meines Alice Madness Returns Cosplays seinen Platz finden würde.
Da ich bei meiner damaligen Umsetzung aus Fimo nicht sehr zufrieden war, probierte ich es dieses Mal mit Foam Clay.

Den fertig getrockneten Schädel bemalte ich dann mit meiner Airbrush und fixierte diesen per magnetischen Druckknopf am Kleid. Später tauschte ich die magnetische Halterung gegen eine klassische Broschenhalterung aus.

Materialien

Mein Stoffverbrauch für das Alice Madness Returns Cosplay lag in etwa bei 2,5 Meter blauer Leinen für das Kleid und etwas weniger als 3 Meter Spitze. Der Reißverschluss für das Kleid hatte eine Länge von 60cm. Für die Schürze benötigte ich in etwa 1 Meter weißen Leinen.

Außerdem verwendete ich 2 ca. 15mm große Druckknöpfe, etwas Foam Clay und eine Broschenhalterung.

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Making of: Tira – Soul Calibur IV Cosplay

„Jetzt oder nie!“ – so lautet wohl mein Leitspruch für die meisten meiner Traumcosplays. Nachdem ich Anfang des Jahres einen richtigen Lauf beim Cosworken hatte und mein Traumprojekt Aschenbrödel in die Tat umsetzte, beschloss ich, direkt weiterzumachen.
Letztendlich kam mir Corona und damit Projekte mit höherer Priorität (Kooperationen, mein Buch, mein Kalender…), sowie teilweise ein kleiner Motivationsverlust in die Quere. Dadurch zog sich mein „Jetzt oder nie – Tira Projekt“ etwas in die Länge. Dazu kam, dass ich aufgrund der Corona Krise viel auf vorhandenes Material zurückgreifen musste und nicht wie geplant beliebig Wunschmaterialien kaufen und verwenden konnte.
Anstatt also im Mai 2020 für die Dokomi damit fertig zu sein, war ich dann im Oktober 2020 fertig und konnte es immerhin noch bei einigermaßen angenehmen Temperaturen shooten.

Meinen Progress habe ich überwiegend durchgängig dokumentiert und möchte ihn dir natürlich nicht vorenthalten. Denn wer weiß, vielleicht kannst du etwas aus meinen Methoden lernen und sei es nur, dass du dir sagst: So werde ich es nicht machen. 😉

Der rote Anzug

Schnittmustererstellung

Da ich bei diesem Kostümdesign leider nicht auf vorhandene Schnittmuster zurückgreifen konnte, wurde es an der Zeit, ein eigenes zusammenzuschustern. Ich bat also Philipp mich zunächst einmal komplett in Frischhaltefolie einzuwickeln und anschließend mit Tape abzukleben. Anschließend wurde ich entsprechend des Kostümdesigns beschriftet, bemalt und aus dem Kokon herausgeschnitten.

Nachdem ich diese Art der Schnittmustererstellung eher selten nutze, beschloss ich den Schnitt mit einem alten Stoff zu testen. Anhand des Tests konnte ich dann einige Optimierungen am Schnitt vornehmen.

Die Basis

Nachdem der Schnitt soweit stand, ging es auch schon an die Umsetzung. Für das Kostüm entschied ich mich für einen roten One-Way-Stretch-Cordstoff. Wie gut, dass ich immer ausreichend Stoff kaufe, um auch eventuelle Fehler ausbügeln zu können. So auch hier. Denn als ich das erste Schnittteil ausschnitt, stellte ich fest, dass der Cordstoff nur in eine Richtung „streichbar“ ist. Kurzerhand entschloss ich also das Kostüm doppellagig zu nähen, um so meinen Fehler auszubessern. Nicht nur deswegen war dies eine gute Entscheidung, sondern auch, da nach Fertigstellung oftmals auch die Innenseite des Kostüms zu sehen sein würde.

Streifen und Verzierungen

Mit rotem Cordstoff allein war es allerdings noch nicht getan. Tiras Anzug weist leichte Streifen und andere Verzierungen auf. Nach langer Überlegung beschloss ich, es mit einem engen Zick-Zack-Stich mit „Knopflochlänge“ zu versuchen. Als Fadenfarbe wählte ich ein helles Beige, welches sich gut vom roten Stoff abheben würde.

Die Streifen und Verzierungen zeichnete ich mit Schneiderkreide vor, sodass ich beim Nähen nur noch den Markierungen folgen musste. Einige Rollen beiger Nähfaden später, war es dann auch schon geschafft. Anschließend versäuberte ich die Schnittteile mit meiner Overlock, um unnötiges Ausfransen zu verhindern. Natürlich kannst du die Ränder der Schnitteile auch mit einem einfachen Zick-Zack-Stich deiner Nähmaschine einfassen.

Einzelnes gehört zusammen

Nachdem auch dieses Stück Arbeit erledigt war, nähte ich die einzelnen Teile entsprechend meiner Schnittmusterkonstruktion zusammen.

Des Weiteren befestigte ich auch gleich das türkisfarbene Federband am Saum der Hosenbeine. Das türkise Federband (bestellt auf Wish) musste ich doppelt nehmen, um die gewünschte Dichte zu erhalten. Ich nähte das Band erst an das Hosenbein, nachdem dieses schon zusammengesetzt war. Einfacher wäre es gewesen, hätte ich das Band angebracht, bevor das Hosenbein geschlossen wurde. Anschließend setzte ich einen Gummizug ein, um einen kleinen Pluderhoseneffekt zu erhalten.

Mit den übrig gebliebenen Bändern von meinem Kikyo Cosplay, schnürte ich kleine Schlaufen, die ich für die Schnürung am Rücken des Cosplays per Hand annähte. Später bemerkte ich allerdings, dass ich in der Länge zu kurz gedacht hatte und fügte noch weitere Schlaufen hinzu. Dieses Mal allerdings etwas weiter nach innen platziert, sodass die Schlaufen nicht mehr so offensichtlich zu sehen waren. Klassisches Learning by Doing – so wie ich es mag. 😀

Und natürlich durfte – ganz Coronakonform – eine Maske im Tira-Design nicht fehlen! Zum Abschluss verwendete ich etwas schwarze Stoffmalfarbe mit viel Wasser dafür, den Stoff etwas schmutzig und getragen wirken zu lassen.

