Sicherlich ist es dir auch schon aufgefallen: Plötzlich kreppen viele Cosplayer ihre Perücken. Das Kreppeisen, das der ein oder andere noch aus den 2000ern als Fashionstatement kennt, ist ein wirklich nützliches Werkzeug, wenn es um das Wig Styling beim Cosplay geht.
Aber warum ist es so beliebt und sollte jede Perücke mit dem Kreppeisen bearbeitet werden?
Dieser Beitrag wurde zuletzt am 29.03.2026 aktualisiert.


Was ist ein Kreppeisen?
Fangen wir doch einfach von vorne an. Ein Kreppeisen sieht in etwa aus wie ein Glätteisen, allerdings sind die beheizbaren Platten nicht glatt, sondern gezackt. Beim kreppen, unter Cosplayern auch crimpen genannt, werden die Haare zwischen den gezackten Platten eingeklemmt, erhitzt und so in Form gebracht. Es entstehen kleine zackige Miniwellen, welche für eine griffige Haarstruktur und mehr Volumen sorgen.
Wie die meisten Geräten, gibt es das Kreppeisen ebenfalls in unzähligen Ausführungen. Grundsätzlich kannst du jedes beliebige Kreppeisen kaufen und nutzen. Das Prinzip ist bei allen gleich. Beim Wig Styling von Perücken empfiehlt es sich ein Kreppeisen zu wählen, bei dem du die Temperatur einstellen kannst. Nicht jede Perücke verträgt Hitze gleichermaßen, daher wird dir die Temperatureinstellung die Arbeit erleichtern. Ist die Temperatur zu hoch, kann die Kunstfaser der Wig beschädigt werden und genau das möchten wir vermeiden.
Beschäftigst du dich genauer mit den unterschiedlichen Kreppeisen, fällt auf, dass es diese auch in unterschiedlichen Größen gibt. Für den Anfang ist es nicht wichtig wie breit das Kreppeisen ist oder wie groß der Abstand zwischen den Zacken der Platten ist. Gehst du einmal dazu über, regelmäßig deine Perücken zu kreppen, entwickelst du ein Gefühl dafür, welche Breite für dich am besten funktioniert.



Vorteile gekreppter Perücken
Crimpen hat mehrere Vorteile. Es ist unter anderem dann hilfreich, wenn man bestimmte Stylings umsetzen möchte. Eine gekreppte Haarstruktur bietet mehr Halt und erleichtert das Styling von Hochsteckfrisuren, Spikes oder ähnlichen schwierigen Styles.
Das gekreppte Haar bietet die perfekte Basis, um es für extremes Volumen effektiv zu toupieren.
Neugierig geworden? Mehr dazu kannst du in diesem Beitrag nachlesen: Tutorial – Princess Peach Wig Styling
Aber auch bei einfachen Stylings hilft die modifizierte Haarstruktur. Gekreppte Perücken sind pflegeleichter, lassen sich einfach kämmen und verknoten weniger stark. Ein Verknoten der Haare ist natürlich dennoch nicht gänzlich zu vermeiden. Je nach Qualität der Perücke kann es beim Tragen trotzdem zu starken Knoten kommen. Aber stell dir vor wie schlimm die Perücke verknotet wäre, wäre sie nicht gekreppt. Auch wenn es viel Arbeit ist, so bin ich jedes Mal froh, wie viel einfacher das Restyling einer Perücke ist, wurde sie einmal komplett gekreppt.

So kreppst du deine Perücke
Beim Kreppen entsteht Struktur auf der künstlichen Haarfaser. Die entstandene sichtbare Struktur wird auch als „Crimp Mark“ bezeichnet. Manche Cosplayer mögen diese Optik, andere können diese überhaupt nicht leiden. Deshalb gebe ich dir einige Tipps mit auf dem Weg, wie du diese reduzieren kannst.
Bevor du loslegst, solltest du an einer verdeckten Stelle testen, ob deine Perücke wirklich hitzeresistent ist. Teste außerdem, welche Temperatur beim Kreppen am besten zur Perücke passt. Auch die Kraft, die du beim kreppen aufwendest und wie lange du an einer Stelle verweilst hat Einfluss auf das Ergebnis. Teste dich vorsichtig aus, um das richtige Maß zu finden.
Schritt für Schritt
Teile die Tressen deiner Perücke mit Haarklammern ab, sodass du deine Perücke strukturiert und in kleinen Partien bearbeiten kannst. Üblicherweise kreppt man das Haar horizontal von oben nach unten. Dabei entstehen allerdings auch starke Crimp Marks, welche dem Betrachter sofort ins Auge stechen. Kreppst du das Haar vertikal, entstehen diagonale Crimp Marks, welche im Verhältnis im Gesamtbild etwas weniger auffällig sind.



Rechts: horizontales Kreppen mit horizontalen Crimp Marks
Neben der Haltung des Kreppeisens ist auch die Temperatur als auch der Druck ausschlaggebend dafür, wie intensiv die Markierungen im Haar zu sehen sind. Kreppst du der Reihe nach das Haar von oben nach unten, erhältst du eine ordentliche Aneinanderreihung von Crimp Marks. Gehst du allerdings wiederholt über das bereits gekreppte Haar, verringerst du Crimp Marks.
Nachdem du die Haarpartie fertig gekreppt hast, kannst du das Kreppeisen wie ein Glätteisen über diese Partie ziehen. Wiederholst du den Vorgang, so reduzierst du die starke Struktur.



Auch ein Kamm aus Metall, der nach dem Kreppen über das noch heiße Haar gezogen wird, kann helfen.
Versuch dich an verschiedenen Kombinationen dieser Techniken, um das beste Ergebnis für dich zu erzielen. Manchmal wird es notwendig einige Schritte an derselben Haarpartie zu wiederholen, bis du das gewünschte Ergebnis erreichst.
Mit diesen Methoden habe ich es geschafft das Haar so dezent zu kreppen, dass ich mir beim Styling unsicher war, ob das Kunsthaar für die weitere Verarbeitung überhaupt genug Struktur besitzt. Für krasse Stylings würde ich daher stets zu etwas sichtbareren Crimp Marks tendieren.

Gekreppte Perücken in Aktion
Bist du noch etwas verunsichert, ob dir der Look gefällt? Sicher, Übung macht den Meister und je geringer die Crimp Marks, desto weniger fällt auf, ob deine Perücke überhaupt bearbeitet wurde.
Natürlich kannst du auch nur die untere Haarschicht mit dem Kreppeisen bearbeiten und die oberste Deckschicht für ein schönes Finish unbearbeitet belassen. Vielleicht magst du aber auch den Look mit starken Crimp Marks und es ist genau dein Ding?



Finde das, was zu dir am besten passt und probier dich einfach mal aus! Übrigens: Ab und an findet man auch in den entsprechenden Shops Perücken, die bereits gekreppt verkauft werden. Eine Liste diverser Online-Shops findest du hier.
Weitere Beiträge passend zum Thema findest du hier: /category/wigs
Hör dir doch gern folgende „All About Cosplay“ Podcast Episode an:
All About Cosplay 040 – Perücken
Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos
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