Die Corona Krise hat uns alle hart getroffen. Wir Cosplayer weinen unseren Cosplay Conventions hinterher und vermissen die gute Zeit mit Freunden, die wir dort gehabt hätten. Auch Fotoshootings und sonstige offline Treffen sind betroffen.
Was also tun mit der neu gewonnenen Zeit, die wir nur zu Hause verbringen dürfen? Ich hab mir ein paar Gedanken gemacht und für dich Ideen gesammelt, wie du deine Corona-Freizeit sinnvoll nutzen kannst. Für die meisten meiner Vorschläge, musst du nicht einmal Geld in die Hand nehmen!
PS: Eine Idee, die ich auf Twitter aufgeschnappt habe, möchte ich dir hier noch kurz vorstellen: Story Time Während du im Cosplay bist, könntest du dir doch einen Moment Zeit nehmen und eine Geschichte laut vorlesen. Natürlich filmst du das ganze und stellst es via IGTV oder YouTube zur Verfügung. Über dieses Video werden sich sicher viele Kinder und auch Eltern freuen!
Wir alle kennen sie und wir alle cosplayen sie: Charaktere, die keine typischen Posen aufweisen.
Was ich damit meine? Charaktere, die keine – Super Hero Landing hinlegen – Magical Girl Verwandlung vollführen – charakteristische Kampfpose einnehmen – und und und..
Nehmen wir zum Beispiel Daenerys Targaryen aus Game of Thrones. Wenn du genau drüber nachdenkst, wird dir auffallen, dass die beliebte Khaleesi selten „etwas macht“. Oft steht oder sitzt sie nur bedeutungsvoll in der Gegend rum, schwingt Reden oder reitet einen Drachen. Tja, da helfen dann auch selten Vorlagen und Fan Arts des Charakters weiter.
Aber keine Sorge, ich hab den ultimativen Tipp für dich. Posen, die du immer ausprobieren kannst und die auch fast immer passen. Das mag dich vielleicht überraschen und vielleicht magst du dich auch erstmal dagegen wehren. Aber glaub mir, am Ende ist es einen Versuch wert und ich bin mir sicher, dass du irgendwann regelmäßig auf diesen Trick zurückgreifen wirst!
„Charakterlose“ Posen
Charakterlose Posen ist nichts weiter als ein mystifizierter Begriff für „bedien dich an Posen aus anderen Bereichen“. Was ich damit meine? Ganz einfach: Teste Posen aus den Bereichen Fantasy & Fashion
Vielleicht sagst du jetzt, was will ich mit Fashion Posen, ich mach hier doch Cosplay! Klar, aber nicht jeder Charakter hat eine typische Pose (siehe Daenerys). Damit also das Fotoshooting nicht nach drei Bildern gleich vorbei ist, musst du eben kreativ werden.
Fashion Posen bieten sich hier hervorragend an, denn sie bieten ein breites Spektrum von dezent bis extravagant. Passend zu fast jedem Charakter. Du glaubst mir nicht? Dann zeige ich dir hier ein paar Beispiele
Wie du siehst, ist das alles kein Hexenwerk und es entstehen super schöne Bilder. Gerade bei meinem Starfire Cosplay habe ich immer besonders gerne auf Fashion Posen zurückgegriffen!
Vorlagen zu Fashion Posen
Auch bei Fashion oder Fantasy Posen kannst du super mit Vorlagen arbeiten. So musst du nicht jede Pose auswendig lernen oder erst selbst erfinden. Auf Pinterest gibt es eben nicht nur unzählige Bilder zu Cosplayern und Fan Arts. Du findest dort auch viele Ideen, Anregungen und Beispiele für Fashion Posen.
