TFP-Shootings & was du darüber wissen solltest

Heute möchte ich mit dir über TFP-Shootings sprechen. Aber was heißt „TFP“ eigentlich?
TFP steht für „time for print“ oder auch „time for picture“ und bedeutet ganz salopp gesagt, dass keine Partei für das Shooting bezahlen muss. Umsonst ist das ganze jedoch nicht, denn TFP-Shootings sollten sowohl für den Fotografen als auch für das Model einen Mehrwert bieten.

Unter Cosplayern verstehen viele unter TFP einfach nur „Yay, kostenlose Fotos!“ – Aber so einfach ist es nicht. Ein TFP-Shooting sollte mehr sein, als nur die Chance kostenlose Fotos abzugreifen.

Wann lohnt sich also ein TFP-Shooting?

Um TFP besser zu verstehen, kannst du dir unter anderem folgende Fragen stellen.

Aus Sicht des Fotografen

  • Welchen Mehrwert lieferst du dem Fotografen?
  • Ist der Fotograf auf der Suche nach einem bestimmten Motiv / Cosplay?
  • Hatte er / sie schon ähnliche Motive vor der Kamera oder bietest du etwas völlig Neues?
  • Passt deine Shootingidee zum Stil des Fotografen?
  • Welchen Aufwand würde ein Shooting bedeuten? – Anreise, Kosten, Bearbeitungszeit
  • In welchem Verhältnis stehen sich Mehrwert und Aufwand gegenüber?

Aus Sicht des Cosplayers

  • Welchen Mehrwert liefert dir der Fotograf?
  • Passt der Bearbeitungsstil zu deinen Ideen, Cosplays und Vorstellungen?
  • Benötigst du neue Bilder von deinem Cosplay oder hast du von diesem Charakter schon mehr als genug?
  • Welchen Aufwand würde ein Shooting bedeuten? – Anreise, Kosten, Vorbereitungszeit
  • In welchem Verhältnis stehen sich Mehrwert und Aufwand gegenüber?

Je konkreter und detaillierter du diese Fragen beantworten kannst, umso besser. So kannst du optimal abschätzen, ob ein TFP-Shooting für dich in Frage kommt.

Fotografen finden und kontaktieren

Für viele Cosplayer ist das „Wie finde ich einen Fotografen?“ ein großes Mysterium. Um dir die Suche etwas zu erleichtern, habe ich bereits in der Vergangenheit ein Video zu diesem Thema abgedreht, welches auch heute noch aktuell ist:

Bewerbung

Diesen Punkt habe ich ebenfalls bereits im oben verlinkten Video ab 07:45 besprochen. Dennoch möchte ich dir hier noch einmal kurz ein paar Stichpunkte auflisten:

  • Wer bist du? Stell dich kurz vor!
  • Was willst du? Welchen Charakter möchtest du shooten?
  • Warum möchtest du ein Shooting? Wie bist du auf den Fotografen aufmerksam geworden?
  • Zeige wer du bist und was du so machst!

Besonders wichtig ist, dass du dich ganz klar ausdrückst und dem Fotografen konkret sagen und zeigen kannst, wer du bist und was du von ihm möchtest! Hab auch keine Angst einige Referenzen mitzusenden, sodass der Fotograf sich ein Bild von dir machen kann. Spamme ihn aber nicht unnötig zu.

„Fronten“ klären

Hat der Fotograf „Ja“ gesagt, steht dem Shooting nichts mehr im Wege. Oder?
Tatsächlich gibt es vorab einiges zu klären. Auch hier gebe ich dir nun die im Video ab 11:25 genannten Stichpunkte noch einmal kurz und knapp mit auf den Weg:

  • Was wird wo und wann geshootet?
  • Wo ist die Location? Wie gestaltet sich die Anreise?
  • Kannst du eine Begleitperson mitbringen?
  • Ist es ein TFP-Shooting oder erwartet der Fotograf eine Bezahlung?
  • Wie viele Fotos erhältst du?
  • Wie lange wird die Bearbeitung dauern? Was genau wird bearbeitet?
  • Erhältst du die Fotos unbearbeitet?
  • Wie darfst du die Fotos nutzen? Credits?

Je detaillierter ihr alles besprochen habt, desto weniger Missverständnisse und Probleme wird es im Nachhinein geben. Am besten besprichst du diese Punkte schriftlich! So vermeidest du, dass mündliche Absprachen vergessen oder verdreht wiedergegeben werden.

Einige Fotografen bereiten für diesen Zweck auch einen TFP-Vertrag vor. So kann das besprochene vertraglich abgesichert werden. Bietet dein Fotograf keinen Vertrag, kannst du ihm auch einen entsprechenden Entwurf vorlegen. Entwürfe, Input und sogar konkrete Vorlagen findest du einfach über Google.

