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Ab in den Stickrahmen: ITH-Sticken, so geht’s!

Hast du schon einmal vom ITH-Sticken gehört? ITH steht für „in the hoop“ und bedeutet, dass ein ganzes Projekt im Stickrahmen hergestellt wird. In der Regel wird das Stickprojekt, bis auf ein paar Kleinigkeiten, direkt in der Stickmaschine fertiggestellt.

Häufig werden kleinere Kuscheltiere oder Anhänger als ITH-Stickdatei angelegt. Aber auch Täschchen, größere Kuscheltiere, Kissen oder andere Dekoartikel kannst du als ITH-Stickdatei finden oder sogar selbst anlegen.

ITH-Stickdateien & Vorbereitungen

Hast du Lust ein ITH-Stickprojekt zu starten, dann benötigst du zunächst eine ITH-Stickdatei. Eine reguläre Stickdatei wird nicht funktionieren. Du findest ITH-Stickdateien beinahe überall im Internet. Es gibt unzählige Shops, kleine Künstler oder sogar Freebies, die du ganz einfach über Google finden kannst. Achte auf das Schlagwort „ITH“.

Viele der Stickdateien kommen mit einem anschaulichem Tutorial, welches dich Schritt für Schritt durch den Prozess führt. Für die allermeisten ITH-Projekte benötigst du, neben einem Stickrahmen in der passenden Größe, projektspezifische Stoffe, Stickvlies zum Wegreißen sowie wasserlösliches Stickvlies.

Für das ITH-Projekt „Sakura Kitty Plush“ von LillipayaEmbroidery habe ich Minky Stoff zusammen mit einer Lage Stickvlies zum Wegreißen trommelfest in den Stickrahmen gespannt. Das Stickvlies bildet die untere Lage, darüber liegt der Minkystoff mit der rechten Seite nach oben. Achte dabei auf die Streichrichtung deines Stoffs.

Jetzt wird gestickt

Dann kann es eigentlich auch schon losgehen! Bei den meisten ITH-Stickdateien wird zu Beginn eine Orientierungslinie gestickt, sodass du genau weißt, wo das eigentliche Projekt gestickt wird.

Somit könntest du, wenn du das möchtest, auch nur das Stickvlies zum Wegreißen einspannen und den Stoff für das Projekt deckend auf diese Orientierungslinie auflegen. Das habe ich tatsächlich schon unzählige Male gemacht. Das klappt in der Regel ganz gut. Solltest du dich für diese Variante entscheiden, musst du darauf achten den Stoff nicht zu knapp zu bemessen.

Applikationen

Bei dem Sakura Kitty Plush wird außerdem eine Applikation gestickt. Für die Applikation gibt es eine eigene Orientierungslinie, welche den Umriss der Applikation widerspiegelt. Auf diese wird die nächste Lage Stoff, mit der rechten Seite nach oben zeigend, aufgelegt. Achte auch hier auf genügend Überstand, damit der Stoff für die Applikation auch definitiv von der Stickmaschine festgenäht, bzw. festgestickt, werden kann. Vergiss nicht auf die Streichrichtung zu achten.

Sobald die Applikation festgestickt wurde, kannst du den Stoff zurückschneiden. Spezielle Applikationsscheren können dabei eine große Hilfe sein. Schneide den Stoff so nah wie möglich an der Naht zurück. Bei mir hat es bei diesem Projekt leider nicht perfekt geklappt, aber Übung macht den Meister.

Wasserlösliches Vlies als Topper

Arbeitest du mit flauschigen, hochflorigen oder stark strukturierten Stoffen, wie zum Beispiel Minky, solltest du das wasserlösliche Vlies als Topper auf keinen Fall vergessen. Dieser sorgt dafür, dass die Stickerei nicht einsinkt und gut gelingt.

Der Topper wird flächendeckend auf die Orientierungslinie gelegt. Bei einigen ITH-Stickdateien wird nur punktuell gestickt. Achte darauf, dass das wasserlösliche Vlies überall dort zum Einsatz kommt, wo gestickt wird.

Den Topper benötigst du nur dann, wenn Muster, Umrahmungen oder Verzierungen gestickt werden. Für diese gibt es in der Regel keine Orientierungslinie. Werden Teile miteinander vernäht, ist kein Topper notwendig.

Projekt in der Stickmaschine abschließen

Sind alle Verzierungen gestickt, folgt die letzte Schicht. Bevor diese gestickt wird, hast du bei Anhängern noch die Möglichkeit kleine Schlaufen anzubringen. Hierfür wird zunächst eine Orientierungslinie gestickt, sodass du genau weißt, wo du das Bändchen anlegen musst. Bedenke, dass die Schlaufe nach innen liegt, damit sie später beim Wenden auch nach außen gedreht wird.

Tipp: Scotch Magic Tape kann dir dabei helfen Stofflagen oder Bänder kurzzeitig für den Stickvorgang zu fixieren. Ist alles festgestickt, entfernst du das Tape wieder.

Zum Abschluss wird der Minky Stoff mit der rechten Seite nach unten aufgelegt. Achte auch hier wieder auf die Streichrichtung, als auch darauf, dass der Stoff flach liegt und keine Falten wirft. Anschließend kannst du den Stickrahmen entnehmen und das Projekt aus dem Stickrahmen lösen.

Einige ITH-Projekte beinhalten deutlich mehr Schritte und sind komplexer aufgebaut. Das Sakura Kitty Plush ist ein relativ einfaches Projekt, welches, bis auf die Applikation, wirklich äußerst leicht umzusetzen ist.

Finalisieren

Schneide nun überstehende, zu lange Fäden ab, entferne das Vlies zum Wegreißen und schneide das ITH-Projekt aus. Beachte beim Ausschneiden Rundungen oder Spitzen und schneide diese entsprechend zu. Schneide am besten relativ knappkantig, ohne Nähte zu beschädigen. Anschließend wendest du das Projekt.

Nun musst du nur noch das wasserlösliche Stickvlies entfernen, bevor du das Plüschtier befüllen und zunähen kannst. Du kannst versuchen das Stickvlies wegzureißen und lediglich die übrig gebliebenen Ränder mit Wasser zu bearbeiten. Oder du machst dem Namen alle Ehre und tauchst dein ITH-Projekt in ein Wasserbad, sodass sich das Stickvlies vollständig auflösen kann.

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass der Minky Stoff nach dem ersten Wasserbad meist keine optimale Haptik hat. Also habe ich nach dem Befüllen und Verschließen – vernäht wird per Hand mit dem Matratzenstich – das Stickprojekt erneut gewaschen. Fertig ist dein ITH-Stickprojekt! War doch ganz einfach, oder?

Und jetzt, viel Spaß!

Das Grundprinzip des ITH-Sticken ist immer dasselbe. Allerdings gibt es natürlich auch komplexere Projekte, die eine Herausforderung werden können. Beispielsweise habe ich einmal als Geschenk einen relativ großen Teddybär ITH-gestickt. Für mein Maomao Cosplay habe ich einen großen Frosch angefertigt, bei dem ich nur bestimmte Teile in der Stickmaschine anfertigen konnte.

Das Prinzip der ITH-Stickdateien ist simpel, weswegen man mit einer entsprechenden Software auch relativ einfach eigene Dateien anfertigen kann. So habe ich mich auch an einen kleinen ITH-Frosch mit vereinfachtem Design versucht.

Auch ein komplexes Quietbook, welches ich auf etsy gefunden habe, habe ich bereits ITH-gestickt und mich so neuen Herausforderungen gestellt. ITH-Sticken kann wirklich viel Freude machen, also, probier es doch mal aus!

Weitere spannende Beiträge aus der Kategorie „Sticken“ findest du hier: /category/sticken/

Hör dir doch gern folgende „All About Cosplay“ Podcast Episode an:
051 – Nähmaschine, Overlock, Coverlock oder Stickmaschine – Was brauche ich um Cosplays zu nähen?
041 – Nähmaschine 2.0

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All About Cosplay 069 – Als Cosplayer auf Kindergeburtstagen

Was unterscheidet einen Cosplayer eigentlich von einer Party-Prinzessin bzw. von einem Party-Prinzen? Wie kommt man als Cosplayer dazu, als Party-Prinzessin aktiv zu werden?

Tarek ist Cosplayer und besucht seit einigen Jahren Kinder an ihren Geburtstagen, um ihnen ein einzigartiges Erlebnis zu bieten. Er und die anderen Party-Prinzessinnen der Agentur „Pinkteddy Prinzessin“ schlüpfen regelmäßig in die Rolle von beliebten Charakteren, wie der Eiskönigin, Spider-Man, Rapunzel oder oder oder.

Du kennst Tarek aka Crunchy noch nicht? Dann schau doch mal bei ihm vorbei:
https://beacons.ai/crunchynerdlife

Hier geht’s zu den Party-Prinzessinnen:
www.pinkteddy-prinzessin.de

Tarek erzählt in dieser Episode, wie er vom Cosplayer zum Party-Prinz wurde, welche Erfahrungen er gesammelt hat und welche Tipps er Interessierten geben würde, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, als Party-Prinzessin oder -Prinz aktiv zu werden.

Diese Podcast Episoden von All About Cosplay sind bestimmt ebenfalls für dich interessant:
058 – Fehler und Rückschläge im Cosplay
044 Geld verdienen als Cosplayer

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5 Gründe, warum du Con Crunch vermeiden solltest

Fast jeder Cosplayer war schon einmal in dieser Situation: Der Wunsch nach einem bestimmten Cosplay ist stark, die Deadline gesetzt und die Zeit wird knapp. Nur noch wenige Tage bis zur Convention. Die Abende werden intensiver, der Frust steigt und die Verzweiflung wächst. Die Nächte werden länger, der Schlaf wird weniger und die Vorfreude wird von Stress überschattet.

Herzlichen Glückwunsch, du hast Con Crunch kennengelernt.

Was ist eigentlich Con Crunch?

Als „Crunch“ bezeichnet man in der Computerspieleentwicklung eine Projektplanung, die zur Finalisierung eines Projekts Mehrarbeit, wie (unbezahlte) Überstunden, vorsieht. Das Projekt wurde (bewusst) in zu kurzer Zeit geplant, weswegen es nicht ohne erheblichen Mehreinsatz bis zur Deadline fertiggestellt werden kann.

Con Crunch ist in der Cosplayszene das entsprechende Äquivalent dazu. Cosplayprojekte, die zu spät angefangen, schlichtweg zu knapp geplant oder spontan eingeschoben wurden, führen fast immer zu Con Crunch. Diesen gibt es in unterschiedliche Abstufungen: Je schlimmer der Crunch, desto schlimmer auch die Folgen.