Such hier einfach nach Posen passend zum Geschlecht des Charakters und wirst eine Vielzahl an Vorschlägen erhalten. Du musst natürlich nicht selbst Pinnwände anlegen, sondern kannst auch passenden Pinnwänden anderer Nutzer folgen. Eine kleine Pinnwand habe ich für dich aber schon mal angelegt: Pose Ideas – Posing for Women Pose Ideas – Posing for Men
Bevor ich angefangen habe Workshops über Posing zu halten, war ich selbst in ein paar Workshops und Vorträgen. Viel zu selten aber wurde das Thema behandelt, welches jeder Cosplayer beim Posing unbedingt wissen möchte! Was zum Teufel mache ich mit meinen Händen?
Wer schon einmal in einen meiner Vorträge gewesen ist, weiß, dass ich diesem Thema ein eigenes Kapitel gewidmet habe. Nicht ganz so ausführlich, aber doch hilfreich, möchte ich dir nun in meinem Blog ein paar Tipps mit auf den Weg geben. Vor allem dann, wenn du als Cosplayer keine Prop zur Hand hast und dir deine Hände völlig frei zur Verfügung stehen.
Eine Hand findet stets ihren Weg
Schon legen wir auch los! Eine etwas kryptische Überschrift, die aber eine ganz klare Aussage in sich birgt. Häufig ist man beim Posing überfordert welche Rolle die eigenen Hände spielen sollen. Über die Jahre hinweg habe ich die Erfahrung gemacht, dass es für die meisten Cosplayer kein Problem darstellt eine Hand in Pose zu bringen. Oder wie ich so gerne sage: aufzuräumen.
Mysteriöser Weise findet eine Hand immer ihren Platz. Einen Platz, mit dem du höchst wahrscheinlich auch sehr zufrieden sein wirst. Das ist super! Nur, was machen wir jetzt mit der anderen Hand? Nun, dafür habe ich folgende Methoden.
Spiegeln
Eine der beiden einfacheren Methoden ist, einfach das zu spiegeln, was die erste Hand tut. Stemmst du also deine erste Hand in die Hüfte, so stemme auch deine zweite Hand in die Hüfte – natürlich gespiegelt. Steckst du also deine rechte Hand in die rechte Hosentasche (bitte nie die ganze Hand, sondern entweder nur den Daumen oder alle Finger bis auf den Daumen), dann spiegelst du diese Geste mit der linken Hand, indem du sie in die linke Hosentasche steckst.
Ich glaube das Prinzip ist relativ einfach und funktioniert auch fast immer. Klar, es gibt schönere Methoden, aber sie ist doch schon sehr effektiv.
Unterstütze die erste Hand
Ähnlich einfach wie das Prinzip die Geste der ersten Hand zu spiegeln, ist diese Idee. Anstatt, dass du mit deiner zweiten Hand spiegelst, was die erste tut, so unterstützt du einfach die erste Hand. Klingt erstmal verwirrend, aber ist doch sehr einleuchtend. Wenn du also zum Beispiel die erste Hand sanft in dein Gesicht legst, so unterstützt die zweite Hand dadurch, dass du sie an das Handgelenk der ersten anlegst.
Das funktioniert übrigens auch gut für Props, die man üblicherweise nur in einer Hand hält.
Fotograf: viii.nerd
Eine sehr beliebte Geste von mir, die auch in Insider Kreisen schon scherzhaft die SajaLyn-Pose genannt wurde, funktioniert nach diesem Prinzip. Während ich meine erste Hand nach oben strecke (den Oberarm im rechten Winkel zu meinem Körper), nehme ich die zweite Hand und stütze damit den Ellbogen der ersten Hand. Der zweite Arm ist also senkrecht vor meinem Körper. So, dass eben mein rechter Arm nicht einfach so in der Luft schwebt.
Schwer zu beschreiben, aber anhand der Fotos wirst du sofort sehen was ich meine:
Nutze unterschiedliche Ebenen, Höhen und Tiefen
Hier kommt auch schon mein letzter Tipp! Wenn du kreativ bist, wirst du dir für beide Hände unterschiedliche Gesten einfallen lassen. Das klappt zum Beispiel besonders gut aus der Bewegung. Achtung, jetzt kommt der Tipp: achte bei dieser Variante am besten darauf, dass du unterschiedliche Ebenen, Höhen und Tiefen nutzt.