Good to know!

Zu guter Letzt möchte ich noch ein paar allgemeine Tipps, Infos und auch Warnungen mit auf den Weg geben. Denn leider gibt es auch unter Fotografen immer wieder einige schwarze Schafe. Egal wie gut du dich mit einem Fotograf verstanden oder wie detailliert du alles – sogar vertraglich – geklärt hast – es kann immer wieder zu Problemen kommen.

Recherche

Umso wichtiger ist es deshalb, dass du dich im Vorfeld möglichst genau mit dem Fotografen auseinander setzt. Nimm dir Zeit und recherchiere ausführlich wen du da um ein Shooting bitten möchtest. Dieser Aspekt ist nicht nur im Bezug auf die Seriosität des Fotografen, als auch im Vorfeld einer Bewerbung enorm wichtig. Schließlich solltest du genau wissen, ob es sich überhaupt lohnt sich für ein Shooting zu bewerben.

Beachte dabei unter anderem folgende Aspekte:

  • Wie heißt der Fotograf und woher kommt er?
  • Wie lange fotografiert er bereits?
  • Gehört Cosplay-Fotografie zu seinem Repertoire?
  • Hast du bereits etwas über den Fotografen (online) gehört oder gelesen?
  • Welche Cosplayer standen bereits vor seiner Linse?

Besonders der letzte Punkt ist äußerst interessant! Trau dich, schreib ein paar dieser Cosplayer an und bitte um ehrliche Erfahrungsberichte bezüglich des Fotografen. So erfährst du aus erster Hand, worauf du dich bei einem Shooting einlassen würdest.

Red Flags

Auch gibt es einige ganz konkrete „Red Flags“, die du ernst nehmen solltest.

  • Raten dir mehrere Cosplayer (unabhängig voneinander) von einem Shooting mit diesem Fotograf ab, dann hör auf sie!
  • Ist eine Begleitperson fürs Shooting unerwünscht oder sogar untersagt? Klingt nach keiner sicheren Umgebung!
  • Flirtet der Fotograf mit dir und erwähnt immer wieder potentielle Aktshootings? Wirkt äußerst unseriös!
  • Der Fotograf wirkt abgeneigt oder gibt dir keine konkrete Zu- oder Absage? Such weiter und finde jemanden, der wirklich Lust auf dich hat!
  • Absprachen mit dem Fotografen gestalten sich schwierig und ziehen sich in die Länge? Überdenke noch einmal, ob der Fotograf die richtige Wahl für dich ist!

Grundsätzlich solltest du unbedingt auf dein Bauchgefühl hören! Fühlst du dich unwohl oder unsicher, dann zwing dich nicht zu einem Shooting.

Keine Fotos trotz Shooting?

Wie bereits erwähnt, gibt es unter allen Fotografen leider auch ab und an ein paar schwarze Schafe. Auch einige, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind und an die du trotz guter Planung und Vorbereitung geraten kannst.

Manchmal hat ein Fotograf auch einfach eine schlechte Zeit und ist nicht per se problematisch.
Das häufigste Problem, dass dir dann begegnen wird: Du erhältst einfach keine Fotos!
Ich kann tatsächlich gar nicht mehr an einer Hand abzählen, wie häufig mir das schon passiert ist. Sogar mit Fotografen, mit denen man eigentlich gut in Kontakt stand.

Häufig hört man dann die Aussage „Meine Festplatte ist defekt und meine Daten sind verloren!“. Ehrlich, ich habe diese Aussage schon so häufig gehört, dass ich diese bei Fotografen bereits beim ersten Mal kritisch hinterfrage. Manchmal erhält man aber auch gar keine konkrete Begründung. Letztendlich ist der Grund auch egal, das Problem bleibt bestehen: Man erhält einfach nie Fotos! Was kannst du aber tun, wenn genau dieser Fall eintritt?

Tatsächlich kannst du leider nicht besonders viel machen! Du kannst lediglich höflich nachfragen, wann du mit den Ergebnissen rechnen kannst. Dies kannst du dann nach einiger Zeit wiederholen und einfach hoffen. Allerdings empfinde ich das als sehr nervtötend und mit jedem Mal bekomme ich ein noch schlechteres Gefühl.

Deshalb habe ich mir selbst folgende Deadlines gesetzt

Wurde keine Deadline vereinbart oder wurde diese überschritten, dann frage ich das erste Mal nach ca. zwei Wochen nach den Fotos.
Verstreichen wieder zwei Wochen, nachdem ich bereits einmal nachgefragt habe, so frage ich ein weiteres Mal nach. Wurde also keine Deadline vereinbart, habe ich bereits 4 Wochen auf meine Fotos gewartet. Ab diesem Punkt frage ich dann auch nicht mehr nach. Sind 6 Monate verstrichen, akzeptiere ich, dass ich die Fotos niemals erhalten werde.

Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass es äußerst unwahrscheinlich ist, dass man nach mehr als 6 Monaten noch jemals Ergebnisse zu Gesicht bekommt.

Ich persönlich erwarte von einem Fotografen, dass er die Fotos innerhalb der Deadline oder falls keine Deadline vereinbart wurde, innerhalb von vier Wochen fertig bearbeitet hat.
Ich weiß, dass einige Fotografen und auch Cosplayer das ganze etwas lockerer sehen. Schließlich bearbeiten viele Fotografen die Fotos in ihrer Freizeit und bekommen kein Geld dafür.

Ich sehe es aber als eine Sache des Anstands, der Planung und Professionalität, wenn der Fotograf seine Shootings und Bearbeitung entsprechend timt. TFP funktioniert eben nur dann, wenn beide Parteien gleichermaßen professionell agieren. Der Cosplayer geht in Vorleistung und der Fotograf geht in Nachbearbeitung.

Ist dir das Risiko als Cosplayer zu groß, dann rate ich dir zu Pay-Shootings! Hier kommt ein konkreter Kaufvertrag zustande und das ganze Shooting bekommt eine neue Art der Verbindlichkeit.

Worte zum Abschluss

Es ist nicht so leicht einen geeigneten Fotografen für das perfekte Match zu finden! Gerade am Anfang, wenn man noch wenig Erfahrung hat, weiß man oft nicht, was man so genau möchte oder wo man anfangen soll.

Dennoch solltest du auf gar keinen Fall ein Shooting erzwingen!
Lass dir Zeit und hol dir Empfehlungen von Freunden! Du wirst sehen, nach und nach fügt sich alles und du findest den passenden Fotograf für dich.
Jetzt kennst du alle wichtigen Informationen rund um TFP-Shootings und bist gut vorbereitet.

Weitere Beiträge aus der Kategorie “Just Cosplay” findest du hier: 
category/just-cosplay/

Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos


Diese Bücher habe ich geschrieben:
sajalyn.com/buch

Besuche meinen etsy Shop:
shop/Sajalyn


Meine aktuellen Workshops & Jobs findest du hier:
sajalyn.com/workshop

3 Tipps wie du dein Gruppenshooting kurz und schmerzlos über die Bühne bringst

Ich bin zurück aus meinem Winterschlaf und begrüße dich im Jahr 2019 mit einem neuen Blogeintrag! Letzte Woche hatte ich die Ehre Teil eines großen Sailor Moon Gruppenshootings zu sein. Zehn Mädels, ein Fotograf und ein Assistent! Wie du es schaffst, dass ein Gruppenshooting schnell und reibungslos abläuft, verrate ich dir in 3 Schritten!

Planung ist die halbe Miete

Wenn du also ein Gruppenshooting planst, ist es äußerst wichtig, auf einige Dinge zu achten. Gleich zu Beginn, nachdem du weißt welches Thema oder Cosplay du umsetzen möchtest, steht die Auswahl der Teilnehmer. Wen möchtest du bei deinem Gruppenshooting dabei haben? Wer hat überhaupt Zeit? Wer wohnt zu weit weg? Ist das passende Cosplay vorhanden oder kann es rechtzeitig angefertigt werden? Sind die Personen zuverlässig? Verstehen sie sich untereinander oder stimmt die Chemie einfach nicht? Das sind alles Aspekte, die du beachten solltest, wenn du dich an die Planung wagst.

Meiner Meinung nach ist der wichtigste Aspekt, dass du Leute auswählst, auf die du dich verlassen kannst. Menschen, auf die du dich verlassen kannst, werden dafür sorgen, dass sie rechtzeitig mit ihrem Cosplay fertig vor Ort sind und dass das Shooting ein Erfolg wird. In der Planung ist es natürlich auch essentiell, dass du dich um einen Fotografen und auch am besten um mindestens einen Assistenten kümmerst.

Die Location sollte vorher geprüft und gebucht werden. Ich möchte hier nun nicht weiter in die Planung eintauchen, da der Schwerpunkt des Blogeintrags auf den Ablauf des Shooting liegt. Gut, also du hast zuverlässige und motivierte Menschen ausgewählt, die bei deinem Shooting mitmachen. Damit hast du bereits einen bedeutenden Punkt erfolgreich abgearbeitet.