Mit Hilfe einer Zahnbürste arbeitete ich die Farbe vorsichtig in den Stoff ein. Ich persönlich bin kein Fan von extrem starken Weathering, weswegen ich meine Kostüme – wenn überhaupt – nur sanft weathere.

Ledernes Gewand

Natürlich besteht Tiras Kostüm nicht nur aus dem roten Anzug, sondern auch aus einigen Lederteilen. Zum einen aus einem knappen Lederhöschen, aus dem gerne mal das Maurer-Dekolleté hinaus blitzt. So knapp habe ich aber mein Höschen nicht geschnitten.

Anhand einer vorhandenen Shorts kreierte ich also ein passendes Schnittmuster. Zur Probe nähte ich ein Höschen aus einem anderen Stoff, um zu sehen, ob der Schnitt so gefällt. Anschließend ging es dann an die Leder-Umsetzung. Auch hier machte ich meinen klassischen Fehler! Denn ich vergaß, dass auch dieses Stretch-Leder nur in eine Richtung stretcht. Entsprechend richtig, sollte man also den Schnitt auf dem Stoff platzieren. Ich werde es wohl nie lernen, es auf Anhieb richtig zu machen. 😀

Auch ein Lederharnisch ist Bestandteil des Kostüms. Ganz im Sinne der anderen Kostümteile, nähte ich auch hier ein Probeteil aus einem anderen Stoff zur Probe, um den finalen Look besser abschätzen zu können. Die Konstruktion hat mir zum Teil wirklich einige Knoten im Hirn hinterlassen.

Befestigt habe ich den Harnisch dann mit diversen Druckknöpfen, die ich per Hand am roten Anzug anbrachte. Vielleicht fällt dir auf, dass hier ein Teil des Harnisch über dem Anzug liegt, in meiner finalen Version aber darunter. Ich kann dir ehrlich sagen, dass ich wirklich nicht weiß, warum ich beim Tragen vergessen hatte, diesen Ledergurt über dem Kostüm zu platzieren. 😀 Es ist einfach passiert!
Meine Konstruktion lässt beide Tragevarianten zu, allerdings würde die darüber liegende für etwas mehr Stabilität sorgen.

Zu guter Letzt nähte ich noch die Handschuhe in einfacher Variante – Hand abpausen & umnähen – als Basis zu den darauffolgenden Rüstungsteilen.

Auch diese Kostümteile wurden zum Abschluss etwas geweathered. In diesem Fall hätte aber Stoffmalfarbe nicht so gut gehalten, weswegen ich hier einfach auf die gute alte Acrylfarbe zurückgriff.

Kleinvieh macht auch Mist

Für die Anzugdetails (Nieten & Ringe) arbeitete ich mit Fimo und Holzringen, welche ich mit Gold besprühte und später mit Acrylfarbe weiterverarbeitete.

Für den Gürtel ummantelte ich Foam mit Stoff, fixierte das Ganze mit Ziernähten und setzte anschließend die Nieten. Die Gürtelschnalle formte ich aus Fimo.

Auch der Gürtel erhielt etwas Weathering mit Hilfe von Acrylfarbe.

Schuhüberzieher

Kurz vor dem Shooting entschied ich mich dafür Schuhüberzieher zu nähen und nicht die zuvor ausgewählten vorhanden Schuhe zu verwenden. Am Abend vor dem Shooting fertigte ich also noch kurzerhand entsprechende Schuhüberzieher an, die ich aus dem selben Stretch-Leder fertigte, aus dem ich auch zuvor Hose und Handschuhe genäht hatte.

Für die Grundform orientierte ich mich an den Stiefeln, die ich unter den Schuhüberziehern tragen wollte und optimierten diese dann Schritt für Schritt. Da ich keinen weiteren passenden Stoff für die Schnallenbänder der Schuhe hatte, bemalte ich das Stretchleder mit Acrylfarbe. Ebenso empfand ich so den Absatz des Originalschuhs nach, um den Schuhüberzieher so etwas optisch aufzuwerten. Natürlich durfte auch etwas „Dreck“ nicht fehlen.

Rüstungsteile für den Kampf

Nachdem das Grundkostüm soweit stand, wurde es Zeit an den Rüstungsteilen zu arbeiten. Mit Hilfe von Philipp designte ich die Grundform des Kragens, welcher aus zwei separaten Teilen aus Foam gefertigt wurde. Die Grundform, die wir zunächst aus Papier anfertigten, diente anschließend als Schablone für unseren eigentlichen Kragen. Aus einem zweiten Kragen-Set schnitt ich dann die Verzierungen heraus, welche benötigt wurden.

Die Verzierungen legte ich Freihand an, wobei ich mich hierbei etwas an dem Cosplay von zephyrmakesthings orientierte. Die ausgeschnittenen Verzierungen klebte ich dann mit Heißkleber an den eigentlichen Kragen.

Auf die gleiche Weise fertigte die Rüstung des Handschuhs an. Nur die Krallen fertigte ich aus Black Worbla Art, da diese entsprechend leichter zu formen waren. Die Verzierungen der Handschuhplatte waren für die erste Methode zu filigran, weswegen ich hier auf meine Perlen-Stifte zurückgriff, mit denen ich die Verzierungen gut auftragen konnte.

Die gleiche Methode verwendete ich auch bei herzförmigen „Tasche“, die an Tiras Gürtel befestigt ist. Die fertig gestellten Rüstungsteile, überzog ich dann mit mehreren Schichten Holzleim, um die Oberfläche zu glätten und das Konstrukt etwas zu stabilisieren.

Anschließend bemalte die Rüstungsteile mit Acrylfarbe. Auch die Rückseite der Rüstung wurde etwas mit Holzleim und Farbe bearbeitet. Für den Verschluss des Kragens verwendet ich übrigens Magnete. Zu guter Letzt wurden alle Teile entsprechend mit Heißkleber zusammengesetzt, Federn hinzugefügt oder an Stoff geklebt, der dann wiederum mit Stoffkleber an das eigentliche Kostüm fixiert wurde.