Was ich damit meine ist, wenn die linke Hand auf Kopfhöhe ist, ist es schöner, wenn die rechte nicht auf der gleichen Höhe ist. Platziere sie zum Beispiel einfach etwas tiefer. Oder wenn du eine Hand nach vorne Richtung Kamera streckst, dann nutze die andere Hand um sie nah bei dir zu belassen. Vielleicht legst du sie sanft ans Schlüsselbein.
Du kannst eigentlich immer mit verschiedenen Ebenen arbeiten. Sogar, wenn du die erste Geste nur spiegelst. Gerade wenn du die erste Hand mit der zweiten Hand unterstützt, sieht es schöner aus, wenn du mit unterschiedlichen Ebenen arbeitest.
Mit diesen Tipps bist auf jeden Fall gut für das nächste Shooting vorbereitet. Probier sie doch mal aus und schreib mir unbedingt in die Kommentare, ob ich dir helfen konnte! Oder du hast vielleicht eigene Tipps und möchtest sie mit mir und den anderen Lesern teilen. Ich freu mich auf deinen Kommentar.
In meinem Blogeintrag „In 3 Schritten zu besseren Cosplay Fotos“ habe ich dir bereits einige Tipps mit auf den Weg gegeben. Unter anderem, wo du dir Vorlagen als Orientierung für dein nächstes Fotoshooting holen kannst. Diesen Punkt möchte ich nun in diesem Beitrag etwas näher beleuchten.
Vorlagen können dir manchmal echt den Arsch retten, besonders wenn du ein neues Cosplay fotografiert haben möchtest. Vorlagen dienen dir unter anderem als Inspiration für Posen, dabei kannst du versuchen die Pose der Vorlage exakt zu kopieren oder sie einfach nur zur Orientierung nutzen.
Woher nehmen, wenn nicht stehlen?
Aber woher bekommst du nun deine Vorlagen? Natürlich kannst du dich an anderen Cosplayern orientieren. Wie haben sie den Charakter umgesetzt? Ist eine Pose dabei, die dir besonders gut gefällt? Wenn du die Pose, bzw. das Foto, exakt kopierst, solltest du allerdings Credits geben. Also einfach kurz Erwähnen von wem du die Idee hast. Das kostet dich keinen Cent und der andere Cosplayer weiß, dass du seine Idee toll fandest und sie nicht einfach „stehlen“ wolltest.
Es gibt aber auch noch eine weitere Methode um an Vorlagen zu kommen: Pinterest
Pinterest, dein Freund & Helfer
Pinterest ist optimal dafür geeignet thematische Pinnwände anzulegen. So kannst du zum Beispiel für einen Charakter eine ganz eigene Pinnwand anlegen. Dort speicherst, bzw. pinnst, du alle Bilder, die dir weiterhelfen. Ein Beispiel:
Du siehst hier meine Pinterest Pinnwand namens Starfire – Teen Titans – Rebirth – New 52 – Judas Contract – casual – Bombshell ein echt langer Name, ich weiß. Du kannst deine Pinnwand, zum Beispiel, auch einfach nur Starfire nennen. Auf dieser Pinnwand pinne ich alle Starfire Bilder (FanArts & Cosplay Fotos), die mir gut gefallen und mir helfen den Charakter besser zu verstehen und darzustellen.
Was genau ist Pinterest eigentlich?
Pinterest ist im Prinzip eine Suchmaschine, die sich auf Bilder und Videos spezialisiert hat. Über die Suche gibst du einfach einen Suchbegriff ein, der dich interessiert und los geht’s. Ab und an schlägt dir Pinterest einen spezifischeren Suchbegriff vor, das kann gerade zu Beginn sehr hilfreich sein, wenn du nicht genau weißt wie du suchen sollst.
Hast du ein Bild gefunden, das dir gefällt, dann pinnst du es. Hierfür solltest du dir thematische Pinnwände anlegen. Stell dir Pinterest einfach wie einen Ordner vor, der viele Ideen beinhaltet. Um schnell auf die passende Idee zugreifen zu können, ist es sinnvoll diese Ideen (Pins) in verschiedene Kategorien (Pinnwände) zu sortieren.