Ein Ablaufplan kann dir das Shooting retten

Nun hast du das Gruppenshooting soweit geplant, dass alle Rahmenbedingungen geklärt sind. Theoretisch kanns doch jetzt los gehen, oder? Nicht ganz! Denn ich kann dir nur dringend empfehlen, dass du dir einen Ablaufplan anfertigst.

Der Ablaufplan sollte folgende Fragen beantworten:

– Wie viele verschiedene Fotos sind geplant?
– Wer wird auf welchem Foto zu sehen sein?
– Wer macht welche Pose? Stehend? Sitzend? Liegend?
– Wer steht neben wem?
– Wann wird welches Foto geschossen?
– Bei welchem Foto wird ein Assistent gebraucht?
– Wann wird bestimmte Deko gebraucht?

Die Liste kannst du beliebig fortsetzen, aber ich denke mit diesen 7 Punkten deckst du viele wichtige organisatorische Faktoren ab.

Sei der Dirigent!

Nun folgt mein dritter und letzter Tipp, um dein Gruppenshooting kurz und schmerzlos mit viel Erfolg über die Bühne zu bringen. Nachdem du dir einen Ablaufplan erstellt hast, siehst du nun hoffentlich deutlich wie viel Zeit das Shooting in etwa in Anspruch nehmen wird. Am Tag des Shootings hast du ein bestimmtes Zeitfenster, um all deine Pläne umzusetzen. Natürlich sollte das ganze in einem machbaren Rahmen sein. Bei unserem Sailor Moon Gruppenshooting haben wir uns gegen 11 Uhr getroffen, fingen gegen 12 an zu fotografieren und waren gegen 16 Uhr fertig.

Ein guter Schnitt für 10 Personen, 2 Gruppenfotos, mehrere kleine Gruppenfotos, als auch für je zwei Einzelfotos pro Person. Das ganze hat Neko, die auch das Shooting organisiert hat, möglich gemacht. Ihr Trick? Sie hat permanent darauf geachtet, dass man sich nicht zu lange mit einem Motiv beschäftigt hat, dass der Ablaufplan eingehalten wurde und dass sich alle stets konzentriert haben. Dazu gehört eben auch die Stimme zu erheben und zu dirigieren. Genau das ist mein dritter Tipp an dich. Sei ein Dirigent und gib den Ton an, wenn es nötig ist. Vergiss aber nicht, dass du dabei nicht zu streng bist, sondern jeder seine gute Laune behält und Spaß hat! 

Du hast bisher noch wenig Erfahrung im Posing sammeln können? Kein Problem, ich hab hier einige Beiträge, die dir dabei helfen besser zu werden. Der Podcast übers Posing:
All About Cosplay – 007 Posieren wie James Bond

Alle Beiträge zum Thema Posing findest du hier:
Posing & Fotografie

Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos


Hier findest du meine Bücher:
shop/Sajalyn


Meine aktuellen Workshops & Jobs findest du hier:
sajalyn.com/workshop

Cosplay Fotos mit Ausdruck: Mimik bewusst beim Posing einsetzen

Welche Grundlagen du beim Posing beachten solltest, habe ich dir bereits in dem Beitrag In 3 Schritten zu besserem Cosplay Posing erklärt. Nun, möchte ich dir einige Tipps mit auf dem Weg geben, wie du durch passende Mimik deine Cosplayfotos auf ein neues Level hebst!

Dieser Beitrag wurde zuletzt am 01.03.2026 aktualisiert.

Deine Mimik ist wichtig

Wir Cosplayer lieben Fotos! Damit es uns nicht langweilig wird, sollten diese Cosplayfotos natürlich langfristig möglichst abwechslungsreich sein. Dabei hilft nicht nur eine Vielzahl an unterschiedlichen Posen, sondern eben auch das, was sich in unseren Gesichtern abspielt.

In werde ich dir keine Anweisungen geben, welcher Gesichtsausdruck besonders gut zu welchem Charakter passt. Auch werde ich dir nicht sagen, wie du welchen Gesichtsmuskel bewegen musst. Stattdessen werde Ich dir Tipps geben, wie du die gewünschte Mimik erzeugen kannst. Welche Methoden helfen können, um authentische Emotionen hervorzurufen, um sich dieser beim Posing zu bedienen.

Vorher möchte ich dir noch verraten, warum ich immer wieder versuche mit meiner Mimik zu spielen!

Schau dir doch mal die nachfolgenden drei Fotos an. Du siehst drei völlig verschiedene Cosplays vor drei sehr unterschiedlichen Hintergründen. Dennoch habe ich für diese Cosplays dieselbe Pose genutzt. Die Pose unterscheidet sich in der Umsetzung kaum nennenswert voneinander. Mit Hilfe der Mimik habe ich der Pose aber jedes Mal eine leicht andere Stimmung vermittelt.