Zu Beginn ist die Motivation hoch, und die Hoffnung, dass das Cosplay doch noch rechtzeitig fertig wird, wirkt realistisch. Je näher die Deadline rückt, desto klarer wird das Bild, wie wahrscheinlich die Fertigstellung wird. Nicht selten sind Abstriche nötig, um den engen Zeitplan einhalten zu können. Häufig zu Lasten der Qualität.

1. Con Crunch ohne Qualität

Wer sein Cosplay unter Zeitdruck fertigstellt, hat kaum die Möglichkeit sein Bestes zu geben. Die ganze Energie wird in Geschwindigkeit statt in Qualität gesteckt. Je mehr die Zeit drängt, desto mehr Fehler passieren. Fehlt die Zeit, fehlt auch der Raum für nachhaltige Fehlerbehebungen oder notwendige Optimierungen.

Ursprüngliche Ideen werden über den Haufen geworfen, Teile des Projekts werden abgeändert oder gar ausgesetzt und die Gesamtqualität ist nicht annähernd auf dem Niveau, auf dem sie eigentlich wäre. Die Folgen?

  • Du bist mit dem Ergebnis unzufrieden.
  • Probleme fallen erst auf, wenn es zu spät ist.
  • Eventuell fällt das Cosplay auf der Convention auseinander und muss notgedrungen vor Ort repariert werden.
  • Das Cosplay muss im Nachhinein überarbeitet oder vollständig fertiggestellt werden.
  • Das Cosplay lässt sich aufgrund der Kompromisse womöglich nicht mehr sinnvoll überarbeiten.

2. Die Kosten steigen

Nicht jede Idee lässt sich innerhalb jedes beliebigen Zeitrahmens umsetzen. Steckst du mitten im Con Crunch, kann es sein, dass du Ideen über den Haufen werfen musst, um das Cosplay rechtzeitig fertigzustellen. Das führt nicht selten zu weiteren Kosten durch Last-Minute-Lösungen.

Die Wunschperücke käme vielleicht nicht mehr rechtzeitig an. Statt zu warten, wird auf die Schnelle eine Notlösung gesucht. Plötzlich hast du zwei Perücken statt nur einer gekauft.

Du hast den perfekten Stoff für das letzte noch fehlende Kostümteil bisher nicht gefunden. Damit du das Cosplay trotzdem tragen kannst, kaufst du auf den letzten Drücker einen Stoff, mit dem du eigentlich nicht zufrieden bist.

Geld ist ein beliebter Puffer, um mangelnde Zeit auszugleichen. Nicht selten kommt es zu Folgekäufen. Das Projekt wird teurer als es eigentlich sein müsste. Dabei ist Cosplay von Haus aus schon kein günstiges Hobby.

3. Stress statt Spaß

Mehr Kosten und weniger Qualität – was denn noch? Im Crunch zu arbeiten bedeutet eine starke Stressbelastung. Anstatt sich über den Fortschritt und die eigene Entwicklung im Rahmen des Cosplayprojekts zu freuen, wird diese, oder vor allem das Ausbleiben dieser, zur Belastung.

Es bleibt kaum Zeit, um sich über (Teil-)Erfolge zu freuen, denn die Zeit drängt. Man hetzt von einer To-Do zur nächsten. Klappt etwas nicht wie gewünscht, ist der Frustfaktor deutlich höher als normalerweise – schließlich droht das Projekt zu scheitern.

Für viele Cosplayer ist das Arbeiten am Cosplay die größte Freude. Der Progress, egal wie groß oder klein er sein mag, ist ein wichtiger Teil der Reise und trägt dazu bei, dass man am Ende Stolz auf sein angefertigtes – oder zusammengestelltes – Cosplay ist. Gib deiner Reise Zeit und lass sie auf dich wirken. Dank dieser Reise hast du Raum, um zu wachsen und dich zu entwickeln.

4. Körper und Geist leiden

Schlafmangel, Stress, ungesunde Ernährung, Frust, Überforderung und Burnout – all das sind typische Begleiter des Con Crunch. Wenn wir an Cosplays arbeiten, dann hantieren wir nicht gerade mit leichten Werkzeugen. Nähmaschine, Dremel, Schere, Nadel, Heißluftpistole, Heißkleber, Epoxidharz, Cuttermesser oder oder oder – all das sind Dinge, die man nur mit Vorsicht benutzen sollte.

Das sichere Arbeiten am Cosplay verlangt nach Konzentration und Vorsicht. Leidet man unter Schlafmangel, Stress oder Überforderung, dann steigt die Verletzungsgefahr.

Im schlimmsten Fall führt die mentale Belastung zu körperlichen Beeinträchtigungen. Ganz sicher aber ist, dass deine Leistungsfähigkeit definitiv darunter leiden wird.

5. Con Crunch überschattet dein Con-Erlebnis

Der Con Crunch ist vorbei und der Tag der Wahrheit ist gekommen. Im schlimmsten Fall hast du es nicht geschafft dein Cosplay fertigzustellen und all der Stress war umsonst. Hast du es geschafft, wird die Freude definitiv von den Folgen des Con Crunchs getrübt. Es bleibt keine Zeit, um sich zu erholen.

Gestresst, schlecht gelaunt und völlig übermüdet geht es auf die Convention. Gerüche, Lautstärke, Lichter und unzählige Eindrücke sind, auch ohne Schlafmangel, bereits eine nicht unerhebliche Belastung. Der Besuch einer Convention kostet viel Energie. Energie, die du nicht mehr hast.

Schlechte Laune, Kopfschmerzen und Streitigkeiten sind die Folge. Anstatt also den lang geplanten Con-Besuch zu genießen, quälst du dich durch den Tag. Im schlimmsten Fall mit Kreislaufproblemen, die zum verfrühten Abbruch des Ausflugs führen. Nicht selten bist du der Grund, weswegen es in der Gruppe schlechte Laune gibt. Gibt es dann mit deinem Cosplay vor Ort Probleme, ist die Katastrophe perfekt.

Ist es das wert?

In meinen Anfängen als Cosplayer habe ich genau einmal echten Con Crunch mitgemacht. Ich fand es absolut furchtbar und habe mir geschworen, es nie wieder zu tun. Dabei habe ich nicht einmal annähernd die Extremform davon erlebt. Der Stress der langen Abende hat gereicht, um meine Freude zu hemmen.

Kein Crunch, aber Stress hatte ich im Sommer bei meinem Spontanprojekt Fionna aus Adventure Time. Ich habe es super spontan eingeschoben, um es zu einem geplanten Shootingwochenende tragen zu können. Zeitlich war die Umsetzung eigentlich unproblematisch, aber da ich viele andere wichtige To-Dos hatte, wurde es doch etwas stressiger.

Die Zeit wäre für das Projekt völlig ausreichend gewesen, um es bequem fertigzustellen. Leider hatte ich dann beim Verarbeiten des Stoffs unerwartete Probleme und der Stoff verhielt sich anders als angenommen. Letztendlich habe ich nach dem Shooting versucht den Schnitt des Oberteils weiter zu optimieren. Den Rock habe ich am Bund aufgetrennt, um ihn in meiner gewohnten Qualität erneut zu vernähen. Es war nicht weiter schlimm, aber einfach etwas schade. Hätte ich ein paar Tage mehr Zeit gehabt, wäre das Ergebnis besser geworden und man hätte die Verbesserung sogar auf den Fotos sehen können.

Con Crunch ist nichts auf das man Stolz sein kann oder sollte. Nicht immer ist Crunch zu vermeiden, gerade wenn Dinge passieren, über die man keine Macht hat. In den meisten Fällen, jedoch schon. Es ist deine ganz persönliche Entscheidung, ob du dich dem Con Crunch hingibst oder ob du dich für ein anderes Cosplay oder ein Casual Outfit entscheidest. Schließlich hast du dich lange genug auf die Convention gefreut und viel Zeit und Geld investiert, um den Ausflug mit deinen Freunden genießen zu können.

Landest du trotz vermeintlich guter Planung immer wieder im Crunch, solltest du diese überdenken und deutlich mehr Zeit (mit Puffer) einräumen, um ein Projekt umzusetzen. Vertrau mir, alles ist besser, wenn du nicht im Crunch bist!

Weitere Beiträge aus der Kategorie “Just Cosplay” findest du hier: 
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All About Cosplay 068 – Stoffe für dein Cosplay

Bist du gerade auf der Suche nach einem passenden Stoff für dein Cosplay?
Wenn wir Cosplayer einen Stoff für unser nächstes Projekt suchen, dann achten wir in erster Linie auf die Optik eines Stoffs. Wie gut passt er zum Charakterdesign? Trifft er die Farbe des Designs? Und natürlich auch: Wie teuer ist er?

Aber jedem von uns ist es sicher schon passiert, dass man einen Stoff nach seiner Optik beurteilt und gekauft hat, nur um dann festzustellen, dass er aufgrund seiner Eigenschaften für den Verwendungszweck ungeeignet ist. Auch Misses Charmy ist genau das in ihren Anfängen schon einmal passiert.

Moni aka Misses Charmy ist nicht nur Cosplayerin, sondern auch gelernte Schneiderin.

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Dieser Blogeintrag wurde von Moni geschrieben:
Hey, psst…. Hast du den richtigen Stoff? – Textilkunde 101

Als Schneiderin näht sie nicht nur für sich selbst, sondern auch zahlreiche Kostüme für andere. Wenn es darum geht, den richtigen Stoff fürs Cosplay zu finden, dann kennt sie sich aus. Genau deshalb spreche ich in dieser Episode mit Moni über Stoffe für Cosplays, welche Erfahrungen wir gesammelt haben und worauf du achten solltest, damit du nicht dieselben Fehler machst wie wir.

Diese Podcast Episoden von All About Cosplay sind bestimmt ebenfalls für dich interessant:
053 – Mit Cosplay anfangen: Der Einstieg ins Hobby
051 – Nähmaschine, Overlock, Coverlock oder Stickmaschine – Was brauche ich um Cosplays zu nähen?
043 – Wo finde ich passende Schnittmuster für mein Cosplay?
041 – Nähmaschine 2.0

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Die Gefahren lauern im Netz – Social Media zum Nachdenken

Nicht zum ersten Mal habe ich einen Anime angesehen, weil mich die Cosplays dazu neugierig gemacht haben. Lange habe ich gezögert, da ich zwar Idols süß finde, aber mich nie wirklich länger mit diese Art Anime beschäftigen konnte. Letztendlich habe ich meine Neugier befriedigt und endlich den Anime zu Oshi No Ko – Mein Star angefangen. Ohne mich vorher zu informieren, worum es eigentlich geht – es geht doch sicher nur um süße Idols, also was soll schon sein? – bin ich direkt reingestartet. Ich war nicht auf den Impact vorbereitet, den der Anime haben würde…

Einige Monate sind seither vergangen und das Thema hat mich nie losgelassen. In Oshi No Ko haben sich für mich viele Ansätze versteckt, über die wir Social-Media-affinen Cosplayer viel zu selten nachdenken. Wir haben uns so sehr an die Welt von Social Media gewöhnt, dass wir aufgehört haben bestimmte Dinge zu hinterfragen. Der Anime bietet für mich die Gelegenheit, Punkte anzusprechen, über die man auf jeden Fall mindestens einmal nachgedacht haben sollte.