So kannst du gezielt auf diese Pins zurückgreifen, wann immer du sie brauchst. Empfehlenswert ist es deshalb, wenn du diese Methode nutzt, die Handy App herunterzuladen. So kannst du immer und überall auf deine Pinnwände zugreifen.
Pinnwänden & anderen Usern folgen
Natürlich gibt es auf Pinterest auch die Möglichkeit anderen Usern, oder einfach anderen Pinnwänden, zu folgen. Folgst du jemanden, so bekommst du die Pins des anderen in eine Art News Feed angezeigt. Wenn du also jemanden kennst, der besonders interessante Pinnwände macht, dann solltest du dieser Person folgen. So bekommst ganz automatisch tolle Bilder angezeigt.
Ich habe viele Pinnwände zu verschiedenen Charakteren, Make Up oder Vorlagen für universelle Posen. Schau doch mal vorbei: Sajalyn auf Pinterest
Bist du bereits auf Pinterest? Könntest du dir vorstellen diese Methode für dich zu nutzen? Schreibs mir in die Kommentare!
Welche Grundlagen du beim Posing beachten solltest, habe ich dir bereits in dem Beitrag In 3 Schritten zu besserem Cosplay Posing erklärt. Nun, möchte ich dir einige Tipps mit auf dem Weg geben, wie du durch passende Mimik deine Cosplayfotos auf ein neues Level hebst!
Deine Mimik ist wichtig
Wir Cosplayer lieben Fotos! Damit es uns nicht langweilig wird, sollten diese Cosplayfotos natürlich langfristig möglichst abwechslungsreich sein. Dabei hilft nicht nur eine Vielzahl an unterschiedlichen Posen, sondern eben auch das, was sich in unseren Gesichtern abspielt.
In werde ich dir keine Anweisungen geben, welcher Gesichtsausdruck besonders gut zu welchem Charakter passt. Auch werde ich dir nicht sagen, wie du welchen Gesichtsmuskel bewegen musst. Stattdessen werde Ich dir Tipps geben, wie du die gewünschte Mimik erzeugen kannst. Welche Methoden helfen können, um authentische Emotionen hervorzurufen, um sich dieser beim Posing zu bedienen.
Vorher möchte ich dir noch verraten, warum ich immer wieder versuche mit meiner Mimik zu spielen!
Schau dir doch mal die nachfolgenden drei Fotos an. Du siehst drei völlig verschiedene Cosplays vor drei sehr unterschiedlichen Hintergründen. Dennoch habe ich für diese Cosplays dieselbe Pose genutzt. Die Pose unterscheidet sich in der Umsetzung kaum nennenswert voneinander. Mit Hilfe der Mimik habe ich der Pose aber jedes Mal eine leicht andere Stimmung vermittelt.
Catra – SheRa (2020)Ai Hoshino – Oshi No Ko (2025)Prinzessin Peach – Super Mario Bros. Film (2025)
Während die Pose bei Catra (Links) eher verschmitzt und berechnend wirkt, so wirkt sie bei Ai (Mitte) sanft. Prinzessn Peach (Rechts) unterscheidet sich nur dezent von Ai, aber dennoch spürt man, dass Ais Lächeln sanfter ist. Peach lächelt merklich herzlicher.
Jeder empfindet Emotionen anders und drückt sie auf unterschiedliche Art und Weise aus. Beim Posing mit Mimik zu arbeiten, kann für den ein oder anderen zunächst einmal eine Überwindung sein. Besonders starke Emotionen auszudrücken, ist ungewohnt und es fällt einem schwer für sich selbst zu beurteilen, ob die Umsetzung gelungen ist.
Überlege dir zunächst, welchen Gesichtsausdruck du zum besten geben möchtest. Überlege vorab auch, welches Posing zur gewünschten Emotion passen würde. Gehe in dich und konzentriere dich auf Dinge, wie etwa ein Ereignis, das dieses Gefühle bei dir hervorruft. Während du also an dieses Ereignis denkst, gibst du dir die Chance die damals empfundenen Gefühle erneut abzurufen.