Während die Pose bei Catra (Links) eher verschmitzt und berechnend wirkt, so wirkt sie bei Ai (Mitte) sanft. Prinzessn Peach (Rechts) unterscheidet sich nur dezent von Ai, aber dennoch spürt man, dass Ais Lächeln sanfter ist. Peach lächelt merklich herzlicher.

Jeder empfindet Emotionen anders und drückt sie auf unterschiedliche Art und Weise aus. Beim Posing mit Mimik zu arbeiten, kann für den ein oder anderen zunächst einmal eine Überwindung sein. Besonders starke Emotionen auszudrücken, ist ungewohnt und es fällt einem schwer für sich selbst zu beurteilen, ob die Umsetzung gelungen ist.

Sylvie – Loki (2021)

Lesetipp: Der ultimative Posing-Tipp: Körperhaltung & Körperspannung

Welche Emotion möchtest du erwecken?

Überlege dir zunächst, welchen Gesichtsausdruck du zum besten geben möchtest. Überlege vorab auch, welches Posing zur gewünschten Emotion passen würde. Gehe in dich und konzentriere dich auf Dinge, wie etwa ein Ereignis, das dieses Gefühle bei dir hervorruft. Während du also an dieses Ereignis denkst, gibst du dir die Chance die damals empfundenen Gefühle erneut abzurufen.

Am besten gebe ich dir ein paar konkrete Beispiele. Möchtest du auf deinem Foto wütend wirken, dann denke an Personen, Ereignisse oder Erinnerungen, die dich wütend machen. Konzentriere dich genau auf diese Gedanken während du in Pose stehst und in die Kamera blickst oder zum Beispiel deinen Cosplaypartner ansiehst. Oft hilft es auch, wenn du schnell in Stößen ein- und ausatmest.

Möchtest du einen zärtlichen Gesichtsausdruck, dann denke an etwas, dass du gerne hast und sogar beschützen möchtest. Mir hilft es sehr, wenn ich dabei an kleine süße Katzenbabies denke. Das lockt mir zuverlässig ein leichtes und liebevolles Lächeln auf die Lippen.

Ennui – Alles steht Kopf 2 (2024)

Weitere Methoden

Diesen Trick kannst du für jede beliebige Emotion anwenden. Dir muss lediglich etwas einfallen, an das du denken kannst, das diese entsprechende Emotion bei dir hervorlockt. Manchmal hilft auch die Erinnerung an eine Filmszene oder das Hören von Musik.

Alternativ kannst du dir auch immer Bilder von Menschen ansehen, die gerade die gewünschte Mimik zeigen. Durch das längere Betrachten der jeweiligen Emotion, kannst du diese relativ einfach spiegeln. Der Trick dabei ist, dass wir Menschen empathisch auf andere reagieren und ein intensives Betrachten eines Gesichts mit entsprechender Emotion dabei hilft, diese zu spiegeln.

Auch die Analyse von Mimik kann bei der Reproduktion hilfreich sein. Sind Menschen wütend, so kneifen sie tendenziell die Augen zusammen und pressen die Lippen fest aufeinander. Wird aus vollem Herzen gelacht, so kannst du dir sicher sein, dass auch die Augen „mitlachen“ und zu strahlen beginnen. Augen lügen nicht. Möchtest du also bewusst eine verzerrte Mimik darstellen, so ist ein wichtiger Indikator, dass die Augen eine andere Emotion preisgeben als das restliche Gesicht. Ein Lächeln wirkt nur dann ehrlich, wenn die Augen daran beteiligt sind. Eine wichtige Erkenntnis für den ein oder anderen Bösewicht, findest du nicht?

Locker bleiben!

Spiele locker mit deiner Mimik und verkrampfe nicht. Manchmal ist weniger mehr und manchmal ist auch „mehr“ mehr. Finde deinen eigenen Stil und teste dich einfach aus. Natürlich kannst du vor dem Spiegel üben, um zu sehen wie dein Gesichtsausdruck wirkt. Beim Üben kann es durchaus hilfreich sein, wenn du extreme Gesichtsausdrücke ausprobierst, um dich besser kennen zulernen. Du wirst sehen, wie sehr sich deine Cosplayfotos verändern, wenn du nur ein wenig an deiner Mimik arbeitest!

Cosplayer als Columbia aus The Rocky Horror Picture Show
Columbia – The Rocky Horror Picture Show (2019)

Weitere Beiträge zum Thema findest du hier:
category/posing-fotografie/

Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos

Hier findest du meine Bücher:
shop/Sajalyn


Meine aktuellen Workshops & Jobs findest du hier:
sajalyn.com/workshop

Cosplay Haare in Bewegung – Hairflip leicht gemacht

Wir alle kennen diese Fotos: wallende Mäntel und fliegendes Haar denken uns: „Oh mein Gott! Ich möchte auch ein dynamisches Cosplayfoto!“

Häufig entstehen solche dynamischen Fotos dadurch, dass das Model bereits fertig in Pose steht und ein Assistent auf Absprache die Haare oder andere Kostümteile wirft. Lange habe ich diese dynamischen Fotos bewundert und mir selbst solche gewünscht.