Höher, schneller, weiter

Viele Jahre lang habe ich beinahe ständig gehört „Oh du bist fame auf Instagram“, „XY wäre auch gerne fame“, „ich möchte bekannter werden..“ und und und. Mal ganz davon abgesehen, dass man, nur weil man ein paar Tausend Follower auf Instagram oder einer anderen Social Plattform hat, nicht gerade „fame“ ist, steckt häufiger viel mehr dahinter.

Während ich sowohl hier auf dem Blog als auch in meinem Podcast bereits unzählige Tipps dazu gegeben habe, wie man sich eine Social Media Präsenz aufbaut und dass man sich darüber klar werden sollte, was man denn eigentlich möchte, habe ich bisher weniger stark darüber gesprochen, was das mit Menschen macht.

Häufig ist das Problem, dass der Social Media Präsenz grundsätzlich zu viel Relevanz beigemessen wird. Ja, Social Media ist wichtig. Vor allem dann, wenn man selbstständig ist und möglichst effektiv, als auch kostenfrei, für sich und seine Produkte bzw. Dienstleistungen werben möchte. Social Media ist ein wichtiger Faktor in der Gleichung, um erfolgreich Geld zu verdienen, sich Bekanntheit zu verschaffen oder eine Botschaft zu verbreiten. Die Macht der sozialen Netzwerke ist definitiv nicht zu unterschätzen.

FOMO

Gleichzeitig verleitet eine Social Media Präsenz aber auch dazu, Prioritäten zu verschieben. Plötzlich wird das kleine viereckige Wunderkästchen mit dem Touchscreen zum ständigen Begleiter. Alles muss dokumentiert und veröffentlicht werden, digital „anwesende“ Personen sind vermeintlich wichtiger als reale Menschen und die Angst etwas wichtiges zu verpassen, wächst.

Anstatt sich über seine Ziele, Wünsche und Taten zu definieren, definiert man sich über Zahlen, Likes, Kommentare und Reichweiten. Man lässt sich tiefer in diese Spirale ziehen und vergisst dabei eines: im hier und jetzt zu leben.

Also anstatt sich für einen besonders tollen Menschen zu halten, weil man so und so viele Follower hat oder Videos mit Millionen Views veröffentlicht hat, sollte man sich stattdessen fragen, was für ein Mensch man ist, wäre morgen das Internet einfach weg. Oder konkreter gesagt, wäre morgen genau dieses soziale Netzwerk einfach abgeschafft. Kein unrealistischer Gedanke.

Der Druck von außen

Aber nicht nur eine eigene, gesunde Einschätzung ist enorm wichtig, sondern auch, wie man mit dem vermeintlichen Druck von außen umgeht. Sicher, ohne die Fans, die einen mit Likes und Kommentaren unterstützen, wäre man nie so weit gekommen. Da ist es nur verständlich, dass man versucht möglichst viel zurückzugeben und Wünsche oder Erwartungen zu erfüllen.

Leider wird dabei gerne vergessen, eine gesunde und auch notwendige Linie zu ziehen. Je bekannter der eigene Social Media Auftritt wird, desto mehr Erwartungen und Anforderungen begegnet man. Der Leistungsdruck und der Wunsch nach Perfektionismus steigen. Der unperfekte Mensch rückt in den Hintergrund und übrig bleibt ein scheinbar „perfektes“ Produkt im digitalen Konsumraum. Der Follower möchte nicht, dass es sich um einen echten Menschen mit Fehlern und Gefühlen handelt.

Aber gerade hier liegt das Problem. Der Mensch ist nicht perfekt. Um den Schein zu wahren, wird mit Tricks gearbeitet – glänzend und glatt gebügelt. So lange, bis der Mensch daran zerbricht.

Es ist schwer, sich von vermeintlichen Zwängen und Wünschen von außen zu lösen, aber es geht. Wir sind keine Maschinen, sondern Menschen und genau das sollten wir auch sein. Weg von einer scheinbar perfekten Scheinwelt, die uns – und vor allem auch denjenigen, die sie konsumieren – schadet.

Anstatt perfekt sein zu wollen, sollten wir lieber wir selbst sein. Ganz ohne Perfektionszwang und dann auch ohne Selbstwertprobleme. Denn am Ende gaukeln wir uns doch alle gegenseitig Perfektion vor, während wir genau daran zerbrechen.

Shitstorms, Mobbing und die Macht der Gerüchte

Im Internet werden oft Dinge gesagt oder getan, die man im realen Leben vor echten Menschen niemals oder zumindest nicht auf diese Weise tun würde. Das Internet bietet eine gewisse Anonymität, zumindest jedoch eine Unerreichbarkeit. Sage ich heute fiese Dinge, gehe morgen nicht online und es interessiert womöglich nächste Woche keinen mehr.Außer die Person, die von diesen fiesen Dingen attackiert wurde.

Alles was wir sagen oder tun hinterlässt Spuren. Es ist unglaublich, wie lange sich Gerüchte halten können und auch nach Jahren noch das Leben der betroffenen Personen beeinflussen können.

Das Streuen von Gerüchten geht über das normale Tratschen und Lästern unter Freunden raus. Es werden gezielt Informationen nach den Vorstellungen des Erzählers gestreut, – egal wie weit sie von der Wahrheit entfernt sind – mit dem Ziel, der anderen Person zu schaden. Nicht selten wachsen harmlose Missverständnisse, aufgeladen von Emotionen, zu echten Dramen und zu schwerwiegenden Problemen heran.

Keine Fiktion

So auch die Geschichte um Akane Kurokawa in Oshi No Ko. Ein harmloses Missverständnis in einer Reality-Show führt dazu, dass Akane im Netz von Fans der Serie hart verurteilt und brutal angegriffen wird. So weit, dass es beinahe kein „Happy End“ für die Figur gibt. Leider ist das keine reine Fiktion, sondern etwas, das in der Realität viel zu häufig vorkommt.

Kostenlose Hilfe, rund um die Uhr, findest du unter der deutschlandweit gültigen Telefonnummer:

0800 111 0 111
oder
0800 111 0 222

Nicht jeder, der sich im Internet öffentlich zeigt, ist dem gewachsen. Ehrlich gesagt, rechnet man auch nicht wirklich damit. Man unterschätzt, wie heftig negative Kommentare werden können. Regelmäßig wird einem gepredigt, dass man das doch erwarten müsse. Leider ist es genau so, dass man immer mit negativen Reaktionen rechnen muss.

Wie sehr negative Kommentare oft herunter geredet werden und als „Normalität“ akzeptiert werden, sollte nicht normal sein. Es wird immer jemanden geben, der dich kritisieren wird. Es wird immer etwas geben, dass die Leute finden und als „schlecht“ oder „falsch“ einstufen werden. Manche Personen brauchen nicht einmal einen Grund.

Allerdings musst du das nicht akzeptieren:

  • Du musst das nicht annehmen und auch nicht als „das gehört eben dazu“ herunterreden.
  • Du musst diese Kommentare nicht lesen oder gar auf deinen Profilen stehen lassen.
  • Du brauchst keinen triftigen Grund, um jemanden zu blockieren. Ein einfaches „Ich hab kein gutes Gefühl“ reicht.

Achte auf dich und vertrete deine Grenzen. Du hast nur dieses eine Leben und du bist dafür verantwortlich, dass du gut auf dich achtest.

Lese-Tipp: Dein Spielplatz & Deine Regeln – Was du gegen Hasskommentare tun kannst

Dein Leben passiert nicht online

Heutzutage wird das halbe Leben online geteilt. Angefangen von Restaurantbesuchen, tollen Gerichten, dem letzten Konzert bis hin zum Heiratsantrag, Geburt der Kinder oder Krankenhausaufenthalten. Dabei ist es vollkommen egal, ob es junge Menschen über Snapchat, Millenials über Instagram oder Boomer über Whatsapp teilen. Das halbe Leben findet online statt.

Das muss und sollte es aber nicht. Weder der Status in Whatsapp noch die Story „Enge Freunde“ auf Instagram sind ein sicherer Ort.

Sicher, es macht unglaublich viel Spaß sein Leben mitzuteilen und dabei vielleicht auch ins Gespräch zu kommen. Es ist auch grundsätzlich nichts schlechtes dabei, einige Erlebnisse zu teilen. Leider verfällt man aber früher oder später in einen Automatismus, weil plötzlich das online Posten einfach dazu gehört.

Foto: fayan.photography
Edit: SajaLyn

Die Masse an Daten, welche wir bereitwillig online mit anderen, ja auch mit Fremden, teilen, führt dazu, dass andere Menschen sehr einfach an umfassende Informationen über uns und unser Leben gelangen können. Auch ich bin hier keine Ausnahme. Während ich früher noch fleißig geteilt habe, wann ich wo im Urlaub bin oder wo du mich wann finden kannst, mache ich das seit Oshi No Ko in dieser Form nicht mehr.

Ein einfacher Post, wo du dich gerade befindest, kann dafür sorgen, dass dich Menschen finden und treffen können, die dir schaden wollen. Nicht umsonst wurde der Manga und Anime von Oshi No Ko von wahren Vorfällen inspiriert, wie z.B. die Geschichte um Hana Kimura.

Eine Warnung

Auch das Schicksal der Hauptfigur Ai Hoshino in Oshi No Ko ist geprägt davon, dass sensible Informationen über sie an die falschen Personen gerieten. In Folge 11 spricht der Charakter Kana Arima eine ernstzunehmende Warnung an ihre Freunde aus:

„Hört bitte auf, in Echtzeit zu posten wo ihr seid. Böse Fans könnten solche Posts ausnutzen, um euch zu verfolgen. Ihr könntet Opfer von Stalkern werden. Wenn man unterwegs ist, sollte man seine Posts später hochladen.“
(Oshi no Ko, Staffel 1, Folge 11, ca. 17:40 Min.)

Aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen traf mich diese Szene direkt und die Erkenntnis darüber ließ mich nicht los. Weil wir es gewohnt sind online zu posten, und häufig beinahe ausschließlich positives Feedback bekommen, vergessen wir zu schnell, welche Risiken es birgt. Erst im März 2025 schockierte mich die Schlagzeile über den Tod einer Influencerin, die während eines Livestreams ermordet wurde. Auch das ist kein Einzelfall.

Dass wir Eltern, die Videos und Fotos ihrer Kinder online teilen, kritischer betrachten, liegt uns noch nahe. Aber auch hier gibt es genügend Menschen, denen die Risiken nicht mehr präsent sind. Das Internet ist eben einfach keine kleine Bubble mit heiler Welt, auch wenn man nur diesen Part aktiv wahrnimmt.