Am besten gebe ich dir ein paar konkrete Beispiele. Möchtest du auf deinem Foto wütend wirken, dann denke an Personen, Ereignisse oder Erinnerungen, die dich wütend machen. Konzentriere dich genau auf diese Gedanken während du in Pose stehst und in die Kamera blickst oder zum Beispiel deinen Cosplaypartner ansiehst. Oft hilft es auch, wenn du schnell in Stößen ein- und ausatmest.
Möchtest du einen zärtlichen Gesichtsausdruck, dann denke an etwas, dass du gerne hast und sogar beschützen möchtest. Mir hilft es sehr, wenn ich dabei an kleine süße Katzenbabies denke. Das lockt mir zuverlässig ein leichtes und liebevolles Lächeln auf die Lippen.
Ennui – Alles steht Kopf 2 (2024)
Weitere Methoden
Diesen Trick kannst du für jede beliebige Emotion anwenden. Dir muss lediglich etwas einfallen, an das du denken kannst, das diese entsprechende Emotion bei dir hervorlockt. Manchmal hilft auch die Erinnerung an eine Filmszene oder das Hören von Musik.
Alternativ kannst du dir auch immer Bilder von Menschen ansehen, die gerade die gewünschte Mimik zeigen. Durch das längere Betrachten der jeweiligen Emotion, kannst du diese relativ einfach spiegeln. Der Trick dabei ist, dass wir Menschen empathisch auf andere reagieren und ein intensives Betrachten eines Gesichts mit entsprechender Emotion dabei hilft, diese zu spiegeln.
Auch die Analyse von Mimik kann bei der Reproduktion hilfreich sein. Sind Menschen wütend, so kneifen sie tendenziell die Augen zusammen und pressen die Lippen fest aufeinander. Wird aus vollem Herzen gelacht, so kannst du dir sicher sein, dass auch die Augen „mitlachen“ und zu strahlen beginnen. Augen lügen nicht. Möchtest du also bewusst eine verzerrte Mimik darstellen, so ist ein wichtiger Indikator, dass die Augen eine andere Emotion preisgeben als das restliche Gesicht. Ein Lächeln wirkt nur dann ehrlich, wenn die Augen daran beteiligt sind. Eine wichtige Erkenntnis für den ein oder anderen Bösewicht, findest du nicht?
Locker bleiben!
Spiele locker mit deiner Mimik und verkrampfe nicht. Manchmal ist weniger mehr und manchmal ist auch „mehr“ mehr. Finde deinen eigenen Stil und teste dich einfach aus. Natürlich kannst du vor dem Spiegel üben, um zu sehen wie dein Gesichtsausdruck wirkt. Beim Üben kann es durchaus hilfreich sein, wenn du extreme Gesichtsausdrücke ausprobierst, um dich besser kennen zulernen. Du wirst sehen, wie sehr sich deine Cosplayfotos verändern, wenn du nur ein wenig an deiner Mimik arbeitest!
Wir alle kennen diese Fotos: wallende Mäntel und fliegendes Haar denken uns: „Oh mein Gott! Ich möchte auch ein dynamisches Cosplayfoto!“
Häufig entstehen solche dynamischen Fotos dadurch, dass das Model bereits fertig in Pose steht und ein Assistent auf Absprache die Haare oder andere Kostümteile wirft. Lange habe ich diese dynamischen Fotos bewundert und mir selbst solche gewünscht.
Tatsächlich habe ich selten (bis nie) die Möglichkeit meine Cosplays mit Assistent zu fotografieren. In der Regel sind es nur mein Fotograf und ich. Oder ich shoote ganz alleine und bin dank Selbstauslöser und Timer Cosplayer und Fotograf zugleich. Ich dachte mir, dass es doch auch ohne Hilfe zu schaffen sei dynamische Cosplayfotos zu zaubern. Und siehe da, es hat geklappt!
