Androids don’t have tattoos

Dieser Gastbeitrag wurde von Faerie Blossom geschrieben.
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Hi, ich bin Jasmin aka ‘Jazz’ im Internet bekannt als ‘Faerie Blossom’ und ich bin eine tätowierte (und sichtbar gepiercte) Cosplayerin aus Düsseldorf.
Im Folgenden will ich einfach Mal ein bisschen mit dir darüber plaudern, wie das denn so ist, wenn man stark sichtbare Tattoos hat und diese im Cosplay zu sehen sind und mit welchen Reaktionen man eventuell rechnen muss.

‘Catwoman doesn’t have a raven tattoo’
‘Androids don’t have tattoos’
‘what are you going to do about that tattoo, since Cersei doesn’t have one???’

Das sind nur ein paar Beispiele der Kommentare, die ich mir als tätowierte Cosplayerin öfter Mal durchlesen durfte. Ebenso ist es mit dem Satz:

‘Tja dein Cosplay ist dann eben nicht akkurat wegen den Tattoos, schade!’

Autsch, echt jetzt? Ist ein Cosplay denn schlechter, weil der Cosplayer sichtbare Tätowierungen hat? MUSS ein Cosplay denn unbedingt 1 zu 1 akkurat zum Original sein? Oh du, das ist ja schon wieder eine eigene Diskussion für sich und vielleicht ein anderes Thema für SajaLyns Blog? 😉

Tatsächlich habe ich am Anfang , als ich meine ersten Tattoos bekommen habe, häufiger das Problem gehabt, dass man sich darüber unter meinen Bildern beschwerte.
Aber vor allem in letzter Zeit bei meinen Detroit: Become Human Cosplays kam dann doch nochmal häufiger der Satz ‘But androids don’t have tattoos’ unter meinen Bildern zum Vorschein.

Fotograf: Andreas Kinder

Und ja, ich weiß, klar – diese Kommentare haben natürlich auch Recht. Die Charaktere die ich cosplaye haben eben nicht meine Tattoos auf der Haut und das sorgt für folgende Aussagen:

‘Das Tattoo zerstört das Cosplay!’

Oh ganz ehrlich, ich LIEBE diese Aussage!
Da kann ich glatt anfangen mit mir selber zu diskutieren, weil ich dazu auch nicht nur eine Meinung habe 😀
Denn die Antwort ist; ja und gleichzeitig auch nein, meiner Meinung nach.

Einerseits denke ich; ja, ein Tattoo kann manchmal echt das Gesamtbild stören und einfach gar nicht zum Charakter passen.
Stell dir vor: Homer Simpson auf dem Oberarm bei Arielle…?
Oder, wie in meinem Fall, ein großer Rabe auf dem Dekolleté von Catwoman? Schwierig! Gehört ja nicht zum Charakter, passt unter Umständen farblich auch gar nicht zusammen und springt dir dann einfach direkt ins Gesicht.

Und da kann ich es absolut verstehen wenn es Leute stört oder sie es persönlich eben nicht schön finden, erst Recht wenn man eventuell gar kein Fan von Tattoos oder Piercings ist. Aber Tattoo hin oder her das macht ein Cosplay meiner Meinung nach trotzdem kein bisschen schlechter. Es ist in dem Moment, wo es jemandem nicht gefällt oder eben gefällt, eine Frage von Geschmack!

Andererseits bin ich gleichermaßen der Meinung, dass meine Tattoos genauso ein Teil von mir sind, wie meine Muttermale oder meine Nase, nur dass ich mir diese Merkmale meines Körpers eben selber ausgesucht und platziert habe, weil ich es so schön finde.
Aber dennoch sind sie ein Teil meiner Person und meines Körpers und haben deswegen eine Daseinsberechtigung und müssen eben nicht abgedeckt werden.

Ich würde mir ja auch nicht die Nase brechen lassen, damit sie eine passendere Form für Charakter XYZ hat…du verstehst was ich meine, oder?

Fotograf: Andreas Kinder

Ich muss sagen, ich habe auch durchaus Cosplays, wo meine Tattoos sogar toll zum Charakter passen, wie zum Beispiel Raven aus Teen Titans.
Zusammengefasst merkst du, dass ich nicht der Meinung bin meine Tattoos passen auf jeden Fall supertoll zu meinen Kostümen. Aber ich bin ebenso wenig der Meinung dass sie meinen Kostümen einen Zacken aus der imaginären Krone brechen.

Wieso deckst du deine Tattoos nicht einfach ab?

Als ich mir damals mein erstes Tattoo habe stechen lassen, ein Rabe auf der Brust, war er mein ganzer Stolz! Ich wollte schon ewig lang ein Rabentattoo haben und nun war es endlich da. Schmerz und Schweiß habe ich gelitten und ordentlich dafür geblecht. Der Rabe saß auf meiner Brust, wo ihn jeder sehen und bewundern konnte.