Keine Angst, aber Bewusstsein

Mit diesem Beitrag möchte ich dir keine Angst machen. Ich möchte dir helfen ein Bewusstsein zu schaffen, um mögliche Risiken erkennen und entsprechend bewerten zu können. Mach dir Gedanken und überlege, ob jedes Foto und jedes Video ins Internet geladen werden muss. Und vor allem, pass auf dich auf!

PS: An die Mamas und Papas, Tanten und Onkel, unter uns: Denkt über das Hochladen von Kinderfotos zweimal nach. Ein digitaler Sticker, welcher auf dem Gesicht des Kindes platziert wurde, um dieses zu zensieren, ist leider keine sichere Methode.

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All About Cosplay 067 – Internationale Cosplay Wettbewerbe

Hast du schon vom WCS oder ECG gehört? Hinter diesen Abkürzungen verstecken sich die wohl größten internationalen Wettbewerbe für Cosplayer. WCS steht für World Cosplay Summit und ist quasi die Weltmeisterschaft für Cosplayer. Etwas kleiner, aber ebenfalls mit Teilnehmern aus der ganzen Welt, ist das Extreme Cosplay Gathering (ECG), früher als European Cosplay Gathering bekannt.

Aber wie kann man sich diese großen Cosplay Wettbewerbe denn überhaupt vorstellen und wie kann man daran teilnehmen? In welchen Ländern finden sie statt, gibt es Rahmenprogramm und wie ist das Miteinander der internationalen Cosplayer?

Shiroku und CupCat beim World Cosplay Summit 2016 Finale in Nagoya, Japan

Shiroku ist bereits seit 20 Jahren als Cosplayerin und auch als Japanese Pop Sängerin aktiver Teil der Cosplayszene und hat selbst an zahlreichen Wettbewerben teilgenommen. Sie hat unter anderem in 2016 beim World Cosplay Summit (WCS) den 4. Platz und in 2018 beim Extreme Cosplay Gathering (ECG) den 2. Platz belegt.

PS: Weiter unten findest du das Video zu ihrem Auftritt im Finale des ECG in 2018.

Shiroku ist Cosplayerin, Songwriterin und Japanese Pop Sängerin!
Du kennst Shiroku noch nicht? Dann schau doch mal bei ihr vorbei:
https://shiroku.de/pages/find-shiroku

Wie sie diese Cosplay Wettbewerbe erlebt hat und wie die Erfahrungen sie geprägt haben, erzählt sie ausführlich in dieser spannenden Podcast Episode.

ECG Finale 2018

Diese Podcast Episoden von All About Cosplay sind bestimmt ebenfalls für dich interessant:
All About Cosplay 062 – Das erste Mal DCM Finale
All About Cosplay 056 – One Hit Wonder Cosplay Contest
All About Cosplay 042 – Cosplay Contests

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10 Jahre Cosplay – ein Jahresrückblick

Die Zeit rennt und auch dieses Jahr geht zu Ende. 5 Jahre nach Beginn der Pandemie. 10 Jahre seitdem ich das erste Mal gecosplayt habe. 10 Jahre… wow.. das ist eine lange Zeit.

Als ich im März 2015 zum ersten Mal ein Cosplay trug, hab ich keinen Gedanken daran verschwendet, was alles noch so kommen mag. Ich hab es einfach genossen und im Moment gelebt. Vieles hat sich seither verändert und auch einiges überhaupt nicht. Deshalb möchte ich dir zum Ende des Jahres meine Gedanken mitteilen. Vielleicht findest du dich in der ein oder anderen Überlegung ja wieder?

2015 vs. 2025

Was hat sich geändert?

In den letzten Jahren war viel los: Cosplay, Arbeit und Familie. Da wir noch immer dabei sind, neue Räumlichkeiten herzurichten, habe ich es 2025 bewusst ruhiger angehen lassen. Es gab deutlich weniger Events, Cosplays oder Shootings. Gerade in Zeiten von Cosplay Fast Fashion, fühlt es sich gut an, selbstbestimmt zu handeln, Geschwindigkeit rauszunehmen und sich mehr auf sich selbst zu fokussieren.

Jahrelang hatte ich eng mit vielen Cosplayshops zusammengearbeitet und mir so teilweise das Hobby finanziert. Inzwischen habe ich deutlich weniger Lust gekaufte Kostüme zu tragen. Das hat unter anderem damit zu tun, dass ich für das Hobby weniger Zeit zur Verfügung habe, als noch vor 5 Jahren. Das klingt erstmal etwas paradox, aber, damals hatte ich unzählige Ideen, weniger Geld, wenig ausgereifte Fähigkeiten, kaum Geduld aber eben unfassbar viel Zeit.

Die „Gier“ nach neuen Projekten war scheinbar unersättlich. Da kamen Kooperationen mit Cosplayshops gerade richtig. Beinahe wie am Fließband habe ich neue Kostüme ausgesucht, erhalten und diese in Szene gesetzt. Ich war auf unzähligen Events unterwegs und hatte mehrere Fotoshootings im Monat. Es hat mich einfach so sehr begeistert und mitgerissen. Inzwischen muss und möchte ich meine Energie anders haushalten und habe festgestellt, dass sich mein Anspruch verändert hat.

Von Fast (Fashion) Cosplay zu Slow Cosplay

Während ich in meinen ersten zwei Jahren als Cosplayanfänger mit relativ viel Frust an der Nähmaschine saß, habe ich in den letzten Jahren viel Freude am Nähen, als auch einen Ehrgeiz dafür, entwickelt. In meinen Anfangsjahren biss ich mich noch durch den anstrengenden Nähprozess. Ich nähte Kostüme, arbeitete Gekauftes um oder bestellte mir schlichtweg neue Cosplays.

Obwohl in den letzten zwei bis drei Jahren die Qualität von gekauften Cosplays enorm gestiegen und die Kosten gesunken sind, hat sich mein Fokus verschoben. Ich bin deutlich unzufriedener mit diesen Kostümen – zumindest dann, wenn ich sie trage. Seit 2024 habe ich große Lust Kostüme selbst zu machen. Ich möchte bewusster mitbestimmen, wie mein eigenes Cosplay am Ende aussieht. Also versuche ich seither häufiger Kostüme selber zu machen und die Anzahl gekaufter Kostüme langfristig zu reduzieren.

Zu meinen Hoch-Zeiten trug ich durchschnittlich 25 neuen Cosplays pro Jahr – davon waren die meisten gekauft bzw. gesponsert. Ganz schön viel, oder? Vor allem, wenn man bedenkt, dass das Jahr nur 12 Monate hat…

Cosplays mit Fotoshooting aus 2025
Fotograf, 3. Reihe 1. Bild von links: Johannes Tran

Conventionmania

Das Hobby Cosplay schlug bei mir ein wie eine Bombe. Ich hatte neue Luft geschnuppert und verwendete den Großteil meiner Freizeit darauf sie in Cosplay zu stecken. Von 2015 bis 2019 besuchte ich jährlich etwa durchschnittlich 10 Conventions. In 2018 kamen meine Workshops hinzu.

So hielt ich seither jährlich mehrere Workshops auf unterschiedlichen Conventions. War ich einmal nicht als Workshopleiter unterwegs, durfte ich als Moderator oder Cosplay Contest Juror am Programm teilnehmen. Nebenbei besuchte ich außerdem weitere Events „privat“. Damals konnte ich mir noch nicht vorstellen, wie es sein würde, wenn ich einmal nicht mehr so viele Conventions besuchen könnte. Dann kam die Pandemie und die Entscheidung wurde mir abgenommen. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass die erzwungene Pause mir wahnsinnig gut getan hat.

Pre-Judging bei der Cosplay Performance Meisterschaft Deutschland Finale auf der Manga-Comic-Con / LBM 2025
Foto: Johannes Tran

Auch wenn durch die Pandemie meine Conbesuche und Buchungen für diese eingeschränkt waren, so war ich Zuhause umso aktiver. Neben vielen neuen Cosplays und anderen kreativen Projekten, schrieb und veröffentlichte ich mein erstes Buch. Die Pandemie stellte vieles auf den Kopf – Ich hatte deutlich mehr Zeit, aber auch weniger Geld. Dann wurde ich Mutter und ich sollte mich erneut sortieren.

Mittlerweile würde ich sagen, habe ich mich eingegroovt. Auch wenn es in den letzten Jahren nicht immer leicht war und wir aufgrund unserer Baustelle noch immer eingeschränkt sind, so hat alles irgendwie seinen Platz gefunden. Die reduzierten Conbesuche in 2025 haben geholfen, andere private Projekte voranzubringen und mir den Raum gegeben, neue Hobbys zu entdecken oder alte Hobbys wieder aufleben zu lassen. Außerdem habe ich die Zeit genutzt, um meine Social Media Accounts auszubauen und inhaltlich diverser zu gestalten. Denn genau wie Cosplay ist auch Social Media meine große Leidenschaft.

Social Media im Wandel

Kurz nachdem ich 2015 anfing zu cosplayen, legte ich mir eine Facebook-Seite zu – kurz darauf auch einen Instagram Account. Ich entdeckte durch Cosplay meine Leidenschaft für Social Media und bemühte mich meine Accounts wachsen zu lassen. Vor allem deshalb, weil ich herausfand, dass eine bestimmte Followerzahl die Türen zu Sponsorings öffnen würde: Die Gelegenheit für mich, das Hobby auf diese Weise zu finanzieren. Weniger, um in der Cosplayszene Bekanntheit zu erlangen. Daran hatte ich ehrlicherweise nie gedacht.

Seit beinahe 10 Jahren poste ich regelmäßig auf Instagram bzw. Facebook. Ich arbeitete auf Hochtouren, um meine Kanäle mit Content zu bespielen, sie zu analysieren und zu optimieren. Es folgten zahlreiche Episoden für meinen Podcast und regelmäßige Beiträge für den Blog. Zwischenzeitlich versuchte ich mich sogar an YouTube und TikTok. Würde mir jemand die Zeit, die ich in all diese Kanäle gesteckt habe, auf ein Blatt Papier schreiben… ich würde wohl rückwärts den Stuhl hinunter kippen. Dennoch würde ich es vermutlich wieder tun.

Mir bereitet es große Freude mein Wissen zu teilen und anderen bei ihren Projekten zu helfen. Während ich auf meinem Blog und im Podcast bereits viele Tipps teile, wollte ich dies auf meinem Instagram Account ebenso ausbauen und meiner Community Mehrwert bieten. Seit über einem Jahr pflege ich deshalb außerdem den Sharing-Account sajalyn.awase für Tipps, Tricks, Reviews und Work in Progress von und für Cosplayer.