Damit du nicht auf coole Hairflips verzichten musst, zeige ich dir, wie du deine Haare – ganz ohne fremde Hilfe – in Bewegung versetzen kannst.
Hairflips ohne Assistenten – So geht’s
Je nach Pose und auch je nach Perücke, teile ich die Haare in mehrere Partieren und bereite sie entsprechend vor. Soll mein Gesicht von beiden Seiten mit wehenden Haaren umgeben sein, teile ich sie in der Regel in zwei Hälften, welche ich gleichmäßig auf beide Schultern verteile. Stehe ich seitlich, teile ich die Haare nur dann auf, wenn diese an einem Stück nicht gut fliegen würden. Der Flip passiert bei seitlichen Posen einseitig.
Häufig sind mehrere Anläufe nötig, um ein Gefühl für das zu fliegende Material zu entwickeln. Und so gehe ich im Detail vor:
Ich teile die Haare auf und verteile sie auf meinen Wunschseite(n). Ich achte darauf, dass die Haare nicht verknotet sind, sodass sie beim Fliegen ein optisch schönes Bild ergeben.
Nun schiebe ich meine Unterarme unter die aufgeteilten Haarpartien. Es sollten keine Haare auf der Schulter liegen bleiben.
Der Fotograf macht sich für eine (Serienbild-)Aufnahme bereit.
Ich überlege mir, wie ich Arme und Hände für die finale Pose platzieren möchte. Ich teste vorab was möglich ist und wie der Wurf aussieht.
Ist alles soweit klar und der Fotograf bereit, so werfe ich meine Arme mit viel Schwung nach oben und hinten. Die Bewegung soll dafür sorgen, dass die Haare hinter den Kopf geworfen werden.
Die Wurfbewegung beende ich noch im Flug, sodass meine Hände an der gewünschten Stelle in Pose gehen können. Allerdings, ohne beim Wurf an Schwung zu verlieren. Die Haare müssen schließlich vollständig geworfen werden.
Zugegeben, das klingt etwas komplizierter, als es in Wirklichkeit ist. Zur Veranschaulichung habe ich dir den Vorgang einmal Schritt für Schritt fotografisch festgehalten.
Selten ist das erste Foto perfekt. Das Timing ist entscheidend! Stell dich darauf ein, den Wurf mehrfachzu wiederholen, bis der Fotograf das perfekte Foto eingefangen hat. Ist die Perücke zu kurz oder zu schwer, kann es sein, dass ein Hairflip ohne Hilfe nicht möglich ist. Sei daher offen es in aller Ruhe auszuprobieren und lass dich nicht stressen. Es kostet nichts den dynamischen Wurf einmal zu testen. Nicht selten musste ich feststellen, dass beispielsweise ein Kostüm oder eine Perücke für diese Art von Posing nicht geeignet ist.
In folgendem Video kannst du sehen, wie ich meine Haare, bzw. die Haare meiner Perücke, ohne Hilfe selbst werfe. Achtung: Es ist nicht zwingend notwendig den Kopf für den Wurf nach vorne zu beugen. Allerdings kann es hilfreich sein den Kopf nach vorne zu beugen, um die Arme leichter unter die jeweiligen Haarpartien zu platzieren.
Mehr als nur eine wehende Mähne
Natürlich kannst du auf diese Weise nicht nur Haare in Bewegung versetzen. Mit demselben Prinzip kannst du auch Mäntel, Röcke und andere Teile deines Kostüms dynamisch inszenieren. Teste was möglich ist und überlege dir wie deine finale Pose in etwa aussehen soll. So klappt es ganz bestimmt!
Manchmal ist es auch nötig, dass du deiner Pose gesamt etwas mehr Schwung verleihst und die Wurfbewegung so unterstützt. Anstatt steif in der Pose zu stehen, kannst du die Wirkung unterstützen, in dem du deine Pose aus der Bewegung heraus einnimmst.