Dennoch habe ich mich damals für Shootings und Conventions stets bemüht, den Raben zu covern, d.h. mit sehr vielen Schichten MakeUp überschminkt, bis er kaum mehr sichtbar war.

Der Entschluss dies zu tun kam allerdings auch viel dadurch, dass ich den Eindruck hatte es wurde von mir erwartet und ‘das macht man dann so’. Es gab sogar Freunde, die ganz klar geäußert haben:
‘Ja gut das musst du dann aber covern, ne’ oder ‘Für XYZ coverst du das dann schon, oder?’ – also war eine gewisse Erwartungshaltung von außen an mich gerichtet.

Diese Erwartung, gerade von Freunden, waren ein Grund dafür, dass ich den Brustraben, wenn er denn zu sehen war – abdecken ‘musste’.
Allerdings fiel mir recht schnell auf, dass meine Haut auf der Brust die vielen MakeUp Schichten gar nicht gut vertragen hat. Jedesmal nach dem Abschminken war meine Haut gereizt und gerötet. Es hatten sich kleine Pickelchen gebildet. Ziemlich unangenehm, wie du dir vorstellen kannst, denn NIEMAND mag Pickelchen, erst recht nicht auf Tattoos.

Fotograf: Andreas Kinder

Dann war da noch das Problem, dass das MakeUp, trotz Fixieren, durch äußere Einflüsse wie Schweiß oder Reibung gerne mal abfärbte und verwischte. Zack, war das MakeUp was den Raben abdecken sollte, ein Teil des Kostüms geworden. Na super, wasch das mal raus.
Am Ende muss ich gestehen; es war mir auch einfach irgendwann wahnsinnig lästig geworden, jedesmal länger meinen zu Raben schminken als mein Gesicht.

Denn, glaub es oder nicht, ich habe um dieses EINE Tattoo abzudecken fast 30 min gebraucht und dann hats am Ende doch noch abgefärbt oder Schmiererei gegeben, na da kommt doch Freude auf, nicht wahr? Damals habe Ich dann für mich im Stillen den Entschluss gefasst ‘okay weißte was? NÖ! Ich covere das Tattoo nicht mehr, für Fotos kann man es ja wegstempeln’

Kleine Notiz am Rande: ‘Wegstempeln’ bei einem pechschwarzen Tattoo macht dich bei Fotografen echt unbeliebt. Das ist nämlich gar nicht Mal so einfach und nervt, wie ich so von meinen Fotografenfreunden gehört habe hust es tut mir leeeeeeid räusper 😛

Also hab ich auch da irgendwann gesagt, “Ja was solls, auf Conventions covere ich die Tattoos nicht, dann sind se halt auch auf den Fotos da!”
Wenn du dir meine bisherige Entwicklung so anschaust, bin ich mit inzwischen ca. 20+ Tattoos an dem Punkt, wo ich vermutlich eine Air Brush Pistole und einen Assistenten bräuchte, der mir einmal eine neue komplett ‘unbefleckte’ Haut aufsprayt.

Das bräuchte ich vor allem, wenn ich einen Charakter cosplayen wollen würde, der selber stark tätowiert ist… Oh boi, das wäre ja eine Arbeit…erst Haut mit Bodypaint/AirBrush auf Werkseinstellung zurücksetzen, um dann andere Tattoos drüber zu malen. Du kannst dir sicher vorstellen, warum ich versuche keine Charaktere dieser Art zu cosplayen oder? xD

Fotograf: Andreas Kinder

Im Fall von Chloe Price aus Life is Strange habe ich mich einfach damit arrangiert, das Chloe ein Oberarm Tattoo hat das zwar nicht aussieht wie meins, aber zumindest in eine ähnliche Richtung geht. Sie hat ein buntes Totenkopf Tribal, ich habe ein schwarz weißes Totenkopf Mandala…ganz ehrlich? Ich fand es passte ganz gut 🙂

Und was sagt jetzt deine Community dazu, dass Catwoman tätowiert ist?

Oh ich kann dir sagen, ich bin echt happy, denn Ich erfreue ich mich an einer sehr Tattoo-begeisterten Community, die gerne meine neuesten Tattoos mitverfolgen und sich sogar freuen, wenn sie einen Charakter mit meinen Tattoos sehen. ‘Oh wir bekommen Elsa mit Tattoos zu sehen!’ oder ‘OMG die Tattoos passen so gut dazu’ höre ich eigentlich täglich und Sprüche wie ‘Catwoman hat aber kein Rabentattoo’ oder ‘Androiden haben keinen Tattoos’ hingegen sind eher the dying kind.

Wenn sich doch Mal ein solcher Kommentar unter ein Bild verirrt, dann meistens von Leuten die mir sowieso nicht folgen. Frei nach dem Motto ‘das gefällt mir nicht, der folg ich nicht’das ist ja auch völlig okay. Dann hätte man sich meiner Meinung nach den Kommentar aber auch sparen können, ich meine ich kommentiere zum Beispiel nichts was mir nicht gefällt, wie sieht es da bei dir aus? 😉

Zusammendfassend kann ich dir nur sagen, wenn du dir ein Tattoo stechen lässt oder sogar welche hast:
DU entscheidest ob du dein(e) Tattoo(s) für ein Cosplay covern willst oder nicht.

Du musst weder das eine noch das andere. Es ist eine Geschmacksfrage und du musst dir am Ende gefallen und zufrieden mit dir sein.

Ich für meinen Teil bin glücklick damit zu sagen ‘meine Tattoos sind Teil von mir, die ich gerne zeige und ich habe kein Problem damit wenn sie auch im Cosplay zu sehen sind’. Ich habe aber auch keinerlei Problem damit, wenn du es anders siehst und anders machen würdest. You do you <3

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Deine erste Convention im Ausland

Dieser Gastbeitrag wurde von Franzi geschrieben.
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Du willst mal was Neues sehen? Eine andere Communitiy kennenlernen? Und dein Auge ist ausnahmsweise mal auf eine Convention im Ausland gefallen?
Ich gebe Dir ein paar Tipps für den Besuch einer Convention im Ausland.
Die wichtigsten Fragen zuerst:

Wo genau liegt die Con?

Und damit meine ich nicht nur die Stadt, sondern auch das Land. Findet die Convention in Europa statt, sollte die Reise dahin keine größeren Probleme mit sich bringen.
Findet die Convention deiner Wahl allerdings im nicht-europäischen-Ausland statt, solltest du dich dringend über die Einreisebestimmungen schlau machen.

Ein Beispiel gefällig?
Ein Touristen Visum für die USA kostet nicht nur Geld, sondern auch eine Vorlaufzeit von 4 bis 6 Wochen. Und die geglückte Beantragung bedeutet noch keine 100% Zusage! Zum WO gehört auch das Wissen in welcher Stadt.
Ja genau in Amerika unter anderem auch in welchem Bundesstaat – denn Städte gibt es dort häufiger mal doppelt!
Und dazu auch das Wissen !WO! in der jeweiligen Stadt die Convention stattfindet. Messegelände liegen auch in anderen Ländern oft ein bisschen außerhalb der Stadt. Was uns gleich zum nächsten Punkt bringt;

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Wie kommt man am besten zur Convention?

Hier solltest Du vor allem auf die Möglichkeit der Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln achten. Viele Conventions kannst du auch mit dem Auto erreichen, aber sei dir bewusst das Parkplätze IMMER Mangelware sind. Plane die Kosten der An- und Abreise immer gut mit ein.

Solltest Du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, schaue vorher auch nach den Zeiten. Es ist nicht nur wichtig wann Du hinfährst, sondern auch wie und bis wann Du die Möglichkeit hast zurück zu fahren. Taxis vom Messegelände können mitunter SEHR ins Geld gehen.

Unterkünfte?

Wenn Du dich über die Lage der Convention informiert hast, kannst du dich nun um eine Unterkunft kümmern. Solltest du das Glück haben Verwandte oder Freunde in der Nähe zu haben… GLÜCKWUNSCH!

Andernfalls geht jetzt die große Suche los; Hotel/AirBnB/Hostel etc.
Erkundige dich eingehend über die gegebenen Möglichkeiten vor Ort. Gibt es ggf. sogar ein Hotel das zum Messegelände gehört?
Bei der Wahl deiner Unterkunft solltest du versuchen den Fahrtweg zu berücksichtigen. Wie gut ist die gewählte Unterkunft an die öffentlichen Verkehrsmittel angeschlossen?
Bei Hostels und AirBnB solltest du auch immer auf die angegebene Nachtruhe achten. Es gibt Unterkünfte in die man abends nach einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr hinein kommt.

Solltest Du nun eine geeignete Unterkunft gefunden haben, gibt es noch andere Dinge über die du dich vorweg gut informieren kannst.
Zuallererst; erkundige dich über die Regeln der Convention/ des Messegeländes.
Was darfst Du mitnehmen?
Was ist auf dem Gelände erlaubt?
Gibt es Umkleiden und Garderobe vor Ort?
Was sagt der Waffencheck/Waffenregeln?
ETC.
Und dann?

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Jede Convention hat ein Programm!

Sieh Dir dieses bei Interesse vorab gut an. Manche Conventions haben inzwischen sogar eine App zu Ihrer Veranstaltung, wodurch Du deinen Con-Tag besser planen kannst. Auch ist ein vorheriger Blick in den Lageplan nie verkehrt. Hier kannst Du deine rausgesuchten Programmpunkte auch gleich lokalisieren.

Nächster Halt Händlerraum?!

Informiere Dich vorher darüber was dein Lieblingsmerchandise bei uns kostet. Damit entgehst Du überteuerten Käufen im Händlerbereich. Und vergiss nicht, solltest du mit Fremdwährung zahlen (Pfund / Kronen / Dollar etc)… kenne den ungefähren Umrechnungskurs!

Bsp: Es gibt inzwischen fast überall Funko Pop Figuren im Angebot. Bei uns liegt der Preis oft bei ca 15€. Auf einer Wiener Con kosten sie ca. 20€ und auf einer englischen Con 10£.

Danach geht es in die Artist Alley?

Kleiner Tipp: Verschaffe Dir erst einmal in aller Ruhe einen Überblick über die Künstlerstände. Was wird angeboten? Was gefällt dir? Gibt es Dinge die Dir sofort ins Auge fallen?
Nimm bei Künstlern bei denen du dir nicht sicher bist, lieber erst einmal eine Visitenkarte mit und komme bei Interesse noch einmal wieder.
Bonus Tipp: Schreibe dir die Standnummer auf die Visitenkarte, so findest du den Stand schnell wieder.

Sollte es Dinge geben, die dir sofort ins Auge fallen und die du unbedingt haben willst, kaufe diese, wenn möglich auch gleich.

Viele Künstler haben nur einen gewissen Bestand ihrer Ware dabei. Dein gewünschter Print, Sticker oder Charm kann am nächsten Tag oder gar in den nächsten paar Stunden, bereits ausverkauft sein!

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Nun noch zu ein paar Kleinigkeiten, die aber durchaus dazu führen können dir den Tag zu versauen…

Erkundige dich VORHER nach dem Wetter. Zu einer Con im Oktober kann es regnen oder in manchen Ländern sogar bereits schneien! In anderen Ländern wird es zur Sommerzeit fast schon unerträglich heiß. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass wir Cosplayer selten das richtige Cosplay zum Wetter planen und dies kann unschöne Folgen haben.

Wichtig ist auch Essen und vor allem TRINKEN! Das Essen und Trinken ist auf keiner Con preiswert! Und jede Convention hat andere Regeln was das Mitbringen von besagtem angeht.
Was aber bis jetzt (soweit ich weiß) jede Convention zulässt sind “leere” Plastik-Trinkflaschen. Und JA Leitungswasser ist OFT auch TRINKWASSER.
Also bevor Du den gesamten Tag aus Kostengründen keinen Tropfen zu dir nimmst, versuche doch einmal diese Variante.
Einige Messegelände besitzen inzwischen sogar Trinkwasserbrunnen, die so gestaltet sind, dass man an ihnen sehr gut Trinkflaschen auffüllen kann. Wenn es gestattet ist, bringe dir ruhig auch ein paar Snacks mit, denke aber bei der Menge daran das DU es den ganzen Tag mit dir trägst.

Kleine Anmerkung zum Schluss.

Solltest du zur Convention fliegen…
PACKE mit Bedacht!

Aufgabegepäck wird selten mit Samthandschuhen angefasst. Daher bedenke, Dinge die leicht kaputt gehen können ins Handgepäck zu packen. Übergroße Props und Cosplays sollten für Auslandsconventions vielleicht lieber daheim bleiben.
Übergrößen-Gepäck ist meist sehr teuer. Gewisse Dinge fallen im Handgepäck ziemlich auf und können dich wahnsinnig viel Zeit beim Security-Check kosten.

Kleines Beispiel? Bei einer meiner Auslandsconvention hatte ich meine gestylten Perücken platzbedingt im Handgepäck. Ich durfte dieses einmal komplett durchsuchen lassen, da die Perücken so viele Haarnadeln enthielten, dass der Scanner aufmerksam wurde. Das Ganze hat mich gut 30 Minuten und einige verwunderte Blicke gekostet.

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Ich hoffe das alles Hilft DIR ein bisschen bei deiner Planung. Und VIEL SPAß beim erkunden neuer Conventions.

Hast du schon mal eine Convention im Ausland besucht? Schreib es in die Kommentare!

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«Jetzt guck mal männlich! » – Posing Tipps für männliche Charaktere

Dieser Gastbeitrag wurde von Robin geschrieben. Du kennst Robin noch nicht?
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Mit dem richtigen Posing kann man einiges aus Fotos herausholen. Sie wirken spannender und dynamischer. Cosplay und Makeup sind fertig, die dafür wichtige Körperspannung ist auch vorhanden, doch wie posiere ich jetzt nun eigentlich?
Dies sind die Erfahrungen, welche ich bisher gemacht habe und die für mich funktionieren. Dies heißt nicht, dass es universell für jeden genau gleich funktioniert.  Vielleicht ist trotzdem ein guter Tipp für dich dabei!

Recherche, Referenzen, Ausprobieren – dies sind die drei wichtigsten Stichworte. Packen wir’s also Schritt für Schritt an 🙂

Recherche: Wer bin ich?

Was für eine Art von Typ ist der Charakter eigentlich den du cosplayst? Ist er elegant, cool, introvertiert, gemütlich, schrill, schräg, selbstbewusst, schüchtern, fröhlich, schusselig…?
Wie wird er porträtiert? Hat er zum Beispiel typische Posen? Welche Rolle hat er innerhalb der Gruppe inne? Wie geht er mit anderen Menschen um?

Wer seinen Charakter gut kennt, dem fällt es leichter beim Posen auch improvisieren zu können.

Hat der Charakter nicht so viele typische Posen? Kein Problem, dafür gibt’s Standard Posen. Auf Google bei der Bildsuche einfach Suchbegriffe eingeben wie «male stock poses» «posing for men» «fashion poses for men» «action poses for men» und ihr findet bestimmt Posen die euch zusagen. 🙂
Das funktioniert natürlich auch mit deutschen Suchwörtern, aber die Auswahl ist kleiner. Es ist auch erlaubt sich von anderen Cosplayern inspirieren zu lassen. Vorausgesetzt man stellt das Foto nicht ungefragt 1 zu 1 nach.

Jean Valjean (Les Misérables) m2 Stuckiceline
Jean Valjean (Les Misérables) – Fotograf: Stuckiceline

Ein weiterer nicht unwichtiger Punkt sind Accessoires. Diese machen einen Charakter interessanter und geben mehr Grund zur Interaktion mit der Umgebung. Auch fällt euch damit das Posieren leichter, da mindestens eine Hand schon mal beschäftigt ist.
Hat der Charakter keine typischen Accessoires, überlege dir was gut zum Charakter passen könnte. Diese müssen nicht zwangsweise zum Kostüm gehören, können aber trotzdem dessen Persönlichkeit hervorheben. Ein Bücherwurm hat mit Sicherheit Freude an einem dicken Wälzer, ein kleiner Vielfrass hat bestimmt immer seinen Lieblingssnack dabei. Ein Abenteurer braucht seine Fackel oder Kerze im dunklen Dungeon…

Mehrere, verschiedene Gegenstände geben Bildern ohne viel Aufwand eine viel grössere Diversität. Aber nimm nicht zu viele Accessoires zum Shooting mit, sonst wird’s schnell unübersichtlich (und dein Gepäck unnötig sperrig und schwer).

Referenzen: Was will ich?

Welche Art Fotos möchtest du gerne machen? Posen sollten sich an den verwendeten Bildausschnitt anpassen.

Sind es Portraitfotos – von Kopf bis ca. Taille –  suche dir abwechslungsreiche Posen und Gesichtsausdrücke aus, welche zu Charakter und Format passen. Hier hast du ja nur einen kleinen «Raum» zur Verfügung, das heißt die Arme sind generell nahe am Körper. Welchen Eindruck soll das Portrait vermitteln? Welches Gefühl möchtest du rüberbringen?

Jacob Frye (Assassin’s Creed Syndicate) m2MlleBellec
Jacob Frye (Assassin’s Creed Syndicate) – Fotograf: MlleBellec

Handelt es sich um Fotoausschnitte – für Actionfotos zum Beispiel – überlege dir welche Winkel und Posen spannend wirken könnten. Welche Details soll man auf dem Foto sehen? Hast du Cosplaypartner beim Shooting, binde sie mit ein.

Bei Ganzkörperfotos achte darauf, dass du genug Raum auf dem Foto einnimmst, sonst wirst du vom Hintergrund verschluckt. Helfer hierbei sind Accessoires und zum Beispiel wehender Stoff oder Haare. Wählt platzeinnehmende Posen, das heißt die Arme sind weiter weg vom Körper als bei einem Portrait.

Ein guter Tipp, mit dem die Verständigung von Fotograf(in) und Model um einiges erleichtert werden kann:
Ein Bilderordner mit Referenzbildern hilft, um Bildideen zu sammeln und diese dem/der Fotografen(in) diese visuell mitzuteilen. So kann diese(r) sich ein Bild von den Vorstellungen des Models machen und gleichzeitig eigene Ideen einbringen. Ob als Dateiordner auf PC oder Smartphone, oder lieber online ist Geschmackssache.
SajaLyn zum Beispiel hat hierzu einen sehr hilfreichen Blogeintrag zur Website Pinterest geschrieben.

Was du beispielsweise auch mal Testen kannst, ist simples Beobachten. Wenn ich irgendwo warten muss, beobachte ich unauffällig die Jugendlichen und Männer um mich herum. Dabei achte ich mich wie sie sich bewegen und welche Mimik sie dabei an den Tag legen. So habe ich ein breites Spektrum von verschiedenen Menschen- und Charaktertypen in einem natürlichen Umfeld und übernehme die Posen in mein «Inventar». 