Nach über 10 Jahren intensiver Arbeit an meiner Internetpräsenz, kann ich nun sagen: Es wird Zeit, einen Gang runterzuschalten. Ich weiß, was ich erreicht habe und bin mir bewusst, dass ich nicht die nächste Kamui Cosplay oder der nächste Maul Cosplay sein werde. Und wenn ich ehrlich bin, dann möchte ich das auch nicht.

Und das bedeutet… – Pläne und Aussichten für 2026

Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht viel Zeit und Energie in meine Kanäle und in mein Hobby zu stecken. An aufhören ist deshalb nicht zu denken! Dennoch wird es Zeit, meine Energie anders aufzuteilen und mich zu sortieren. Einfach, weil ich keine Anfang 20 mehr bin, es mir gut tut und ich fest daran glaube, dass ich langfristig davon profitiere.

Cosplay ist für mich in erster Linie mein Hobby, dann erst, ist es mein Beruf – mein Nebenberuf, um genauer zu sein. Genau so, soll es auch bleiben. Ich genieße die Freiheiten, die ich habe, weil ich mich bewusst für diese Aufteilung entschieden habe.

Deshalb wird es in 2026 weiterhin Cosplays geben, für die ich mich aus persönlichem Interesse entschieden habe. Mein Ziel, den Fokus stärker auf selbst gemachte Kostüme zu verlagern, möchte ich beibehalten und noch besser weiterverfolgen. Seit 2024 konnte ich die Anzahl meiner Cosplays pro Jahr deutlich reduzieren – diesen Ansatz möchte ich fortführen.

Bücher, Blog und Podcast

Außerdem plane ich in 2026 Band 02 meiner Cosplay Basics Reihe veröffentlichen, aber vorher muss dieses Buch natürlich erst einmal geschrieben werden. Was wäre eine Buchreihe, hätte sie nur einen Band?

Für den All About Cosplay Podcast haben sich auch in 2026 tolle Gäste angekündigt und so freue ich mich schon darauf neue Perspektiven präsentieren zu dürfen!

Auf dem Blog wird es ein klein wenig ruhiger, da ich ab sofort nur noch einen Beitrag pro Monat veröffentlichen werde. Ich erhoffe mir durch diese Änderung nicht nur mehr Zeit und bessere Planbarkeit, sondern auch, dass dadurch die hochgeladenen Beiträge länger im Fokus stehen und nicht so sehr im Strom der schnellen Contentproduktion untergehen.

Ich möchte mir die Freiheit nehmen, etwas mehr auf das zurückzublicken, was ich in diesen 10 Jahren erreicht habe. Etwas durchatmen, aber gleichzeitig mit der notwendigen Freiheit, um Neues zu schaffen und das Hobby zu genießen. Besonders, seitdem diese Welt so unglaublich schnelllebig geworden ist. Denn letztendlich freue ich mich auf die nächsten Jahre, in denen mich dieses wunderbare Hobby begleiten wird.

Den Podcast All About Cosplay kannst du hier auf dem Blog oder z.B. auf Spotify anhören.

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All About Cosplay 066 – Inszenierung und Setbau

Egal ob Cosplay oder Fantasy-Outfit – für dein geplantes Fotoshooting hast du sicher eine Vision im Kopf, für die sich leider nicht immer die passende Shootinglocation finden lässt. Damit die Inszenierung trotzdem perfekt wird, könntest du dein eigenes Set dafür bauen. Aber wie einfach oder schwierig ist eigentlich der Setbau?

Die liebe Mayalou hat sich auf den Setbau für Fotoshootings spezialisiert. Wenn sie nicht selbst als Model vor der Kamera steht oder neue Outfits für ihre Fotoshootings bastelt, dann baut sie sicherlich ein neues Fotoset. Worauf man bei der Inszenierung und dem Setbau achten sollte, besprechen wir in dieser Episode ausführlich!

Du kennst Mayalou noch nicht? Dann schau doch mal bei ihr auf Instagram vorbei:
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Detailreiche Brustplatten aus Worbla für dein Kostüm

Inszenierungen von Mayalou (Setbau)


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All About Cosplay 057 – Dein Einstieg in die Cosplayfotografie
All About Cosplay – 024 Häufige Fehler in der Cosplay-Fotografie

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Schlechte Luft? So wäscht du deine Cosplays!

Wir Cosplayer sind äußerst empfindlich, wenn es um unsere Kostüme geht. Wir wollen möglichst perfekt und authentisch aussehen. Es wird genäht, geklebt, gezaubert und getanzt. Allerdings sollten wir bei dem ganzen Spaß nicht vergessen, unsere Kostüme regelmäßig zu reinigen.

Neben offensichtlichen Flecken, ist auch Schweißgeruch ein großes Thema. Nicht immer ist er eindeutig erkennbar. Manchmal dringt dieser erst während der Lagerung, oder z.B. auch während des Versands in einem kleinen Paket, durch. Wenn es blöd läuft, dann hast du dein Cosplay inzwischen verkauft und der Käufer darf sich nun über eine kleine Schweißwolke freuen.

Damit das nicht passiert und du auch lange Freude an deine Cosplays hast, erkläre ich dir, wie du deine Kostüme ganz einfach reinigen kannst. Hast du noch mehr Tipps? Dann hinterlass gerne einen Kommentar.

Kein Risiko mit Handwäsche

Die wohl sicherste Methode, um deine Cosplays zu reinigen, ist: Handwäsche! Schnapp dir eine große Wanne, das Waschbecken, einen Eimer oder die Badewanne und lass dein Kostüm in’s kühle Nass abtauchen. Arbeite mit sanften Reinigungsmitteln, Kernseife und kaltem Wasser, um das Cosplay möglichst risikofrei zu säubern.

Hatte das Kostüm keine sichtbaren Flecken, habe ich in der Vergangenheit häufig Weichspüler statt Waschmittel genutzt. Ganz nach dem Motto: So riecht es wieder frisch! Besser wäre wohl echtes Waschmittel, wie z.B. Waschmittel aus der Tube für unterwegs. Mit Kernseife kannst du gezielt Flecken bearbeiten und stellenweise säubern. Möchtet du sichergehen, dass du das Kleidungsstück auch wirklich von Schweißgeruch befreist, so kannst du es bei der Handwäsche vorsichtig durchkneten. Vergiss nicht, das Kostüm nach dem erfrischendem Bad mit klarem Wasser auszuspülen.

Ab in die Trommel – Keine Angst vor der Waschmaschine

Wusstest du, dass du einige Kostüme sogar in der Waschmaschine waschen kannst? Die allermeisten meiner selbst genähten Cosplays werden regelmäßig von mir in der Waschmaschine gereinigt. Der Gedanke ist für viele erst einmal beängstigend, aber wenn man einiges beachtet, funktioniert es problemlos!

Und so klappt es in der Waschmaschine:

  • Kostüm prüfen – Checke das Cosplay und bereite es gegebenenfalls vor. Nicht jedes Cosplay sollte in die Waschmaschine. Achte auf Materialien, Beschaffenheit, Zustand, Farben und sonstige Details.

  • Wäschenetz – Ein Wäschenetz schützt die Kleidung beim Waschgang und trägt zu einer schonenden Reinigung bei.

  • Schonwaschgang / HandwäscheProgramm – Prüfe, ob du an deiner Waschmaschine einen Schonwaschgang oder ein Handwäsche-Programm findest. Das Kostüm wird mit weniger Umdrehungen und oft in kurzer Zeit gereinigt.

  • Weniger Umdrehungen – Je nach Waschmaschine kannst du (zusätzlich) die Anzahl der Umdrehungen reduzieren und somit schonender waschen.

  • Nicht über 30°C – Die meisten Stoffe solltest du vorsichtshalber nicht über 30°C waschen. Bist du dir nicht sicher, ob die Farbe hält oder die Stoffe das aushalten, kannst du auch mit kaltem Wasser reinigen.

  • Sanfte Waschmittel – Starke Waschmittel können dazu führen, dass Stoffe ausbluten und sich verfärben. Farb- und Schmutzfangtücher können das Risiko zumindest ein wenig senken.

Nicht Waschbares reinigen

Kannst du dein Cosplay nicht mit Wasser reinigen, dann ist das Hygienespray dein bester Freund. Aber auch die Mischung aus Wasser und Isopropanol aus der Apotheke (3:1), abgefüllt in eine Sprühflasche, erfüllt seinen Zweck! Sprühe dein Kostüm an den gewünschten Stellen – z.B. unter den Armen – ein. Achte darauf, dass dein Kostüm nicht zu feucht wird und halte beim Sprühen etwas Abstand. Lass das Kostüm über Nacht auslüften.

So wirst du zwar keine Flecken los, bekommst aber Gerüche in den Griff und desinfiziert zugleich. Ein beliebter Trick am Theater – denn zwischen den Vorstellungen ist kaum Zeit, um das Kostüm nass zu reinigen.

So nass sollte dein Kostüm bei dieser Art der Reinigung nicht werden.

Fleck für Fleck – punktuell reinigen

Musst du gezielt bestimmte Flecken bekämpfen, dann ist Handwäsche mit der Kernseife die beste Option. Du musst nicht gleich das komplette Kostüm ins Wasser tauchen. Befeuchte die betroffene Stellen und arbeite die Kernseife kreisend ein, um sie anschließend wieder auszuwaschen. Reibe den Stoff an der eingeseiften Stelle aneinander, um den Fleck effektiver zu bearbeiten.

Manchmal musst du einen Fleck mehrfach bearbeiten, um ihn vollständig zu entfernen. Achte darauf kaltes Wasser zu nutzen, um das Ausbluten deines Stoffes zu vermeiden, falls notwendig.

Bevor es ernst wird

Die allermeisten Cosplays kannst du auf die ein oder andere Art reinigen. Damit das Kostüm nachher mindestens genauso toll aussieht wie vorher, empfiehlt es sich, das Cosplay entsprechend vorzubereiten. Welche Methoden es unter anderem für die Reinigung gibt, hast du soeben kennengelernt.

Prüfe das Kostüm vor der Wäsche sorgfältig und werde dir darüber klar, an welchen Stellen eine Reinigung notwendig ist: Hast du im Kostüm geschwitzt und möchtest es einmal von Grund auf reinigen? Gibt es Flecken? Hast du dir ausreichend Gedanken gemacht, kannst du leichter die für dich passende Methode wählen.

Beachte außerdem das Material deines Cosplays. Nicht jede Methode ist für jedes Material empfehlenswert. Rüstungen aus Foam solltest du nicht nass machen. Weiße Kleider mit roten Elementen sind besser per Hand im kalten Wasser zu reinigen, sodass der Stoff nicht ausblutet. Hat das Cosplay viele harte Elemente, welche du für einen Waschgang nicht entfernen kannst, dann sollte es nicht in die Waschmaschine. Hat das Kleidungsstück nur Flecken an einer konkreten Stelle, wie etwa Make-Up-Ränder am Kragen, dann ist eine punktuelle Reinigung mit der Hand ausreichend. Besonders empfindliche Stoffe oder Kostüme mit Klettverschluss solltest du lieber sorgsam mit der Hand reinigen. So vermeidest du, dass bei der Reinigung Löcher in den Stoff gerissen werden.

Je mehr du dich mit den Reinigungsmethoden und auch deinen Cosplays beschäftigst, desto mehr Erfahrung bekommst du. So wird aus dem nervenaufreibenden Thema ganz schnell öder Alltagstrott und deine Cosplays erstrahlen in neuem Glanz!

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All About Cosplay 065 – Parasoziale Interaktion

Warst du einmal Teil einer parasozialen Interaktion? Als Cosplayer im Netz, ist es wahrscheinlich, dass du diesem Phänomen bereits persönlich begegnet bist.

Der Cosplayer bunnybaocos hat sich im Kontext „Cosplay“ mit dem Thema parasoziale Interaktion beschäftigt und einen sehr informativen Post dazu veröffentlicht. Anhand dieses Posts erklären Philipp und ich, worum es sich bei parasozialen Interaktionen handelt, wie man diese erkennt, worin die Problematik liegt und welche Erfahrungen ich selbst damit bereits gemacht habe.

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Making of: Sally – The Nightmare Before Christmas

[Werbung] Wusstest du, dass Sally aus the Nightmare Before Christmas eines meiner ersten Cosplays war? Tatsächlich auch mein erstes Nähprojekt jemals.

Damals habe ich mir noch kein vollwertiges Nähprojekt zugetraut, weshalb ich einfach ein Faschingskostüm fürs Upcycling genutzt habe. Ich saß zum ersten Mal ganz alleine an einer Nähmaschine und leider habe ich erst zum Schluss bemerkt, dass etwas nicht gestimmt hatte. So sah das Cosplay von außen ganz hui, von innen aber wirklich eher pfui aus. Gehalten hat aber trotzdem alles.

10 Jahre später sieht es selbstverständlich anders aus. Mein damaliges Cosplay besitze ich schon lange nicht mehr, aber die Idee Sally erneut zu cosplayen geisterte regelmäßig in meinem Kopf umher. Umso mehr freue ich mich, dass mich Hans Textil-Shop beim Making of meines neuen Cosplays mit tollen Stoffen unterstützt hat und ich so endlich das geplante Glow-up in Angriff nehmen konnte!

Planung und Vorbereitung – Schnittmuster und Stoffe

Wenn ich Cosplays selber mache, dann denke ich mich stets ein wenig in den Charakter hinein. So kann ich bei meiner Gestaltung einbeziehen, warum oder zu welchem Anlass der Charakter ein Outfit trägt, welche Stoffe authentisch wirken könnten und welche Details für mich stimmig sind. Ich versuche also den Kontext des Charakters zu berücksichtigen und in meine Umsetzung einfließen zu lassen. Natürlich spielt dabei die eigene Interpretation eine zentrale Rolle.

Ich bin ein großer Fan von Leinenstoff. Ich mag die Struktur, die Haptik und wie der Stoff fällt. Leinen ist ein hochwertiger Stoff, welcher vielleicht eher weniger für eine Flickenpuppe, wie Sally aus The Nightmare Before Christmas sie ist, verwendet werden würde. Sallys Kleid wurde aus vielen unterschiedlichen Stoffen „zusammengeflickt“. Auch sitzt Sallys Kleid nicht perfekt, sondern ist teils schief oder verzogen. Die vielen unterschiedlichen Farben und Muster bringen zudem Struktur und Abwechslung ins Spiel.

Anstatt mit vielen unterschiedlichen Stoffen zu arbeiten, was eine logische Wahl für Sally gewesen wäre, habe ich mich aufgrund der Struktur für Leinen entschieden. Ich habe ausschließlich Leinen, in unterschiedlichen Farben, bestellt und diesen anschließend entsprechend vorbereitet. Dazu aber später mehr.

Tollen Leinenstoff für dein nächstes Cosplay findest du bei Hans Textil-Shop.

Schnittmuster angepasst

Vor einigen Jahren habe ich mir das Schnittmuster von Simplicity zu „The Nightmare Before Christmas“ gekauft. Leider handelt es sich bei diesem Schnittmuster um einen sehr einfachen Schnitt (ausgelegt für ein schlichtes Jerseykleid), welcher das Flickendesign von Sally nicht berücksichtigt. Trotzdem wollte ich das Schnittmuster nutzen und habe ein Kleid aus weißem Stoff zur Probe genäht.

Leinen ist nicht dehnbar. Deshalb habe ich bei der Wahl des Probestoffs darauf geachtet, ebenfalls einen nicht dehnbaren Stoff zu verwenden. Da das Probekleid gut gepasst hat und ein Verschluss nicht notwendig war – man kann das Kleid einfach über den Kopf ziehen – habe ich dieses als Basis für das neue Schnittmuster genutzt.

Bevor ich das weiße Kleid als Schnittmuster verwenden konnte, musste ich natürlich noch die Flicken bzw. unterschiedlichen Stoffe, aus denen das Flickenkleid besteht, einzeichnen.

Es gibt unzählige Darstellungen von Sally aus The Nightmare Before Christmas, welches man als Vorlage für ein Cosplay nutzen kann. Allerdings ist bei beinahe jeder dieser Figuren oder Zeichnungen das Kleid auf unterschiedliche Weise umgesetzt. Farben, Muster und Passform weichen bei fast jeder Umsetzung voneinander ab.

Nachdem ich meine Referenzbilder miteinander verglichen hatte, habe ich mich für ein Konzept entschieden. Einige Teile des Kostüms habe ich bestimmten Referenzen nachempfunden, andere hingegen habe ich frei interpretiert. Grundsätzlich wollte ich dieses Mal weniger knallige Farben nutzen, das Kostüm weathern und auf eine etwas schlechtere Passform achten. Ironisch, wenn man bedenkt, dass man sonst versucht eine möglichst perfekte Passform zu kreieren.

Nachdem dann alle Details – wie Form, Muster und Farbe der Flicken – auf dem weißen Probekleid eingezeichnet waren, konnte es losgehen.

Stück für Stück – Flicken für Flicken

Wenn ich mir üblicherweise ein Cosplay nähe, dann bereite ich zunächst das Schnittmuster vor. Anschließend schneide ich alle Teile des Schnittmusters aus, übertrage die Teile auf dem zu vernähenden Stoff und schneide diesen zu, sodass ich die einzelnen Teile des Kostüms nur noch zusammennähen muss.

Da das Schnittmuster aufgrund der Flicken etwas komplexer wurde, habe ich mich Stück für Stück herangetastet. Anstatt also alle Teile auf einmal auszuschneiden, habe ich mich von unten nach oben, Flicken für Flicken, vorgearbeitet – um den Überblick nicht zu verlieren.

Ich habe den ersten Flicken aus dem Problekleid herausgeschnitten und dieses Teil dann auf Leinen übertragen. Beim Übertragen habe ich darauf geachtet eine Nahtzugabe hinzuzufügen. Für den Zuschnitt habe ich eine Zackenschere genutzt, welche das starke Ausfransen von Stoff verhindern soll.

Sally ist eine Flickenpuppe, die mehr oder weniger liebevoll und mit mehr oder weniger Geschick zusammengenäht wurde. Entsprechend wollte ich diesen Zustand bei der Verarbeitung berücksichtigen und habe auf die sauberen Nähte einer Overlock verzichtet.

Mit dieser Methode habe ich mich also Flicken für Flicken vorgearbeitet, bis das Kleid fertig war. Ich habe einen Flicken vorbereitet und dann an den benachbarten, bereits fertigen Flicken, angenäht. Hatte ich einmal den Überblick verloren, konnte ich die fertigen Flicken, wie bei einem Puzzle, an mein Probekleid anlegen und mich neu orientieren.

Flicken vorbereiten – Muster zaubern

Da beinahe jeder Flicken auf Sallys Kleid aus unterschiedlichem Stoff besteht, musste ich die jeweiligen Stoffstücke entsprechend modifizieren. Enge Zickzacknähte, Doppelöhr-Nadeln, als auch der Freihandstickfuß meiner Nähmaschine kamen hierbei zum Einsatz. Je nach Stoff oder Muster konnte auch eine Stabilisierung des Stoffs durch Stickvlies notwendig werden.

Um Streifen oder „Punkte“ auf Stoff zu zaubern, habe ich mit engen Zickzackstichen gearbeitet. Für Karo-Muster oder einfache Linien, habe ich eine Doppelöhr-Nadel genutzt, um die Nähte sichtbarer zu machen. Bei Bedarf habe ich dieselbe Naht doppelt genäht, um den Effekt zu verstärken.

Freihandsticken an der Nähmaschine – Nähmalen

Für die geschwungenen Muster auf dem oberen Teil von Sallys Kleid, kam dann der Freihandstickfuß zum Einsatz. Um tatsächlich auch Freihandsticken bzw. an der Nähmaschine „malen“ zu können, muss der Stoff stabilisiert (z.B. durch Stickvlies) und der Transporteur der Nähmaschine versenkt werden. Danach bedarf es etwas an Übung, um die vorgezeichneten Linien zu sticken, bzw. nachzumalen.

Da es zu The Nightmare Before Christmas und generell zu Tim Burtons Stil passt, durften die Linien etwas ausschweifend und wenig genau werden. Nachdem ich mich für das Cosplay zum ersten Mal am Freihandsticken gewagt habe, war es äußerst praktisch, dass das Design nicht perfekt werden musste!

Als ich mit dem Cosplay fast fertig war, habe ich die gestickten Linien zusätzlich mit Stopfwolle per Hand nachgestickt, um die Wirkung des Musters zu verstärken.

Flicken auf Flicken und Kreativ-Vlies als Helfer

Was wäre ein Flickenkleid ohne kleinere „echte“ Flicken? Richtig, keine runde Sache. Neben den eigentlichen Flicken des Kleides, musste ich also noch ein paar kleinere Flicken vorbereiten, welche auf den großen Flicken festgenäht wurden.

Damit der Flicken nicht zu ordentlich aussehen würde, habe ich einen Zickzackstich genutzt, um den Flicken zu fixieren. Während des Nähens habe ich den Stich in Länge und Breite alterniert, um die Naht weniger maschinell wirken zu lassen.

Für einen großen Flicken benötigte ich noch runde Kreise, welche Bestandteil des Musters sein sollten. Ursprünglich wollte ich sie demnach nicht einfach nur annähen, weswegen ich zum Kreativ-Vlies von Prym gegriffen habe.

Das Vlies wird auf Stoff aufgebügelt, anschließend wird die gewünschte Form ausgeschnitten und die Folie des Vlies abgezogen.

Der mit dem Vlies vorbereitete Stoff wird auf den Wunschuntergrund mit Hilfe eines feuchten Tuchs aufgebügelt. In meinem Fall habe ich also Kreise aus grauem Leinen ausgeschnitten, entsprechend vorbereitet und auf gelben Leinen angebracht. Letztendlich habe ich dann doch einen engen Zickzackstich genutzt, um die Kreise zusätzlich zu fixieren und die Ränder schöner zu verarbeiten.

Feinschliff & Details

Nachdem alle Teile erfolgreich zusammengenäht und die Nähte sorgsam auseinander gebügelt wurden, wurde es Zeit für den Feinschliff.

Um den Eindruck zu verstärken, dass das Kleid aus vielen verschiedenen Flicken zusammengewürfelt und geflickt wurde, habe ich die Verbindungsstellen mit einem Zickzackstich vernäht. Weniger um die Verbindungsstellen zu fixieren, sondern viel mehr, um den Look des Flickenkleids zu vervollständigen.

Da das Kleid doch noch zu ordentlich aussah, habe ich damit begonnen kleinere Falten einzunähen. Außerdem habe ich auch hier die Zickzacknaht in Länge und Breite verändert, um den Stich ungleichmäßiger wirken zu lassen.

Ursprünglich wollte ich außerdem Kragen und Säume ausgefranst und unbearbeitet lassen. Da das Leinen doch etwas stärker fusselt, habe ich die ausgefransten Ränder grob mit einem Zickzackstich eingefasst, um das Ausfransen unter Kontrolle zu halten.

Bevor die letzten Ziernähte per Hand angebracht wurden, habe ich das Cosplay künstlich altern lassen. Warum? So sind beim Weatheringprozess keine Nähte im Weg und jede Stelle des Kostüms ist problemlos erreichbar.

Weathering

Um die Farben des Kleides noch mehr an meine Vision anzupassen, wurde das Kleid in schwarzen Tee eingelegt, um das Leinen abzutönen. Die Färbung mit Tee ist nicht permanent und gelingt je nach Stoff und Farbe auch nur zu einem bestimmten Grad. Besonders Stoffe, die häufig gewaschen werden, sind nicht unbedingt dafür geeignet, um mit Tee gefärbt zu werden.

Nach dem erfolgreichen Bad im Tee, war dann die Färbung mit Acrylfarbe an der Reihe. Sofern möglich, färbe ich bevorzugt mit Stofffarbe. Leider musste ich aber bei einem anderen Projekt, bei dem ich Leinen bemalt habe, feststellen, dass die Farbe nicht fixiert werden konnte. Daher habe ich dieses Mal direkt zu Acrylfarbe gegriffen.

Um die Farbe für den Stoff geeigneter zu machen, habe ich der Acrylfarbe ein Textilmedium hinzugefügt. Ehrlicherweise konnte ich das Medium noch nicht testen, um bewerten zu können, inwiefern sich die Verwendung lohnt. Beim Färben mit Acrylfarbe auf Stoff sollte man aber definitiv bedenken, dass der Stoff dadurch steifer werden kann. Besonders, wenn viel Farbe und verhältnismäßig wenig Wasser im Spiel ist.

Nachdem die Färbung getrocknet war, konnten nun auch die letzten Ziernähte angebracht werden. Hierfür habe ich mit einer Nadel Wollfäden durch den Stoff gezogen, um so den berüchtigten Flickenlook zu finalisieren.

Abgerundet wurde das Kostüm am Ende noch mit einer passenden Perücke, selbst gehäkelten Stulpen und Bodypaint, sowie farblich passenden Strümpfen und Handschuhen.

Ich bin mit dem neuen Look wirklich zufrieden und freue mich riesig, dass ich nach all den Jahren Sally erneut cosplayen konnte. Und dieses Mal kann ich sogar sagen, dass ich das Cosplay selbst gemacht habe!

Vielen Dank an Patricia von Hans Textil-Shop, ohne die ich das Cosplay vermutlich erst in 2026 oder 2027 umgesetzt hätte.

Das Cosplay in Aktion

Unterschiedliche Bearbeitungsstile

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All About Cosplay 064 – Wie finde ich den passenden Charakter und fühle mich wohl?

Eine Frage, die man sich als Cosplay ab einem gewissen Punkt vielleicht häufiger stellt: Wie finde ich den passenden Charakter für mich und fühle mich wohl?

Hat man gerade mit dem Cosplayen angefangen, legt man meist einfach darauf los und taucht freudig in die Welt des Cosplayens hinab. Früher oder später passiert es dann und man cosplayt einen Charakter, in dem man sich leider nicht so wohl fühlt. Egal ob man Cosplay-Anfänger oder alter Hase ist, irgendwann passiert es zum ersten Mal.

Das ist nicht so schlimm. Nervig wird es allerdings dann, wenn man das Gefühl hat, dass man nicht mehr die richtigen Charaktere für sich findet. Was kannst du also tun, um möglichst die Charaktere auszuwählen, die zu dir passen?

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058 – Fehler und Rückschläge im Cosplay
053 – Mit Cosplay anfangen: Der Einstieg ins Hobby

Tipps für dich:
Cosplay für Einsteiger
Kaufen vs. Selber machen

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Gefahrlos kreativ – Cosplay Crafting & Sicherheit

Kleben mit Contact Cement, Resin gießen, Schleifen, Sprühlacke, Airbrush, Löten, Kunstharz-3D-Drucker und und und. Beim Cosplay Crafting gibt es viele Materialien und Techniken, mit denen du Beeindruckendes erschaffen kannst, die aber auch ernsthaft deine Gesundheit gefährden können, wenn du dich nicht richtig schützt. 

Aber woher weißt du, ob du ein gefährliches Material vor dir hast? Welche Handschuhe sind geeignet? Wann brauchst du eine Atemschutzmaske und welche? Um all das geht es in diesem Beitrag. 

Dieser Gastbeitrag wurde von Hlawatis geschrieben. Du kennst Hlawatis noch nicht?
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Disclaimer 

Dieser Beitrag wurde von einer Cosplayerin geschrieben, die sich schon seit mehreren Jahren intensiv mit dem Thema Sicherheit beim Crafting beschäftig. Ich bin jedoch keine ausgebildete Medizinerin oder Chemikerin und trotz gründlicher Recherche können hier Fehler enthalten sein. 

Deine Gesundheit ist immer deine eigene Verantwortung. Nimm diese Infos als Überblick und Ausgangspunkt, aber mach bitte immer zusätzlich noch deine eigene Recherche bevor du neue Produkte und Craftingtechniken ausprobierst. 


Warum musst du dich schützen? 

Wir reden hier von sogenannten Gefahrstoffen. Das sind „Stoffe und Stoffgemische, 

  • die die Gesundheit und/oder die körperliche Funktionsfähigkeit des Menschen beeinträchtigen können,
  • zu körperlichen Schäden des Menschen führen können, und/oder die Umwelt schädigen können.“ (1) 

Hier ein paar Beispiele für Gefahrstoffe, die dir beim Cosplay Crafting begegnen können: Lösemittel in Klebern, Schleifstaub, Gase in Sprühflaschen, Dämpfe von heißem Plastik. 

Beispiele für Produkte bzw. Werkzeuge, mit denen du dich Gefahrstoffen aussetzt.

Gefahrstoffe können dir kurz- oder langfristig schaden. Beispielsweise kannst du einen juckenden Ausschlag bekommen von Kleber oder Epoxidharz auf der Haut. Lösemittel, die in vielen Klebstoffen enthalten sind, können plötzlichen Schwindel verursachen. Wiederholtes Einatmen von Lösemitteln kann aber auch lebenslang bleibende Schäden an deinem Gehirn oder anderen Organen verursachen (5). 

Damit will ich dir keine Angst machen, sondern dir soll klar werden, dass die Gefahren nicht zu unterschätzen sind und wie wichtig es ist, sich richtig zu schützen. 

Wie kannst du dich schützen? 

Es gibt drei Wege, auf denen Gefahrstoffe in deinen Körper gelangen können: Durch Verschlucken, Einatmen oder durch Aufnahme über die Haut. Entsprechend gibt es auch drei Arten, auf die du dich schützen solltest:

  • Grundsätzlich solltest du während des Craftings weder essen noch trinken, damit keine Gefahrstoffe in deinen Mund gelangen. Wasch dir vor dem nächsten Essen oder Trinken also gründlich die Hände. 

  • Aufnahme über die Haut verhinderst du indem du geeignete Schutzhandschuhe, bzw. falls nötig Schutzkleidung / lange Kleidung, trägst. Auch die Schleimhäute deiner Augen solltest du ggf. mit einer geeigneten Schutzbrille abschirmen. 

  • Gegen das Einatmen von Gefahrstoffen schützt du dich, indem du an einem gut belüfteten Ort arbeitest. Das kann direkt am offenen Fenster sein oder noch besser: draußen. In bestimmten Fällen brauchst du zusätzlich eine Atemschutzmaske. 

  • Auch wenn dadurch keine Gefahrstoffe in deinen Körper gelangen – solltest du einen Gehörschutz tragen, wenn du mit lauten Maschinen arbeitest. 
Persönliche Schutzausrüstung beim Cosplay Crafting

Woran erkennst du, ob dein Material ein Gefahrstoff ist? 

Es gibt eine Kennzeichnungspflicht für Gefahrstoffe. Produkte, die Gefahrstoffe enthalten erkennst du an den sogenannten Gefahrenpiktogrammen – die roten Quadrate mit den Symbolen. 

Du musst nicht auswendig wissen, was die einzelnen Piktogramme bedeuten. Aber du solltest dir merken: Ein Gefahrenpiktogramm (oder mehrere) auf der Packung heißt: Achtung, irgendetwas hieran ist gefährlich. Und du musst etwas tun bzw. beachten, um dich zu schützen. Was genau es zu beachten gibt steht auch auf der Packung. Ja, du solltest diesen Text auf der Packung lesen und zwar komplett. Der ist nicht zum Spaß da. 

Beispiele für Gefahrenpiktogramme 

Sicherheitsdatenblatt 

Für jedes Produkt, das ein chemisches Gemisch ist, muss der Hersteller ein Sicherheitsdatenblatt veröffentlichen. Das ist ein Dokument, in dem alle nötigen Infos für den sicheren Umgang mit dem Produkt aufgelistet sind. Du findest es online als PDF, wenn du nach deinem Produktnamen + Sicherheitsdatenblatt suchst.

Viele Onlineshops haben es auch direkt beim jeweiligen Produkt verlinkt. Nicht erschrecken, Sicherheitsdatenblätter beginnen mit ganz vielen Zahlen. Relevant für uns Cosplayer:innen sind:

  • Abschnitt 4 (Erste-Hilfe-Maßnahmen)
  • Abschnitt 7 (Handhabung und Lagerung)
  • Abschnitt 8 (Persönliche Schutzausrüstung)

Ich empfehle dir, wenn du dir einen neuen Kleber, neue Sprühfarbe, etc. kaufst, vor der Benutzung diese drei Abschnitte im Sicherheitsdatenblatt zumindest einmal zu überfliegen – gesamt etwa eine Seite Text.