Nicht jedes Material ist dafür geeignet, um ihn (selbst) zu werfen. Manche Stoffe fliegen nicht besonders gut und sollten eher von oben herab fallen gelassen werden. Die natürliche Flugbewegung ist so deutlich natürlicher.
Wenn du die Möglichkeit hast, dass die Haare deiner Perücke (oder Kostümteile) fallen gelassen werden können, dann solltest du diese Methode zuerst nutzen. In der Regel sieht die dynamische Bewegung nämlich beim Fallen authentischer aus.
Ich hoffe dieses Tutorial hat dir gezeigt, dass du auch ohne Assistenten richtig coole dynamische Fotos kreieren kannst. Und jetzt: An die Haare und werft was das Zeug hält!
Dein Cosplay ist fertig und du bist so Stolz auf dein Ergebnis, dass du es nun in Szene setzen möchtet? Aber vor der Kamera fühlst du dich unsicher? Keine Sorge! In diesem Blogeintrag zeige ich dir in drei einfachen Schritten, wie du deine Cosplayfotos auf das nächste Level bringst.
Vor der Kamera zu stehen, kann durchaus einschüchternd wirken. Mit etwas Übung gewöhnst du dich sehr schnell daran. Zunächst zeige ich dir anhand praktischer Beispiele, wie du selbst zum Posingexperten wirst. Sieh dir zu Beginn doch bitte einmal die drei unten stehenden Bilder an.
Poison Ivy (2018)Columbia – The Rocky Horror Picture Show (2019)Flora – Winx Club (2022)
Hast du dir die drei Bilder angesehen? Ist dir eine Gemeinsamkeit aufgefallen? So unterschiedlich diese drei Bilder, Cosplays und Posen auch sind, so eint sie doch eine wichtige Gemeinsamkeit.
Körperspannung ist alles
Egal, ob du dein Cosplay im Stehen, Sitzen oder sogar im Liegen fotografieren möchtest – Körperspannung ist für gutes Posing unerlässlich. Klingt relativ einfach, oder?
Machst du Sport oder hast du in deiner Kindheit Sport gemacht, so wirst du mit der entsprechenden Körperspannung bereits vertraut sein. Wenn nicht, so ist das auch kein Beinbruch. Jeder kann lernen seinen Körper entsprechend anzuspannen. Es ist auch nicht so schwierig, mit folgenden Tipps gelingt es auch dir ganz leicht.
So geht’s: Stell dich einfach einmal gerade hin, versuche möglichst aufrecht zu stehen. Stelle deine Füße in etwa schulterbreit auseinander und drücke nun deine Schultern leicht nach hinten. Merkst du schon, dass du größer wirst und dein gesamter Körper sich aufrichtet? Gut, nun versuche noch zusätzlich deine Bauchmuskeln anzuspannen. Perfekt!
So wichtig Körperspannung auch ist, so solltest du es nicht übertreiben und verkrampfen. Spannst du zu sehr an, wirkst du steif und drückst versehentlich deine Knie nach hinten durch. So verlierst du deinen festen Stand, bekommst O-Beine und die gewünschte Wirkung verpufft. Der Trick ist, den Körper soweit anzuspannen, dass du größer wirkst, ohne zu verkrampfen. Mit etwas Übung gelingt dir das sicher mit Links!
Liegt dir diese Art, um die gewünschte Körperspannung zu erreichen nicht, so habe ich noch eine weitere Methode für dich: Stell dir vor, dass dich jemand an deinen Haaren nach oben zieht. Da es weh tun würde, würde tatsächlich jemand deinen Körper an deinen Haaren nach oben ziehen, gibst du dieser Bewegung natürlich nach. So lange und so weit, bist du absolut aufrecht, gerade und mit Spannung stehst. Du wirkst also sofort größer und hast mehr Ausstrahlung!
Momo Ayase – Dandadan (2025)
Vorlagen & Inspirationen
Nun kennst du den Grundstein für jedes gute Posing. Aber natürlich möchtest du mehr als nur angespannt vor der Kamera stehen. Du möchtest sicher auch charaktergetreu Posen. Weißt du bereits, welche Pose zu deinem Charakter passt?