Leonardo da Vinci Assassin’s Creed II m2MlleBellec
Leonardo da Vinci (Assassin’s Creed II) – Fotograf: MlleBellec

Ausprobieren: «Boys, be ambitious»

Hört auf euren Cosplay Vater und übt. Klingt langweilig, aber so könnt ihr stressfrei und am besten rausfinden welche Posen für euch und euer Cosplay gut funktionieren.
Denn vielleicht kannst du dich in deinem Cosplay doch nicht so gut bewegen wie du dir das gedacht hast. Oder diese eine Pose, die du machen wolltest, wirkt einfach nicht wie gewünscht an dir.
Vor dem Spiegel findest du raus, ob diese oder jene Körperhaltung dich unvorteilhaft wirken lässt und du sie vermeiden solltest, während andere deine „Schwachpunkte“ kaschieren und die Wirkung, die du gerne erzielen würdest, viel besser rüberbringen. Sei mutig, probiere aus was für dich und dein Cosplay funktioniert. 🙂

Mit der Zeit wirst du – wie bei deinen weiblichen Charas – ein Posing Inventar entwickeln, auf welches du immer wieder zurückgreifen kannst.

Generelle Kurz-Tipps

  • Think big! Männliche Charas nehmen meist mehr Platz im Bild ein, Posen die gross wirken passen hier also super
  • Achtet auf die Haltung eurer Hände und Hüfte, diese fallen gerne in eure Alltagshaltung zurück.
  • «Meine Eier brauchen Platz» – denkt dran, dass beim Gehen und Sitzen theoretisch was zwischen euren Beinen wäre und Platz braucht. So posiert man automatisch anders
  • Auf dem Boden sitzen lässt den Charakter kleiner wirken, tendenziell also lieber die Frosch- anstatt Vogelperspektive, wenn ihr nicht klein und niedlich aussehen wollt.
  • Das männliche Äquivalent zur wir-legen-uns-mal-hin-und-fotografieren-von-oben Pose ist wir-lehnen-uns-cool-an-die-Wand. Funktioniert bei vielen Charakteren und ist einfach umzusetzen.
  • Standardposen, die auf die Schnelle gut funktionieren sind:
    •  Breitbeinig stehen und die Arme verschränken oder Hände in die Hosentaschen stecken.
    • Linke Hand in die Hosentasche, Rechte in den Nacken legen, Hauptgewicht auf dem linken Bein, das rechte mit einem Abstand von ca. einer Handbreite leicht angewinkelt daneben stellen
  • Ansonsten folge Mushus Tipps: Schultern zurück! Brust raus! Beine auseinander! Kopf hoch! Und los geht‘s! ;P
Severus Snape Harry Potter Cosplay m2
Severus Snape (Harry Potter) – Fotograf: Domifabienne

Zusammenfassung

  • Kenne deinen Charakter und dessen Posen
  • Besorge dir Referenzbilder
  • Übe vorher, dann wirkst du natürlicher
  • Nimm Accessoires mit, damit du weisst wohin mit deinen Händen
  • Und vor allem: Sei mutig <3

Ich hoffe, diese Tipps helfen dem ein oder anderen von euch weiter. Bei Detailfragen könnt ihr mich natürlich gerne anschreiben! 🙂
Ihr findet mich auf Instagram unter m2.cosplay.

Viel Spass beim Posen!

Weitere Beiträge von Robin / m2.cosplay findest du hier:
Aber ich hab doch so ein Babyface…! – Crossplay Make Up für Frauen [Gastbeitrag]

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Du kannst nicht Elsa cosplayen, wenn du wie Jasmin aussiehst.

Dieser Gastbeitrag wurde von Berry geschrieben.
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Eine perfekte Gruppe mit den passenden Größenunterschieden und dazu noch die passenden Hauttöne ohne zu “blackfacen”? Wäre das nicht ein Traum?

Aber was passiert, wenn aus deiner perfekt geplanten Gruppe nichts wird, weil deine Freundin keine Lust hat, die Coole mit der gebräunten Haut zu cosplayen? Ist doch egal, der Charakter passt perfekt zu ihr…
Wieso sollte sie den helleren Charakter cosplayen, der sowieso gar nicht ins Image passt.

Jessica Rabbit Cosplay blackberrisama

Hey, ich bin Berry und meine Mutter ist auf den ersten Blick die deutscheste Person, die man sich vorstellen kann. Mein Vater eher nicht, denn seine Familie kommt aus der Türkei. Er ist zwar gebürtiger Deutscher, der sowohl Deutsch als auch Fränkisch fließend spricht, aber in erster Linie wird er als Türke abgestempelt.

Warum erzähle ich euch das jetzt?

Naja ich sehe meinem Vater sehr ähnlich. Ich werde also täglich als “Ausländer” abgestempelt, was sich leider auch in der Cosplay Community bemerkbar macht. Mein dunklerer Hautton war schon öfter ein Gesprächsthema, wenn es darum ging, wen ich denn am besten cosplayen soll.

Leider schätze ich beim Cosplay in erster Linie die Persönlichkeit eines Charakters und erst danach das Aussehen. Das scheint für viele Leute ein Problem zu sein. Oftmals werden mir zum Beispiel solche Fragen gestellt:
“Warum cosplayst du Elsa, wenn Jasmin viel eher zu dir passen würde?”
Oder:“Findest du es nicht komisch, wenn du ‘nen Vampir mit deinem Hautton cosplayst?”

Und dazu habe ich nur eine Antwort

Ich mach sowieso was und wen ich will!

Aber zugegeben, manchen Leuten fällt nicht mal auf, wie sie mir gegenüber wirken. Es ist schwer statt “Mach Jasmin, das wird bestimmt cool” zu hören “Du siehst kacke aus, wenn du Elsa cosplayst”.

So sollte es kein Schock sein, wenn ich sage, dass ich ungern in einer Gruppe einem Charakter zugewiesen werde, nur weil ich die Einzige mit einem anderen Hautton bin. Das reduziert mich und den Charakter aufs Äußerliche.
Und oftmals werden einem Charaktere vorgeschlagen, welche nicht einmal der eigenen Herkunft entsprechen.

Es kommt viel zu oft vor, dass mir jemand sagt ich sollte den Afro-Amerikaner cosplayen, denn ich bin halt das Nächstbeste.
Ob mit rassistischen Hintergedanken oder ohne, das tut leider etwas weh.
Und dieses Prinzip lässt sich leider nicht nur auf Hautfarbe einschränken. Größe, Gewicht, Gesicht, selbst die Haar- und Augenfarbe, Dinge die sich mit Perücken und Linsen abändern lassen, werden auch berücksichtigt.
Für mich ist Cosplay in erster Linie seine Lieblinge nachzuahmen, egal ob diese Aliens, Vampire oder Menschen sind.

Es ist egal wer hinter dem Cosplay steckt

Ich will nicht die fehlende Person oder das Nächstbeste sein. Und, so sehr ich mich darüber freue, wenn mich jemand fragt, ob ich denn mit ihnen cosplayen will, verdrehe ich die Augen wenn mir ein Charakter wieder nur wegen dem Hautton zugewiesen wird.
Versteht mich nicht falsch! Ich liebe so einige Charaktere mit diversen Hauttönen, aber da gefällt mir in erster Linie die Persönlichkeit. Der passenden Hautton ist nur ein süßer Bonus.

Bevor ihr eure Freunde also gleich zu den Charakteren, die visuell passen, verdonnert, wie wäre es denn einfach mit einem: “Hey ich will diese Serie und diesen Charakter cosplayen, hast du Bock mitzumachen”?
Wenn jeder seinen Charakter liebt, dann wird die Gruppe sowieso perfekt!

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Cosplay als Therapie [Gastbeitrag von anonym]

In meinem letzten Beitrag habe ich ausführlich davon berichtet, welche negativen Erfahrungen ich vor allem im Cosplay-Bereich gemacht habe. Natürlich ist nicht alles schlecht und viele von euch haben positive Erfahrungen gesammelt. So auch dieser anonyme Autor, der im Folgenden über seine Erfahrungen berichtet:

Jeder kennt mindestens eine Person, für die Cosplay neben einem Hobby gleichzeitig auch noch eine Therapie ist oder ist sogar selbst davon betroffen. Doch wieso Cosplay, was ist der positive Effekt von Cosplay? Darüber möchte ich heute als eine betroffene Person schreiben. Ich werde aus meiner Sichtweise und meine Gedanken aufschreiben. Natürlich gilt diese nicht für alle Personen, die Cosplay als Therapie für sich gefunden haben. 

Nie hätte ich gedacht, dass Cosplay eine so starke Auswirkung auf meinen Charakter haben würde. Als ich mit Cosplay angefangen habe, litt ich an tiefen Depressionen, hatte Angst neue Leute anzusprechen/kennenzulernen und war in psychologischer Behandlung. 

Um zu verstehen warum Cosplay solch eine positive Auswirkung auf mich hatte, muss man den Grund verstehen, warum ich diese Depressionen und anderen Ängste bekommen hatte. Genau diese Gründe scheinen tatsächlich öfter in der Cosplay Community aufzutreten. 

Seit dem ich denken kann, war ich derjenige, der in unserem kleinen Dorf anders war. Ich habe nicht Fußball gespielt, war der Dicke und war den meisten aufgrund meiner anderen Interessen suspekt. Schwer ist es in solch einem Dorf aufzuwachsen und Kontakte zu finden. Man wurde nur abgelehnt, hatte es schwer Freundschaften zu bilden und diese zu halten. Wer will sich schon mit dem komischen Typen abgeben? 
Das hat sich von Klasse 2 bis Klasse 13 durchgezogen. Ich hatte Angst nach draußen zu gehen, dachte jeder lacht über mich und bin immer mehr vereinsamt.  Wenn man nun zusätzlich noch unglücklicherweise an die falschen Freunde kommt, die einen im Stich lassen, ist die Depression, aus der man nicht mehr raus kommt, nicht mehr weit. 
Bis heute habe ich zum Teil damit zu kämpfen und es hat Auswirkungen auf mich, wenn auch durch Cosplay nicht mehr so starke. 