Dieser Beitrag wurde zuletzt am 01.03.2026 aktualisiert.

Tatsächlich habe ich selten (bis nie) die Möglichkeit meine Cosplays mit Assistent zu fotografieren. In der Regel sind es nur mein Fotograf und ich. Oder ich shoote ganz alleine und bin dank Selbstauslöser und Timer Cosplayer und Fotograf zugleich. Ich dachte mir, dass es doch auch ohne Hilfe zu schaffen sei dynamische Cosplayfotos zu zaubern. Und siehe da, es hat geklappt!

Damit du nicht auf coole Hairflips verzichten musst, zeige ich dir, wie du deine Haare – ganz ohne fremde Hilfe – in Bewegung versetzen kannst.

Hairflips ohne Assistenten – So geht’s

Je nach Pose und auch je nach Perücke, teile ich die Haare in mehrere Partieren und bereite sie entsprechend vor. Soll mein Gesicht von beiden Seiten mit wehenden Haaren umgeben sein, teile ich sie in der Regel in zwei Hälften, welche ich gleichmäßig auf beide Schultern verteile. Stehe ich seitlich, teile ich die Haare nur dann auf, wenn diese an einem Stück nicht gut fliegen würden. Der Flip passiert bei seitlichen Posen einseitig.

Häufig sind mehrere Anläufe nötig, um ein Gefühl für das zu fliegende Material zu entwickeln. Und so gehe ich im Detail vor:

  • Ich teile die Haare auf und verteile sie auf meinen Wunschseite(n). Ich achte darauf, dass die Haare nicht verknotet sind, sodass sie beim Fliegen ein optisch schönes Bild ergeben.
  • Nun schiebe ich meine Unterarme unter die aufgeteilten Haarpartien. Es sollten keine Haare auf der Schulter liegen bleiben.
  • Der Fotograf macht sich für eine (Serienbild-)Aufnahme bereit.
  • Ich überlege mir, wie ich Arme und Hände für die finale Pose platzieren möchte. Ich teste vorab was möglich ist und wie der Wurf aussieht.
  • Ist alles soweit klar und der Fotograf bereit, so werfe ich meine Arme mit viel Schwung nach oben und hinten. Die Bewegung soll dafür sorgen, dass die Haare hinter den Kopf geworfen werden.
  • Die Wurfbewegung beende ich noch im Flug, sodass meine Hände an der gewünschten Stelle in Pose gehen können. Allerdings, ohne beim Wurf an Schwung zu verlieren. Die Haare müssen schließlich vollständig geworfen werden.

Zugegeben, das klingt etwas komplizierter, als es in Wirklichkeit ist. Zur Veranschaulichung habe ich dir den Vorgang einmal Schritt für Schritt fotografisch festgehalten.

Selten ist das erste Foto perfekt. Das Timing ist entscheidend! Stell dich darauf ein, den Wurf mehrfach zu wiederholen, bis der Fotograf das perfekte Foto eingefangen hat. Ist die Perücke zu kurz oder zu schwer, kann es sein, dass ein Hairflip ohne Hilfe nicht möglich ist. Sei daher offen es in aller Ruhe auszuprobieren und lass dich nicht stressen. Es kostet nichts den dynamischen Wurf einmal zu testen. Nicht selten musste ich feststellen, dass beispielsweise ein Kostüm oder eine Perücke für diese Art von Posing nicht geeignet ist.

In folgendem Video kannst du sehen, wie ich meine Haare, bzw. die Haare meiner Perücke, ohne Hilfe selbst werfe. Achtung: Es ist nicht zwingend notwendig den Kopf für den Wurf nach vorne zu beugen. Allerdings kann es hilfreich sein den Kopf nach vorne zu beugen, um die Arme leichter unter die jeweiligen Haarpartien zu platzieren.

Mehr als nur eine wehende Mähne

Natürlich kannst du auf diese Weise nicht nur Haare in Bewegung versetzen. Mit demselben Prinzip kannst du auch Mäntel, Röcke und andere Teile deines Kostüms dynamisch inszenieren. Teste was möglich ist und überlege dir wie deine finale Pose in etwa aussehen soll. So klappt es ganz bestimmt!

Manchmal ist es auch nötig, dass du deiner Pose gesamt etwas mehr Schwung verleihst und die Wurfbewegung so unterstützt. Anstatt steif in der Pose zu stehen, kannst du die Wirkung unterstützen, in dem du deine Pose aus der Bewegung heraus einnimmst.

Nicht jedes Material ist dafür geeignet, um ihn (selbst) zu werfen. Manche Stoffe fliegen nicht besonders gut und sollten eher von oben herab fallen gelassen werden. Die natürliche Flugbewegung ist so deutlich natürlicher.

Lese-Tipp: Dynamische Cosplayfotos – Tipps & Tricks

Wenn du die Möglichkeit hast, dass die Haare deiner Perücke (oder Kostümteile) fallen gelassen werden können, dann solltest du diese Methode zuerst nutzen. In der Regel sieht die dynamische Bewegung nämlich beim Fallen authentischer aus.

Ich hoffe dieses Tutorial hat dir gezeigt, dass du auch ohne Assistenten richtig coole dynamische Fotos kreieren kannst. Und jetzt: An die Haare und werft was das Zeug hält!

Weitere Posing Tipps findest du hier: category/posing-fotografie/

Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos


Hier findest du meine Bücher:
shop/Sajalyn


Meine aktuellen Workshops & Jobs findest du hier:
sajalyn.com/workshop

In 3 Schritten zu besserem Cosplay Posing

Dein Cosplay ist fertig und du bist so Stolz auf dein Ergebnis, dass du es nun in Szene setzen möchtet? Aber vor der Kamera fühlst du dich unsicher? Keine Sorge! In diesem Blogeintrag zeige ich dir in drei einfachen Schritten, wie du deine Cosplayfotos auf das nächste Level bringst.

Dieser Beitrag wurde zuletzt am 28.02.2026 aktualisiert.

Vor der Kamera zu stehen, kann durchaus einschüchternd wirken. Mit etwas Übung gewöhnst du dich sehr schnell daran. Zunächst zeige ich dir anhand praktischer Beispiele, wie du selbst zum Posingexperten wirst. Sieh dir zu Beginn doch bitte einmal die drei unten stehenden Bilder an.

Hast du dir die drei Bilder angesehen? Ist dir eine Gemeinsamkeit aufgefallen? So unterschiedlich diese drei Bilder, Cosplays und Posen auch sind, so eint sie doch eine wichtige Gemeinsamkeit.

Körperspannung ist alles

Egal, ob du dein Cosplay im Stehen, Sitzen oder sogar im Liegen fotografieren möchtest – Körperspannung ist für gutes Posing unerlässlich. Klingt relativ einfach, oder?

Machst du Sport oder hast du in deiner Kindheit Sport gemacht, so wirst du mit der entsprechenden Körperspannung bereits vertraut sein. Wenn nicht, so ist das auch kein Beinbruch. Jeder kann lernen seinen Körper entsprechend anzuspannen. Es ist auch nicht so schwierig, mit folgenden Tipps gelingt es auch dir ganz leicht.

So geht’s: Stell dich einfach einmal gerade hin, versuche möglichst aufrecht zu stehen. Stelle deine Füße in etwa schulterbreit auseinander und drücke nun deine Schultern leicht nach hinten. Merkst du schon, dass du größer wirst und dein gesamter Körper sich aufrichtet? Gut, nun versuche noch zusätzlich deine Bauchmuskeln anzuspannen. Perfekt!

So wichtig Körperspannung auch ist, so solltest du es nicht übertreiben und verkrampfen. Spannst du zu sehr an, wirkst du steif und drückst versehentlich deine Knie nach hinten durch. So verlierst du deinen festen Stand, bekommst O-Beine und die gewünschte Wirkung verpufft. Der Trick ist, den Körper soweit anzuspannen, dass du größer wirkst, ohne zu verkrampfen. Mit etwas Übung gelingt dir das sicher mit Links!

Was die richtige Körperspannung ausmacht und wie sie aussehen sollte, kannst du hier nachlesen:
Der ultimative Posing-Tipp: Körperhaltung & Körperspannung

Liegt dir diese Art, um die gewünschte Körperspannung zu erreichen nicht, so habe ich noch eine weitere Methode für dich: Stell dir vor, dass dich jemand an deinen Haaren nach oben zieht. Da es weh tun würde, würde tatsächlich jemand deinen Körper an deinen Haaren nach oben ziehen, gibst du dieser Bewegung natürlich nach. So lange und so weit, bist du absolut aufrecht, gerade und mit Spannung stehst. Du wirkst also sofort größer und hast mehr Ausstrahlung!