Der zweite wichtige Schritt für bessere Fotos von deinem Cosplay, ist es, vor dem Fotoshooting zu recherchieren. Informiere dich darüber wie dein Charakter dargestellt wird. Welche Mimik oder welche Gestik zeichnet ihn aus? Wie sieht die Persönlichkeit deines Charakters aus und welche Posen spiegeln diese wider?
Häufig nutze ich für meine Recherche die Plattform Pinterest und lege mir sogenannte Moodboards als Pinnwände an. Sie helfen mir, einen guten Überblick darüber zu bekommen, wie der Charaktere, den ich cosplaye, dargestellt wird. Ich speichere mir offizielle Darstellungen, Screenshots, Fotos von anderen Cosplayern und auch gezeichnete Fan-Arts ab. Also so ziemlich alles, das mir hilf passende Posen oder Fotoideen für meinen Charakter zu finden.
Ich nutze diese Bilder als Vorlagen und zur Inspiration. Beim nächsten Shooting weiß ich dann zum Beispiel, dass Toga Himiko sich häufig mit den Händen ins Gesicht fasst und verrückt grinst. Genau das, versuche ich dann bei einem Fotoshooting nachzustellen.
Toga Himiko aus My Hero Academia (2018)
Je mehr unterschiedliche Vorlagen du hast, desto mehr Variation kannst du bieten. Scheu dich auch nicht davor einige Posen abzuwandeln oder dich nur ganz grob an deinen Vorlagen zu orientieren. Letztendlich sind diese nur eine kleine Starthilfe für dein individuelles Posing.
Freie Interpretation statt steife Akkuratesse
Solltest du eine Vorlage finden, die du unbedingt möglichst akkurat umsetzen möchtest, dann solltest du folgendes bedenken:Es wird dir vermutlich nur selten gelingen eine Vorlage (ohne Photomanipulation) perfekt umzusetzen. Häufig handelt es sich bei Vorlagen um gezeichnete Charaktere mit unrealistischen Körperformen oder um Fotos, bei denen mit entsprechenden Tricks gearbeitet wurde.
Auch die jeweilige Körperform oder Körperlänge des Cosplayers spielt beim Posing eine Rolle. Es gibt nur sehr wenige Vorlagen, die wirklich realistisch und akkurat in die Realität übertragen werden können. Mach dich deshalb nicht unnötig verrückt. Nutze sie als das was sie sind: Inspiration für dein individuelles Posing und nicht als steifes Rezept für ein vermeintlich perfektes Foto.
Übung macht den Meister
„Übung macht den Meister!“ – Das ist ungefähr der Satz, den niemand gerne zu hören bekommt. Aber auch beim Posing im Cosplay ist diese Aussage nur zu stimmig.
Je öfter du die Chance hast vor der Kamera zu stehen, desto häufiger übst du mit der richtigen Körperspannung, bestimmte Posen nachzuahmen. Übe ganz einfach vor dem Spiegel, nutze den Selbstauslöser oder die Timerfunktion deiner Kamera bzw. deines Smartphones oder bitte Freunde oder Familie darum, Fotos von dir in deinem Cosplay zu machen. Es wird dir mit jedem Shooting leichter fallen. Gleichzeitig lernst du dich selbst kennen und erkennst, welche Posen dir liegen, welche Winkel dir schmeicheln und ganz generell: Was dir einfach am besten gefällt!
Harley Quinn – Joker 2 (2023)
Das war’s?
Nun hast du die drei wichtigsten Bausteine kennengelernt, die dir dabei helfen werden, noch besser vor der Kamera zu posieren. Natürlich gibt es beim Posing noch weitere Kniffe, die dir helfen werden deine Technik zu verfeinern. Aber mit diesen Grundlagen hast du das perfekte Grundgerüst geschaffen, um dich persönlich weiterzuentwickeln.
Möchtest du noch mehr über Posing lernen, dann kann ich dir noch folgende Beiträge ans Herz legen: