In der Cosplay Community wird es bekanntlich nie langweilig, auch wenn manche Themen wiederkehrend sind wie ein nerviger Bumerang. So auch dieses Thema, bei dem es natürlich auch wieder starke und unterschiedliche Meinungen gibt: Darf ein Cosplayer mit einem Cosplay, welches bereits bei einem Wettbewerb prämiert wurde, erneut bei einem Cosplay Contest teilnehmen?
Die Frage ist leicht zu beantworten und braucht eigentlich keinen ausführlichen Diskurs. Aber wir würden das Thema nicht aufgreifen, wenn wir nicht doch ein paar Sätze dazu zu sagen hätten.
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Red Flags? Was soll das denn nun? Red Flags, zu deutsch rote Flaggen, stellen im übertragenen Sinne Warnzeichen dar. Sie drücken aus „Achtung, hier solltest du jetzt besonders vorsichtig sein!“.
Im Kontext von Cosplay und Fotoshootings können sie ein Anhaltspunkt für dich sein, um dir darüber klar zu werden, ob der Fotograf geeignet ist. Es gibt einige Red Flags, die dir sofort sagen „Meide diesen Fotografen!“ und dann gibt es wieder welche, die in deinem Ermessen liegen. Hier kommt es ganz auf dein persönliches Empfinden an wie du diese gewichtest.
Grundsätzlich möchte ich dir ans Herz legen, nichts zu tun, bei dem du dich unwohl fühlen würdest. Geh im Zweifel immer auf Nummer sicher und achte auf dich und deine Freunde. Damit ein Shooting gelingen kann, ist es elementar, dass die Kommunikation stimmt und sich beide Seiten an Absprachen halten.
Pünktlichkeit sollte auf beiden Seiten selbstverständlich sein. Missverständnisse oder Unvorhergesehenes kann immer mal passieren, wichtig ist, dass man rechtzeitig darüber spricht und offen aufeinander zu geht. Wenn du bereits mit einem schlechten Gefühl das Shooting vereinbarst, dann ist es vermutlich keine gute Idee dieses auch durchzuziehen. Je besser ihr im Vorfeld kommuniziert, Erwartungen, Wünsche und eventuelle Schwierigkeiten austauscht, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Shooting reibungslos verläuft und alle mit dem Endergebnis zufrieden sein werden.
Danke an die Community, die dazu beigetragen hat diese Listen zu vervollständigen. PS: Übrigens sind diese Red Flags nicht an ein Geschlecht gebunden und können nicht nur bei Fotografen auftreten mit denen du zum ersten Mal zusammenarbeitest!
Hier werden deutliche Grenzen überschritten
Wenn diese roten Flaggen wehen, solltest du Abstand gewinnen:
Das Portfolio des Fotografen ist sehr einseitig oder nicht vorhanden. (Einseitig wie in etwa: „Nur junge halbnackte Frauen“)
Private Infos, welche für das Shooting nicht relevant sind, wie bspw. die eigene Wohnadresse, werden gezielt erfragt. (Außer natürlich ihr habt vereinbart, dass dich der Fotograf von Zuhause abholt.)
Andere Cosplayer raten eindringlich von einem Shooting ab.
Du darfst keine Begleitperson zum Shooting mitbringen.
Deine persönlichen Grenzen werden nicht respektiert.
Der Fotograf flirtet ständig mit dir und sucht Körperkontakt.
Dein Aussehen, also vor allem dein Körper und nicht dein Cosplay, werden (unangemessen) kommentiert.
Du erhältst (wiederholt) das Angebot in die Aktfotografie einzusteigen. (Du hast hier keine Erfahrung und / oder kein Interesse.)
Der Fotograf redet in deiner Anwesenheit schlecht über andere. (Vermutlich würde er auch so über dich sprechen.)
Ganz spezielle Motivwünsche, die persönliche Vorlieben erfüllen sollen, werden gezielt geäußert. Beispielsweise nackte Füße, explizite Posen, freizügige Outfits, Lack & Leder, oder oder oder.
Nach dem Shooting ist die Festplatte plötzlich kaputt und die Fotos sind weg.
Bei diesen Punkten gibt es wenig Spielraum für echte Missverständnisse.
Bitte fragen!
Ein weiterer häufig genannter Punkt war: „Der Fotograf berührt das Kostüm / die Perücke ohne vorher zu fragen.“
Im besten Fall fragt der Fotograf während des Shootings, ob es in Ordnung ist, wenn er Teile des Kostüms oder die Perücke für dich korrigiert, sollte es notwendig sein. In der Regel fallen diese Berührungen kurz und zielgerichtet aus, um schnell das Cosplay für das Foto zu optimieren. Es geht nicht um die Berührung an sich oder um Körperkontakt.
Sollten dir Berührungen unangenehm sein, dann ist es umso wichtiger, dass du das vor dem Shooting klar kommunizierst. Nur wenn der andere davon weiß, kann er auch Rücksicht nehmen. Das gilt im übrigen grundsätzlich, denn Kommunikation ist der Schlüssel für ein erfolgreiches Shooting und Miteinander! Hast du eine Begleitperson dabei, dann kannst du diese bitten auf dein Kostüm zu achten und notwendige Optimierungen vorzunehmen.
Achtung: Deine Begleitperson sollte einige Eigenschaften mitbringen, damit sie das Shooting nicht stört. Achte darauf eine zuverlässige Person auszusuchen, der du vertraust. Sie sollte achtsam sein und sich nicht in den Vordergrund spielen. Auch die Kommunikation mit dem Fotografen ist wichtig, sodass der Shootingablauf nicht gestört wird und deine Begleitperson positiv beitragen kann.
Kein No Go, aber auch nicht positiv
Bei diesen Flaggen spielt dein persönliches Ermessen, als auch die jeweilige Situation eine deutlich größere Rolle:
Die Kommunikation mit dem Fotograf gestaltet sich schwierig.
Der Fotograf ist leidenschaftslos und „drückt nur auf’s Knöpfchen“.
Es dauert sehr lange bis du die fertigen Fotos erhältst.
Fotos neuerer Shootings werden schneller bearbeitet und veröffentlicht, als die Fotos älterer, noch nicht abgeschlossener, Shootings.
Fotos werden ohne Freigabe des Cosplayers veröffentlicht.
Manchmal muss man erst einmal ein Shooting mit einem Fotografen haben, damit bestimmte Red Flags erkennbar werden. Ob du zeitnah die vereinbarten Fotos erhältst, kannst du leider erst nach dem Shooting erfahren.
Ich hatte selbst leider schon unzählige Fotoshootings, auch mit Fotografen mit denen es zuvor lange gut funktionierte, bei denen ich bis heute keine Fotos bekommen habe. Daher habe ich mir eine einfache Regel aufgestellt:
Ich frage frühestens nach 2 Wochen zum ersten Mal nach den Fotos, sofern nichts anderes vereinbart wurde. Erst wenn erneut 2 Wochen vergangen sind, frage ich ein weiteres Mal nach. Wenn ein Shooting länger als 6 Monate her ist und ich noch keine Fotos habe, dann kann ich davon ausgehen, dass ich auch keinerlei Fotos erhalten werden.
Red Flags bei Cosplayern
Aber auch wir Cosplayer haben unsere Red Flags, die Fotografen davor bewahren mit uns zu shooten. Ich habe die Community gefragt und das waren unter anderem die Antworten:
Fotos werden ohne Credits (Nennung und Verlinkung des Fotografen) veröffentlicht.
Du konzentrierst dich nicht auf’s Shooting.
Keine Beteiligung bei der Vorbereitung oder Planung des Shootings. (Keine eigenen Ideen.)
Fotos sollen im Stile eines anderen Fotografen bearbeitet werden.
Du bearbeitest die fertigen Fotos ohne Absprache nach oder nutzt Filter.
Du möchtest die Fotos kommerziell nutzen, aber der Fotograf wurde vorab nicht um Erlaubnis gefragt.
Keine wirklichen Red Flags, aber definitiv Punkte, die du vermeiden solltest:
Du hast dein Kostüm nicht gebügelt.
Grundsätzlich hast du dein Cosplay schlecht vorbereitet, vorab noch nie getragen oder es fehlen wichtige Teile.
Du benötigst bestimmte Anpassungen in Photoshop, aber hast diese vorab nicht besprochen.
Und nu?
Sicher lassen sich die Listen auf beiden Seiten beliebig durch persönliche Erfahrungen und konkrete Situationen ergänzen. Dieser Beitrag dient allerdings nicht dazu, dass sich am Ende des Tages eine Seite besser oder schlechter fühlt. Er soll lediglich ein kleiner Leitfaden sein, damit du dich in der, gerade zu Beginn, überwältigenden Welt der Cosplayfotografie besser zurecht findest und du wenige negative Erfahrung machen musst.
Im besten Fall hältst du dich an die Empfehlungen deiner Freunde und testest neue Fotografen in einer möglichst sicheren Umgebung mit Begleitperson. Auch wenn Conventions selten tolle Shootinglocations sind, so sind sie doch ein vergleichsweise sicherer Ort, um ohne großen Aufwand mit neuen Leuten zu shooten und Erfahrungen zu sammeln.
Ich hoffe, du bist gut ins neue Jahr gerutscht und bist bereit für neue Abenteuer!
Traditionell beenden wir das alte bzw. starten wir das neue Jahr mit einem kleinen Rück- sowie Ausblick. Was war in 2024 bei mir so los? Was waren grob meine Ziele und was davon konnte ich umsetzen? Und natürlich: Wie sehen meine Pläne für 2025 aus?
Cosplays in 2024
Starten wir doch klassisch mit einem kleinen Überblick über all die Cosplays, die ich in 2024 zum ersten Mal umgesetzt habe. Vielleicht kannst du dich noch an meine Ziele bzw. Pläne erinnern?
Ich hatte mir vorgenommen, insgesamt weniger verschiedene Charaktere und auch weniger Cosplays pro Jahr umzusetzen. In der Vergangenheit hatte ich, aufgrund von Kooperationen und Käufen, teilweise über 30 Cosplays jährlich umgesetzt. Das ist einfach zu viel und ich erkannte, dass ich hier dringend reduzieren wollte. Ich wollte entschleunigen und der Schnelllebigkeit des Hobbys entgegen wirken. Mein langfristiger Fokus soll sich mehr auf’s selber machen verschieben.
Mit nur 14 Cosplays in diesem Jahr, habe ich das auf jeden Fall geschafft und bin meinem Ziel einen großen Schritt näher gekommen.
Alle Cosplays aus 2024
Trotzdem hätte ich sicher auf das ein oder andere Cosplay verzichten können. Zumindest auf eines. Denn ein für mich großer Fehltritt war mein Charlie (Hazbin Hotel) Cosplay, welches mich kurz an meinen Fähigkeiten zweifeln ließ und mir keinerlei Freude bereitete. Die kleine Krise war aber zum Glück schnell überwunden und so wurden letztes Jahr auch drei vollständige Selfmade sowie etwa vier Hybrid (gekauft mit selbst gemachten Elementen) Cosplays umgesetzt.
Ich habe die lang geplante Fellversion der pinken Grinsekatze, als auch eine vermenschlichte „Alice-Version“ der grauen Grinsekatze aus Alice Madness Returns sowie einen lang gehegten Cosplayplan, Maid Marian, umsetzen können. Mit der grauen Grinsekatze konnte ich auch „Das erste Mal ein Korsett nähen“ von meiner Wunschliste streichen.
Charlie – Hazbin HotelGrinsekatze „Alice“ – Alice Madness Returns (Eigendesign)Ennui – Alles steht Kopf 2
Mit Ennui aus Alles steht Kopf 2 habe ich, neben den misslungenen Versuch bei Charlie, endlich wieder einen Schritt in Richtung Bodypaint-Cosplays gemacht. Während Charlie mich zweifeln ließ, habe ich bei Ennui ein neues Produkt ausprobieren müssen, welches mich optimistisch stimmt. Zum Thema Bodypaint schuldige ich dir definitiv noch einen Blogeintrag. Vielleicht ja in 2025?
Durch viele dieser Projekte konnte ich das ein oder andere hilfreiche Video erstellen und auf meinen Kanälen posten.
Auch in 2024 durfte ich einige Veranstaltungen als Cosplay Contest Juror, Speaker, Walking Act und auch als Posing Coach begleiten. Eine Übersicht meiner Tätigkeiten sowie anstehender als auch vergangener Jobs findest hier.
Während ich Ende 2023 an der Buchfront nochmal so richtig Gas gegeben habe und kleinere Buchprojekte spontan veröffentlicht habe, konnte ich mich letztes Jahr voll auf einen neuen Ratgeber konzentrieren.
In Geld verdienen als Cosplayer gebe ich einen Einblick wie man das Hobby zum Beruf machen kann und worauf man achten sollte. Ich habe wie immer darauf geachtet die Tipps möglichst praktisch sowie leicht verständlich zu halten. Wie in 2023 angekündigt, bin ich inzwischen auf Softcover umgestiegen.
Zudem ist auch in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit Con-Finder der diesjährige Con-Kalender erschienen. Praktisch als Taschenkalender DinA5 mit vielen Bonusseiten und tollen Übersichten zur deutschen Conventionlandschaft!
Mehr Bücher?
Jap, du hast richtig gehört! Natürlich habe ich mir dieses Jahr zum Ziel gesetzt das ein oder andere Buchprojekt zu veröffentlichen. Geplant ist der Start zur Buchserie „Cosplay Basics“ als DinA5 Softcover. Im Rahmen der Serie Cosplay Basics möchte ich Interessierten und Anfängern den (tieferen) Einstieg ins Cosplay erleichtern.
Anstatt ein großes umfangreiches Buch für Anfänger zu gestalten habe ich, im Gespräch mit der Community, den Entschluss gefasst, jedem Thema ein eigenes (kleineres) Buch zu widmen. So macht den Anfang voraussichtlich das Buch zum Thema „Was ist Cosplay und wie fange ich?“. Später sollen Bücher zum Thema Wig Styling, Nähen, Cosplayfotos ohne Fotograf und mehr, folgen.
Ziel ist es einen hilfreichen Ratgeber zu erstellen, der die Basics enthält, anschaulich aufbereitet ist und auch aufgrund des Umfangs erschwinglich bleibt (voraussichtlich 15€). Das Thema „Cosplay für Anfänger“ in Form von einer Buchserie anstatt eines großen umfangreichen Ratgebers zu gestalten, gibt mir die Möglichkeit die Arbeit besser aufzuteilen, schnellere Ergebnisse zu liefern und nicht jahrelang im Verborgenem an einem einzigen Buchprojekt arbeiten zu müssen.
Und was hast du in 2025 sonst noch vor?
Tatsächlich stehen privat einige Veränderungen, wie unser großer Umzug, an, weswegen ich beschlossen habe, 2025 locker anzugehen. Wann genau der Umzug beginnen kann ist unklar. Wenn es soweit ist, wartet dann aber ein großes Cosplayzimmer auf mich, welches auch mein Fotostudio sein wird. Somit verspreche ich mir von 2025 (oder spätestens 2026) die Chance die Studiofotografie mit besseren Fotosets wieder aufzunehmen.
Die ein oder andere Anfrage ist bereits auch schon in mein Postfach geflattert. So denke ich, werden wir uns bestimmt auf ein paar Cosplay Conventions sehen. Außerdem habe ich mir vorgenommen ein oder zwei Events mal wieder privat zu besuchen, wenn sich mir die Möglichkeit dazu bietet. Ob das dann auch wirklich klappt, bleibt abzuwarten.
Auf Social Media werde ich natürlich weiterhin fleißig posten und dich über meine Projekte, Gedanken, Ideen, Ausflüge und weitere Interessen (*hust* Lorcana *hust*) informieren. Weiterhin alle ohne Performancedruck und mit ganz viel Leidenschaft!
Oh und natürlich darf ich zum Abschluss die Cosplay Performance Meisterschaft Deutschlandnicht vergessen! Denn da bin ich natürlich seit Beginn an Teil des Teams und werde wahrscheinlich beim Finale auf der Leipziger Buchmesse bzw. Manga-Comic-Con 2025 vor Ort sein.
PS: Übrigens suche ich immer neue und alte Autoren für spannende Gastbeiträge für den Blog. Hast du eine Idee oder kennst jemanden? Super, dann melde dich unbedingt bei mir. Ich freu mich!
Wie läuft eigentlich ein Cosplayfotoshooting ab? Gibt es viel vorzubereiten und wie unterschiedlich nehmen Fotograf und Cosplayer den Ablauf wahr?
Gemeinsam mit Roland aka lichtbogen_cosplay arbeiten wir uns in dieser Episode durch die Vorbereitung, das Shooting selbst sowie die Nachbereitung. Außerdem räumen wir mit ein paar Gerüchten auf und berichten von unseren persönlichen Erfahrungen aus den letzten Jahren.
Ganz ohne anzüglichen Gedanken: Lass uns über Unterwäsche sprechen! Warum? Vielleicht standest du schon einmal vor dem Problem, dass du für dein Cosplay nicht das Passende zum darunter anziehen gefunden hast. Die Unterbekleidung zeichnet sich ab, das Cosplay sitzt nicht richtig oder hat keine schöne Form oder du fühlst dich vielleicht sogar etwas unwohl?
Die richtige Unterbekleidung, und damit meine ich nicht nur Unterwäsche, kann helfen, um dein Cosplay richtig in Szene zu setzen. Neben den Klassikern, wie BH, Unterhemd oder Unterhose gibt es auch noch Shapewear, Strumphosen, Petticoats bzw. Reifröcke, Unterröcke, Binder, Einlagen oder Padding (Polsterung). Aber fangen wir doch ganz einfach an.
Wie warm wird es heute?
Beim Cosplayen möchte wir möglichst makellos perfekt aussehen. Von Kopf bis Fuß, von der Perücke bis zu den Schuhen, alles soll optimal zum Charakter passen. Dennoch sollte man nie die Gesundheit und auch die Bequemlichkeit aus den Augen verlieren. Es gibt viele Methoden, um möglichst akkurat auszusehen, aber es doch bequem und vor allem nicht zu heiß und nicht zu kalt zu haben.
Sicher, in vielen Kostümen wird man Schwitzen oder vielleicht auch Frieren nicht vermeiden können. Aber wir können das Ganze etwas optimieren.
Mach dir zunächst einmal Gedanken welche Elemente bei deinem Cosplay eigentlich offensichtlich sichtbar sind. Liegt es eng an? Ist der Stoff durchscheinend? Sieht man Beine oder Füße?
Bei meinem Shooting mit Aschenbrödel im Schnee habe ich schnell festgestellt, dass ich unter dem Kleid problemlos lange warme Hosen, dicke Socken und auch für den Schnee passende Schuhe tragen kann, ohne, dass es irgendjemand bemerken wird. Später habe ich noch hautfarbene Thermounterwäsche gefunden. Das Oberteil dazu hätte ich dementsprechend problemlos unter Aschenbrödels Kleid, mit den nicht ganz blickdichten Ärmeln, tragen können.
Nicht nur für kalte Tage kann man sein Cosplay entsprechend vorbereiten, sondern auch ein wenig für heiße Tage. Nicht jeder Stoff ist atmungsaktiv. Einige Cosplays sind aus Stoffen gemacht, die dafür sorgen, dass man schneller schwitzt. Dagegen kann man leider nicht viel machen.
Allerdings kannst du dir grundsätzlich überlegen, ob du jede Schicht deines Cosplays benötigst, es wirklich die dicke Strumpfhose sein muss oder ob es vielleicht auch eine dünne Feinstrumpfhose tut? Vielleicht geht es ja auch ganz ohne?
Passe dein Schuhwerk an die Temperaturen an, verzichte auf unnötige Lagen und achte darauf, dass deine Unterwäsche angenehm zu tragen ist und dich nicht zusätzlich schwitzen lässt. Anstatt den Super-Push-Up mit extremer Polsterung zu nehmen, tut es heute vielleicht auch ein einfacheres Modell?
Bleib unsichtbar
Hast du auch ein Cosplay unter dem man so gar nichts verstecken kann? Gerade Zentaisuits sind bekannt dafür, dass man jede Wäsche darunter erkennen kann. Also, was kannst du überhaupt darunter anziehen?
Finde eng anliegende Wäsche, die möglichst wenig Muster und Nähte hat. Männer können in diesem Fall zum Beispiel enge Unterhosen und Leggings oder sogenannte Tanz-Slips tragen, damit alles an Ort und Stelle bleibt und von außen nichts zu sehen ist. Außerdem gibt es, nicht nur für Männer, nahtlose Unterwäsche, die in diesem Fall besonders geeignet sind.
Manchmal benötigt man auch den richtigen Schnitt für das jeweilige Bekleidungsteil. Nicht jede Unterhose ist gleich geschnitten und passt perfekt unter dein Kostüm. Besonders, wenn Kostüme zum Beispiel einen sehr hohen Beinausschnitt haben. Ab und an wird vielleicht auch ein trägerloser BH oder ein BH, der einen tiefen Rückenausschnitt macht, benötigt. Oder du benötigst Tape, um alles an die richtige Stelle zu rücken.
Übrigens: Auch die Farbe deiner Unterbekleidung macht einen Unterschied! Nimm dir die Zeit und teste vorher Zuhause in Ruhe welche Wäsche du unter welchem Cosplay bequem und passend tragen kannst.
Denk an deine Safety Pants
Trägst du kurze Röcke? Dann solltest du unbedingt auch an sogenannte Safety Pants denken. Safety Pants sind beispielsweise kurze Leggings, wie Radlerhosen oder Tanzshorts, die du über deiner Unterhose und unter dem Rock trägst. Die Safety Pants schützen dich vor ungewollten Einblicken oder berüchtigten Pantyshots.
Eine zweite Unterhose über deiner eigentlichen zu tragen schützt dich übrigens nicht vor ungewollten Einblicken. Eine Safety Pants ist farblich unauffällig und bedeckt dein Gesäß und Intimbereich ausreichend. Einige Charakterdesigns beinhalten von vornherein eine Safety Pants. So zum Beispiel auch Lili aus Tekken 8.
Kleidung, die formt
Beim Cosplayen verwandeln wir uns optisch sehr. Make-up, Perücken, Kontaktlinsen und vielleicht ein ganz anderer Style als im Alltag. Auch Shapewear kann helfen uns noch etwas mehr zu verwandeln oder, um uns wohlzufühlen. Shapewear kommt in zahlreichen Ausführungen und in den unterschiedlichsten Formen.
Was am besten zu dir, deinem Körper und deinen Bedürfnissen passt, musst du ganz individuell herausfinden. Etwas, das für das eine Kostüm perfekt passt, kann für das andere wiederum suboptimal sein.
Der Klassiker der Shapewear ist wohl der typische Body, der vor allem das Gewebe gleichmäßig stützt und zum Beispiel praktisch einen Blähbauch kaschiert. Der Body ist weniger stark figurformend, könnte aber dazu beitragen, dass du dich bei stark figurbetonten Kostümen wohler fühlst.
Shapewear Body
Hast du schon einmal über Corsagen oder Korsetts (Taillenreduktion) nachgedacht? Diese kommen ebenfalls in unterschiedlichen Ausführungen. Es gibt sie beispielsweise als Vollbrust-, Unterbrust- oder vielleicht sogar als Taillengürtel. Während ein Taillengürtel bei einem Zentai Suit vielleicht eher weniger passend ist, könnte dieser bei einem Kleid genau die richtige Wahl sein.
Taillengürtel
Der Vorteil der Unterbrustkorsetts ist, dass man diese mit Push-Up BHs kombinieren kann. Vollbrustkorsetts schließen die Brust mit ein und verändern entsprechend ebenso die Brust. Je nach Kostüm ist unter Umständen ein Voll- oder Unterbrustkorsett die richtige Wahl für dich.
Ganz einfach gedacht gehören ebenfalls auch Reifröcke, Petticoats, und Unterröcke zur praktischen Unterbekleidung von Cosplayern. Sie geben deinen Cosplays den letzten Schliff und verstärken die benötigten Formen.
Beim Progress mein gekaufte Alice im Wunderland Cosplay aufzuwerten, sind tatsächlich sogar drei Petticoats gleichzeitig zum Einsatz gekommen, um den gewünschten Effekt zu erzeugen. Nicht jeder Petticoat ist gleich. Das gilt auch für Reifröcke. Manchmal kann es auch einige Versuche kosten, bis man ein gutes Gefühl für das jeweilige Kleidungsstück bekommt, sodass man beim nächsten Mal direkt das richtige Stück bestellt.
Kombiniere Kleidungsstücke, teste dich aus und finde für jedes deiner Cosplays das passende Kleidungsstück, um den Look abzurunden. Hast du noch weitere Tipps zum Thema? Dann ab in die Kommentare damit!
Und bitte vergiss nicht: Fühl dich nie dazu gezwungen Shapewear zu tragen bzw. zu nutzen. Die im Beitrag genannten Punkte sind Möglichkeiten, die du gerne nutzen kannst, aber niemals nutzen musst. Wichtig ist, dass du dein Cosplay so trägst, dass du damit glücklich bist und dich wohl fühlst!
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Wer kennt es nicht? Die Liste der Wunschcosplays ist lang. Nicht selten verirrt sich dabei auch ein Charakter auf diese Liste, welcher sich nichtderselben Geschlechtsidentität wie man selbst zugehörig fühlt. Die Grenzen der Geschlechtsidentität verschwimmen nicht selten fließend.
Der einfachheitshalber habe ich deshalb diesen Beitrag aus meiner persönlichen Perspektive verfasst, um ihn möglichst leicht verständlich zu halten. Das Prinzip von Genderbend und Crossplay sind nicht an ein einziges Geschlecht gebunden. Du kannst es ganz einfach auf deine persönliche Situation und Geschlechtsidentität übertragen.
Lucifer aus Hazbin Hotel – Genderbend Version / Eigendesign
Ich gehöre zu den Cosplayern, die überwiegend Charaktere mit derselben Geschelchtsidentität cosplayen. Der Großteil der Charaktere meiner Cosplays sind deshalb weiblichen Geschlechts. Ab und an verirrt sich aber auch ein Lieblingscharakter auf meine Liste, welcher sich in diesem Punkt von mir unterscheidet. Für viele Cosplayer stellt sich an dieser Stelle die Frage: Was tun?
Bist du also auch einmal vor dieser Frage gestanden und wusstest nicht so recht, was du tun sollst? Dann zeige ich dir zwei beliebte Möglichkeiten auf, wie du deinen Lieblingscharakter umsetzen kannst. Selbstverständlich gäbe es immer die Option diesen Charakter nicht zu cosplayen. Aber sind wir doch mal ehrlich: Ist die Liebe zum Charakter zu groß, ist das für uns Cosplayer, nicht wirklich eine Lösung.
Was ist eigentlich Genderbend?
Eine äußerst beliebte Möglichkeit, um den Lieblingscharakter passend zur eigenen Geschlechtsidentität zu cosplayen, ist Genderbend. Vielleicht hast du auch den Begriff Gender Bender oder Genderswap gehört? Im Prinzip beschreiben diese englischen Begriffe nur das Beugen des Geschlechts.
Lieutenant Commander DataFionna the HumanBeetlejuicePennywiseJack Skellington
Anstatt den Charakter in seiner eigenen ursprünglichen Form zu cosplayen, wird dieser in der Darstellung an eine andere Geschlechtsidentität angepasst. Häufig entspricht diese angepasste Form, Genderbend, die des Cosplayers, sodass sich beide Identitäten möglichst decken.
Ich persönlich habe beispielsweise unter anderem bereits Lieutenant Commander Data aus Star Trek The Next Generation oder Jack Skellington aus The Nightmare Before Christmas als Frau umgesetzt.
Manchmal entdeckt man auch, dass im Universum des Charakters, bereits Genderbend Versionen existieren. Man denke zum Beispiel nur an das Multiversum von Marvel oder an die Genderbend Episoden von Adventure Time.
So habe ich bei meiner Recherche, als ich die weibliche Version von Peter Parker cosplayen wollte, zufällig tatsächlich eine Petra Parker gefunden.
Wie setzte ich ein Genderbend bzw. Genderswap korrekt um?
Die vermeintlich einfache Lösung den gewünschten Charakter passend zum eigenen Geschlecht umzusetzen, stellt uns Cosplayer jedoch vor weitere Fragen. Allen voran steht die Überlegung, wie denn beispielsweise eine weibliche Version eines männlichen Charakters (oder umgekehrt) sich nun kleiden würde? Inwiefern ändern sich Kleidung oder Frisur?
Selbstverständlich ist man als Cosplayer frei in seiner eigenen Interpretation und Kreativität. Am Ende des Tages freut man sich aber, wenn der Charakter, „trotz“ Genderswap, von anderen Fans erkannt wird.
Diese Überlegungen helfen dir sicher bei der persönlichen Umsetzung deines Genderbend Cosplays:
Ist das Originaloutfit für deine Genderbend Version geeignet oder musst / möchtest du Anpassungen machen?
Welche äußeren Merkmale des Charakter sind essenziell um ihn zu identifizieren?
Welche äußeren Anpassungen, um die neue Geschlechtsidentität des Charakter zu transportieren, sind in deinen Augen notwendig?
Welches Make-up und welche Frisur würde zu deiner neuen Version passen?
Gibt es grundsätzliche optische Merkmale, eingängige Designs oder Symbole, die zwar nicht in dem Originaldesign enthalten sind, aber dabei helfen den Charakter zu identifizieren?
Transportiert das Genderbend Outfit die Persönlichkeit des Charakters?
Lucifer aus Hazbin Hotel – Genderbend Version / Eigendesign
Wenn männliche Charaktere als Genderswap in weibliche Charaktere verwandelt werden, kommt es nicht selten vor, dass diese als sehr sexy Version präsentiert werden. Das ist aber nur eine von vielen Interpretationsmöglichkeiten, wie du Genderbend umsetzen kannst!
So gibt es auch androgyne Charaktere bei denen man kaum etwas im Design verändern würde. Vielleicht probierst du dich auch in eine Richtung aus und stellst am Ende fest, dass du mit einer anderen Umsetzung viel zufriedener wärst?
Storytime: Das passende Design
Als ich mein weibliches Data Cosplay damals zum ersten Mal getragen habe, hatte ich mich an den Versionen anderer Cosplayer orientiert. Die Frage des Outfits stellt sich bei Star Trek tatsächlich weniger bis gar nicht, daher ging es in erster Linie um Make-up und Perücke.
Ich mochte es sehr, wie die anderen Cosplayer als weiblicher Data mit kinnlangen lockigen Haaren oder sogar einem gegelten High-Ponytail aussahen. Da ich die Idee anderer nicht zu sehr kopieren wollte, probierte ich mich zunächst an einer ähnlichen lockigen Frisur aus. Das Ergebnis?
Ich war nicht wirklich zufrieden, vor allem aber traf ich, meiner Meinung nach, den Kern des Charakters nicht. Beim Blick im Spiegel erkannte ich den Charakter, Lieutenant Commander Data, nicht wirklich.
Obwohl ich den Großteil meines Lebens kurze Haare hatte, kam mir der Gedanke, Data mit kurzen Haaren umzusetzen, erst später. Ich war der festen Überzeugung, ich müsse den Charakter, zumindest hinsichtlich der Frisur, deutlich weiblicher umsetzen, weswegen ich zu dem Stereotyp „lange Haare“ griff. Als ich die Idee hatte, meine eigenen Haare mit Gel anzulegen und für das Cosplay zu verwenden, löste ich mich von den Visionen anderer und fand so endlich die passende Version für mich. Somit wurde am Ende des Tages meine persönliche weibliche Version von Data optisch deutlich androgyner als anfangs gedacht.
Was versteht man unter Crossplay?
Anstatt ein Genderbend Cosplay umzusetzen kannst du auch zum Crossplay greifen.
Vereinfacht gesagt, spricht man von Crossplay wenn man als Frau einen Man cosplayt oder umgekehrt. Also anstatt innerhalb der eigenen Geschlechtsidentität zu cosplayen, cosplayst du außerhalb dieser.
Nick WildeLoki
Tatsächlich cosplaye ich selten außerhalb meiner Geschlechtsidentität. Crossplay kommt bei mir dann vor, wenn ich das Gefühl habe, dass ich dem Charakter in meiner Vorstellung sonst nicht gerecht werden könnte. Das erste Mal passierte das bei Nick Wilde aus dem Film Zoomania. Danach gab es eine lange Pause, bis ich mich dann im Yuri!!! on Ice Hype wiederfand und super viel Freude an den Crossplays hatte.
Beim Crossplay geht man ganz anders an die Sache als bei Genderbend Versionen. Häufig sind hierbei nämlich ganz andere Anpassungen notwendig. In der Regel arbeitet man deshalb beim Crossplay auch mit Hilfsmitteln wie Binder, Schulterpolster, Silikonbrüsten oder oder oder.
Es gibt unzählige Cosplayer, die fast ausschließlich crossplayen und sich in dieser Welt pudelwohl fühlen. Ich kann es ihnen nicht verübeln, denn Crossplay hat seine ganz eigene Magie.
Wenn du es selbst einmal ausprobieren möchtest, dann findest du unter folgendem Link viele tolle Beiträge zum Thema:category/crossplay
Die Qual der Wahl
Jetzt hast du die Qual der Wahl, wenn du wieder einmal deinen Lieblingscharakter umsetzen möchtest!
Crossplay und Genderbend sind übrigens auch tolle Varianten von Cosplay, die du nicht nur dann ausleben kannst, wenn der Charakter nicht deiner Geschlechtsidentität entspricht. Es gibt unzählige tolle Fanart zu dem Thema oder spannende Ideen für Gruppen- oder Partnercosplays, die das Hobby noch ein klein wenig bunter machen. Probier es doch mal aus!
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Hast du schon einmal mit dem Gedanken gespielt eine eigene Cosplay Veranstaltung zu organisieren? Dann ist diese Episode für dich! Philipp, von Beruf Veranstaltungstechniker, und ich sprechen darüber was es bedeutet, eine Cosplay Convention zu planen und auszuführen.
Wir geben dir einen Überblick darüber, welche Kosten auf dich zukommen könnten, wie du Einnahmen erzielen kannst und natürlich auch, welche Programmpunkte immer gut ankommen.
Interessante Blogeinträge zum Thema kannst du hier entdecken:/category/events
Deine selbst gemachten Cosplay-Schnittmuster zu digitalisieren ist ideal um z. B. unsaubere Kanten ordentlich zu machen. Digitale Schnittmuster kannst du jederzeit ganz einfach verändern und anpassen. Außerdem kannst du sie als PDF einfach aufbewahren, mit anderen teilen oder sogar online verkaufen.
In diesem Beitrag lernst du Schritt für Schritt, wie du ein Papierschnittmuster digitalisierst und als mehrseitiges PDF speicherst. Und das Beste: All das geht mit kostenloser Software.
Dieser Gastbeitrag wurde von Hlawatis geschrieben. Du kennst Hlawatis noch nicht? Dann schau unbedingt mal auf ihrem Kanal vorbei: YouTube & Instagram
Vektorzeichenprogramme
Um Schnittmuster zu zeichnen benötigst du ein Vektorzeichenprogramm. Dieses speichert Bilder nicht als Pixel, sondern als Beschreibung von Objekten. Das hat den Vorteil, dass jedes Bildelement, also jede Linie und jede Fläche, im Nachhinein noch verändert werden kann.
Es gibt viele verschiedene Vektorzeichenprogramme und du kannst jedes davon verwenden, um Schnittmuster zu digitalisieren. Die Vorgehensweise ist immer die gleiche. Unterschiede gibt’s höchstens bei den Namen der Funktionen und wo du diese findest.
Ich zeige dir hier alles im kostenlosen Programm Inkscape. Meine Screenshots sind aus Version 1.3.2.
Benutzeroberfläche von Inkscape 1.3.2
Papierschnitt ins Programm laden
Bevor du deine Vektorgrafik zeichnen kannst, brauchst du ein Bild deines Papierschnitts in Inkscape. Dieses muss eine Größenreferenz haben, damit du es auf die tatsächliche Größe skalieren kannst.
Am schnellsten und einfachsten ist es, Fotos von deinen Schnittteilen zu machen, mit einem Lineal oder einer Schneidematte daneben. Achte darauf das Foto exakt von oben aufzunehmen und darauf, dass der Papierschnitt ganz glatt liegt. Wenn nötig kannst du das Papier vorsichtig bügeln.
Variante 1: Füge Fotos deiner Schnitteile ein und bringe sie auf die tatsächliche Größe.
Füge nun in Inkscape mit dem Rechteckwerkzeug (links an der Seite) ein Quadrat ein. Du kannst erst ein beliebiges Rechteck einfügen und ihm dann oben in der Mitte die gewünschten Maße geben, z. B. 5 x 5 cm. Verändere die Größe des Fotos, sodass die Maße auf der fotografierten Schneidematte diesem Qaudrat entsprechen. Halte Strg gedrückt, um das Seitenverhältnis zu sperren, damit sich das Foto nicht verzieht.
Tipp: Wenn du das Foto drehen möchtest, klicke es nochmal an, dann ändern sich die Optionen (die kleinen Pfeile) an den Ecken. Diese Funktion ist etwas versteckt.
Kontrolliere die Größe der Fotos mit einem 5×5 cm Quadrat.
Einige Handykameras haben einen leichten Fischaugeneffekt, das heißt sie verzerren das Bild an den Rändern ein bisschen. Wenn du deinen Papierschnitt perfekt digitalisieren willst, kannst du ihn auch Stück für Stück einscannen. Vergiss nicht, dir Markierungen zu machen, mit denen du die Einzelbilder wieder exakt zusammensetzen kannst. Falls dein Schnittmusterpapier weiß ist, kannst du beim Scannen ein buntes Blatt Papier dahinter legen, um die Ränder besser sichtbar zu machen.
Zum Zusammensetzen musst du unter „Füllung und Kontur“ (rechts oben) bei jedem Bild die Deckkraft runtersetzen. Das macht die Bilder leicht durchsichtig und so kannst du sie leichter aneinander ausrichten.
Variante 2: Scanne deine Schnitteile ein und setze die Einzelbilder wieder zusammen.
Benutze die Pfeiltasten auf der Tastatur, um die Bilder exakt auszurichten.
Als Größenreferenz klebe ich immer ein Stück kariertes Papier auf mein Schnittteil.
Wenn du fertig bist, solltest du die Einzelbilder unbedingt gruppieren. Markiere alles was zueinander gehört und drücke Strg + G. Dadurch bleiben diese Objekte zusammen und du kannst sie verschieben oder die Größe ändern als wären sie ein einziges Bild. Gruppieren lässt sich rückgängig machen mit Strg+Shift+G.
Schnittmuster zeichnen
Jetzt kommt das eigentliche zeichnen des Schnittmusters. Am besten erstellst du dir dafür eine neue Ebene (rechts oben unter Ebenen und Objekte).
Zum Zeichnen benutzt du das Zeichenwerkzeug (links an der Seite). Wenn du klickst zeichnet es gerade Linien und wenn du mit gedrückter Maustaste ziehst, zeichnet es Kurven. Probier einfach mal damit rum.
Mit dem Zeichenwerkzeug zeichnest du jetzt die grobe Form deines ersten Schnittteils nach. Das muss nicht perfekt sein, denn die Feinheiten kommen erst im zweiten Schritt.
Zum Bearbeiten brauchst du das Knotenwerkzeug (links oben). Damit passt du deine Zeichnung an:
Du kannst einzelne Linien und Eckpunkte anklicken und verschieben. Die Linien im Vektorzeichenprogramm heißen Pfade und die Punkte heißen Knoten.
Du kannst Kurven mit der Maus in der Mitte „greifen“ und verformen bis sie zur Rundung deines Schnittteils passen.
Du kannst aus einer geraden Linie eine Kurve machen und andersrum: Mit „Segment begradigen“ und „Segment in Kurve umwandeln“ (oben in der Mitte).
Das gleiche gilt für „spitze“ und „runde“ Ecken mit „Die gewählten Knoten in Ecken umwandeln“ und „Die gewählten Knoten glätten“.
Durch Doppelklicken auf einen Pfad kannst du mehr Knoten hinzufügen. Mit Entf kannst du Knoten löschen.
Wenn du willst kannst du mit dem Textwerkzeug deine Schnitteile beschriften und mit dem Zeichenwerkzeug weitere Markierungen hinzufügen, wie z. B. Pfeile für den Fadenlauf.
Fertig? Gruppiere nun jedes Schnittteil für sich, damit die Markierungen bleiben, wo sie sind. Jetzt kannst du die Ebene mit den Bildern ausblenden und übrig bleibt dein fertiges Schnittmuster.
Bei manchen Vektorzeichenprogrammen kannst du deine Datei direkt ausdrucken oder als mehrseitiges PDF speichern. Inkscape kann das leider nicht, darum zeige ich dir im letzten Abschnitt, wie du über einen Umweg doch ein mehrseitiges PDF bekommst.
Mehrseitiges PDF erstellen
Zuerst musst du entscheiden, wie groß der Ausschnitt des Schnittmusters pro Seite sein soll. Standarddrucker können nicht bis zum Rand des Blattes drucken, darum musst du einen Rand lassen. Je 1 cm an jeder Seite funktioniert für mich ganz gut.
Gehe auf Datei und öffne die Dokumenteinstellungen. Hier siehst du die Höhe und Breite deines Dokuments. Verkleinere beide Werte um 2 cm. Das heißt die voreingestellte A4-Seite musst du verkleinern auf 190,000 mm x 277,000 mm.
Achtung: Wenn du dein Schnittmuster online verkaufen willst, denk dran, dass es auch andere Papierformate gibt, wie z. B. US Letter. Wähle dann deinen Ausschnitt pro Seite klein genug, dass er auf verschiedene Papiere passt.
Verkleinere in den Dokumenteinstellungen die Seite, um beim Drucken einen Rand zu bekommen.
Als Nächstes brauchst du viele Rechtecke mit genau den Maßen der Seite, also 190,000 mm x 277,000 mm. Am schnellsten geht das, wenn du ein Rechteck mit Strg+D duplizierst und neben das Erste schiebst. Wenn rechts oben „Einrasten“ aktiviert ist, „hüpft“ es fast von alleine an die richtige Stelle.
Auf diese Weise baust du dir dein Drucklayout zusammen. Also so wie es aussehen soll, wenn das Schnittmuster ausgedruckt und zusammengeklebt ist. Beschrifte die einzelnen Seiten um den Überblick zu behalten und mach dir am besten auch an den Kanten Markierungen zum exakten Zusammenkleben. Ich habe hier z. B. kleine Rauten eingefügt.
Dann kannst du alle deine Schnitteile auf deinem Drucklayout anordnen. Dafür empfehle ich dir Einrasten auszuschalten. Wenn du fertig bist, gruppiere alles und du hast deinen digitalen Schnittmusterbogen.
Beispiel für ein fertiges Drucklayout
Jetzt fehlt nur noch eine Sache. Du musst die Seiten deines Schnittmusterbogens einzeln auf die Dokumentseite schieben, um sie dann einzeln zu speichern. Das muss natürlich präzise sein, sonst fehlen später Teile deines Schnittmusters. Ich habe noch keine Funktion gefunden, um Objekte an der Dokumentseite einrasten zu lassen, aber es gibt einen Trick. Du brauchst noch ein weiteres Rechteck mit den exakten Maßen der Seite, also 190,000 mm x 277,000 mm, und das musst du so platzieren, dass es genau auf dem Rand der Dokumentseite liegt. Zoome ganz nah ran und benutze die Pfeiltasten zum Ausrichten. An diesem Rechteck kann dein Schnittmusterbogen nämlich einrasten.
Wozu dieses Rechteck? Das ist der „Trick“, um die einzelnen Seiten deines digitalen Schnittmusterbogens doch an der Dokumentseite einrasten zu lassen.
Schalte Einrasten wieder ein und verschiebe den Schnittmusterbogen so, dass die erste Seite genau auf dieser Dokumentseite liegt. Danach speicherst du das als PDF unter Datei -> Kopie speichern.
Du musst jede Seite einzeln als PDF speichern…
Benenne deine Datei eindeutig, z. B. „T-Shirt Schnittmuster Seite A-1“, und wähle in der Liste PDF aus. Wenn du speichern klickst öffnet sich ein neues Fenster. Das kannst du ignorieren. Die Einstellungen passen für deine Zwecke. Klick einfach auf ok.
Jetzt hast du ein PDF von der ersten Seite und nur von der ersten Seite. Das heißt du musst genau das Gleiche für jede einzelne Seite deines Schnittmusters wiederholen. Sieh es doch als die nötige Fleißarbeit dafür, dass das Programm kostenlos ist.
Am Ende hast du viele PDF-Dateien. Es gibt kostenlose Tools mit denen du diese ganz einfach zu einem mehrseitigen Dokument zusammenfügen kannst. Ich benutze z. B. das Programm PDFsam Basic. Wenn du online nach „PDF Dateien zusammenfügen“ suchst, findest du auch ganz viele Alternativen ohne Download.
Fertig! Wie du siehst hat jede Seite einen schwarzen Rand. Achte beim Drucken darauf, unbedingt „tatsächliche Größe“ auszuwählen. Die Seite wird automatisch in die Mitte des Papiers gesetzt und du bekommst rundherum den 1 cm breiten Rand.
Und jetzt wünsche ich dir viel Spaß und Erfolg bei deinem ersten digitalen Schnittmuster!
Beinahe fünf Jahre ist es inzwischen her, als Philipp und ich zum ersten Mal über Cosplay gesprochen und diesen Podcast aufgezeichnet haben. Ein guter Zeitpunkt, um das Thema „Wie werde ich Cosplayer?“ erneut anzusprechen.
In dieser Solo-Episode spreche ich über verschiedene Aspekte des Hobbys, gebe dir Tipps, wie du am besten anfangen kannst und erzähle selbst ein wenig von meinen Anfängen und Erfahrungen.
Einfache Cosplays aus meinen Anfängen…
Mit diesen Projekten habe ich damals kreativ gestartet…
Sicherlich ist es dir auch schon aufgefallen: Plötzlich kreppen viele Cosplayer ihre Perücken. Das Kreppeisen, das der ein oder andere noch aus den 2000ern als Fashionstatement kennt, ist ein wirklich nützliches Werkzeug, wenn es um das Wig Styling beim Cosplay geht.
Aber warum ist es so beliebt und sollte jede Perücke mit dem Kreppeisen bearbeitet werden?
Dieser Beitrag wurde zuletzt am 29.03.2026 aktualisiert.
Fangen wir doch einfach von vorne an. Ein Kreppeisen sieht in etwa aus wie ein Glätteisen, allerdings sind die beheizbaren Platten nicht glatt, sondern gezackt. Beim kreppen, unter Cosplayern auch crimpen genannt, werden die Haare zwischen den gezackten Platten eingeklemmt, erhitzt und so in Form gebracht. Es entstehen kleine zackige Miniwellen, welche für eine griffige Haarstruktur und mehr Volumen sorgen.
Wie die meisten Geräten, gibt es das Kreppeisen ebenfalls in unzähligen Ausführungen. Grundsätzlich kannst du jedes beliebige Kreppeisen kaufen und nutzen. Das Prinzip ist bei allen gleich. Beim Wig Styling von Perücken empfiehlt es sich ein Kreppeisen zu wählen, bei dem du die Temperatur einstellen kannst. Nicht jede Perücke verträgt Hitze gleichermaßen, daher wird dir die Temperatureinstellung die Arbeit erleichtern. Ist die Temperatur zu hoch, kann die Kunstfaser der Wig beschädigt werden und genau das möchten wir vermeiden.
Beschäftigst du dich genauer mit den unterschiedlichen Kreppeisen, fällt auf, dass es diese auch in unterschiedlichen Größen gibt. Für den Anfang ist es nicht wichtig wie breit das Kreppeisen ist oder wie groß der Abstand zwischen den Zacken der Platten ist. Gehst du einmal dazu über, regelmäßig deine Perücken zu kreppen, entwickelst du ein Gefühl dafür, welche Breite für dich am besten funktioniert.
Vorteile gekreppter Perücken
Crimpen hat mehrere Vorteile. Es ist unter anderem dann hilfreich, wenn man bestimmte Stylings umsetzen möchte. Eine gekreppte Haarstruktur bietetmehr Halt und erleichtert das Styling von Hochsteckfrisuren, Spikes oder ähnlichen schwierigen Styles.
Das gekreppte Haar bietet die perfekte Basis, um es für extremes Volumen effektiv zu toupieren. Neugierig geworden? Mehr dazu kannst du in diesem Beitrag nachlesen: Tutorial – Princess Peach Wig Styling
Aber auch bei einfachen Stylings hilft die modifizierte Haarstruktur. Gekreppte Perücken sind pflegeleichter, lassen sich einfach kämmen und verknoten weniger stark. Ein Verknoten der Haare ist natürlich dennoch nicht gänzlich zu vermeiden. Je nach Qualität der Perücke kann es beim Tragen trotzdem zu starken Knoten kommen. Aber stell dir vor wie schlimm die Perücke verknotet wäre, wäre sie nicht gekreppt. Auch wenn es viel Arbeit ist, so bin ich jedes Mal froh, wie viel einfacher das Restyling einer Perücke ist, wurde sie einmal komplett gekreppt.
So kreppst du deine Perücke
Beim Kreppen entsteht Struktur auf der künstlichen Haarfaser. Die entstandene sichtbare Struktur wird auch als „Crimp Mark“ bezeichnet. Manche Cosplayer mögen diese Optik, andere können diese überhaupt nicht leiden. Deshalb gebe ich dir einige Tipps mit auf dem Weg, wie du diese reduzieren kannst.
Bevor du loslegst, solltest du an einer verdeckten Stelle testen, ob deine Perücke wirklich hitzeresistent ist. Teste außerdem, welche Temperatur beim Kreppen am besten zur Perücke passt. Auch die Kraft, die du beim kreppen aufwendest und wie lange du an einer Stelle verweilst hat Einfluss auf das Ergebnis. Teste dich vorsichtig aus, um das richtige Maß zu finden.
Schritt für Schritt
Teile die Tressen deiner Perücke mit Haarklammern ab, sodass du deine Perücke strukturiert und in kleinen Partien bearbeiten kannst. Üblicherweise kreppt man das Haar horizontal von oben nach unten. Dabei entstehen allerdings auch starke Crimp Marks, welche dem Betrachter sofort ins Auge stechen. Kreppst du das Haar vertikal, entstehen diagonale Crimp Marks, welche im Verhältnis im Gesamtbild etwas weniger auffällig sind.
Diagonales kreppenHorizontales kreppenLinks: vertikales Kreppen mit diagonalen Crimp Marks Rechts: horizontales Kreppen mit horizontalen Crimp Marks
Neben der Haltung des Kreppeisens ist auch die Temperatur als auch der Druck ausschlaggebend dafür, wie intensiv die Markierungen im Haar zu sehen sind. Kreppst du der Reihe nach das Haar von oben nach unten, erhältst du eine ordentliche Aneinanderreihung von Crimp Marks. Gehst du allerdings wiederholt über das bereits gekreppte Haar, verringerst du Crimp Marks.
Nachdem du die Haarpartie fertig gekreppt hast, kannst du das Kreppeisen wie ein Glätteisen über diese Partie ziehen. Wiederholst du den Vorgang, so reduzierst du die starke Struktur.
Diagonales kreppenKreppeisen gedrückt nach unten ziehenHeißes Haar mit Metallkamm kämmen
Auch ein Kamm aus Metall, der nach dem Kreppen über das noch heiße Haar gezogen wird, kann helfen. Versuch dich an verschiedenen Kombinationen dieser Techniken, um das beste Ergebnis für dich zu erzielen. Manchmal wird es notwendig einige Schritte an derselben Haarpartie zu wiederholen, bis du das gewünschte Ergebnis erreichst.
Mit diesen Methoden habe ich es geschafft das Haar so dezent zu kreppen, dass ich mir beim Styling unsicher war, ob das Kunsthaar für die weitere Verarbeitung überhaupt genug Struktur besitzt. Für krasse Stylings würde ich daher stets zu etwas sichtbareren Crimp Marks tendieren.
Gekreppte Perücken in Aktion
Bist du noch etwas verunsichert, ob dir der Look gefällt? Sicher, Übung macht den Meister und je geringer die Crimp Marks, desto weniger fällt auf, ob deine Perücke überhaupt bearbeitet wurde.
Natürlich kannst du auch nur die untere Haarschicht mit dem Kreppeisen bearbeiten und die oberste Deckschicht für ein schönes Finish unbearbeitet belassen. Vielleicht magst du aber auch den Look mit starken Crimp Marks und es ist genau dein Ding?
Finde das, was zu dir am besten passt und probier dich einfach mal aus! Übrigens: Ab und an findet man auch in den entsprechenden Shops Perücken, die bereits gekreppt verkauft werden. Eine Liste diverser Online-Shops findest du hier.
Weitere Beiträge passend zum Thema findest du hier: /category/wigs
Vor einigen Episoden habe ich mit Philipp darüber gesprochen, wie man als Cosplayer Geld verdienen kann. Wir haben unter anderem über Möglichkeiten, Chancen, Risiken und Herausforderungen gesprochen. Daraufhin hat sich die liebe Svetlana von Kamui Cosplay bei mir gemeldet und wir haben uns zusammengesetzt, um über ihre langjährigen Erfahrungen als (Berufs-)Cosplayer zu sprechen.
Svetlana ist gemeinsam mit ihrem Mann Benni vor allem als Cosplayer in der Gamingbranche aktiv. In dieser Podcast Episode gibt sie uns einen kleinen Einblick wie das Aufgabenfeld in dieser Sparte aussehen kann. Außerdem gibt sie dir den ein oder anderen hilfreichen Tipp mit auf den Weg!
Eines von vielen spannenden YouTube Videos von Kamui Cosplay
In meinen Posing-Workshops sage ich gerne, „Statik ist gut, Dynamik ist besser“, aber was genau meine ich damit? Mit statischen Cosplayfotos beschreibe ich Bilder, auf denen weder der Cosplayer, noch andere Elemente im Bild, in Bewegung erscheinen, sondern eher steif wirken.
Klar, ein Bild ist in jedem Fall immer eine statische Momentaufnahme. Aber es gibt Elemente, die dem Foto Dynamik verleihen und es spannender machen. Zu diesen Elementen gehören beispielsweise wehende Mäntel und Röcke, fliegende Haare, leichte Unschärfe-Effekte oder Posen, die eine Bewegung andeuten.
Ein dynamisches Cosplayfoto muss nicht zwangsläufig all diese Elemente vereinen, um dynamisch zu wirken. Manchmal kann man auch statische Posen durch wehende Umhänge oder fliegende Haare lebendiger wirken lassen. Natürlich gibt es auch Posen, die an sich bereits deutlich dynamischer aussehen oder aus einer Bewegung heraus eingenommen werden, um authentisch zu wirken. Aber fangen wir doch einfach mal an.
Fliegende Elemente
Die einfachste Methode, um dynamische Cosplayfotos zu erschaffen, ist, Teile des Kostüms, zu werfen und somit zum „fliegen“ zu bekommen. Auch die steifste Pose sieht mit wehenden Haaren oder wehendem Mantel plötzlich dynamisch aus.
steife Pose – geworfene Kostümelemente
Klar, hier erschaffen wir eine Illusion, die stark an die überzeichneten epischen Momente aus Animes erinnert. Der Hauptcharakter steht unbewegt an einer Stelle, blickt in die Ferne und seiner Herausforderung entgegen. Plötzlich. Ein Windstoß! Haar und Kleidung werden in Bewegung gesetzt, sie wehen anmutig und geben uns sofort in das Gefühl unsere Welt sei magisch. Aber genau das lieben wir!
Aber anstatt einfach nur steif da zu stehen und Haare und Mantel von einem Fotoassistenten werfen zu lassen, kannst du natürlich auch deine Pose an die imitierte Bewegung anpassen. Selbst minimale Anpassungen im Posing können dazu beitragen, die Illusion abzurunden.
Pose angepasst an selbst geworfene Kostümelemente
Leider steht uns nicht immer ein Assistent zur Verfügung, der uns bereitwillig beim Shooting hilft, um unsere dynamischen Fantasien umzusetzen. Aber das soll für dich kein Hindernis sein!
Elemente zum Fliegen zu bekommen ist nicht immer einfach. Je nach Material verhalten sie sich unterschiedlich. So sind manche Stoffe einfach nicht dafür geeignet, um dynamische Fotos zu kreieren. Manchmal limitiert auch das Design des Cosplays, wie in etwa ein äußerst kurzer Mantel, eine mögliche Bewegung.
Werfen oder fallen lassen?
Hast du aber Glück und du findest etwas, dass sich an deinem Cosplay dynamisch in Szene setzen lässt, dann musst du nur noch herausfinden, welche Bewegung den schönsten Effekt erzeugt.
Für den klassischen Hairflip, zum Beispiel, gilt: Nicht nach oben werfen, sondern nach unten fallen lassen. So entsteht eine natürlichere Fließbewegung und das richtige Timing wird auch einfacher.
Das ist natürlich nur umsetzbar, wenn du einen Assistenten dabei hast, der für dich Teile deines Kostüms fallen lässt. Solltest du alleine sein und dynamische Effekte einbringen lassen wollen, so wirst du häufig um’s (nach oben) Werfen nicht herum kommen.
dynamische Elemente ohne Assistenz geworfen
Je nachdem welches Kostümteil du dynamisch erscheinen lässt, so ist manchmal eine Umsetzung mit Assistenz auch gar nicht möglich oder notwendig. Beispielsweise wenn du dir eine Jacke über die Schulter wirfst oder dich in deinem Kleid tanzend bzw. drehend zeigen möchtest.
Hierbei imitierst du die natürliche Bewegung und optimierst sie so, dass sie zur Pose, dem Kamerawinkel und dem Bildausschnitt passt. Ein Assistent ist also nicht notwendig.
Dynamik aus der Bewegung
Manchmal kann auch ein Sprung den gewünschten Effekt erzeugen. Achte bitte immer auf dich, deine Umgebung und das Kostüm und finde heraus, welche Bewegungen möglich sind und gut aussehen. Gerade bei Sprüngen solltest du deine Umgebung sorgfältig prüfen, um die Unfallgefahr zu minimieren.
In die Pose auf Drei
Dynamische Cosplayfotos entstehen natürlich auch durch dynamisches Posing. Anstatt dich steif in Pose zu stellen und darauf zu warten, dass der Fotograf endlich auslöst, kannst du auch aus der Bewegung in die Pose finden. Je nach Kamera, Fotograf, Lichtsituation und Pose kann eine Serienbildaufnahme sinnvoll sein.
Wenn du aus der Bewegung heraus posierst, solltest du im Hinterkopf behalten, dass die Bewegung für das Foto optimiert und nicht zu schnell ausgeführt wird. Manchmal reicht es, wenn du die natürliche Bewegung so lange wiederholst, bist das perfekte Foto im Kasten ist. Manchmal ist es aber auch notwendig, dass du deine Bewegung anpasst und diese deutlich langsamer und bedachter ausführst.
Ab und an musst du sogar etwas übertreiben, um eine schöne Bewegung bildlich festzuhalten. Wiederhole die Bewegung so lange, bis du das Gefühl hast, ein oder mehrere gute Fotos sind im Kasten.
Nicht immer werden Posen, Bewegungen oder das gesamte Cosplayfoto so, wie man sie sich vorgestellt hat. Sei es, weil die Pose einfach nicht klappt oder weil der Fotograf nicht die notwendige Erfahrung mitbringt. Manchmal klappt es einfach nicht so ganz. Aber das ist kein Grund, um gleich aufzugeben.
Ab und an habe ich so meinen ursprünglichen Ideen und Bemühungen eine zweite Chance gegeben und neues Leben eingehaucht. Schließlich habe ich auf diese Weise die Option auf ein, für mich, brauchbares Cosplayfoto, sodass meine Zeit, Energie und Anstrengung nicht ganz umsonst waren.
Out of Cam fotografiert von meinem Papa vs. das fertige Cosplayfoto
Fotos leben unter anderem vom richtigen Bildausschnitt. Je nach Hintergrund kann man dem Cosplayfoto neben einem angepassten Bildausschnitt auch noch eine kleine Drehung geben. Diese Drehung sorgt dafür, dass eine angedeutete Bewegung durch den Schrägstand deutlich dynamischer aussieht. Natürlich solltest du auf dem Hintergrund des Fotos achten und abschätzen, ob eine Drehung nicht doch irritierend wirken könnte.
In vielen Bildbearbeitungsprogrammen kannst du auch nachträglich Filter und Effekte anwenden, um das Bild oder Teile des Bilds unscharf erscheinen zu lassen. Weichzeichnungsfilter wie etwa „Bewegungsunschärfe“ können dabei helfen dynamische Elemente zu betonen.
Außerdem gibt es noch sogenannte Overlays, wie etwa fliegende Blätter oder Lichteffekte. Diese können, je nach Motiv, dein Cosplayfoto beleben. Übrigens rettet die Fotobearbeitung nicht nur ein weniger gelungenes Cosplayfoto, sondern betont auch eines, welches bereits „Out of Cam“ richtig gut geworden ist!
Am Ende des Tages sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt. Lediglich dein persönlicher Geschmack gibt vor, wie das perfekte dynamische Cosplayfoto für dich aussehen kann.
Übung macht den Meister
Selten fällt beim ersten Versuch direkt das perfekte dynamische Cosplayfoto aus der Kamera. Bring also unbedingt etwas Durchhaltevermögen und vor allem Motivation mit, um eine Pose bzw. Bildidee mehrfach zu wiederholen.
Selbst wenn du inzwischen der absolute Profi im dynamischen Posing bist, so musst du ein neues Kostüm auch wieder neu kennen lernen und fängst jedes Mal ein kleines bisschen von vorne an. Am Ende des Tages lohnt es sich! Außerdem entstehen durch die Wiederholung weitere tolle Varianten deiner ursprünglichen Bildidee.
Schon lange wollte ich mir einen Fliegenpilzhut basteln und da die Motivation gekickt hat, wurde es ein spontanes Zwei-Tage-Projekt mit Materialien, die ich bereits Zuhause hatte. Dieses spontane Tutorial ist für dich!
Die Basis aus Karton
Du benötigst nicht viel, um einen Pilzhut zu basteln. Angefangen mit einem großen stabilen Stück Karton, einen etwas kleineren flexiblen Karton, einer Schere, ganz viel Heißkleber und Stoff in deinen Wunschfarben.
Du beginnst damit einen großen Kreis in deiner Wunschgröße aus stabilen Karton auszuschneiden. Wenn du keinen stabilen Karton hast, kannst du auch zwei oder mehrere Kartons in der selben Größe aufeinander kleben. Je größer dein Ausgangskarton, desto größer kann auch dein Pilzhut werden. Der Kreis muss übrigens nicht perfekt sein, denn auch ein Pilz wächst nicht perfekt geometrisch.
Als nächstes bastelst du eine Art Krone aus etwas flexibleren Karton. Der Karton sollte etwa deinem Kopfumfang, besser aber ein Stückchen größer, entsprechen. Wenn du eine Perücke unter deinem Pilzhut tragen möchtest, solltest du dies beim Umfang bedenken und die Krone daran anpassen. Du kannst die Krone kleben oder mit einem Tacker fixieren. Nutze die Methode, die für dich besser funktioniert.
Schneide nun ein Loch in die Basis deines Pilzhuts. Das Loch sollte etwa die selbe Größe haben, wie deine Krone. Dieses Loch, als auch die Krone, müssen nicht perfekt rund sein, sie sollten nur möglichst perfekt auf deinen Kopf (mit Perücke) passen. Natürlich kannst du das Loch auch ein klein wenig größer halten und es später durch Polstern perfekt auf dich und deinen Kopf (mit Perücke) anpassen.
Um die Krone am Loch zu fixieren habe ich Gaffa Tape genutzt.
Anschließend habe ich den Aufbau der Krone mit flexiblen Karton beendet. Je höher der Aufbau, desto höher wird auch dein Pilz sein. Solltest du mit Tackernadeln arbeiten, denke daran diese anschließend abzukleben, damit du dich nicht aus Versehen verletzten kannst. Für mehr Stabilität könntest du hier zusätzlich noch mit Draht arbeiten, damit der Pilzhut auch noch lange seine Form behält.
Der Überzug
Sitzt alles an Ort und Stelle, kannst du deinen Hut polstern. Dieser Schritt ist optional!
Hast du das Gefühl, dass dein Karton zu kantig ist, kann es sinnvoll sein diese Kanten durch eine Polsterung abzumildern. Nutzt du als Überzug einen dicken Stoff, ist dieser Schritt nicht unbedingt notwendig.
Natürlich kannst du auch die Innenseite polstern, damit du ein angenehmeres Tragegefühl bekommst. Achte nur darauf, dass das Loch für deinen Kopf groß genug ist, sodass du es problemlos polstern kannst.
Es gibt viele Arten von Pilzen, die du als Hut umsetzen kannst. Ich habe mir schon lange den klassischen Fliegenpilz gewünscht, weswegen ich mich für einen roten und einen weißen Stoff aus meinem Fundus entschieden habe.
Den roten Stoff habe ich straff über den Hut gezogen und mit Heißkleber auf der Unterseite fixiert. Wenn du vorher alles genau ausmisst, schaffst du es vielleicht den oberen Stoff genau am Rand der Unterseite festzukleben. Hast du, so wie ich, einen durchscheinenden Stoff für die Unterseite, kann es sinnvoll sein, auch die Unterseite mit einer Lage Stoff zu überziehen.
Für die weißen Punkte des Fliegenpilz kannst du zum Beispiel ganz einfach aus Filz kleine Kreise ausschneiden und mit Heißkleber aufkleben.
Natürlich funktioniert auch anderes Material, wie etwa einfacher Stoff oder Watte. Da mein weißer Stoff leider zu dünn war, habe ich die zuvor ausgeschnittenen Filzkreise auf meinen Stoff aufgeklebt und sie damit „überzogen“. Dadurch haben meine Fliegenpilzpunkte einen kleinen 3D-Effekt erhalten.
Es werde Licht
Wenn du möchtest, kannst du deinen Pilzhut als zusätzlichen Effekt auch beleuchten! Wie und wo, ist ganz dir überlassen! Für meinen Fliegenpilz habe ich klassische Lichterketten (Fairy Lights) mit Heißkleber auf die Unterseite geklebt.
Achte darauf das Batteriefach mit Ein- und Ausschalter so zu platzieren, dass du den Hut bequem tragen und jederzeit problemlos an den Schalter gelangen kannst. Vielleicht kannst du eine kleine Tasche für den Akku bzw. das Batteriefach einplanen oder extra einen Hohlraum dafür vorsehen.
Selbstverständlich musst du keine Lichter einbauen, denn auch dieser Schritt ist optional. Die Lichter können allerdings ein toller Hingucker sein und dazu beitragen, dein Gesicht, beim Tragen des Huts, ein wenig auszuleuchten.
Lamellen für den Fliegenpilz
Zum Abschluss muss jetzt nur noch der Stoff auf der Unterseite mit Heißkleber fixiert werden. Damit der Stoff etwas mehr an die Lamellen des Fliegenpilz erinnert, habe ich ihn in Falten gelegt und auch diese Falten vorsichtig mit Kleber fixiert.
Je nachdem welche Technik und welchen Stoff du verwendest, wird dadurch auch das Loch für deinen Kopf kleiner. Behalte das daher immer im Hinterkopf.
Nun muss nur noch der Rand, an dem beide Stoffe aufeinander treffen, verschönert werden. Hierfür eignet sich zum Beispiel ein farbig passendes Spitzenband. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Wenn du möchtest, kannst du natürlich auch noch die Innenseite deines Huts etwas verschönern. Theoretisch wäre das nicht notwendig, da dein Kopf diesen Raum verdeckt. Achte nur darauf, dass alles gut fixiert ist und du nicht aus Versehen beim Auf- und Absetzen des Huts etwas beschädigst.
Fertig ist dein Pilzhut! Und jetzt bin ich gespannt, wie dein ganz persönlicher Pilzhut aussehen wird. Vielleicht hast du noch ein paar ergänzende Tipps, da du bereits ganz erfahren im Bau von Pilzen bist? Dann ab in die Kommentare damit!
Ein einfacher Pilzhut
Doch zu kompliziert? Keine Sorge! Einen ganz einfachen Pilzhut kannst du beispielsweise mit einem farblich passenden Barett umsetzen. Für einen Fliegenpilz klebst du einfach weiße Kreise auf dein rotes Barett. Wenn es etwas eleganter aussehen darf, dann nähe doch weiße Perlen an!
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Als Cosplayer hat man die Qual der Wahl: Selber nähen oder kaufen? Entscheidet man sich dann für’s selber machen, geht das Dilemma weiter. Welche Maschine brauche ich dafür eigentlich? Was sollte eine Nähmaschine können, wenn man Cosplays nähen möchte? Was ist eine Overlock und brauche ich die?
Vor allem wenn man vor einer Neuanschaffung steht, weiß man oft nicht worauf man beim Kauf achten sollte und was man wirklich benötigt. Hierbei kann mein Gast Tanja weiterhelfen!
Tanja arbeitet im Fachhandel für Nähmaschinen, näht selbst leidenschaftlich gern und kennt sich mit unzähligen Maschinen aus. Deshalb dreht sich diese Podcast Episode um unseren liebsten Begleiter: Die Nähmaschine!
Wenn man an Cosplay und die Skills, die man dafür braucht bzw. entwickelt, denkt, denken die meisten von euch an nähen, kleben, schneiden, malen, 3D drucken und so weiter. Also all diese Dinge, bei denen eure Muggel Freunde sagen: „Ahh…du bastelst also?“
Dieser Gastbeitrag wurde von Tom geschrieben. Du kennst Tom noch nicht? Dann schau unbedingt mal auf seinem Kanal vorbei: capbat_tom
Moment, bevor wir starten, vielleicht noch ein paar Sätze zu mir: Ich bin Tom, spätberufener Cosplayer aus Passau in Niederbayern. Ich mache mein ganzes Leben schon Sport in den verschiedensten Formen, vom Karate über reiten bis hin zu Baseball. Hängen geblieben bin ich beim Kraftsport, also dem Fitnessstudio.
Und erst durch die dadurch geschehenen Veränderungen fühlte ich mich am Ende bereit, Captain America darzustellen. Für Fragen rund ums Thema Fitness, Sport und gesunde Ernährung stehe ich da auch jederzeit für euch zur Verfügung.
„Man muss ja nicht im Cosplay trainieren…aber schaden tut es auch nicht!“
So, jetzt aber weiter:
Wusstet ihr, dass ihr euer vielseitigstes Werkzeug und Craftingmaterial jeden Tag bei euch habt? Eine Maschine, die ununterbrochen arbeitet, sich anpasst und verbessert?! Die unter schwierigsten Bedingungen dafür sorgt, dass ihr eure Charaktere zum Leben erwecken könnt und viele halsbrecherische Posen erst möglich macht?!
Gut, ich muss es nicht spannender machen, der Titel hat es schon verraten: Ich rede von eurem Körper. Dieses Wunderwerk der biologischen und evolutionären Ingenieurskunst ist meisterhaft, wenn es um Adaption, also das Anpassen an sich verändernde Umstände, geht.
Das können wir für unser Hobby genauso gut nutzen wie EVA Foam oder Leder. Aber genug drumherum geredet, lasst es mich mit drei Beispielen erklären.
Mehr Durchhaltevermögen auf Conventions
Jeder kennt es: Es ist ein heißer Tag, man schlurft in einem wenig atmungsaktivem und körperbetontem Cosplay durch viel zu große Menschenmengen.
Klar freut man sich, zwischendurch für Fotos zu posieren oder Freunde zu treffen, aber langsam sind die Akkus leer.
Dieses Bild entstand nach sechs Stunden an einem heißen Con-Tag. Wie man sieht, ich war noch gut drauf!
Ganz klar, Conventions sind Sport. Für den Körper sind sie eine Herausforderung.
Man ist den ganzen Tag auf den Beinen, trinkt tendenziell zu wenig (oder das Falsche), isst eigentlich nie was (oder das Falsche) und trägt oft noch viel Gewicht mit sich rum. Hierbei hilft natürlich nicht nur ein dem Wetter entsprechendes Cosplay, genug Flüssigkeit oder ausreichend Energiezufuhr, sondern eben auch regelmäßiger Sport.
Wer drei bis viermal die Woche beim Sport an seine Grenzen geht, den überfordert auch eine Convention nicht. Euer Körper gewöhnt sich daran und legt sich sogar Strategien zurecht, damit umzugehen.
Andersrum ist es für die Systeme in eurem Körper ein richtiger Schock, wenn ihr von Null auf Hundert geht. Wer unter der Woche nur am Schreibtisch sitzt und danach auf der Couch, der wird die Con am Wochenende in der Regel weniger gut wegstecken. Egal ob viermal die Woche oder nur einmal. Mit regelmäßiger Bewegung tut ihr eurem Körper in jedem Fall etwas Gutes!
Übrigens: Teamsport und Fitnessstudio sind hervorragende Möglichkeiten, nebenbei auch die Toleranz der Social Battery etwas auszubauen.
Die Grundlage für gutes Posing
„Und nochmal! Und den Arm etwas…ja genau. Und den Fuß dorthin. Super! Und jetzt halten!“
Das, oder so ähnlich, kennt jeder von uns bei Fotoshootings. Da kann es helfen, wenn eine gute Grundhaltung nicht von vorherein schon anstrengend ist.
Das beste Beispiel für das, was ich meine sind die fast schon typischen, nach vorne hängenden Schultern, die gerne mal durch lange Tage im Büro entstehen. Aber die sind nicht nur ungesund, sondern passen auch überhaupt nicht zu einem Helden wie Captain America, oder?
Durch Sport kommt die Heldenhaltung (fast) von allein! Foto: mandography
Durch passenden Sport und dementsprechende Übungen könnt ihr vielen Fehlhaltungen entgegenwirken. Anstatt Muskelkraft verschwenden zu müssen, um eine gute Grundhaltung zu erreichen, könnt ihr diese für eure Pose nutzen.
Hier vielleicht ein etwas greifbareres Bild: Stellt euch vor, ihr müsstet jedes Mal bevor ihr das Licht einschaltet, um lesen zu können, erst die Glühbirne reindrehen. Also vor der eigentlichen Tätigkeit immer ein extra Schritt. Was euch auf Dauer viel mehr anstrengt und ermüdet, das Halten von Posen sehr schwer macht und die Shootings anstrengender. Apropos anstrengend:
Ausgefallenere und effektivere Shootings
Der Fotograf braucht etwas länger mit dem Licht, es hakt hier ein wenig und ein bisschen dort. Ihr macht eure Pose nun schon zum fünften Mal. Aber, weil ihr im Sport gelernt habt mit eurem Körper effizient zu arbeiten und ihr das vielfache eures Körpergewichts bei der Kniebeuge schafft, ist das für euch kein Problem.
Ihr seid entspannt, der Fotograf ist entspannt, die Fotos werden Bombe aussehen. Und dann schaut euch mal diese Körperspannung an?! Wow, wie der echte Ares!
Von eurem Körper mehr verlangen und auch besser mit ihm arbeiten zu können, ist eine der größten Vorteile, die Sport mit sich bringt. Dazu kommt ein völlig neuer Skill Tree, denn Sport eröffnet euch neue Möglichkeiten bei Shootings: Zwei USO Girls auf den Schultern? Kein Problem.
Sprünge sehen auf Fotos instant dynamisch aus. Man wird sie ein paar mal wiederholen müssen, bis wirklich alles sitzt. Gerade das Gesicht macht da oft was es will!
Sechsmal über ein Hindernis springen? (Weil solche Actionshots NIE aufs erste Mal was werden!) Easy.
Posing-Tipp von SajaLyn: Bei dynamischen Posen hilft es sich vorab bewusst zu werden, welche Emotion man zeigen möchte. Bevor man posiert, konzentriert man sich auf diese Mimik und hält sie. So musst du dich nur noch auf die Bewegung und nicht mehr auf deine Mimik konzentrieren!
Mit den Fingerspitzen ein paar Minuten an einer Felswand hängen? Langweilig. Kurz darauf hing ich noch an einer Leiter, einem anderen Felsen, einem Baum…Mr. Drake kraxelt halt gerne.
Also macht euren Fotograf*innen das Leben leichter und gebt euch selbst mehr Skills, Sport machts möglich!
Ihr seht, sich selbst etwas beim Sport herauszufordern ist nicht nur gesund, es bringt euch auch eine ganze Reihe von Benefits für unser aller Lieblingshobby, ganz nach dem Motto: Craft yourself!
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