Natürlich wurden auch diese Kostümteile etwas beschmutzt und wenn nötig noch ausgebessert.

Gesamtlook des Grundkostüms

So sieht das Kostüm nun zusammengesetzt aus. Machen wir also mit der Perücke weiter und schließen das Cosplay mit der Ringklinge ab!

Die Perücke

Für die Perücke verwendete ich eine Zopf-Perücke und Clip-In Tressen von Kasou Wig. Leider war meine Wunschfarbe nicht lieferbar, weswegen ich die Perücke in einem helleren Braun wählte.

Ich schnitt also den Pony, setzte einen der beiden Zöpfe neu, toupierte beide und fixierte das ganze mit Haarspray. Für den hinteren dritten Zopf verwendete ich eine Clip-In-Tresse, welche ich flocht und anschließend am Hinterkopf festklammerte.

Die Ringklinge

Zugegeben, ich bin kein Fan vom Props- oder Rüstungsbau und meide es deshalb wo es nur geht. Bei Tira gehört die Waffe nun aber einmal ganz unwiderruflich zum Kostüm. Komme was Wolle. Zum Glück hatte Philipp eine Idee, wie wir trotz finanzieller Einschränkungen durch Corona, eine Waffe bauen konnten, die zumindest für Fotos funktionierte!

Anhand eines fertigen 3D-Modells aus dem Internet, fertigte Philipp die Grundform der Waffe an und übertrug sie zur Veranschaulichung auf Pappe. Für den zweiten kleineren Ring, zeichnete ich die Form für Philipp vor, welche er dann am Model nach konstruierte. Aus altem und eher minderwertigen Holz (man nimmt, was man kriegt), fertigten wir dann die Waffe mit Hilfe einer CNC Fräse, welche uns zum Glück zur Verfügung stand.

Philipp schraubte und klebte die Einzelteile dann zusammen, schliff und grundierte sie, sodass ich die Waffe anschließend mit Acrylfarbe bemalen konnte. Sicherlich keine Methode, die ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann, besonders da wir hier mit eher minderwertigem Holz gearbeitet haben. Aber wenn es während Corona die einzige Möglichkeit auf eine Ringklinge fürs Cosplay ist, dann greift man zu und genießt es, das Cosplay vollständig in Szene setzen zu können.

Der finale Look

Insgesamt muss ich sagen, dass es für mich ein sehr aufwändiges Projekt war. Angefangen damit hatte ich bereits Anfang 2020. Das erste Material traf im Januar oder Februar ein, also fing ich auch mit den ersten Arbeiten an. Dann kam aber Corona und nicht nur der finanzielle Einschnitt, sondern auch die mangelnde Motivation zogen das Projekt unnötig in die Länge. Mehr die mangelnde Motivation, als die finanzielle Lage, denn ich war überrascht, wie viele Wege man doch finden kann, um Geld sparend ein Projekt umzusetzen! Als ich im Oktober dann endlich fertig war, war ich einfach nur froh und wusste: so schnell werde ich so ein Projekt nicht wieder anfassen. 😀 Daher kann ich jeden, der diese Art von aufwändiges Projekt liebt und rockt, nur bewundern!

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Making of: Bloom – Winx Club

Winx Club war eine der Serien, die ich als Kind gerne angeschaut habe. So spukte mir die Idee eines Bloom Cosplays auch schon lange in meinem Kopf herum. Durch den Ausfall von Workshops, Conventions und Shootingprojekte durch Corona, dachte ich mir, es wäre doch mal an der Zeit das Cosplay umzusetzen. Zwischenzeitlich hatte ich aber so viel auf meiner To-Do-Liste, dass ich gar nicht dazu gekommen wäre. Als ich dann bei einem Gewinnspiel der lieben eden_craft (feenladen) ein paar Flügel gewann, musste ich Bloom als spontanes improvisiertes Projekt einfach dazwischen schieben.

Wer mir mich schon des öfteren mal gefragt hatte, wie ich meine Cosplays angehe, verarbeite und wo ich vor allem meine Schnittmuster her habe, der weiß, dass ich nach dem Prinzip „trial and error“ vorgehe. Ich improvisiere viel und lerne dadurch einfach mindestens genauso viel. Ebenso entstand also auch Bloom. Es gibt einige Aspekte am Kostüm, die ich im Nachhinein noch einmal verbessern oder ändern würde, aber ich denke, dass dir der Blogeintrag helfen wird. Egal, ob du es genauso machst oder dadurch einfach nur lernst, wie du es nicht machen möchtest.

Schnittmuster

Hin und wieder werde ich gefragt, woher ich die Schnittmuster für meine Cosplays nehme. Tatsächlich habe ich hierfür drei Varianten.
1. vorgefertigte / gekaufte Schnittmuster, die super passen oder die ich minimal abändern muss.
2. selbst gefertigte Schnittmuster, für die ich mich komplett eintape und das Schnittmuster an meinem Körper aufmale (dazu mehr im kommenden Blogeintrag zum Making of von Tira)
3. Kleidung als Basis für Schnittmuster

Im Falle von Bloom, habe ich vorhandene Kleidung als Basis für ein neues Schnittmuster genutzt. Ich hatte ein bauchfreies Oberteil Zuhause, dass einen guten Ausgang für Blooms Top bot. Da die Feen bei Winx Club sehr unrealistische Körperformen haben, habe ich mich bewusst davon verabschiedet sehr akkurat zu arbeiten. Dementsprechend weicht meine fertige Version etwas vom originalen Design ab.

Für den Rock verglich ich zunächst alle meine Möglichkeiten und entschied mich dann dafür den Rock des Skaterkleides abzuändern. Ich pauschte den Rock zunächst im Bruch ab, um ihn anschließend entsprechend meiner Vorstellung abzuändern.

Für die Armstulpen improvisierte ich kurzerhand einen Schnitt selbst. Da ich aufgrund der Corona-Situation noch immer zum Sparen gezwungen bin, konnte ich mir meine Wunschschuhe nicht leisten. Dementsprechend improvisierte ich eben auch Schuhüberzieher. Nicht meine erste Wahl, aber in diesem Fall die beste Lösung.