Momo Ayase – Dandadan (2025)

Vorlagen & Inspirationen

Nun kennst du den Grundstein für jedes gute Posing. Aber natürlich möchtest du mehr als nur angespannt vor der Kamera stehen. Du möchtest sicher auch charaktergetreu Posen. Weißt du bereits, welche Pose zu deinem Charakter passt?

Der zweite wichtige Schritt für bessere Fotos von deinem Cosplay, ist es, vor dem Fotoshooting zu recherchieren. Informiere dich darüber wie dein Charakter dargestellt wird. Welche Mimik oder welche Gestik zeichnet ihn aus? Wie sieht die Persönlichkeit deines Charakters aus und welche Posen spiegeln diese wider?

Häufig nutze ich für meine Recherche die Plattform Pinterest und lege mir sogenannte Moodboards als Pinnwände an. Sie helfen mir, einen guten Überblick darüber zu bekommen, wie der Charaktere, den ich cosplaye, dargestellt wird. Ich speichere mir offizielle Darstellungen, Screenshots, Fotos von anderen Cosplayern und auch gezeichnete Fan-Arts ab. Also so ziemlich alles, das mir hilf passende Posen oder Fotoideen für meinen Charakter zu finden.

Ich nutze diese Bilder als Vorlagen und zur Inspiration. Beim nächsten Shooting weiß ich dann zum Beispiel, dass Toga Himiko sich häufig mit den Händen ins Gesicht fasst und verrückt grinst. Genau das, versuche ich dann bei einem Fotoshooting nachzustellen.

Je mehr unterschiedliche Vorlagen du hast, desto mehr Variation kannst du bieten. Scheu dich auch nicht davor einige Posen abzuwandeln oder dich nur ganz grob an deinen Vorlagen zu orientieren. Letztendlich sind diese nur eine kleine Starthilfe für dein individuelles Posing.

Freie Interpretation statt steife Akkuratesse

Solltest du eine Vorlage finden, die du unbedingt möglichst akkurat umsetzen möchtest, dann solltest du folgendes bedenken: Es wird dir vermutlich nur selten gelingen eine Vorlage (ohne Photomanipulation) perfekt umzusetzen. Häufig handelt es sich bei Vorlagen um gezeichnete Charaktere mit unrealistischen Körperformen oder um Fotos, bei denen mit entsprechenden Tricks gearbeitet wurde.

Auch die jeweilige Körperform oder Körperlänge des Cosplayers spielt beim Posing eine Rolle. Es gibt nur sehr wenige Vorlagen, die wirklich realistisch und akkurat in die Realität übertragen werden können. Mach dich deshalb nicht unnötig verrückt. Nutze sie als das was sie sind: Inspiration für dein individuelles Posing und nicht als steifes Rezept für ein vermeintlich perfektes Foto.

Übung macht den Meister

„Übung macht den Meister!“ – Das ist ungefähr der Satz, den niemand gerne zu hören bekommt. Aber auch beim Posing im Cosplay ist diese Aussage nur zu stimmig.

Je öfter du die Chance hast vor der Kamera zu stehen, desto häufiger übst du mit der richtigen Körperspannung, bestimmte Posen nachzuahmen. Übe ganz einfach vor dem Spiegel, nutze den Selbstauslöser oder die Timerfunktion deiner Kamera bzw. deines Smartphones oder bitte Freunde oder Familie darum, Fotos von dir in deinem Cosplay zu machen. Es wird dir mit jedem Shooting leichter fallen. Gleichzeitig lernst du dich selbst kennen und erkennst, welche Posen dir liegen, welche Winkel dir schmeicheln und ganz generell: Was dir einfach am besten gefällt!

Das war’s?

Nun hast du die drei wichtigsten Bausteine kennengelernt, die dir dabei helfen werden, noch besser vor der Kamera zu posieren. Natürlich gibt es beim Posing noch weitere Kniffe, die dir helfen werden deine Technik zu verfeinern. Aber mit diesen Grundlagen hast du das perfekte Grundgerüst geschaffen, um dich persönlich weiterzuentwickeln.

Möchtest du noch mehr über Posing lernen, dann kann ich dir noch folgende Beiträge ans Herz legen:

Und jetzt leg los und hab Spaß!

PS: Du willst mehr? Dann hör dir unbedingt meinen Podcast an:
All About Cosplay – 007 Posieren wie James Bond
All About Cosplay 049 – Selbstwahrnehmung und Fotobearbeitung
All About Cosplay 055 – Perspektivenwechsel Fotoshooting

Weitere Beiträge zum Thema Posing findest du hier:
/category/posing-fotografie/

Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos

Diese Bücher habe ich geschrieben:
sajalyn.com/buch

Besuche meinen etsy Shop:
shop/Sajalyn


Meine aktuellen Workshops & Jobs findest du hier:
sajalyn.com/workshop