Fast forward zu den Anfängen meiner Cosplayleidenschaft.

Kurz vorher haben mich vermeintliche Freunde wieder im Stich gelassen und außerhalb von Universität, hatte ich keine sozialen Kontakte mehr. Ehe ich es realisieren konnte rutschte in meine zweite Depression, aus der ich nicht raus zu kommen schien. 
Seit einer Comic Con war ich allerdings von der Idee zu Cosplayen angefixt. Was meine Eltern mir als Karnevalskostüm vorschlugen, wurde ruckzuck zu einem ausgewachsenen Cosplay Projekt. Meine negativen Gedanken wurden plötzlich zu Cosplaygedanken: Keine Zeit mehr darüber nachzudenken, wie einsam ich war oder wie scheiße es mir doch geht. Keine Zeit mehr für Selbstmitleid. 

Die Zeit für meinen ersten Auftritt im Cosplay war gekommen und auch wenn es eine kleine Convention war (mit zugegebener Maßen gewöhnungsbedürftigen neuen Leuten), wird mir dieser Tag für immer in Erinnerung bleiben.
Anstatt der Ablehnung, die ich sonst so gewohnt war, habe ich plötzlich Zuspruch bekommen. Anstatt, dass sich Leute weg gedreht haben, haben sie sich zu mir gedreht, mich angesprochen oder mich sogar umarmen wollen. Ich war völlig perplex und die Leute mit denen ich zuvor nur geschrieben hatte, konnte ich sofort als meine Freunde bezeichnen. Ein Erlebnis, das ich vorher noch nicht kannte: ich konnte sehen, wie ich Leute glücklich machte.

Nun war ich voll dabei, mein Kostüm war nicht gut genug für mich und ich fing an es auszuarbeiten. Auf Facebook und anderen Seiten fing ich an meine Bilder zu posten. Mein vorher nicht vorhandenes Selbstbewusstsein fing durch den ganzen Zuspruch an größer zu werden. 
Auf den ersten Conventions, mit meinem nun vollständigen Cosplay, wurde ich weiterhin begeistert angesprochen und mein Weg ging steil nach oben. Bald hatten Leute meine Bilder gesehen und folgten mir, von denen ich niemanden kannte. Auf Cons wurde ich angesprochen, mit Worten wie “ich folge dir” oder “ich habe dich schon mal gesehen, mich aber nicht getraut dich anzusprechen”. 
Langsam hatte ich realisiert, dass ich keine Angst mehr vor Leuten haben musste, dass ich Leute von mir begeistern und glücklich machen kann.

Daraufhin dachte ich mir, das schaffst du auch ohne Cosplay. Kurz darauf stand ich ohne Kostüm vor 200 fremden Leuten und machte eine freie Moderation mit Mikro in der Hand. 
Zusammengefasst kann ich daraus sagen: Cosplay hat mir gezeigt, wie wertvoll ich selbst überhaupt bin. Wie ich Leute zum lächeln bringen kann. Wie wenig Angst ich eigentlich haben muss, wenn ich auf Leute zu gehe, denn die wenigsten werden mich ablehnen und wenn doch, dann ist das so. Es gibt ja noch andere neue Leute, die ich kennen lernen kann. Die schönste Sache allerdings: Ich fand neue Freunde und Gleichgesinnte. 

Viele andere Cosplayer haben auch mit den Folgen von Ablehnung und Mobbing zu kämpfen. Viele auch noch mit anderen Dingen, die nur sie selbst wissen. Cosplay hilft dabei, seine Gedanken auf etwas Neues zu fokussieren, etwas anderes, das nicht der Gedanke an die eigenen Probleme ist und neue Freunde zu finden. 

Falls du das hier liest und dich selbst wieder findest, dann sag ich dir: Leute sind genau so zu dir, auch wenn du dich nicht mehr im Cosplay befindest. Du bist immer noch die gleiche Person, die von Leuten auf Conventions toll gefunden wird, nur ohne Kostüm.

Schäme dich nicht für das was du bist oder was du machst.

Sei genau darauf stolz was du geschafft hast und zeige das deiner Umwelt, du wirst mehr Zuspruch finden als du geglaubt hättest. 

Eine kleiner Tipp allerdings als ehemals Betroffener. Es bringt nichts, wenn ihr eure negativen Gedanken öffentlich macht. Ihr macht euch nur noch verletzlicher.
Falls es euch schlecht geht oder ihr schlechte Gedanken habt, behaltet es für euch bzw., sprecht einzelne Personen darauf an. Postet es allerdings nicht in euren Instagram-Status oder sonst wo. 
Je mehr ihr euch selbst bedauert oder Bedauern von anderen erwartet bzw. bekommt, desto schwieriger ist es, aus diesem Teufelskreis rauszukommen und die Gedanken von den negativen Sachen im Leben zu lösen. 

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