Gerade wenn man mit keinem gekauften oder vorgefertigten Schnittmuster arbeitet, bietet es sich immer an, Kostümteile vorab zur Probe zu nähen. Da ich leider keinen ähnlichen Stoff zur Probe zur Hand hatte, aber genug vom eigentlichen Stoff, nähte ich einfach darauf los.

Näharbeit

Den passenden Stoff für Bloom fand ich auf Amazon Italien. Der Stoff ist farblich wirklich schön, schimmernd und glitzernd, stretcht (nicht in alle Richtungen) und leider aber auch etwas durchsichtig. Dementsprechend nähte ich das Cosplay zweilagig, sodass die rechte Stoffseite sowohl auf der Innen- als auch Außenseite sichtbar ist. Ein weiterer Nachteil meiner Stoffwahl war, dass der Stoff leider beschädigt, sobald er zu stark stretcht. Da ich weder einen Reißverschluss noch einen sonstigen Verschluss einarbeiten wollte, musste ich also darauf achten, dass ich das Kostüm nicht zu eng verarbeitete.

Da ich stets nach dem „trial and error“ Prinzip arbeite, habe ich es mir schon angewöhnt, mehr als genug Stoff zu bestellen. Natürlich wäre eine akribischere Planung deutlich schonender für den Geldbeutel.

Das Oberteil

Tatsächlich musste ich das Oberteil zweimal nähen, da es mir beim ersten Mal etwas zu eng geriet. Zudem nahm ich ein paar weitere kleine Änderungen vor. Um das Oberteil zu vergrößern, platzierte ich das Schnittmuster nicht direkt am Stoffbruch, sondern ein paar cm entfernt.

Die zweite Variante war mir dadurch etwas zu groß, was ich aber problemlos beheben konnte. Zudem platzierte ich am Rücken unten zwei Abnäher und vorne auf der Brust. Dadurch optimierte ich die Passform.

Der Rock

Der Rock war tatsächlich sehr einfach genäht. Eigentlich tragen die Winx Club Mädchen sehr sehr kurze Rocke. Da die Feen aber alle auch sehr unrealistische Körperformen haben und keine einzige auch nur ein ausladendes Hinterteil besitzt, ist das nicht einfach so 1 zu 1 umsetzbar. Also verlängerte ich den Rock für mich.

Aufgrund des Stretchanteils verzichtete ich auf einen Gummizug. Für den Schlitz des Rocks schnitt ich diesen ein und nähte die Kanten um. Grundsätzlich wäre auch ein A-Linien-Rock denkbar gewesen, allerdings wurde mir von einer befreundeten Winx-Cosplayerin aufgrund der eingeschränkten Beweglichkeit davon abgeraten.

Armstulpen & Schuhüberzieher

Für die Armstulpen nähte ich entsprechend meines improvisierten Schnittmusters ein oberes Teil mit Spitze und ein kürzeres Unterteil.

An der Spitze befestigte ich noch eine Schlaufe, sodass die Stulpen beim Tragen auch Ort und Stelle bleiben. Tatsächlich möchte ich bei Gelegenheit noch einmal Stulpen in dieser Art nähen. Dann aber aus einem anderen Stoff, welcher etwas mehr der Vorlage entspricht.

Die Schuhüberzieher nähte entsprechend meines Schnittmusters rechts auf rechts zusammen, ließ die Sohlen offen, stülpte den Stoff um und platzierte ihn zur Probe auf meinem Schuh. Anschließend steckte ich überstehende Stellen ab, nähte die Öffnung um verband die Sohlenöffnung mit zwei Gummizügen. Der Gummi sorgt dafür, dass der Schuhüberzieher bei Bewegung an Ort und Stelle bleibt.

Flügel für eine Fee

Wie eingangs erwähnt, gewann ich bei der lieben eden_craft ein paar Flügel meiner Wahl. Die Flügel sind an einer U-Halterung befestigt. Diese Halterung ist üblicherweise für Corsagen gedacht. Um die ursprüngliche Halterung für mein Cosplaydesign nutzen zu können, musste ich also ein paar kleine Änderungen vornehmen.

Mit einer Verbindung hochkant und quer befestigte ich ein Gummiband (schwarz) mit Verschluss. Dieses sitzt beim Tragen unterhalb der Brust. Damit die Flügel nicht nach hinten kippen, habe ich zusätzlich zwei Träger als Schlaufen befestigt, durch die ich das schwarze Gummiband zog.
Damit das Konstrukt unter dem Kostüm verschwindet, habe ich auf passender Höhe einen Schlitz in as Rückenteil des Oberteils gezogen.

Beim Tragen verdecken dann die Haare der Perücke den Schlitz und so ist die gesamte Konstruktion gut in das Kostüm integriert.

Krönchen und Steinchen

Zu guter Letzt fehlen natürlich noch der Bruststein und das goldgelbe Krönchen. Das Krönchen formte ich zunächst auf die schnelle mit Fimo. Sicher, wäre das noch etwas sorgfältiger und eleganter gegangen. 😉
Anhand dieser Krone bildete ich mit Siligum eine Form. Siligum besteht auf einer blauen und weißen Masse, welche im Mischverhältnis 1 zu 1 langsam zu einer Silikonmasse „aushärtet“. Sie ist also super dafür geeignet andere Gegenstände abzuformen.

Die Silikonformen dienen dazu, Steine aus Kristallharz aushärten zu lassen. Kristallharz ist recht einfach zu nutzen und im richtigen Mischverhältnis (2x A + B) härtet das Harz vollständig aus. Kristallharz ist üblicherweise ungefärbt und klar, es gibt es aber auch eingefärbt. Falls die richtige Farbe nicht dabei ist oder du lieber mit dem durchsichtigen Kristallharz arbeitest, gibt es zum Beispiel auch die Möglichkeit das Harz mit Glasmalfarbe einzufärben ist. Achte hierbei darauf nur geringe Mengen beizumischen.