Die richtigen Handschuhe 

Einweghandschuhe aus dem Supermarkt oder Drogeriemarkt sind keine Chemikalienschutzhandschuhe. Bestimmt sind sie beim Crafting besser als gar keine Handschuhe zu tragen, aber manche Lösungsmittel durchdringen diese. 

Haushaltshandschuhe vs. Chemikalienschutzhandschuhe

Chemikalienschutzhandschuhe erkennst du an der EN-Nummer: „EN 374“ bzw. „EN ISO 374-1:2016“. Das bedeutet, dass die Handschuhe einer bestimmten europäischen Norm entsprechen. Mit dem Handschuhmaterial wurden Tests durchgeführt und es lässt bestimmte Chemikalien eine bestimmte Zeit lang nicht durch (6). 

Such online nach „Nitrilhandschuhe EN 374“, da wirst du schnell fündig. 
Chemikalienschutzhandschuhe brauchst du z. B. für: 

  • Kraftkleber (aka Contact Cement), Sekundenkleber, Textilkleber 
  • Epoxidharz (aka Resin) 
  • Sprühlacke, Sprühfarben und Sprühgrundierungen (Plasti Dip, …) 
  • Kwik Seal 
  • Apoxie Sculpt 
Bei Chemikalienschutzhandschuhen findest du auf der Packung immer die Kennzeichnung „EN ISO 374-1:2016“ und weitere Angaben, gegen welche Chemikalien sie wie gut schützen. 

Die richtige Atemschutzmaske 

Grundsätzlich solltest du Materialien, die Gase oder Dämpfe abgeben, nur an einem gut belüfteten Ort benutzen; zum Beispiel direkt am offenen Fenster oder noch besser im Freien. Sprühlacke, Sprühfarben und ähnliches solltest du ausschließlich draußen benutzen, denn du willst keine Wolke mit Farbpartikeln in deiner Wohnung… 

Manche Produkte erfordern zusätzlich eine Atemschutzmaske und hier ist es sehr wichtig, dass du die richtigen Filter verwendest! 

Der geeignete Filter

Partikelfilter schützen dich vor Partikeln, aber nicht vor Gasen. Partikel sind kleine Teilchen in der Luft, wie z. B. Schleifstaub oder winzige Farbtröpfchen aus der Airbrush. Zum Beispiel für:

  • Schleifen 
  • Airbrush 

Gasfilter schützen dich vor Gasen und Dämpfen, aber nicht vor Partikeln. Diese brauchst du z.B. für: 

  • viele Lösungsmittelhaltige Kleber (u. a. Kraftkleber/ Contact Cement) 
  • Epoxidharz (aka Resin) 
  • PVC-Rohre mit Hitze verformen (auch für Sintra – das ist auch PVC) 
  • Löten 
  • Muster in EVA Foam brennen mit dem Lötkolben 

Kombinationsfilter beinhalten einen Gas- und einen Partikelfilter und schützen dich vor beiden Arten von Gefahrstoffen, wie etwa:

  • Produkte in Sprühdosen (Sprühgrundierungen, Sprühlacke, …) 

Woher weißt du, welche Filter du brauchst? 

Als wäre es noch nicht kompliziert genug, gibt es bei den Gasfiltern und Kombinationsfiltern noch Unterschiede. Es gibt bestimmte Filter für bestimmte Gase und die werden mit Zahlen- und Buchstabenkombinationen bezeichnet wie zum Beispiel ABEKP oder A2P3 (4). 

Beispiel: Meine Filter sind Kombinationsfilter vom Typ A2B2E1K1P3. Das steht ganz klein drauf. Größer gedruckt ist die abgekürzte Bezeichnung ABEK-P3. 

Das heißt du musst dir immer zuerst überlegen, welche Produkte du verwenden willst und dann recherchieren, welche Filter du kaufen musst. Aber wie findest du das raus? 

Ob du eine Atemschutzmaske brauchst und mit welchen Filtern steht im Sicherheitsdatenblatt deines Produkts unter Abschnitt 8 (Persönliche Schutzausrüstung). Ich weiß nicht warum, aber auf der Verpackung meiner Kleber, Lacke etc. habe ich bisher noch nie Angaben zu den Filtern gefunden. Der Blick ins Sicherheitsdatenblatt lohnt sich. 

Beachte außerdem, dass die Filter regelmäßig ersetzt werden müssen. Zum einen haben sie ein Ablaufdatum, bis zu dem der Hersteller die volle Funktionsfähigkeit garantiert. Zum anderen verbrauchen sie sich. Wenn der Atemwiderstand stärker wird oder wenn du die Lösemittel trotz korrekt sitzender Maske riechen kannst, sind die Filter „voll“ und du brauchst neue. 

Weitere Infos 

Unten findest du noch meine Quellen bzw. Artikel, die ich zum Weiterlesen empfehlen kann. Dieser Blogbeitrag soll dir einen Überblick über das Thema „Cosplay Crafting und Sicherheit“ geben. Wie gesagt: Du bist für deine Gesundheit verantwortlich. Mache zusätzlich deine eigene gründliche Recherche. 

Jetzt wünsche ich dir viel Spaß beim Craften und vor allem – crafte sicher! 

Quellen

Weitere Beiträge aus der Kategorie “Just Cosplay” findest du hier: 
category/just-cosplay/

Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos

All About Cosplay 063 – Cosplay bei jedem Wetter

Passt dein Cosplay mal wieder nicht zum Wetter? Entweder liegt es an schlechter Planung oder aber, du wählst bewusst ein Cosplay, welches für das angekündigte Wetter nicht geeignet ist. Keine Sorge, damit bist du nicht allein…

Wenn wir uns Cosplayern mal etwas in den Kopf gesetzt haben, dann sind wir schwer von unseren Ideen abzubringen. Nicht zuletzt haben Sky und ich auch genau das getan: Zu warme Cosplays bei zu warmen Wetter getragen.

Genau deshalb reden wir in dieser Podcast Episode darüber, wie du dein Cosplay wettertauglich machen kannst.

Du kennst Sky noch nicht? Dann schau doch mal bei ihr vorbei:
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Diese Podcast Episoden von All About Cosplay sind bestimmt ebenfalls für dich interessant:
034 – Eine Reise durch die Zeit
038 – Cosplay-Shops Früher und Heute – Eine Entwicklung

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T-Shirt besticken mit der Stickmaschine

Wenn man Zugriff auf eine Stickmaschine hat, dann dauert es oft nicht lange, bis der Gedanke aufkommt, man möchte seine Kleidung besticken. Am besten klappt das, wenn man diese selbst näht und bestickt. Es ist in der Regel deutlich einfacher und praktischer die einzelnen Stoffteile vor dem Zuschnitt zu besticken, als bereits zusammengesetzte Kleidung.

Aber auch mit einer im Privatgebrauch üblichen Stickmaschine kann man durchaus das ein oder andere gekaufte Kleidungsstück besticken. Die Schwierigkeit liegt dabei darin, dass Kleidungsstück trommelfest und faltenfrei in den Stickrahmen zu spannen, sodass es sauber bestickt werden kann und der restliche Stoff sich nicht in der Maschine verhängt.

Ich war neugierig und hatte Lust zur Übung ein einfaches schwarzes T-Shirt zu besticken. Das Shirt habe ich vorab gewaschen und mir außerdem überlegt, welches Motiv ich gerne wohin sticken möchte und was angesichts der Limitierung überhaupt möglich ist.

Das fertige Shirt mit Stickmotiv von etsy.

Das Stickvlies

Als Trägervlies habe ich ein Cut Away Vlies zum Aufbügeln verwendet. Wichtig hierbei ist, dass das Stickvlies mindestens so groß wie das Stickmotiv ist. Da es sich bei meinem T-Shirt um ein dehnbares Kleidungsstück aus Jersey handelt, muss das Stickvlies mindestens so groß wie der Stickrahmen sein. Ich persönlich empfehle hier nicht zu knapp zu arbeiten, da sich das Einspannen sonst schwieriger als nötig gestalten könnte. Am besten markierst du dir noch vorab mit Schneiderkreide die Stelle, an welcher du das Stickmotiv gerne platzieren möchtest.

Bei meiner Recherche bin ich außerdem auf die Empfehlung gestoßen, eine wasserlösliche Stickfolie als Topper zu verwenden wenn man Jerseystoffe bestickt. Den Topper habe ich nicht in den Rahmen eingespannt, sondern vor dem Besticken einfach aufgelegt. Die Stickfolie kann bei Bedarf auch mit Tape, z.B. Malerkrepp, fixiert werden, sodass sie nicht verrutscht. Oder du nutzt den Heftstich deiner Stickmaschine.

Ran an die Maschine

Bevor die Stickmaschine dann loslegen durfte, habe ich den überschüssigen Stoff des T-Shirts mit Klammern zur Seite gesteckt. Ich wollte den Arbeitsbereich der Stickmaschine möglichst übersichtlich und frei von möglichen Komplikationen durch überhängenden Stoff halten.

Die Stickmaschine habe ich während des gesamten Vorgangs nicht aus den Augen gelassen, um bei eventuell auftretenden Problemen sofort eingreifen zu können

Ist das Shirt fertig bestickt, schneidest du die nicht benötigte Folie ab. Außerdem entfernst du vorsichtig das überschüssige Trägervlies. Jetzt kannst du die wasserlösliche Folie per Hand auswaschen oder du schmeißt das Shirt einfach direkt in die Waschmaschine.

Je nachdem wie deine Maschine gebaut ist und welche Kleidungsstücke du besticken möchtest, werden sich beim Besticken eventuell unterschiedliche Probleme auftun. Generell empfinde ich die „richtige“ Positionierung des Stickmotivs mit am schwierigsten, da der Stickrahmen nicht an jeder Stelle des Kleidungsstücks ordnungsgemäß gespannt werden kann. Dafür kannst du aber das Motiv im Stickrahmen, je nach Größe, darin ausrichten. Es sei denn, du vergisst die Positionierung zu optimieren, so wie ich.

Hast du auch schon gekaufte Kleidung mit der Stickmaschine bestickt? Auf welche Hindernisse bist du gestoßen?

Weitere spannende Beiträge:
Ein Näh-Königreich für Cosplayer – die neue bernette 79 Yaya Han Edition
Sticken mit der Stickmaschine: Das richtige Vlies

Hör dir doch gern folgende „All About Cosplay“ Podcast Episode an:
051 – Nähmaschine, Overlock, Coverlock oder Stickmaschine – Was brauche ich um Cosplays zu nähen?
041 – Nähmaschine 2.0

Zahlreiche nützliche Tipps & Infos findest du hier: Cosplay-Tipps & Infos

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