Nach 24 Stunden ist das Kristallharz vollständig ausgehärtet. Die Rückseite des Steins und der Krone bemalte ich zusätzlich mit Nagellack. Dies ist kein Muss, kann aber bei stark durchsichtigen Steinchen doch einen großen Unterschied machen.
Mit Heißkleber befestigte ich eine Broschenhalterung an dem Stein und eine Haarklammer an der Krone.

Das fertige Cosplay

Ich hoffe, ich konnte dir einen guten Einblick verschaffen, wie ich das Cosplay auf die Schnelle angefertigt habe. Hoffentlich hilft dir der ein oder andere Work in Progress weiter. 🙂
Natürlich möchte ich dir nun auch ein paar Fotos des fertigen Cosplays zeigen, sodass du einen guten Gesamteindruck erhältst.

Wenn du noch Fragen hast oder ich dir mit diesem Blogeintrag helfen konnte, dann lass es mich gerne wissen. Ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar!

Weitere Beiträge zum Thema „Making of“ oder „Tutorials“ findest du hier:
Making of / Tutorial

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Making of Sabrina Masquerade Dress

Ich muss zugeben, eigentlich wollte ich diese Version von Sabrina nicht cosplayen. Einfach, weil sie mir am Anfang nicht gefallen hat. Aber als ich die Folge ein drittes Mal gesehen habe, war es um mich geschehen. Kurzerhand begann ich die Suche nach passendem Material und schon ging das Cosworken los.

Meinen Progress habe ich ein wenig dokumentiert und weil das Cosplay so gut bei dir ankam, bekommt es nun seinen eigenen Blogeintrag.

Referenzen – Der Mephisto Walzer

Zugegeben war es gar nicht so leicht gute Referenzfotos des originalen Kostüms zu finden. Also habe ich kurzerhand Netflix gestartet und versucht einige gute Screenshots zu erhaschen.
Meiner Meinung nach ist das Oberteil eine Corsage, die hinten geschnürt wird. In einem Artikel konnte ich nachlesen, dass es sich bei dem verwendeten Material um goldene Federn handelt.
Beginnend knapp unterhalb der Brust bis zum Hals ist Tänzertüll zur Stabilisierung des Ausschnitts befestigt. Wie eine Art Crop Top, das hinten am Rücken ausgeschnitten ist. Die vermeintliche goldene Kette ist ein Kragen, der mit Knöpfen verschlossen wird und somit auch den Tänzertüll schließt.

An der Corsage ist ebenfalls ein goldener Rock angebracht. Dieser Rock hat einen anderen Goldton als die Corsage selbst. Ergänzt wird das Outfit dann noch von zwei Armbändern, einer Maske und Schuhen. Zugegeben, die Schuhe habe ich nicht weiter verfolgt, weshalb ich mir einfach optisch passende goldene Pumps gekauft habe.
Auf die Krone habe ich bewusst verzichtet.

Eine goldene Corsage für die Königin der Hölle

Da ich wirklich keine Lust hatte eine Corsage oder ein Korsett zu nähen, beschloss ich mich auf die Suche nach gutem Ausgangsmaterial zu machen. Letztendlich fiel meine Wahl auf diese schlichte hautfarbene Corsage, die ich auf Amazon fand.

Die vordere Schnürung der Corsage war lediglich zur Zierde und damit perfekt für mein Vorhaben geeignet. Seitlich befand sich zur eigentlichen Schnürung am Rücken zusätzlich ein Reißverschluss, der es beim Progress leicht machte, die Corsage an und auszuziehen. Da ich ihn später aber nicht mehr gebrauchen konnte, versiegelte ich ihn im Laufe des Progress.

Der erste Schritt bestand darin die Träger der Corsage vorsichtig abzutrennen und zu testen, ob die Corsage auch ohne Träger hielt. Das tat sie. Danach skizzierte ich den neuen Ausschnitt der Corsage vor, um sie anschließend zu zuschneiden.
Da die Corsage dadurch jegliche Stabilität verlor, wäre jetzt der perfekte Moment gewesen den Tänzertüll einzunähen. Leider kam mein bestellter Body, den ich hierfür modifizieren wollte nicht rechtzeitig an. Stattdessen hatte ich also eine für mich bessere Idee.

Ich besaß einen passenden hautfarbenen BH, der die Cups vorne zwischen der Brust mit einem Stegband verband. Ich konnte also problemlos das vorhandene Stegband abschneiden und ein durchsichtiges längeres Band anbringen. Kurzerhand nähte ich den BH mit einem Zickzackstich in die Corsage ein und versäuberte so die Ränder. Das verschaffte mir zum einen die gewünschte Stabilität, aber hatte zum anderen auch noch zwei weitere Vorteile.
Da ich den BH weiterhin normal verschließen konnte und mit durchsichtigen Trägern ausstatten konnte, lag die Corsage fest an meiner Brust an. Es war also so kaum möglich, dass der Ausschnitt verrutschen und meine Brust entblößen konnte. Außerdem halfen die wattierten Cups meinen kleinen Busen etwas vorteilhafter zu betonen.

Nun kam die eigentliche Arbeit.

100 goldene Federn

Mal wieder war die Heißklebepistole die Waffe meiner Wahl und so beklebte ich die Corsage vorsichtig Schicht für Schicht mit goldenen Federn. Ob es wirklich 100 waren oder weniger, kann ich dir gar nicht mehr sagen – aber in etwa diese Größenordnung hatte ich bei Amazon bestellt. Witzigerweise bin ich bei meiner Suche nach weiteren passenden Referenzbildern für den Blog auf ein spannendes Behind-The-Scenes-Bild gestoßen.

SajaLyn sabrina spellman gold dress chilling adventures of season 2 cosplay kostüm Kiernan Shipka Masquerade

Es scheint fast so, als hätte das Kostümdepartment ebenfalls mit Heißkleber gearbeitet. Natürlich ist es super wichtig, dass man hierfür einen hochwertigen und kräftigen Kleber verwendet, der das Material nicht angreift.
Ich persönlich habe mit folgender Marke sehr gute Erfahrungen gemacht und konnte mich bisher noch nie beklagen:

Zu Beginn beklebte ich die Corsage „liegend“. Da der integrierte BH dem Ausschnitt etwas Form gab, konnte ich hier mit den Federn die eigentliche Form gut nachkleben. Erst als ich die komplette vordere Front fertig hatte und mit den Seiten weitermachen musste, befestigte ich die Corsage an meiner Schneiderpuppe. Die Schneiderpuppe imitierte die Form der Corsage, die sie beim Tragen haben würde und so konnte ich die Federn gezielt anbringen. Den Rücken beklebte ich dann wieder „liegend“ auf dem Tisch.

Hierfür nutzte ich überwiegend die großen Federn. Damit ich die Federn gut und vor allem möglichst flach aufbringen konnte, entfernte ich jeweils den Federkiel. Manchmal schnitt ich auch mehr weg und passte die Länge der Feder an.

Da ich im Gegensatz zur Serie die Federn bis zur Schnürung führen wollte, musste ich die Ösen der Corsage vorsichtig umkleben. Vorsorglich bemalte ich die Ränder mit etwas goldener Stofffarbe, denn falls ich mit den Federn nicht alles bedecken konnte, wäre der Stoff so etwas besser getarnt. Für die Ösen nahm ich überwiegend kleine Federn und achtete darauf jede freie Stelle damit abzudecken. Dann bearbeitete ich das letzte Stück wieder mit großen Federn und fertig war die Corsage.

Der Rock des Kleides

Für den Rock entschied ich mich für einen goldenen Faltenrock von Shein. In der Serie sieht man Sabrinas Krönungskleid der Staffel 2 einmal im Hintergrund hängen. Es macht den Anschein, als wäre der Rock an der Corsage befestigt. Ich persönlich habe mich aber für einen Zweiteiler entschieden, da es mir praktischer erschien.

SajaLyn sabrina spellman gold dress chilling adventures of season 2 cosplay kostüm Kiernan Shipka Masquerade

Darf es etwas Schmuck sein?

Wie eingangs erwähnt, ist die goldene Kette eigentlich ein Kragen, da ich aber auf den Tänzertüll verzichtet habe, konnte ich keinen Kragen befestigen. Also bekam meine Version einfach eine zur Corsage passende Kette.

Die Basis meiner Kette besteht aus weißem, etwa 6 cm breitem, Moosgummi, welches ich mit goldener Acrylfarbe bemalte. Die Länge der Kette passte ich grob meinem Halsumfang an. Wie eng anliegend du es möchtest oder es aushältst, liegt ganz bei dir.
Damit die Federn, als auch die Kette, später die gewünschte Form behielten, fixierte ich das Moosgummi zunächst mit einer großen Haarklammer. In diesem Zustand festgeklammert beklebte ich die Kette Stück für Stück, bis kein Moosgummi mehr zu sehen war.

Zum Schluss nähte ich per Hand zwei goldene Knöpfe an und versiegelte die Naht mit Heißkleber. Zwei schmale Gummibänder dienten als Verschluss, welchen ich ebenfalls mit Heißkleber auf dem Moosgummi fixierte. Da die Kette keinem großen Zug ausgesetzt wird, sollte das Konstrukt auch halten.

Die Armbänder bastelte ich nicht selbst, sondern bestellte zwei Varianten online. Ich wählte hierfür goldene Armbänder in Feder- bzw. Blattform.
Und schon war das Cosplay fertig!

Das Cosplay in Aktion

Auch wenn die Leipziger Buchmesse / Manga-Comic-Con 2020 als Sicherheitsmaßnahme aufgrund des Coronavirus abgesagt wurde und ich das Cosplay dementsprechend nicht auf der Con debütieren konnte, so gibt es natürlich trotzdem einige schöne Shootingfotos! Diese möchte ich dir nicht vorenthalten.

Ich hoffe sehr, dir hat der Beitrag gefallen und bei deinem Cosplay geholfen! Schau doch mal bei meinem neuen etsy store vorbei und unterstütze mich mit einem kleinen Einkauf. ♥

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Drei Haselnüsse für Aschenbrödel – Ballkleid Cosplay selber machen

Seit ich cosplaye, träume ich davon Aschenbrödels Ballkleid aus dem deutsch-tschechischen Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ von 1973 zu tragen. Ich bin mit dem Film groß geworden und seit jeher ist es für mich die perfekte Aschenputtel Verfilmung!

Inzwischen habe ich das Ballkleid sogar zweimal genäht – Zum ersten Mal in 2020 und ein weiteres Mal in 2026. Im folgenden zeige ich dir, wie ich dabei vorgegangen bin und was ich beim zweiten Kleid anders gemacht habe. Neben mir gibt es sicher noch einige andere Fans, die den Traum vom Aschenbrödel Ballkleid hegen. Da es wenig Referenzmaterial gibt, hoffe ich, dass dir dieser Blogeintrag helfen wird, um deinem Traum ein kleines Stück näher zu kommen!

Dieser Beitrag wurde zuletzt am 16.04.2026 aktualisiert.

Die Qual der Wahl – Der passende Stoff für Aschenbrödel

Wer sich bereits mit der Suche nach dem Stoff für Aschenbrödels Ballkleid beschäftigt hat, weiß, dass es kaum möglich ist ein perfektes Replikat zu finden. Auf der Suche nach Referenzmaterial fällt zunächst auf, dass es unterschiedliche Versionen des Ballkleids gibt. Meines Wissens nach gibt es zum einen das originale Ballkleid, welches scheinbar in den Barrandov Studios in Prag aufbewahrt wird. Hin und wieder findet sich tatsächlich auch online ein Foto des Originals.

Vergleicht man aktuelle Fotos des Ballkleids mit den Darstellungen im Film, so kommt man nicht umhin, Farbabweichungen festzustellen. Das könnte unter anderem am Licht, der analogen Filmtechnik sowie an der Alterung liegen. Etwas, das die Suche nach einem passenden Stoff nicht unbedingt erleichtert.

Wie erwähnt, gibt es noch ein weiteres Ballkleid. Am Drehort Moritzburg findet jährlich eine Ausstellung zum Film Drei Haselnüsse für Aschenbrödel statt. Dort findet man in der Regel, neben ein paar Originalen, auch ein Replik des Ballkleids von Aschenbrödel. Vergleicht man Replik mit Original, so fällt auf, dass der Hauptstoff des Repliks sowohl im Muster als auch in Farbe vom Original abweicht.

Egal ob man sich nun am Replik oder am Original orientiert, es ist beinahe unmöglich einen identischen Stoff zu finden. Entsprechend hatte Ich mich bereits mit dem Gedanken abgefunden, dass ich den perfekten Stoff für das Ballkleid nie finden würde.

Deshalb beschloss ich mich eher an meiner persönlichen Vorstellung des Ballkleids zu orientieren, anstatt mich weiterhin bei meiner Suche verrückt zu machen. Bei meiner ersten Version verliebte ich mich in einen Stoff, den ich auf etsy fand. Kurz nachdem ich das Ballkleid vollendete, fand ich einen Brokat aus der Yaya Han Kollektion in einer deutlich sanfteren Komposition.

Abgestimmt auf die jeweiligen Stoffe suchte ich farbig passenden Chiffon. Für die erste Version fand ich einen etwas knalligeren rosafarbenen Chiffon. Für die zweite Version wurde ich dann in einer sanften Farbvariante fündig.

Nachdem ich für mich passende Stoffe gefunden hatte, wurde ich von nekoyona auf goldbrokat.eu aufmerksam gemacht. Eine Weberei, in der unter anderem Brokate auf historischen Webstühlen entstehen und bei der angeblich sogar der Originalstoff nachgewebt werden kann. Da es jedoch kein Muster gab und ich beim Abgleich der verschiedenen Darstellungen keine eindeutige Grundlage gefunden habe, habe ich mich am Ende gegen diese doch sehr teure Variante entschieden.

Ein Diadem für eine Prinzessin und eine königliche Kette

Bevor ich mich an das Nähen des Ballkleids wagte, widmete ich mich dem Schmuck. Ebenso wie bei der Stoffwahl, konzentrierte ich mich beim Schmuck stärker die Grundidee der Komposition anstatt auf absolute Akkuratesse. Die Perlen wählte ich so, dass sie möglichst stimmig zu meinem Kleid passen würden.

Ich muss zugeben, dass ich das Design der Kette noch nie sonderlich ansprechend fand. Hier hatte ich zwei Vorlagen nach denen ich arbeiten konnte. Zum einen die eigentliche Kette aus dem Film und zum anderen ein Replik, das für die Ausstellung in Schloss Moritzburg angefertigt wurde. Für meinen ersten Versuch hatte ich noch keine gute Idee, wie ich den silbernen Part umsetzen sollte.

Bei meinem zweiten Versuch hatte ich dann die zündende Idee: Dieses Mal arbeitete ich mit UV Resin, Rosenquarz Cabochon, passender Lünette und Strasssteinen. Am Ende gefiel mir die Kette tatsächlich sehr gut!

An dieser Stelle möchte ich der lieben Nana Cosa danken. Sie ist ebenfalls eine Aschenbrödel Cosplayerin und hatte mir bei meiner ersten Umsetzung einige Fragen zum Schmuck beantwortet sowie ein paar Referenzfotos gesendet. Vielen lieben Dank dafür!

Mit schicker Frisur zum Ball

Geht es dir wie mir und du hast nicht die passende Haarlänge (oder die passende Haarfarbe), dann musst du auf eine Perücke zurückgreifen, solltest du Aschenbrödels Frisur nachempfinden wollen. Beim ersten Mal entschied ich mich für eine vorgestylte Perücke. Beim zweiten Mal wurde es eine klassische Lace Front Perücke, die ich vollständig selbst frisieren musste.

Für besseren Grip, nutzte ich ein Kreppeisen, um die Perücke einmal vollständig damit vorzubereiten. Für die Umsetzung der Frisur orientierte ich mich an diesem Tutorial. Die Basis der Frisur ist ein hoher Zopf, der mit einem Haardonut zum Dutt gefasst wurde. Dabei wird ein Teil des Zopfs nicht mitgefasst, um einzelne gelockte Strähnen um den Donut zu legen und um eine Strähne dabei gelockt aus dem Zopf hängen zu lassen.

Ein silbergewirktes Kleid mit Schleppe zum Ball

Für mein erstes Ballkleid wählte ich ein Schnittmuster aus dem Schnittmusterbuch „Kleider nähen“ von EMF. Für mein zweites Ballkleid entschied ich mich für den Schnitt „Zoria“ von dressmakingamore. Bei beiden Schnittmustern musste ich Änderungen vornehmen, um sie an meinen Körper und meinen Vorstellungen anzupassen. Um kein Risiko einzugehen, empfiehlt es sich vorab einen Probeschnitt zu nähen. So kannst du auch am besten einschätzen welche Anpassungen notwendig werden.

Während ich beim ersten Mal noch ohne Futterstoff gearbeitet habe, lernte ich beim zweiten Mal daraus, denn beide Stoffe sind auf der linken Stoffseite leicht kratzig . Da ich klassischen Futterstoff nicht besonders leiden kann, wählte ich einen leichten Baumwollstoff, um mein Kleid (2. Version) damit zu füttern.

Während das Grundkleid relativ schnell und einfach genäht ist, mussten noch Ärmel als auch die gedrehten Schlangen aus Chiffon am Kleid angebracht werden. Die gedrehten Schlangen sind etwas schwierig zu händeln, weshalb ich sie langsam und Schritt per Schritt mit der Hand am Kleid angenäht habe.

Als nächstes war der Gürtel an der Reihe. Um den Prozess zu erleichtern, zeichnete ich das Design zunächst auf Papier, um es anschließend mit einem Leuchttisch auf den Stoff zu übertragen. Den Gürtel verstärkte ich mit etwas Bügeleinlage, um ihm mehr Stand zu geben. Anschließend überzog ich ihn mit Chiffon, nicht weil es beim Original so gelöst wurde, sondern weil sich der Gürtel so optisch besser in den Gesamtlook einfügt. Für den Verschluss wählte ich Druckknöpfe.

… mit Schleppe zum Ball

Nun fehlt nur noch die Schleppe zum Kleid. Wie bei vielen Details des Aschenbrödel Ballkleids gab es auch hier wieder zwei Varianten, an denen man sich orientieren konnte. Für die Form der Schleppe wählte ich im Grunde ein langes Rechteck. Während ich beim ersten Mal die Ränder noch knapp umnähte, konnte ich dieses Mal auf die Rollsaumfunktion meiner Overlock zurückgreifen und so ein schöneres Ergebnis erzielen.

Nachdem die Schleppe genäht wurde, konnte sie auch schon bemalt werden. Aus meinen ersten Versuchen wusste ich, dass Stoffmalstifte die beste Option hierfür sind. Da Chiffon durchscheinend ist, konnte ich meine Vorlage direkt unter der Schleppe platzieren und so den Phönix einfach nachzeichnen. Dennoch war beim Malen Vorsicht geboten, da die Farbe auf Chiffon leicht ausblutet.

Die fertiggestellte Schleppe befestigte ich mit kleinen Druckknöpfen aus Metall am Kleid. Ich wählte bewusst kleine Knöpfe, sodass sie optisch kaum auffallen. Außerdem ist der Halt nicht zu stark, sodass sich die Schleppe bei Belastung (wenn jemand versehentlich darauf tritt) sofort löst, anstatt beschädigt zu werden.

Die richtigen Schuhe passend zum Kleid

Die passenden Schuhe zum Cosplay zu finden ist oft gar nicht so einfach. Noch schwieriger ist es, wenn die Schuhe optisch sehr speziell sind – so wie bei Aschenbrödel. Da es auch bei den Schuhen unterschiedliche Ausführungen gibt, je nach Szene wurde ein anderes Modell verwendet, habe ich einfach Pumps gewählt, die eine schöne Grundform haben und die möglichst bequem sind. Da ich leider keine passenden Pumps in weiß oder beige finden konnte, nutzte ich letztendlich schwarze, aber sehr bequeme Schuhe.

Um die Schuhe nun ans Kleid anzupassen, müssen sie mit dem jeweiligen Stoff überzogen werden. Hierfür erstellte ich als erstes ein Schnittmuster passend zum Schuh. Der Schuh (möglichst im getragenen Zustand) wird hierfür mit Frischhaltefolie und Kreppband beklebt. Die Form wird abgezeichnet und anschließend ausgeschnitten. Eine Nahtzugabe, in unserem Fall eher ein Kleberand, muss beim Übertragen auf den Stoff hinzugefügt werden. Rundungen werden beim Klebevorgang vorab eingeschnitten, sodass sich der Stoff möglichst faltenfrei an den Schuh anpasst. Schneidet man den Stoff im schrägen Fadenlauf zu, so stellt man sicher, dass der Stoff etwas an Elastizität gewinnt.

Bei meinen ersten Aschenbrödelschuhen nutzte ich Heißkleber. Das hat bei der Verarbeitung ziemlich gut funktioniert und sorgte für ein sauberes Ergebnis. Tatsächlich ist Heißkleber aber auf lange Sicht keine gute Idee, da dieser mit der Zeit sehr steif wird.

Für die zweite Version nutzte ich also Kraftkleber Classic. Der Nachteil hierbei war, dass der Kleber schwieriger zu handhaben ist und schnell Flecken auf dem Stoff hinterlässt. Bevor ich die Schuhe beklebte, nutzte ich Schleifpapier, um die Oberfläche des Kunstleders etwas anzurauen. Dies sollte dazu beitragen, dass der Kleber besser auf dem glatten Material haften konnte.

Zugegeben ist dieser Prozess relativ fummelig und manchmal auch nervenaufreibend. Ich habe es bei meinem zweiten Paar leider nicht geschafft fehlerfrei zu arbeiten. Auch wenn sie somit aus der Nähe nicht perfekt sind, so tragen sie doch zur Wirkung des Gesamtlooks bei.

Ganz zufrieden bin ich mit dem Aussehen der Schuhe nicht, weswegen ich mich wohl weiterhin auf die Suche nach hellen, bequemen und schön geformten Pumps für einen zweiten Versuch machen werde.

Da der helle Stoff meiner zweiten Version relativ empfindlich ist, beschloss ich die „richtigen“ Schuhe nur für Fotoshootings zu tragen. Für Veranstaltungen suchte ich mir daher farbig passende Glitzerpumps. Nicht akkurat, aber definitiv magisch genug!

Fotoshooting am originalen Drehort von Aschenbrödel

Bereits 2016 besuchte ich die Aschenbrödel Ausstellung auf Schloss Moritzburg. Damals hatte ich den Entschluss gefasst, sollte ich jemals Aschenbrödel cosplayen, so möchte ich gerne vor Ort Fotos machen.
Vorab hatte ich angefragt, ob es möglich wäre einige schnelle Fotos im dortigen Ballsaal zu machen. Leider war dies in 2020 nicht möglich, da es nicht erlaubt war, den historischen Boden des Saals zu betreten.

Nichtsdestotrotz sind wir nach Moritzburg gefahren um ein paar Fotos an dem Schloss zu machen. Auch wenn es keinen Schnee gab, es etwas zu sonnig und vor allem windig war, so haben wir doch ein paar schöne Fotos machen können, die mich sehr glücklich machen.

Nachdem ich nun eine neue Version des Ballkleids genäht habe, wird natürlich auch ein erneuter Besuch am originalen Drehort Schloss Moritzburg geplant. Bis es soweit ist, werde ich das Kleid allerdings auf andere Art und Weise in Szene setzen. Bisher konnte ich das Cosplay nur kurz zur Buchmesse 2026 in Leipzig tragen.

Ich hoffe sehr, dass dir dieser Beitrag gefallen hat. Vielleicht planst du selbst ein Aschenbrödel Cosplay und ich konnte dir helfen? Wenn dem so ist, würde ich mich in jedem Fall über einen Kommentar von dir freuen! 🙂

Aschenbrödel und die Kirschblüten – Fotoshooting

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